18. März 2002

Niedersachsen: Landfrauen-Modellprojekt abgeschlossen

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 10:03

Bartels lobte ‚innovative Kraft‘ der Landfrauen

Osterwald/Hannover (agrar.de) – Gute Gewinne waren schon immer überzeugender als jedes Argument. Und was einst milde belächelt wurde, sei heute nicht mehr weg zu denken aus der Einkommenssicherung vieler landwirtschaftlicher Familien, sagte heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels und sprach damit den Landfrauen insgesamt seine Anerkennung aus.

Anlässlich der Abschlussveranstaltung des von Bund und Land geförderten und vom Landfrauenverband Weser-Ems durchgeführten Modellvorhabens ‚Ein Leben lang Lebensqualität – Dienstleistungen als Einkommensalternative auf dem Lande‘ in Osterwald (Grafschaft Bentheim) wies Bartels besonders auf die Exklusivität der Nebeneinkommen hin, die ‚der Nische‘ längst entwachsen seien.

U. a. mit der Direktvermarktung, mit Urlaub auf dem Bauernhof oder der Mitarbeit im Maschinenring würden bei rund einem Drittel der Betriebe bereits Einkommensanteile am Gesamteinkommen in einer Größenordnung zwischen 20 und 50 Prozent erzielt.

Bartels rief die Landfrauen auf, sich weiterhin aktiv in die Effektivitätsverbesserungen auf den Höfen einzubringen, z. B. in Sachen landwirtschaftliche Arbeitsorgansation, -abläufe, und –inhalte, um damit Platz zu schaffen für zusätzliche, neue unternehmerische Chancen.

In den außerlandwirtschaftlichen Bereichen und insbesondere in den Dienstleistungen stecken noch wirtschaftlich interessante Potentiale. Ob Biogasanlagen oder Windkraft, Lohnunternehmer oder Maschinenring, EDV-Dienstleister oder –Berater, Urlaub auf dem Bauernhof oder Direktvermarktung, es gebe noch erhebliche Ressourcen auf dem Land und im landwirtschaftlichen Betrieb, die auf einem erweiterten Markt profitabel umgesetzt werden können. ‚Nutzen Sie diese Chancen‘, fügte Bartels hinzu.

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Physiker sehen Anzeichen für „Super-Niño“

Themen: Archiv — info @ 09:03

Rochester (agrar.de) – Regelmäßig stellt in Abständen von einigen Jahren das Wetterphänomen El Niño die Klimaverhältnisse im Pazifik und Südamerika auf den Kopf. Nach einem Bereicht des Informationsdienstes Wissenschaft Aktuell entdeckten US-Physiker nun in Wetterdaten aus den Jahren 1967 bis 2000 Hinweise, dass diese Fluktuationen der Temperaturen und Strömungen keine Einzelereignisse seien, sondern einem geordneten Ablauf in einem 15 Jahre Zyklus eines ‚Super-Niños‘ gehorchen könnten.

So folgen auf einen stark ausgeprägten El Niño regelmäßig zwei kleiner Klimaphänomene dieser Art. Die Forscher von der University of Rochester und der State University of New York at Geneseo glauben sogar, dass dieser langfristige Zyklus auch für das analoge Klimaphänomen La Niña im Atlantik gelte. Die Messungen aus den über 30 Jahren gehorchten relativ genau einer ‚Resonanten Funktion‘, benannt nach den beiden theoretischen Physikern Landau und Lifschitz.

Die Physiker hoffen, dass ihr theoretisches Modell über die Ozean-Oszillationen den Klimatologen helfen könnte, die Dynamik der Wetterphänomene besser abzuschätzen. Als Ergebnis halten sie eine Vorhersage von El Niños und La Niñas für möglich. Den möglichen Fehler ihres Modell im Bereich zwischen 30 und 50 Prozent wollen sie mit weiteren physikalischen Analysen von Klimadaten weiter verringern.

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Thüringen: Aktualisierte Rote Listen gefährdeter Arten und Lebensräume erschienen

Themen: Archiv — info @ 09:03

Flussbewohnern geht es besser, aber Auenbewohner und Offenlandarten bleiben gefährdet

Erfurt (agrar.de) – 7.644 Arten (45 Prozent) sind gefährdet; darunter sind 1.462 Arten (8,5 Prozent), die ausgestorben, ausgerottet oder verschollen sind. Wirbeltiere sind dabei stärker gefährdet (54 Prozent) als Wirbellose (49 Prozent) und Pflanzen (40 Prozent). Das ist die Einschätzung der aktuellen Pflanzen- und Tierwelt in Thüringen. Die allgemeine Gefährdungssituation entspricht damit etwa der von 1993.

Die Roten Listen Thüringens sind Verzeichnisse von Arten und Lebensräumen, die im Freistaat gefährdet oder bereits ausgerottet sind. Sie sind ein Maß für die Entwicklung der biologischen Vielfalt, ohne die viele Gefahren für die Umwelt nicht rechtzeitig zu erkennen wären. Die letzte Rote Liste Thüringen erschien 1993. Heute stellte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, die Fortschreibung der Roten Liste vor.

Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie koordinierte über drei Jahre hinweg die Arbeit zahlreicher Spezialisten. 80 Autoren, 200 direkt beteiligte Mitarbeiter und über 600 weitere Beteiligte stellten ihre Beobachtungen zur Verfügung und trugen zu einer soliden Einschätzung der aktuellen Gefährdung der Pflanzen- und Tierwelt bei.

Über 17.000 in Thüringen heimische Arten und sämtliche Biotoptypen wurden auf ihre Gefährdung hin geprüft. Um die Listen aufzustellen, wurde für jede Art und jeden Biotoptyp die aktuelle Häufigkeit und die Bestandsentwicklung in den letzten Jahrzehnten ermittelt und die Empfindlichkeit gegenüber aktuellen Veränderungen beurteilt.

Der neue Sammelband umfasst auf 430 Seiten 59 Einzellisten. Neben Aussagen zur Gefährdung von Vögeln, Fledermäusen, Pflanzen, Libellen, Schmetterlingen und Heuschrecken wurden auch weniger bekannte, aber sehr artenreiche Gruppen wie Wildbienen, viele Käferfamilien, Flechten und Moose oder die nützlichen Schwebfliegen untersucht.

‚Positiv haben sich die Anstrengungen bei der Reinhaltung der Luft und der Gewässer ausgewirkt. So ist die Abnahme der Gefährdung einiger Fließgewässerbewohner hervorzuheben‘, so der Minister. Arten wie die Gebänderte Prachtlibelle konnten aus der Liste entlassen werden. Der Schwarzstorch ist nicht mehr vom Aussterben bedroht, und der vor 30 Jahren ausgestorbene Fischotter kehrt gerade nach Thüringen zurück. Auch gegenüber Luftverschmutzung empfindliche Arten nehmen wieder zu. Verschiedene Flechten-Arten, wie die Pflaumenflechte, die auf Rinden lebt, sind inzwischen ungefährdet.

Dagegen sind viele Arten des Offenlandes zunehmend gefährdet, weil die traditionelle, standortgerechte Bewirtschaftung fehlt, so z. B. viele Tagfalter, wie die Berghexe oder etliche seltene Scheckenfalterarten. In Auen- und Grünlandbereichen konnten bisher keine durchschlagenden Verbesserungen festgestellt werden; typische Arten wie Weißstorch und Kiebitz sind zunehmend stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Vor nunmehr zehn Jahren hat sich Deutschland dazu bekannt, Verantwortung bei der Erhaltung der globalen biologischen Vielfalt zu übernehmen. ‚Die Roten Listen haben in Hinblick auf die Erhaltung der biologischen Vielfalt eine doppelte Bedeutung: Zum einen ist mit ihrer Bearbeitung die Kenntnis darüber, wie viele und vor allem welche Arten in Thüringen heimisch sind, beträchtlich erweitert worden. Zum anderen ist das eigentliche Ergebnis der Roten Listen – die aktuelle Bewertung der Gefährdung der Pflanzen- und Tierarten sowie der Lebensräume – natürlich eine zentrale Voraussetzung für einen wirksamen Schutz der Vielfalt‘, sagte Dr. Sklenar.

Die Roten Listen sind als Heft 18 des ‚Naturschutzreport‘ bei der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie zu erhalten.

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16. März 2002

IFOAM: Bedeutender Schritt zur Harmonisierung des Bio-Marktes

Themen: Archiv — info @ 10:03

Nürnberg (agrar.de) – Der Bio-Markt wächst rapide – die ‚Vielfalt‘ im Bereich Richtlinien, Zertifizierung und Akkreditierung steht dem in nichts nach. ‚Im Moment existieren staatliche und privatwirtschaftliche Regelungen Seite an Seite. Beide Systeme kämpfen mit ihren eigenen Problemen. Darunter leiden Produzenten und Händler, die mit einem undurchsichtigen Marktgeschehen konfrontiert sind. Und wie immer schadet dieses System am meisten Produzenten in Entwicklungsländern‘, unterstreicht IFOAM Präsident Gunnar Rundgren die Notwendigkeit der ‚Conference on Organic Guarantee Systems‘, welche in Verbindung mit der BioFach vom 17.-19. Februar 2002 in Nürnberg stattfand. Zum ersten Mal veranstalteten die Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen (FAO), die United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) und die Internationale Vereinigung Biologischer Landbaubewegungen (IFOAM) gemeinsam eine Konferenz.

Beginnend mit dem ‚IFOAM Basic Standards Day‘, beschäftigte sich die internationale Konferenz zunächst mit Hindernissen und Problemen rund um das Garantiesystem des biologischen Landbaus. Den Erfolg hat diese Konferenz nicht nur den ausgezeichneten Präsentationen zu verdanken, sondern vor allem auch der Vielfalt der Teilnehmer. Die mehr als 200 Teilnehmer aus über 50 Ländern diskutierten engagiert die komplexe Thematik und leiteten einen Prozess in Richtung mehr Harmonie und ‚Gleichwertigkeit‘ im Biolandbau ein. Besonders erfreulich war die Anwesenheit von über 40 Delegierten öffentlicher Institutionen und Ministerien.

‚Vieles bleibt noch zu tun. Aber die Grundlagen für ein gemeinsames Vorgehen, das letzten Endes zu einer gegenseitigen Anerkennung von Bio-Richtlinien und Zertifizierung führt, sind gelegt worden‘, sagt Pascal Liu (FAO). René Vossenaar von UNCTAD sieht diese Konferenz auch als einen ersten Schritt und betont, daß UNCTAD ‚weiterhin mit IFOAM und FAO an einer Erleichterung der Entwicklung von Anerkennungs- und Harmonisierungsmechanismen arbeiten möchte.‘ IFOAM Präsident Gunnar Rundgren zieht das Fazit, daß ‚die Teilnehmer sich im Großen und Ganzen in der Analyse der Probleme einig waren. Was Lösungen betrifft, so erkennen Regierungsbehörden zunehmend die Rolle des privaten Sektors und der IFOAM. Die Notwendigkeit eines multilateralen Systems der Gleichwertigkeit verschiedener Garantiesysteme ist offensichtlich. Wir möchten Regierungen einladen, sich aktiv in unsere Arbeit daran einzubringen. Für kreative Lösungsvorschläge sind wir offen. Unter vielen Schlußempfehlungen der Konferenz war die wichtigste wohl die Gründung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von FAO, UNCTAD, IFOAM und interessierten Regierungen. Dies könnte zu einem wichtigen Schritt in eine zielführende Richtung werden. Die Kooperation mit FAO und UNCTAD war Grundlage für den Erfolg dieser Konferenz. IFOAM ist überzeugt, daß diese Kooperation auch weiterhin erfolgreich sein wird.‘

Links zum Thema Bio-Landbau.

15. März 2002

Positive Zwischenbilanz: Raps- und Maissaat ohne Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 16:03

Kiel (agrar.de) – Eine positive Zwischenbilanz kann das Umweltministerium Schleswig-Holsteins bei den Kontrollen auf gentechnisch verunreinigtes Saatgut ziehen: Alle untersuchten Proben sind frei von genetisch veränderten Bestandteilen. Bisher wurden zehn Proben analysiert: fünfmal Sommerraps zweier unterschiedlicher Sorten und fünf verschiedene Maissorten. Die Kontrolleure haben gezielt nach Produkten aus Ländern mit großflächigem Genpflanzen-Anbau gesucht, die Wahrscheinlichkeit im Saatgut aus diesen Ländern Genmanipulationen zu finden, ist relativ groß. Weitere Proben und Tests stehen aus.

Nach Informationen aus Züchterkreisen wurde nach den Vorfällen der letzten beiden Jahre in vielen Firmen das Qualitätsmanagement umstrukturiert. Mittlerweile kontrollieren die Züchter das Saatgut selbst auf gentechnisch veränderte Organismen. Die Saatgutproduktion für Europa wurde – soweit möglich – nach Europa verlegt. Hier gibt es noch keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen im großen Stil. Damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Verunreinigung durch Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen geringer.

Das diesjährige Saatgutmonitoring ist noch nicht abgeschlossen, weitere Proben werden zurzeit analysiert.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Saatgut und Züchter.

EU-Parlament will Verfütterungsverbot von Tiermehl lockern

Themen: Archiv — info @ 15:03

Straßburg (agrar.de) – Fleisch- und Knochenmehl soll unter strengen Sicherheitsbestimmungen wieder zur Verfütterung an Schweine und Geflügel verfüttert werden dürfen. Hierfür sprach sich das Europäische Parlament (EP) sich mit großer Mehrheit aus. Tiermehl an Rinder und andere Wiederkäuer zu verfüttern soll weiterhin verboten bleiben.

Für Nicht-Wiederkäuer dürfen Fleisch- und Knochenmehl nur dann eingesetzt werden, wenn es nach den strengen EU-Standards sterilisiert worden ist und von Tieren stammt, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Eine endgültige Entscheidung soll bis spätestens Anfang September in einem Vermittlungsverfahren fallen.

Links zu Thema Tierernährung.

Raiffeisen-Bilanz 2001 (2)

Themen: Archiv — info @ 14:03

Milchwirtschaft: Getrübte Aussichten 2002

Berlin (agrar.de) – Die 378 Molkereigenossenschaften verzeichneten im Jahr 2001 einen preisbedingten Umsatzzuwachs von circa 5 Prozent. Die Sparte setzte rund 10,5 Mrd. Euro um. Für nahezu alle Erzeugnisse wurden höhere Preise erzielt, so dass den Genossenschaftsmitgliedern mehr Milchgeld ausgezahlt werden konnte. Der durchschnittliche Erzeugerpreis stieg um 9,4 Prozent auf 32,82 Euro/100 kg.

Der Konsum von Milch und Milchprodukten entwickelte sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – positiv. Das breit gefächerte Sortiment der Molkereigenossenschaften genießt bei den Verbrauchern hohe Wertschätzung. Besonders hervorzuheben waren 2001 die positiven Trends am Käsemarkt. Bei steigendem Verbrauch wurde die Produktion auf einen neuen Höchststand von knapp 1,9 Mio. t ausgedehnt.

Getragen von höheren Preisen bei Butter, Magermilchpulver und Käse sowie durch den guten Absatz erreichten die Genossenschaften im Frühsommer 2001 in den Verhandlungen mit dem Lebensmittelhandel deutlich bessere Abgabepreise für ihre Produkte des weißen Sortiments.

Getrübte Aussichten 2002

Ende 2001 setzte bei den Eckprodukten Butter und Magermilchpulver ein starker Preisdruck ein. Mittlerweile wird der Milchmarkt aber durch Interventionsmaßnahmen wieder entlastet, und die Erlöse für diese Eckprodukte haben sich auf entsprechend niedrigem Niveau stabilisiert. Die Schwächetendenzen der letzten Monate zeigen nach einer längeren Phase der Stabilität, dass die Überschüsse in der EU binnen kurzer Zeit zu Mengendruck in einzelnen Segmenten führen können. Das schlägt sich auch in sinkenden Milchauszahlungspreisen nieder.

Zukunft der Milchquote sorgfältig prüfen

Diese Zusammenhänge verdeutlichen, dass es in der Diskussion um die Zukunft der europäischen Milchpolitik, wie sie mit der anstehenden Halbzeitbewertung der Agenda 2000 angestoßen wird, einer sorgfältigen Folgenabschätzung bedarf. ‚Wir analysieren derzeit auf Basis wissenschaftlicher Ausarbeitungen die möglichen Konsequenzen verschiedener politischer Handlungsoptionen und diskutieren diese mit unseren Mitgliedsunternehmen‘, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) bei der Bilanz-Pressekonferenz am 13. März 2002 in Berlin.

Einige Argumente sprechen für die Beibehaltung der Milchquotenregelung bei gleichzeitiger Flexibilisierung des heutigen Systems. Wichtig ist zudem, dass für den europäischen Milchmarkt unabhängig vom Fortbestand der Quotenregelung weiterhin ein Mindestmaß an Stützung und Stabilisierung sowie ein ausreichender Außenschutz gewährleistet bleiben müssen.

Kritik äußerte Nüssel an der Position der Bundesregierung zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000. Der DRV sieht keine Notwendigkeit, die Brüsseler Beschlüsse grundsätzlich in Frage zu stellen. ‚Die bis 2006 gesteckten Eckdaten müssen für die Agrarwirtschaft verlässlich und kalkulierbar bleiben‘, betonte Nüssel.

In diesem Zusammenhang begrüßte er die Vorschläge der EU-Kommission zum Fortgang der Agrarverhandlungen mit den beitrittswilligen Staaten in Bezug auf die Direktzahlungen und die ländliche Entwicklung. ‚Es besteht großer Bedarf zur Anpassung der Agrarstrukturen in den mittel- und osteuropäischen Ländern, um im Binnenmarkt wettbewerbsfähig zu werden‘, so Nüssel.

Agrargenossenschaften: Vorjahresergebnis gehalten

Die 795 Agrargenossenschaften in Ostdeutschland, die dem DRV angeschlossen sind, haben im Jahr 2001 ihr Betriebsergebnis gehalten. Die Umsatzerlöse blieben mit 1,5 Mrd. Euro stabil.

‚Wie alle landwirtschaftlichen Unternehmen brauchen die Agrargenossenschaften verlässliche, nicht diskriminierende Rahmenbedingungen. Die weitreichenden Wettbewerbsnachteile, die der deutschen Landwirtschaft u. a. aus der nationalen Umsetzung von Umweltvorschriften und der geplanten Modulation von Direktzahlungen erwachsen, lehnt der DRV ab‘, so Nüssel. Ein Vorpreschen der Bundesrepublik ist vollkommen unnötig, zumal bei der Agenda-Halbzeitbewertung über die Modulation auf EU-Ebene diskutiert wird.

Bei der seit der Wiedervereinigung ausstehenden Altschuldenregelung erwartet Nüssel wirtschaftlich tragfähige Regelungen. Die Bundesregierung darf bei der Lösung dieses gravierenden Problems nicht die Zukunft der genossenschaftlichen Mehrfamilienbetriebe aufs Spiel setzen.

Den Agrargenossenschaften bietet die Verankerung in genossenschaftlichen Wertschöpfungsketten eine solide Basis für Marktzugang und Absatzsicherheit. Mit ihren hervorragenden Produktionsstrukturen und der Fähigkeit, große Handelspartien mit einheitlich hoher Qualität anbieten zu können, sind die Agrargenossenschaften zugleich ideale Partner für das Prüfzeichen der Qualität und Sicherheit GmbH.

Obst, Gemüse, Gartenbau: Umsätze um 5 Prozent verbessert

Die Obst-, Gemüse- und Gartenbaugenossenschaften verbesserten ihre Umsätze im Jahr 2001 vor allem preisbedingt um rund 5 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro. Bei Blumen sowie Topf- und Gartenpflanzen betrug das Plus 3 Prozent.

Insgesamt fielen in Deutschland und Europa die Obst- und Gemüseernten geringer aus. Nach zwei Jahren mit witterungsbedingt großen Mengen wurde in der EU mit 7,5 Mio. t eine deutlich kleinere Apfelernte eingefahren. In Deutschland stand mit 940.000 t im Marktobstbau eine ausreichende Menge für die Vermarktung bereit.

Wiederholt hat der DRV den Gesetzgeber aufgefordert, die am 30. Juni 2001 ausgelaufene deutsche Zulassungsregelung für Pflanzenschutzmittel befristet zu verlängern. Nur dann können Erzeugung und Vermarktung in den nächsten Wochen ordnungsgemäß sichergestellt werden. ‚Die aktuellen Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Obst- und Gemüseanbauer sind nicht länger tragbar‘, erklärte Nüssel.

Weinwirtschaft: Sehr guter Jahrgang

Die deutsche Weinernte 2001 fiel mit 9 Mio. hl deutlich kleiner aus als erwartet. Es stehen hervorragende Qualitäten zur Verfügung. Der genossenschaftliche Erfassungsanteil liegt bei circa 2,8 Mio. hl (31 Prozent).

Für das Weinwirtschaftsjahr 2001 melden die 236 Winzergenossenschaften ein leichtes Umsatzplus von 1,3 Prozent auf 0,82 Mrd. Euro (Vorjahr 0,81 Mrd. Euro). Wesentlich für den Anstieg waren die guten Umsätze im Anbaugebiet Baden. In einer schwierigen Marktlage befinden sich Anbauregionen mit hohem Weißweinanteil.

EU-Bezeichnungsrecht: Teilerfolg errungen

Langwierige Diskussionen begleiten das EU-Bezeichnungsrecht. Verstimmungen gab es um die Liste der schützenswerten Begriffe. Lediglich die Bezeichnung ‚Classic‘, die in Deutschland an enge Verwendungskriterien gebunden ist und vom Deutschen Weininstitut werblich kommuniziert wird, ist im jüngsten Verordnungsentwurf verankert und damit für Deutschland geschützt. Leider wurde die Bezeichnung ‚Selection‘ nicht aufgenommen.

Gemeinsam mit den anderen Organisationen der deutschen Weinwirtschaft hat sich der DRV sowohl an EU-Kommissar Dr. Franz Fischler, die zuständigen nachgeordneten Dienststellen der Brüsseler Kommission als auch an Bundesministerin Renate Künast gewandt und den Schutz der für Deutschland wichtigen Bezeichnungen ‚Classic‘ und ‚Selection‘ eingefordert.

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Künast: „Lose Ware soll gekennzeichnet werden“

Themen: Archiv — info @ 13:03

Eckpunktepapier vorgelegt – Allergiker profitieren

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat ein Eckpunktepapier zur Kennzeichnung loser Ware vorgelegt. ‚Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden eine entscheidende Lücke bei der Kennzeichnung schließen. Damit könnten vor allem Allergiker endlich auch bei loser Ware für sie wichtige Zutaten erkennen,‘ so Künast heute in Berlin. Es sei geplant, noch in diesem Jahr eine Verordnung vorzulegen.

Die Vorschläge für Regelungen in dem Eckpunktepapier sehen eine Annäherung der Kennzeichnung unverpackter Produkte – so genannter loser Ware – an die verpackter Produkte vor. Ein wichtiges Element der geplanten Regelung ist die Kennzeichnung von möglicherweise allergieauslösenden Zutaten. Hier besteht ein dringendes Regelungsbedürfnis, und zwar gleichermaßen für verpackte als auch für lose Ware. Im Interesse der Klarheit für die Verbraucher und die Anbieter von Lebensmitteln sollte diese Kennzeichnung bei loser Ware und bei Fertigpackungen nach den gleichen Grundsätzen erfolgen.

Derzeit gibt es für Lebensmittel, die unverpackt an Verbraucher abgegeben werden, im Gegensatz zur verpackten Ware keine generelle Verpflichtung zur Kennzeichnung der Zutaten. Jedoch besteht auch hier ein großes Informationsbedürfnis. Diesem Bedürfnis wird man nicht dadurch gerecht, dass man die Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Möglichkeit verweist, im Einzelfall nachfragen zu können. Bei der Ausgestaltung der Regelungen wird darauf geachtet werden, dass den besonderen Bedingungen der handwerklichen Lebensmittelproduktion Rechnung getragen wird.

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Raiffeisen-Bilanz 2001: Umsatz gestiegen

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 13:03

Nüssel: BSE-Folgekosten drücken auf die Ertragslage

Berlin (agrar.de) – Die 3.632 (Vorjahr 3.847) Raiffeisen-Genossenschaften erzielten im Jahr 2001 einen addierten Umsatz von 39,6 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahresergebnis von 38,2 Mrd. Euro ist das ein überwiegend preisbedingtes Plus von 3,7 Prozent.

‚Diese Steigerung spiegelt sich aber nicht in der Ertragslage der Unternehmen wider. Einerseits schlagen die BSE-Folgekosten sowie die Mehrausgaben aufgrund der Ökosteuer und bei den Personalnebenkosten deutlich zu Buche. Andererseits wurden durch Kooperationen im genossenschaftlichen Verbund sowie Rationalisierungen in der Datenverarbeitung und Logistik Betriebskosten gesenkt‘, erklärte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Bilanz-Pressekonferenz am 13. März 2002 in Berlin.

Bei der Bündelung der Kräfte wurden weitere Fortschritte erzielt. Überwiegend durch Fusionen nahm die Zahl der Genossenschaften um 5,6 Prozent ab. Die Anpassungen bei den Kreditgenossenschaften mit Warengeschäft lagen mit – 18,4 Prozent auf 354 über dem Durchschnitt. Der Trend zur Spezialisierung und die Konzentration auf Kernkompetenzen halten an. Bemerkenswert ist auch die Abnahme der Zahl milchverarbeitender Genossenschaften auf nunmehr 87 (– 10,4 Prozent). ‚Diese Bündelung dient der Stärkung der Marktposition, wobei die Genossenschaften weiterhin in der Fläche präsent bleiben‘, erklärte Nüssel.

Die genossenschaftlichen Ausfuhren betrugen 3,2 Mrd. Euro. 84 Prozent der Exporte entfielen auf Milch- und Fleischerzeugnisse. In diesem Bereich decken die Genossenschaften ein Drittel des deutschen Agrarexportes ab.

Vieh- und Fleischwirtschaft: Spielball der Politik

Die BSE-Folgen prägten die Vieh- und Fleischmärkte nachhaltig. Das hatte starken Einfluss auf Angebot und Nachfrage, Mengen und Preise sowie Vermarktungsstrategien und -konzepte, insbesondere bei Rindfleisch. In der Anfangsphase der BSE-Krise mussten empfindliche wirtschaftliche Einbußen verkraftet werden. Bestandsabwertungen und Auftragsstornierungen kennzeichneten die Geschäftstätigkeit. Erhebliche Mehrkosten durch gesetzliche Auflagen, z. B. BSE-Tests und Entsorgung von Risikomaterialien, belasteten die Vermarktung.

12,2 Mio. Schweine und 1,2 Mio. Rinder wurden in genossenschaftlichen Betrieben geschlachtet. Der Umsatz stieg auf 6,9 Mrd. Euro. Nach wie vor schwierig gestaltet sich die Vermarktung von Schlachtkühen wegen geringer Absatzmöglichkeiten in der Fleischwarenindustrie.

Neben der wieder eröffneten Intervention stützte im Jahresverlauf vor allem der Drittlandsexport den Rindfleischabsatz. Da viele Staaten Einfuhrsperren verhängt hatten, konzentrierten sich die Ausfuhren auf den russischen Markt. Er wird seine Schlüsselfunktion im laufenden Jahr beibehalten.

Fehlerhafte BSE-Tests – großer Schaden

Scharfe Kritik übte Nüssel an den Kontrolldefiziten im Zusammenhang mit den fehlerhaften BSE-Tests in verschiedenen Bundesländern. ‚Das Hin- und Herschieben von Verantwortlichkeiten hat Schlachtunternehmen und Landwirten großen Schaden zugefügt und die Branche in Misskredit gebracht. Schlachtunternehmen sind unverschuldet in Existenznot geraten. Darüber hinaus wurde die Branche mit dem Aussetzen von Exporterstattungen zu Unrecht in Kollektivhaft genommen‘, so Nüssel. Als wenig hilfreich bezeichnete er den Streit um private oder staatliche Testlabors. Entscheidend ist vielmehr, dass die Prüfkriterien klar definiert, bundesweit angewandt sowie streng überwacht und kontrolliert werden.

Warenwirtschaft: Ergebnis befriedigend

Die Geschäftsentwicklung in der genossenschaftlichen Warenwirtschaft war insgesamt befriedigend. Die wertmäßigen Umsätze von rund 17,4 Mrd. Euro liegen um 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Absatzgeschäft wurde durch eine qualitativ gute Getreideernte mit einem Rekordvolumen von 49,5 Mio. t begünstigt. Allerdings hatte die spürbare Investitionszurückhaltung der Landwirte negativen Einfluss auf die Ergebnisse in einzelnen Sparten, insbesondere bei den Bauinvestitionen und in der Agrartechnik.

Die Getreide- und Ölsaatenmärkte den unmittelbar nach der Ernte durch kurzfristige Eingriffe der EU-Kommission in die Marktverwaltung gestört. Fehlende Exportmöglichkeiten sowohl in Drittländer als auch im EU-Binnenmarkt sorgten für anhaltenden Preisdruck. Präsident Nüssel forderte deshalb die Brüsseler Kommission auf, mehr Anreize für Getreideausfuhren zu schaffen, damit auf dem Weltmarkt keine Anteile verloren gehen.

Für den Anbau nachwachsender Rohstoffe wurden im Jahr 2001 fast 320.000 ha Stilllegungsflächen genutzt. Die Genossenschaften haben circa 50 Prozent dieser Flächen vertraglich gebunden und sind damit Marktführer. Zur kommenden Ernte wird hierzulande angesichts der steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichem Biodiesel und der günstigen Preisentwicklung mit einer Ausdehnung der Anbaufläche gerechnet.

Einsatz von Biokraftstoffen fördern

Präsident Nüssel forderte eine zügige Verabschiedung des Richtlinienvorschlags der EU-Kommission zur Förderung des Einsatzes von Biokraftstoffen. Die Wirtschaft braucht mittelfristig verlässliche Rahmenbedingungen. Die Genossenschaften haben Millionenbeträge in Veresterungsanlagen und die Markterschließung investiert. Die Bundesregierung sollte die Möglichkeit einer vollständigen Steuerbefreiung für Biodiesel ausschöpfen.

Der Absatz landwirtschaftlicher Betriebsmittel lag mengenmäßig unter Vorjahresniveau. Der Rückgang bei Düngemitteln um etwa 10 Prozent ist insbesondere auf eingeschränkte Anwendung von Grund- und Mehrnährstoffdüngern zurückzuführen. Ein gestiegenes Preisniveau für Stickstoffdünger führte insgesamt zu einen leichten Umsatzzuwachs in dieser Sparte.

Bei Pflanzenschutzmitteln erreichte der Umsatz etwa das Vorjahresniveau. Für 2002 rechnet Nüssel mit einer Belebung des Geschäfts, wenn jene Warenströme nach Deutschland zurückkehren, die in den letzten Jahren aufgrund von Mehrwertsteuerdisparitäten in EU-Nachbarstaaten abgewandert sind. Unsicherheit und Investitionszurückhaltung der Landwirte waren vor allem beim Neumaschinenkauf deutlich zu spüren. Der Umsatz blieb um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Aufgrund des anhaltenden Preiskampfs auf dem Tankstellenmarkt ließen sich oftmals keine ausreichenden Margen im Kraftstoffabsatz erzielen. Die vom Bundeskartellamt unter Auflagen genehmigten Fusionen von Shell/DEA und BP/Aral werden erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der 540 genossenschaftlichen Tankstellen haben.

Sehr angespannt ist nach wie vor die Situation in der Bauwirtschaft. Ein Aufschwung hat sich entgegen den Erwartungen nicht eingestellt. Dies wirkte sich negativ auf die Umsätze der 500 Baustoff-Märkte und -Fachhandlungen in der Raiffeisen-Organisation aus. Ihr Umsatz blieb 5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

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FDP will Agrarwende stoppen

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Zur 18. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrich Heinrich:

‚Das neue Grundsatzprogramm der Grünen verstärkt die ideologische und landwirtschaftsfeindliche Politik von Ministerin Künast. Im Mittelpunkt dieser Politik stehen: Das Schüren von Verbraucherängsten gegenüber Nahrungsmitteln, das Herbeireden von Skandalen, das Beschimpfen der Landwirte, utopische und dirigistische Zielvorgaben für den ökologischen Landbau und die Blockade von Zukunftstechnologien wie der Grünen Gentechnik.

Die FDP wird spätestens nach der Bundestagswahl die so genannte Agrarwende á la Künast stoppen und korrigieren. Nicht nur das unsägliche Artikelgesetz mit seinen bau- und immissionrechtlichen Verschärfungen muss zurückgenommen werden, sondern alle nationalen Alleingänge und Verschärfungen von EU-Richtlinien. Deratige Wettbewerbsverzerrungen auf Kosten der deutschen Produzenten dürfen in einem offenen europäischen Markt nicht hingenommen werden.

Damit wird der unsinnigen Vernichtung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft in der Landwirtschaft, den vor- und nachgelagerten Bereichen und im gesamten ländlichen Raum ein Riegel vorgeschoben werden.‘

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