22. März 2002

Naturland informiert über Ökologische Hühnerhaltung

Themen: Biolandbau,Futtermittel,Hormone,Verbände — info @ 14:03

Klare Gesetzesvorgaben für Öko-Eier

Gräfelfing (agrar.de) – Öko-Eier sind zu Ostern gefragt wie nie. Der kritische Blick auf die Eierpackung ist allerdings trotz aller gesetzlicher Vorgaben nötig, wenn Verbraucher wissen wollen, ob die Hühner wirklich nach ökologischen Richtlinien gehalten werden. Naturland informiert anlässlich der bevorstehenden Osterfeiertage über Gesetzeslage, Prüfzeichen, Gütesiegel und die Kriterien für echte Öko-Eier.

Immer noch kommt ein hoher Prozentsatz aller Eier aus Käfighaltung. Doch nach der neuen Gesetzeslage droht der Käfighaltung von Legehennen das endgültige Aus. Am 13. März trat die neue Verordnung zur Hennenhaltung in Kraft, die vom Bundesrat im Oktober 2001 angenommen worden war. Ab sofort dürfen damit keine Ställe mehr gebaut werden, in denen Hennen in Käfigbatterien (Käfige mit 450 cm2 oder 550 cm2 je Henne) gehalten werden. Bestehende Ställe müssen ab Januar 2007 umgebaut sein, sogenannte ausgestaltete Käfige (750 cm2 je Henne mit Nest, Sitzstange und Einstreu) sind ab Januar 2012 nicht mehr zugelassen.

Neue Eier-Kennzeichnung Die Haltungsform von Legehennen soll künftig beim Einkauf leichter zu erkennen sein. So gibt es bereits seit dem 1. Januar 2002 nicht mehr fünf Haltungskategorien, sondern nur noch drei: Käfig-, Boden- und Freilandhaltung. Aber erst ab 2004 muss die Haltungsform auf jeder Packung angegeben werden, zum Beispiel ‚Eier aus Käfighaltung‘. Zusätzlich muss jedes Ei mit einem Erzeugercode versehen werden, auf dem die Haltungsform, das Herkunftsland und die Nummer des Erzeugerbetriebes verzeichnet sind. Bis dahin muss der Verbraucher sehr genau aufpassen, was er kauft. Mit idyllischen Bildern von Himmel, Wiesen, Hühnern im Strohnest etc. auf Verpackungen von Käfigeiern zu werben, ist zumindest bis 2004 immer noch gestattet. Ein Potsdamer Gericht entschied jüngst, dies sei nicht wettbewerbswidrig.

Bodenhaltung – Freilandhaltung Die Voraussetzungen, unter denen ein Huhn in ‚Bodenhaltung‘ oder in ‚Freilandhaltung‘ lebt, sind gesetzlich definiert. Die Anforderungen der EU-Vermarktungsnormen lauten: – Bodenhaltung: 7 Hühner pro Quadratmeter im Stall – Freilandhaltung: 1 Huhn pro 10 Quadratmeter im Auslauf Weder ‚Bodenhaltung‘ noch ‚Freilandhaltung‘ garantieren allerdings für ökologische Haltung und Fütterung. Öko-Legehennen müssen nach weit strengeren Vorgaben gehalten werden.

EU-Standards für Öko-Eier Seit 24. August 2000 gelten für ökologisch erzeugte Eier innerhalb Europas neue gesetzliche Regelungen nach der Verordnung (EG) Nr. 1804/1999. Danach werden tierische Lebensmittel wie Milch, Fleisch und Eier nach einheitlichen Mindeststandards erzeugt und kontrolliert. Zu erkennen ist dies an der jetzt auch für tierische Produkte vorgeschriebenen EU-Kontrollnummer auf der Verpackung von Öko-Lebensmitteln bzw. am Aushang am Marktstand, im Lebensmittelmarkt etc. Diese EU-Kontrollnummer ist die einzige Kennzeichnung, die bei Öko-Produkten zwingend vorgeschrieben ist.

Bio-Siegel Öko-Eier können Ostern 2002 auch erstmals das ‚Bio-Siegel‘ tragen, das neue staatliche Prüfzeichen für Produkte aus Ökologischem Landbau. Das neue ‚Bio-Siegel‘ beruht ausschließlich auf der Grundlage der EU-Verordnungen zum Ökologischen Landbau. Der EU-Öko-Standard ist niedriger als der Richtlinienstandard von Naturland. So wird z.B. in der EU-Öko-Verordnung keine Gesamtbetriebsumstellung gefordert, der Futtermittel- und Düngemittelstandard ist bei den Anforderungen an den ökologisch erzeugten Teil deutlich niedriger. Verarbeitungsrichtlinien gibt es nicht.

Naturland® Zeichen Das Naturland Zeichen auf einer Eierpackung steht für die Einhaltung des gesetzlichen Mindeststandards und für die darüber hinaus gehenden konsequenten Naturland Richtlinien. Die Arbeit der Naturland® Bauern und Verarbeiter ist zum Teil aufwändiger als nach der EU-Öko-Verordnung. – Nach den Naturland Richtlinien bekommen Legehennen ökologisch erzeugtes Futter. Mindestens die Hälfte des Futters muss vom eigenen Betrieb kommen. Selbstverständlich muss auch zugekauftes Futter den Naturland Richtlinien entsprechen.

– Jedes Huhn hat viel Raum zum Laufen, Picken, Scharren, Staub- bzw. Sandbaden. Eingestreuter Scharraum mit Stroh, Sägemehl, Dinkelspelzen, Sand, Steinmehl ist vorgeschrieben. – Der Tierbesatz ist konsequent an die vorhandene Fläche gebunden (1,4 DE/ha). Das gilt auch für Hühner. – Zusätzlich dürfen die Hühner an die frische Luft nach draußen, entweder im überdachten Auslauf oder im Grünauslauf (mindestens 4 qm pro Huhn). Legehennenhaltung ohne Auslauf ins Freie ist nicht möglich. – Ständig Frischluft und viel Tageslicht sind vorgeschrieben. – Das natürliche Verhalten der Hühner stand Pate bei der Abfassung der Naturland Richtlinien. So müssen den Tieren entweder Einzelnester zur Verfügung stehen: (1 Nest für 5 Tiere) oder große Gruppennester, wie sie Hühner in der freien Natur auch anlegen. 1 Quadratmeter Nest für 80 Tiere ist vorgeschrieben. – Von Natur aus schlafen Hühner auf Ästen. Damit sie auch auf dem Öko-Hof „aufbaumen“ können, schreiben die Naturland Richtlinien abgerundete Sitzstangen vor, 18 cm pro Huhn. Die Sitzstangen müssen – wie Äste eines Baumes – in unterschiedlicher Höhe angebracht werden.

Das ist bei Naturland verboten – Tiermehl, gentechnisch modifizierte Organismen oder deren Erzeugnisse, Harnstoff, synthetische Aminosäuren, synthetische Dotterfärbemittel – Routinemäßige und prophylaktische Behandlungen mit chemisch-synthetischen Mitteln sowie Hormonen – Käfighaltung – Schnabelkürzen und Stutzen der Schwingfedern – Zwangsmauser – Bodenlose Haltung von Tieren ist ebenfalls verboten

Schalenfarbe – Dotterfarbe Braune Schalenfarbe garantiert nicht für Öko-Eier. Es gibt auch weiße Öko-Eier! Ob ein Huhn weiße oder braune Eier legt, hängt ausschließlich mit der Rasse des Huhnes zusammen – über ökologische Tierhaltung sagt die Eierfarbe nichts aus. Die Faustregel: Hühnerrassen mit weißen Ohrscheiben oder Ohrläppchen legen weiße Eier, Hühner mit roten Ohrgehängen legen braune. Ein ökologischer Eier-Erzeuger bietet seit neuestem sogar weiße und braune Eier in einer Packung an. In diesem Betrieb ziehen bunt gemischte Hennenscharen aus weißen und braunen Hühnern über die Wiesen.

Auch an der Farbe des Dotters kann man Eier nicht unterscheiden. Halter von Käfighennen mischen den Hühnern Farbstoffe ins Futter, die das Dotter dunkel oder kräftig orange färben. Hühner aus Ökologischem Landbau, die im Freien scharren und picken dürfen, haben in der Regel im Sommer ebenfalls kräftig gelb gefärbte Dotter. Die Farbe wird vom frischen Grünzeug verursacht. Im Winter, wo frisches Grün rarer ist, sind die Dotter heller.

Information: Naturland – Verband für naturgemäßen Landbau, Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing, Tel.: 089-898082-0, Fax 089-898082-90, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Bio-Verbände%/%, Links zum Thema %url4%Bio-Richtlinien und Verordnungen%/%.

DBV: Zwangspfand muss seine Wirksamkeit erst beweisen

Themen: Archiv — info @ 13:03

Berlin (agrar.de) – Das Bundeskabinett hat beschlossen, ab dem 1. Januar 2003 ein Pflichtpfand auf Einweg-Getränkeverpackungen zu erheben. Nach dem bisherigen Stand sind Verpackungen für Milch und Wein von dieser Pfandpflicht ausgenommen. Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass es später doch zu einer Pfandpflicht kommt, wenn die sogenannte ’spezifische Fehlerquote‘ des Mehrweganteils überschritten wird. Dies könnte z.B. geschehen, wenn zunehmend Wein-Einwegflaschen aus dem Ausland, die mittlerweile bereits einen Anteil von 50 Prozent erreicht haben, gekauft werden.

Mit der Einführung eines Pflichtpfandes auf Einweg-Weinflaschen würde die Bundesregierung das etablierte Mehrwegsystem bei deutschen Weinen, aber auch das effiziente Glas-Recycling gefährden, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV). Er fordert die Bundesregierung auf, auch nach dem 1. Januar 2003 keine Pfandpflicht für Milch und Wein einzuführen.

Hinsichtlich des klassischen Dosenpfands müsse sich jetzt erweisen, ob damit ein wirksames Mittel gegen die erschreckende ‚Vermüllung‘ der Landschaft d.h. der Wiesen, Äcker und Wälder der Bauern gefunden sei. Auch ohne das Zwangspfand müsse gegen diese Umweltverschmutzung sehr viel schärfer durchgegriffen werden. Bauer und Waldbesitzer seien es Leid, auch noch als Müllmänner der Nation ihre Flächen immer wieder säubern zu müssen.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, Fax: 0228-8198205, E-Mail.

EuGH: Generelle Auskunftspflicht gegenüber Saatguttreuhand ist unverhältnismäßig

Themen: Archiv — info @ 13:03

Luxemburg (agrar.de) – Die Saatguttreuhand darf nicht von allen Landwirten Auskunft verlangen, ob sie zertifiziertes Saatgut nachgebaut haben und deshalb eine Lizenzgebühr zu entrichten haben. Nach Ansicht des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofes, Ruiz-Jarabo, darf die Saatguttreuhand diese Informationen nur von Landwirten einholen, die auch zertifiziertes Saatgut gekauft haben.

Wer kein zertifiziertes Saatgut kauft, kann es auch nicht nachbauen, begründete der Generalanwalt seine Stellungnahme. Eine Auskunftspflicht für alle Landwirte sei deshalb unverhältnismäßig. Stattdessen blieben der Saatguttreuhand für ihr berechtigtes Interesse, Lizenzgebühren einzutreiben, ausreichend andere Informationquellen. Sie könne sich beim Handel erkundigen, welcher Landwirt lizenzpflichtiges Saatgut erworben habe und dann gezielter auf die Landwirte zugehen.

Der vorliegende Rechtsstreit entstand durch die Weigerung eines deutschen Landwirts, der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH Auskunft darüber zu erteilen, ob er vom Landwirteprivileg im Wirtschaftsjahr 1997/98 Gebrauch gemacht hat. Die Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH ist von einer Vielzahl von Sortenschutzinhabern sowie Inhabern von Nutzungsrechten an geschützten Sorten ermächtigt worden, unter anderem deren Vergütungsansprüche für den Nachbau geschützter Sorten im eigenen Namen gegenüber Landwirten geltend zu machen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat dem EU-Gerichtshof die Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt, ob der Inhaber eines gemeinschaftlichen Pflanzenschutzes von jedem Landwirt Informationen zu dem Zweck verlangen kann, von ihm eine Entschädigung dafür zu verlangen, dass er von diesem Privileg Gebrauch gemacht hat, auch wenn keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er die Pflanzensorte in seinem Betrieb benutzt hat.

Nach Ansicht des EuGH-Generalanwalts besteht das Problem in der Bestimmung der Landwirte, die zur Auskunft gegenüber dem Sortenschutzinhaber verpflichtet sind. Zwar obliegt diese Pflicht nach der Verordnung von 1995 dem Landwirt, der Land pflanzenbaulich bewirtschaftet, doch dient diese Regelung der Durchführung des Landwirteprivilegs im Sinne der Verordnung von 1994, die den gemeinschaftlichen Schutz der Pflanzensorten bezweckt. Daher ist der Generalanwalt der Ansicht, dass die Auskunftspflicht nur denjenigen Landwirten obliege, die lizenzgebundenes Vermehrungsmaterial einer geschützten Sorte erworben hätten.

Die Richter des Gerichtshofes der EG beginnen nun ihre Beratung in dieser Rechtssache. Das Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. In der Regel folgt der Gerichtshof der Stellungnahme des Generalanwaltes.

Links zum Thema Nachbau und Sortenschutz.

Verein der Getreidehändler gründet Fachgruppe Biogetreide

Themen: Archiv — info @ 12:03

Nationale Alleingänge in einem vereinten Europa abgelehnt

Hamburg (agrar.de) – Am 20. März 2002 fand in Hamburg die Jahresmitgliederversammlung des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) statt. Der Präsident des Bundesverbandes für den Aussen- und Grosshandels mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln, Hülsenfrüchten und Speisesaaten, Herr Stefan Cremer, begann seine Ausführungen mit einem Überblick über die Märkte für Getreide und Futtermittel. Anschließend erläuterte er die für die Branche und die Verbandsarbeit wichtigsten Themen.

Getreide- und Futtermittelmärkte

‚Obwohl die Weltgetreidernten, inklusive Futtergetreide, im Wirtschaftjahr 2001/2002 höher ausgefallen sind als im Vorjahr wird es insgesamt zu einem Abbau der Bestände kommen. Dies ist auf eine insgesamt höhere Nachfrage zurückzuführen, die insbesondere in Asien sehr ausgeprägt war.

In der EU wurde im Jahr 2001 eine um knapp 15 Mio t geringere Ernte eingefahren. Außer Deutschland verzeichneten die anderen großen Getreideproduzenten der EU eine deutlich niedrigere Ernte. Dennoch werden die Endbestände der EU deutlich wachsen. Umfangreiche Anfangsbestände von 36,5 (Vorjahr 30,5) Mio t und ein deutlich größeres Importvolumen von rund 11,5 (6,0) Mio t gleichen die kleineren Ernten nahezu aus.

Mit Sorge beobachtet die Vertretung des Getreide-, Ölsaaten und Futtermittelaußenhandels, dass die EU-Getreideexporte im zweiten Jahr in Folge dramatisch zurückgegangen sind. Im Jahr 2000/2001 konnten noch 25,7 Mio t und im Jahr 1999/2000 sogar 33,9 Mio t exportiert werden. Der Verband geht davon aus, dass sich die Drittlandexporte der EU im laufenden Wirtschaftjahr auf nur knapp 17 Mio t summieren werden.‘

Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung prognostizierte Herr Cremer, dass, normale Aufwuchsbedingungen vorausgesetzt, die Getreideernten im nächsten Wirtschaftjahr das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen werden.

Themenschwerpunkte der Verbandsarbeit

Mit Nachdruck lehnte Herr Cremer nationale Alleingänge in einem vereinten Europa ab. So seien zum Beispiel das nur in Deutschland geltende Verfütterungsverbot von tierischen Fetten oder die Gesetzgebung zur Legehennenhaltung ein enormer Nachteil für die deutsche Agrarwirtschaft. ‚Würde jedes der 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union so weitreichende Verordnungen und Gesetze verabschieden, wie Deutschland dies in den letzten Monaten getan hat, gäbe es keinen freien Warenverkehr mehr und der Binnenmarkt in Europa wäre ad absurdum geführt‘ unterstrich der Präsident des Verbandes.

Zum Thema Grüne Gentechnik führte Herr Cremer aus, dass es in der EU leider immer noch keine klaren Vorschriften hinsichtlich des Rückverfolgbarkeitssystems, der Kennzeichnung, der Schwellenwerte und der Analyseverfahren gebe. ‚Den meisten Verbrauchern scheint nicht bewusst zu sein, in welch starkem Maße die Gentechnik bereits Einzug in Lebens- und Futtermittel gehalten hat. Da es kein Zurück mehr gibt, ist es jetzt dringend erforderlich, klare Regelungen zu verabschieden. Dies muss mit einer ehrlichen und weitreichenden Aufklärung einhergehen“ so Herr Cremer weiter.

In seiner Ansprache an die Mitglieder kritisierte Herr Cremer die umfangreichen Regelungen zu Dioxin. ‚Ohne die Eintragsquellen von Dioxin unter die Lupe zu nehmen und dafür zu sorgen, dass der Ausstoß von Dioxin in die Umwelt reduziert wird, werden für eine große Anzahl von Produkten Höchstwerte festgelegt. Dies hat zur Konsequenz, dass der Inverkehrbringer der Ware, dies ist in der Regel der Händler, verstärkt Analysen und Untersuchungen durchführen, und die Ware vernichten muss, wenn ein Grenzwert geringfügig überschritten wird. Damit wird die Verantwortung für das Auftreten bestimmter Umweltgifte und das damit verbundene Risiko unge-rechtfertigterweise auf den Handel geschoben.‘

Herr Cremer forderte die EU-Kommission auf zukünftig keine Gesetzesänderungen mehr im laufenden Wirtschaftjahr vorzunehmen, die in das Marktgeschehen eingreifen und dem Marktbeteiligten keine Übergangsfristen einräumen. So habe der Agrarhandel sich nicht auf die Streichung des 10 EUR Zoll für Importe aus der Schwarzmeerregion, des Mittelmeerraumes und der Ostsee einstellen können. Ferner verlangte Herr Cremer, dass die Kommission das System der Lizenzvergabe für Exporte an die aktuellen Gegebenheiten, d.h. Exporte erfolgen fast ausschließlich ohne Erstattung, anpasse und die geforderten Kautionen reduziere.

Verein der Getreidehändler gründet neue Fachgruppe Biogetreide

Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des VdG gab der Vorsitzende des Verbandes, Herr Stefan Cremer bekannt, dass eine neue Fachgruppe Biogetreide ins Leben gerufen wurde. ‚Damit werden die bereits bestehenden Fachgruppen (Land- und Binnenhandel, Handel mit Getreide & Ölsaaten, Futtermitteln, Fischmehl, Hülsenfrüchte & Speisesaaten, Makler & Agenten und Lagerhalter & Spediteure) um eine bedeutende Sparte ergänzt.‘ Herr Cremer führte weiter aus: ‚der Handel mit Bioprodukten nimmt ständig zu, und es war dringend erforderlich, dass die Biogetreidehändler eine Interessenvertretung erhalten. Im Umkreis des VdG werden sie eine adäquate und professionelle Vertretung bekommen.‘ Die Fachgruppe wird sich außer mit juristischen und kontraktrechtlichen Fragen auch mit fachlichen und inhaltlichen Fragen in Zusammenhang mit dem Handel mit Biogetreide und Biofuttermitteln auseinandersetzen.

Abschließend hob Herr Cremer die Bedeutung des Schiedsgerichtswesens des VdG hervor. ‚Die überwiegende Inanspruchnahme auch durch Nichtmitglieder des VdG zeigt, welches Ansehen unsere Schiedsgerichte national und international nach wie vor genießen. Im Jahr 2001 wurden insgesamt 81 Verfahren durchgeführt. Von den 162 an diesen Verfahren beteiligten Parteien kamen 32 aus dem Ausland.‘

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Baden-Württemberg: 22,306 Mio. EUR zur Entwicklung des ländlichen Raums

Themen: Archiv — info @ 11:03

Stuttgart (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat ein Programm der Gemeinschaftsinitiative LEADER+ für Baden-Württemberg genehmigt. Der für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei zuständige EU-Kommissar Franz Fischler begrüßte die Entscheidung mit den Worten: ‚Mit diesem Programm sollen neue Ideen gefördert und der Aufbau einer nachhaltigeren Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt im ländlichen Raum Deutschlands unterstützt werden. Wir möchten die Lebensqualität für alle Bewohner der ländlichen Gebiete verbessern. Leader+ wird dazu beitragen, lokale Erzeugnisse aufzuwerten und die natürlichen und kulturellen Ressourcen bestmöglich zu nutzen.‘ Im Zeitraum 2001-2006 stehen für das Programm insgesamt 22,306 Mio. EUR zur Verfügung. Davon werden 10,180 Mio. EUR von der EU bereitgestellt, während 1,946 Mio. EUR aus der Privatwirtschaft kommen.

Das Leader+-Programm betrifft alle ländlichen Gebiete von Baden-Württemberg mit insgesamt etwa 4,4 Mio. Einwohnern. Hauptziele des Programms sind die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen und der Lebensbedingungen in den ländlichen Gebieten, die Hebung des Qualifikationsniveaus (vor allem bei Frauen, jungen Menschen und sozial benachteiligten Gruppen) sowie der Schutz und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen

Im Rahmen des Programms sollen etwa sechs ausgewählte lokale Aktionsgruppen (LAG) aus Baden-Württemberg unterstützt werden. Zur Gewährleistung des Bottom-up-Ansatzes werden die lokalen Aktionsgruppen jedoch ihre eigenen Maßnahmen und spezifischen Zielvorgaben entsprechend den Besonderheiten ihres jeweiligen Gebiets festlegen, und zwar in den von ihnen selbst ausgearbeiteten Entwicklungsplänen. Ein Ausschuss, dem die Wirtschafts- und Sozialpartner sowie die Umweltbehörden angehören, wird die lokalen Aktionsgruppen nach diesen Entwicklungsplänen auswählen.

Links zum Thema Landentwicklung, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Brandenburg: Auszeichnung für wassertouristisches Projekt

Themen: Archiv — info @ 10:03

Berlin/Potsdam (agrar.de) – Die Gewinner des Tourismuspreises 2002 des Landes Brandenburg stehen fest. Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß zeichnete die Sieger im Rahmen eines Empfangs zur Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund in Berlin aus.

Eine sechsköpfige Jury aus Tourismus- und Marketing-Experten hat aus 45 Bewerbungen drei ausgewählt. ‚Der Preis zielt darauf, dem Ideenreichtum der Tourismus-Branche in Brandenburg einen zusätzlichen Impuls zu geben und außergewöhnliche Projekte zu prämieren. Die Auszeichnung soll der Branche als Ansporn dienen zu noch besseren Angeboten und Leistungen. Damit trägt der Preis dazu bei, dass das Reiseland Brandenburg, das im Jahr 2001 mit 3,12 Millionen Mehrtages-Touristen einen neuen Rekord erzielte, weiter an Attraktivität gewinnt‘, betonte Minister Fürniß.

Den ersten Preis errang in diesem Jahr das wassertouristische Projekt ‚Treibholz‚ für die umweltverträgliche Vermarktung der reizvollen Uckermärkischen Seenlandschaft. Alle Angebote von ‚Treibholz‘ stellen eine vorbildliche Verbindung von Tourismus und Ökologie dar. Der Preisträger vermietet u. a. Kanus und Hydrobikes, bietet wassertouristische Events wie Mondscheinfahrten und betreibt ein Touristenfloß mit Flößermuseum.

Links zum Thema %Landurlaub%/%, Links zum Bundesland Brandenburg.

MV: Landwirtschaftsministerium schreibt Landeswettbewerb „Artgerechte Haltung von Milchrindkälbern“ aus

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 10:03

Schwerin (agrar.de) – Der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus hat heute den Landeswettbewerb 2002 ‚Artgerechte Haltung von Milchrindkälbern‘ ausgeschrieben.

Teilnahmeberechtigt sind alle Betriebe ab fünf Abkalbungen pro Monat bzw. fünf Kälber im Bestand in der Haltungsform- Stall bzw. Außenklimahaltungen- in Mecklenburg-Vorpommern.

‚Fragen des Tierschutzes und der artgerechten Haltung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Qualität des Produktes, Lebensmittelsicherheit stehen im Vordergrund. Dies wiederum hängt im starken Maße von den Aufzuchtbedingungen ab. Nachdem wir in den vergangenen Jahren Wettbewerbe zur artgerechten Haltung von Schafen, Schweinen, Milchrindern, Mutterkühen, Pferden und Geflügel durchgeführt haben, wollen wir in diesem Jahr unser Augenmerk auf die Nachkommen der Milchrinder und deren Haltungsbedingungen legen‘, betont Dr. Till Backhaus.

Die teilnehmenden Betriebe werden von einem Wettbewerbsausschuss besucht und bewertet. Der Ausschuss besteht aus Vertretern des Tierschutzbeirates, des Rinderzuchtverbandes, der LMS, der Forschung, des BUND und der Veterinärverwaltung. Er wird durch das Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei berufen.

Für die Bewertung werden zunächst Grundvoraussetzungen , wie die generelle Einhaltung des Tierschutzgesetzes und der darauf basierenden Tierschutz- Nutztierhaltungsverordnung, die allgemeine Tiergesundheit und das Betriebsmanagement geprüft. Im einzelnen werden Haltungsform, die Haltungshygiene, das Stallklima und die Ver- und Entsorgungseinrichtung in die Bewertung einbezogen. Spezielle Bewertungen betreffen insbesondere das Platzangebot pro Tier, die Bewegungsmöglichkeiten, die Einstreubeschaffenheit, das Tierverhalten und Verhaltensanomalien, die Lichtverhältnisse, die Fütterung und Tränke, die tägliche Gesundheitskontrolle sowie Kenntnisse und Fähigkeiten des Kälberhalters.

Die Bewerbungen sind an das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, Tierschutzreferat, 19048 Schwerin, zu richten. Die Antragsformulare sind erhältlich im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, beim Landesbauernverband, in den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte, beim Rinderzuchtverband M-V, der Landwirtschaftsberatung LMS und beim Landeskontrollverband. Anmeldeschluss ist der 30. April 2002.

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung als wesentliches Kriterium für die Haltungsbedingungen kann im Landwirtschaftministerium telefonisch unter 0385/5886553 angefordert werden.

Die Kosten des Wettbewerbs trägt das Landwirtschaftsministerium. Die erfolgreichsten Teilnehmern können Preise von insgesamt bis zu 3000 Euro erhalten. Die Auszeichnungen werden öffentlich bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Links zum Thema Umweltpreise, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

NRW: Förderpreis für nachwachsende Rohstoffe ausgeschieben

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 09:03

Düsseldorf (agrar.de) – Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) schreibt für herausragende Projekte und Initiativen zu nachwachsenden Rohstoffen und Energieträgern den mit 5.000 Euro dotierten ‚Förderpreis für nachwachsende Rohstoffe des Landes Nordrhein-Westfalen‘ aus. Bis zum 30. Mai 2002 können sich Personen, Betriebe und Unternehmen sowie Einrichtungen der nordrhein-westfälischen Land- und Forstwirtschaft, einschließlich der landwirtschaftlichen Lehre und Forschung, und der verarbeitenden Industrie bewerben.

Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Indem wir nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien nutzen, tragen wir wesentlich zum Klima- und Ressourcenschutz bei. Für die Land- und Forstwirtschaft eröffnen sich damit auch neue Märkte, die gleichzeitig Arbeitsplätze und Einkommen sichern.‘

Der Förderpreis wird zum zweiten Mal ausgeschrieben. Sieger des Wettbewerbs im Jahr 2000 war die Energiegenossenschaft in Lieberhausen. Die Gemeinde versorgt mit Hilfe eines Holzheizwerkes zurzeit 44 Häuser mit Wärme und warmem Wasser, bis Mitte 2002 werden es 78 sein. Neben dem nachwachsendem Rohstoff Holz werden in NRW zum Beispiel Hanf für die Innenverkleidung von Kraftfahrzeugen oder Stroh für Fertigwandelemente im Innenausbau von Häusern verwendet.

Bewerbungsunterlagen sind erhältlich beim Zentrum für nachwachsende Rohstoffe NRW, Landwirtschaftszentrum Haus Düsse, 59505 Bad Sassendorf-Ostinghausen, Tel.: 02945-989195

Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe und %url5%Umweltpreise%/%, Links zum Bundesland %url4%Nordrhein-Westfalen%/%.

Zweite Phase der europaweiten Kampagne zum Thema “ BIOPARKforschung in die Praxis “ beginnt.

Themen: Archiv — info @ 09:03

Karow (agrar.de) – ‚Nur wer ausreichend informiert ist, kann rationale Entscheidungen treffen‘ – mit diesem Motto startet BIOPARK, weltweit einer der größten ökologischen Anbauverbände, eine Kampagne zur Bekanntmachung der wissenschaftlich anerkannten Ergebnisse zur angewandten Forschung.

Seit zehn Jahren wurde eine bundesweite Allianz der wissenschaftlichen und praktischen Einrichtungen gebildet, welche unter der Leitung des BIOPARKs, Untersuchungen zu den Themen ‚Ökologischer Landbau‘, ‚Lebensmittelqualität in Abhängigkeit von Produktionsverfahren‘, ‚Naturschutz durch Landwirtschaft‘, ‚Tiergerechtheit, Tiergesundheit, Tierzucht und Haltung‘ durchgeführt hat. Zur Forschungsallianz gehören die Universität Rostock, das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere Dummerstorf, das Professor Hellriegel Institut Bernburg, Veterinäruntersuchungsämter, Lebensmittelkontrollverbände, verschiedene staatliche und private Untersuchungslaboren und BIOPARK Betriebe.

Mit der Kampagne hebt BIOPARK die Tatsache hervor, dass ökologischer Landbau die wichtigste gesellschaftliche Option für eine ressourcenschonende, zukunftsfähige und verbraucherorientierte Landwirtschaft ist. Kernelemente des Aktionsprojekts sind praxisorientierte Veröffentlichungen, Informationsmaterialen und Informationsveranstaltungen. Zielgruppe ist die breite Öffentlichkeit.

Derzeit befindet sich die Kampagne zur BIOPARKforschung in ihrer zweiten Projektphase. Ziel dieser Projektphase ist es, den Verbrauchern den Einfluss des Produktionsverfahrens auf die Lebensmittelqualität aufzuzeigen. Thematische Schwerpunkte sind vor allem Informationen über Gesundheitswerte der ökologisch produzierten Produkte, wie z.B. Rindfleisch, Kalbfleisch, Lammfleisch und Milch. Diese wissenschaftliche Erkenntnisse verwendet BIOPARK, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf qualitativ hochwertige Produkte zu lenken und das Innovationstempo für den Bio-Markt zu erhöhen.

Information: BIOPARK, Prof. H.-D. Matthes, Dr. V. Pastushenko, Tel.: 0381-44035905, E-Mail.

Sachsen meldet FFH-Gebiete nach

Themen: Archiv — info @ 09:03

Dresden (agrar.de) – Sachsen meldet weitere FFH-Gebiete an die EU-Kommission. Die Staatsregierung hat sich am vergangenen Dienstag abschließend mit einer Liste von 261 Gebieten (einschließlich Erweiterungen schon gemeldeter Gebiete), die etwa 5,5 Prozent der Landesfläche ausmachen, befasst.

Zusammen mit früheren Meldungen sind damit rund 9,06 Prozent der Landesfläche und insgesamt 270 Gebiete als FFH-Gebiete vorgesehen. ‚Allerdings halten wir nur 8 Prozent für unproblematisch‘, so Umwelt und Landwirtschaftminister Steffen Flath am Donnerstag vor Journalisten in Dresden. Die Nachmeldung ist notwendig, weil die EU-Kommission die aus Sachsen bislang gemeldeten Gebiete nach der FFH-Richtlinie für unzureichend hält. Die EU-Kommission hatte wiederholt mit einem Stopp von Strukturfondsmitteln gedroht, falls Sachsen die Liste nicht vervollständige.

In der Nachmeldung sind 23 Gebiete in einer so genannten ‚Konfliktliste‘ zusammengefasst. Die Gebiete machen etwa 1,12 Prozent der Landesfläche aus. Eine Ausweisung dieser Flächen als FFH-Gebiet würde erhebliche Probleme insbesondere in den Bereichen Bergbau und Wasserwirtschaft zur Folge haben, so Flath. Sachsen sei verpflichtet, die betroffenen Flächen dennoch zu melden. Aber die EU-Kommission könne eine Abwägung vornehmen. ‚Sachsen will erreichen, dass die EU die Konflikte berücksichtigt und auf eine Ausweisung dieser Gebiete verzichtet‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Wie er weiter erklärte, sei beabsichtigt, den Schutz der vorgesehenen FFH-Gebiete vorrangig vertraglich mit den Eigentümern und Bewirtschaftern zu regeln. Ausweisungen als Naturschutzgebiete sollten unterbleiben.

Der Nachmeldung war ein umfangreiches Beteiligungsverfahren der betroffenen Grundstückseigentümer, Kommunen und Verbände vorausgegangen. Insgesamt gingen dabei rund 2200 Stellungnahmen ein. Etwa die Hälfte der Einwände betrafen Wünsche nach weiteren Aufnahmen oder Erweiterungen von FFH-Gebieten. In zahlreichen Fällen konnten angezeigte Konflikte durch Gebietskorrekturen ausgeräumt werden.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Sachsen.

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