11. März 2002

Sachsen: Direktvermarktung von Agrarprodukten weiter im Trend

Themen: Archiv — info @ 16:03

Dresden (agrar.de) – Egal ob Kartoffeln, Eier oder Gemüse – frische Lebensmittel direkt vom (Bauern-) Hof erfreuen sich in Sachsen immer größerer Beliebtheit. Damit auch jeder weiß, wo er was und wann einkaufen kann, hat der Verein der Direktvermarkter auch in diesem Jahr Broschüren – aufgeteilt in fünf Regionen – mit Adressen und Daten herausgegeben. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath begrüßte das Engagement der Landwirte, ihre Produkte direkt zu vermarkten. Der unmittelbare Kontakt zwischen Produzent und Käufer schaffe Vertrauen und sorge für Transparenz. Das sächsische Landwirtschaftsministerium unterstützt über den Verein die Direktvermarktung in diesem Jahr mit 250.000 Euro.

Derzeit hat der sächsische Verband der Direktvermarkter 201 Mitglieder. Insgesamt verkaufen rund 450 bis 500 Landwirte in Sachsen Produkte direkt vom Hof oder auf Märkten. Deutschlandweit gibt es rund 40.000 landwirtschaftliche Betriebe, die diesen Vertriebsweg nutzen.

Die Broschüren informieren nicht nur über die Adressen sondern auch über Wochen-und Bauernmärkte, sowie über Hoffeste. Bezogen werden können die Hefte für 4 X 51 Cent in Briefmarken beim Verein für Direktvermarktung Sachsen e.V., Am Cottbuser Bahnhof, 01558 Großenhain, Tel.: 03522-501023.

Links zum Thema Vermarktung, Links zum Bundesland Sachsen.

Bayern: 2001 weniger Obst geerntet

Themen: Archiv — info @ 14:03

Schwaben bedeutendstes Obstanbaugebiet

München (agrar.de) – Der goldene Oktober bescherte dem bayerischen Marktobstbau nach der naßkalten Witterung im September noch eine insgesamt zufriedenstellende Ernte. Die Apfelernte konnte nicht an die sehr guten Ergebnisse des Vorjahres anknüpfen, doch wurden Erträge über dem Durchschnitt der Jahre 1995 bis 2000 erzielt. Bei Birnen wurde nach Angaben des Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung der langjährige Durchschnitt allerdings nicht erreicht. Für Kirschen und Zwetschgen hingegen wurden sowohl die Erträge des Vorjahres als auch die des langjährigen Durchschnitts klar übertroffen. Beim Beerenobst waren die Erträge durchwegs niedriger als im Vorjahr.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, lag nach den endgültigen Ertragsschätzungen der ehrenamtlichen Obstberichterstatter beim Baumobst im Marktobstbau (Obstanbau für Verkaufszwecke) die Gesamterntemenge im Jahr 2001 bei 444.000 Dezitonnen und damit um 9,2 Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 489.000 dt; der Sechs-Jahres-Durchschnitt 1995/2000 (412.000 dt) wurde jedoch um 7,9 Prozent überschritten. Äpfel und Birnen trugen mit 68,8 und 12,5 Prozent zur Gesamterntemenge bei. Das restliche knappe Fünftel entfiel auf Pflaumen und Zwetschgen mit 8,1 Prozent, Süß- und Sauerkirschen mit 7,7 und 2,5 Prozent sowie auf sonstige Arten (Mirabellen und Renekloden, Aprikosen, Pfirsiche und Walnüsse) mit 0,5 Prozent.

Bei Äpfeln wurde 2001 im Marktobstbau ein Hektarertrag von 220,7 dt/ha erzielt (Vorjahr 251,2 dt/ha, langjähriger Durchschnitt 1995/2000: 208,4 dt/ha). Regionaler Schwerpunkt war der Regierungsbezirk Schwaben mit einem Anteil von 69,2 Prozent an der bayerischen Apfelernte. Die Birnen verzeichneten mit durchschnittlich 17,2 kg je Baum etwas niedrigere Erträge gegenüber 2000 und dem Durchschnitt 1995/2000 (19,4 bzw. 19,2 kg je Baum). Süß- und Sauerkirschen (20,8 bzw. 12,9 kg je Baum) sowie auch Pflaumen und Zwetschgen (18,1 kg je Baum) übertrafen dagegen sowohl die Vorjahreswerte als auch die langjährigen Durchschnittswerte 1995/2000.

Beim bedeutendsten Beerenobst, den Erdbeeren, lag der Ertrag mit 97,3 dt/ha merklich unter dem Rekordergebnis des Vorjahres (121,2 dt/ha). Auch bei Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren lagen die Erträge unter denen vor Jahresfrist.

Weitere Daten, u.a. auch für die Regierungsbezirke, enthält der Statistische Bericht C II 3 – j/01 ‚Obsternte in Bayern 2001‘. Er kann bei der Verkaufsstelle für Veröffentlichungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung, 80288 München, Fax: 089-2119-457, E-Mail zum Preis von 2,81 EUR bezogen werden.

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Zulassung von Pflanzenschutzmitteln: Industrie fordert leistungsfähigere zentrale Behörde

Themen: Archiv — info @ 13:03

Frankfurt (agrar.de) – Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wird noch langwieriger und teurer als bisher, wenn die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Neuorganisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes umgesetzt werden. ‚Für die Landwirte in Deutschland hätte das weitere Wettbewerbsverzerrungen zur Folge. Schon heute haben sie weniger Pflanzenschutzmittel zur Verfügung und müssen strengere Auflagen erfüllen als ihre Konkurrenten in den Nachbarländern‘, sagt Oskar Böttcher vom Industrieverband Agrar (IVA) in Frankfurt, der die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln vertritt.

‚Die deutschen Verbraucher sollen einerseits mehr Obst und Gemüse aus der Region kaufen, andererseits wird den Erzeugern die Produktionsbasis entzogen. Das passt nicht zusammen‘, so Böttcher. Für die Pflanzenschutz-Industrie selbst, die als hochinnovative Branche Tausende qualifizierter Arbeitsplätze bereitstellt, würde die Komplizierung des Zulassungsverfahrens die Attraktivität des Standorts Deutschland erheblich beeinträchtigen.

Nach dem aktuellen Gesetzentwurf, der in dieser Woche im Kabinett beraten wird, sollen zusätzliche Behörden in das Zulassungsverfahren einbezogen werden. Außerdem soll die Risikobewertung von der Zulassungsentscheidung getrennt werden, allerdings nicht durchgängig, sondern mit einer Sonderregelung für den Umweltbereich.

Doppelarbeit und Reibungsflächen sind bei dieser Konstruktion vorprogrammiert. Lösungsmöglichkeiten für Konfliktfälle sind nicht vorgesehen. Das Ziel eines schlanken Staates und effektiver Verwaltungsabläufe, wie sie das von-Wedel-Gutachten zur Neuorganisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes empfohlen hat, wird verfehlt.

‚Nur eine starke zentrale Zulassungsbehörde, die sich nicht in Kompetenzgerangel verschleißt, kann einen umfassenden Verbraucherschutz gewährleisten‘, betont Oskar Böttcher. Globalisierte Agrarmärkte verlangten zudem international abgestimmte Regelungen für den Pflanzenschutz. ‚Dass das hohe deutsche Schutzniveau Maßstab für europäische und internationale Standards wurde, lag auch an der wissenschaftlichen Kompetenz und der Leistungsfähigkeit der deutschen Zulassungsbehörde‘, so Böttcher. In ähnlicher Weise hat Großbritannien die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln organisiert. Sein hohes Ansehen auf diesem Gebiet sollte Deutschland nicht durch ein mit heißer Nadel gestricktes Konzept zur Neuorganisation aufs Spiel setzen.

Information: Industrieverband Agrar (IVA), Karlstr. 19-21, 60329 Frankfurt, Tel.: 069-25561281, Fax: 069-236702.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

Sonnleitner sieht Düngung mit Wirtschaftsdünger in Gefahr

Themen: Archiv — info @ 11:03

DBV kritisiert Pläne Trittins auch mit Blick auf Ökolandbau

Berlin (agrar.de) – Seit Liebigs Zeiten ist auch wissenschaftlich belegt, dass dem Boden entzogene Nährstoffe über Dünger zurückzuführen sind. Diese Kreislaufwirtschaft hat die Bodenfruchtbarkeit der Äcker und Wiesen in Deutschland und Europa enorm verbessert. Mit zunehmender Urbanisierung der Gesellschaft wurden auch Klärschlämme und Komposte verantwortungsvoll im Landbau verwendet. Doch wenn es bei den bisherigen Überlegungen von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zur Regelung der Kreislaufwirtschaft bei Gülle, Mist, Klärschlammen, Komposten bleibt, dann ist es mit diesem Nährstoffkreislauf in weiten Teilen bald vorbei. So plant Trittin in einer Artikel-Verordnung, organische Dünger wie Gülle und Mist unter Zugrundelegung der gleichen Bewertung wie bei Klärschlamm und bei Komposten zum Abfall zu erklären. Einige organische Dünger aus der konventionellen Landwirtschaft wie aus dem ökologischen Landbau würden dann als Abfall verbrannt werden müssen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat seine Verwunderung über solche Überlegungen den beiden Bundesministern Trittin und Künast mitgeteilt, da auch gerade im ökologischen Landbau organische Dünger unverzichtbar für die Nährstoffversorgung der Pflanzen sind. Organische Dünger gewährleisteten eine vernünftige Rückführung von Nährstoffen aller tierhaltenden Betriebe.

In Anbetracht der Tragweite dieser Überlegungen forderte Sonnleitner eine eindeutige Klärung, ob die Bundesregierung die Kreislaufwirtschaft weiterhin als umweltpolitisch gewünscht ansieht und wie dabei eine mögliche Gefährdung der landwirtschaftlichen Nährstoffversorgung ausgeschlossen werden kann. Dies würde vor allem die über 200.000 tierhaltenden Betriebe betreffen, und zwar auch die ökologisch wirtschaftenden, die fast ausschließlich die Nährstoffversorgung ihrer Böden über organische Dünger sicherstellen.

Die Qualität von organischen Düngern wie Gülle und Mist, so Sonnleitner, könne der Landwirt im Gegensatz zu den Siedlungsabfällen Klärschlamm und Kompost direkt beeinflussen. Eventuelle Schwachstellen beim organischen Dünger, die nur bei den lebenswichtigen Spurennährstoffen Kupfer und Zink auftreten könnten, müßten in Eigenverantwortung beseitigt werden. Eine tiergerechte Fütterung mit den lebenswichtigen Spurennährstoffen Kupfer und Zink sowie eine ordnungsgemäße Pflanzenernährung, gerade auch im ökologischen Landbau, müsse jedoch möglich bleiben, erklärte Sonnleitner.

Links zum Thema Düngung.

Baden-Württemberg: Weniger Beschäftigte, mehr Produktivität

Themen: Archiv — info @ 11:03

Stuttgart (agrar.de) – In den landwirtschaftlichen Betrieben Baden-Württembergs waren im Jahr 2001 nach den Ergebnissen der repräsentativen Agrarstrukturerhebung insgesamt rund 230.000 Personen zumindest kurzzeitig mit betrieblichen Arbeiten beschäftigt. Dies sind gut 6 Prozent oder rund 15.000 Beschäftigte weniger als im Jahr 1999. Nach Feststellungen des Statistischen Landesamts ist nur etwa ein Sechstel (37.000) mit betrieblichen Arbeiten in der Landwirtschaft vollbeschäftigt. Die Mehrzahl der Beschäftigten, etwa 124.000, erbringt zwar regelmäßig eine Arbeitsleistung für den landwirtschaftlichen Betrieb, ist aber vom Beschäftigungsumfang her gesehen nicht vollbeschäftigt. Neben den regelmäßigen Arbeitskräften wurden in der Agrarstrukturerhebung auch noch knapp 69.000 Saisonarbeitskräfte erfasst, deren Arbeitseinsatz nur Wochen oder Monate dauert.

Die Mehrzahl der Beschäftigten in den landwirtschaftlichen Betrieben sind die Inhaber (67.000) und deren regelmäßig mithelfende Familienangehörige (76.000) in Betrieben der Rechtsform Einzelunternehmen, die von ständigen familienfremden Arbeitskräften (5.800) und Saison-Arbeitkräften (57.000) unterstützt werden. In Betrieben, die als Personengesellschaften auftreten, sind zusammen weitere 9.800 Personen (einschl. deren Gesellschafter) dauerhaft und rund 10.000 Personen als Saison-Arbeitskräfte beschäftigt. In den übrigen öffentlichen oder privatrechtlichen Unternehmen, die in der Landwirtschaft Baden-Württembergs keine große Rolle spielen, sind zusammen etwa 3.600 Personen beschäftigt.

Bei einer Betrachtung des Arbeitsvolumens in der Landwirtschaft nach Arbeitskrafteinheiten (AKE) ist ein Rückgang gegenüber 1999 um minus 8,7 Prozent von 78 700 auf 71 800 AKE festzustellen, der in besonderem Maße auf eine Abnahme an voll- und überwiegend beschäftigten Familienarbeitskräften zurückzuführen ist. Dem Rückgang insgesamt entspricht auch die Abnahme des AKE-Besatzes je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (von 5,4 auf 5,0 AKE/100 ha LF), womit ein weiterer Produktivitätsfortschritt in der Landwirtschaft zu verzeichnen ist. 1991 betrug der Wert für den Arbeitseinsatz noch 7,7.

Links zum Thema Arbeitsmarkt, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

08. März 2002

Papiertiger Verbraucherinformationsgesetz?

Themen: Archiv — info @ 11:03

Hamburg (agrar.de) – Auf Druck des Bundeswirtschaftsministeriums und der Industrie will Bundeskanzler Schröder das geplante Verbraucherinformationsgesetz (VIG) offenbar erheblich einschränken. Nach Informationen von Greenpeace soll die Informationspflicht der Behörden gegenüber den Verbrauchern nicht mehr wie vorgeschlagen für alle Produkte bestehen, sondern auf Lebensmittel begrenzt werden.

Bereits vor einigen Wochen wurde auf Druck des Kanzlers die ursprünglich vorgesehene Auskunftspflicht für Unternehmen gestrichen und auf Behörden beschränkt.

Thüringen: Milchleistung erneut angestiegen

Themen: Archiv,Milch — info @ 09:03

Bestand an Kühen nahm weiter ab

Erfurt (agrar.de) – Im Jahr 2001 wurden in den Thüringer Landwirtschaftsbetrieben durchschnittlich 133.000 Milchkühe gehalten. Diese gaben nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 939.524 Tonnen Milch.

Je Kuh wurde eine Bruttoleistung von 7.062 kg Milch ermolken. Damit hielt der Trend zu höherer Milchleistung weiter an. Gegenüber dem Jahr zuvor erhöhte sich die Leistung je Tier um 208 kg und mit einer jährlichen Steigerung von knapp 4 Prozent gab im Durchschnitt jede Milchkuh 2.627 kg mehr Milch als im Jahre 1991. Umgerechnet auf eine Tagesleistung gaben die Thüringer Milchkühe im Jahr 2001 durchschnittlich 19,3 kg Milch (2000: 18,7 kg/Kuh; 1991: 12,2 kg/Kuh).

Die einzelbetriebliche Milchquote und die Erhöhung der Leistung der Milchkühe führten zum weiteren Rückgang der Bestände. Der im Jahresdurchschnitt 2001 gehaltene Milchkuhbestand war gegenüber dem Durchschnittsbestand des Jahres 2000 um 6.400 Milchkühe

bzw. 4,6 Prozent geringer. Im Ergebnis dessen lag die Milcherzeugung im vergangenen Jahr um 16.428 Tonnen bzw. 1,7 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2000, erreichte jedoch annähernd die Milchmenge von 1991 (- 2,1 Prozent).

97 Prozent (909.647 Tonnen) der insgesamt 939.524 Tonnen erzeugten Milch wurden an Molkereien geliefert, darunter 51,2 Prozent (465.419 Tonnen) an heimische Unternehmen. Weitere 444.228 Tonnen lieferten die Thüringer Milchbauern über die Landesgrenze, allein 207.136 Tonnen nach Bayern (46,6 Prozent).

Links zum Thema Rinder, Links zum Bundesland Thüringen.

Tagungsband „Weizen-Workshop“ erschienen

Themen: Archiv — info @ 09:03

Bonn (agrar.de) – Die Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP) veranstaltete im Januar einen Workshop zum Thema ‚Forschung gestaltet Zukunft – Weizenzüchtung in Deutschland‘, an dem rund 100 Personen aus der praktischen Weizenzüchtung, der Wissenschaft sowie Vertreter verschiedener Bundes- und Landesministerien teilnahmen.

Ziel ist es, die vielfältigen Aktivitäten im Bereich der Züchtungsforschung zu einem ‚Kompetenznetzwerk Weizen‘ zusammenzuführen. Interessierte Wissenschaftler und Züchter sind jetzt aufgefordert, Forschungsideen für ein mittelfristiges Forschungskonzept zu entwickeln. Die GFP wird hierbei eine aktive Rolle einnehmen und die Koordination sämtlicher zukünftiger Forschungsarbeiten übernehmen.

Jetzt ist dazu ein Tagungsband in der GPZ-Schriftenreihe ‚Vorträge zur Pflanzenzüchtung‘ erschienen. Dieser kann kostenlos bei der GFP (Kaufmannstraße 71-73, 53115 Bonn, Tel.: 0228-98581-42, Fax 0228-98581-49, E-Mail) angefordert werden.

Links zum Thema Getreide.

07. März 2002

Großbritannien: Geringer Sicherheitsabstand zwischen Gen- und Bioäckern

Themen: Archiv — info @ 15:03

London (agrar.de) – Britische Öko-Bauern fürchten für dieses Jahr um die Reinheit ihrer Feldfrüchte. In der Nähe von mehr als 110 Öko-Bauernhöfe befinden sich Testfelder für Gen-Pflanzen. Obwohl die Europäische Kommission zu einem Sicherheitsabstand von fünf Kilometern rät, um die Reinheit des Saatgutes zu gewährleisten, begnügt sich die britische Regierung mit einem minimalen Pufferzone von 200 Metern.

Die Ökobauern befürchten nun, dass mit Beginn der Testanbausaison von Gen-Pflanzen ihre Früchte verseucht werden könnten. Sogar in der USA, wo Gen-Pflanzen weltweit am häufigsten angebaut werden, gilt Berichten der Umweltorganisation Greenpeace zufolge, ein Minimalabstand von 400 Meter zwischen den Feldern.

Links zum Thema Biotechnologie

Jeden Tag geben in Rheinland-Pfalz vier Landwirte ihren Betrieb auf

Themen: Archiv — info @ 13:03

Bewirtschaftete Fläche wird nur geringfügig kleiner

Bad Ems (agrar.de) – In Rheinland-Pfalz haben in den vergangenen beiden Jahren im Durchschnitt pro Tag fast vier landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben. Das hat das Statistische Landesamt in Bad Ems errechnet. 32.700 Betriebe gab es im Mai vergangenen Jahres, knapp acht Prozent weniger als 1999. Vor zehn Jahren hatte die Zahl noch bei 51.500 gelegen. Inzwischen leben in gut 60 der landesweit 2.300 Gemeinden keine Bauern mehr. Auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche hat die Aufgabe von Bauernhöfen kaum Einfluss; sie ist im Vergleich zu 1999 um lediglich 0,4 Prozent zurückgegangen. Dagegen stehen in den Ställen immer weniger Tiere.

Ein Teil der im Zuge des Strukturwandels frei werdenden Flächen wurde für außerlandwirtschaftliche Zwecke benötigt, beispielsweise für Siedlungs- und Verkehrsflächen. Die übrigen Flächen wurden von den anderen Betrieben überwiegend auf dem Wege der Zupacht übernommen. Rund 70 Prozent der bewirtschafteten Flächen sind mittlerweile gepachtet.

Während also die einen aufgeben, werden die anderen größer. Die durchschnittliche Betriebsgröße lag 2001 bei 22 Hektar, 1991 waren es erst 14 Hektar. Das Gesetz des Wachsens oder Weichens spiegelt sich auch in der Zahl der Betriebe wieder, die mehr als 200 Hektar bewirtschaften: Sie hat sich allein in den vergangenen beiden Jahren um mehr als ein Drittel auf 137 erhöht. Diese Betriebe verfügen über knapp fünf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Vor zehn Jahren gab es erst 31 Betriebe mit mehr als 200 Hektar, sie bewirtschafteten damals zusammen erst rund ein Prozent der Fläche. Nahezu ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Rheinland-Pfalz wird inzwischen von den rund 1.300 Betrieben bewirtschaftet, die eine Größe zwischen 100 und 200 Hektar aufweisen. Ihre Zahl ist in den vergangenen beiden Jahren um rund 15 Prozent gewachsen. Auf 1.170 ist die Zahl der Betriebe in der Größenklasse zwischen 75 und 100 ha angestiegen. Bei 75 Hektar liegt derzeit die so genannte Wachstumsschwelle, unter der die Zahl der Betriebe abnimmt und über der sie zunimmt.

Nachdem im November 2000 in Deutschland der erste BSE-Fall festgestellt worden war, begann eine Diskussion über eine Neuausrichtung der Agrarpolitik. Die Bundesregierung setzt in diesem Zusammenhang besonders auf die ökologische Landwirtschaft. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe nahm in Rheinland-Pfalz seit 1999 um 23 Prozent auf 460 zu. Die zugehörige Fläche erhöhte sich um 3.800 Hektar auf knapp 15.500 Hektar. Das waren gut zwei Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die durchschnittliche Betriebsgröße der Ökobetriebe lag mit 34 Hektar um 12 Hektar über der konventionell wirtschaftender Betriebe.

Die Familienbetriebe sind mit 30.800 nach wie vor die dominierende Bewirtschaftungsform in Rheinland-Pfalz. Die Personengesellschaften – beispielsweise Gesellschaften bürgerlichen Rechts – gewinnen allerdings an Bedeutung; ihre Zahl liegt derzeit bei rund 1.700. Viele Betriebsinhaber binden zunächst durch die Gründung einer Personengesellschaft den zukünftigen Hoferben ein, bevor sie zu einem späteren Zeitpunkt den Betrieb übergeben. Da es sich bei den Personengesellschaften vielfach um entwicklungsfähige Betriebe handelt, sind sie mit 44 Hektar auch gut doppelt so groß wie die Familienbetriebe. Für immer mehr Familien ist die Landwirtschaft nur noch Nebenerwerb. Lediglich 40 Prozent aller Familienbetriebe wurden im Haupterwerb geführt, sie bewirtschafteten allerdings rund 72 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Bedingt durch den technischen Fortschritt werden auch immer weniger Arbeitskräfte in der Landwirtschaft benötigt. Im vergangenen Jahr waren nur noch rund 66.400 Personen ständig in den landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt, von denen 28 Prozent Vollzeitkräfte waren. Dazu kamen noch rund 46.500 Saisonarbeitskräfte. 1991 bot die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz noch rund 105.600 Menschen ständig Arbeit. Mit 86 Prozent stellen die Familienangehörigen, insbesondere die Betriebsinhaber und ihre Ehegatten, den überwiegenden Teil der ständigen Arbeitskräfte.

Nach Ergebnissen vom Mai 2001 setzt sich auch der seit den siebziger Jahren zu beobachtende rückläufige Trend in der Viehhaltung fort. Gleichzeitig ging die Entwicklung zu immer größeren einzelbetrieblichen Beständen weiter. Rund 8.100 Betriebe besaßen im Mai 2001 noch 446.000 Rinder, rund 17 Prozent weniger Tiere als 1991. Seinerzeit hielten 15.100 Rinderhalter gut 535.000 Rinder. Der durchschnittliche Rinderbestand je Betrieb stieg damit von 35 auf 54 Tiere. Bei den Schweinen war der Rückgang gegenüber 1991 noch stärker. Rund 362.000 Schweine standen im Mai 2001 in 3.400 Betrieben, das waren nur noch 72 Prozent der 1991 gezählten Tiere. Gut 488.000 Schweine in 11.300 Betrieben gab es damals. Während heute durchschnittlich 108 Schweine in einem Betrieb stehen, waren es 1991 erst 42.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

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