13. März 2002

Kritik am Entwurf zum Verbraucherinformationsgesetz

Themen: Archiv — info @ 12:03

Bonn (agrar.de) – Der heute im Kabinett beratene Gesetzentwurf zur Verbraucherinformation ist bei der Lebensmittelwirtschaft auf heftige Kritik gestossen. ‚Das Vorhaben ist in dieser Form nicht tragbar‘, so Prof. Dr. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), dem Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. ‚Keinesfalls eignet es sich für einen nationalen Alleingang.‘

Inhaltlich negative Informationen über Lebensmittel beeinflussen nachhaltig das Verbraucherverhalten und können erhebliche wirtschaftliche Nachteile zeitigen. In Fällen, in denen es nicht um Gesundheitsschutz geht, sind solche Eingriffe in den Gewerbebetrieb der Unternehmen unverhältnismäßig. Prof. Horst: ‚Wir lehnen den öffentlichen Pranger ab. Hier geht es nicht nur um Existenzbedrohungen für genannte Unternehmen, um Arbeitsplätze, sondern auch um erhebliche Marktstörungen im europäischen Binnenmarkt.‘

Nach Auffassung der Lebensmittelwirtschaft besteht keine Notwendigkeit, unter Zeitdruck ein Gesetz voranzutreiben, das unabsehbare Folgen haben wird. Vielmehr mahnt der BLL zu einem sorgfältigen Vorgehen, bei dem auch die Belange der Wirtschaft angemessen berücksichtigt werden.

Kritisch bewertete der Präsident des Deutsche Raiffeisenverband (DRV), Manfred Nüssel, den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf des Verbraucherinformationsgesetzes. Die geplante Weitergabe von Informationen dürfe nicht zu Lasten der Wirtschaft gehen. Insbesondere Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse müssen weitreichend geschützt werden. ‚Die erweiterten Informationsmöglichkeiten dürfen die Grundrechte der Unternehmen nicht einschränken‘, so Nüssel. Die Gefahr des Missbrauchs durch Wettbewerber, Medien und anderen müsse ausgeschlossen werden. Angesichts der ausgeprägten Handelsverflechtungen im Binnenmarkt sprach sich auch der DRV-Präsident für einheitliche Regelungen zur Verbraucherinformation auf EU-Ebene aus.

Morgen will Ministerin Künast im Bundestag eine Regierungserklärung zum Thema abgeben.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen.

NRW: Grundwasser zu stark mit Nitrat belastet

Themen: Archiv — info @ 10:03

Düsseldorf (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen ist das Grundwasser stark mit Nitrat belastet. An mehr als jeder fünften Messstelle wird der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm je Liter überschritten. Dies geht aus dem heute vorgestellten ‚Grundwasserbericht 2000‘ des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) hervor.

‚Werte im Bereich von 100 bis 200 Milligramm je Liter sind dabei keine Seltenheit‘, so Ministerin Bärbel Höhn. Der chemische Zustand des Grundwassers könne insgesamt nicht als gut bezeichnet werden. ‚Die Nitratbelastungen zeigen seit 1995 eine stagnierende Situation. Gegenüber den 80er Jahren ist jedoch ein abnehmender Trend zu verzeichnen. Dennoch bleibt sie das Hauptproblem vor allem entlang der Rheinschiene und am linken Niederrhein, da sie sich langfristig angereichert hat.‘

Hauptverursacher für die Belastung des Grundwassers ist dem Bericht zufolge die Landwirtschaft. Vor allem in Regionen mit hohem Viehbestand oder starkem Gemüseanbau würden die Grenzwerte überschritten. In diesen Gegenden gerät des Nitrat über die Fäkalien der Tiere und den Einsatz von Mineraldünger in Grundwasser. Eine direkte Gefährdung der Verbraucher sei die Nitrat-Belastung nicht, versicherte Höhn.

‚Die Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln ist im Zeitraum 1993 bis 1999 im Vergleich zu den Jahren 1990 bis 1995 ungünstiger‘ sagte Höhn. Im Grundwasser seien noch immer die Pflanzenschutzmittel Atrazin und Bromacil zu finden, obwohl ihr Einsatz bereits sei 1992 verboten sei.

Die Qualität des Grundwassers könne nur langfristig deutlich verbessert werden. Freiwillige Vereinbarungen zwischen Wasserversorgern und Landwirten über einen geringeren Einsatz von Düngemitteln und der Vetragsnaturschutz seien Wege, um die Belastung des Grundwassers zu senken.

Ministerin Höhn wandte sich gegen eine weitere Privatisierung der Trinkwasserversorgung. Das Lebensmittel Wasser sei anders als Strom oder Abwasser für private Geschäfte nicht geeignet.

Links zum Thema Wasser, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Saarland: Mörsdorf stellt Gesetzentwurf zur Änderung des Landeswaldgesetzes vor

Themen: Archiv,Saarland — info @ 10:03

Saarbrücken (agrar.de) – Das Landeswaldgesetz vom 26. Oktober 1977 enthält zahlreiche Paragrafen, die seit dessen In-Krafttreten unverändert fortgelten. Die Praxis habe gezeigt, dass insbesondere die Grundsätze für die Waldbewirtschaftung, die Bestimmungen gegen die Waldverwüstung sowie die Regelung zum Reiten im Wald einem modernen waldpolitischen Verständnis nicht mehr entsprechen, so das Ministeriums für Umwelt.

Der neue Gesetzentwurf des Ministeriums soll hier Abhilfe schaffen, indem neuere waldwirtschaftliche und politische Erkenntnisse Eingang in den Entwurf finden. Ziel der Gesetzesänderung sei es, die naturnahe Waldbewirtschaftung im Saarland zu etablieren. Dies werde erreicht durch:

– Verankerung der naturnahen Waldbewirtschaftung an zahlreichen Stellen im Entwurf. – Definition der guten fachlichen Praxis der Waldbewirtschaftung in § 11, Erhöhung der Verpflichtungen für den Waldbesitzer. – Definition Kahlhieb in § 12 (flächenhafte Nutzung über 0,3 ha). – Einführung eines Kahlhiebverbots (§ 12), welches ausnahmslos im Staatswald und mit Ausnahmen im Privatwald gilt. – Anzeigepflichtigkeit von Kahlhieben bis zu 1 ha im Privatwald, Genehmigungspflicht von Kahlhieben über 1 ha bis 4 ha, generelles Kahlhiebsverbot über 4 ha. – Betonung des Schutzgedankens durch nähere Definition von Naturwaldzellen (§ 20 a) und Einführung des Begriffs des Waldschutzgebiets (§ 20 b). – Liberalisierung des Reitens im Wald durch Aufhebung der Trennung von Verdichtungsraum und sonstigem Raum. – Gesetzliche Verankerung der wesentlichen Bewirtschaftungsgrundsätze der naturnahen Waldwirtschaft für den Staatswald. – Verpflichtung zur Bewirtschaftung des Kommunalwalds entsprechend den Vorgaben für den Staatswald, unter Einräumung der Möglichkeit für Kommunen, andere Bewirtschaftungsgrundsätze zu beschließen.

Minister Mörsdorf: ‚Mit diesem Waldgesetz wird das Saarland bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen.‘ Nachdem die interne Abstimmung abgeschlossen ist, geht der Gesetzesentwurf jetzt in die externe Anhörung.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Saarland.

Künast: „Ausstieg aus Käfighaltung der Legehennen kann beginnen“

Themen: Archiv — info @ 09:03

Verordnung zur Hennenhaltung tritt heute in Kraft

Berlin (agrar.de) – Heute tritt die Verordnung zur Hennenhaltung in Kraft, die vom Bundesrat im Oktober 2001 angenommen wurde. Ab sofort dürfen damit keine Ställe mehr gebaut werden, in denen Hennen in Käfigbatterien gehalten werden. Dies gilt auch für so genannte ausgestaltete Käfiganlagen. Bestehende Ställe müssen ab Januar 2007 umgebaut sein; ausgestaltete Käfige sind ab Januar 2012 nicht mehr zugelassen. ‚Damit startet morgen der Ausstieg aus der Käfighaltung von Hennen in Deutschland, den 90 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher befürworten. Bei dem Umbau helfen wir den Landwirten mit spezieller Förderung und besserer Kennzeichnung von Eiern und Eiprodukten,‘ erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast.

Eier aus alternativen Haltungsformen sollen künftig beim Einkauf leichter zu erkennen sein. So gibt es bereits seit dem 1. Januar 2002 nicht mehr fünf Haltungskategorien, sondern nur noch die drei eindeutigen Kategorien Käfig-, Boden- und Freilandhaltung. Ab 2004 muss die Haltungsform auf jeder Packung angegeben werden, zum Beispiel ‚Eier aus Käfighaltung‘. Zusätzlich muss jedes Ei mit einem Erzeugercode versehen werden, auf dem die Haltungsform, das Herkunftsland und die Nummer des Erzeugerbetriebes verzeichnet sind. Bereits ab 2002 kann außerdem jeder, der Eier verarbeitet, die Haltungsform der Legehennen auf seinen Eiprodukten angeben und mit tiergerechter Eiererzeugung werben. Eine Kampagne zur Verbraucheraufklärung über die Haltungsanforderungen für Legehennen in Deutschland sowie über die Kennzeichnung von Eiern soll in Kürze starten.

Der Ausstieg aus der Käfigbatteriehaltung von Legehennen wird von der Bundesregierung außerdem durch neue Maßnahmen der Investitionsförderung erleichtert. 2002 gelten bereits die verbesserten Fördergrundsätze der Investitionsförderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und Küstenschutz‘. Zusätzlich wird ein neues Bundesprogramm zur Förderung tiergerechter Legehennenhaltungssysteme Betrieben einen Anreiz bieten, bereits vor 2007 auf Boden-, Volieren- oder Freilandhaltung umzustellen. (unsere Meldung)

Auch die Forschung zur Verbesserung dieser Haltungsformen wird verstärkt gefördert. ‚Weniger als die Hälfte der Eier aus alternativen Haltungsformen stammen bis jetzt aus Deutschland. Hier gibt es genügend Potenzial für die Landwirte. Ich ermuntere sie, ihre Produktion frühzeitig umzustellen und unsere Förderangebote anzunehmen,‘ so Künast.

DBV und ZDG befürchten dramatische Marktverschiebungen

‚Dieser nationale Alleingang entbehrt jeglicher wissenschaftlich begründeten Notwendigkeit. Zudem bleiben neue Entwicklungen in der Kleingruppenhaltung, wie sie die EU-Richtlinie vorsieht, in der nationalen Verordnung unberücksichtigt. Die Leidtragenden werden eindeutig der Verbraucher und die deutschen Hennenhalter sein‘, beurteilen der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) die Konsequenzen der nun rechtskräftigen Verordnung.

Nach Auffassung von DBV und ZDG steht der rein politisch und ideologisch motivierte deutsche Weg eindeutig im Widerspruch zum Wunsch der Verbraucher, Eier aus streng kontrollierter, regionaler Erzeugung zu kaufen. DBV und ZDG appellieren an Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast, sich nicht weiterhin einer Sachdiskussion zu verschließen, um doch noch die dramatischen Konsequenzen für Verbraucher und Geflügelwirtschaft abzuwenden. Der populistische Spruch ‚Freiheit für die Hühner‘ werde zum Bumerang für den Verbraucherschutz.

Es bleibe eine politische Wunschvorstellung, die kostenintensivere Boden- und Freilandhaltung von Legehennen mit großen Herausforderungen bezüglich Produktqualität, Tiergesundheit, Umweltschutz und Arbeitsplatzbedingungen in Deutschland in dem gewünschten Maße auszubauen. Schon heute bestehe europaweit ein Überangebot von Eiern aus diesen Haltungsformen. Zudem seien die mit der Boden- und Freilandhaltung verbundenen Probleme wie höhere Mortalität und stärkerer Arzneimittelaufwand zur Gesunderhaltung der Tiere ungelöst.

Nach einhelliger Auffassung von Marktexperten und Wissenschaftlern werden durch die neuen Vorschriften zur Hennenhaltung die Strukturen in der Geflügelwirtschaft nachteilig verändert. Bäuerliche Familienbetriebe werden es nicht schaffen, bei den zu kurz bemessenen Übergangsfristen genügend Geld für die Umstellung ihrer Betriebe aufzubringen und somit aus der Erzeugung ausscheiden. Die Erzeugung wird in Länder mit niedrigeren Tierschutzstandards verlagert; in ganz Europa und in den Beitrittsländern Osteuropas wird bereits heute massiv in herkömmliche Käfighaltungsanlagen zur Erzeugung von Eiern für den deutschen Markt investiert.

DBV und ZDG fordern daher eine Reform der jetzt in Kraft tretenden Hennenhaltungsverordnung mit folgenden Eckpunkten:

– Die Kleingruppenhaltung‘ als entscheidende Weiterentwicklung ist zuzulassen, um den Anforderungen sowohl des Tierschutzes als auch den weiter zunehmenden Forderungen des Verbraucherschutzes hinsichtlich Produktqualität (z. B. verschärfte Grenzwerte von Dioxin in Eiern) gerecht zu werden.

– Flankierende Maßnahmen für die umstellungsbereiten Legehennenhalter sind umgehend erforderlich, d. h. Aufstockung der Mittel zur gewünschten Neuausrichtung der Legehennenhaltung und vereinfachte Genehmigungsverfahren.

– Ausgleich der Vermögensverluste, die auf ca. 2,5 Milliarden Euro beziffert werden, für die Betriebe, die ganz oder teilweise aufhören müssen.

– Mehr Verbrauchertransparenz durch eine sofortige Kennzeichnung aller Eier mit Herkunftsland und Haltungsform.

Die deutsche Eierwirtschaft kündigte an, alle Rechtsmittel gegen die Hennenhaltungsverordnung einlegen.

Links zum Thema Geflügel.

12. März 2002

Niedersachsen: Landtag verabschiedet neues Waldgesetz

Themen: Archiv — info @ 15:03

Hannover (agrar.de) – Mit dem heute vom Landtag verabschiedeten neuen Niedersächsischen Wald- und Landschaftsordnungsgesetz (NWaldLG) sowie dem bereits vor einem Jahr in Kraft getretenen Niedersächsischen Jagdgesetz habe das Land ein zeitgemäßes hochmodernes Regelwerk geschaffen, betonte heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels.

Unnötiger Gesetzesballast sei damit abgeworfen und durch präzise Regelungen mehr Bürgernähe erreicht worden, so Bartels weiter. Von den drei Hauptfunktionen des Waldes ausgehend, nämlich der wirtschaftlichen Nutzfunktion des wichtigen nachwachsenden Rohstoffes Holz, der Bedeutung vor allem für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere als Lebensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen, das Klima, den Wasserhaushalt, die Bodenfruchtbarkeit und das Landschaftsbild, zusammengefasst als der Schutzfunktion und der Bedeutung für die Erholung der Bevölkerung, also der Erholungsfunktion, werden alle wichtigen Details geregelt.

Z. B. der Schutz des Waldes vor Eingriffen durch Projekte wie Verkehrsbauten, Siedlungen oder Bodenabbau. Ferner seien die Kennzeichen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft aufgenommen worden. Die betreffen vor allem den ökologischen Schutz des Waldes, das heißt, die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit der Produktion, Erhaltung der Waldökosysteme als Lebensraum einer artenreichen Pflanzen- und Tierwelt, das Hinwirken auf gesunde stabile und vielfältige Wälder mit standortgerechten Baumarten und ausreichendem Alt- und Totholz, allgemeine Bodenschonung, weitgehenden Verzicht auf Pflanzenschutzmittel sowie die Wild- und Waldschadensvermeidung.

Die rechtlichen Bedingungen für das Betreten, also das Begehen, das Radfahren und das Reiten im Wald bleiben auch im neuen Gesetz erhalten. Sie sind allerdings durch eine unmittelbare Haltungsausschlussregelung ergänzt worden. Diese sichert die Grundbesitzenden im angemessenen Rahmen ab und trägt insbesondere auch dem Charakter des zunehmend naturnahen Waldes außerhalb der Wege und seinen Bewirtschaftungserfordernissen Rechnung. Die einvernehmliche Präzisierung des Begriffes Betreten ‚auf eigene Gefahr‘ lässt besser als die frühere Entwurfsfassung erkennen, dass Menschen durchaus auch bei Dunkelheit die Wege zu Fuß im Wald verlassen dürfen, allerdings auf eigenes Risiko. Die Regelungen für das Reiten weisen auch weiterhin Niedersachsen als reiterfreundliches Land aus.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Machbarkeitsstudie zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung vorgelegt

Themen: Archiv — info @ 13:03

Kapitaldeckungsverfahren bringt kurzfristig keine Entlastung

Berlin (agrar.de) – Im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums ist durch ein versicherungsmathematisches Unternehmen eine ‚Machbarkeitsstudie zur möglichen Modifikation der Finanzierung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung‘ (LUV) erstellt worden. Der Ergebnisbericht (PDF-Datei) und eine Kurzfassung liegt nunmehr vor. Die Ergebnisse der Studie fließen in die Beratungen der auf Wunsch der Koalitionsfraktionen gebildeten Arbeitsgruppe ‚Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Unfallversicherung‘ ein.

Anlass für das Gutachten waren Überlegungen, insbesondere innerhalb des Berufsstandes, Landwirte bei ihren LUV-Beiträgen, zum Beispiel durch die Einführung eines Kapitaldeckungsverfahrens für Neurentenfälle, zu entlasten. Nach geltendem Recht wird die LUV im Rahmen eines Umlageverfahrens finanziert: Die beitragspflichtigen Landwirte decken mit ihren Beiträgen die Aufwendungen, die den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften im abgelaufenen Kalenderjahr entstanden sind. Sie werden dabei in erheblichem Umfang durch Bundeszuschüsse entlastet: 2002 stellt das Ministerium erneut rund 256 Millionen Euro zugunsten einer Beitragsreduzierung in der LUV zur Verfügung.

In der nun vorliegenden ‚Machbarkeitsstudie‘ werden die künftigen finanziellen Belastungen der Landwirte und des Bundes berechnet, wenn die Finanzierung für Neurentenfälle auf ein Kapitaldeckungsverfahren umgestellt würde, und mit dem gegenwärtigen Finanzierungsverfahren verglichen: Wird das bisherige Finanzierungssystem fortgeführt, so ist bei weiter anhaltendem Strukturwandel in der Landwirtschaft mit einer steigenden Rentenlast zu rechnen, die zu Lasten der Landwirte gehen wird. Die Beitragsbelastung der Landwirte würde aber auch dann deutlich steigen, wenn ein Kapitaldeckungsverfahrens für Neurenten eingeführt und die Bundeszuschüsse in bisheriger Höhe fortgeführt würden. Sie würde sich erst langfristig abbauen. Landwirte würden bei den Rentenlasten durch Einführung eines Kapitaldeckungsverfahrens nur dann nach wenigen Jahren entlastet, wenn der Bund vollständig die bestehende Rentenaltlast übernehmen würde. Hierdurch würde der Bundeshaushalt aber voraussichtlich für einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren über den bisherigen Umfang von rund 256 Millionen Euro hinaus durch Bundeszuschüsse an die Träger der LUV belastet werden.

Links zum Thema Versicherungen.

Museum zur Geschichte des Naturschutzes in Königswinter eröffnet

Themen: Archiv — info @ 13:03

Bonn (agrar.de) – Zur der Eröffnung der Dauerausstellung zur Naturschutzgeschichte Deutschlands auf der Drachenburg in Königswinter erklärt der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz und stellvertretener Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Naturschutzgeschichte, Professor Dr. Hartmut Vogtmann: ‚Die konfliktreiche Geschichte des Naturschutzes in Deutschland hat zu zwei grundsätzlichen Erkenntnissen geführt: Zum einen kann nur ein Naturschutz für und nicht gegen den Menschen zur notwendigen Akzeptanz in der Bevölkerung führen, zum anderen ist ohne die Kenntnis der kulturellen Wurzeln des Natur- und Heimatschutzes ein zukunftsweisender Naturschutz nicht möglich. Es war vor gut einem Jahrzehnt eine kluge Entscheidung, nicht nur ein Museum für Naturschutzgeschichte anzustreben, sondern dies zu verbinden mit dem Aufbau eines umfangreichen Archivs und der Einrichtung eines ‚Forums‘ zur Diskussion zukunftsweisender Lösungen im Sinne eines Naturschutzes, der in alle Politikbereiche integriert wird. Es bleibt zu wünschen, dass die Naturschutzstiftung zukünftig nicht nur von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Brandenburg getragen wird, sondern auch von den anderen Bundesländern.‘

Die Naturschutzausstellung wird heute von Bundespräsident Johannes Rau in der Vorburg des Schlosses Drachenburg eröffnet, die für insgesamt vier Millionen Euro saniert worden ist. Sie stellt in einer europaweit einzigartigen Weise die mehr als einhundertjährige Geschichte des Naturschutzes dar. Die Vorburg zu Schloss Drachenfels ist für die Stiftung Naturschutzgeschichte ein idealer Ort. Denn jährlich besuchen zwei Millionen Menschen den Drachenfels, außerdem hat dieser Ort eine eigene Naturschutzgeschichte:

Zum Initialereignis für den deutschen Naturschutz wurden die Auseinandersetzungen um die Burg Drachenfels bei Königwinter, die 1824 in dem Moment begannen, als die 1560 eingestellten Arbeiten am Kölner Dom fortgesetzt werden sollten. Aufgrund dieser Entwicklungen kam es am Drachenfels zum deutschlandweit beachteten Konflikt zwischen den Steinhauern, die ab 1827 wieder begannen, wie bereits vor Jahrhunderten das Gestein für den Kölner Dom zu brechen, und den Heimatschützern, die den Bestand der herrlichen Burgruine bedroht sahen. Als bei Sprengungen ein Teil der Burg einstürzte, kam es zu einer symbolträchtigen Auseinandersetzung. Das war das Signal für die Freunde des Heimatschutzes in Köln und Bonn. Sie gingen mit Prügeln den Steinhauern zu Leibe, und es kam zwischen den beiden Parteien zu einer regelrechten Schlacht. Auch Mitglieder des preußischen Königshauses bezogen Position in diesem Kampf. Als Ergebnis dieser Auseinandersetzungen wurde 1835 der Drachenfels und seine Umgebung unter Schutz gestellt.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema Agrarmuseen.

Forum „Pflanzenschutz im Öko-Landbau“ konstituiert

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Bei einem Treffen am 7. März 02 im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hat sich das ‚Forum Pflanzenschutz im Öko-Landbau‘ konstituiert. Die Schaffung des Forums geht auf die gemeinsame Initiative der privaten Öko-Anbauorganisationen AGÖL, Bioland und %url5%Demeter%/% und des Referates Pflanzenschutz im BMVEL zurück. Ziel ist es, eine Plattform für Abstimmungen in Fragen des Pflanzenschutzes im Ökologischen Landbau zwischen den Beteiligten des Sektors zu erzielen.

Zu diesem Zweck treffen sich die im Themenfeld Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau beteiligten Akteure regelmäßig. Seine Aufgaben sieht das Forum vor allem im Informationsaustausch sowie in der Diskussion und Entwicklung von Lösungsansätzen zu Fragen aus den verschiedenen Gebieten im Bereich Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau wie beispielsweise Rechtliches, Forschung, Praxis etc. Auch kann das Forum bei Bedarf einschätzende Stellungnahmen zu den für diesen Bereich relevanten Forschungsprojekten abgeben oder die Erstellung benötigter Hintergrundinformationen zu pflanzenschutzrelevanten Aspekten mit Blick auf die EG-Öko-Verordnung und deren Fortentwicklung unterstützen. Ein weiteres Anliegen des Forums ist es, den Austausch mit Firmen zu pflegen, die sich im Bereich Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau mit Entwicklung von geeigneten Verfahren engagieren wollen.

Die Federführung im Forum übernehmen die Vertreter des privatrechtlichen Ökologischen Landbaus. Als ständige Gäste geladen sind das BMVEL, die Biologische Bundesanstalt (BBA), die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), der Industrieverband Agrar (IVA) sowie weitere Gäste, die themenorientiert eingeladen werden, wie z. B. Pflanzenschutzexperten, Pflanzenbehandlungsmittel herstellende Unternehmen, das Umweltbundesamt (UBA), das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärwesen (BgVV) oder das Bundesumweltministerium. Mit der Koordination des ‚Forums Pflanzenschutz im Öko-Landbau‘ wurde Dr. Klaus-Peter Wilbois beauftragt.

Infomation: Dr. Klaus-Peter Wilbois, FiBL Berlin e.V., Rungestraße 19, 10179 Berlin, Tel.: 030-275817-50, Fax: 030-275817-59

Links zum Thema %url6%Pflanzenschutz%/%, Links zum Thema %url7%Bio-Landbau%/%.

Verbraucherpreise im Februar 2002 um 1,7 Prozent gestiegen

Themen: Archiv — info @ 10:03

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im Februar 2002 gegenüber Februar 2001 um 1,7 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Januar 2002 ergibt sich eine Erhöhung um 0,3 Prozent. Im Januar 2002 hatte die Jahresteuerungsrate bei 2,1 Prozent, im November und Dezember 2001 bei jeweils 1,7 Prozent gelegen.

Die rückläufige Entwicklung zum Vorjahresmonat wird entscheidend von den fallenden Preisen für Heizöl und Kraftstoffe (– 6,7 Prozent) beeinflusst.

Nahrungsmittel waren im Februar 2002 im Durchschnitt um 5,7 Prozent teurer als im Februar 2001, darunter Obst um 6,4 Prozent, Fische und Fischwaren sowie Molkereiprodukte und Eier um jeweils 6,7 Prozent und Gemüse um 15,3 Prozent. Die Preiserhöhungen für Nahrungsmittel waren jedoch geringer als im Januar 2002 ( + 6,7 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat waren die Preise für Nahrungsmittelgüter fast generell rückläufig. Besonders verbilligte sich Gemüse (– 3,7 Prozent).

Im Februar 2002 ergab sich für das frühere Bundesgebiet im Vorjahresvergleich eine durchschnittliche Preissteigerungsrate von 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2002 stieg der Index um 0,3 Prozent. Für die neuen Länder und Berlin-Ost lag die Teuerungsrate gegenüber Februar 2001 bei 1,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,2 Prozent. Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland hat sich im Februar 2002 gegenüber Februar 2001 um 1,8 % erhöht. Gegenüber Januar 2002 stieg der Index um 0,2 Prozent.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Sachgerechte Klärschlammverwertung ist ungefährlich

Themen: Archiv — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – Angesichts der aktuellen Diskussion über die Verwertung von Klärschlamm erklärt der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Brinkmann:

‚Mit Blick auf eine nachhaltige Ausrichtung der Land wirtschaft und ausgehend von den Zielen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes muss festgestellt werden, dass die landwirtschaftliche und landbauliche Klärschlammverwertung wertvolle Biomasse sowie Nähr- und Spurenelemente in den Stoffkreislauf zurückfuehrt. Gemeinsam mit dem BUND komme ich zu der Auffassung, dass eine Gewährleistung der Nachhaltigkeit durch Einsparungen an Mineraldünger, besonders unter der Berücksichtigung sich zunehmend verknappender Phosphatressourcen, über die Klärschlammverwertung zu erwarten ist. Auch eine den Energiehaushalt belastende Herstellung von Nitratdünger kann so, im Sinne der Nachhaltigkeit, zurückgeführt werden.

Durch sachgerechten Einsatz von Klärschlamm bestehen daher keine Gefahren fuer Umwelt oder Landwirtschaft. Behörden von Bund und Ländern sind aber weiterhin aufgefordert, diesen Sachverhalt verantwortlich zu bearbeiten, um eventuell bestehende Ängste beim Verbraucher auszuräumen beziehungsweise gar nicht entstehen zu lassen.‘

Links zum Thema Klärschlamm.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 >>



   (c)1997-2017 @grar.de