12. Februar 2002

Rekordwachstum bei Naturland: Über 60 Prozent mehr Fläche als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 16:02

Gräfelfing (agrar.de) – Den größten Flächenzuwachs seiner 20jährigen Geschichte verzeichnete Naturland im Jahr 2001. In der soeben in Gräfelfing vorgelegten Jahresstatistik listet der Ökologische Landbauverband einen Flächenzuwachs inklusive Wald von über 60 Prozent auf. Die Zahl der Naturland Betriebe wuchs im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent. Starkes Wachstum verzeichnet Naturland auch im Ausland: 25 Prozent mehr Mitglieder, über 20 Prozent mehr Fläche. Rekordhalter bei den Auslandsprodukten sind Kaffee, Bananen und Shrimps.

1.633 landwirtschaftliche, Garten- und Weinbaubetriebe wirtschaften in Deutschland ökologisch nach den Naturland Richtlinien. Das sind 276 mehr als im Vorjahr. Allein im Bereich der landwirtschaftlichen Betriebe bedeutet dies ein Wachstum von 30,36 Prozent im Jahr 2001, auf insgesamt 72.177 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Dazu kommt eine stattliche Zunahme der Waldflächen. Zuletzt erhielt der 4.600 Hektar große Wald der bayerischen Landeshauptstadt München von Naturland das Zertifikat zur Ökologischen Waldnutzung. Genau 16.809 ha Wald mehr als im Jahr 2000 werden jetzt nach den Richtlinien zur Ökologischen Waldnutzung gepflegt, die Naturland zusammen mit Greenpeace, BUND und Robin Wood entwickelt hat. Insgesamt werden in Deutschland jetzt 123.123 Hektar Land nach den Naturland Richtlinien bewirtschaftet, 46.382 mehr als im Vorjahr. Das bedeutet ein Gesamtflächen-Wachstum von 60,44 Prozent im Jahr 2001.

Erfolgreiche Auslandsstatistik

Naturland, mit rund 29.000 Mitgliedern weltweit erfolgreich tätig, verzeichnet die größten Zuwachsraten in Peru, Bolivien, Mexiko und Ecuador. Rund 80.000 Hektar Land werden in Lateinamerika, Afrika, Indien, Asien und Europa nach den Naturland Richtlinien bewirtschaftet, 20 Prozent mehr als im letzten Jahr. Von den Produkten, die Naturland dort zertifiziert, haben Kaffee, Bananen und Shrimps die größten Wachstumsraten. Somit werden weltweit über 200.000 Hektar nach den Naturland Richtlinien nachhaltig bewirtschaftet.

Bauern unterstützen Agrarwende

Naturland Geschäftsführer Gerald A. Herrmann: ‚Im Jahr 2001 erhielt Naturland so viele Anfragen von umstellungswilligen Landwirten wie noch nie zuvor in der Verbandsgeschichte. Immer mehr Bauern, Gärtner, Winzer und Waldbesitzer erkennen, dass ihre Chancen für die Zukunft im Ökologischen Landbau liegen. Vor allem vielen jungen, gut ausgebildeten Landwirten ist es ein Anliegen, mit dem Ökologischen Landbau Umwelt, Klima und Wasser zu schützen. Und sie sehen ganz nüchtern, dass dieses moderne Agrarsystem ökonomisch erfolgreich ist. Die Zahlen von Naturland belegen: Die Agrarwende wird auch von immer mehr Bauern mitgetragen.‘

Information: Naturland – Verband für naturgemäßen Landbau e.V., Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing, Tel.: 089-898082-0, Fax: 089-898082-90, E-Mail.

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Sinner: Fischmehl als Futtermittel schnellstmöglich wieder verbieten

Themen: Archiv — info @ 13:02

München (agrar.de) – Als Konsequenz aus dem Skandal um die verzögerte Weitergabe einer Warnmeldung zu verseuchten Fischabfällen durch den Bund muss Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast ihre Entscheidung aus dem Jahr 2001, Fischmehl in Deutschland wieder als Futtermittel zuzulassen, rückgängig machen. Das forderte heute Bayerns Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner.

Sinner: ‚Mit der Entscheidung, Fischmehl wieder als Futtermittel zuzulassen, hat Bundeslandwirtschaftsministerin Künast die Sicherheit der Verbraucher massiv aufs Spiel gesetzt. Ohne diese unsinnige und unnötige Entscheidung Künasts wäre es zu diesem Skandal nicht gekommen. Ich fordere Frau Künast auf, wenigstens für die Zukunft Schaden abzuwenden und Fischmehl als Futtermittel schnellstmöglich wieder zu verbieten.‘

Nach einer durch das Bundesverbraucherschutzministerium verzögerten Weitergabe einer Warnmeldung aus den Niederlanden waren in Bayern insgesamt 95 Tonnen Mischfuttermittel aus Norddeutschland sichergestellt worden, bei deren Herstellung nach Mitteilung des Bundes mit dem verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Schrimps verarbeitet worden sind. Die betroffenen Futtermittel wurden an rund 65 Tierhalter in Bayern geliefert.

Wenn Frau Künast schneller gearbeitet und die Schnellwarnung angemessen behandelt hätte, wäre ein großer Teil dieses Futters nicht in den Trögen gelandet‘, bedauerte Sinner. In den belieferten Beständen werden derzeit bei den Tieren stichprobenartige Untersuchungen auf Rückstände von Chloramphenicol vorgenommen. Damit soll sichergestellt werden, das keine Rückstände in die menschliche Nahrung gelangen. Bei den Tests konnte Chloramphenicol bislang nicht nachgewiesen werden.

Links zum Thema Tierernährung.

Pflanzenschutzmittel Plantomycin für den Notfall zulassen

Themen: Archiv — info @ 12:02

Berlin (agrar.de) – Ob im ‚Notfall‘ das Pflanzenschutzmittel Plantomycin zur Bekämpfung des Feuerbranderregers eingesetzt werden kann, soll die Bundesregierung nach Ansicht der FDP-Fraktion prüfen. In einem Antrag fordert sie die Bundesregierung auf darzulegen, inwiefern vor allem Obstbäume ohne den Einsatz von Plantomycin vor Feuerbrand geschützt werden können. Das berichtet der Pressedienst des Bundestages.

Aus Sicht der Liberalen stellt eine Entscheidung der Biologischen Bundesanstalt für Landwirtschaft, den Einsatz von Plantomycin zur Bekämpfung des Feuerbranderregers bis Ende 2003 zu verbieten (unsere Meldung), für deutsche Obstbauern eine existenzielle Gefährdung dar.

Vom heimischen Erwerbsobstbau seien bislang nur mit dem Einsatz dieses Präparates erhebliche Schäden abgewendet worden, so der Antrag der Partei. Zurzeit ist die Anwendung nur nach Warndienstaufruf durch die Länder erlaubt.

Links zum Thema Obst, Links zum Thema Pflanzenschutz.

Thüringen: Milchleistung hat sich um 356 kg erhöht

Themen: Archiv,Milch — info @ 10:02

6. Thüringer Milchtag in Erfurt

Erfurt (agrar.de) – Die Milchproduktion ist die tragende Einkommenssäule für die Thüringer Landwirtschaft, denn mehr als 35,5 Prozent des landwirtschaftlichen Umsatzes kommen aus der Milchproduktion. Das erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, gestern zum 6. Thüringer Milchtag in Erfurt.

Die Milch und ihre Produkte sind die am meisten untersuchten Nahrungsmittel. Die Milchqualität, so Dr. Sklenar, hat sich ständig verbessert. Bei der in Thüringen angelieferten Milchmenge entsprechen 99,8 Prozent der Qualitätsklasse 1 und S. Die Milchleistung je Kuh hat sich im letzten Jahr gegenüber dem Vorjahr um 356 kg erhöht, damit wurde eine Leistung je Kuh bei natürlichem Fett- und Eiweißgehalt in Höhe von 7.559 kg Milch erreicht.

Durch die einzelbetrieblichen Milchquoten und die enorme Leistungssteigerung in den letzten zehn Jahren musste der Kuhbestand weiter abgebaut werden. Heute werden in Thüringen noch 129.282 Milchkühe gehalten, das sind 5.700 Kühe weniger als im Vorjahr.

Links zum Bundesland Thüringen.

Dr. Volker Raimann-Dübber-Stifung fördert GhK-Projekt: „Vom Landwirt zum Energiewirt“

Themen: Archiv — info @ 09:02

Kassel / Witzenhausen (agrar.de) – Energie vom Acker! – heißt das Ziel, dem die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Konrad Schaffer wieder ein Stück näher gekommen ist. Finanziert von der Dr. Volker Raimann-Dübber-Stiftung kann jetzt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bei Göttingen eine Biogasanlage errichtet werden. Im Frühjahr 2002 wird mit dem Bau begonnen, mit der ein neues Energie-Konzept in der landwirtschaftlichen Praxis erprobt werden soll: Ein wirklich gangbarer Weg für LandwirtInnen, Energie (Strom und Wärme) aus landwirtschaftlich angebauter Biomasse zu erzeugen und durch zusätzliches Einkommen die Existenz bäuerlicher Betriebe zu sichern.

Der Grundgedanke ist ein seit den 80ern an der Universität Gesamthochschule Kassel Witzenhausen entwickeltes und in zahlreichen Labor- und Feldversuchen getestetes Verfahren zur Erzeugung und Verwertung landwirtschaftlicher Biomassen. Das Anbau- und Verwertungssystem für Energiepflanzen – die Zweitkulturnutzung – beruht auf der Ernte unreifer Biomasse (ca. 3-4 Wochen vor der physiologischen Reife), der Konservierung als Silage und der Gewinnung von Biogas durch Fermentation.

Die ökonomischen Vorteile beim Anbau sind die Nutzung eines breiten Arten- und Genspektrums – nahezu jede Ackerkultur kann in diesem System genutzt werden -, der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz, Duldung von Begleitflora sowie Minimierung von Bodenerosion und Nährstoffeintrag in das Grundwasser.

Dieses System vom Anbau der Biomasse bis zum Verkauf von Strom und Wärme soll nun erstmals in der Praxis angewendet werden. In Obernjesa bei Göttingen auf dem Betrieb von Hans Körber-Harriehausen wird in einer ersten Bauphase eine Biogasanlage errichtet. Zwei Jahre später soll diese durch eine Vergasungsanlage zur Erzeugung von Wasserstoff ergänzt werden. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Als Wärmeabnehmer sind die umliegenden Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude vorgesehen.

Auf dem Betrieb wurde bereits ein ausgesprochen reizvolles Fachwerkgebäude saniert. Hierin soll nicht nur das Bio-Heizkraftwerk stationiert werden, sondern auch ein großer Tagungsraum eingerichtet werden, in dem alle Bevölkerungsgruppen, einschließlich Kinder einen Einblick in diese neue Form der Energiegewinnung erhalten können. Dieses Pilot-Projekt wird von der Dr.-Volker-Raimann-Dübber-Stiftung in Mannheim finanziert. Diese Stiftung hat sich die Aufgabe gestellt, innovative Energie-Konzepte zu fördern und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kontakt und Information: Universität Gesamthochschule Kassel Witzenhausen, Prof. Dr. Konrad Scheffer, Steinstr. 19, 37213 Witzenhausen, Tel.: (05542) 98-1545

Links zum Thema Biomasse.

11. Februar 2002

In eigener Sache: Agrar-Computer-Tage / Umfrage

Themen: Archiv — info @ 16:02

Rheine (agrar.de) – In diesem Jahr nimmt @grar.de erstmalig als Aussteller an einer landwirtschaftlichen Fachmesse teil. Vom 2. bis 4. März 2002 sind wir auf den Agrar-Computer-Tagen, der Messe für Elektronik, Datenverarbeitung und Informationstechnik in der Landwirtschaft, in Göttingen (Lokhalle) vertreten.

Besonders freuen wir uns, dass das von uns unterstützte Projekt Bäuerinnentreff in der Kategorie ‚Internet‘ des Ideenwettbewerbs der diesjährigen Agrar-Computer-Tage ausgezeichnet wird.

Neue @grar.de – Umfrage

Nach ‚einem Jahr Künast‘ geben wir unseren Besuchern die Möglichkeit, Ihre Meinung zur Agrarwende und zum Bio-Landbau in der aktuellen @grar.de-Umfrage zu sagen. Sagen Sie uns, was Sie von der Arbeit des Verbraucherministeriums halten! Unter allen Teilnehmern, die bis zum 19. Februar Ihre Stimme abgeben, verlosen wir zehn Eintrittskarten zu den Agrarcomputertage in Göttingen und fünf @grar.de Baseball-Caps.

Mit freundlichem Gruss aus der Redaktion

alfons Deitermann

Berlin: Neue Naturschutzgebiete

Themen: Archiv — info @ 15:02

Berlin (agrar.de) – Die oberste Naturschutzbehörde bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat zwei weitere, kleinere Gebiete unter Naturschutz gestellt: den Windmühlenberg in Spandau und die sogenannte Unkenpfuhle in Marzahn-Hellersdorf.

Die etwa fünf Hektar große Fläche in Spandau mit offensandigen Bereichen und charakteristischem Sand-Trockenrasen bevorzugen Reptilien-, Insekten- und Spinnenarten, die in Berlin besonders selten sind. In der Unkenpfuhle in Marzahn-Hellersdorf lebt die vom Aussterben bedrohte Rotbauchunke, aber auch die stark gefährdeten Arten der Wechselkröte und der Knoblauchkröte.

Damit hat Berlin jetzt 33 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von etwa 1721 Hektar. Das sind 1,9 Prozent der Berliner Stadtfläche. In Berlin-Köpenick gibt es die größten Berliner Naturschutzgebiete mit über 877 Hektar Fläche.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema Berlin.

Schleswig-Holstein: Pferdehaltung kommt immer höhere Bedeutung zu

Themen: Archiv — info @ 11:02

Neumünster (agrar.de) – ‚Ich bin beeindruckt von dem hohen Niveau der Pferdezucht und des Pferdesports in unserem Land. Der Pferdehaltung kommt – auch wirtschaftlich – eine ständig steigende Bedeutung zu.‘ Das sagte gestern der Staatssekretär im Ministerium für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus, Aloys Altmann, beim diesjährigen Schaunachmittag im Rahmen der Körveranstaltung des Pferdestammbuchs Schleswig-Holstein und Hamburg (PSB) in Neumünster. Der Staatssekretär ehrte erfolgreiche Züchterinnen und Züchter sowie Sportlerinnen und Sportler auf dem Pferdesektor.

Das jährliche Umsatzvolumen der Pferdezucht in Schleswig-Holstein werde auf etwa 250 Millionen Euro geschätzt. Daher spiele dieser Sektor eine beachtliche Rolle für die Arbeitsplatzsituation und die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum, die auch auf den Tourismussektor ausstrahle, sagte Altmann. Mit rund 55.000 Pferden verfüge Schleswig-Holstein über die größte Pferdedichte Deutschlands in Relation zur Bevölkerungsdichte. Unter anderem wegen der international bekannten Holsteiner- und Trakehner-Auktionen würden jährlich Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nach Schleswig-Holstein kommen.

Altmann: ‚Das Pferdestammbuch zeigt bei der jährlichen Hengstkörung einen bemerkenswerten Ausschnitt aus der Vielfalt der betreuten Rassen und den Nutzungsmöglichkeiten von Pferden als Sport- und Freizeitpartner. Holsteiner führen gegenwärtig die Weltrangliste der Springpferdezuchten an. Die neue Zuchtwertschätzung der Landwirtschaftskammer wird helfen, diesen hohen Standard durch weitere gezielte Selektion zu erhalten.‘ Auch Trakehner seien international begehrt. Die Zusammenarbeit mit Russland habe sich in den letzten Jahren besonders erfreulich entwickelt. Die Traberzucht könne bereits auf eine über 100-jährige erfolgreiche Tradition zurückblicken. Durch Einnahmen aus Rennwetten finanziere sich dieser Bereich schon seit langer Zeit selbst.

Links zum Thema Pferde, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

09. Februar 2002

Ausschreibung: „Ökologischer Landbau auf Agrarmessen“

Themen: Archiv — info @ 13:02

Bonn (agrar.de) – ‚Landwirtschaftliche Fachmessen sind für die Meinungsbildung und Fachinformation der Landwirte von erheblicher Bedeutung. Der Ökologische Landbau konnte sich auf den großen Landwirtschaftsaustellungen bisher kaum in Szene setzen. Deshalb soll der ökologische Landbau auf der Eurotier 2002 und der Agritechnica 2003 präsentiert werden. Darüber hinaus soll eine mobile Ausstellung zur Verwendung auf regionalen Landwirtschaftsausstellung erstellt und interessierten Nutzer zur Verfügung gestellt werden.‘

Die Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sucht zur Präsentation des ökologischen Landbaus auf Messen (Eurotier 2002, Agritechnica 2003 und regionale Landwirtschaftsmessen) einen Bieter/eine Bietergemeinschaft mit nachgewiesener Erfahrung in der Konzipierung und Realisierung entsprechender Projekte und fachlicher Kompetenz im Ökologischen Landbau.

Die Ausschreibung zur Präsentation des ökologischen Landbaus auf landwirtschaftlichen Fachmessen liegt auf der Internetseite des Bundesprogramms zum Download zur Verfügung bereit.

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Baden-Württemberg: Bio + regional = optimal

Themen: Archiv — info @ 10:02

Stuttgart (agrar.de) – Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) begrüßt das neue Bio-Zeichen Baden-Württemberg als einen wichtigen Schritt, den Absatz von Ökoprodukten aus dem Südwesten zu steigern und den ökologischen Landbau weiter auszubauen. Durch die Kombination der beiden Sympathieträger und Verbrauchertrends ‚regional‘ und ‚biologisch‘ entsteht eine starke Einheit, die jetzt in der Öffentlichkeit kommuniziert werden muss. Eine im Herbst 2001 durchgeführte Verbraucherumfrage belegt, dass sich die Verbraucher eine bessere Kennzeichnung der Ökoprodukte aus Baden-Württemberg wünschen.

‚Allerdings wird das Zeichen nur erfolgreich sein, wenn es die Erwartung der Verbraucher an hohe Bio-Standards erfüllt, wie sie die Öko-Verbände garantieren‘, betont Walter Kress vom Naturland-Verband Süd-West und einer der Sprecher der AÖL. Bei der Vermarktung müsse es deshalb darauf ankommen, vor allem den Absatz der Produkte aus den Verbandsbetrieben zu stärken.

Die landwirtschaftliche Produktion und das Lebensmittelhandwerk in Baden-Württemberg bieten den Konsumenten bereits heute ein vergleichsweise breites Sortiment an Ökowaren. Dennoch nehmen Ökoprodukte, die nicht aus dem Land stammen, auf dem hiesigen Biomarkt einen erheblichen Anteil ein. Die Gründe dafür liegen zum einen in den Kostennachteilen, die die oftmals kleinteiligeren Betriebsstrukturen im Südwesten verglichen mit anderen Regionen oder dem Ausland mit sich bringen. Zum anderen sind sie aber auch durch niedrigere Richtlinienstandards bedingt, die solche Betriebe erfüllen müssen, die nur nach der EU-Bioverordnung arbeiten.

Die AÖL setzt sich deshalb dafür ein, dass in Baden-Württemberg vor allem Bioprodukte der Verbände mit ihren strengen Richtlinien vermarktet werden. Auf den Punkt gebracht: Wenn Bio aus Baden-Württemberg, dann nach den höheren Verbandsrichtlinien, die über dem Niveau der EU-Bio-Verordnung liegen und beispielsweise keine Teilbetriebsumstellung zulassen und strengere Anforderungen an die Tierfütterung stellen.

‚Das neue Biozeichen ist ein Kennzeichnungselement, das es dem Kunden erleichtern soll, regionale Bioprodukte aus Baden-Württemberg im Handel zu erkennen‘, stellt Matthias Strobl, AÖL-Koordinator und Landesgeschäftsführer von Bioland heraus. ‚Es ist damit nur eine Ergänzung zu den eingeführten Verbandswarenzeichen, die echten Markencharakter besitzen.‘

Das Zeichen ist Teil einer Gesamtkonzeption zur Förderung der Vermarktung von Ökoprodukten aus Baden-Württemberg. Diese Gesamtkonzeption wird vom Land, der Marketinggesellschaft MBW, den in der AÖL zusammenarbeitenden Ökoverbänden, dem BNN-Einzel- und Großhandel sowie Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels und namhaften Bioverarbeitern entwickelt. Ziel ist die Erschließung neuer Kunden für die baden-württembergischen Ökoanbieter, sowohl in der klassischen Ab-Hof-Vermarktung, im Naturkosthandel als auch im Lebensmitteleinzelhandel. Gezielte Marketingmaßnahmen auch für die Bereiche Gastronomie und Großverbraucher sollen folgen.

Fazit: Für den Erfolg des neuen Zeichens wird es darauf ankommen, die hohen Zielvorgaben von Land, den Ökoverbänden und der Projektgruppe ‚Gemeinschaftsmarketing für Ökoprodukte aus Baden-Württemberg‘ in der Praxis zu erfüllen. Die in der AÖL zusammengeschlossenen Verbände sind bereit, mit ihrem fachlichen Know-how und Einsatz ihren Beitrag dazu zu leisten.

Information: Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL), Matthias Strobl, Eugenstr. 21, 72622 Nürtingen, Tel.: 07022-93266-40, Fax: 07022-93266-50.

Links zum Thema Bio-Landbau.

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