15. Februar 2002

Gesellschaft ist auf gute Agrar- und Ernährungsforschung angewiesen

Themen: Archiv — info @ 14:02

Sonnleitner: Finanzielle Grundlagen dürfen nicht geschwächt werden

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat bei der Vorstellung der ‚Bonner Erklärung‘ zur Zukunft der Agrarforschung davor gewarnt, die finanzielle Grundlage der Agrar- und Ernährungsforschung zu schwächen. Angesichts der gewaltigen Herausforderungen, die mit der Bekämpfung des Hungers und mit steigenden Anforderungen im Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz einher gehen, wäre es fatal, auf die Erkenntnisse der Wissenschaft zu verzichten.

Sonnleitner: ‚Aufgabe der Agrar- und Ernährungsforschung ist es heute, mitzuhelfen, die Rohstoffvorräte der Erde für die Nahrungsmittelerzeugung und die Produktion nachwachsender Rohstoffe nachhaltig zu nutzen.‘

Die BSE-Krise oder das MKS-Desaster in England hätten gezeigt, dass die Lösungskompetenz der Agrar- und Ernährungsforschung gebraucht werde. Die Herstellung der Lebensmittel erfolge heute arbeitsteilig in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – ganz im Mittelpunkt des aktuellen öffentlichen Interesses – müssten deshalb gemeinsam von der gesamten Produktionskette getragen und von der Wissenschaft begleitet werden. Produktqualität und Produktsicherheit erforderten mehr Wissen um biologische und biochemische Zusammenhänge. Auch eine nachhaltige Ökoproduktion oder eine moderne Ernährungsberatung seien ohne Wissenschaft nicht machbar.

Gerade die BSE-Krise habe auch deutlich gemacht, wie notwendig eine bessere Forschungskoordination ist. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn liege mit ihrem Konzept vernetzter, konzentrierter und gebündelter BSE-Forschung richtig. Nicht erst Krisen dürften aber Auslöser einer derartigen Forschungskoordination sein. Gebraucht würden bundesländer- und grenzüberschreitende Kooperationsmodelle und die Errichtung von Kompetenzzentren. Auch die Deutsche Forschungs-Gesellschaft und andere maßgebende Institute dürften keinen Bogen um die Agrarforschung machen.

‚Wir brauchen den intensiven Wissenstransfer zwischen den Forschungseinrichtungen und den Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft und ihren Beratungseinrichtungen‘, erklärte Sonnleitner. Die Ergebnisse der Hochschulforschung und die Kompetenz der Wissenschaftler müssten für die Entwicklung der Gesellschaft und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft noch besser genutzt werden. Dazu sei der Dialog mit Praxis und Beratung und der Personalaustausch auf allen Ebenen zu intensivieren.

Sonnleitner erläuterte anhand mehrerer Beispiele, welche positiven Auswirkungen die Agrar- und Ernährungsforschung in der Vergangenheit hatte. Die Ergebnisse der Agrarforschung führten neben einer kontinuierlichen Steigerung der Produktivität zu stetigen Verbesserungen im Umwelt- und Tierschutz. Ohne die agrikulturchemische Forschung wäre der Stickstoffhaushalt des Bodens für den Landwirt weiterhin eine black box mit nicht abschätzbaren Folgen für Lebensmittelqualität und Trinkwasser. Die Forschung habe dem Ackerbauer Kenntnisse über den komplizierten Jahresverlauf des Stickstoffgehaltes in seinem Acker geliefert. Folge der daraus entwickelten Düngungsstrategie: Seit 1985 seien die Stickstoff-Überschüsse um 35 Prozent gesunken.

Ohne angewandte Agrarforschung wäre der satellitengestützte Einsatz von Düngung und Pflanzenschutz nur eine Vision und keine Realität. Der technische Fortschritt ermögliche es der Landwirtschaft, die Ammoniakbelastung der Luft bei der organischen Düngung zu minimieren. Gezielte Fütterung in der Tierhaltung sorge ebenfalls für ein Mehr an Umweltschutz. Sonnleitner: ‚Dank der Forschung bei Züchtung und Anbautechnik wachsen heute auf einem Hektar Winterweizen mit 100 Doppelzentner Ertrag etwa 75.000 Mischbrote á 1 Kilogramm. 1950 war dazu die vierfache Fläche notwendig.‘

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NABU und DVL fordern Stärkung regionaler Bio-Produkte im Handel

Themen: Archiv — info @ 13:02

Nürnberg (agrar.de) – Angesichts der steigenden Nachfrage bei Bio-Lebensmitteln haben der Naturschutzbund NABU und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) an den Handel appelliert, sich stärker für eine regionale Vermarktung von Bio-Lebensmitteln einzusetzen. Eine aktuelle Studie zu Chancen und Perspektiven einer regionalen Vermarktung von Bioprodukten im Handel stellten die beiden Verbände auf der weltweit größten Bio-Messe BioFach in Nürnberg vor.

‚Der ökologische Landbau läuft Gefahr, seine regionale Verankerung zu verlieren und sich der Weltmarktorientierung des konventionellen Handels anzupassen‘, sagte NABU-Agrarexperte Florian Schöne. Die Kundennähe sei ein gewichtiger Vorteil der Regionalprodukte, der vom Handel viel stärker aufgegriffen werden müsse.

Die vom %url4%Umweltbundesamt%/% geförderte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass zahlreiche Bioprodukte aus der Region über ein großes Potenzial verfügten, zu einem strategisch wichtigen Sortiment im Handel entwickelt zu werden. Die untersuchten Initiativen und Unternehmen belegten, dass eine regionale Warenbeschaffung funktioniere, wenn zentrale Faktoren wie Qualitätsmanagement, persönliches Engagement und Produktwerbung professionell umgesetzt würden. ‚Ein Erfolg bei der Vermarktung regionaler Produkte ist bei Unternehmen zu erwarten, die nicht um die Preisführerschaft im Einzelhandel kämpfen, sondern ihren Kunden gesunde und qualitativ hochwertige Produkte garantieren wollen‘, sagte Dorle Gothe, Autorin der Studie.

Nach Ansicht von NABU und DVL böten die neuen agrarpolitischen Rahmenbedingungen einen zusätzlichen Anreiz für eine Ausweitung der regionalen Vermarktung von Bioprodukten. Dies werde auch an der steigenden Zahl von Regionalinitiativen deutlich, die sich am Markt mit ihren Konzepten etablieren könnten. Da der Trend zu Qualität, Transparenz und Kontrolle gehe, würden hier ohnehin vermehrt Bioprodukte nachgefragt. ‚Es ist höchste Zeit, dass der Ökolandbau diese Regionalentwicklung des Marktes bewusst aufgreift und mitgestaltet‘, so Josef Göppel, Vorsitzender des DVL.

Weitere Informationen sowie die 40-seitigen Studie sind erhältlich bei: Florian Schöne (NABU), Tel.: 0172-5966097, Bernd Bluemlein (DVL), Tel.: 0981-9504-247

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Verbraucherpreise im Januar 2002 um 2,1 Prozent gestiegen

Themen: Archiv — info @ 11:02

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im Januar 2002 gegenüber Januar 2001 um 2,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Dezember 2001 ergibt sich eine Erhöhung um 0,9 Prozent. Die Schätzung für Januar 2002 auf Grund der Ergebnisse aus sechs Bundesländern wurde damit bestätigt.

Im Dezember und November 2001 hatten die Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahresmonat bei jeweils 1,7 Prozent gelegen. Die Teuerungsrate erreichte 2001 ihren Höchststand im Mai (+ 3,5 Prozent). Bis zum Jahresende war sie stetig zurückgegangen.

Überdurchschnittlich stiegen die Preise der Nahrungsmittel (+ 6,7 Prozent gegenüber Januar 2001). So lag die Jahresteuerungsrate für Obst und Gemüse bei 7,2 Prozent bzw. 18,3 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat betrugen die Steigerungsraten 8,6 Prozent bzw. 20,0 Prozent. Maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung dürfte der starke Wintereinbruch auch in Südeuropa zum Jahresende 2001 gehabt haben. Stark erhöht haben sich auch die Preise für Fische und Fischwaren (+ 7,4 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Eier (+ 7,7 Prozent). Unter den Nahrungsmitteln waren lediglich Kaffee, Tee, Kakao günstiger als im Vorjahr (– 1,0 Prozent).

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Künast: Mehr als 2000 Produkte tragen Bio-Siegel

Themen: Archiv — info @ 11:02

BioFach zeigt internationalen Boom der Branche

Bonn (agrar.de) – ‚Der Biomarkt boomt. Und das, obwohl unsere neuen Maßnahmen zur Förderung des Öko-Landbaus erst noch greifen werden‘, erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast am 14. Februar in Nürnberg zur Eröffnung der Fachmesse für Bioprodukte BioFach 2002. Das Bio-Siegel sei bereits ein voller Erfolg. Mit dem 232. Unternehmen, welches das Bio-Siegel einsetze, habe man die ‚2000-Produkt-Grenze‘ überschritten. Nun würden nach Angaben der Unternehmen 2205 Produkte mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet.

‚Unser Bio-Siegel schafft Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die damit auf einen Blick Öko-Produkte erkennen können‘, so Künast. Das Siegel werde ihnen durch die nun beginnende Informationskampagne mit TV-Spots, Großplakaten und Anzeigen bekannt gemacht. Die Ministerin wies darauf hin, dass Bio-Siegel-Produkte aus dem In- und Ausland nach der EG-Ökoverordnung produziert und kontrolliert würden und dass deren landwirtschaftliche Zutaten zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammten. Mit dem EU-Niveau der Biosiegel-Kriterien sei der Zugang auch für Produkte aus dem Ausland sicher gestellt. Damit würden Öko-Produkte für die großen Einzelhandelsketten noch interessanter, da diese auf ein breites Sortiment angewiesen seien.

Zusätzlich habe sie umfangreiche Maßnahmen zur Stärkung des Öko-Landbaus auf den Weg gebracht, erklärte Künast. Höhere Prämien für die Umstellung und Beibehaltung des Öko-Landbaus sowie attraktivere Förderbedingungen für die Organisation der Vermarktung habe man bereits umgesetzt. Mit dem neuen Bundesprogramm Ökologischer Landbau werde u.a. die Information zur Betriebsumstellung auf Öko-Landbau intensiviert. ‚Damit haben wir die entscheidenden Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der Ökologischen Landwirtschaft geschaffen‘, so Künast.

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Artenschutz als landwirtschaftliches Produkt anerkennen

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 09:02

Nachfrage und Honorierung durch Gesellschaft entscheidend

Bonn (agrar.de) – Naturschützer und Landwirte sind sich einig: Artenschutz in der Kulturlandschaft kann nur mit den Bauern zusammen gewährleistet werden. Die bislang vorliegenden Erfahrungen zeigen, dass der Schutz der freilebenden Tier- und Pflanzenarten jedoch noch verbessert werden kann. Unabhängig von dem jeweiligen landwirtschaftlichen Produktionssystem stellen nämlich Bodenbearbeitung, Saat, Pflege und Ernte gleichermaßen notwendige wie gravierende Eingriffe dar, die für die Tier- und Pflanzenwelt nicht ohne Folgen bleiben können 1). Um so größere Bedeutung gewinnen deshalb Biotope, Saum- und Randstrukturen als Lebensräume: Deren Anlage und Pflege muss von Politik und Gesellschaft als ureigenstes Anliegen verstanden und die Ausgestaltung entsprechender Agrar-Umweltprogramme verlässlich sichergestellt werden.

Natur- und Artenschutz darf jedoch nicht als Erhaltung eines Status quo verstanden werden. Erst die Zu- und Abwanderung von Arten hat im Zuge der Inkulturnahme und Bewirtschaftung weiter Teile Deutschlands zu der heute als schützenswert geltenden Vielfalt von Landschaften und Arten geführt. Andererseits wird seit jeher über Saatgutreinigung, Bodenbearbeitung, Aussaat- und Erntetechnik, Züchtung und verschiedenste Formen der Unkrautbekämpfung in allen Landbauformen darum gerungen, z.B. eine zu starke Verunkrautung der Felder zu verhindern. Un- oder Beikräuter konkurrieren nämlich mit den Kulturpflanzen nicht nur um Wasser, Nährstoffe, Standraum und Licht, sie sind auch Zwischenwirte von Krankheiten und Schädlingen, erschweren die Ernte und verursachen gravierende Ertrags- und Qualitätseinbußen. Vor diesem Hintergrund ist ein umfassender Schutz der ‚Beikraut‘-Flora in den bewirtschafteten Flächen weder praktikabel noch sinnvoll. Neben der bereits genannten Förderung von Biotopen und Saumstrukturen können aber beispielsweise Ackerrandstreifenprogramme gute Beiträge zum Artenschutz leisten.

1) Frangenberg, A., et al., 2001: „Naturschutz in und mit der Landwirtschaft“. Heft 2/2001 der ilu-Schriftenreihe. Bezug über die FIL GmbH, Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, Fax: 02 28 – 9 79 93 40. Preis EURO 7,67 zzgl. EURO 1,28 Versandkosten.

Information: Institut für Landwirtschaft und Umwelt (ILU), Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, Tel.: 0228-97993-25, Fax: 0228-97993-40, E-Mail.

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14. Februar 2002

Fish International in Bremen

Themen: Archiv — info @ 15:02

Bremen (agrar.de) – 500 internationale Firmen aus Industrie, Im- und Export, Großhandel, Logistik und Service bieten Produkte für die gesamte Wertschöpfungskette Fisch auf vier Fachmessen unter einem Dach: Die Fish International erwartet von heute bis zum 17. Februar rund 15.000 Fachbesucher und Einkäufer aus 71 Ländern. Die Messe gliedert sich in die Bereiche ‚Trading Market‘, ‚Technology‘, ‚Logistics‘ und ‚Point of Sale‘, die für Übersicht sorgen und eine gezielte Kontaktaufnahme zwischen Ausstellern und Interessenten ermöglichen sollen.

Produktqualität und Qualitätssicherung sind nach Angaben der Veranstalter das zentrale Thema bei den Ausstellern und im begleitenden Fachprogramm.

Bereits seit dem 12. Februar tagen rund 130 Vertreter von Regierungen, der Fischereiindustrie und von Nichtregierungsorganisationen in Bremen. Die Tagung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehört zum Begleitprogramm der Fachmesse. Hauptthemen des Treffens: Lebensmittelsicherheit beim Fisch und Schutz gefährdeter Bestände.

U.a. sollen genaue Kriterien verabschiedet werden, die festlegen, welche Meerestiere auf die Verbotslisten des Washingtoner Artenschutzabkommens (%url6%CITES%/%) gesetzt werden sollen, um deren Ausrottung zu verhindern.

Die Delegierten werden ausserdem über international einheitliche Richtlinien für Zertifikate für Fischprodukte beraten. Seit Beginn des Jahres müssen Fischprodukte in der EU gekennzeichnet sein, um den Verbraucher darüber zu informieren, wo der Fisch gefangen wurde und ob er aus einer nachhaltigen Produktion stammt. Dies wird auch die Transparenz der Produkte für die Verbraucher erhöhen.

Die Konferenz des FAO-Unterausschusses Fischhandel, die früher nur am Hauptsitz der FAO in Rom tagte, findet seit 1996 alle zwei Jahre im Rahmen der ‚fish international‘ in statt.

Links zum Thema %url4%Fische%/%, Links zum Thema %url5%Messen%/%.

Ökolandbau in Entwicklungsländern – Weg aus Welthungerkrise

Themen: Archiv — info @ 14:02

Greenpeace überreicht Renate Künast neue Studie zur ökologischen Landwirtschaft

Nürnberg (agrar.de) – Ökologische Landwirtschaft spielt bei der Bekämpfung des Welthungers eine tragende Rolle. Dies belegt die neue von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie ‚The Real Green Revolution‘ des Wissenschaftlers Nick Parrott von der Cardiff University in Großbritannien.

Demnach werden schon heute in vielen Entwicklungsländern mit ökologischer Landwirtschaft Erträge erzielt, die weit über denen aus der herkömmlichen Landwirtschaft liegen. Vor allem in Gebieten, in denen die Felder unter schwierigen Bedingungen aber mit traditionellen Methoden – ohne Chemikalien oder Gentechnik – bewirtschaftet werden, verzeichnen die Bauern enorme Ernteerfolge.

Die Studie, die Greenpeace heute gemeinsam mit IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) auf der internationalen Messe für Naturkost (%url4%Biofach 2002%/%) in Nürnberg veröffentlichte, wurde am Nachmittag Landwirtschaftsministerin Künast persönlich übergeben. Dabei warnte Greenpeace vor der Gefahr, dass große Agrarkonzerne mit Patenten auf Pflanzen und Saatgut den Bauern die landwirtschaftliche Produktion zunehmend diktieren und forderte, besonders in den Entwicklungsländern die ökologische Landwirtschaft finanziell zu fördern.

‚Entgegen der weit verbreiteten Meinung belegt die Studie, dass ökologische Landwirtschaft auch in den Entwicklungsländern sehr gut funktioniert,‘ erklärt Oliver Knowles, Sprecher von Greenpeace England. ‚Deshalb müssen wir umso mehr dem Trend entgegenwirken, dass weltweit operierende Konzerne die Agrarmärkte beherrschen. Das Welthungerproblem lässt sich nicht mit Genpflanzen bekämpfen, sondern mit der Förderung einer Landwirtschaft, die lokale, soziale und kulturelle Strukturen der Region, sowie das traditionelle Wissen der Bauern berücksichtigt.‘

Die Studie nennt zahlreiche Beispiele, die den Erfolg der ökologischen Landwirtschaft in Entwicklungsländern belegt. So fällt die Baumwollernte der Bauern in Madhya Pradesh/Indien durchschnittlich um 20 Prozent höher aus, als die ihrer Nachbarn mit konventionellem Baumwollanbau. In Madagaskar ließ sich die Reisernte aus dem Anbau mit ökologischen Methoden der SRI (System of Rice Intensification) sogar verdoppeln.

Weltweit wird mehr als ein Viertel des Bodens landwirtschaftlich genutzt. Doch in den vergangenen 50 Jahren degradierten zwei Drittel dieser Fläche durch Erosion, Versalzung und Nährstoffabbau. Maßgeblich dazu beigetragen hat die von den Agrarkonzernen propagierte ‚Grüne Revolution‘, die die Hungersnot in den Entwicklungsländern durch Hochertragssorten, Kunstdünger, Pestiziden und neuerdings durch den Einsatz von Gentechnik bekämpfen sollte. Stattdessen werden jedoch die Grundlagen für unsere Ernährung wie fruchtbare Böden, sauberes Wasser und viele Tier- und Pflanzenarten zerstört. Weltweit leiden über 800 Millionen Menschen an Hunger.

Links zum Thema %url6%Bio-Landbau%/%.

BIOFACH in Nürnberg

Themen: Archiv — info @ 14:02

Nürnberg (agrar.de) – Rund 2.000 Aussteller und mehr als 25.000 Fachbesucher aus aller Welt werden zur BioFach 2002 im Messezentrum Nürnberg erwartet, die heute eröffnet wird. Damit wächst die Weltleitmesse für Naturkost und Naturwaren erneut kräftig.

Waren es früher vor allem Inhaber von Naturkostläden und Reformhäusern, die sich auf der Fachmesse informierten, wird die BioFach immer attraktiver für weitere Fachbesucherkreise: Einkäufer von Bio-Supermärkten und des konventionellen Lebensmitteleinzelhandels informieren sich in Nürnberg ebenso über Messe und Markt wie konventionelle Lebensmittelproduzenten, die Biokost in ihr Programm aufnehmen wollen.

Schließlich ist die BioFach auch jährlicher Treffpunkt von über 4.000 Bio-Bauern und Umstellungsinteressierten und damit wohl europaweit die größte Versammlung dieses Berufsstandes.

Das Land des Jahres ist diesmal Spanien, das sich mit köstlichen Spezialitäten und seiner temperamentvollen Lebensart vorstellt. Nicht nur Verkostungen im Weindorf, an der Olivenölbar, im Tea Garden oder an der Coffee-Bar garantieren Gaumenkitzel.

Bis zum 17. Februar ist die Messe täglich 9 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag findet zusätzlich eine Abendveranstaltung, die ‚BioNacht‘ von 18 bis 21 Uhr, statt.

Links zum Thema Bio-Vermarktung und Naturkost, Links zum Thema %url3%Messen%/%.

DVT: Qualitätsanstrengungen der Mischfutterbranche honorieren

Themen: Archiv — info @ 12:02

Hannover (agrar.de) – ‚Die deutschen Mischfutterhersteller sind nicht mehr länger bereit, für die Versäumnisse und Fehler anderer den Kopf hinzuhalten‘. Mit diesen Worten kommentierte Walter Remmers als Vertreter des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) heute in Hannover die jüngsten Ereignisse um die mit Antibiotika belasteten Shrimps. Diese waren aufgrund krimineller Machenschaften in den Niederlanden nach Deutschland gelangt, in Niedersachsen – da als unbedenklich deklariert – zu Fischmehl verarbeitet und von dort aus als Futtermittel verkauft worden. Aufgrund nicht weitergeleiteter Akten in niederländischen Behörden und im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wurde der Skandal erst Mitte Januar in Niedersachsen bekannt. Die niedersächsischen Behörden handelten umgehend und veranlassten die Sicherstellung des Fischmehls sowie der mit diesem Fischmehl hergestellten Futtermittelpartien. In der Folge wurden auch Tierbestände gesperrt.

Wie die niedersächsischen Behörden zwischenzeitlich mitgeteilt haben, konnte das Antibiotikum weder in den Futtermitteln und noch in den Tieren nachgewiesen werden. Während die Tierbestände – unter Auflagen – wieder freigegeben werden sollen, sind die Futtermittel nach wie vor gesperrt. Was damit geschehen soll, ist unklar. Brüssel und Berlin hüllen sich in Schweigen.

‚Wir werden es nicht hinnehmen, dass wir als Sündenbock hingestellt werden und auf den Kosten sitzen bleiben‘, so Remmers. Schließlich habe sich die Branche nichts vorzuwerfen. Ganz im Gegenteil: die Qualitätssicherungsmaßnahmen der Firmen hätten wesentlich dazu beigetragen, die Verteilung und den Verbleib der Futtermittel schnellstmöglich aufzuklären. ‚Anstatt die Qualitätsanstrengungen der Branche zu honorieren, wird der Öffentlichkeit vorgemacht, es handle sich hier um ein Futtermittelproblem‘.

Information: Deutscher Verband Tiernahrung (DVT), Beueler Bahnhofsplatz 18, 53225 Bonn, Tel.: 0228-97568-23, Fax: 0228-97568-68, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Futtermittelwerke%/%.

Geprüfte Qualität von Rindfleisch: EU-Kommission genehmigt Beihilfe für Bayern

Themen: Archiv — info @ 11:02

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat heute Deutschland (Bayern) ermächtigt, für die Einführung eines neuen Qualitätszeichens (‚Geprüfte Qualität‘) eine staatliche Beihilfe im Gesamtumfang von 3,5 Mio. EUR für das Jahr 2002 zu gewähren. Für die Jahre 2003 und 2004 wurde ein jährlicher Beihilfeumfang von mehr als 2 Mio. EUR genehmigt.

Franz Fischler, zuständiges Kommissionsmitglied für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei äußerte sich hierzu wie folgt: ‚Ich unterstütze diese Initiative voll und ganz. Das Qualitätszeichen ist Teil eines umfassenden Qualitätssicherungs- und Kontrollprogramms, das eingeführt worden ist, um nach dem erheblichen Rückgang des Rindfleischabsatzes infolge der BSE-Krise das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen.‘

Zugang zu dem Qualitätszeichen haben alle Unternehmen in der Europäischen Union, sofern sie die Anforderungen des Qualitätsprogramms erfüllen.

Mit der Beihilfe werden mehrere Einzelmaßnahmen gefördert, wie:

– Kontrollen und Zertifizierung der Unternehmen, die am Qualitätsprogramm teilnehmen; – Informationsmaßnahmen zur Bekanntmachung des Qualitätszeichens und seiner Leistungsinhalte bei den Verbrauchern; – Verkaufsförderungsaktionen und Werbemaßnahmen.

Die Kommission hat die Beihilfe auf der Grundlage der neuen Gemeinschaftsleitlinien für staatliche Beihilfen zur Werbung für landwirtschaftliche Erzeugnisse genehmigt, die am 1. Januar 2002 in Kraft traten. Diese Leitlinien ermöglichen erstmals, dass auf ein und demselben Qualitätszeichen sowohl Informationen über die Qualität des Erzeugnisses als auch Angaben über seine Herkunft zu lesen sind. Die Teilnahme an dem Qualitätszeichen steht Erzeugern aus der gesamten Europäischen Union offen, die in diesem Zusammenhang jeweils auf die Herkunft ihres Qualitätserzeugnisses verweisen können.

Ebenfalls genehmigte die Kommission Beihilfenmaßnahmen für bayern zum Schutz von Verbrauchern vor BSE.

Die Beihilfen, beantragt zur Deckung der Kosten der Verbrennung von Tiermehl und tierischen Fetten und teilweise für den Transport dieser Risikomaterialien zu den Verbrennungsanlagen, belaufen sich auf rund 51 Mio. EUR. Sie sind auf rd. 112,5 EUR je Tonne Tiermehl oder Fett begrenzt.

Links zum Bundesland Bayern.

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