18. Februar 2002

Saarland: Mörsdorf geht neue Wege bei der Beratung

Themen: Archiv,Saarland — info @ 15:02

Saarbrücken (agrar.de) – Am heutigen Montag unterzeichnen Umweltminister Stefan Mörsdorf und Manfred Nafziger, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau, einen Dienstleistungsvertrag über die Beratung saarländischer Landwirtschaftsbetriebe. Gegenstand des Vertrages ist die Beratung saarländischer Landwirtschaftsbetriebe, die Interesse an der Umstellung auf ökologischen Landbau haben. In der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) sind alle ökologischen Landbauverbände zusammengefasst, die im Saarland und in Rheinland-Pfalz tätig sind.

Die Umstellungsberatung wird seitens der AÖL mit erfahrenen Fachkräften durchgeführt und erfolgt in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer für das Saarland. Die Vorteile des ökologischen Landbaus liegen insbesondere in einer geringeren Belastung von Boden, Wasser und Luft und im Tierhaltungsverfahren werden die Erwartungen der Verbraucher an eine artgerechte Tierhaltung in besonderer Weise erfüllt. Im Saarland wirtschaften derzeit 77 Landwirtschaftsbetriebe nach den Regeln des ökologischen Landbaus. Diese Betriebe sind in dem sogenannten ‚SAUM-Programm‘ (Saarländische Agrarumweltmaßnahmen) und erhalten eine entsprechende Förderung. Die geförderten Betriebe bewirtschaften insgesamt eine Fläche von nahezu 4.500 ha, womit der Anteil der Ökoflächen bei ca. 6 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Saarland liegt.

Minister Stefan Mörsdorf wörtlich: ‚Mit einem Anteil von ca. 6 Prozent gegenüber einem Bundesschnitt von 2,5 Prozent nimmt das Saarland im bundesweiten Vergleich eine Spitzenposition in der ökologischen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen ein. Diese erfreuliche Tatsache bedeutet für uns jedoch kein Ruhekissen, sondern ein Ansporn noch mehr in diesem Bereich zu tun.‘

Informationen erteilen die Landwirtschaftskammer für das Saarland (Tel. 0681-6650520) und die Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau (Tel. 0671-44319).

Links zum Bundesland Saarland.

Thüringer Landwirte beim Umwelt- und Verbraucherschutz vorn

Themen: Archiv — info @ 15:02

Erfurt (agrar.de) – Erstmals in Europa haben zwei Agrarunternehmen aus Thüringen, die Teichwolframsdorfer Agrar GmbH & Co KG sowie die Agrargenossenschaft ‚Osterland‘ e.G. Köckritz, ein Umweltmanagementsystem nach der europäischen EMAS-Verordnung aufgebaut und eingeführt. Der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, gratulierte den beiden Unternehmen und dankte den Betriebsleitern sowie den Mitarbeitern für ihr freiwilliges Engagement: ‚Einmal mehr zeigen Landwirtschaftsbetriebe aus Thüringen wie Eigenverantwortung für den Schutz unserer Umwelt und den Schutz der Verbraucher praktisch funktioniert.‘

Ziel der EMAS-Verordnung (engl. Abkürzung für Eco Management and Audit Scheme; dt.: Umwelt Management- und Prüfungssystem) ist die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung des teilnehmenden Unternehmens über das gesetzlich geforderte Niveau hinaus. Die Umweltleistungen sowie ein Programm zur Verbesserung der Umweltauswirkungen werden von den Unternehmen dokumentiert. Ein unabhängiger Umweltgutachter prüft die Zuverlässigkeit der Angaben. Das Testat des Gutachters ist die Grundlage für die Eintragung in ein europaweites Register der teilnehmenden Organisationen.

Die Eintragung in das EMAS-Register berechtigt zur Führung des EMAS-Logos als anerkanntes Zeichen dafür, dass dieses Unternehmen die Einhaltung aller einschlägigen Umweltvorschriften sicherstellt und Verbesserungen über dieses Maß hinaus anstrebt und dass es alle wesentlichen Umweltauswirkungen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltleistungen regelmäßig prüfen lässt und veröffentlicht.

Dass gerade zwei Thüringer Unternehmen europaweit die ersten sind, die sich mit den klassi-schen landwirtschaftlichen Bereichen Ackerbau und Rinderhaltung an EMAS beteiligen, ist für Minister Dr. Sklenar kein Zufall, sondern Ergebnis einer langfristigen strategischen Ausrichtung: ‚Schon seit 1996 haben landwirtschaftliche Praktiker und Agrarpolitik in Thüringen auf dieses Ziel mit Pilotprojekten und politischen Initiativen hingearbeitet.‘ Noch im Januar hatten sich Agrar- und Umweltexperten aus ganz Deutschland in Thüringen ein Bild von der Anwendbarkeit des EMAS-Systems in der Landwirtschaft gemacht.

Wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführbarkeit von EMAS in der Landwirtschaft ist das System ‚Kriterien umweltverträglicher Landbewirtschaftung‘ (KUL), dass in der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft entwickelt wurde und inzwischen vom Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) unter dem Titel ‚Umweltsicherungssystem Landwirtschaft‘ (USL) bundesweit geprüft und zertifiziert wird.

Sowohl die Teichwolframsdorfer Agrar GmbH & Co KG als auch die Agrargenossenschaft „Osterland“e.G. Köckritz haben für ihr EMAS das System KUL angewandt. Die Urkunden zur Eintragung in das europaweite Teilnahmeregister wird Minister Dr. Sklenar am 27. Februar 2002 im Rahmen der 4. Jahrestagung der Thüringer Landwirtschaft auf der Messe in Erfurt übergeben.

@grar.de %url2%EMAS-Seiten%/%, Links zum Thema %url3%Umwelt-Audit%/%, Links zum Bundesland %url6%Thüringen%/%.

Bioland und Pro-Bio kooperieren

Themen: Archiv — info @ 13:02

Nürnberg (agrar.de) – Bioland und Pro-Bio, die jeweils größten ökologischen Anbauverbände in Deutschland und der Tschechischen Republik, haben im Rahmen der BioFach in Nürnberg die Vereinbarung einer Kooperationspartnerschaft unterzeichnet. Mit gemeinsamen Projekten zu Kontrollverfahren, Qualitätssicherung, Beratung sowie Öffentlichkeits- und Richtlinienarbeit soll länderübergreifend ein hoher Qualitätsstandard für Bio-Lebensmittel gesichert werden.

Die Bäuerinnen und Bauern der beiden Bio-Verbände wollen mit diesem Schritt den privatrechtlich organisierten ökologischen Landbau in Deutschland und in der Tschechischen Republik international stärken und regional weiter entwickeln.

Die Pläne zur EU-Ost-Erweiterung der Europäischen Union sehen einen Beitritt der Tschechischen Republik in die Europäischen Gemeinschaft zum Jahr 2004 vor.

Pro-Bio vertritt 482 Mitglieder, darunter sind rund 400 landwirtschaftliche Betriebe, 50 Naturkostläden sowie Verarbeiter, landwirtschaftliche Schulen und Berater. Die Betriebe bewirtschaften zusammen 120.000 Hektar Fläche.

Bioland, 1971 gegründet, vereint heute 4.150 landwirtschaftliche Betriebe, die 146.000 Hektar ökologisch bewirtschaften. Unterstützt werden die Erzeuger von knapp 730 Verarbeitern wie Bäckereien, Fleischereien und Molkereien.

Information: Bioland – Bundesverband für organisch-biologischen Landbau, Kaiserstr. 18, 55116 Mainz, Tel.: 06131-239790, Fax: 06131-2397927, E-Mail.

Links zum Thema %url4%Bio-Verbände%/%.

QS: Info-Hotline erreichbar

Themen: Archiv — info @ 12:02

Bonn (agrar.de) – Haben Sie Fragen zum System ‚Qualität + Sicherheit‘ (QS)? Schnelle Informationen erhalten Sie ab sofort bei der QS-Hotline, die heute an den Start geht.

Unter der Rufnummer 0180/5600999 können Landwirte von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr ihre Fragen zu dem neuen Prüfzeichen stellen. Damit bietet die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA ) Praktikern die Möglichkeit, sich gezielt über die Teilnahme an dem stufenübergreifenden Qualitätssicherungssystem zu informieren, das dazu beiträgt, bei den Verbrauchern verloren gegangenes Vertrauen in die Erzeugung von Fleisch und Fleischwaren wieder herzustellen.

Für Anrufer fallen lediglich die Gesprächsgebühren in Höhe von 12 Cent/Minute an.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und -kontrolle.

Ökologische Leistungen durchaus erschwinglich

Themen: Archiv — info @ 11:02

ZALF entwickelt Modell zur Untersuchung der Wechselwirkung von Umwelt- und Naturschutzzielen mit der Landwirtschaft

Müncheberg (agrar.de) – Ist eine stärkere Berücksichtigung von Umwelt- und Naturschutzinteressen in der Agrarlandschaftsnutzung automatisch mit Einkommenseinbußen bei den Landwirten verbunden? Dieser Frage gehen Msc. Peter Zander und Prof. Dr. Harald Kächele vom Institut für Sozioökonomie am Müncheberger Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF) nach. Ein von ihnen entwickeltes Computermodell zeigt auf, welche Wechselwirkungen zwischen Einkommenszielen von Landwirten und verstärktem Schutz der Umwelt bestehen.

‚Die Landwirte überschätzen und die Naturschützer unterschätzen in der Regel die tatsächlichen Kosten, die durch ein Mehr an Natur- und Umweltschutz in unseren Agrarlandschaften entstehe‘, so Prof. Kächele. Ziel der wissenschaftlichen Arbeiten ist es, zu einer Versachlichung der teilweise sehr heftig geführten Kontroversen zwischen Landwirten und Naturschützern beizutragen.

In ersten Modellstudien konnten die beiden Wissenschaftler nachweisen, dass mit Einkommensverlusten von 2-5 Prozent durchaus eine Verbesserung der ökologischen Ziele (z.B. Erosionsschutz oder Amphibienerhalt) von bis zu 30 Prozent erreicht werden kann. ‚Wir können natürlich bei der sehr angespannten Situation in unseren landwirtschaftlichen Betrieben nicht erwarten, dass die Bauern ökologische Leistungen zum Nulltarif erbringen. Wir können aber mit dem Modell zeigen, dass Umweltschutz in der Agrarlandschaft lange nicht so teuer ist, wie von vielen befürchtet‘, so Prof. Kächele weiter.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema Forschung.

Bundesprogramm Öko-Landbau: Neue Ausschreibungen

Themen: Archiv — info @ 10:02

Bonn (agrar.de) – Die Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sucht zur Schaffung eines Netzwerks von Demonstrationsbetrieben regionaltypische Ökobetriebe aus allen Landschaftsräumen Deutschlands, deren Betriebsleiter bereit sind, ihren Betrieb zum unmittelbaren Informationsaustausch mit Berufskollegen und anderen interessierten Gruppen an mehreren Tagen im Jahr zu öffnen.

Es ist vorgesehen, ein dezentrales, gleichmäßig über Deutschland verteiltes Netz von etwa 200 Demonstrationsbetrieben des ökologischen Landbaus zu schaffen. Hierdurch soll Landwirten, aber auch Vermarktern von Bioprodukten und anderen interessierten Gruppen der Zugang zu geeigneten Anschauungsobjekten mit Vorbildcharakter erleichtert werden. Ihnen soll damit die Möglichkeit zur praxisrelevanten Informationsbeschaffung geboten werden.

Für die Koordination und Betreuung dieses Netzes sucht die Geschäftsstelle einen Bieter/eine Bietergemeinschaft mit Kenntnissen über die Akteure des ökologischen Landbaus in Deutschland sowie kommunikative Fähigkeiten im Bereich der landwirtschaftlichen Praxis und Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit.

Ausschreibungen: Schaffung eines Netzes von Demonstrationsbetrieben des ökologischen Landbaus (%url7%PDF-Datei%/%), %url5%Koordination und Betreuung eines Netzes von Demonstrationsbetrieben des ökologischen Landbaus%/% (%url8%PDF-Datei%/%),

Links zum Thema %url6%Bio-Landbau%/%.

Rheinland-Pfalz: Nur zwei Prozent weniger Rinder geschlachtet

Themen: Archiv — info @ 10:02

BSE-Krise schlug sich nur zu Beginn des Jahres 2001 nieder

Bad Ems (agrar.de) – 112.000 Rinder wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz geschlachtet, das waren nur zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die BSE-Krise hat sich dennoch in der Statistik niedergeschlagen. Nachdem im November 2000 erstmals in Deutschland die BSE-Erkrankung nachgewiesen wurde, schränkten die Konsumenten den Rindfleischkonsum stark ein. Als Folge davon lag auch in Rheinland-Pfalz die Zahl der geschlachteten Rinder Anfang 2001 um mehr als ein Drittel unter der des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Vom Frühjahr an war dann aber wieder eine deutliche Erhöhung der Rinderschlachtungen festzustellen. Im April wurde mit etwa 8.400 fast 90 Prozent des Vorjahreswertes erreicht, in der zweiten Jahreshälfte sind monatlich sogar mehr Rinder geschlachtet worden als in den Vorjahresmonaten.

Um sieben Prozent auf rund 1,1 Millionen zurückgegangen ist die Zahl der in Rheinland-Pfalz geschlachteten Schweine. Die Schafschlachtungen nahmen um gut drei Prozent auf 66.600 ab.

Rheinland-Pfalz ist sowohl bei Rind- als auch bei Schweinefleisch in hohem Maße auf Zufuhren aus anderen Bundesländern bzw. aus dem Ausland angewiesen. Insofern geben die Schlachtungszahlen nur bedingt Hinweise auf die Entwicklung des Fleischkonsums.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

15. Februar 2002

Thüringen: 28.100 Arbeitskräfte in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:02

Weniger ständig Beschäftigte – mehr Saisonkräfte

Erfurt (agrar.de) – Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik waren im April 2001 in den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens 28.100 Personen beschäftigt. Von diesen waren 23.300 Personen ständig beschäftigt. Die Anzahl der in den landwirtschaftlichen Betrieben ständig Beschäftigten nahm gegenüber 1999 um 1.300 Personen bzw. 5 Prozent ab.

Von den ständig Beschäftigten waren 15.900 Personen bzw. 68 Prozent in Vollzeit beschäftigt, 7.400 Personen gingen einer Teilzeitbeschäftigung nach.

Neben den ständig Beschäftigten standen 4.800 Personen in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Diese Personen waren weniger als drei Monate in den landwirtschaftlichen Betrieben tätig und wurden besonders zur Überwindung von Arbeitspitzen eingestellt. Die Anzahl der nicht ständigen Arbeitskräfte (u.a. Saisonarbeitskräfte) war um ein Drittel bzw. 1.200 Personen höher als vor zwei Jahren.

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik weiter mitteilt, waren 21.100 Personen (drei Viertel aller in den landwirtschaftlichen Betrieben Beschäftigten) familienfremde Arbeitskräfte. Von diesen waren 16.300 Personen ständig beschäftigt. Die Anzahl der ständig beschäftigten familienfremden Arbeitskräfte ging innerhalb von zwei Jahren um 1.100 Personen bzw. um 6 Prozent zurück. Knapp 90 Prozent (wie auch 1999) dieser Personengruppe hatten eine Vollzeitbeschäftigung.

7.000 Beschäftigte waren Familienarbeitskräfte in den Einzelunternehmen. Im Jahr 1999 waren 7.200 Familienarbeitskräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben tätig. 30 Prozent der Betriebsinhaber und 9 Prozent der mithelfenden Familienangehörigen waren vollbeschäftigt (1999: 26 Prozent und 9 Prozent). Zusätzlich zur Arbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben gingen, wie auch vor zwei Jahren, über ein Drittel der in den Betrieben beschäftigten Familienangehörigen einer anderen Erwerbstätigkeit nach. Von den Betriebsinhabern waren 44 Prozent gleichzeitig anderweitig erwerbstätig.

Links zum Thema Arbeitsmarkt, Links zum Bundesland Thüringen.

DBV: Berglandwirtschaft braucht Ausgleich für schwierige Wirtschaftsbedingungen

Themen: Archiv — info @ 15:02

Berlin (agrar.de) – Zum Auftakt des Internationalen Jahres der Berge 2002, das Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast heute in München offiziell eröffnet, weist der Deutsche Bauernverband (DBV) auf die enormen Leistungen der Land- und Forstwirtschaft in den deutschen Hoch- und Mittelgebirgsregionen hin. Durch die Acker-, Wiesen- und Waldbewirtschaftung werden in diesen Gebieten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen etwa 80 Prozent der Fläche von den Land- und Forstwirten gepflegt und erhalten. Eine vielfältige Landschaft bietet hier in hohem Maße einen attraktiven Lebens-, Freizeit- und Erholungsraum.

Um die von der Gesellschaft eingeforderten multifunktionalen Leistungen der Land- und Forstwirtschaft in diesen Gebieten weiterhin zu gewährleisten, fordert der Deutsche Bauernverband Rahmenbedingungen, die eine unternehmerische Land- und Forstwirtschaft auch weiterhin möglich machen. Dazu gehören insbesondere die Weiterentwicklung und Anpassung des Systems der Ausgleichszahlungen für Gebiete mit natürlichen Benachteiligungen (Ausgleichszulage) bzw. die leistungsgerechte Honorierung der speziellen Umweltleistungen der Land- und Forstwirtschaft in diesen Gebieten. Bund und Länder sind deshalb vor allem aufgefordert, die Ausgleichszulagenmittel aufzustocken.

Der wirtschaftliche Anpassungsdruck auf die Land- und Forstwirtschaft ist in den von der Natur benachteiligten Gebieten besonders groß. Nach aktuellen Ergebnissen des Agrarberichtes der Bundesregierung liegt das Unternehmensergebnis der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in den benachteiligten Gebieten trotz Ausgleichszulage mit 29.800 Euro um 28 Prozent unter dem Unternehmensergebnis in nicht benachteiligten Gebieten (41.200 Euro).

Information: DBV-Pressestelle, Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431

Links zum Thema Förderung, Links zum Thema Verbände.

Thüringen: Besitzverhältnisse in landw. Betrieben 2001

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 14:02

92 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen waren Pachtflächen

Erfurt (agrar.de) – Nach den repräsentativen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung im Jahr 2001 wurden von den rund 4.900 landwirtschaftlichen Betrieben 801.900 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (LF) bewirtschaftet.

Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik waren 741.400 Hektar bzw. 92 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Pachtflächen. Im Landesdurchschnitt pachteten die Betriebe 215 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche. 70 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten fremden Grund und Boden. Dabei produzierte über ein Viertel der Betriebe (27 Prozent) ausschließlich auf gepachteten Flächen.

Knapp drei Viertel (73 Prozent) der landwirtschaftlichen Betriebe verfügten über 63.900 Hektar eigene LF (8 Prozent der LF insgesamt), von denen 56.000 Hektar (7 Prozent der LF insgesamt) selbst bewirtschaftet wurden. 4.500 Hektar (0,6 Prozent der LF insgesamt) haben die Landwirte unentgeltlich zur Bewirtschaftung erhalten.

In Thüringen zeigt sich eine leicht rückläufige Entwicklung der Pachtflächen bei zunehmend selbstbewirtschafteten Eigenflächen. Die Pachtflächen gingen gegenüber 1999 um 11.800 Hektar bzw. 1,6 Prozent zurück, die selbstbewirtschafteten Eigenflächen nahmen um ein Fünftel (+9.200 Hektar) zu. Damit verringerte sich der Pachtflächenanteil gegenüber 1999 um einen Prozentpunkt auf 92 Prozent. Der Anteil der selbstbewirtschafteten Eigenfläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche stieg von 6 auf 7 Prozent an.

Für fremden Grund und Boden zahlten die Landwirte im Jahr 2001 generell höhere Pachtpreise als zwei Jahre zuvor. Im Durchschnitt aller Flächen lag das Pachtentgelt mit 106 Euro je Hektar (208 DM/ha) um 6 Euro/ha (+13 DM/ha) über dem Entgelt von 1999. Differenziert nach den Nutzungsarten wurden je Hektar gepachtetes Ackerland 122 Euro/ha (239 DM/ha) entrichtet (+7 Euro/ha bzw. 14 DM/ha gegenüber 1999). Je Hektar gepachtetes Grünland zahlten die Landwirte 53 Euro (103 DM). Das waren 3 Euro je Hektar mehr (+6 DM/ha) als im Jahr 1999.

Links zum Thema Boden, Links zum Bundesland Thüringen.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...12 13 14 >>



   (c)1997-2017 @grar.de