20. Februar 2002

BWV: Antragsverfahren für Agrardiesel vereinfachen

Themen: Archiv — info @ 15:02

Mainz (agrar.de) – Die Ende Dezember letzten Jahres versendeten Antragsformulare für Mineralölsteuervergütung für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft sind bei vielen Landwirten auf Kritik und Unverständnis gestoßen. ‚Der ohnehin bereits erhebliche bürokratische Aufwand für die Betriebsleiter wird mit diesem teilweise sehr unverständlich aufgebauten Antragsformular nochmals weit übertroffen‘, kommentiert der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), Norbert Schindler, das Antragsformular.

Schindler kritisiert, dass auf die schriftlich formulierte Bitte des BWV im Juli vergangenen Jahres an den Mainzer Finanzminister Gernot Mittler, den Berufsstand in die Bearbeitung des Antragsformulars einzubeziehen, von Seiten des zuständigen Ministeriums nicht reagiert wurde. Deshalb hat sich der BWV-Präsident nun nochmals bei Finanzminister Gernot Mittler, als auch bei Wirtschaftsminister Hans-Arthur Bauckhage, in einem Schreiben für eine Vereinfachung des Antragsverfahrens eingesetzt. Präsident Schindler forderte unter anderem, dass die rheinland-pfälzischen Landwirte darauf verzichten können, die Gasölbescheide von 1998 und 1999 im Antrag 2001 beizufügen.

Der Antrag auf Jahresvergütung für das Jahr 2001 muss bis spätestens 31. Dezember 2002 beim zuständigen Hauptzollamt gestellt werden. Es handelt sich dabei um eine Ausschlussfrist. Dies heißt, dass später eingehende Anträge nicht mehr berücksichtigt werden können. Für den Landkreis Mainz-Bingen sowie die kreisfreie Stadt Mainz ist das Hauptzollamt Koblenz zuständig. Für die kreisfreien Städte Kaiserslautern, Landau, Neustadt an der Weinstraße, Pirmasens, Speyer und Zweibrücken sowie für die Landkreise Bad Dürkheim, Donnersbergkreis, Germersheim, Kaiserslautern, Kusel, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz ist das Hauptzollamt Saarbrücken die zuständige Behörde. Die kreisfreien Städte Worms, Frankenthal und Ludwigshafen werden vom Hauptzollamt Karlsruhe betreut.

Betriebe, deren begünstigter Verbrauch von Gasöl innerhalb eines Kalenderjahres voraussichtlich mehr als 12.000 Liter beträgt, können im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens nach Ablauf des ersten Kalenderhalbjahres eine Teilvergütung beantragen. Das hierfür erforderliche Antragsformular wird ab dem 1. Juni 2002 von den zuständigen Hauptzollämtern zur Verfügung gestellt.

Immer wieder zu Irritationen führte die Formulierung zum gleichbleibenden Agrardiesel-Basis-Steuersatz im Anhang des Antragsformulars. Dort wurde erläutert, dass sich die Vergütung je 1.000 Liter Diesel aus der Differenz zwischen dem jeweils geltenden Steuersatz für

Dieselkraftstoff abzüglich des Agrardieselsteuersatzes von 255,60 Euro je 1.000 Liter ergibt. Hier handelt es sich nicht, wie häufig interpretiert, um eine Reduzierung der Vergütung um diesen Betrag. Das Mineralölsteuergesetz sieht vom 1. Januar 2001 an einen gleichbleibenden Agrardiesel-Basis-Steuersatz von 255,60 Euro je 1.000 Liter für das in der Land- und Forstwirtschaft verbrauchte Gasöl vor.

Die Vergütung wird also als Differenz zum vollen Mineralölsteuersatz für Dieselkraftstoff ausbezahlt und beträgt für das Jahr 2001 153,39 Euro je 1.000 Liter, für das Jahr 2002 184,10 Euro/1.000 Liter und ab dem Jahr 2003 214,80 Euro je 1.000 Liter. Wenn die zu vergütende Mineralölsteuer weniger als 50 Euro je Kalenderjahr beträgt, wird die Vergütung aufgrund einer Bagatellegrenze nicht ausbezahlt.

Information: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd (BWV), An der Brunnenstube 33-35, 55120 Mainz, Tel.: 06131-62050, Fax: 06131-620544, E-Mail.

DBV: Länderübergreifendes Kontrollsystem für BSE-Labors unabdingbar

Themen: Archiv — info @ 14:02

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat die aufgetretenen Unregelmäßigkeiten bei den BSE-Tests in Deutschland heftig kritisiert. Die Verantwortung für diesen sensiblen Bereich tragen Bund und Länder, sie hätten konsequenter handeln müssen. Sonnleitner hält es für eine Selbstverständlichkeit, dass die Länder in enger Abstimmung mit dem Verbraucherschutzministerium und der EU-Kommission endlich einheitliche Kontrollvorgaben umsetzen und Labors regelmäßig überprüfen.

Es sei skandalös, dass die verantwortlichen Behörden in den letzten Wochen nur sehr zögerlich und wenig koordiniert gehandelt hätten. Dies habe dazugeführt, dass der empfindliche Rindfleischmarkt erneut einen Rückschlag hinnehmen musste und die EU-Kommission nun mit Rückforderungen bei den Exporterstattungen und bei den Beihilfen für die BSE-Tests drohe. Auch wenn die Gefährdung der Verbraucher gering sei, dürften Schlampereien in der Verwaltung jetzt nicht wieder die Bauern zu Opfern machen.

Um das Vertrauen in die Sicherheit der BSE-Tests zu stärken, forderte Sonnleitner Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast auf, ein länderübergreifendes Kontrollsystem zu etablieren, durch das alle Labors in kontinuierlichen Zeitabständen daraufhin geprüft werden, ob die BSE-Tests ordnungsgemäß durchgeführt werden. Sonnleitner schlug dazu vor, einen Ringtest durchzuführen, bei dem die Labors Probenmaterial richtig bestimmen müssen. An diesem Ringtest sollten sowohl die privaten als auch staatlichen Labors teilnehmen.

Links zum Thema BSE, Links zum Thema Lebnensmittelqualität und -kontrolle.

PAMIRA: Vier Prozent mehr Pflanzenschutz-Verpackungen zurückgegeben

Themen: Archiv — info @ 11:02

Frankfurt (agrar.de) – Dem Rücknahmesystem PAMIRA für Pflanzenschutz-Verpackungen wurden im vergangenen Jahr rund 1.530 Tonnen Verpackungsmaterial angeliefert. Das sind vier Prozent mehr als im Jahr 2000. Über das von Industrie und Handel gemeinsam entwickelte Entsorgungskonzept wurde damit etwa der Hälfte der ausgegebenen Tonnage an Pflanzenschutz-Verpackungen zurückgenommen.

Angesichts der insgesamt sehr geringen Verpackungsmenge aus der Branche stellt diese Rücklaufquote eine beachtliche Leistung dar. Denn das Bringsystem kann aus Kostengründen bundesweit nur rund 250 Sammelpunkte anbieten, die einmal im Jahr jeweils zwei bis vier Tage lang geöffnet sind. Dort müssen die Landwirte die leeren Behälter anliefern.

Mit der Verwertung sind leistungsfähige Entsorgungsunternehmen beauftragt. Bei den Verpackungen handelt es sich überwiegend um Kunststoffbehälter; die als Energieträger in Zementwerken sowie als Rohstoff zur Methanolgewinnung eingesetzt werden.

Vor allem in den alten Bundesländern sind 2001 die Anlieferungen kräftig gestiegen. Ein Plus von 10 bis 12 Prozent verzeichneten Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen – wobei die beiden letzteren Bundesländer das dort anfallende Leergut-Potenzial noch längst nicht ausschöpfen. Die Spitzenreiter bei der Rücklaufquote, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, brachten jeweils rund fünf Prozent mehr Verpackungen zu den Sammelpunkten als im Vorjahr.

Etwa die Hälfte der Sammelmenge stammt nach wie vor aus den neuen Bundesländern, obwohl diese nur ein Drittel der Ackerfläche bewirtschaften. Im letzten Jahr war dort ein leichter Rückgang der Anlieferungen zu verzeichnen. Die Sammelmenge scheint sich bei rund 700 Tonnen einzupendeln. Regional ging vor allem die Anlieferung von Großgebinden, das sind Behälter mit mehr als 20 Liter Inhalt, zurück. Möglicherweise macht sich hier die Einführung von Mehrweg-Verpackungen für Pflanzenschutzmittel bemerkbar. Solche wieder befüllbaren Behälter sind speziell für Großbetriebe konzipiert und treffen deshalb in Ostdeutschland auf besonderes Interesse. Konkrete Angaben zum Anteil solcher Gebinde an der gesamten ausgegebenen Verpackungsmenge sind derzeit jedoch nicht möglich.

Nach wie vor bestimmt das Engagement der einzelnen Sammelstellen bei der Information und Motivation der Landwirte den Erfolg der Aktion. Ein Wettbewerb um die Auszeichnung als ‚Top-Sammelstelle des Jahres 2002‘ soll diesen jetzt zusätzliche Anreize liefern, die von der Industrie bereit gestellten Werbemittel offensiv einzusetzen und die Landwirte außerdem mit eigenen Ideen und Initiativen anzusprechen. Darüber hinaus werden in diesem Jahr Informationsmaterialien verstärkt über das Internet angeboten – zum Teil als Download mit der Möglichkeit, sie um regional relevante Daten und Informationen zu ergänzen.

Information: Industrieverband Agrar (IVA), Karlstr. 19-21, 60329 Frankfurt, Tel.: 069-25561281, Fax: 069-236702, %url3%E-Mail%/%.

Links zum Thema %url4%Pflanzenschutz%/%.

HESSEN-FORST hat seine Feuertaufe bestanden

Themen: Archiv,Wald — info @ 09:02

Landesbetrieb mit Ergebnis des ersten Geschäftsjahrs zufrieden

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Mit seiner ersten Bilanz hat HESSEN-FORST seine Feuertaufe bestanden. Die Befürchtungen, das Land müsse wegen des schleppenden Rohholzabsatzes mehr als die geplanten Finanzmittel zuschießen, haben sich nicht erfüllt‘, äußerte sich der Hessische Forstminister Wilhelm Dietzel zufrieden über das Ergebnis des ersten Geschäftsjahres des zum 01.01.2001 gegründeten Landesbetriebes. Damit sei auch die Entscheidung der Hessischen Landesregierung zur Gründung von HESSEN-FORST erneut bestätigt. ‚Ich selbst habe nie daran gezweifelt, dass es eine gute Entscheidung war‘, so der Minister.

Der Minister stellte gemeinsam mit dem Leiter von HESSEN-FORST Michael Gerst in Wiesbaden die Jahresbilanz vor: Der Landesbetrieb hat im ersten Jahr seines Bestehens unter schwierigsten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den ursprünglich im Landeshaushalt 2001 geplanten Zuführungsbetrag in Höhe von 56 Mio. EUR (= 8 EUR je Einwohner) um 1,3 Mio. EUR unterschritten.

Der vorläufige Haushaltsabschluss für das Jahr 2001 weist laut Michael Gerst folgendes Gesamtergebnis aus:

Einnahmen wurden in Höhe von 106,7 Mio. EUR erzielt. Das Soll des Haushalts wurde um acht Prozent unterschritten.

Bei den Einnahmen konnten die konjunkturell erzielten Holzgeld-Mindereinnahmen von 20 Prozent durch zum Teil deutliche Einnahmesteigerungen anderer Geschäftsbereiche – wie z.B. der Jagd, Mieten und Pachten, Leistungen für Dritte, Weihnachtsbaumvermarktung – zu einem großen Teil ausgeglichen werden. Wesentliche Gründe für die Anpassung des Holzverkaufs sind die konjunkturelle Abschwächung in der Bauwirtschaft und das Überangebot an Holz in Folge des Dezember-Windwurfes 1999 (Orkan Lothar) mit nachfolgendem Borkenkäferholz im süddeutschen Raum. Am Markt konnten im Ergebnis nur 1,28 Mio. Festmeter abgesetzt werden. In Normaljahren sind es rd. 1,6 Mio. Festmeter.

Bei den Ausgaben wurde gegenüber geplanten 171,6 Mio. EUR sechs Prozent eingespart. Die Personalausgaben sanken gegenüber dem Soll des Haushaltsplans von 130 Mio. EUR um 9 Mio. EUR auf 121 Mio. EUR. ‚Diese bemerkenswerte Reduktion um sieben Prozent ist das Ergebnis gleichermaßen konsequenter wie sozialverträglicher Bemühungen zur Verbesserung der Kostenstruktur des Landesbetriebes. Dazu gehören die Nutzung der Personalentwicklungsbörse des Landes, Abfindungsregelungen, Umschulungen, Umsetzungen von Waldarbeitern zwischen den Teilbetrieben, um Unternehmermittel einzusparen, und der verstärkte Einsatz von Waldarbeitern für vielfältige Dienstleistungen‘, so Michael Gerst.

Auch die Sachausgaben sanken gegenüber dem Ansatz von ca. 33 Mio. EUR trotz der hohen und nicht im Haushalt veranschlagten Ausgaben in der Gründungsphase des Landesbetriebs um drei Prozent. Wesentliche Gründe hierfür sind die Zurückhaltung im konsumtiven Bereich und die infolge des reduzierten Holzeinschlages eingesparten Mittel.

‚Das Ergebnis macht deutlich, dass HESSEN-FORST wirtschaftlich arbeitet und auf die sich abzeichnenden Mindereinnahmen mit entsprechenden Einsparungen zum Wohle der Steuerzahler reagiert hat‘, so Michael Gerst. Für die folgenden Jahre rechnet er bei einem sich erholenden Holzmarkt und dem konsequenten Ausbau der Geschäftsfelder mit deutlichen Ergebnisverbesserungen.

‚Die erste Jahresbilanz zeigt, dass wir mit der Schaffung eines Landesbetriebs den richtigen Weg eingeschlagen haben‘, so Forstminister Dietzel abschließend. ‚Auch die gemeinwohlorientierten Leistungen des Landesbetriebes wie Naturschutz- und Sanierungsaufgaben im Staatswald, die Erholung und Umweltbildung, die Qualität der vertraglichen Betreuung des Kommunalwaldes und des Privatwaldes sowie der vom Landesbetrieb wahrgenommenen behördlichen Aufgaben bewegen sich weiter auf einem hohen Niveau.‘

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Hessen.

19. Februar 2002

BioCASE: Europäisches Informationssystem über biologische Vielfalt

Themen: Archiv — info @ 15:02

Berlin (agrar.de) – Die gesamte Vielfalt und Variabilität organismischen Lebens bezeichnet man als Biodiversität. Sie beinhaltet die Mannigfaltigkeit von Genen, Individuen, Populationen, Arten, Gesellschaften und Ökosystemen. Der globale Zugang zu den Informationen über die Existenz, die Vielfalt, die Bedrohung und den Schutz des Lebens auf unserem Planeten ist von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Menschheit. Im Botanischen Garten und Botanischen Museum (BGBM) der Freien Universität Berlin hat unter Leitung von Prof. Dr. Walter Berendsohn, Abteilungsleiter der Arbeitsgruppe Biodiversitätsinformatik, das auf drei Jahre angelegte Projekt BioCASE (Biodiversity Collection Access Service for Europe) begonnen. Darin soll durch die digitale Verknüpfung von Informationen und Daten der biologischen Sammlungen Europas ein einheitliches Zugangssystem für die hier dokumentierte Vielfalt organismischen Lebens entwickelt werden. Die Biologischen Sammlungen umfassen sowohl Lebendsammlungen in botanischen und zoologischen Gärten und Kulturensammlungen (Bakterien, Pilze u.a.) als auch die konservierten Präparatesammlungen in Naturkundemuseen und Herbarien sowie die Datensammlungen von Observationen bestimmter Arten an einem bestimmten Ort (z.B. Beringungsdaten, Verbreitungskartierungen).

An dem Projekt, das von der Europäischen Kommission gefördert wird, arbeiten 35 Institutionen aus 30 europäischen Ländern und aus Israel mit. Zu den Projektteilnehmern gehören zoologische Institute und Museen, botanische Gärten, naturkundliche Museen, Universitäten, Akademien und andere biologische und ökologische Forschungsstellen aus allen Teilen Europas.

Durch die schnelle Zunahme der vorhandenen Informationen ist es einem Wissenschaftler, der sich früher noch durch Lesen von Literatur einen Überblick über ein biologisches Fachgebiet verschaffen konnte, heute nicht mehr möglich, ohne entsprechende Informationstechnologien die zunehmende Vielfalt zu überschauen und herauszufinden, wo Informationen zu diesem Gebiet zugänglich sind.

Die Biodiversitätsinformatik, eine neue, am BGBM besonders vorangetriebene wissenschaftliche Disziplin, beinhaltet die Anwendung von informatischen Analysemethoden und Informationstechnologien auf die vorhandenen biologischen Daten sowie deren Verknüpfung mit anderen, z.B. geographischen und ökologischen Daten. Die Daten werden digital erfasst und verwaltet, d.h. gespeichert, indiziert, abgefragt, analysiert, integriert, visualisiert und publiziert. Dadurch werden sie potentiellen Nutzern aus allen Bereichen der Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft zugänglich.

Probleme ergeben sich dabei durch die generell hohe Komplexität biologischer Systeme und durch die heterogenen und dezentral in ganz Europa bereits digital oder anders erfassten Datenbestände. Zwar existieren über bestimmte biologische Fachgebiete bereits digitale Informationssysteme. So haben sich etwa die Hälfte aller anerkannten Zoos und Aquarien der Welt (576 Institutionen aus 54 Ländern) im „International Species Information System“ zusammengeschlossen. Darin sind Informationen zu über 1,4 Millionen lebenden Tieren und ihrer Vorfahren enthalten (ca. 8.000 Arten). Die Datenbank lässt sich über wissenschaftliche Namen (Gattung/Art) oder englische Trivialnamen abfragen.

Eine vergleichbare Zusammenarbeit gibt es bei den meisten anderen Sammlungen noch nicht. Es fehlen Standards bei der Informationserfassung, eine klare Strukturierung der Informationen und die Verknüpfung zwischen den bestehenden Datenbeständen. Somit ist ein globaler, einheitlicher Zugriff auf alle bisher vorhandenen Daten nicht möglich. Hier setzt das Projekt BioCASE an.

Das Projektziel ist die Erhöhung der Nutzbarkeit der biologischen Sammlungen für die Umweltwissenschaften, die biologische Systematik und allgemein die Biowissenschaften. Das soll durch die Entwicklung eines trag- und ausbaufähigen Informationsservices erreicht werden, der den Nutzern einen einheitlichen Zugriff zu allen europäischen Sammlungen bei gleichzeitigem Schutz der Urheberrechte ermöglicht.

Die Projektentwicklung und die Organisation der Daten basiert auf den folgenden Grundpfeilern.

1.) Organisation des Informationsflusses: Hier bilden sich in den einzelnen Ländern nationale Knotenpunkte, die als leicht erreichbare Kontaktstellen für die in diesen Ländern existierenden Sammlungen fungieren und die die Organisation der Erfassung von Informationsprofilen übernehmen. Dazu wird vom Projekt eine Software entwickelt werden, die die Erfassung und den Austausch der Daten mit dem Zentralsystem und die standardisierte Datenerfassung ermöglicht. Die nationalen Knotenpunkte liefern standardisierte Beschreibungen der Sammlungsinstitute und der Sammlungen selbst an das Zentralsystem. Diese werden dort weiterverarbeitet, z.B. durch Verknüpfung mit weiteren Informationen von anderen Knotenpunkten und durch eine Verschlagwortung. Die Daten werden dann über eine Abfrageschnittstelle auf dem WWW zur Verfügung gestellt und fließen mit erhöhter Qualität wieder zurück an die nationalen Schnittstellen. Neu entstandene nationale Knoten und Netzwerke sollen mit existierenden und fortgeschrittenen in Kontakt gebracht werden, um einen Technologietransfer zu erreichen.

2.) Entwicklung des Thesaurus (des Wortschatzes): Hier sollen existierende Datenkataloge weiterentwickelt und erweiterbare Thesauri als Hilfe zum Informationszugang geschaffen werden, vor allem unter taxonomischen und geo-ökologischen Gesichtspunkten. Die Taxonomie ordnet mit Hilfe verbindlicher Regeln für die biologische Nomenklatur den Organismen, Arten, Gattungen, Familien etc. eindeutige Namen zu. Die als Folge der biologischen Evolution entstandene, natürliche hierarchische Ordnung aller Lebewesen bietet einen hervorragenden Schlüssel zur Klassifizierung der Organismen. Das Ziel der Entwicklung ist die adäquate Darstellung von fachübergreifenden, aufeinander aufbauenden sowie auch von ungenau und unvollständig vorliegenden Daten.

3.) Nutzeroberfläche und Indizierung der Daten: Eine auf dem WWW basierende einheitliche Benutzeroberfläche wird den Zugang zu den stark dezentralisierten und uneinheitlichen Basisdaten ermöglichen. Dabei kommt der sich entwickelnde Thesaurus zum Einsatz, um eine effektive Verschlagwortung sowie eine datengestützte Benutzerführung zu ermöglichen. Alle Anwendungen fließen im Zugangsknoten zusammen und ermöglichen so die Verknüpfung aller eingegangenen Daten.

4.) Berücksichtigung der Benutzerinteressen: Die im Projekt vereinigten Institutionen beschäftigen Hunderte von Forschern aus den vielfältigsten Fachgebieten. Ihre unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse fließen über eine eigenständige Nutzergruppe in das Datensystem ein. Diese Gruppe liefert während der gesamten Projektlaufzeit ein kontinuierliches Feedback. Dadurch wird die ständig Entwicklung und Verbesserung der Benutzeroberfläche im Hinblick auf die Bedürfnisse der Anwender ermöglicht.

5.) Vermarktung und Urheberrechte: Es soll ein Vermarktungsmodel entwickelt werden, um den Informationsservice auch nach Beendigung des Projektes aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig muss die Frage der Sicherung von Urheberrechten in Zusammenarbeit mit allen Teilnehmern geregelt werden.

Erwartete Innovationen: BioCASE realisiert die Zusammenfassung, Verknüpfung, und Standardisierung der in den biologischen Sammlungen Europas vorhandenen Datenbestände, fördert die globale Verbreitung der wissenschaftlichen Informationen zur Artenvielfalt der Erde und ermöglicht potentiellen Nutzern aus allen Bereichen der Gesellschaft den Zugang zu großen Mengen existierender und neu hinzukommender Biodiversitätsdaten. Dabei werden die bis heute vorhandenen Schwierigkeiten, wie unterschiedlicher Stand der IT-Entwicklung, Lücken in der fachübergreifenden Kommunikation, vereinzelte Lösungen und lokale Unterschiede zwischen den Sammlungen überwunden.

Durch das Projekt entsteht ein Europäisches Informationssystem, das den Zugang zu den weit verteilten Informationsquellen vereinheitlicht, und das durch eine ausbaufähige Nutzeroberfläche den unterschiedlichsten Anwendern zugänglich sein wird.

Links zum Thema Biodiversität.

Schweizer Zoll untersucht Betrugsfälle bei Agrarimporten

Themen: Archiv — info @ 14:02

Bern (agrar.de) – Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) untersucht zur Zeit Hunderte von wahrscheinlichen Betrugsfällen beim Import kontingentierter landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die meisten Fälle wurden der EZV vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gemeldet. Praktisch alle Arten von Agrarprodukten sind betroffen, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Behördenstellen hervorgeht. Sie reichen von Schnittblumen über Milch, Käse, Fleisch, Früchte und Gemüse bis hin zu lebenden Pferden. Die Abgaben, die dem Bund dadurch entgangen sind, werden auf mehrere Millionen Franken beziffert.

Nachzahlungsforderungen von knapp 7,1 Millionen Franken sind Importeuren bereits zugestellt worden. Einige unter ihnen werden sich vor der Justiz verantworten müssen; mehrere Strafverfahren wurden eingeleitet. In den meisten Fällen haben Importeure ihr Kontingent überschritten, ohne die dafür fälligen Abgaben zu entrichten. In anderen Fällen fehlten auch die Einfuhrbewilligungen. Die spektakulärsten Fälle betreffen Schnittblumen, Fleisch und lebende Pferde.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) nahm die Berichte über unsaubere Machenschaften bei der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse mit grossem Unmut zur Kenntnis. Der SBV hat nach eigenen Angaben die Behörden immer wieder auf Unregelmässigkeiten bei der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aufmerksam gemacht und zum konsequenteren Vollzug der gesetzlichen Bestimmungen aufgefordert.

Aus Sicht des SBV entsteht der Eindruck, dass sich gewisse Kreise beim Import von landwirtschaftlichen Erzeugnissen unrechtmässig bereichern und dabei systematisch und bewusst gegen gesetzliche Bestimmungen verstossen. An die zuständigen Behörden ergehe einmal mehr der Aufruf, ihre Aufsichtsfunktion wahrnehmen und mit Nachdruck auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu pochen. Der SBV behalte sich ausserdem vor, auf politischer Ebene für die Verschärfung der bestehenden Importregelungen einzutreten. Das gegenwärtige System öffne dem Missbrauch offensichtlich zahlreiche Türen.

Links zum Thema %url4%Schweiz%/%.

Großhandelspreise im Januar 2002 um 0,2 Prozent gestiegen

Themen: Archiv — info @ 12:02

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stieg der Index der Großhandelsverkaufspreise im Januar 2002 gegenüber Januar 2001 um 0,2 Prozent. Im Dezember 2001 und im November 2001 hatte die Jahresveränderungsrate noch – 1,5 Prozent bzw. – 1,9 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse lag im Januar 2002 um 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Gegenüber Dezember 2001 stiegen die Großhandelsverkaufspreise deutlich an (+ 1,2 Prozent). Ohne Mineralölerzeugnisse lag der Index der Großhandelsverkaufspreise um 1,1 Prozent über dem Stand von Dezember 2001. Binnen Monatsfrist verteuerten sich vor allem Saisonwaren (+ 18 Prozent), insbesondere Tomaten (+ 54,5 Prozent), Gurken (+ 47,2 Prozent), Fische und Fischerzeugnisse (+ 11,4 Prozent) sowie Bananen (+ 9,1 Prozent). Auch die Preise für Rohkaffee (+ 4,7 Prozent) und für Mineralölerzeugnisse (+ 2,9 Prozent) stiegen an. Dagegen wurden lebende Schweine (– 4,7 Prozent) billiger.

Starke Preiserhöhungen gegenüber dem Vorjahr gab es im Januar 2002 u.a. bei: Gurken (+ 86,8 Prozent), Kartoffeln (+ 70,4 Prozent), Tomaten (+ 22,1 Prozent), Äpfeln (+ 17,1 Prozent), Geflügelfleisch (+ 8,4 Prozent), Fischen und Fischerzeugnissen (+ 9,3 Prozent) sowie verarbeitetem Fleisch (+ 8,2 Prozent). Dagegen waren u.a. Schweinefleisch (– 14,9 Prozent), lebende Schweine (– 11,8 Prozent) und Getreide (– 7,4 Prozent)billiger als vor einem Jahr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Weiterentwicklung der Agrarpolitik nur mit Bund und Ländern gemeinsam zu schaffen

Themen: Archiv,GAP — info @ 10:02

Dietzel skizziert Eckpunkte seiner Politik als Vorsitzender der Agrarministerkonferenz

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Wir müssen neue Wege in die Zukunft auch als Chance begreifen‘, sagte heute der hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel, als er die Akzente vorstellte, die er im Jahr 2002 in seiner Funktion als Vorsitzender der Agrarministerkonferenz (AMK) setzen will. Er werde die Zeit nutzen, um gemeinsam in Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen von Bund und Ländern Lösungen für die Zukunft der Landwirtschaft zu erarbeiten, damit der Landwirt wieder die Stellung im gesellschaftlichen Gefüge einnehmen könne, die ihm zukomme. ‚Wir wollen den Landwirt als Unternehmer im umfassenden Sinn, als Produzent hochwertiger Nahrungsmittel und als Dienstleister in der Kultur- und Landschaftspflege. Für beide Seiten seines Unternehmertums muss er angemessen und gerecht entlohnt werden‘, fasste Dietzel zusammen.

Für Hessen falle der einjährige Vorsitz in der Agrarministerkonferenz in eine für die Landwirtschaft schwierige Zeit: BSE, MKS, die EU-Agrarreform – all dies fordere von den Landwirten hohes Engagement und bringe viele Belastungen mit sich. ‚Deshalb ist es wichtig, dass im politischen Bereich zwischen Bund und Ländern abgestimmte Konzepte ausgearbeitet werden,‘ so Dietzel, der als Beispiel das im Juni 2001 beschlossene gemeinsame Eckpunktepapier nannte. Dieses beinhaltet die Weiterentwicklung der Agrarpolitik durch Einbeziehung von mehr Verbraucherschutz-, Umweltschutz-, Naturschutz- und Tierschutz-Aspekten. ‚Wir müssen die Umsetzung gemeinsam angehen, um unterschiedliche Auffassungen auszuräumen‘, zeigte sich der AMK-Vorsitzende überzeugt.

Dies gelte auch für andere Bereiche, wie etwa das Bundesprogramm Ökolandbau oder den vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ausgeschriebenen Wettbewerb ‚Regionen aktiv

– Land gestaltet Zukunft‘, in dem Regionen wesentliche Inhalte der neuen Verbraucher- und Agrarpolitik aufgreifen und zu einem integrierten regionalen Entwicklungskonzept zusammenführen sollen.

‚Insgesamt vermisse ich für die Erfüllung der wichtigsten Eckpunkte noch ein gemeinsames Konzept zwischen Bund und Ländern, dazu einen für alle akzeptablen Zeitplan. Hier liegt nach meinem Dafürhalten eine der Aufgaben der AMK für das Jahr 2002‘, betonte der Minister.

So erwarte er sehr viel von der gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik, die so rasch wie möglich eine zielführende, von Bund und Ländern gemeinsam erarbeitete und getragene Konzeption vorlegen solle.

‚Wir benötigen auch die Unterstützung des Bundes, um die Verfahrensabläufe bei der Europäischen Kommission bei der Genehmigung von Länderprogrammen für die Entwicklung des Ländlichen Raumes zu verbessern und vor allem zu beschleunigen‘, umriss Dietzel ein weiteres Problem, um das er sich als AMK-Vorsitzender kümmern wolle. ‚Hessen wird auf der AMK in Bad Nauheim den Bund mit einem Antrag auffordern, sich dafür einzusetzen, dass die Praxis der Genehmigungen und Änderungen von Programmen geändert wird: Es muss möglich sein, einerseits die EU-rechtlich vorgegebenen Fristen einhalten zu können und andererseits die derzeitigen Verfahren der Bearbeitung entscheidend zu entbürokratisieren.‘

Außerdem solle der Bund sich in Brüssel dafür einsetzen, dass der Aufwand für die Kontrollen sowohl bei der Verwaltung als auch bei den Antragstellern auf das notwendige Maß beschränkt wird. ‚Wir haben nämlich mittlerweile den Zustand erreicht, dass der Kontrollaufwand immer weniger in einem angemessenen Verhältnis zur Höhe der gewährten Beihilfen steht‘, kritisierte der AMK-Vorsitzende.

Als weitere wichtige Punkte, die bearbeitet werden müssten, nannte Dietzel klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten und eine transparente Struktur bei der Neuordnung der Länder- bzw. Bund-Länder-Gremien im gesundheitlichen Verbraucherschutz und die Schweinehaltungsverordnung. Er halte es für ausgesprochen wichtig, dass neben der geplanten 1:1 -Umsetzung im Sauen-Bereich auch die Anforderungen im Mastschweine- und Ferkelbereich nicht über die Mindestwerte der EU-Richtlinie hinausgehen.

‚Eine Verschärfung auf Bundesebene würde eindeutig zu Wettbewerbsnachteilen der einheimischen Schweineproduktion führen. Die Bemühungen der Bundesländer, die regionale Erzeugung mit kurzen Transportwegen zu stärken und damit auch den Tierschutz zu verbessern, würden gebremst. Das können wir den Verbrauchern nicht vermitteln.‘

‚Ich werde den einjährigen AMK-Vorsitz nutzen, um dem Selbstverständnis der Länder in der gemeinsamen Vertretung ihrer originären Interessen größeres Gewicht zu verleihen. Dies gilt für die Abgrenzung gegenüber dem Bund, aber auch gemeinsam mit dem Bund gegenüber der EU‘, fasste Dietzel zusammen.

Links zum Thema Agrarpolitik.

Meeresspiegel wird stärker steigen als bislang befürchtet

Themen: Archiv — info @ 09:02

Boulder (agrar.de) – Das Eis ist unterschätzt worden, berichten US-Forscher: Der Meeresspiegel wird im kommenden Jahrhundert weltweit deutlich mehr ansteigen als bislang befürchtet. Denn bei den bisherigen Vorhersagen habe man das Abschmelzen der Gletscher und polaren Eiskappen unterschätzt. Beziehe man aktuelle Abschmelzraten in die Berechnung mit ein, so ergäben sich mindestens 20 Zentimeter mehr Wasserhöhe als bislang befürchtet. Das berichtet der Nachrichtendienst Wissenschaft Aktuell.

Das ‚Intergovernmental Panel on Climate Change‘ (IPPC) hatte 2001 geschätzt, dass Veränderungen wie die Erwärmung der Meere den Meeresspiegel um rund zehn bis vierzig Zentimetern ansteigen lassen werden. Bereits diese Zahlen weckten in niedrig liegenden Staaten große Befürchtungen.

‚Diese Schätzungen mögen niedrig scheinen, doch ein Anstieg um rund 30 Zentimeter hat typischerweise einen Rückzug des Ufers um 30 Meter oder mehr zur Folge, was beträchtliche soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hätte‘, erklärt Mark Meier, emeritierter Geologie-Professor der University of Colorado. Einige große Küstenstädte auch in Industriestaaten liegen derzeit kaum über dem Meeresspiegel, Inselstaaten wie die Seychellen liegen rund einen Meter über der kompletten Überflutung. Und auch in Bangladesh etwa würde ein Meeresspiegel-Anstieg um nur einen Meter den halben Staat unter Wasser setzen und mehr als 100 Millionen Menschen heimatlos machen.

Meier und Kollege Mark Dyurgerov hatten neue Daten zum globalen Eisverlust erhoben: ‚Einige Gletscher rund um die Welt sind heute kleiner, als sie es in den letzten Tausenden von Jahren gewesen sind. Die Rate des Abschmelzens hat sich seit 1988 mehr als verdoppelt‘. Grund dafür sei eine Veränderung sowohl bei der Temperatur als auch beim typischen Niederschlag. Neue Zahlen der University of Alaska zeigten auch, dass riesige Gletscher an der Westküste Alaskas und Nordkanadas schnell abschmölzen. Der IPPC habe diese Fakten vermutlich unterschätzt, so Meier, weil bisher wenig Daten über die großen maritimen Gletscher in Alaska vorhanden war. Doch diese Region trage am stärksten zum Meeresspiegel-Anstieg bei.

EU-Kommission genehmigt LEADER+ – Programm für Sachsen

Themen: Archiv — info @ 09:02

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat ein Programm der Gemeinschaftsinitiative LEADER+ für Sachsen genehmigt. Der für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei zuständige Kommissar Franz Fischler begrüßte diese Entscheidung und erklärte: ‚Mit diesem Programm sollen neue Ideen gefördert und der Aufbau einer nachhaltigeren Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt im ländlichen Raum Deutschlands unterstützt werden.‘ Die Ausgaben im Rahmen dieses Programms belaufen sich für den Zeitraum 2001-2006 auf insgesamt 43,720 Mio. EUR, an denen sich die EU mit 21,860 Mio. EUR und die Privatwirtschaft mit 14,573 Mio. EUR beteiligen.

Das LEADER+-Programm für Sachsen betrifft dessen ländlich geprägte, keine Verdichtungsansätze aufweisenden Gebiete mit etwa 1,12 Mio. Einwohnern. Hauptziele des Programms sind die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen und der Lebensbedingungen in den ländlichen Gebieten, die Hebung des Qualifikationsniveaus (vor allem bei Frauen, jungen Menschen und sozial benachteiligten Gruppen) sowie der Schutz und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen.

Im Rahmen des Programms sollen etwa neun ausgewählte lokale Aktionsgruppen (LAG) aus der Region unterstützt werden. Zur Gewährleistung des Bottom-up-Ansatzes werden die lokalen Aktionsgruppen jedoch ihre eigenen Maßnahmen und spezifischen Zielvorgaben entsprechend den Besonderheiten ihres jeweiligen Gebiets festlegen, und zwar in den von ihnen selbst ausgearbeiteten Entwicklungsplänen. Ein Ausschuss, dem die Wirtschafts- und Sozialpartner sowie die Umweltbehörden angehören, wird die lokalen Aktionsgruppen nach diesen Entwicklungsplänen auswählen.

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland Sachsen.

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