04. Februar 2002

Bio-Milcherzeuger vor der Pleite

Themen: Archiv — info @ 14:02

London (agrar.de) – Viele britische Bio-Milcherzeuger stehen nach einem Bericht der Zeitung ‚The Daily Telegraph‚ vor dem finanziellen Ruin, da sie auf Grund des nur schleppenden Absatzes am Markt von Bio-Milch diese zum ‚konventionellen‘ Preisen von 17 p verkaufen müssen.

Vertrauend auf die wiederholte Empfehlung der britischen Regierung und angelockt durch den Preis von 29.5 p pro Liter, waren viele Milchviehhalter in die Produktion von Bio-Milch eingestiegen.

Patrick Holden von der Soil Association sieht die Schuld auch bei der Entscheidung der Supermärkte, den Preis der konventionelle erzeugten Milch soweit zu senken, dass er 4 p unter dem Wert liegt, für den sie ein konventioneller Betrieb erzeugen kann.

Vor ähnlichen Problemen stehen laut Zeitungsbericht britische Bio-Schaf- und Rindviehhalter, da auch hier der Absatz weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Niedersachsen fördert Naturfaser-Projekt

Themen: Archiv — info @ 10:02

Hannover (agrar.de) – Der Bereich der thermoplastischen Kunststoffe sei ein hochinteressanter Markt, sagte heute Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels. Zum Beispiel liege der Verbrauch von Polypropylencompounds in Westeuropa jährlich bei ca. 1 Mio. Tonnen, von Polyamidcompounds bei ca. 600.000 Tonnen.

Könnten nur 1 Prozent des Anwendungspotentials an PP- und PA-Formmassen durch Naturfasercompounds substituiert werden, entspräche das einem Marktvolumen von ca. 16.000 t Compound bzw. ca. 6.000 bis 8.000 t Naturfasern. Hierzu müssten Naturfasern in reproduzierbarer Qualität und Rezeptur zur Verfügung gestellt werden.

Deshalb erhalte die HERA-PLAST in Lüneburg 234.000 Euro für ein zweijähriges Projekt, um nachwachsende Rohstoffe im Interesse der Landwirtschaft als hochwertige Industrierohstoffe am Markt zu etablieren. Die HERA-PLAST GmbH & Co. KG ist 100 prozentige Tochter der italienischen RADICI Gruppe, weltweit Nr. 3 in den Sektoren Polyamide und Polyester.

Um das angestrebte Ziel zu erreichen, müsse gehäckseltes Hanfstroh durch Refiner (eine in der Holzzerfaserung etablierte Technologie) thermomechanisch aufgeschlossen werden. Der so gewonnene Faserstoff soll durch die Entwicklung eines industriellen Prozesses zur Herstellung von Formteilen als Verstärkungswerkstoff in einer Polymermatrix Verwendung finden. Die geringere Dichte der Naturfasern gegenüber mineralischen Füllstoffen führe zu leichteren Bauteilen bei gleicher Stabilität.

Um die Gebrauchstauglichkeit für eine Produktlinie zu untersuchen, werde in diesem Projekt eine Kleinserie aus den hergestellten Granulaten gefertigt. Diese Kleinserie müsse sich danach im Praxistest bewähren.

Das Vorhaben enthalte sowohl stoffliche wie auch verfahrenstechnische Fragestellungen, bei denen die HERA-PLAST durch die Projektpartner Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU), durch das Institut für Werkstofftechnik der Universität Kassel und das Wilhelm Klauditz Institut der Fraunhofer Gesellschaft in Braunschweig unterstützt werde.

Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe.

02. Februar 2002

Baden-Württemberg: Knapp 5 Prozent der Betriebe wirtschaften auch nach Kriterien des ökologischen Landbaus

Themen: Archiv — info @ 14:02

Regionale Schwerpunkte am Bodensee und im Kreis Waldshut

Stuttgart (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2001 wirtschaften 4,8 Prozent oder 3 400 der insgesamt 71.800 landwirtschaftlichen Betriebe im Land zumindest teilweise nach den Kriterien des ökologischen Landbaus im Sinne der entsprechenden EWG-Verordnung. Nach Feststellung des Statistischen Landesamts entspricht dies einer Zunahme um 15 Prozent oder rund 500 Betrieben gegenüber dem Jahr 1999.

Nicht in allen 3.400 Betrieben wird die ökologische Wirtschaftsweise jedoch vollständig angewendet, da die EWG-Verordnung die Umstellung und ökologische Bewirtschaftung abgegrenzter Betriebsteile erlaubt, die amtliche Agrarstatistik landwirtschaftliche Betriebe aber nur als Ganzes erfasst. Nach weiteren Untersuchungen des Statistischen Landesamts beläuft sich die Zahl der vollständig ökologisch wirtschaftenden Betriebe auf etwa 2.300, während in etwa 1.100 Betrieben nur eine teilweise ökologische Bewirtschaftung erfolgt. Die teilweise Bewirtschaftung bezieht sich vielfach auf die Ausgliederung extensiv genutzter Streuobstwiesen als ökologischer Betriebsteil in ansonsten konventionell wirtschaftenden Betrieben. Eher selten ist die Ausgliederung von konventionell betriebenen Tierhaltungszweigen in ansonsten ökologisch wirtschaftenden Betrieben, deren Umstellung einen hohen Investitionsaufwand erfordern würde.

Durch den nicht unerheblichen Anteil der Streu-Obst-Öko-Betriebe zeichnet sich vor allem jener Landesteil durch einen hohen Anteil an Öko-Betrieben aus, in dem der Obstanbau überhaupt eine große Rolle spielt. Im Bodenseekreis sowie in den Kreisen Ravensburg und Konstanz liegt der Anteil der Öko-Betriebe bei über 10 Prozent. Auch im Kreis Waldshut beträgt der Anteil der Öko-Betriebe mehr als 10 Prozent, wobei allerdings Streu-Obst-Öko-Betriebe hier keine Rolle spielen.

Unter strukturellen Gesichtspunkten bleibt festzuhalten, dass die Betriebe mit ökologischer Wirtschaftsweise ihren Schwerpunkt bei den mittleren Betriebsgrößen haben. Gemessen am Durchschnitt aller Betriebe gibt es kaum ökologische Betriebe mit weniger als 5 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (ha LF). Die höchsten Anteile erreichen ökologisch wirtschaftende Betriebe im Bereich zwischen 20 und 100 ha LF, während bei den noch größeren Betrieben der Anteil der Öko-Betriebe wieder etwas geringer wird.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Umverteilung der Direktzahlungen dem Wahlkampf geopfert?

Themen: Archiv — info @ 14:02

AbL-Bauern kritisieren bayerische Staatsregierung

Berlin (agrar.de) – ‚Die Umverteilung der Direktzahlungen für die Landwirtschaft steht weiter auf der agrarpolitischen Tagesordnung. Sie darf nicht in der Wahlkampfmühle der Parteien zerrieben werden,‘ so die beiden Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) – Maria Heubuch, Bäuerin aus Leutkirch/Allgäu und Friedrich – Wilhelm Graefe zu Baringdorf aus Spenge/Westfalen – in einer ersten Stellungnahme zum Beschluß des Bundesrates, das Modulationsgesetz für die Landwirtschaft in den Vermittlungsausschuss zu verweisen.

Die AbL unterstellt einigen Bundesländern, bewußt die Umsetzung der Modulation verzögern zu wollen, um sie gänzlich zu Fall bringen zu können. Besonders Bayern argumentiere mit dem Schutz bäuerlicher Betriebe und gefährdeter Wettbewerbsfähigkeit und habe deshalb sich für den Gang in den Vermittlungsausschuß stark gemacht. ‚Wenn es der bayerischen Staatsregierung wirklich um die bäuerlichen Betriebe geht, muss sie sich an die Spitze der Modulationsbefürworter stellen. Oder will Bayern etwa an dem unsozialen Zustand festhalten, dass 80 Prozent der Direktzahlungen an 20 Prozent der Betriebe geht?‘ so die AbL – Vorsitzenden.

Die von Ministerin Künast vorgeschlagene Modulationsregelung – Kürzung der Direktzahlungen um 2 Prozent bei einem Freibetrag von 10.000 Euro ab 2003 – würde nach Auffassung der AbL keinen kleinen und mittelbäuerlichen Betrieb in Bayern treffen. Selbst größere Betriebe hätten minimale Kürzungen hinzunehmen. Allein aus wahltaktischen Erwägungen werde besonders aus Bayern gegen die Modulation gewettert und damit der bäuerlichen Landwirtschaft Schaden zugefügt.

Die AbL setze auf die politische Vernunft im Vermittlungsausschuss, der in dieser Woche auch im umstrittenen Bundesnaturschutzgesetz eine tragfähige Lösung gefunden habe.

Links zum Thema Förderung, Links zum Thema Verbände.

China setzt große Hoffnung auf gentechnisch veränderte Pflanzen

Themen: Archiv — info @ 10:02

Weltweiter Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf 52,6 Mio. Hektar

Bonn (agrar.de) – ‚Während in Europa zurzeit gentechnisch veränderte Pflanzen nur recht schlechte Wachstumsbedingungen vorfinden, gehen außereuropäische Staaten ihren Weg mit dieser Zukunftstechnologie unbeirrt weiter‘, erklärt Dr. Ferdinand Schmitz, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter (BDP). So konnte China im Jahr 2001 den größten Zuwachs an gentechnisch veränderter Anbaufläche verzeichnen. Nach Angaben des ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications) betrug die Anbaufläche rund 1,5 Mio. Hektar; allein die Fläche für gentechnisch veränderte Baumwolle habe sich verdreifacht.

‚Eine Studie, die vor kurzem im ‚Science‘-Fachmagazin veröffentlicht worden ist, bestätigt, dass die Volksrepublik China einen Spitzenplatz im internationalen Vergleich hinsichtlich der Pflanzenbiotechnologie einnehme. Die Konsequenzen für die Landwirte und Landwirtschaft werden positiv geschildert‘, gibt Dr. Schmitz bekannt. Wissenschaftler der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking haben Forschungen und Investitionen in die Pflanzenbiotechnologie der letzten zehn Jahre untersucht.

Demnach wende China die Hälfte aller Investitionen in diese Technologie auf, die in den Entwicklungsländer getätigt wurden. Im Jahr 1999 waren es über 112 Mio. Dollar. Im Vergleich dazu investiert Brasilien etwa zwei Mio. Dollar und Indien rund 15 Mio. Dollar jährlich. Die chinesischen Forscher entwickeln nicht nur Reis, Mais, Weizen und Kartoffel weiter, sondern bearbeiten auch die Erdnuss, Melone, Chili und Papaya genetisch. Inzwischen sind von den offiziellen Behörden mehr als 251 gentechnisch veränderte (GV) Pflanzen, Tier und Mikroorganismen für Feldversuche, Freisetzung oder für den Handel zugelassen worden.

Nach Auskunft von Jikun Huang, Center for Chinese Agricultural Policy, Peking, kommen die Sicherheitsaspekte nicht zu kurz, da Freisetzungsversuche mindestens zwei Jahre dauern. Die chinesische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass mit der Einführung von GV-Baumwolle der Pflanzenschutzmittelverbrauch stark reduziert werden konnte. Davon profitieren auch die chinesischen Kleinbauern, denn sie konnten ihren Arbeitsaufwand sowie die Kosten für Pflanzenschutzmaßnahmen um rund 762 Dollar pro Hektar senken. Dadurch könne zugleich die Produktivität gesteigert werden, da die Kosten für die Baumwollproduktion um rund 28 Prozent gesenkt werden konnten. Dementsprechend ist die GV-Baumwollanbaufläche von 2.000 ha (1997) auf nunmehr 700.000 ha (2000) gestiegen; das sind rund 20 Prozent der gesamten chinesischen Anbaufläche.

Die chinesische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass gentechnisch veränderte Pflanzen eine wichtige Rolle in armen Länder spielen können. So habe China durch die Umstellung auf die GV-Baumwolle bereits über 330 Mio. Dollar eingespart, was die Investition ‚leicht‘ wieder amortisiere.

Weltweit sind im Jahr 2001 erneut mehr gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut worden als im Vorjahr. Die Flächen stiegen auf 52,6 Mio. Hektar – 19 Prozent mehr als im Jahr 2000. In 13 Länder haben 5,5 Mio. Bauern GV-Sorten auf ihren Feldern ausgesät. Rund 99 Prozent des GV-Anbaus entfallen auf vier Länder: USA (35,7 Mio. Hektar), Argentinien (11,8 Mio. Hektar), Kanada (3,2 Mio. Hektar) und China (1,5 Mio. Hektar). Nach ISAAA sind drei Viertel der Land-wirte Kleinbauern in China und Südafrika. Bei den GV-Sorten dominiert vor allem Soja, auf sie entfallen rund 45 Prozent der Weltproduktion.

Links zum Thema Biotechnologie.

Stächele: Neue, zukunftsweisende Bündnisse für den Ländlichen Raum werden angestrebt

Themen: Archiv — info @ 09:02

Stuttgart (agrar.de) – ‚Wir brauchen zukunftsweisende Bündnisse für den Ländlichen Raum, bei denen die Landwirtschaft unser wichtigster Partner ist‘. Dies sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, gestern bei der zweiten Lesung des Einzelplans 08 für das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum im Landtag in Stuttgart. Stächele rief alle Verantwortlichen angesichts der ‚großen Herausforderungen in den kommenden Jahren‘ zur ‚ideologiefreien Zusammenarbeit‘ auf. ‚Wer für die Weiterentwicklung und Nutzung des Ländlichen Raums eintritt, kann dies nur mit unseren mittelständischen, landwirtschaftlichen Betrieben tun, sie sind das Rückgrat im Ländlichen Raum‘, sagte Stächele.

Für die ‚großen Themen‘ der nächsten Jahre, die Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik mit der Fortschreibung der Agenda 2000, der EU-Osterweiterung und der Flankierung des Strukturwandels im Ländlichen Raum sei Baden-Württemberg gerüstet, hob Stächele hervor. ‚Wir erwarten im Sommer 2002 die Zwischenbewertung der Agenda 2000 und gehen davon aus, dass der eingeschlagene Weg der Förderung des Ländlichen Raums in der sogenannten ‚zweiten Säule‘ von der EU-Kommission bekräftigt wird‘, betonte Stächele. Damit liege Baden-Württemberg an der ‚Spitze der Bewegung‘. Nun gehe es darum, die Entwicklung der internationalen Wettbewerbssituation aufmerksam zu begleiten. ‚Was nützen uns nationale Alleingänge, wenn wir dadurch die flächendeckende Landbewirtschaftung nicht mehr garantieren können?‘, unterstrich Stächele.

Mit Nachdruck forderte Stächele alle Beteiligten auf, den Kampfbegriff ‚Agrarwende‘ aus der politischen Debatte zu streichen. ‚Wer Agrarwende ruft, muss sagen, was substanziell dahinter steckt, ein Kampfwort reicht nicht aus‘, sagte Stächele. ‚Es ist doch unser gemeinsames Anliegen, dass die Landwirtschaft ständig fortentwickelt wird‘, betonte Stächele. ‚Wir sind in Baden-Württemberg schon da, wo andere erst noch hinkommen müssen‘, verdeutlichte Stächele. Stächele belegte dies unter anderem am Beispiel MEKA (Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich), der bereits seit Jahren Rahmenbedingungen für eine umweltgerechte Landbewirtschaftung geschaffen habe. Ab dem Jahr 2003 werden für MEKA circa 148 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wovon die Hälfte von der Europäischen Union kofinanziert wird. ‚MEKA ist eine Erfolgsgeschichte, die wir immer neu gestalten müssen‘, sagte Stächele. Inzwischen nehmen rund 54.000 Landwirte auf über 940.000 Hektar, das sind rund zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Baden-Württemberg, am Programm MEKA teil.

‚In Baden-Württemberg gibt es keine ideologische Aufteilung zwischen ökologischen und konventionellen Betrieben‘, stellte Stächele fest. ‚Wir fördern die Nachhaltigkeit der Landbewirtschaftung insgesamt und geben dem Ökolandbau die gleichen Marktchancen wie der konventionellen Landwirtschaft‘, unterstrich Stächele. ‚Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, unter denen noch mehr ökologische Produkte als bisher verbrauchernah von Landwirten erzeugt und regional vermarktet werden können. Das beste Mittel auch gegen ungewollte Tiertransporte sind regionale Märkte. Diesen Ansatz müssen wir weiter fördern‘, so Stächele. Im Rahmen des MEKA erhalten Ökolandbaubetriebe im Doppelhaushalt Förderungen von rund 29 Millionen Euro. Zusätzlich werden 2,3 Millionen Euro zur Förderung der Vermarktung, zum Ausbau von Bildung und Beratung und zur Förderung der Verbände des ökologischen Landbaus bereit gestellt. ‚Entscheiden muss aber der Verbraucher beim Einkauf‘ , stellte Stächele fest. Baden-Württemberg garantiere eine gleichberechtigte Förderung.

Über den Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum werden im Zeitraum der Jahre 2000 bis 2006 insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro für die Landwirtschaft und den Ländlichen Raum zur Verfügung gestellt. Im Doppelhaushalt 2002/2003 können allein 215 Millionen EURO EU-Mittel für Baden-Württemberg gewonnen werden.

Verbraucherschutz und Landwirtschaft seien untrennbar miteinander verbunden. Aus Verbrauchervertrauen entstehe Nachfrage, aus Nachfrage Absatz und Einkommen für die landwirtschaftlichen Betriebe, so Stächele. Eine verlässliche Kennzeichnung qualitativ hochwertiger und umweltgerecht erzeugter Lebensmittel sei für den Verbraucher für die Kaufentscheidung unentbehrlich. Das Herkunfts- und Qualitätszeichen Baden-Württemberg (HQZ) diene als Orientierungshilfe und werde konsequent in der Vermarktung eingesetzt.

Für den Verbraucher werden die bisher erfolgreichen Ansätze zur Verbraucherinformation und Verbraucherbildung fortgeführt und intensiviert. Für 2002/03 werden dafür beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum zusätzliche Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro bereit gestellt. Zur Bewältigung der BSE-Folgen hat die Landesregierung im Jahr 2001 mit über 44 Millionenen EURO – im Gegensatz zur Bundesregierung – auch hohe finanzielle Verantwortung übernommen. Im Jahr 2002 werden unter anderem für die höheren Kosten bei den Schlachtabfällen zusätzliche 3,9 Millionen EURO Ausgleich für die Rinderhalter bereit gestellt. Darüber hinaus erhalten die Zweckverbände für die Tierkörperbeseitigung weitere 5 Millionen EURO Ausgleich.

Die Mittel für den Naturschutz werden im Doppelhaushalt um 10 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro aufgestockt. 8,6 Prozent der Landesfläche wurden im Rahmen von NATURA 2000 an die EU gemeldet. Ein weiteres Instrument der Naturschutzpolitik in Baden-Württemberg ist PLENUM (Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt). Derzeit sind im Land drei Fördergebiete eingerichtet. Ab 2002 können zwei weitere Gebiete eingerichtet werden.

Für das ‚Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum‘ (%url5%ELR%/%) stehen im Doppelhaushalt 128 Millionen Euro für neue Maßnahmen zur Verfügung. ‚Damit fördern wir in erfolgreicher Weise die infrastrukturelle Entwicklung in den kleineren Gemeinden‘, sagte Stächele und fügte hinzu: ‚Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum hat vielfache Funktionen und ist damit ein echtes Querschnittsressort für den Ländlichen Raum.‘

Der Etatentwurf für den Einzelplan 08 des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum umfasst im Jahr 2002 rund 1,05 Milliarden EURO und im Jahr 2003 rund 1,02 Milliarden EURO. Darin enthalten sind auch die Kofinanzierungsmittel des Bundes und der Europäischen Union.

Links zum Bundesland %url1%Baden-Württemberg%/%.

01. Februar 2002

Bierabsatz im Jahr 2001 um 1,8 Prozent niedriger als im Vorjahr

Themen: Bier,Handel,Lebensmittel,Statistik — info @ 16:02

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt anhand von Meldungen zur Biersteuer mitteilt, wurden im Jahr 2001 von deutschen Brauereien und Bierlagern 107,8 Mill. hl Bier abgesetzt, das waren 2,0 Mill. hl oder 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. In den Zahlen sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Das Segment der Biermischungen (z.B. Radler) wuchs im Berichtsjahr um 18,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2000. Mit einem Gesamtabsatz von 2,2 Mill. hl im Jahr 2001 hatten Biermischungen bei der Versteuerung allerdings nur einen Anteil von 2 Prozent am gesamten Bierabsatz.

Unterschiedliche Entwicklungen ergeben sich aus den Ergebnissen zum versteuerten Inlandsverbrauch und dem steuerfreien Absatz. Der Inlandsabsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 96,7 Mill. hl, der steuerfreie Absatz stieg leicht auf 11,0 Mill. hl (+ 0,3 Prozent). Vom unversteuerten Bier aus Deutschland wurden in die EU-Länder mit 8,2 Mill. hl 4,0 Prozent mehr geliefert, in Drittländer wurde 9,7 Prozent weniger Bier (2,6 Mill. hl) gegenüber dem Jahr 2000 abgesetzt. Als Haustrunk gaben die Bauereien 0,2 Mill. hl Bier steuerfrei an die Beschäftigten ab (– 3,6 Prozent).

Die Angaben zum regionalen Absatz von Bier richten sich nach dem Sitz der Steuerlager (Brauereien und Bierlager). Den höchsten Bierausstoß erzielten Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 27 Prozent und Bayern mit 21 Prozent.

Entwicklung des Bierabsatzes in Deutschland

Jahr; Bierabsatz (Mill. hl); Veränderung zum Vorjahr (Prozent)

1994; 115,7; 3,1 1995; 115,3; – 0,4 1996; 112,8; – 2,1 1997; 112,7; – 0,1 1998; 109,4; – 2,9 1999; 110,1; 0,7 2000; 109,8; – 0,3 2001; 107,8; – 1,8

Links zum Thema Brenner und Brauer.

Landfrauen: Bildung „für den souveränen Verbraucher von Morgen“

Themen: Archiv — info @ 16:02

Landesbäuerin fordert Kultusministerin mit 54.000 Unterschriften zum Handeln auf

München (agrar.de) – ‚Verankern Sie Ernährung, Hauswirtschaft und Erzeugung noch stärker und effizienter in den Lehrplänen unserer Schulen!‘ Mit dieser Forderung hat die bayerische Landesbäuerin Hannelore Siegel heute 54.000 Unterschriften an Kultusministerin Monika Hohlmeier übergeben. Die Forderung der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband wird mitgetragen von der Bayerischen Hausfrauenvereinigung und der Bayerischen Landfrauenvereinigung des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V., dem Bayerischen Landesausschuss für Hauswirtschaft e.V., dem Bayerischen Elternverband e. V. und der Verbraucherzentrale e.V.

‚Handeln ist angesagt! Wir haben Verantwortung für die zukünftigen Generationen. Diese Verantwortung müssen Sie wahrnehmen‘, forderte Hannelore Siegel die bayerische Kultusministerin auf. Die Landesbäuerin führte eine Delegation von Vertreterinnen und Vertretern dieser Verbände an, die in einer gemeinsamen Unterschriftenaktion von Oktober bis Dezember 2001 in ganz Bayern die über 54.000 Unterschriften gesammelt hatten.

Die Menschen seien sensibilisiert für das Thema Ernährung. Gesellschaftliche Entwicklungen wie Fehlernährung und Verschuldung der privaten Haushalte sprächen eine deutliche Sprache, erläuterte die Landesbäuerin. Gerade das vergangene Jahr habe deutlich gemacht, dass dort wo grundlegendes Wissen um Ernährung und Umgang mit Nahrungsmitteln fehle, die Menschen manipulierbar und unsicher würden. Genau an diesem Punkt müsse staatliche Fürsorgepflicht einsetzen. Den mündigen, souveränen Verbraucher von Morgen werde es nur geben, wenn jungen Menschen heute die Grundlagen dafür vermittelt würden. Es gehe dabei um Allgemein-, um Überlebenswissen. Ernährung, Hauswirtschaft und Erzeugung müssten deshalb in allen allgemeinbildenden Schulen vom ersten bis zum letzten Schuljahr verankert sein. Der zeitliche Umfang müsse eine sinnvolle und effektive Verknüpfung von Theorie und Praxis ermöglichen.

Die Landesbäuerin unterstrich darüber hinaus, dass auch bei der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte eine entsprechende Grundqualifikation vermittelt werden müsse.

Links zum Thema Bildung.

Bundesnaturschutzgesetz verabschiedet

Themen: Archiv — info @ 15:02

Berlin/Bonn (agrar.de) – Das auf Grund der Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschuss vom vergangenen Dienstag geänderte Bundesnaturschutzgesetz hat heute den Bundesrat passiert.

Die Zielbestimmung des Gesetzes orientiert sich an dem in Artikel 20 a des Grundgesetzes niedergelegten Umweltpflegeprinzip. Erstmals wird Umweltverbänden ein Klagerecht auch auf Bundesebene eingeräumt. Die Länder werden verpflichtet, 10 Prozent ihrer Flächen für einen Biotopverbund unter Schutz zu stellen. Das Verhältnis von Naturschutz und Landwirtschaft wird neu definiert. Dazu werden Anforderungen an die gute fachliche Praxis in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft präzisiert. Darüber hinaus sieht das Gesetz erstmals vor, auch in der Zone bis zu 200 Meilen vor den Küsten Natur- und Vogelschutzgebiete auszuweisen.

Die großen deutschen Umweltverbände BUND, NABU, %url3%WWF%/% und %url4%DNR%/% sehen in der Verabschiedung des Bundesnaturschutzgesetzes einen herausragenden Erfolg der Umweltbewegung. Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: ‚Mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz kann die Natur für heutige und künftige Generationen besser gesichert werden. Naturschützer und Landwirte, Lerche und Luchs können sich gemeinsam freuen.‘ Jetzt seien vor allem die lange zögerlichen Bundesländer gefordert, die neuen Richtlinien konsequent im Sinne des Naturschutzes umzusetzen. Die Äußerungen einiger Landespolitiker ließen leider befürchten, dass sie ihre Blockadehaltung fortsetzen wollten.

NABU-Präsident Jochen Flasbarth hob die künftige Möglichkeit der Verbandsklage auf Bundesebene sowie die Formulierung klarer Vorgaben für die naturnahe Landwirtschaft hervor. Wenn die Regelungen zur guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft noch durch entsprechende Förderprogramme in der Agrarpolitik unterstützt würden, sei nach Auffassung Flasbarths ein historischer Wendepunk zum Greifen nahe: ‚Wir haben die einmalige Chance, den langjährigen Trend der Landschaftszerstörung und des Artenschwundes endlich umzukehren.‘

Der WWF bewertete die Einführung eines bundesweiten Biotopverbundes auf mindestens 10% der Landesfläche als wichtigen Schritt zum Erhalt der nationalen Artenvielfalt. ‚Bund und Länder sollten jetzt ein Vorbild sein und ihre für die Biotopentwicklung benötigten Eigentumsflächen kostenlos zur Verfügung stellen‘, schlug WWF-Fachbereichsleiter Thomas Neumann vor.

Auch nach Ansicht des DNR unterstütze das neue Bundesnaturschutzgesetz die von der Bevölkerung gewünschte Agrarwende. ‚Der Deutsche Bauernverband muss endlich aus seiner Schmollecke herauskommen und die Chancen für die Landwirtschaft begreifen‘, so DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Der Bauernverband hatte die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses als ’nicht befriedigend‘ kritisiert. (%url7%unsere Meldung%/%). Ein Antrag der sieben unionsgeführten Länder, gegen das Gesetz Einspruch einzulegen, fand im Bundesrat mit den 31 (von insgesamt 69) Stimmen dieser Länder nicht die erforderliche Mehrheit.

Links zum Thema %url5%Landschaft und Natur%/%, Links zum Thema %url6%Gesetze und Verordnungen%/%.

Waschanlage in Hähnchenmastställen entfernt unangenehme Gerüche

Themen: Archiv — info @ 15:02

Vechta/Osnabrück (agrar.de) – Mitten in der Region mit der höchsten Schweine- und Geflügeldichte Deutschlands will das Forschungs- und Studienzentrum für Veredelungswirtschaft Weser-Ems der Universität Göttingen (FOSVWE) in Vechta (Niedersachsen) ein pikantes Problem lösen: Die unangenehmen Gerüche, die Hähnchenmastbetriebe verbreiten und die durch das Gas Ammoniak entstehen, sollen verschwinden. ‚International geht man von bis zu 45 Millionen Tonnen Ammoniak im Jahr aus, 90 Prozent davon werden der Landwirtschaft zugeschrieben‘, erläuterte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (&url2%DBU%/%), Osnabrück. Doch nicht nur die unangenehme Abluft mache den Nachbarn dieser Ställe zu schaffen. Auch der freigesetzte Staub könne eine Gefahr für die Gesundheit empfindlicher Personen darstellen, da er Keime transportiere. Forschungen, die sich mit diesem Problem beschäftigen, seien daher global bedeutend. Die DBU fördert das Projekt mit 170.000 Euro.

In der Industrie übliche Systeme zur Abluftbehandlung seien für die Gegebenheiten in Ställen gänzlich ungeeignet – nicht zuletzt aus Kostengründen. Bisher habe man für einzelne Anlagen Systeme entwickelt, die sich jedoch nicht problemlos auf weitere Ställe übertragen ließen. Ziel des Projektes seien daher neuartige Bauteile, die sich individuell zusammensetzen ließen und damit für jede Stallform eine wirksame Luftreinigung garantierten. Wichtig sei daneben vor allem eine kostengünstige Umsetzung, damit die Verwendung nicht auf Einzelfälle beschränkt bleibe.

Das System basiere auf sogenannten ‚Pads‘. In diesen großflächigen, bienenwabenähnlichen Elementen aus Zellulose riesele permanent Wasser von oben herab. Damit werde die verunreinigte Stallluft annähernd wassergesättigt. Abluftventilatoren bliesen sie durch die Pads, so dass sie ähnlich wie in einer Waschanlage von Verunreinigungen befreit werde. Staub, Ammoniak und Geruchsstoffe würden mit dem herabrieselnden Wasser herausgewaschen. In Voruntersuchungen habe man auf diese Weise 65 Prozent des Ammoniaks und 90 Prozent des Staubs aus der Luft entfernen können. Dabei mache sich vor allem der Rückgang der Stäube bemerkbar, die einen Großteil der unangenehmen Gerüche verursachten. Die gereinigte Luft werde über die Abluftventilatoren nach außen geblasen.

Das entstehende Abwasser fließe durch eine Rinne, in der sich die aufgefangenen Stoffe im Filterschlamm absetzten. Dieser nun mit Nährstoffen versetzte Schlamm könne als Dünger auf die Felder gebracht werden. Das gereinigte Wasser werde in den Kreislauf der Reinigungsanlage zurückgeführt. ‚Sollte das System erfolgreich den Praxistest bestehen, so sind die Ergebnisse auf weitere Stallungen wie Schweinemastbetriebe und andere landwirtschaftliche Erzeugerbetriebe übertragbar‘, sagte Brickwedde. Ziel sei ein kostengünstiges Komponentensystem, das es auch kleineren Betrieben erlaube, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Besonders in Gebieten wie den Landkreisen Vechta und Cloppenburg, die durch ein enges Miteinander von Wohngebieten, Wald und Tierhaltungsbetrieben geprägt seien, erhalte ein solches Reinigungssystem eine besondere Bedeutung. Gehörten doch Luftschadstoffe aus der Landwirtschaft zu den Ursachen verschiedener negativer Umwelteffekte wie Schäden an Bäumen und die Versauerung des Bodens.

Links zum Thema Stallbau und -einrichtung.

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