06. Februar 2002

Agrarbericht belegt: Einkommen der Landwirtschaft deutlich verbessert

Themen: Archiv — info @ 11:02

Berlin (agrar.de) – Zur heutigen Vorlage des ‚Ernährungs- und agrarpolitischen Berichts 2002 der Bundesregierung‘ (Agrarbericht) erklären der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Weisheit, und die verbraucherpolitische Sprecherin, Jella Teuchner:

‚Wer die Reden der Opposition und die Verlautbarungen mancher Bauernvertreter noch im Ohr hat, muss sich bei der Lektüre des Agrarberichts 2002 verwundert die Augen reiben: Nicht nur Verkaufserlöse der Landwirtschaft sind im Wirt schaftsjahr 2000/2001 gestiegen, auch die Gewinne waren im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe wiederum erheblich höher als im Vorjahr. Das Gesamteinkommen landwirtschaft licher Haupterwerbsbetriebe lag um 15 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, die Verbindlichkeiten haben sich verringert und die Eigenkapitalausstattung der Betriebe hat sich deutlich verbessert. Auch im laufenden Wirtschaftsjahr ist mit Einkommensverbesserungen zu rechnen, wenn auch in geringerem Ausmaß.

Die wirtschaftliche Lage der Bauern ist mit Rot-Grün insgesamt gut – trotz oder gerade wegen der Agenda-Beschlüsse, Steuerreform und Neuorientierung der Agrarpolitik. Aber: Fürs Wetter kann diese Regierung nichts. Insbesondere die Trockenheit im Sommer 2000 hat dazu geführt, dass ostdeutsche Betriebe im Sommer 2000 vielfach wenig geerntet haben und damit leider Gewinneinbußen hinnehmen mussten.

Die wichtigste Voraussetzung für gute Perspektiven der Landwirtschaft ist das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit ihrer Lebensmittel. Perspektiven hat die Landwirtschaft vor allem dann, wenn sie über die Qualität ihrer Produkte zu überzeugen weiß und darüber, dass diese umwelt- und artgerecht erzeugt werden. In dieser Hinsicht hat die Bundesregierung bereits vieles erreicht.

Statt einseitig Stimmung zu machen, sollten sich alle Beteiligten klar machen, wo Änderungen erforderlich sind, wo die Zukunftschancen der Landwirtschaft liegen und wie diese genutzt werden können. Wer sich die Zahlen genau ansieht, wird feststellen, dass die Zukunftserwartungen und die Investitionsabsichten der Landwirte zur Jahreswende durchaus kaum schlechter waren als vor einem Jahr – und dies trotz BSE-Krise.

Recht haben die Landwirte, die dies erkannt haben. Unsere Unterstützung haben sie – zum Beispiel mit dem Bundes programm ‚tiergerechte Haltungsverfahren‘, unserer Politik für die erneuerbaren Energien und für die nachhaltige Ent wicklung ländlicher Räume. Vor allem unterstützen wir sie dabei, wenn es um die höhere Sicherheit von Lebensmitteln geht.

Der Agrarbericht 2002 zeigt, dass die Weichen dazu richtig gestellt sind. Neben der Lage der Agrarwirtschaft wird erstmals der Bereich der Ernährungssicherheit und das Zusammenspiel von Landwirtschaft und Umwelt ausführlich behandelt. Damit wird auch dem hohen Stellenwert, den der Verbraucher- und Umweltschutz für diese Bundesregierung hat, Rechnung getragen.‘

Links zum Thema Poltik.

„Tag der Regionen“ – wurzeln in einer globalisierten Welt

Themen: Archiv — info @ 10:02

Nationaler Aktionstag am 06.10.2002

Berlin (agrar.de) Über 50 VertreterInnen aus 31 unterschiedlichen Verbänden, Initiativen und Institutionen aus Natur- und Umweltschutz, Kirchen, Land- und Forstwirtschaft, Jugendarbeit, Tourismus, Bildung, Verbraucherschutz, Gastronomie und dem mittelständischen Handwerkfeierten in Berlin zur Grünen Woche in einem offiziellen Festakt die Gründung des bundesweiten Aktionsbündnisses ‚Tag der Regionen‘.

Über 900 Aktionen warben in den letzten drei Jahren mit Schwerpunkt in Bayern und Nordrhein-Westfalen am ‚Tag der Regionen‘ für heimische Produkte und Dienstleistungen. Die vielseitigen ökologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Stärken der Region werden an diesem Tag kreativ und fantasievoll erlebbar. Dieses Jahr findet der ‚Tag der Regionen‘ am 6. Oktober zum ersten Mal bundesweit statt.

Die Aktionen zum ‚Tag der Regionen‘ finden dezentral in den einzelnen Regionen statt, wo sich meist viele Interessierte zusammenschließen, um gemeinsam in die Öffentlichkeit zu treten: große, bunte Regionalmärkte mit breitem Angebot aus Landwirtschaft, Handwerk und Kultur, Geschmacksseminare in Gaststätten, Aktionstage in Betrieben – z.B. unter dem Motto ‚Der Weg des Lehms von der Grube bis zum roten Ziegel‘ – um nur einige Beispiel zu nennen. Neue Betriebszweige werden eingeweiht oder das ‚Wachsen von Holzmöbeln in Bäumen‘ ist dargestellt. In regionalen Stadtrundgängen wird Kulturgeschichtliches präsentiert und handwerklich produzierte Lebensmittel werden zur Verköstigung angeboten.

Eine Übersicht über alle Aktionen und weitere Informationen gibt die Internet-Seite der Initiative.

Wer eine Aktion zum 06.10.02 anmelden will, Kontaktpersonen in der Region sucht bzw. Anregungen und Hilfestellungen benötigt, kann sich im Koordinationsbüro Nord bei Brigitte Hilcher, Zur Specke 4, 34434 Borgentreich, Tel. 05643-948537, Fax 05643-948803 oder im Koordinationsbüro Süd bei Gisela Endt, Spitalstr. 5, 91555 Feuchtwangen, Tel. 09852-1381, Fax 09852-4895 melden.

Links zum Thema Landentwicklung.

Schleswig-Holstein: Nutzung der Bodenflächen

Themen: Archiv — info @ 09:02

Kiel (agrar.de) – Knapp drei Viertel der Gesamtfläche Schleswig-Holsteins werden heutzutage noch landwirtschaftlich genutzt. Diese Nutzungsart des Bodens geht seit vielen Jahren insbesondere zugunsten von Siedlungs- und Verkehrsflächen zurück. Welche Grössenordnungen diese und andere Nutzungsarten in den einzelnen Regionen aufweisen, wird alle vier Jahre durch Auswertung des Liegenschaftskatasters ermittelt.

Das Statistische Landesamt hat die Daten mit Stand 31.12.2000 für alle 1 132 Gemeinden des Landes jetzt auch als Excel-Datei aufbereitet, die weitere Berechnungen für individuelle Zwecke am PC ermöglicht.

Leicht ist so z. B. zu errechnen, dass der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche in den Gemeinden Schleswig-Holstein zwischen 0,5 Prozent auf der Hallig Gröde und 68 Prozent in Elmshorn schwankt, in Plön der Anteil der Wasserfläche immerhin 78 Prozent des Gemeindegebietes ausmacht oder drei Viertel der Fläche Fredeburgs (Hzgt. Lauenburg) bewaldet sind. In der Gemeinde Elskop im Kreis Steinburg dominiert die Landwirtschaftsfläche mit 95 Prozent zwar anteilsmäßig, die größte Fläche dieser Nutzungsart findet sich jedoch mit 7.835 ha in der kreisfreien Stadt Lübeck, der flächenmäßig größten Gemeinde des Landes.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

05. Februar 2002

Investitionsförderung für Hennenhalter

Themen: Archiv — info @ 14:02

Berlin (agrar.de) – Die neue Legehennenhaltungsverordnung dokumentiert die gewachsene Bedeutung des Tierschutzes in der neuen Agrarpolitik. Hierzu sind, so das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Ernährung (BMVEL) insbesondere auch Investitionen in veränderte Stallanlagen notwendig, um tiergerechten Haltungsverfahren in der Praxis zum Durchbruch zu verhelfen. Die Bundesregierung unterstützt diesen Veränderungsprozess deshalb mit ihrer Investitionsförderung.

Die Grundsätze der Investitionsförderung für Hennenhalter hat das Ministerium jetzt in einem Merkblatt zur Förderung von Investitionen zur Umstellung auf alternative Haltungsformen für Legehennen veröffentlicht.

Links zum Thema %url4%Geflügel%/%, Links zum Thema %url5%Förderung%/%.

IT-LandFrauen – Bewerbungsfrist für Landfrauenprojekt läuft

Themen: Archiv — info @ 14:02

Berlin (agrar.de) – Das zum 1. Januar 2002 gestartete Modellprojekt des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), das vom Bundesfrauenministerium gefördert wird, läuft bereits auf Hochtouren:

Die Anmeldeformulare für Frauen, die sich als IT-LandFrauen bewerben wollen, sind im Netz abrufbar. Die Anmeldefrist läuft noch bis zum 28. Februar 2002. Jede Anmeldung wird zunächst mit einer E-Mail bestätigt. Über die Landesverbände werden im März die IT-LandFrauen aus den Bewerberinnen ausgewählt. Der Startschuss für die Ausbildung fällt am 28. April 2002 in der Andreas-Hermes-Akademie in Bonn.

Unter der Adresse LandPortal.de kann Frau sich auch genauer über das gesamte Projekt informieren. Unter dieser Adresse sollen in Kürze Produkte und Dienstleistungen von LandFrauen vermarktet werden. Deshalb wird hier ab ca. Mitte März ein Anmeldeformular für alle LandFrauen-Anbieterinnen von Produkten und Dienstleistungen zu finden sein. Diese können ihre Angebote kostenlos in diesem Portal präsentieren. Wer also seine Angebote künftig auch online vermarkten möchte, kann dieses über das von den LandFrauen neu geschaffene LandPortal tun. Dies gilt nicht nur für LandFrauen, die ihre Produkte und Leistungen schon über eine eigene Homepage anbieten, sondern auch für Frauen, die diesen Schritt noch nicht getan haben. In diesen Fällen werden die Visitenkarten mit Adressen und Telephonnummern im Portal gespeichert.

Information: Deutscher LandFrauenverband (dlv), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel: 030-318020-29, Fax: 030-310178-31, %url2%E-Mail%/%.

Diskutieren Sie im @grar.de %url6%Landfrauenforum%/%, Links zum Thema %url4%Landfrauen%/%.

Umfangreiche Marktanalyse zum Pferdesport

Themen: Archiv,Pferde — info @ 14:02

Umfassende Untersuchung stellt Weichen für die Zukunft

Warendorf (agrar.de) – Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat im vergangenen Jahr die wohl größte Marktuntersuchung zum Thema Pferdesport durchgeführt, die jemals in Deutschland vorgenommen worden ist. Unter Mithilfe des renommierten und weltweit tätigen Meinungsforschungsinstitutes Ipsos wurde ein umfassendes Profil des Pferdesports und der ihn ausübenden Menschen erarbeitet. ‚Die dabei gewonnenen Daten und Erkenntnisse werden entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Pferdesports in Deutschland haben‘, hofft Dr. Hanfried Haring, Generalsekretär der FN. Befragt wurden insgesamt 7.200 Menschen ab 14 Jahren in den Zielgruppen Vereinsmitglieder, nicht organisierte, ehemalige und potenzielle Pferdesportler.

Die wichtigsten Eckdaten der Untersuchung: Nach der Ipsos-Befragung reiten in der Deutschland regelmäßig 1.240.000 Personen. Mindestens weitere 870.000 Menschen würden gerne reiten. Generell am Thema Pferd und Pferdesport interessiert sind 8.740.000 Menschen.

Rechnet man auf der Basis der Vereinsmitgliedszahlen Jugendliche unter 14 Jahren hinzu, so ergibt sich eine Gesamtzahl von 1.600.000 bis 1.700.000 regelmäßig aktiven Pferdesportlern. Inklusive der Jugendlichen unter 14 Jahren ergibt sich für den Bereich der potenziellen Pferdesportler eine Gesamtzahl von fast 1.100.000. Mit den unter 14-jährigen sind in Deutschland knapp 11.000.000 Menschen am Thema generell interessiert.

Der gläserne Pferdesportler

Reiten ein Life Time-Sport: 61 Prozent der Vereinsmitglieder und 48 Prozent der Nicht-Mitglieder reiten bereits zehn Jahre und länger. Dabei liegt das statistische Einstiegsalter in den Pferdesport bei den Vereinsmitgliedern bei 11,6 Jahren bei den nichtorganisierten bei 12, 5 Jahren. Von den Befragten sind immerhin 41 Prozent 40 Jahre und älter.

Reiten ein elitärer Sport? Sowohl was Schulbildung als auch Einkommen betrifft, liegen alle vier untersuchten Zielgruppen über dem Bundesdurchschnitt. Auch, was sein Leseverhalten und sein kulturelles Interesse anbetrifft, liegt der ’statistische Normreiter‘ über dem Bundesdurchschnitt. Gleiches gilt für sein Engagement in sozialen oder Umwelt-Bereichen. Fast logisch: Auch am Thema Tierschutz ist der typische Reiter überdurchschnittlich interessiert. Eher etwas unterdurchschnittlich ist sein Fernsehkonsum.

Zeit und Geld: Der Pferdesportler verbringt viel Zeit mit dem Pferd. 71 Prozent der Vereinsmitglieder und 52 Prozent der nicht organisierten Pferdesportler reiten mindestens drei Mal in der Woche. Fünf Mal und mehr in der Woche reiten sogar 39 Prozent der Vereinssportler und 18 Prozent der Nicht-Mitglieder. Dabei verbringen sie im Durchschnitt mehr als drei Stunden auf der Reitanlage.

Der relativ hohe Zeitaufwand ist für viele Pferdesportler auch ein Problem. Das geben 14 Prozent der Mitglieder und 9 Prozent der Nicht-Mitglieder an. 25 Prozent der Mitglieder und 21 Prozent der Nicht-Organisierten empfinden den finanziellen Aufwand als negativ. Bei 467 Mark pro Monat liegen die durchschnittlichen Ausgaben für das Pferd bei Mitgliedern. Bei den Nicht-Organisierten, die im Durchschnitt auch weniger intensiv den Pferdesport betreiben, liegen die Ausgaben für das Pferd immerhin noch bei 329 Mark im Monat.

Emotionen: Auffallend bei Organisierten wie Nicht-Organisierten ist die hohe emotionale Bindung zum Pferd. 92 Prozent der Mitglieder und 89 Prozent der Nichtmitglieder geben an, dass sie eine sehr enge Beziehung zu ihrem Pferd haben. Deutlich wird dies auch bei der Fragestellung, welche Rahmenbedingungen die Reiter bei der Ausübung ihres Sportes oder Hobbys für wichtig erachten. 90 Prozent der Vereinsreiter und 89 Prozent der Nicht-Mitglieder nennen die Art und Weise der Unterbringung ihres Pferdes als wichtigstes Kriterium bei der Beurteilung ihrer Reitanlage.

Das Pferd ist etwas ganz besonderes: Zu diesem Ergebnis muss man wohl kommen, wenn man berücksichtigt, dass 69 Prozent der Mitglieder und 66 Prozent der Nicht-Organisierten zu der Aussage kommen: Pferdesport ist mit anderen Sportarten nicht vergleichbar. Die Emotionalität beim Thema Pferd scheint auch den ehemaligen Reitern nicht abhanden gekommen zu sein. Lediglich 12 Prozent sagten aus, sie hätten schlicht die Lust am Reiten verloren. Bei 56 Prozent der Ehemaligen war die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass sie mit dem Reiten wieder anfangen würden.

Was macht man mit dem Pferd? Bei den Mitgliedern bezeichnen sich 32 Prozent (= rund 250.000) turniersport-orientiert, obwohl auf den Turnieren selbst nur etwa 150.000 Pferdesportler als Teilnehmer auftauchen. Dennoch ist der Löwenanteil auch im Vereinssport mit 68 Prozent eher freizeitsportlich orientiert. 76 Prozent der Mitglieder, aber auch noch 52 Prozent der Nicht-Organisierten orientieren sich dabei in erster Linie an der klassischen Reitlehre. Für 45 Prozent der Mitglieder und 59 Prozent der Nicht-Mitglieder steht das Freizeit- und Ausreiten an erster Stelle. Und 6 Prozent der Mitglieder respektive 24 Prozent der Nicht-Mitglieder interessieren sich am meisten für das Westernreiten.

Reiten lernen: Der Einstieg in das Reiterleben erfolgt im Regelfall über das Schulpferd. 89 Prozent der Vereins- und 90 Prozent der unorganisierten Reiter haben schon einmal auf einem Schulpferd gesessen. Was allerdings die Qualität des Schulpferdeangebotes betrifft, vergaben 24 Prozent der Organisierten und gar 30 Prozent der Nicht-Organisierten hierfür Schulnoten von lediglich ausreichend bis ungenügend.

Ausbildung: Ganz oben im Interesse aller Reiter stehen Themen wie Aus- und Fortbildung sowie der Reitunterricht. 74 Prozent der Mitglieder und 55 Prozent im nicht-organisierten Bereich nannten Reitunterricht als besonders wichtig. Eine ganz entscheidende Rolle spielt die Qualität des Reitlehrers. So beurteilten 10 Prozent der Mitglieder und 15 Prozent der Nichtmitglieder die Qualität ihres letzten Reitlehrers mit Schulnoten von vier bis sechs. Dennoch: Die Masse aller Reiter stellt dem aktuellen Reitlehrer ein gutes bis sehr gutes Zeugnis aus (74 Prozent der Vereinsreiter und 68 Prozent der Nicht-Organisierten). Verlangt werden vom Ausbilder vor allem die Fähigkeiten sich sowohl in das Pferd (71 Prozent der Mitglieder / 66 Prozent der Nicht-Mitglieder) als auch in den Reitschüler (67 Prozent / 68 Prozent) hineinfühlen zu können.

Links zum Thema Pferde.

Patente auf Feld, Wald und Wiese?

Themen: Archiv — info @ 13:02

Greenpeace: EU-Genpatent-Richtlinie nicht in deutsches Recht umsetzen

Hamburg (agrar.de) – Nach Greenpeace-Recherche erteilte das Europäische Patentamt in München am 23. Januar erstmals ein Patent, das neben Anbaupflanzen auch die Felder, auf denen die Pflanzen wachsen, einschließt. Inhaber des Patents EP 784 421 sind die US-amerikanische Firma Treetech Management und die %url4%Universität von Kalifornien%/%.

Das Patent umfasst den Anbau von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen aus der normalen Züchtung zusammen mit genveränderten Pflanzen, denen zur Schädlingsbekämpfung ein Gift gegen Insekten eingebaut wurde. Nach der EU-Genpatent-Richtlinie fällt auch die Ernte automatisch unter die Reichweite des Patentes. Die Patentinhaber beanspruchen darüber hinaus sogar die landwirtschaftliche Nutzfläche selbst.

‚Zum ersten Mal wurden die Patentansprüche sogar auf Felder, Äcker und Baum-Plantagen ausgedehnt. Demnächst wird wohl auch noch der Landwirt patentiert, der den Boden pflügt. Das Patentamt enteignet die Bauern und missbraucht das Patentrecht für eine gigantische Umverteilung zugunsten der Gen-Industrie. Wenn dem Bauer sein Feld, sein Saatgut und seine Ernte nicht mehr gehört, ist aus dem Patentrecht ein schlimmes Unrecht geworden‘, sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte bei Greenpeace.

Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich im Februar darüber beraten, wie die EU-Genpatent-Richtlinie von 1998 in deutsches Recht umgesetzt werden soll. Nach Auffassung des Rechtsausschusses soll zwar die Reichweite von Patenten auf menschliche Gene auf einzelne technische Anwendungen eingeschränkt werden. Doch Patente auf Pflanzen und Tiere, auch auf menschliche Organe sollen uneingeschränkt weiter genehmigt werden.

Greenpeace fordert eine Neuverhandlung der EU-Richtlinie auf europäischer Ebene. ‚Die deutschen Abgeordneten sollten die Richtlinie erst gar nicht in deutsches Recht umsetzen. Die Genpatent-Richtlinie gehört zurück auf die Schreibtische in Brüssel. Patente auf Lebewesen und auf ihre Gene müssen ausgeschlossen werden‘, sagt Christoph Then. Zugleich muss geregelt werden, dass auch bereits erteilte Patente mit vertretbarem Aufwand außer Kraft gesetzt werden können, wenn durch sie der Zugang zu Genen von Mensch, Tier und Pflanzen blockiert oder erheblich erschwert werden könnte.

Seit das Europäische Patentamt 1999 die EU-Genpatent-Richtlinie zu seiner Rechtsgrundlage erklärt hat, wurden über 150 Patente auf Gene von Mensch und Tier sowie über 50 Patente auf Saatgut vergeben.

Links zum Thema %url5%Nachbau und Sortenschutz%/%.

BBV: Agrarbericht verzerrt die Realität

Themen: Archiv — info @ 13:02

Deutliches Alarmsignal: Fehlende Nettoinvestitionen

München (agrar.de) – Der Agrarbericht der Bundesregierung verzerrt nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbands (BBV) das Bild zur Situation der Landwirtschaft. Die Einkommenszuwächse seien vorrangig verursacht durch höhere Schweine-, Geflügel- und Milchpreise im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2000/2001, das am 30. Juni 2001 endete. Diese Betriebe konnten damit Einkommenseinbrüche der Jahre zuvor ausgleichen. Zur Euphorie bestehe deshalb auch für sie noch lange kein Anlass.

Aktuell sei der Erzeugerpreis für Schweinefleisch wieder zurückgegangen. Hinzu kämen enorme Erlöseinbußen bei den Rinder haltenden Betrieben. Die Erzeugerpreise liegen immer noch um 15 bis 20 Prozent unter dem Niveau vor BSE. Die Lage der Agrarmärkte drücke die Stimmung in der bayerischen Landwirtschaft enorm. Alarmierend sei die historisch niedrige Investitionstätigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe mit 2 600 Euro pro Betrieb und Jahr im Bundesdurchschnitt. Die landwirtschaftlichen Betriebe vermissen die Verlässlichkeit der Agrarpolitik sowie Perspektiven bei den Erzeugerpreisen. Der deutschen Landwirtschaft fehlten rund 2,5 Mrd. Euro an Investitionen. Dies gefährde rund 50.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Es sei nicht das Verdienst von Bundesministerin Künast, so der BBV, dass in einigen Bereichen bessere wirtschaftliche Ergebnisse im Wirtschaftsjahr 2000/2001 erzielt wurden, sondern allein die Folge der besseren Marktsituation. ‚Die Bäuerinnen und Bauern erwarten ein klares Bekenntnis der Bundesregierung für die bäuerliche Landwirtschaft. Sie erwarten insbesondere, dass die Bundesministerin auf dem Teppich bleibt und dass sie sich tatkräftig für verlässliche Rahmenbedingungen in der Agrarpolitik einsetzt‘, sagte BBV-Generalsekretär Hans Müller. Die bäuerliche Landwirtschaft sei der wichtigste Arbeitsplatz- und Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum. Einschließlich des vor- und nachgelagerten Bereichs sicherten die Land- und Forstwirtschaft jeden achten Arbeitsplatz in Bayern.

‚Wenn Frau Künast so weitermacht, wird sie zum Bumerang für Schröders Wahlversprechen, die Arbeitslosenquote zu senken‘, prophezeit Müller. Landwirtschaftliches Praxiswissen und ökonomische Notwendigkeiten würden von ihr schlichtweg ignoriert. Ihre hartnäckige Weigerung, den Rinder haltenden Betrieben trotz schwerster wirtschaftlicher Einbußen Unterstützung zu gewähren, sei dabei nur ein Beispiel von vielen. Was die Bauern dringend bräuchten, sind positive Signale für Planbarkeit und Verlässlichkeit.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Verbände.

EU schlägt Ratifizierung des Rotterdamer Übereinkommens über gefährliche Chemikalien vor

Themen: Archiv — info @ 12:02

Brüssel (agrar.de) Die Europäische Kommission hat beschlossen, dem Europäischen Rat einen Beschluss zur Ratifizierung des Rotterdamer Übereinkommens über das Verfahren zum internationalen Handel mit gefährlichen Chemikalien vorzuschlagen.

Länder, die sich am Rotterdamer Übereinkommen beteiligen, können Einfuhren bestimmter gefährlicher Chemikalien verweigern. Ausfuhren sind nur möglich, wenn das einführende Land grünes Licht gegeben hat, d.h. entsprechend informiert wurde und daraufhin seine Zustimmung erteilt hat. Mit dem Übereinkommen wird ferner ein System zum Austausch von Informationen über gefährliche Chemikalien eingeführt(sogenanntes %url6%PIC%/%-Verfahren). Das Übereinkommen kommt somit insbesondere den Entwicklungsländern zugute, die auf der Grundlage angemessener Informationen entscheiden können, welche Chemikalien eingeführt werden und welche abzulehnen sind, da kein sicherer Umgang gewährleistet werden kann. Gleichzeitig schlägt die Kommission detaillierte Bestimmungen zur Umsetzung des Übereinkommens vor, womit die derzeitigen EU-Regelungen für die Ein- und Ausfuhr gefährlicher Chemikalien ersetzt würden.

Umweltkommissarin Margot Wallström kommentierte den Vorschlag der Kommission: ‚Das Übereinkommen ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der internationalen Bestimmungen für gefährliche Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Bürger und Umwelt werden damit in allen Ländern besser vor den möglichen Gefahren aufgrund des Handels mit diesen Stoffen geschützt. Die Kommission geht in wichtigen Bereichen weiter als das Übereinkommen und schlägt unter anderem vor, eine größere Bandbreite von Chemikalien den Vorschriften zu unterwerfen. Ich fordere den Rat auf, der Ratifizierung des Übereinkommens durch die Gemeinschaft ohne Verzögerung zuzustimmen, damit die EU sich für ein rasches Inkrafttreten einsetzen kann.‘

Das Rotterdamer Übereinkommen über das Verfahren der vorherigen Zustimmung nach Inkenntnissetzung für bestimmte gefährliche Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel im internationalen Handel (PIC-Verfahren) wurde im September 1998 in Rotterdam verabschiedet und sowohl von den Mitgliedstaaten als auch der Gemeinschaft unterzeichnet. Insgesamt haben 73 Vertragsparteien das Übereinkommen unterzeichnet; ratifiziert wurde es bisher von 18 Unterzeichnern (für das Inkrafttreten sind 50 Ratifizierungen erforderlich).

Mit dem PIC-Verfahren, das derzeit für 26 Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel und für fünf Industriechemikalien bzw. -chemikaliengruppen gilt, wurde eine erste Verteidigungslinie geschaffen, die es einführenden Ländern – und insbesondere Entwicklungsländern – ermöglichen soll, potenzielle Probleme zu vermeiden, indem sie selbst entscheiden, welche Chemikalien eingeführt werden und welche aufgrund möglicher Probleme im Umgang mit den Stoffen abgelehnt werden sollten. Mit dem Übereinkommen wurden auch bestimmte Anforderungen an den Informationsaustausch eingeführt. Jede Vertragspartei muss die anderen Vertragsparteien über nationale Regulierungsmaßnahmen unterrichten, durch die Chemikalien, die unter das Übereinkommen fallen, verboten oder strengen Beschränkungen unterworfen werden.

Des Weiteren sind Vertragsparteien, die beabsichtigen, eine auf ihrem Hoheitsgebiet verbotene oder strengen Beschränkungen unterliegende Chemikalie auszuführen, dazu verpflichtet, die einführende Vertragspartei vor der ersten Lieferung und danach jährlich durch eine so genannte Ausfuhrnotifizierung über diesen Export zu informieren.

Im Übereinkommen werden gemeinsame Verantwortung und Zusammenarbeit zwischen den Vertragsparteien gefordert, um ein angemessenes Risikomanagement und einen verantwortungsvollen Umgang mit gefährlichen Chemikalien und Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln zu gewährleisten.

Durch das Übereinkommen wird das freiwillige PIC-Verfahren, das die Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation (%url4%FAO%/%) und das Umweltprogramm (%url5%UNEP%/%) der Vereinten Nationen derzeit gemeinsam handhaben, schrittweise ersetzt. Das freiwillige Verfahren, an dem über 160 Länder teilnehmen, wurde bereits durch die Verordnung (EWG) Nr. 2455/92 des Rates verbindlich in Gemeinschaftsrecht umgesetzt, so dass diese Verordnung geändert und an die Anforderungen des Übereinkommens angepasst werden muss. Die wichtigsten Änderungen betreffen Zeitpunkt und Häufigkeit der vorherigen Ausfuhrnotifizierung, die erforderlichen Informationen und die Einführung neuer Bestimmungen über die technische Hilfe an Entwicklungsländer, die beim Ausbau ihrer Infrastruktur und ihrer Kapazitäten für den Umgang mit den Chemikalien unterstützt werden.

Im Vorschlag für eine neue Verordnung zeigt sich, dass die Kommission und die Mitgliedstaaten über eine reine Umsetzung des Übereinkommens hinaus gehen wollen. So werden verschiedene Bestimmungen vorgeschlagen, die weiter gehen als das Übereinkommen wie z.B. die Erweiterung der Anforderung einer Ausfuhrnotifizierung auf mehr Chemikalien, die Anforderung einer vorherigen ausdrücklichen Zustimmung des einführenden Landes zur Einfuhr von in der Gemeinschaft verbotenen oder strengen Beschränkungen unterliegenden Chemikalien, die Möglichkeit eines Ausfuhrverbots für bestimmte Chemikalien und Artikel, die in der Gemeinschaft verboten sind, und die Anforderung einer ordnungsgemäßen Kennzeichnung aller gefährlichen, zur Ausfuhr bestimmten Chemikalien.

Diese zusätzlichen Anforderungen stellen jedoch keinerlei Einschränkung der Kernbestimmungen des Übereinkommens dar, das den Vertragsparteien die Möglichkeit einräumt, strengere Maßnahmen zu ergreifen, sofern diese mit dem Übereinkommen selbst und mit den geltenden internationalen Bestimmungen vereinbar sind. Das Konzept der Kommission verdeutlicht den Willen der EU, eine korrekte und wirkungsvolle Kontrolle des internationalen Handels und der Verwendung gefährlicher Chemikalien zu gewährleisten.

Bayern: Zahl der Tierhalter in der Landwirtschaft deutlich niedriger als 1999

Themen: Bayern,Schafe,Statistik — info @ 11:02

Tierbestände dagegen fast unverändert

München (agrar.de) – Bei der Anfang Mai 2001 durchgeführten allgemeinen Viehzählung wurden in Bayern nur geringe Bestandsveränderungen festgestellt. So nahm nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung die Zahl der Rinder um 0,8 Prozent auf 4,1 Millionen Tiere zu, die der Schafe um 1,3 Prozent auf 472.000 und die der Hühner um 0,9 Prozent auf 9,6 Millionen. Abgenommen hat lediglich der Schweinebestand, und zwar um 1,9 Prozent auf 3,8 Millionen Tiere. Deutliche Abnahmen von bis zu knapp einem Viertel ergaben sich jedoch bei den Tierhaltern.

Nach den Ergebnissen der bundesweit nach dem Agrarstatistikgesetz am 3. Mai 2001 durchgeführten allgemeinen Viehzählung vergrößerte sich der Rinderbestand seit der letzten allgemeinen Viehzählung im Mai 1999 um 0,8 Prozent auf knapp 4,1 Millionen Tiere. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, ergab sich jedoch bei den Milchkühen – die mit 1,4 Millionen Tieren über ein Drittel des Rinderbestandes ausmachen – eine Abnahme um 3,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Rinderhalter um 8,1 Prozent auf 81.700, darunter die der Milchkuhhalter um 10,7 Prozent auf 60.400 zurück.

Zugenommen hat auch die Zahl der Schafe (um 1,3 Prozent auf 472 000) und der Pferde (um 0,4 Prozent auf 82.200), wobei auch hier die Zahl der Tierhalter sank (Schafhalter: um 8,5 Prozent auf 8.300; Pferdehalter: um 6,6 Prozent auf 14.000).

In der Tendenz gilt dies auch für den Hühnerbestand, der um 0,9 Prozent auf knapp 9,6 Millionen Tiere wuchs, wobei die Halterzahl massiv (um 23,1 Prozent auf 34 400) zurückging. Von den Hühnern standen über 4,3 Millionen als Legehennen (– 3,1 Prozent) bei 34.100 Legehennenhaltern (– 23,1 Prozent) und mehr als 3,9 Millionen als Masthähne bzw. -hühner (+ 1,4 Prozent) bei knapp 900 ‚Hähnchenmästern‘ (– 11,9 Prozent).

In der Schweinehaltung verringerte sich der Bestand dagegen um 1,9 Prozent auf knapp 3,8 Millionen Tiere. Bei den Mastschweinen, die knapp ein Drittel vom Gesamtbestand ausmachen, sank die Zahl der Tiere sogar um 8,6 Prozent auf rund 1,2 Millionen und bei den Zuchtschweinen um 5,9 Prozent auf 433.000. Drastisch zurückgegangen ist auch hier die Zahl der Schweinehalter, und zwar um 24,1 Prozent auf 33.300.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Bayern.

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