08. Januar 2002

Rückblick: AGÖL zufrieden mit Künast-Politik

Themen: Archiv,MKS — info @ 15:01

Berlin (agrar.de) – Am 10. Januar ist es ein Jahr her, dass Renate Künast Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wurde. Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) nimmt dies zum Anlass, auf 12 Monate Agrarwende-Politik zurück zu blicken.

Diese Bilanz fällt aus Sicht des Ökologischen Landbaus positiv aus, da es gelungen ist, tatsächlich eine neue Richtung einzuschlagen und die Möglichkeiten der Bundespolitik für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik zu nutzen. ‚Agrarwende bezeichnet nicht die Rückkehr in eine längst überwundene Vergangenheit, sondern Aufbruch in eine neue, zukunftsfähige Form der Landbewirtschaftung‘, erklärt der AGÖL-Vorsitzende, Dr.Felix Prinz zu Löwenstein. ‚Es ist das Verdienst von Renate Künast, hier klare Zeichen gesetzt zu haben, indem sie die Leitbildfunktion des Ökologischen Landbaus herausgestellt hat.‘ Die Einführung des Bio-Siegels als Erkennungsmerkmal für Produkte des Ökologischen Landbaus und der Start eines Öko-Landbauprogramms werden von der AGÖL positiv gewertet, weil diese Maßnahmen vor allem auf die Verbesserung der Marktbedingungen abzielen. ‚Wir sind froh darüber, dass die neue Agrarpolitik hier der Versuchung widerstanden hat, den einfacheren aber auch falschen Weg zu gehen, der aus der einseitigen Förderung des Angebotes durch Subventionsgewährung bestanden hätte‘, versichert Löwenstein. Dennoch blieben auch noch Forderungen an die Ministerin:

‚Wir erwarten, dass Frau Künast sich mit Nachdruck für eine Anhebung der EU-Normen für die Ökologische Landwirtschaft, die sie ihrem Bio-Siegel zu Grunde gelegt hat einsetzt. Die von den Verbänden des Ökologischen Landbaus verwendeten Standards geben dafür die Richtung vor.

Auch fordern wir eine klare Politik zum Schutz des Öko-Landbaus vor der Grünen Gentechnik. Hier dürfen keine Kompromisse eingegangen werden, die es unmöglich machen, in Deutschland unbeeinträchtigt von gentechnisch veränderten Organismen Landwirtschaft zu betreiben. Dadurch würde die Wahlfreiheit des Verbrauchers, gentechnikfreie Nahrungsmittel zu kaufen, ausschaltet.

Des weiteren muss sichergestellt werden, dass auch über das Öko-Landbauprogramm hinaus ausreichende Mittel für Forschung und Entwicklung für den Öko-Landbau zur Verfügung stehen. Diese Forderung richtet sich in gleicher Weise an das Bundesforschungsministerium.‘

Der AGÖL-Vorsitzende ruft auch noch einmal in Erinnerung, dass in den Krisen des Jahres 2001 – BSE und Maul- und Klauenseuche – die neue Ministerin ein verlässliches und souveränes Management gezeigt hätte. Das Resümee der Arbeitsgemeinschaft Ökologische Landwirtschaft nach einem Jahr lautet: ‚Wir sind zufrieden und werden die Politik von Renate Künast auch weiterhin unterstützen.‘

Links zum Thema Bio-Verbände.

Schleswig-Holstein: Landschaftsrahmenplan geht online

Themen: Archiv — info @ 14:01

Kile (agrar.de) – Seit heute bietet das Umweltministerium den Landschaftsrahmenplan für die K.E.R.N.-Region auch online an. Im Info-Net Schleswig-Holstein unter dem Stichwort ‚Landschaftsrahmenplan‘ kann sich jeder Interessierte beispielsweise schlau machen über die hier vorherrschenden Böden, die Einzugsgebiete der Oberflächengewässer, die Tier- und Pflanzenwelt. Wie in der Druckversion aus dem Juni 2000 wird dargestellt und begründet nach welchen Zielen und Leitbildern die Region aus Naturschutzsicht entwickelt werden kann.

Mit dieser Internetversion zum ‚Herunterladen‘ will das Umweltministerium zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man kommt jederzeit und sofort mit einem Klick an Umweltinformationen und Karten für die Kreise Plön, Rendsburg-Eckernförde sowie die kreisfreien Städte Kiel und Neumünster. Gleichzeitig kann der Ressourcenverbrauch für den Druck und den Versand gesenkt werden.

Wer keinen Internet-Zugang hat – oder auf Handfestes nicht verzichten mag – kann wie bisher die farbig gedruckte Version samt Karten für 15 Euro beim Umweltministerium unter der Telefonnummer 0431-988-7267 (Herr Herrmann) oder per E-mail anfordern.

Links zum Bundesland %url3%Schleswig-Holstein%/%.

Rückblick 2001: Naturland zieht positive Bilanz

Themen: Archiv — info @ 11:01

Gräfelfing (agrar.de) – Das Jahr 2001 war für den Ökologischen Landbau ein Jahr des Umdenkens, des Aufbruchs und der rasanten Entwicklung. Diese positive Bilanz zog Naturland jetzt im Jahresrückblick 2001. Der zweitgrößte Ökologische Landbauverband Deutschlands begrüßte ausdrücklich die Maßnahmen der Politik, den Ökologischen Landbau als Leitbild anzunehmen und zu fördern. Naturland sicherte Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast Unterstützung bei der weiteren Konzeptionierung und Implementierung von Maßnahmen zu.

Die wichtigsten Punkte des Jahresrückblicks:

Agrarwende

Die ersten konkreten Schritte zu einer Neuorientierung der Agrarpolitik in Deutschland sind getan, werden von Naturland begleitet und unterstützt. Naturland befürwortet die bereits eingeführten oder geplanten Maßnahmen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) sowie der Modulation – der nach der Größe des Betriebes gestaffelten Förderung – und des weiteren insbesondere die Maßnahmen zur Förderung des Ökologischen Landbaus, zur Vermarktung und zur Verbraucheraufklärung.

Bundesprogramm Ökologischer Landbau

Mit dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde und für die Jahre 2002 und 2003 mit jeweils 35 Millionen Euro ausgestattet ist, werden erhebliche Mittel für alle relevanten Bereiche zur Verfügung stehen, um die Vorteile des Ökologischen Landbaus für den Bürger zu kommunizieren. Naturland wünscht sich, dass Bundesministerin Renate Künast für die weitere Entwicklung auch Mut zeigt gegenüber Brüssel und bei der Vergabe der Gelder. Bei der Umsetzung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau müssen neue Wege gegangen und vor allem diejenigen einbezogen werden, die den Ökologischen Landbau seit vielen Jahren entwickelt haben. Die Verbände des Ökologischen Landbaus haben das Knowhow erfolgreich aufgebaut und sind bereit, es in die Entwicklung einzubringen.

Leitbild Ökologischer Landbau

Als äußerst positiv schätzt Naturland ein, dass im Jahr 2001 erstmals ein breite Diskussion über das Leitbild der Landwirtschaft der Zukunft begonnen hat. Wie der Verband seit Jahren u.a. in seinen ‚Gräfelfinger Thesen‘ fordert, setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Ökologische Landbau die umweltschonendste, nachhaltigste und daher einzig zukunftsfähige Form der Landbewirtschaftung ist. Dies gilt auch für die Wirtschaftlichkeit des Ökologischen Landbaus. Ökolandbau ist ein ökonomisch erfolgreiches Agrarsystem, das sich trotz aller Unkenrufe der vergangenen zwei Jahrzehnte für die Öko-Bauern auf ihren Höfen täglich auszahlt, ihnen höhere Preise und Einkommen sichert. Der ökonomisch Erfolg beruht auch auf der Tatsache, dass eine zunehmende Zahl von Verbrauchern bereit ist, den Ökologischen Landbau durch den Kauf von Öko-Lebensmitteln zu unterstützen und den Bauern den gerechten Ausgleich für ihre aufwändige Arbeit zu lohnen. Eine wichtige Triebfeder dabei ist, dass der Ökologische Landbau ein modernes Agrarsystem ist, das optimal die Umwelt, das Klima und unser Wasser schützt. Neue Studien – u.a. im Auftrag des Umweltbundesamts – haben dies im Jahr 2001 erneut eindrücklich belegt.

Sachliche Auseinandersetzung mit der Landwirtschaft

Naturland appelliert in diesem Zusammenhang dringend an den Deutschen Bauernverband, seine Verweigerungshaltung gegenüber den notwendigen Reformen der Landwirtschaft endlich aufzugeben, damit sich die Agrarwende hin zum Ökologischen Landbau und zu einer umweltgerechteren konventionellen Landwirtschaft auf den Höfen durchsetzt. Andernfalls läuft er Gefahr, auch entgegen der Interessen von Mitgliedern – einem wachsenden Anteil Ökobauern und umweltgerecht wirtschaftenden Betrieben zu handeln und gegenüber der breiten Öffentlichkeit gänzlich an Vertrauen zu verlieren. Naturland fordert auch alle übrigen Agrarverbände und die Agrarindustrie auf, ihre bisherige Ablehnung aufzugeben, ihren Einfluss geltend zu machen und sich an einem konsensorientierten Umbau der deutschen und europäischen Landwirtschaft zu beteiligen. Desgleichen erwartet Naturland auch von den derzeitigen Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag eigene konstruktive und zukunftsorientierte Ansätze zur Entwicklung von Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland und nicht nur Kritik an der Linie der Bundesregierung.

Marktentwicklung

Die Wachstumsdynamik des Marktes für ökologische Lebensmittel ist nach Angaben der Naturland® Zeichen GmbH von einer nachhaltigen Steigerung geprägt. Nachdem die Naturland® Erzeuger und Verarbeiter – bedingt durch die BSE-Krise – für das 1. Quartal 2001 Rekordumsätze mit Steigerungen bis zu 50 Prozent melden konnten, ließ diese überhitzte Nachfrage im Laufe des Jahres wieder nach. Die Umsätze mit Öko-Fleisch, -Milch, -Eiern, – Molkereiprodukten und dem Öko-Trockensortiment stabilisierten sich auf einem deutlich höheren Niveau. Jahresbereinigte Umsatzzuwächse liegen je nach Produktgruppe zwischen 10 und 30 Prozent. Ein Trendartikel mit rasanter Absatzentwicklung ist nach wie vor haltbare Bio-Milch ebenso wie Öko-Fisch.

Wachstum bei Umstellung auf Ökologischen Landbau

Im Jahr 2001 erhielt der Verband so viele Anfragen von umstellungswilligen Landwirten wie noch nie zuvor in der Verbandsgeschichte. Sowohl die Zahl der Neu-Umsteller als auch die neu umgestellte Fläche weist für das Jahr 2001 ein Wachstum von über 20 Prozent auf. Naturland hat sich auf das prognostizierte Wachstum eingestellt und sucht dringend weitere Erzeuger, die auf den Ökologischen Landbau umstellen wollen. Umsteller werden in den Regionen betreut und kompetent beraten. Besonders hohe Zuwachsraten verzeichnete die Naturland® Zeichen GmbH bei den Verarbeitern. Der Zuwachs an neuen Verarbeitern, die sich 2001 für eine Partnerschaft mit Naturland entschlossen haben, liegt bei knapp 20 Prozent.

Naturland international

Auch die Nachfrage nach von Naturland zertifizierten Produkten aus weltweiter Erzeugung hat in 2001 entsprechende Umsatzzuwächse erzielt. Naturland ist mittlerweile in 28 Ländern der Welt tätig und hat international 30.000 Mitglieder. Insbesondere als Zertifizierer von Öko-Kaffee konnte Naturland seine international führende Stellung weiter ausbauen. Besonders positiv wirkte sich hier der Umstand aus, dass Naturland als einziger deutscher Öko-Verband im Rahmen seiner Qualitätssicherung durch den Weltdachverband IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) und gemäß DIN 45011 (ISO 65) akkreditiert ist. Im Jahr 2001 hat Naturland erfolgreich seine erste Re-Evaluierung durch die IFOAM bestanden. Das vom Weltdachverband des Ökologischen Landbaus beauftragte Akkreditierungsunternehmen IOAS hat sein ‚Certificate of Accreditation‘ bislang an 18 Organisationen weltweit vergeben.

‚Bio-Siegel‘

Naturland begrüßt die Einführung des staatlichen ‚Bio-Siegels‘ zur einheitlichen Kennzeichnung aller Öko-Produkte. Naturland sieht gute Chancen, dass dieses Zeichen – wenn es wie geplant mit Nachdruck im Markt und beim Verbraucher bekannt gemacht wird – dazu betragen wird, dass der Markt von Ökolebensmitteln zusätzliche Wachstumsanteile gewinnen kann. Kritik übt der Verband weiter an der Richtlinienbasis auf EU-Niveau, an der vorgesehenen Platzierung und zugelassenen Größe des ‚Bio-Siegels‘ auf Lebensmitteletiketten. Naturland wird – wie in der Konzeption des ‚Bio-Siegels‘ von Renate Künast vorgesehen – weiterhin dem Verbraucher die Qualitätsunterschiede der Produkte mit dem Naturland® Zeichen vermitteln.

BSE

Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit der erste BSE-Fall am 24.11.2000 in Deutschland publik wurde. Vielen Verbrauchern und Politikern führte diese Nachricht drastisch vor Augen, dass der Verbraucherschutz sowie eine umwelt- und tiergerechte Lebensmittelproduktion bis dahin stark vernachlässigt worden waren. Angesichts von mehr als 120 BSE-Fälle bei Rindern allein in Deutschland fordert Naturland, dass die eingeleiteten Schutzmaßnahmen keineswegs gelockert werden dürfen. Sie müssen europaweit fortgeführt und noch weiter verbessert werden. Weitere Änderungen in der Agrarpolitik und die Agrarwende hin zum nachhaltigen Ökologischen Landbau, der umweltgerecht arbeitet, den Tierschutz berücksichtigt und sichere Lebensmittel erzeugt, hält Naturland für unabdingbar.

Links zum Thema Bio-Verbände.

07. Januar 2002

Sonnleitner lehnt Aufweichung des Tiermehlverbotes ab

Themen: Archiv — info @ 13:01

Bonn (agrar.de) – Im Interview mit der Wochenzeitschrift Focus Money hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, eine Aufweichung des Verfütterungsverbotes von Tiermehl zum jetzigen Zeitpunkt strikt abgelehnt. Zuvor hatte die EU-Kommission den Vorschlag gemacht, das Verfüttern von Tiermehl aus Schlachtnebenprodukten, die für den menschlichen Verzehr freigegeben sind, an Schweine und Geflügel wieder zuzulassen. Das Verbot sei eine der ganz wichtigen Maßnahmen, verloren gegangenes Verbrauchervertrauen zurückzugewinnen, erklärte Sonnleitner. Der EU-Vorschlag kommt für den DBV-Präsidenten zum ‚völlig falschen Zeitpunkt‘ und setzt falsche Signale für den gesundheitlichen Verbraucherschutz.

Vor dem Hintergrund eines ständig wachsenden Anteils von Schlachtnebenprodukten, die nicht mehr verwertet werden, kann ein solcher Vorschlag – auch im Sinne einer umweltfreundlichen Kreislaufwirtschaft – zwar nachvollziehbar sein. Bevor man aber einen solchen Weg beschreitet, so Sonnleitner, muss europaweit sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu Verschleppungen von Tiermehl in Rinderfutter kommen kann. Ebenso muss sichergestellt werden, dass die Herstellung von Tiermehl überall nach dem sicheren Drucksterilisationsverfahren erfolgt. Und es muss europaweit sichergestellt werden, dass bereits hergestellte Tiermehle, die in der BSE-Krise auf Lager genommen wurden, vollständig entsorgt sind.

Sonnleitner: ‚Erst wenn diese drei Bedingungen erfüllt sind, kann man dem Anliegen der EU-Kommission näher treten. Im Augenblick sehe ich dafür überhaupt keine Möglichkeit, zumal wichtige Mitgliedstaaten der EU-Kommission gerade mitgeteilt haben, dass sie nach wie vor nicht in der Lage sind, den gesamten Anfall von EU- Schlachtnebenprodukten, rund 16 Millionen Tonnen, vollständig nach der Drucksterilisationsmethode zu verarbeiten.‘

Das zurückgewonnene Verbrauchervertrauen erfordere in dieser Frage Härte und Verläßlichkeit. Soviel sollten EU-Parlament und Kommission aus der BSE-Krise gelernt haben.

Links zum Thema BSE, Links zum Thema %url4%EU und Landwirtschaft%/%.

Neue Agrarpolitik nur mit neuer Agrarforschung

Themen: Archiv — info @ 10:01

BfN stellt Denkschrift ‚Forschung für eine naturgerechte Landwirtschaft‘ vor

Bonn (agrar.de) – Die Umgestaltung der Landwirtschaft hin zu einer naturgerechten, nachhaltigen Landnutzung lässt sich nur durch entsprechende Forschung adäquat verwirklichen – dies ist der Tenor der jetzt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) herausgegebenen Denkschrift ‚Forschung für eine naturgerechte Landwirtschaft‚. Sie wurde gemeinsam vom BfN und namhaften Wissenschaftlern erarbeitetet.

‚Ziel muss praxisrelevantes nachhaltiges Wirtschaften sein. Dazu bedarf es langfristiger Forschung sowie der Entwicklung neuer Methoden und innovativer Technik. Wir müssen dahin kommen, Auswirkungen der Landnutzung schon im Vorfeld besser abzuschätzen statt im nachhinein Fehlentwicklungen zu dokumentieren‘, fordert Professor Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des BfN, anlässlich der Veröffentlichung der Denkschrift. In der Denkschrift werden künftig zu beachtende Schwerpunkte der Agrarforschung aufgezeigt und die dafür notwendige Umgestaltung ihrer Organisation, Struktur und Finanzierung beschrieben. Statt sektoraler Agrarforschung mit dem Primat der billigen Nahrungsmittelproduktion soll Ansätzen Vorrang eingeräumt werden, die das Verhältnis Mensch-Natur-Landwirtschaft in den Mittelpunkt stellen und zu Verbesserungen der Ertragssicherheit, Lebensqualität und Naturverträglichkeit beitragen.

Die gesamte Ausbildung und Beratung muss in ihren Lehr und Ausbildungsplänen entsprechend angepasst werden. ‚Bisher wurde einseitiges Spezialistentum gefördert. Der Blick für das Ganze und die Natur ging verloren – mit nachweislich negativen Folgen für die biologische Vielfalt. Die Ziele von Naturschutz und Landwirtschaft müssen sich an den regionalen Gegebenheiten orientieren und mit ihnen kombiniert werden. Davon können dann auch beide profitieren. Durch die sträfliche Vernachlässigung der Forschung für eine naturgerechte Landwirtschaft ist ein enormer Nachholbedarf entstanden. Dieser ist schnellstens durch eine massive Umschichtung der vorhandenen Forschungsmittel abzubauen‘, so Vogtmann weiter.

Die Denkschrift ‚Forschung für eine naturgerechte Landwirtschaft‘ mit den Namen der ersten Unterzeichner kann als Broschüre beim BfN-Pressestelle (Konstantinstr. 110; 53179 Bonn) angefordert werden. Eine Internetversion findet sich auf der Hompage des Bundesamtes. Dort ist auch eine Liste eingerichtet, in die Interessierte sich eintragen können, wenn sie die Forderungen der Denkschrift unterstützen möchten

Links zum Thema %url3%Agrarpolitik%/%, Links zum Thema %url4%Forschung%/%.

Leserbrief zum Thema „Aus Tierschutzgründen nicht mehr Ökobauer“

Themen: Archiv — info @ 09:01

Rheine-Mesum (agrar.de) – Zu unseren Meldungen ‚Erfahrungsbericht: Aus Tierschutzgründen nicht mehr Ökobauer‚ (21.11.2001) und ‚Gegendarstellung zum ‚Erfahrungsbericht‘ von J. Donhauser‚ (19.12.2001) erreichte uns ein Leserbrief von Herrn Donhauser, den wir Ihnen im Orginal als DOC-Datei zum Download bereitstellen.

Niedersachsen: 7,4 Prozent der Rindviehhalter gaben auf

Themen: Archiv — info @ 09:01

Hannover (agrar.de) – In den niedersächsischen Rindviehställen sind erneut Plätze frei geworden. Nach Angaben des niedersächsischen Landvolkverbandes wurden bei der Viehzählung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik am 3. November mit 2,674 Mio. Rindern 3,7 Prozent weniger ermittelt als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Rinderhalter verminderte sich um 7,4 Prozent von 32.653 auf 30.243.

Nur noch 18.140 niedersächsische Bauern hatten im November noch Milchkühe, das waren 7 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Zahl der Milchkühe nahm dagegen um 2,6 Prozent auf 743.432 ab gegenüber 763.428 im November 2000.

Deutlich stärker hat die Zahl der Mutter- und Ammenkühe abgenommen, sie sank um 5 Prozent von 77.797 auf 73.899 Tiere. Hier dürfte BSE eine Rolle gespielt haben. Weil durch den Preisverfall für Rindfleisch keine Wirtschaftlichkeit mehr in diesem Betriebszweig gegeben ist, haben sich viele Mutterkuhhalter von ihren Tieren getrennt. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Halter wider, die um 8,1 Prozent und damit stärker als die der Milchkuhhalter von 6.338 auf 5.824 sank. Auch der starke Anstieg bei der Zahl der Schlachtkühe, nämlich um 21,4 Prozent – allerdings nur von 26.763 auf 32.494 – spiegelt die durch BSE verursachte Absatzkrise wider: Viele zum Schlachten vorgesehene Kühe mussten vorerst auf den Höfen bleiben.

Der größere Teil des niedersächsischen Rindviehbestandes wird im übrigen im Gebiet Weser-Ems gehalten. Dort zählten die Statistiker 1,431 Mio. Rinder gegenüber 1,243 Mio. im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover.

Links zum Thema Rinder, Links zum Bundesland Niedersachsen.

NABU fordert konsequente Fortsetzung der Agrarwende über das Wahljahr hinaus

Themen: Archiv — info @ 09:01

Berlin (agrar.de) – Eine konsequente Fortführung der Agrarwende über das Wahljahr 2002 hinaus hat der Naturschutzbund NABU heute in Berlin angemahnt. ‚Die Agrarwende bleibt eine der wichtigsten politischen Herausforderungen. An den jeweiligen Aussagen zu Lebensmittelsicherheit, Tierschutz und Agrarpolitik werden sich alle im Wahlkampf antretenden Gruppen messen lassen müssen‘, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Einen positiven Kurswechsel habe Verbraucherschutzministerin Künast nach knapp einjähriger Amtszeit mit dem Verbot der Käfighaltung für Legehennen und dem neuen Bio-Siegel für Ökoprodukte eingeleitet. Erste Schritte seien auch mit der Neuausrichtung der Agrarstrukturpolitik und mit der Möglichkeit zur Kürzung von Direktzahlungen zugunsten der Förderung des ländlichen Raumes eingeleitet worden.

Nun müssten zügig die Tierhaltungsbedingungen für Puten, Rinder und Schweine an moderne ethische und ökologische Maßstäbe angepasst werden. Der Boom der Agrarfabriken könne nur durch die Änderung des Baurechts und der bislang damit verbundenen Privilegierung von Massentieranlagen gestoppt werden. ‚Wer mehr Lebensmittelqualität und Verbraucherschutz erreichen und den ländlichen Raum stärken will, hat keine vernünftige Alternative zu diesem grundlegenden Kurswechsel‘, betonte Billen. Mit Maßnahmen zur Pestizid- und Düngemittelreduktion müsse der Natur- und Umweltschutz vorangetrieben werden.

Die Bundestagswahl im September müsse auch als Entscheidung zwischen einem Rückfall in die überholte Agrarpolitik und Steuergeldverschwendung oder einer konsequenten Weiterentwicklung verstanden werden. ‚Es ist grotesk, dass manche Politiker trotz aller Skandale mit einem beharrlichen ‚Weiter so!‘ die Notwendigkeiten zur Veränderung ignorieren‘, so Billen. So seien namhafte Vertreter der FDP durch unseriöse Aussagen zu einer ‚katastrophalen Lage‘ und einem ‚Schluss mit diesem Albtraum‘ aufgefallen.

Mit Blick auf die europäische Agrarpolitik erwarte der NABU von der Bundesregierung eine stärkere Führungsrolle, um eine Förderung der ländlichen Entwicklung in den Mittelpunkt der EU-Agrarpolitik zu stellen und produktgebundene Subventionen konsequent abzubauen. ‚Vor dem Hintergrund der Osterweiterung und der WTO-Verhandlungen müssen im neuen Jahr die Weichen für langfristige Perspektiven in der Landwirtschaft gestellt werden‘, meinte Billen.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema Verbände.

04. Januar 2002

Biopark verlässt die AGÖL

Themen: Archiv — info @ 11:01

Karow/Berlin (agrar.de) – Zum Jahresende 2001 hat der Verband Biopark, mit Sitz in Karow (Mecklenburg-Vorpommern), seine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) aufgegeben.

Nach Auskunft des AGÖL-Vorsitzenden, Dr.Felix Prinz zu Löwenstein, werden die Verbände Naturland, Gäa, Biokreis, ANOG, Ecovin und Ökosiegel die Zusammenarbeit in der AGÖL fortsetzen. Die Verbände der AGÖL wollen jetzt zusammen mit den Verbänden Bioland und Demeter sicherstellen, dass die für den gesamten Ökologischen Landbau erforderliche Facharbeit mit Nachdruck fortgesetzt wird.

Mit Thomas Dosch, Vorstand von Bioland und Nikolai Fuchs, Geschäftsführer des Demeter-Forschungsringes wurden für die nächsten Wochen Gespräche vereinbart, die eine effiziente und die Ressourcen des Öko-Landbaues optimal nutzende gemeinsame Facharbeit zum Ziel haben. Dabei sollen auch Modelle für eine verbesserte Abstimmung der politischen Arbeit der Verbände in Berlin und Brüssel besprochen werden.

Links zum Thema Bio-Verbände.

Bund trägt 72 Prozent der Alterssicherung der Landwirte

Themen: Archiv — info @ 09:01

Altersrente liegt bei 929 DM pro Monat

Berlin (agrar.de) – Der Bund hat im Jahr 2000 etwa 72 Prozent der Ausgaben der Alterssicherung der Landwirte (AdL) finanziert. Insgesamt betrug der Bundeszuschuss rund 4,2 Milliarden DM, heißt es in einer aktuellen Unterrichtung der Bundesregierung.

Da die Zahl der beitragspflichtigen Versicherten in den letzten Jahren stets gesunken sei, seien auch die Betragseinnahmen zurückgegangen und hätten im Jahr 2000 rund 1,6 Milliarden DM betragen. Zum Stichtag 30. Juni letzten Jahres seien nur noch rund 371.000 Personen versichert gewesen, 25 Prozent weniger als 1996.

Nach Angaben der Regierung ist dies zum einen auf die anhaltenden strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft zurückzuführen und gleichzeitig mache die AdL zunehmend vom Recht auf Befreiung von der Versicherungspflicht Gebrauch. Die Zahl der von der Versicherungspflicht befreiten Personen habe im gleichen Zeitraum um 26 Prozent zugenommen. Der Grund liege darin, dass immer mehr Landwirte ihrer Tätigkeit im Nebenerwerb nachgingen. Dagegen ist die Zahl der ausgezahlten Renten seit 1996 um fünf Prozent auf etwa 582.000 gestiegen, heißt es in der Unterrichtung weiter. Die durchschnittliche Höhe der monatlichen Regelaltersrenten habe zum 30. Juni 2001 für Unternehmer 929 DM und für Ehegatten 407 DM betragen. Nach Angaben der Regierung betrug der Beitrag für die AdL für das Kalenderjahr 2001 in den alten Bundesländern monatlich 346 DM und in Ostdeutschland 290 DM.

Links zum Thema Förderung.

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