18. Januar 2002

Nicht mehr Reservate ausweisen, sondern Landbewirtschaftung ökologisieren

Themen: Archiv — info @ 14:01

Berlin (agrar.de) – Umweltministerin Margit Conrad fordert einen Paradigmenwechsel im Naturschutz. ‚Der Naturschutz ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen‘, sagte Frau Conrad bei einer Podiumsdiskussion des Mainzer Umweltministeriums in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin. ‚Schützen durch nutzen‘, lautet die Devise der Ministerin.

Sie appellierte an die Akteure des Naturschutzes, sich nicht ‚auf den unbestreitbaren Erfolgen der Vergangenheit‘ auszuruhen, sondern offen zu sein für eine Naturschutzpolitik, die sich am Nachhaltigkeitsgedanken im Sinne der Agenda 21 orientiert. ‚Wir müssen das sektorale Denken überwinden. Umweltpolitik ist Nachhaltigkeitspolitik und vereint dabei ökologische, ökonomische und soziale Betrachtungsweisen eines Problems‘, sagte Frau Conrad bei der Podiumsdiskussion, an der Prof. Dr. Hartmut Vogtmann (Präsident des Bundesamtes für Naturschutz), Helmut Röscheisen (Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings), Adrian Hoppenstedt (Vorsitzender des BDLA) und Prof. Dr. Harald Plachter (Universität Marburg) teilnahmen.

Die bisherige Naturschutzpolitik habe sich allzu sehr auf die Ausweisung von Reservaten konzentriert. ‚Dieser Ansatz mag früher seine Berechtigung gehabt haben. Er stößt heute aber an seine natürlichen Grenzen. Er ist zudem restriktiv orientiert und nicht nachhaltig im Sinne einer vernetzten Strategie‘, erklärte die Ministerin. Es gehe deshalb darum, „den Naturschutz von den Reservaten in die Fläche zu bringen und die notwendige Landbewirtschaftung zu ökologisieren.‘ Ein solcher Naturschutz in der Fläche sei auf das Engagement von Landwirten, Winzern und Waldbauern angewiesen. ‚Der Naturschutz darf in ihnen nicht länger Zerstörer von Flora und Fauna sehen, sondern Partner, mit denen gemeinsam die Natur erhalten werden kann‘, so Frau Conrad.

Die Ökologisierung der Landwirtschaft will die Ministerin durch eine veränderte Förderpraxis erreichen, die sich an den Zielen der nachhaltigen und umweltverträglichen Bewirtschaftung orientiert. ‚Weniger Verwaltung der Umwelt, mehr Gestaltung ist gefordert. Bei diesem Prozess brauchen wir die Landwirte als Partner‘, meinte Frau Conrad. Sie machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass Rheinland-Pfalz prinzipiell für die Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetzes ist: ‚Wir haben aber im Dezember den Vermittlungsausschuss angerufen, weil wir das Gesetz im Hinblick auf weniger Bürokratie und eine praxisnähere Ausgestaltung verbessern wollen‘, sagte die Ministerin.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Mecklenburg-Vorpommern: Stabile großbetriebliche Strukturen in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 14:01

Schwerin (agrar.de) – Aufgrund der Agrarstrukturerhebung 2001 wurde durch das Statistische Landesamt festgestellt, dass es in Mecklenburg-Vorpommern 5.226 landwirtschaftliche Betriebe gibt. Das sind 50 mehr im Vergleich zu 1999. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche, die diese Unternehmen bewirtschaften, beträgt fast 1,36 Millionen Hektar (- 3.777 Hektar zum Jahr 1999). 4.600 Betriebe (1999: 4.542) waren in die Rechtsform einer natürlichen Person und 626 (1999: 634) in die einer juristischen Person einzuordnen.

Den 4.600 Betrieben (= 88 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe), die der Rechtsform einer natürlichen Person zugeordnet werden konnten, stand im Jahr 2001 ein Anteil von 57 Prozent an der landwirtschaftlich genutzten Fläche zur Verfügung. Die 626 Betriebe, die sich in der Hand von juristischen Personen befinden, bewirtschafteten die verbleibenden 43 Prozent.

Während die durchschnittliche Flächenausstattung der Landwirtschaftsbetriebe von Mecklenburg-Vorpommern 1991 noch bei 465 Hektar lag, veränderte sich diese seit 1995 nur noch geringfügig und betrug im Jahr 2001.269 Hektar. Die Betriebe in der Hand von juristischen Personen bearbeiteten im Durchschnitt 981 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche (1999: 1.000 Hektar). Bei den 3.774 Einzelunternehmen ist der Flächenanteil, der mit 101 Hektar im Vergleich zu 1999 konstant gebliebenen ist, wesentlich geringer. Diese landwirtschaftlichen Einzelbetriebe bearbeiten 27 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Fast ein Drittel der bäuerlichen Familienbetriebe (1.205 Betriebe) haben nur eine Betriebsgröße von unter 10 Hektar. Andererseits verfügten 143 Familienbetriebe über eine Betriebsgröße von mehr als 500 Hektar. Die Größe der 634 Gesellschaften bürgerlichen Rechts erhöhte sich wiederum nur sehr geringfügig auf 384 Hektar gegenüber dem Jahr 1999 (380 Hektar).

Die Anzahl der eingetragenen Genossenschaften reduzierte sich von 196 (1999) auf 181 (2001). Diese bearbeiten nunmehr 18,4 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Das entspricht einem Flächenanteil je eingetragener Genossenschaft von 1399 Hektar. Zu den juristischen Personen werden auch die derzeit 396 GmbH gezählt (1999: 388), die 23 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche bearbeiten. Die durchschnittliche Betriebsgröße der GmbH liegt bei 857 Hektar, was einem Minus von 20 Hektar gegenüber dem Jahr 1999 entspricht.

Die großbetrieblichen Strukturen in der Landwirtschaft von Mecklenburg-Vorpommern haben sich somit, elf Jahre nach dem Übergang in die Marktwirtschaft, offenbar dauerhaft etabliert. Fast die Hälfte der knapp 1,36 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche wird von nur 7 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaftet, die Betriebsgrößen über 1.000 Hektar haben. Die Bedeutung der 1.830 Betriebe mit Größen zwischen 100 und 1.000 Hektar ist im Vergleich zum Jahr 1999 um knapp 2 Prozent zurückgegangen (zirka 46 Prozent). Betriebe mit weniger als 100 Hektar bewirtschaften seit Jahren unverändert 5 Prozent (etwa 68.500 Hektar) der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Großhandelspreise 2001 durchschnittlich um 1,7 Prozent gestiegen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Index der Großhandelsverkaufspreise im Jahresdurchschnitt 2001 um 1,7 Prozent über dem Vorjahresniveau nach 5,5 Prozent Teuerung im Vorjahr. Ausschlaggebend war hierfür die Trendwende bei den Mineralölerzeugnissen im Laufe des Berichtsjahres. Ohne Berücksichtigung der Mineralölerzeugnisse hätten sich die Verkaufspreise des Großhandels im Jahresdurchschnitt um 2,0 Prozent verteuert.

Im Dezember 2001 verbilligten sich die Güter auf der Großhandelsstufe um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im November 2001 und im Oktober 2001 hatte die Jahresveränderungsrate – 1,9 Prozent bzw. – 1,1 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse lag im Dezember 2001 um 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Gegenüber November 2001 stiegen die Großhandelsverkaufspreise geringfügig an (+ 0,1 Prozent). Binnen Monatsfrist verteuerten sich vor allem Gurken (+ 66,1 Prozent), Tomaten (+ 31,9 Prozent) und Bananen (+ 6,9 Prozent). Dagegen wurden Fische und Fischerzeugnisse (– 12,1 Prozent), leichtes Heizöl (– 8,2 Prozent) und Zitrusfrüchte (– 2,5 Prozent) billiger.

Starke Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im Dezember 2001 u.a. bei folgenden Gütern: Tomaten (– 22,3 Prozent), lebende Schweine (– 16,6 Prozent), lebende Rinder (– 11,6 Prozent), Fische und Fischerzeugnisse (– 11,5 Prozent), Rohkaffee (– 10,5 Prozent), Getreide (– 8,4 Prozent), Schweinefleisch (– 7,2 Prozent), Zitrusfrüchte (– 6,9 Prozent) und Rindfleisch (– 5,5 Prozent). Dagegen waren u.a. Gurken (+ 75,3 Prozent), Kartoffeln (+ 59,6 Prozent), Geflügelfleisch (+ 19,8 Prozent), Äpfel (+ 18,6 Prozent), verarbeitetes Fleisch (+ 9,9 Prozent) und Futtermittel (+ 6,2 Prozent) teurer als vor einem Jahr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Appell: Ökologische Nahrungsmittelproduktion muss gentechnikfrei bleiben können

Themen: Archiv — info @ 10:01

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des Tages des Ökologischen Landbaus wird heute in Berlin ein Appell an die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast überreicht. Dieser Appell wurde von einem breiten Bündnis aus Anbauverbänden, Umweltverbänden, Kirchen, Gewerkschaften und anderen Freunden des Ökologischen Landbaus unterzeichnet.

Er richtet sich gleichermaßen an die Ministerin wie an die Träger des geplanten Qualitätszeichens ‚QS‘, den Bauernverband, die CMA, die Agrarwirtschaft und den Handel. Er lautet:

Ökologische Nahrungsmittelproduktion muss gentechnikfrei bleiben können

Auf Initiative von Bauernverband und Lebensmitteleinzelhandel haben die wichtigsten Beteiligten am Markt für konventionelle Nahrungsmittel beschlossen, ein privatwirtschaftliches Siegel ‚Qualität und Sicherheit‘ (QS) zu schaffen, das eine transparente Produktionskette vom Bauern bis zum Verbraucher kennzeichnen soll.

Die unterzeichnenden Verbände und Personen fordern die am QS-Siegel Beteiligten auf, in die Kriterien zur Erlangung des Siegels den Verzicht auf einen Einsatz der ‚Grünen Gentechnik‘ aufzunehmen. Von Renate Künast, der Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, erwarten sie, dass sie dem Siegel keine Unterstützung gewährt, wenn damit auch Produkte gekennzeichnet werden können, die mit gentechnisch veränderten Organismen erzeugt wurden.

Neben den grundsätzlichen Bedenken und Einwänden gegen den Einsatz Gentechnisch Veränderter Organismen (GVO) in der Nahrungsmittelproduktion geht es uns dabei auch um den Schutz des Ökologischen Landbaus. Dieser ist sowohl von seinem Selbstverständnis als auch durch gesetzliche Vorschriften darauf festgelegt, Lebensmittel ohne den Einsatz von GVO herzustellen. Damit ist er der einzige Garant für die Wahlfreiheit des Verbrauchers, der Anspruch darauf hat, selbst zu entscheiden, ob sich GVO in seinen Lebensmitteln befinden oder nicht. Eine in wesentlichen Bereichen gentechnikfreie konventionelle Landwirtschaft ist Voraussetzung dafür, dass der Ökologische Landbau bei uns gentechnikfrei bleiben kann. Wie groß die Gefahr der Kontamination mit GVOs durch z.B. Pollenflug auf dem Acker oder Vermischung beim Transport oder Verarbeitung der Ernte ist, zeigen entsprechende Erfahrungen aus Ländern, in denen der großflächige Anbau von GVO bereits praktiziert wird.

Unterzeichner des Appells sind:

Felix Prinz zu Löwenstein (Vorstandsvorsitzender, AGÖL) Martin Hofstetter (Agrarexperte, Greenpeace eV) Thomas Dosch (Vorsitzender, Bioland Bundesverband) Prof. Dr. Jürgen Heß (Hochschullehrer, GhKassel) Eduard Hüsers (Geschäftsführer, ProZept e.V.; Bildung, Beratung & Projektmanagement) Nikolai Fuchs (Vorstand, Forschungsring für biologisch dynamische Wirtschaftsweise) Christel Simantke (Geschäftsführerin, Beratung artgerechte Tierhaltung) Barbara Happe (campaignerin, urgewald) Eckart Kuhlwein (Stellvertretender Vorsitzender, NaturFreunde Deutschland) Gerald A. Herrmann (Geschäftsführer, Naturland e.V.) Florian Schöne (Agrarreferent, NABU) Prof. Dr. W. D. Beger (Mitglied des Vorstandes, Ökomarkt Verbraucher- und Agrarberatung e.V.) Jörg Große-Lochtmann (Geschäftsführer, MarktgesellschaftmbH der Naturland Betriebe Süd-Ost) Andreas Steneberg (Vorstand, Allergieverein in Europa e.V.) Hans-Joachim Roos (Beauftragter, Dienst a. d. Lande, Ev. Kirche v. Hessen u. Nassau) Dr. Burkhard Vogel (Geschäftsführer, BUND Thüringen) Dr. Frank Augsten (Geschäftsführer, Thüringer Ökoherz e.V.) Wolfgang Kühr (Mitglied des Vorstandes, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU)) Dr. Harald Hoppe (Geschäftsführer, Persephoneia Institut für Agrarkultur und Heilkunst gGmbH) Michael Wimmer (Geschäftsführer, Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin Brandenburg e.V. (FÖL e.V. )) Prof. Heide-Dörthe Matthes (Geschäftsführende Vorsitzende, BIOPARK e.V.) Hilmar von Münchhausen (Leiter Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, WWF Deutschland) Dr. Anita Idel (Forschungskoordination Tiergesundheit FIBL.de, FiBL Berlin e.V.) Ronald Steinmeyer (Geschäftsführer, bio verlag gmbh) Elke Röder (Geschäftsführerin, Bundesverband Naturkost, Naturwaren, Herstellung und Handel) Immo Lünzer (Geschäftsführer, Forschungsring für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise) Dipl. oec. troph. Thomas Männle (Geschäftsführer, Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB)) Kersten Naumann, MdB (agrarpolitische Sprecherin, PDS) Dr. Sabine Voigt (Referentin für Landwirtschaft der Bundestagsfraktion, PDS) Ulrike Höfken, MdB (verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Bündnis 90 / Die Grünen) Ute Rönnebeck (Agrarreferentin, BAG ejl) Beate Huber (Geschäftsführerin, Forschungsinstitut für biologischen Landbau Berlin e.V) Werner Gebing (Geschäftsführer, Gesellschaft für Nachhaltige Entwicklung mbH) Gerlinde Wiese (Vorsitzende, Fördergemeinschaft für Umwelt, Bildung, Arbeit e.V.) Prof. Dr. Hubert Weiger (Landesbeauftragter, Bund Naturschutz in Bayern e.V.) Dr. Peter Schaumberger (Geschäftsführer Demeter-Bund, Demeter-Marktforum, Demeter)

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Biotechnologie.

AbL stellt Vorschlag zum „Aktionsprogramm bäuerliche Landwirtschaft“ vor

Themen: Archiv — info @ 09:01

Berlin (agrar.de) – Ihre Abschluss-Pressekonferenz zur ‚Internationalen Grünen Woche‘ in Berlin nutzt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) um ihren Vorschlag für ein von Verbraucherschutzministerin Renate Künast angekündigtes ‚Aktionsprogramm bäuerliche Landwirtschaft‘ vorzustellen.

Die AbL fordert darin die konsequente Weiterentwicklung und Umsetzung der Neuorientierung in der Agrarpolitik, die Neuordnung der Förderpolitik in Form einer sozialen Modulation der Direktzahlungen sowie die Entbürokratisierung der Agrarpolitik. Als Umweltkriterien für die ‚ökologische Qualifizierung der Prämien‘ schlägt die AbL vor:

– einen ausgewogener Viehbesatz pro Fläche, – erweiterte Fruchtfolgen mit dem Ziel, den Anteil von Gesundungsfrüchten deutlich zu erhöhen, – Landschaftselemente wie Hecken, Feldgehölze, Feldraine und Gewässer in die Direktzahlungen einzubeziehen, – die Anwendung von gentechnisch veränderten Organismen zu unterlassen und – eine Vereinbarung zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft für flächendeckenden Grund- und Trinkwasserschutz.

Intervention und Exportsubventionen sollen zurückgefahren werden, stattdessen müsse die Qualität der Erzeugung in den Mittelpunkt gerückt werden, Lebensmittel dürften in Supermärkten nicht billiger verkauft werden als sie der Handel eingekauft. Weiter fordert die AbL, die Kürzungen der Zuschüsse zur Altersversorgung zurückzunehmen und ein Existenzgründungs-Programm in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum zu starten. Mehr Berücksichtigung der bäuerlichen Landwirtschaft in Schule und Ausbildung sowie ein gesamtgesellschaftlicher Dialog zum Thema werden gefordert.

Auch die Bereinigung unsinniger Gesetze und eine Vereinfachung bei der Umsetzung staatlicher Regelungen sei dringend geboten, so die AbL. Kritisiert wird zum Beispiel das ‚Artikelgesetz‘, mit dem Bund und Länder EU-Vorgaben umsetzen. Es enthalte nicht nur praxisfeindliche Festlegungen, sondern ziehe auch einen ‚Wust‘ unsinniger Schreibtischarbeit nach sich.

Das Dokument im Orginaltext: Zukunft bäuerliche Landwirtschaft (DOC, ZIP-Archiv)

Links zum Thema %url5%Agrarpolitik%/%.

17. Januar 2002

Keine Importe mehr ohne gentechnisch veränderte Bestandteile?

Themen: Archiv — info @ 15:01

Bauernverband sieht akuten politischen Handlungsbedarf bei Grüner Gentechnik

Berlin (agrar.de) – Mit dem Internationalen Forum Agrarpolitik will der Deutsche Bauernverband (DBV) der Diskussion über den Einsatz von Gentechnik in der Nahrungsmittelerzeugung insbesondere in der Futtermittelwirtschaft einen neuen Impuls geben. Experten aus dem In- und Ausland beleuchten auf der Tagung in Berlin den Stand der politischen Diskussion, bestehende und geplante gesetzliche Regelungen sowie die Positionen von Verbraucherverbänden, Handel, Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft. Referate hielten unter anderem Bundesverbraucherministerin Renate Künast, die Präsidentin des Europäischen Verbraucherverbandes, Sheila McKechnie, der Leiter des Instituts für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Professor Dr. Gerhard Flachowsky, der Präsident des Europäischen Verbandes der Futtermittelhersteller, Yes Montecot und DBV-Präsident Gerd Sonnleitner.

Sonnleitner erklärte zu Beginn des Forums, es bestehe akuter politischer Handlungsbedarf, da die Gentechnik in vielen Ländern heute schon in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion eingesetzt werde. Weltweit ist die Anbaufläche transgener Pflanzen auf rund 45 Millionen Hektar angewachsen. Anbauschwerpunkt sind vor allem die Länder Nord- und Südamerikas. 40 Millionen Tonnen Getreide, Ölsaaten und Futtermittel werden jährlich überwiegend aus diesen Ländern in die Europäische Union eingeführt. Nach Aussagen von Importunternehmen kommen heute praktisch keine großen Rohstoffpartien mehr ins Land, in denen nicht gentechnisch veränderte Bestandteile nachweisbar sind.

In der Bevölkerung stößt die Grüne Gentechnik jedoch auf breite Ablehnung. Bei einer Befragung lehnten jüngst 70 Prozent der befragten EU-Bürger gentechnisch veränderte Lebensmittel rundweg ab. Fast 95 Prozent verlangten, zwischen gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln und unveränderten Produkten wählen zu können.

Die Landwirte seien durch diese Situation in eine schwierige Mittlerfunktion geraten. Seit vielen Monaten gebe es in der EU quasi ein Moratorium für den Einsatz von Gentechnik, während in den USA die Zahl der zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen stetig wachse. Sonnleitner: ‚Diese Diskrepanz schafft Probleme für alle an der Nahrungsmittelerzeugung Beteiligten, insbesondere die Futtermittelwirtschaft und setzt auch die Politik unter Zugzwang‘. Für den DBV-Präsidenten kann diese Misere nur mit einer klaren, produktbezogenen Kennzeichnungsregelung ausgeräumt werden, die den Verbrauchern die Wahlfreiheit für Nahrungsmittel und den Landwirten die Wahlfreiheit für Saatgut und Futtermittel belässt. Dies aber setze klare Kennzeichnungsregelungen voraus, die realistische und glaubwürdige Toleranzwerte vorsehen, formulierte Sonnleitner die Position der deutschen Landwirte. Der Kennzeichnung komme eine Schlüsselstellung zu, wenn der konfliktbehaftete öffentliche Diskurs entspannt werden soll.

Fortsetzen wird der Bauernverband die Diskussion mit dem Forum ‚Die Zukunft der Grünen Gentechnik in Deutschland – Einstieg oder Ausstieg‘ am 26./27. Februar in Berlin.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

Links zum Thema %url2%Biotechnologie%/%.

Winterweizen ist Spitzenreiter der Anbaustatistik

Themen: Archiv — info @ 13:01

Münster (agrar.de) – Die Getreideart mit dem größten Anbauumfang ist der Winterweizen. Im vergangenen Jahr wurde er auf einer Fläche von 2,85 Millionen Hektar in Deutschland angebaut, teilt die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mit. Das entspricht 43 Prozent der gesamten Getreidefläche. In Nordrhein-Westfalen stand er auf einer Anbaufläche von 254.000 Hektar.

Bei diesen Zahlen handelt es sich um das zweite vorläufige Ergebnis der bundesdeutschen Getreideernte 2001, das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) herausgegeben wurde. Die zweitwichtigste Getreideart ist Wintergerste, die auf 1,48 Millionen Hektar angebaut wurde. Das entspricht 22,3 Prozent der Fläche. In Nordrhein-Westfalen stand sie auf 171.792 Hektar.

Nach der Anbaufläche folgen Roggen mit 839.115 Hektar, Sommergerste mit 633.677 Hektar, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) mit 536.580 Hektar und Hafer mit 232.207 Hektar. Die übrigen Getreidearten sind von nur geringerer Bedeutung.

Auch hier liegen die Zahlen für NRW vor: Roggen stand auf 25.288 Hektar, Sommergerste auf 21.284 Hektar, Triticale auf 72.135 Hektar und Hafer auf 22.182 Hektar.

Im Bundesgebiet wurden 2001 knapp 280.000 Hektar Kartoffeln angebaut. Das größte Anbaugebiet mit einem Anteil von 43 Prozent an der bundesdeutschen Kartoffelfläche liegt in Niedersachsen. In NRW wurden die Kartoffeln auf einer Fläche von 30.141 Hektar gerodet.

Insgesamt wurde in Deutschland Getreide auf einer Fläche von 6,66 Millionen Hektar angebaut. Im Durchschnitt aller Getreidearten lag der Ertrag bei knapp sieben Tonnen. Mit fast neun Tonnen je Hektar im Durchschnitt aller Getreidearten liegt Schleswig-Holstein (wie in den Vorjahren) im Ländervergleich an der Spitze. Nordrhein-Westfalen erzielte mit 8,4 Tonnen den zweithöchsten Hektarertrag.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland %url3%Nordrhein-Westfalen%/%.

Niedersachsen: Molkereien werben um Nachwuchs

Themen: Archiv,Bildung — info @ 12:01

Hannover (agrar.de) – Niedersachsens Molkereiwirtschaft hat Nachwuchssorgen. Während Käse, Frischprodukte oder Eis gefragt sind wie nie zuvor, interessiert sich offensichtlich kaum jemand für den Ursprung dieser mit großer Fachkompetenz und hoher Verantwortung hergestellten Produkte. Der Landesverband der Milchwirtschaftler in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt möchte daher für Abhilfe sorgen und hat bereits zum fünften Mal die Ausbildungsaktion ‚Molkereifachfrau/Molkereifachmann‘ gestartet.

In 18 milchwirtschaftlichen Betriebsstätten in Niedersachsen sollen bis zum 1. August 2002 noch mindestens 40 Ausbildungsplätze besetzt werden. Alle Jugendlichen mit Spaß an naturwissenschaftlichen Fächern und Freude an modernen EDV-Anlagen sind besonders angesprochen. Die Arbeit in den Unternehmen der niedersächsischen Molkereiunternehmen, die gemeinsam rund vier Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, hat sich damit weit von der in Werbespots mitunter vermittelten Idylle entfernt. Die Ausbildung umfasst drei Jahre, die praktischen Lehrinhalte auf den Betrieben werden in jedem Jahr durch einen zehnwöchigen Blockunterricht in der Milchwirtschaftlichen Lehr- und Untersuchungsanstalt Oldenburg ergänzt. Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Jahr 520 Euro, im dritten werden 620 Euro gezahlt.

Die niedersächsischen Unternehmen bilden für den eigenen Bedarf aus, die Übernahme in ein Arbeitsverhältnis nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss ist daher die Regel. Innerhalb der Lebensmittelwirtschaft zählen die Molkereifachfrau und ihre männlichen Kollegen zu den begehrtesten Nachwuchskräften. Zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnen später zusätzliche Perspektiven. Ambitionierte Molkereifachkräfte können den Meisterbrief erwerben, eine Technikerausbildung anschließen oder auch das Studium an einer Fachhochschule oder Universität aufsatteln. Weitere Informationen und alle Ausbildungsbetriebe werden auch im Internet vorgestellt.

Links zum Thema %url3%Arbeitsmarkt%/%.

Kroatien: Import- und Anbauverbot von gentechnisch veränderten Organismen

Themen: Archiv — info @ 12:01

GLOBAL 2000 fordert gentechnikfreie Alpen-Adria-Region.

Wien (agrar.de) – Kroatien wird den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen verbieten und den Import von Gen-Lebensmitteln gesetzlich einschränken. Damit folgt die kroatische Regierung einem Parlamentsbeschluss von 1998, der ein ‚gentechnikfreies Kroatien‘ vorsieht. Die wichtigsten Gründe für diesen weitreichenden Schritt seien der Tourismus als strategisches Geschäftsfeld und die biologische Landwirtschaft als boomender Sektor, so der kroatische Umweltminister Bozo Kovacevic.

Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 begrüßt das Gentechnik-Verbot, das Kovacevic am 14. Januar überraschend bekannt gab. Daniel Hausknost, GLOBAL 2000 Gentechnik-Experte: ‚Die Entscheidung der kroatischen Regierung ist umso bemerkenswerter, als sie seit Monaten unter massivem diplomatischem Druck der USA gestanden ist, die mit einer Klage vor der Welthandelsorganisation drohte.‘

‚Die österreichische Regierung muss sich ebenso bald eine Strategie für die Zukunft überlegen, auch wenn Österreichs Felder derzeit noch gentechnikfrei sind.‘, so Daniel Hausknost. ‚Eine klare Entscheidung zum Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft könnte Österreich massive strategische Vorteile am europäischen Lebensmittelmarkt bringen.‘ GLOBAL 2000 weist auf die wirtschaftsstrategischen Ähnlichkeiten Kroatiens mit Österreich hin: Auch in Österreich spielen Tourismus und Biolandbau eine bedeutende Rolle und die Bevölkerung erwartet sich gentechnikfreie Lebensmittel. Da auch im Nachbarland Slowenien offiziell Überlegungen zu einem Gentechnik-Verbot angestellt werden, ist die Idee realistisch, einen gentechnikfreien Staaten-Cluster zu errichten ‚GLOBAL 2000 fordert eine gentechnikfreie Alpen-Adria-Region. Dieser Schritt wäre wirtschaftlich und vor allem ökologisch auf Grund der hohen Artenvielfalt ein riesige Chance für Europa‘, so Hausknost.

Links zum Thema Biotechnologie.

Landwirte stocken Viehherden immer mehr ab

Themen: Milch,Schafe,Statistik — info @ 12:01

Bestände erreichen teilweise das Niveau von 1950 – Strukturwandel setzt sich fort

Hannover (agrar.de) – Deutsche Landwirte halten immer weniger Vieh. Der niedersächsische Landvolk-Pressedienst zitiert langfristige Berechnungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV), wonach sich die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel bis in die siebziger und achtziger Jahre ständig vergrößerte. Seitdem sind die Viehbestände deutlich zurückgegangen, teilweise sogar bis auf das Niveau von 1950. Damals zählten die Statistiker beispielsweise 14,8 Millionen Rinder. 1970 waren es 19,2 Millionen und 1980 wurden 20,8 Millionen gehalten. Danach trennten sich viele Rinderhalter von ihren Tieren, die Zahl sank bis zum Jahr 2000 auf 14,6 Millionen. Dies ist vor allem eine Folge der 1984 eingeführten Milchquote, die das Produktionsvolumen begrenzt. Da gleichzeitig die Milchleistung der Kühe aufgrund von Zuchterfolgen und verbesserten Haltungsbedingungen kontinuierlich gestiegen ist, verkleinerten viele Milchviehhalter ihre Herden.

Andere trennten sich frühzeitig von ihren Kühen, um sich auf die in den siebziger und achtziger Jahren profitabler erscheinende Schweinehaltung zu spezialisieren. So gab es 1950 rund 17,6 Millionen Schweine im heutigen Bundesgebiet, 1970 waren es bereits 30,7 Millionen und 1980 sogar 35,4 Millionen. Das wechselnde Marktgeschehen sorgte ebenso wie die steigenden gesetzlichen Anforderungen dafür, dass die Schweinebestände bis 2000 auf 25,7 Millionen Tiere sanken. Bei Geflügel ist die Zahl der gehaltenen Tiere von 74,1 Millionen in 1950 auf 144,6 Millionen in 1970 gestiegen und bis 1990 wieder auf 113,9 Millionen gesunken. Im Jahr 2000 wurden 118,3 Millionen gehalten. Ebenfalls seit 1990 erlebt die Pferdehaltung wieder einen kleinen Aufschwung auf 0,7 Millionen Tiere, nachdem die Bestände von 2,3 Millionen in 1950 auf 0,5 Millionen in 1990 gesunken war. Dagegen die Zahl der Schafe seit 1950 relativ konstant; Damals wurden wie in 2000 rund 2,7 Millionen der wolligen Vierbeiner gezählt.

Der fortgesetzte Strukturwandel beeinflusst die Viehbestände ebenfalls, ebenso wie die Gesamtzahl der Betriebe sinkt die Zahl der Landwirte, die Vieh halten. Die in der Landwirtschaft verbleibenden Betriebe stocken zwar auf, dies kann den Rückgang der Viehzahlen insgesamt jedoch nicht wettmachen. Zur Viehzählung im November 2001 wurden im gesamten Bundesgebiet noch 210.800 Betriebe mit Rinderhaltung registriert, das waren 3,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Noch gravierender ist die Zahl der Schweinehalter gesunken, und zwar um 10,1 Prozent auf nur mehr 113.300 Betriebe. Die Zahl der Schafhalter ging um 2,8 Prozent auf 30.900 zurück.

Links zum Thema Tiere und Tierhanltung.

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