26. Januar 2002

Neuer Studiengang „Pferde- und Reitwissenschaften“ geplant

Themen: Archiv,Pferde — info @ 16:01

Witzenhausen (agrar.de) – Am Fachbereich Landwirtschaft, Internationale Agrarentwicklung und Ökologische Umweltsicherung der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) laufen derzeit die Planung zur Einführung eines neuen Studienganges ‚Pferde- und Reitwissenschaften‘ (B.Sc. und M.Sc.).

Seit den 70er Jahren ist eine rasante Entwicklung des Pferdesportes zu beobachtenden mit:

– mittlerweile ca. 3 Millionen Aktiven – einem Gesamtumsatz von mehr als 5 Mrd. EUR nur in den Segmenten Futter, Stallmiete und Ausrüstung – einer Verdreifachung der Pferdepopulation in den letzten 35 Jahren

Damit verbindet sich ein erhebliches Arbeitsplatzpotenzial. Man geht davon aus, dass drei Pferde einen Arbeitsplatz schaffen. Darüber hinaus bieten sich in der Pferdehaltung Chancen für Landwirtschaftliche Betriebe, für die sich aufgrund von BSE, MKS und allgemeiner Entwicklung die Frage nach einer Umstrukturierung stellt.

Da der Freizeitbranche im 21. Jahrhundert eine wirtschaftliche Schlüsselposition vorausgesagt wird, würde hiervon auch der Pferdesport profitieren. 1,5 Mio. Menschen zusätzlich würden sich gerne in ihrer Freizeit mit Pferden beschäftigen. Um diesem Potenzial gerecht zu werden, muss sich das Angebot der Pferdebetriebe und Ausbilder in Umfang und Qualität weiter entwickeln müssen.

In den USA, in Großbritannien, in Schweden, in den Niederlanden und in der ehemaligen DDR hat man die Notwendigkeit eines hochwertigen Bildungs- und Forschungsangebotes bereits erkannt und entsprechende Studienmöglichkeiten angeboten. In der Bundesrepublik existiert bislang kein einschlägiger Studiengang, auch wenn Pferdezucht- und Haltung als Wahlpflichtfächer in landwirtschaftlichen Studiengängen bereits seit Jahren vereinzelt angeboten werden.

Den Absolventen eines solchen Studienganges bieten sich vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten in den zahlreichen Branchen und der Forschung rund ums Pferd.

Mittlerweile sind die Planungen so weit gediehen, dass die Einführung dieses Studienganges nur noch an der zusätzlichen Bewilligung von drei Professuren hängt. Mit der Einführung wird frühestens im Jahr 2003 gerechnet.

Wer an diesem Studiengang Interesse zeigt oder sich für die Einführung einsetzen möchte, kann dies mit einem Brief an den Präsidenten der Gesamthochschule Universität Kassel deutlich machen. Hier die Adresse: Universität Gesamthochschule Kassel, Uni.-Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Mönchebergstraße 19, 34109 Kassel.

Dokument: Pferde- und Reitwissenschaften, Links zum Thema Pferde, @grar.de %url3%Pferdeforum%/%.

25. Januar 2002

Sanasilva 2001: Waldzustand ist seit 1994 stabil

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 16:01

Bern (agrar.de) – Der Zustand des Schweizer Waldes ist seit 1994 stabil geblieben, was den Anteil der Bäume mit Kronenverlichtung über 25 Prozent betrifft: Er hat sich trotz jährlicher Schwankungen in den letzten Jahren nicht wesentlich geändert. In der Sanasilva-Inventur 2001 wies einer von fünf Bäumen eine Verlichtung von mehr als 25 Prozent auf; es starben 4 von 1000 Bäumen. Bodenversauerung und Klimaveränderung bleiben wesentliche Langzeitrisiken.

Seit 1994 ist der Anteil der Bäume mit Kronenverlichtung über 25 Prozent trotz jährlicher Schwankungen stabil geblieben. Im Vergleich mit den Zahlen seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1985 beharrt er damit auf höherem Niveau. Im Jahr 2001 wiesen 18 Prozent der Bäume eine Kronenverlichtung von mehr als 25 Prozent auf; also annähernd gleich viel wie 1999, aber weniger als im Jahre 2000. Diese Zahlen beziehen sich auf Verlichtung unbekannter Ursache. Die Fichte und die Tanne waren von den Hauptbaumarten weiterhin am stärksten verlichtet, die Buche hingegen am geringsten. Dies geht aus der letztjährigen Sanasilva- Inventur hervor, welche Fachleute der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL durchgeführt haben. Ähnlich hoch ist die Verlichtung auch auf den 16 Flächen der Langfristigen Waldökosystem-Forschung (LWF) des Bundes, wo ebenfalls Erhebungen durchgeführt werden.

Sterberate der Bäume unverändert

Wie in den Vorjahren sind innert Jahresfrist rund 0,4 Prozent der Bäume abgestorben. Dabei hat sich aber der Befall mit Borkenkäfern im Sommer 2001 in den Werten der Sanasilva- Inventur noch kaum niedergeschlagen, da die Aufnahmen grösstenteils schon vor dem Auftreten von Schäden abgeschlossen waren. Die meisten befallenen Bäume verloren erst im Spätsommer die Nadeln und starben im Herbst ab. Zudem kann die grobmaschige Sanasilva- Erhebung lokale oder regionale Schäden nicht erfassen. Laut Umfragen wurden in den Sturmschadengebieten bis zum Herbst Zwangsnutzungen von etwa einer Million Kubikmeter Fichtenholz durchgeführt. Für nächstes Jahr wird mit einer erhöhten Sterberate der Bäume und einem Anstieg der Nutzung von Fichten gerechnet. Grund dafür ist der starke Befall durch Borkenkäfer im Jahr 2001.

Beobachtung der langfristigen Entwicklung

Die Kronenverlichtung gibt in erster Linie einen Hinweis auf Stress, dem Bäume ausgesetzt sind. Sie hängt von verschiedenen Ursachen ab, wie dem Alter der Bäume, ihrer Nährstoffund ihrer Wasserversorgung. Deshalb ist vor allem ihre langfristige Entwicklung wichtig. Als wesentliche Langzeitrisiken für den Wald gelten die Bodenversauerung und die Klimaveränderung. Abschliessende Antworten liegen hierzu aber nicht vor, weshalb die WSL auf den 16 Flächen der Langfristigen Waldökosystem-Forschung (LWF) des Bundes folgende Fragen vertieft erforscht: In welcher Weise wirken eine veränderte Nutzung, die Schadstoffbelastung und die erwartete Klimaänderung auf den Wald? Welche dieser Vorgänge gefährden den Wald kurz- oder langfristig? So werden detaillierte Untersuchungen betreffend die chemische Zusammensetzung des Niederschlags und des Bodenwassers sowie die Wirkung der Nährstoff- und Wasserversorgung auf die Bäume durchgeführt.

Jedes Jahr überprüfen Fachleute der Eidg. Forschungsanstalt WSL im Rahmen der Sanasilva-Inventur den Zustand der Bäume im Schweizer Wald. Im Sommer 2001 beurteilten sie auf repräsentativ verteilten Stichprobeflächen in einem 16 x 16 km-Netz rund 1.100 Bäume. Die Statistik unterscheidet zwischen Gesamtverlichtung und Kronenverlichtung unbekannter Ursache, die auf keine offensichtlichen Einflüsse wie Hagelschaden oder Insektenbefall zurückzuführen ist. Der Zustand der Baumkronen wird zudem auch auf den 16 Flächen der Langfr istigen Waldökosystem-Forschung (LWF) des Bundes untersucht.

Das Sanasilva-Netz und die LWF-Flächen der Schweiz sind Teil des europaweiten Beobachtungs- Programmes (ICP Forests). Die Ergebnisse von etwa 6000 Flächen auf dem 16×16-Kilometer-Netz und von mehr als 800 Langfrist-Beobachtungsflächen in 30 Ländern werden jährlich im europäischen Waldzustandsbericht veröffentlicht. Dieser wird von der Europäischen Kommission und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa herausgegeben.

Auch die europäische Statistik weist auf eine Stabilisierung der Kronenverlichtung hin. Mit diesen grossräumigen – zum Schutz der Wälder Europas – angelegten langfristigen Untersuchungen werden die Veränderungen im Ökosystem Wald erfasst.

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Thema %url3%Schweiz%/%.

RLV: Freizeitwert der Kulturlandschaft in Milliardenhöhe

Themen: Archiv — info @ 15:01

Bonn (agrar.de) – Auf 6,6 Mrd. EUR pro Jahr schätzt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) den Erholungs- und Freizeitwert der Kulturlandschaft in Deutschland. Zur Ermittlung des Erholungs- und Freizeitwertes zieht der RLV Zahlen über die Freizeitaktivitäten der Bundesbürger heran. So rechnet die deutsche Gesellschaft für Freizeit jährlich innerhalb Deutschlands mit 2,1 Mrd. Ausflügen, 15,5 Mio. Kurzreisen und 11,6 Mio. Urlaubsreisen, deren Bestimmungsorte in der überwiegenden Zahl fernab der großen Städte im ländlichen Raum liegen. In der RLV-Berechnung wird der Wert eines Landschaftsbesuches im durchschnittlichen Eintrittsgeld für einen Kinobesuch (6 EUR) gleichgesetzt. Bei rund 1,1 Mrd. Landschaftsbesuchen errechnet sich somit eine Wertschöpfung von 6,6 Mrd. EUR pro Jahr.

Wie der RLV weiter mitteilt, liegen in der Rangskala der Häufigkeit der Erholungsaktivitäten der Bundesbürger die landschaftsbezogenen Freizeitaktivitäten an vorderster Stelle. Besonders beliebt sind Spazieren gehen, spielen im Freien, lagern und wandern sowie Rad fahren und neuerdings Inline-Skating. Seit 1978 haben sich die landschaftsbezogenen Freizeitaktivitäten mehr als verdoppelt.

Die von der gesamten Bevölkerung gewünschte und nachgefragte Kulturlandschaft wird – so der RLV – durch die Land- und Forstwirtschaft erhalten. Die Landwirte sind also nicht nur Nahrungsmittelproduzenten, sondern auch ‚Gärtner der Kulturlandschaft‘. Da die Landschaftspflegeleistungen der Landwirte nicht über den Marktpreis ihrer Produkte entlohnt wird, müssten nach Auffassung des Verbandes die Umweltleistungen der Land- und Forstwirte im Interesse der Landschaftsbesucher durch den Staat honoriert werden.

Information: Rheinischer Landwirtschafts-Verband (rlv), Rochusstraße 18, 53123 Bonn, Tel: 0228-52006-0, Fax: 0228-52006-60

Links zum Thema Landschaft und Natur, @grar.de-Flyer ‚%url3%Landwirtschaft ist mehr …%/%‘.

Thüringen: Struktur der Bodennutzung 2001

Themen: Archiv — info @ 14:01

Erfurt (agrar.de) – Im Jahr 2001 bewirtschafteten 5.030 landwirtschaftliche Betriebe insgesamt 802.818 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (ha LF). Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik sank damit die Anzahl der Betriebe innerhalb von zwei Jahren um 1,8 Prozent und die LF Thüringens war um 0,3 Prozent geringer als 1999. Nicht verändert hat sich jedoch die Nutzung der LF. Über drei Viertel (77,6 Prozent) der LF waren Ackerland und mehr als ein Fünftel (22,0 Prozent) der Flächen wurden als Dauergrünland genutzt. Mit zunehmender Flächengröße erhöhte sich die Ackernutzung, parallel dazu nahm die Grünlandnutzung ab. Bei Betrieben mit einer LF bis 100 Hektar hielt sich die Ackernutzung und Grünlandnutzung annähernd in Waage. In Betrieben mit einer Fläche ab 100 Hektar waren vier Fünftel der LF Ackerland und ein Fünftel Grünlandflächen. Bei Betriebsgrößen ab 1.000 ha LF änderte sich das Nutzungsartenverhältnis auf 85 Prozent Ackerland zu 14 Prozent Grünland.

Im Einzelnen bewirtschafteten 3.657 Thüringer Landwirte 622.810 Hektar Ackerflächen und 3.810 Betriebe nutzten 176.219 Hektar Grünlandflächen. Lediglich auf 3.686 Hektar (0,5 Prozent der LF) standen Dauerkulturen (Obstanlagen, Baumschulflächen, Rebflächen, Weihnachtsbaumkulturen, Korbweiden und Pappelanlagen), die von 343 Betrieben bewirtschaftet wurden.

Nutzung des Ackerlandes

Rund 3.000 Betriebe (- 3,5 Prozent gegenüber 1999) bauten im Jahr 2001 Getreide an (1999: 3.139 Betriebe). Das waren wie auch vor zwei Jahren 83 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe mit Ackerland. Die mit Getreide bestellten Flächen nahmen im gleichen Zeitraum um 24.100 Hektar bzw. 6,5 Prozent auf 393.900 Hektar zu. 63 Prozent des Ackerlandes (1999: 59 Prozent) wurden somit für den Anbau von Getreide genutzt. Bei einer Anbauausdehnung um 19.600 Hektar (6,7 Prozent) war die höchste Flächenzunahme in Betrieben ab 500 ha LF zu verzeichnen. Mit 313.500 Hektar wurden 80 Prozent der Getreidefläche Thüringens von Betrieben dieser Größenklassen angebaut.

Gleichfalls wurde der Anbau von Raps und Rübsen um 3,3 Prozent (+ 3.200 ha) auf 101.100 Hektar ausgedehnt. Auf beinahe jedem sechsten Hektar des Ackerlandes (16,2 Prozent) standen im Jahre 2001 Raps und Rübsen. Die Anzahl der Betriebe blieb mit fast 1.200 (1999: 1.166 Betriebe) annähernd konstant. Wie auch im Getreideanbau bestellten Betriebe mit Flächen ab 500 ha LF mehr Ackerland mit dieser Ölfrucht. Die Anbaufläche in diesen Betrieben stieg um 3.300 Hektar (4,1 Prozent) auf 82 800 Hektar.

Zu den Verlierern gehörten der Ackerfutteranbau, der Kartoffelanbau und der Zuckerrübenanbau. Insgesamt bestellten 1.500 Betriebe ihren Acker mit Futterpflanzen (1999: 1.644 Betriebe). Die Futterbauflächen, deren Entwicklung parallel zur Entwicklung der Rinderbestände verlief (Bestand Mai 1999: 417.700 Tiere; Bestand Mai 2001: 390.400 Tiere), nahmen innerhalb von zwei Jahren um 13.000 Hektar (- 17,8 Prozent) auf 60.000 Hektar ab. Allein die Silomaisflächen, die mit 35.900 Hektar knapp 60 Prozent des Ackerfutters bilden, gingen um 7.600 Hektar (- 17,5 Prozent) zurück.

Die Anzahl der Kartoffelanbauer sank gegenüber 1999 um 13 Prozent auf rund 1.100 Betriebe im Jahr 2001. Bestellten 1999 noch 35 Prozent der Betriebe ihren Acker mit Kartoffeln, waren es zwei Jahre später noch 31 Prozent aller Betriebe mit Ackerland. Die Fläche ging um 30,4 Prozent auf 2 800 Hektar zurück.

Zuckerrüben wurden im Jahr 2001 von 500 Betrieben angebaut (1999: 503 Betriebe). Eine Anbaufläche von 10.800 Hektar bedeutete jedoch einen Rückgang um 1.800 Hektar (- 14,1 Prozent). Der größte Rückgang war mit einer Abnahme um 1.400 Hektar oder minus 16,8 Prozent in den Betrieben mit Flächen ab 1000 ha LF zu verzeichnen.

Links zum Thema Boden, Links zum Bundesland Thüringen.

Erzeugerpreise im Jahresdurchschnitt 2001 um 3,0 Prozent gestiegen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte im Jahresdurchschnitt 2001 um 3,0 Prozent über dem Durchschnittswert des Vorjahres. Im Jahr 2000 waren die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent gestiegen.

Die Preisentwicklung war im Jahresverlauf 2001 von stark gegenläufigen Tendenzen geprägt. Bis zur Jahresmitte stiegen die Preise kontinuierlich an, im April wurde mit + 5,0 Prozent die höchste Jahresteuerungsrate seit fast 19 Jahren erreicht. Ab Juli setzte dann ein sich beschleunigender Preisrückgang ein. Im Dezember 2001 lagen die Erzeugerpreise nur unwesentlich über dem Vorjahresniveau (+ 0,1 Prozent), gegenüber November sind sie um 0,3 Prozent gefallen.

Nach wie vor ist die Entwicklung der Erzeugerpreise von den Preisveränderungen bei Mineralölerzeugnissen beeinflusst. Im Dezember 2001 gaben die Preise gegenüber dem November nochmals um durchschnittlich 2,0 Prozent nach und lagen somit um 12,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau, ohne Berücksichtigung der Mineralölerzeugnisse stieg der Erzeugerpreisindex binnen Jahresfrist um 0,8 Prozent.

Starke Preiserhöhungen wurden im Dezember 2001 gegenüber dem Vorjahresmonat unter anderem bei folgenden Gütern festgestellt: Raffinierte Pflanzenöle (+ 25,5 Prozent), Fischerzeugnisse (+ 22,8 Prozent) sowie Käse und Quark (+ 9,6 Prozent). Billiger als vor Jahresfrist waren im Dezember 2001 unter anderem: Butter (– 9,3 Prozent), Dauerbackwaren (– 3,8 Prozent) und Röstkaffee (– 3,4 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Position der Deutschen Ernährungsindustrie zur „Grünen Gentechnik“

Themen: Archiv — info @ 13:01

Berlin (agrar.de) – In einem Gespräch mit dem Bundeskanzler am 17. Januar 2002 überreichte Dr. Peter Traumann, der Vorsitzende der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE), das Positionspapier der Branche zur ‚Grünen Gentechnik‘. Darin setzt sich die Ernährungsindustrie für ‚eine verantwortungsbewußte Anwendung und Weiterentwicklung dieser Schlüsseltechnologie auf der Basis hoher internationaler Sicherheitsstandards‘ ein.

Die BVE spricht in ihrem Positionspapier für eine am Produkt nachprüfbare Kennzeichnung aus, lehnt jedoch eine Prozesskennzeichnung ab.

Das Dokument im Wortlaut:

‚Die Ernährungsindustrie steht der Grünen Gentechnik als einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts positiv gegenüber. Alle wissenschaftlichen Bewertungen zeigen, dass die Grüne Gentechnik sicher, beherrschbar und umweltverträglich ist. Dies hat zuletzt die Deutsche Forschungsgemeinschaft in einer Stellungnahme Ende 2001 erneut bestätigt. Die Ernährungsindustrie setzt sich für eine verantwortungsbewusste Anwendung und Weiterentwicklung auf der Basis hoher internationaler Sicherheitsstandards ein.

Die Ernährungsindustrie begrüßt den von Frau Bundesministerin Künast eröffneten Diskurs über die Grüne Gentechnik. Sie erwartet, dass damit die Kanzlerinitiative aus dem Jahr 2000 wieder aufgenommen wird.

Ziel des Diskurses muss es sein, der Grünen Gentechnik die Chance zu geben, sich auch in Deutschland und Europa am Markt zu bewähren.

Die Grüne Gentechnik ist kein ‚Allheilmittel‘ für die Lösung ernährungspolitischer Fragen. Sie ist vielmehr eine Technologie, deren aktuelle und künftige Möglichkeiten einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Erzeugung, Herstellung und Vermarktung von sicheren, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln leisten können.

Von der Politik erwartet die Ernährungsindustrie eine sachgerechte, wissenschaftlich begründete, auch für kleine und mittelständische Unternehmen praktikable und wirtschaftliche Belange berücksichtigende Gesetzgebung. Unverhältnismäßige regulatorische Anforderungen an Zulassung, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung werden zu hohe administrative und finanzielle Hürden aufbauen, als dass die Grüne Gentechnik in Europa für die Lebensmittelwirtschaft wirklich einsetzbar sein wird.

Die Ernährungsindustrie spricht sich für eine am Produkt nachprüfbare Kennzeichnung aus. Sie lehnt eine Prozesskennzeichnung, die am Produkt nicht nachweisbar ist, ab. Eine solche gesetzliche Forderung wäre nicht praktikabel, weder im Rahmen der Qualitätssicherung der Unternehmen, noch für die Amtliche Überwachung, noch für die Einfuhrkontrollen an den EU-Außengrenzen. Darüber hinaus laden am Produkt nicht kontrollierbare Vorschriften zur Umgehung geradezu ein.

Die Ernährungsindustrie begrüßt, dass Schwellenwerte bei Kontaminationen vorgesehen sind. Sie müssen jedoch den Gegebenheiten der Praxis angepasst sein.

Die Ernährungsindustrie respektiert die derzeitige Zurückhaltung der Verbraucher gegenüber der Grünen Gentechnik. Sie fordert Politik sowie Umwelt- und Verbraucherorganisationen zu einer sachlichen, wissenschaftlich fundierten Diskussion auf, um zu einer ‚Wende‘ in der Akzeptanz zu gelangen. Sie selbst wird dazu ihren Beitrag leisten.

Die seit Jahren andauernde Blockade durch das ‚EU-Moratorium‘ muss beendet werden, will Europa nicht weiter im internationalen Wettbewerb zurückfallen. Auch muss ein neuer Handelskrieg mit den USA vermieden werden, unter dem die gesamte Ernährungsindustrie leiden würde.‘

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Thema Biotechnologie.

24. Januar 2002

Immer weniger Landwirte sorgen für die Altenteiler

Themen: Archiv — info @ 15:01

Hannover (agrar.de) – Was der gesetzlichen Rentenversicherung in den kommenden Jahren Probleme bereiten wird, ist in der Alterssicherung für Landwirte Realität: Hier muss inzwischen jeder Beitragszahler für mehr als einen Leistungsempfänger aufkommen, teilt der niedersächsische Landvolk-Pressedienst mit. Diese Entwicklung beschäftigt die Alterskassen jedoch schon geraume Zeit. Während 1980 noch 649.972 Beitragszahler im früheren Bundesgebiet für 575.318 Bezieher von Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrenten sorgten, standen zehn Jahre später den 546.800 Leistungsempfängern nur noch 488.266 beitragszahlende aktive Landwirte gegenüber. Dieses Verhältnis hat sich nach dem aktuellen Lagebericht der Bundesregierung bis zum 30. Juni 2001 noch einmal verschlechtert. Bundesweit sorgten zu diesem Stichtag nur noch 371.000 für die 582.000 landwirtschaftlichen Rentenbezieher.

Die Alterspyramide beim landwirtschaftlichen Berufstand steht bereits seit 1988 auf dem Kopf. Damals entrichteten 537.757 aktive Landwirte und deren Ehegatten Beiträge und 548.578 Personen bezogen eine Rente. Seitdem zahlen immer weniger Landwirte Beiträge an die landwirtschaftlichen Alterskassen; Allein seit 1996, dem ersten Jahr nach der Agrarsozialreform, ist die Zahl der Beitragszahler um rund 25 Prozent gesunken. Ursache ist zum einen der Strukturwandel in der Landwirtschaft, denn durch die Abwanderung in andere Berufe fallen Berufsnachfolger als Beitragszahler zur Versorgung der Altenteiler aus. Zum anderen lassen sich viele Landwirte oder ihre Ehegatten von der Versicherungspflicht befreien. Darin spiegelt sich auch die wachsende Bedeutung des Nebenerwerbs wider, denn der Hauptgrund für eine solche Befreiung ist der Erwerb eines außerlandwirtschaftliches Einkommens.

Mit der Agrarsozialreform von 1995 wurde die Beitragshöhe in der landwirtschaftlichen Alterskasse an die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gekoppelt. Um einer Beitragsexplosion aufgrund der sinkenden Versichertenzahl infolge des Strukturwandels vorzubeugen und eine finanzierbare Altersvorsorge sicher zu stellen, übernimmt seitdem der Bund die nicht durch Beitragseinnahmen gedeckten Ausgaben. Im vergangenen Jahr war dazu ein Bundeszuschuss in Höhe von rund 2,91 Milliarden Euro notwendig. Auch in den kommenden Jahren dürfte die Alterssicherung auf den Mittelzuschuss angewiesen sein, denn Experten rechnen damit, dass die Zahl der Versicherten allein in den alten Bundesländern um jährlich etwa 4,5 Prozent zurückgehen wird.

Links zum Thema Versicherungen.

Niedersachsen: Umstellungswelle auf Biolandwirtschaft rollt weiter kraftvoll

Themen: Archiv — info @ 15:01

Hannover (agrar.de) – Ein Jahr nach dem Beginn der Agrarwende rollt die Umstellungswelle auf Bio-Landwirtschaft zwar mit verminderter Höhe, aber sie rollt unübersehbar. Diese Bilanz zieht nach Angaben des Landvolkverbandes der Beratungsring Ökologischer Landbau (Ökoring) in Walsrode. Dort waren im Laufe des vergangenen Jahres fast 300 Anfragen interessierter Bauern zur ökologischen Landwirtschaft eingegangen. Der absolute Höhepunkt lag im Februar und März, als der Beratungsring den Ansturm kaum noch bewältigen konnte und nur noch gruppenweise Beratungsgespräche anbot. Mittlerweile ist es zwar etwas ruhiger geworden, aber nach wie vor melden sich pro Monat mit ungefähr 20 Bauern wesentlich mehr Interessenten als vor der Agrarwende, die ihren Betrieb künftig ökologisch bewirtschaften wollen.

Nicht alle Bauern haben sich dann tatsächlich für die Umstellung entschieden, aber etliche Betriebe sind nun doch bereits den zweiten Schritt gegangen. So ist die Mitgliederzahl des Ökoringes allein im vergangenen Jahr um 45, das sind immerhin 15 Prozent, auf 350 angestiegen. Insgesamt hat sich die Zahl der niedersächsischen Bauernhöfe, die Ökolandwirtschaft mindestens nach den Richtlinien der EU-Verordnung betreiben, im vergangenen Jahr um ungefähr 150 erhöht, das ist der bisher größte Sprung, und mit fast 900 einen neuen Höchststand erreicht. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche, die im Jahr 2000 lediglich bei 34.700 Hektar (ha) lag, wuchs innerhalb Jahresfrist um ungefähr 8.000 ha. In den nächsten Jahren ist deshalb ein wesentlich größeres Angebot an Bio-Lebensmitteln zu erwarten. Der Ökoring bietet Interessierten auch weiterhin seine regelmäßigen Umsteller-Sprechtage in Walsrode an. Für erste Kontaktaufnahmen und Fragen ist der Ring unter der Rufnummer (05161) 986516 erreichbar.

Darüber hinaus wurde gemeinsam mit dem Berufsstand im Rahmen der Weiterbildungsoffensive des Deutschen Bauernverbandes gerade erst ein Bio-BUS gestartet. Diese Bauen- und Unternehmer-Schulung in Visselhövede wollte an viermal zwei Seminartagen Entscheidungshilfen zur ökologischen Landwirtschaft geben, eine Fortsetzung ist im kommenden Winterhalbjahr geplant.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Niedersachsen.

BBV: Zehn Argumente für Qualitätssicherung

Themen: Archiv — info @ 14:01

München (agrar.de) – Qualitätssicherung (QS) ist die Basis für das Vertrauen der Verbraucher und für Erfolg am Markt – mit dieser Botschaft hat das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) am vergangenen Montag zur Teilnahme an der Qualitätssicherungsoffensive aufgerufen. Wer unternehmerisch denkt, für den gebe es keine bessere Alternative als QS.

‚Jeder kann, keiner muss‘, betonte das BBV-Gremium die Freiwilligkeit, an der bundesweiten Qualitätsoffensive ‚Qualität und Sicherheit‘ teilzunehmen. Gerade Bayern habe mit dem neuen Programm ‚Offene Stalltür‘, das in das System ‚Geprüfte Qualität – Bayern‘ integriert ist, beste Startbedingungen. In zehn Argumenten hat das Präsidium die Wichtigkeit der Qualitätssicherung zusammengefasst:

Stichwort ‚Absatzsicherung‘: Fleischverarbeiter wie L&O haben in ihren Betrieben QS-Systeme verankert. Danach wird Lieferanten nur noch Fleisch abgenommen, wenn die Tiere aus landwirtschaftlichen Betrieben mit QS stammen. L&O als Lieferant von McDonalds verarbeitet knapp die Hälfte der Schlachtkuhvorderviertel Bayerns. Verarbeiter lehnen den Rohstoff Rindfleisch ohne QS ab.

Qualitätssicherung hilft auch zur Behauptung am Markt. Wettbewerber wie Dänemark setzen auf QS und besetzen damit insbesondere den Markt für Verarbeitungsfleisch. Mehr als die Hälfte des Fleischverbrauches entfällt auf Fleischwaren.

Qualitätssicherung schafft Profil am Markt. Bei der Profilierung spielen auch die über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus gehenden Anforderungen, wie keine antibiotischen Leistungsförderer, keine Speiseresteverfütterung, keine Klärschlammausbringung, eine wichtige Rolle. Sie sind für die allermeisten Betriebe kein Problem und insgesamt eine Vorbeugemaßnahme im Hinblick auf mögliche Schwachstellen.

Ein weiteres Argument für Qualitätssicherung: Sie trägt zur Risikominimierung über alle Stufen bei, vom Futtermittelhersteller bis zur Ladentheke.

Zudem verbessert QS die Position gegenüber Schadenersatzansprüchen im Zusammenhang mit der Produkthaftung. Seit Ende 2000 gilt die Produkthaftung auch für die Urproduktion. Qualitätssicherung hilft, die ohnehin zu beachtenden gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.

Desgleichen sind Formulare und Checklisten eine effiziente Arbeitshilfe zur Betriebsführung und Feststellung von möglichen Schwachstellen, die zu Beanstandungen durch die Behörden führen können. Qualitätssicherung gewährleistet einwandfreie, sichere und offen deklarierte Futtermittel. Erken-nungszeichen ist dabei der Buchstabe ‚A‘.

Der Vorteil von QS ist eine einheitliche Basisqualität. Damit wird verhindert, dass unterschiedliche, kostspielige und fremdbestimmte QS-Systeme geschaffen werden. Auf der Basisqualität aufbauend können sich Firmen zusätzlich positionieren.

Qualitätssicherung wird auf der Basis von ‚Offener Stalltür‘ in der Landwirtschaft den Vermark-tungssystemen ‚Geprüfte Qualität – Bayern‘ und ‚Qualität und Sicherheit‘ gleichermaßen gerecht. Bei Kontrolle und Dokumentation wird soweit wie möglich auf ohnehin stattfindende Kontrollen und vorhandene Unterlagen wie Futtermittellieferscheine und Bestandsbuch zurückgegriffen.

Qualitätssicherung schafft Transparenz. Die Nachvollziehbarkeit ist die Basis für das Vertrauen der Verbraucher. Die Landwirtschaft macht über QS deutlich, dass sie Nahrungsmittelproduzent ist.

Qualitätssicherung ist eine Gesamtverantwortungs-Allianz gegenüber Verbrauchern und Öffentlichkeit vom Futtermittelhersteller über Stall, Schlachtung, Verarbeitung bis hin zur Ladentheke, heißt es in dem Zehn-Punkte-Papier des BBV-Präsidiums abschließend.

Links zum Thema Lebensmittelqualität.

NRW: Ökoprodukte zu gerechten Preisen absetzen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Münster (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammern in Nordrhein-Westfalen arbeiten intensiv an einer nachhaltigen Entwicklung des Ökolandbaus in diesem Bundesland. Wie Landwirtschaftskammer-Präsident Karl Meise anlässlich der Vortragsveranstaltung zum Ökolandbau im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse (Kreis Soest) sagte, werden landesweit bestehende Ökobetriebe intensiv betriebswirtschaftlich analysiert und beraten sowie daraus langfristige Beratungsstrategien entwickelt. ‚Doch bei allen betriebswirtschaftlichen Rechnungen, ein Aspekt ist für die langfristige Entwicklung des Ökolandbaus unabdingbar: Der Absatz von Ökoprodukten zu gerechten Preisen muss gesichert sein‘, sagte der Präsident.

Wegen des starken Wachstums im Ökolandbau haben die Kammern im vergangenen Jahr eine ‚Beratungsoffensive Ökolandbau NRW‘ gestartet. Das Projekt wird weitgehend vom Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf finanziert und soll die Datengrundlage für die Beratung verbessern.

Viele Landwirte haben im vergangenen Jahr darüber nachgedacht, ob sie ihren Betrieb auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen sollen und können. Allein die Ökoberater der Landwirtschaftskammern in Nordrhein-Westfalen haben seither fast 2.000 Beratungen zu diesem Thema durchgeführt – hinzu kommen die Beratungen der Ökoverbände. Dabei stand und steht immer die einzelbetriebliche Perspektive im Mittelpunkt der Beratungsempfehlung. Im Ergebnis haben im vergangenen Jahr etwa 370 Betriebe mit insgesamt knapp 13.000 Hektar ihren Betrieb umgestellt. Das ist sowohl nach der Betriebszahl als auch nach der Fläche ein Anteil von etwa 50 Prozent.

Die Landwirtschaftskammern haben ihre Aktivitäten im Ökolandbau den wachsenden Anforderungen stetig angepasst. So verfügen mittlerweile drei Lehr- und Versuchsanstalten über ökologische Teilbereiche. Im Gartenbauzentrum Köln-Auweiler werden bereits seit Ende der 70er Jahre Versuche zum ökologischen Obst- und Gemüsebau durchgeführt. Im Landwirtschaftszentrum Haus Riswick im rheinischen Kleve werden an der Fachschule für Ökolandbau schon seit 1996 Landwirte ausgebildet. Seit Jahren wirtschaftet ein eigener Betrieb in Haus Riswick nach den Richtlinien des Ökolandbaus. Und im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse werden ebenfalls seit zwei Jahren Versuche zu ökologischer Schweinehaltung durchgeführt. Präsident Meise: ‚Nicht zu vergessen in diesem Zusammenhang das vom Land NRW und der EU finanzierte Projekt ‚Ökologische Leitbetriebe‚, bei dem die Kammern eine zentrale Funktion übernommen haben.‘

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland %url4%Nordrhein-Westfalen%/%.

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