30. Januar 2002

Weniger Rinder im Rheinland

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 12:01

Bonn (agrar.de) – Die Zahl der Rindviecher im Rheinland hat weiter abgenommen. Wie die Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn mitteilt, wurden bei der Viehzählung im November 2001 in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf insgesamt nur noch rund 486.800 Kühe, Bullen, Jungrinder und Kälber gezählt. Dies sind 16.700 oder 3,3 Prozent weniger als noch im Mai vergangenen Jahres.

Auf 6.600 rheinischen Bauernhöfen steht Rindvieh im Stall, die durchschnittliche Herdengröße liegt bei 73,5 Tieren. Nur noch 3.775 rheinische Landwirte melken Kühe, 4,3 Prozent weniger als ein halbes Jahr zuvor. NRW-weit werden in 10.846 Betrieben 388.160 Kühe gehalten. Die rheinische Milchkuhherde ist im Schnitt 46 Tiere groß gegenüber nur knapp 30 in Westfalen-Lippe.

Infolge des Preisverfalls nach der BSE-Krise ist auch im Rheinland eine weitere Abnahme bei den männlichen Rindern zu verzeichnen. Insgesamt wurden rund 59.560 männliche Rinder ab einem halben Jahr und älter gezählt. Vor dem Ausbruch von BSE wurden im Rheinland durchschnittlich rund 63.000 männliche Tiere gemästet. Im Vergleich zum Mai 1999 ging die Haltung männlicher Rinder um rund 10 Prozent zurück. Da die Mastperiode bei Bullen rund zwei Jahre beträgt, ist nach Ansicht der Landwirtschaftskammer Rheinland zu erwarten, dass die Einschränkung der Rindermast in Folge von BSE erst Mitte bis Ende 2002 deutlich zu erkennen ist.

Weiter zugenommen hat im Rheinland die Mutterkuhhaltung mit 28.185 Tieren, 4,7 Prozent weniger als noch ein halbes Jahr zuvor. Mutterkühe werden nicht gemolken, sondern ziehen ihre Kälber selbst auf. Als Mutterkühe werden typische Fleischrinderrassen, wie Charolais und Limousin gehalten, deren Fleisch als Qualitätsrindfleisch besonders geschätzt ist.

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Niederlande: Städter fahren gern ins Grüne

Themen: Archiv — info @ 11:01

Den Haag (agrar.de) – Die Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land werden in den Niederlanden immer intensiver. Nach Meinung des niederländischen Landwirtschaftsministers Laurens Jan Brinkhorst wird die Landwirtschaft nicht mehr als selbstverständlich betrachtet und der ländliche Raum wird für die Gesellschaft immer wichtiger. So hat die kompaktere Bauweise in städtischen Gegenden zu einer gestiegenen Nachfrage nach öffentlich zugänglichen Grünflächen außerhalb der Stadt geführt. Das meldet das Informationsbüro ‚Nachbarland Niederlande.

Man will, so die neue Strategie, der zunehmenden Verstädterung Einhalt gebieten und dafür sorgen, dass die Außenregionen zugänglich und zugleich für landwirtschaftliche Zwecke nutzbar bleiben. Die Rolle der Landwirtschaft verlagert sich zugunsten einer vielseitigen Bewirtschaftung der Grünräume. Um die Qualität der ländlichen Gebiete weiter zu erhöhen und das kulturelle Erbe zu stärken, kündigte Brinkhorst einen Investitionsplan an, der dem Tourismus und der Freizeitbranche zugute kommen soll.

Links zum Thema Niederlande.

Zweite Runde im Diskurs zur Grünen Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 11:01

Kennzeichnung erst ab 1 Prozent GVO-Anteil?

Berlin (agrar.de) – ‚Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln sind wichtige Voraussetzungen, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern Wahlfreiheit zu verschaffen‘, erklärte Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, in Berlin bei der zweiten Veranstaltung des Diskurses zur Grünen Gentechnik.

‚Um dem Recht der Verbraucherinnen und Verbraucher auf umfassende Information gerecht zu werden, brauchen wir ein verlässliches und sehr effektives Rückverfolgbarkeitssystem‘, so Müller weiter. Dieses System müsse folgende Kriterien erfüllen:

– Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher, – zuverlässig und gleichzeitig für alle Beteiligten praktikabel, – bezahlbar auch für klein- und mittelständische Betriebe, – durch die Überwachung kontrollierbar, – in Europa einheitlich, – größtmögliche Sicherheit, Transparenz und Effektivität, – vereinbar mit Biosafety-Protokoll und WTO-Bestimmungen.

An der Anhörung nahmen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von Verbraucher-, Wirtschafts- und Umweltverbänden, Kirchen und Behörden teil.

Biotechnologie in Europa

Die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche ihre Strategie für die künftige Entwicklung der Biowissenschaften und der Biotechnologie ‚Life Sciences and biotechnology – A strategy for Europe‘ (unsere Meldung) vorgestellt.

Die Kommission unterstreicht in ihrer Strategie das soziale und ökonomische Potenzial der Biotechnologie. Sie geht unter anderem der Frage nach, wie die europäische Forschung angekurbelt werden kann, weist auf die Wichtigkeit einer durchschaubaren Gesetzgebung hin und betont die Rolle der Industrie im Rahmen der Ethik-Debatte. Das Strategiepapier weist auch darauf hin, dass die Kommissionsvorschläge zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) schnell verabschiedet werden müssten.

Auf dem EU-Gipfel in Barcelona im März dieses Jahres soll der 30 Punkte umfassende Aktionsplan des Strategiepapiers von den Staats- und Regierungschefs verabschiedet werden.

Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) begrüßte diese Strategie und wertete den Ansatz als einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung. ‚Bundeskanzler Schröder und die anderen Staats- und Regierungschefs wollen Europa bis zum Jahr 2010 als Nummer Eins in der Welt bei wissensbasierten Technologien sehen – die Kommission legt jetzt einen wichtigen Vorschlag vor, wie dieses große Ziel zu erreichen ist‘, kommentiert Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer der DIB.

Umweltverbände warnten dagegen, dass die Grüne Gentechnik die eingeleitete Agrarwende und den Bil-Landbau gefährde. (unsere Meldung)

Die zuständigen Bundesministerien haben sich offenbar auf einen von 1 Prozent für gentechnisch veränderte Organismen verständigt. Bis zu diesem Anteil sollen gentechnisch veränderte Zutaten von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen werden. Mit dieser Festlegung wird die Bundesregierung in die Beratungen des EU-Ministerrats über die neue EU-Verordnung für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel gehen. Wie sich die Mehrheit der EU-Länder dort entscheiden, ist offen.

Links zum Thema %url2%Biotechnologie%/%.

Gesundheitliche Gefahren durch mangelhafte Qualität?

Themen: Archiv — info @ 11:01

Bonn (agrar.de) – Die Qualität der Lebensmittel in Deutschland ist so gut wie nie zuvor. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mit Bezug auf den Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) berichtet, entstehen gesundheitliche Gefahren vor allem durch eine falsche Ernährung und ungesunde Lebensgewohnheiten.

Nach dem Ernährungsbericht aus dem Jahr 2000, so der RLV, seien Lebensmittel nicht in gesundheitlich bedenklichem Maße mit Rückständen und Schadstoffen belastet. Rückstandsbefunde bei Lebensmitteln hätten keinen Hinweis auf Verbraucherrisiken ergeben. Die Wahrscheinlichkeit eines Schadens durch die Aufnahme unerwünschter Stoffe sei vernachlässigbar gering. Die gesundheitlichen Gefahren lägen vorwiegend in einer falschen Ernährung, ungesunden Lebensgewohnheiten und im falschen hygienischen Umgang mit Nahrungsmitteln. Problematisch seien insbesondere Überernährung, zu viel Fett, zu viel Alkohol, Rauchen und zu wenig Bewegung.

Wie bedeutend die Folgen von Fehlernährung und ungesunden Lebensgewohnheiten sind, hat nach Auffassung des RLV eine Studie des Bundesministeriums für Gesundheit ergeben. Ergebnis sei, dass 64 Prozent aller Todesfälle in Deutschland im Rahmen von ernährungsabhängigen und -bedingten Krankheiten einträten. Wie vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin in Bad Aachen überdies ermittelt worden sei, hätten allein im Jahr 2000 die Ausgaben für die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten rund 76 Milliarden Euro betragen. Wie der RLV mitteilt, liegt der Produktionswert der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei im Vergleich dazu bei ungefähr 46 Milliarden Euro pro Jahr.

Obwohl die gesundheitliche Qualität von Lebensmitteln besser sei als je zuvor, seien die Verbraucher stark verunsichert. Die Sorge um die Gesundheit sowie der hohe Grad der Unsicherheit in der Beurteilung von Lebensmitteln ließen den Verbraucher auf Meldungen in den Medien äußerst sensibel reagieren. Hinzu komme, dass immer bessere Analysetechniken die Erkennung selbst geringster Schadstoffmengen ermöglichten. Umso wichtiger sei die verantwortungsvolle Auslegung der Analysewerte.

Der Ernährungsbericht wird in vierjährigem Rhythmus von der DGE im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) erarbeitet und herausgegeben. Hauptzweck des Berichts ist es, einen Überblick über die aktuelle Ernährungssituation in Deutschland und die damit verbundenen Probleme zu geben.

Links zum Thema %url3%Ernährung%/%.

29. Januar 2002

Vermittlungsausschuss tagt zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes

Themen: Archiv — info @ 15:01

Berlin (agrar.de) – Die vom Vermittlungsausschuss des Deutschen Bundestages vorgelegten Kompromissvorschläge zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes werden vom Deutschen Bauernverband (DBV) verhalten positiv aufgenommen. In einem Schreiben an die Mitglieder des Vermittlungsausschusses erklärte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner: ‚Obwohl die Novelle zum Bundesnaturschutzgesetz weiterhin Anlaß zu vielfältiger Kritik gibt, stellen die Anrufungsgründe des Bundesrates einen Schritt in die richtige Richtung dar. Hiermit werden zwei der zentralen Schwachstellen des Gesetzes – die Ausgleichsregelung und die Regelung der guten fachlichen Praxis – in einer kompromissfähigen Form verbessert.‘ Heute tagt der vom Bundesrat angerufene Vermittlungsausschuss zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes.

Sonnleitner erklärte, Naturschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und die Land- und Forstwirte als einzige Berufsgruppe willens und in der Lage, Leistungen vor Ort im Arten- und Biotopschutz zu erbringen. Hierzu benötigten die Land- und Forstwirte jedoch auch den gesellschaftlichen Konsens, dass ihre Leistungen oberhalb der gesetzlichen Standards als gesellschaftliche Aufgabe anerkannt und finanziell honoriert werden. Die Anbindung der Ausgleichsregelung an die gute fachliche Praxis, die gesetzliche Grundlage der Bewirtschaftung, sei daher unerlässlich. Nicht zuletzt als Zeichen der Anerkennung der Kooperationsbereitschaft der Land- und Forstwirte sollte dieser Vorschlag des Bundesrates unterstützt werden.

Von zentraler Bedeutung sei zudem die Forderung des Bundesrates bezüglich der guten fachlichen Praxis selbst. Bereits heute regeln verschiedene Fachgesetze sehr ausführlich die land- und forstwirtschaftliche Wirtschaftsweise. Nach Ansicht des Berufsstandes ist es aus Gründen der Rechtssicherheit nicht sinnvoll, in einem weiteren Gesetz eine Beschreibung der guten fachlichen Praxis vorzunehmen, zumal wenn davon Regelungsbereiche betroffen sind, die bereits in den Fachgesetzen behandelt werden. Zudem entsteht zusätzlicher bürokratischer Aufwand und eine Doppelzuständigkeit der Behörden. Deshalb stößt der Vorschlag des Bundesrates, die naturschutzfachlichen Kriterien der land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung in die Fachgesetze aufzunehmen und hierauf im Bundesnaturschutzgesetz zu verweisen, beim DBV auf positive Resonanz. So werde vermieden, daß die Natur- und Umweltschutzauflagen noch unüberschaubarer werden. Unbeeinflusst davon bleibe jedoch die inhaltliche Kritik an den naturschutzfachlichen Auflagen.

Der DBV-Präsident verwies auf die Bundesratsinitiative zur Novellierung des Landwirtschaftsgesetzes. Er unterstütze das Vorhaben, die in verschiedenen Fachgesetzen aufgeführten Auflagen zentral in diesem Gesetz zu regeln. Damit könnte ein ‚Gesetz für eine nachhaltige Landwirtschaft‘ entstehen, welches sowohl die ökologischen und sozialen als auch die ökonomischen Anforderungen an die Landwirtschaft aufgreift.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, Fax: 0228-8198205, E-Mail

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Vermittlungsausschuss unterbreitet Einigungsvorschlag zur Neuregelung des Naturschutzrechts

Themen: Archiv — info @ 15:01

Berlin (agrar.de) – Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hat am Abend einen Einigungsvorschlag zum Gesetz zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege und zur Anpassung anderer Rechtsvorschriften unterbreitet.

Der Kompromiss sieht vor allem eine Neufassung der von der Landwirtschaft zu beachtenden Grundsätze der ‚guten fachlichen Praxis‘ vor. Im Einzelnen müssen bei der landwirtschaftlichen Nutzung die Bewirtschaftung standortangepasst erfolgen und die nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und langfristige Nutzbarkeit der Flächen gewährleistet werden. Vermeidbare Beeinträchtigungen von vorhandenen Biotopen sind zu unterlassen. Die zur Vernetzung von Biotopen erforderlichen Landschaftselemente sind zu erhalten und nach Möglichkeit zu vermehren. Die Tierhaltung hat in einem ausgewogenen Verhältnis zum Pflanzenbau zu stehen; schädliche Umweltauswirkungen sind zu vermeiden. Auf erosionsgefährdeten Hängen, in Überschwemmungsgebieten, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand sowie auf Moorstandorten ist ein Grünlandumbruch zu unterlassen. Die natürliche Ausstattung der Nutzfläche (Boden, Wasser, Flora, Fauna) darf nicht über das zur Erzielung eines nachhaltigen Ertrages erforderliche Maß hinaus beeinträchtigt werden. Eine schlagspezifische Dokumentation über den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist nach Maßgabe des landwirtschaftlichen Fachrechts zu führen.

Bei der forstlichen Nutzung des Waldes ist nach dem Kompromissvorschlag das Ziel zu verfolgen, naturnahe Wälder aufzubauen und diese ohne Kahlschläge nachhaltig zu bewirtschaften. Ein hinreichender Anteil standortheimischer Forstpflanzen muss hierbei eingehalten werden.

Über die Änderungsempfehlung des Vermittlungsausschusses entscheidet nun der Deutsche Bundestag. Folgt er dem Vorschlag, befindet abschließend der Bundesrat über das Gesetz.

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BUND, Bioland, Bremke & Hoerster warnen: Grüne Gentechnik gefährdet Agrarwende

Themen: Archiv — info @ 12:01

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der ökologische Anbauverband Bioland und das Handelsunternehmen Bremke & Hoerster warnen vor einer Gefährdung der neuen Agrarpolitik der Bundesregierung durch den Einsatz der Gentechnik. Auch die konventionelle Landwirtschaft drohe durch eine weiträumige Aussaat transgener Pflanzen in Misskredit gebracht zu werden.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: ‚Landwirtschaftsministerin Künast kann die Agrarwende vergessen, wenn es in Deutschland zum großflächigen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen kommt. Angesichts der zunehmenden Verbreitung genetisch veränderter Organismen muss alles getan werden, um die Null-Option – das heißt die Gentechfreiheit von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion – zu sichern. Die politisch Verantwortlichen, die Industrie, der Handel und die Landwirtschaft müssen Lösungen suchen, wie gentechnisch verändertes Erbgut vom Acker und vom Teller ferngehalten wird.‘ Die heute beim ‚Diskurs Grüne Gentechnik‘ der Bundesagrarministerin zur Debatte stehende ‚Verordnung zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung genetisch veränderter Organismen‘ sieht vor, dass künftig in sämtlichen Lebens- und Futtermitteln ein bestimmter Anteil genveränderten Erbguts enthalten sein darf.

Unklar ist jedoch, ob und in welchen Dosierungen genetisch veränderte Organismen in Lebensmitteln Gesundheitsgefährdungen verursachen. Deshalb ist es nach BUND-Auffassung grob fahrlässig, für die gesamte Nahrungskette eine gentechnische Kontamination zuzulassen und das zu verschleiern, indem gentechnische Verunreinigungen erst beim Überschreiten von Grenzwerten kennzeichnungspflichtig sind. Andreas Bremke, geschäftsführender Gesellschafter des Handelsunternehmens Bremke & Hoerster: ‚Handel und Verbraucher stehen dem Einsatz der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion mit großer Skepsis gegenüber. Deshalb muss Ministerin Künast der Gentechindustrie die Gewährleistung getrennter Produktlinien verordnen. Nur so ist die Wahlfreiheit der Verbraucher zwischen gentechnisch und nicht gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu sichern.‘

Thomas Dosch, Bundesvorstand Bioland: ‚Wenn die Bundesregierung ihr Ziel ernst nimmt, den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen in Deutschland bis 2010 auf 20 Prozent zu vergrößern, muss sie sich von der Illusion verabschieden, dass es ein Nebeneinander von Grüner Gentechnik und gentechfreiem Ökolandbau geben kann. Eine Reihe von Kontaminationsskandalen hat bewiesen, dass weder die Saatgutunternehmen noch die Bauern, die genveränderte Pflanzen anbauen, das Problem gentechnischer Verschmutzungen im Griff haben. Für konventionelle Landwirte gilt dasselbe wie für Ökobauern: Es gibt kein Nebeneinander von gentechfreien und Gentech-Feldern.‘

Links zum Thema %url4%Biotechnologie%/%, Links zum Thema %url5%Bio-Landbau%/%.

Vermittlungsausschuss schlägt Änderung des Tierseuchenrechts vor

Themen: Archiv — info @ 11:01

Berlin (agrar.de) – Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hat am Abend einen Kompromissvorschlag zum Gesetz zur Änderung des Fleischhygienegesetzes, des Geflügelfleischhygienegesetzes und des Tierseuchengesetzes unterbreitet. Danach soll das Tierseuchengesetz dahingehend ergänzt werden, dass der Entschädigungsanspruch für Tierverluste zukünftig auch bei schuldhaftem Nichtbefolgen von unmittelbar geltenden Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft entfällt. Soweit ein solcher Rechtsakt nicht entgegensteht oder seine Durchführung es erfordert, sollen die im Tierseuchengesetz geregelten Entschädigungen für Tierverluste auf Grund einer Vorschrift eines solchen Rechtsaktes entsprechend gelten.

Der Bundesrat hatte die Anrufung des Vermittlungsausschusses damit begründet, dass die gegenwärtig geltenden Entschädigungsregelungen im Tierseuchengesetz keine ausreichende Rechtsgrundlage darstellen, um bis zum Erlass entsprechender EG-Durchführungsbestimmungen die Entschädigungen für Tierverluste auf Grund unmittelbar geltender Vorschriften in Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft zumindest bundeseinheitlich zu regeln.

Links zum Thema Tiergesundheit, Links zum Thema %url4%Gesetze und Verordnungen%/%.

28. Januar 2002

Gentechnik: Japaner entwickeln Spinat-Schwein

Themen: Archiv — info @ 16:01

Osaka (agrar.de) – Nach einem Bericht des ‚New Scientist‚ haben japanische Forscher der Kinki Universität in Osaka ein Spinat-Gen namens FAD2 in die Eizelle eines Schweins und diese danach erfolgreich dem Muttertier eingepflanzt. Das erste dieser Spinat-Schweine ist den Angaben zufolge schon vor dreieinhalb Jahren geboren worden. Mittlerweile haben die Wissenschaftler bereits die zweite Generation der genmanipulierten Tiere gezüchtet.

Weltweit sei es das erste Mal, dass man Säugetiere, die Pflanzengene enthalten, züchten konnte, so die Forscher. Gesundheitliche Probleme habe es mit dem Mischwesen bislang nicht gegeben.

Ganz klar ist noch nicht, was die Spinatgene beim Schwein verändern. Vermutet wird aber, dass ihr Fleisch bekömmlicher ist und bis zu 20 Prozent weniger Fett als das ’normaler‘ Schweine habt, da FAD2 gesättigte Fettsäuren in Linolsäure umwandelt.

Nach eigenen Angaben unternehmen Forscher der Univeristät verschiedenste weitere Versuche, um die Fleischqualität von Rindern, Schweinen und Geflügel zu verbessern, indem sie den Tieren Gene zum Beispiel von Pflanzen oder Meeresorganismen einschleusen.

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Umweltverbände warnen vor Abschwächung des Bundesnaturschutzgesetzes

Themen: Archiv — info @ 15:01

Bonn (agrar.de) – Die großen deutschen Umweltverbände BUND, DNR, NABU und %url5%WWF%/% haben Bund und Länder vor einer Abschwächung des neuen Bundesnaturschutzgesetzes gewarnt. Deutschland brauche dringend ein modernes Naturschutzrecht, das den Stillstand beim Naturschutz auflöse und die Sicherung der biologischen Vielfalt gewährleiste. Es wäre ein politisches Armutszeugnis, wenn das neue Gesetz jetzt scheitern würde. Einen Tag vor der Beratung der Gesetzesnovelle im Vermittlungsausschuss betonten die Umweltverbände, dass der vorliegende Entwurf nach über einjährigen Verhandlungen endlich einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den beteiligten Interessengruppen darstelle.

Für BUND, DNR, NABU und WWF seien insbesondere die Formulierung klarer Vorgaben für die naturverträgliche Landnutzung sowie die Verbandsklage in ihrem bisher vorgesehenen Umfang unverzichtbare Standards, deren weitere Aufweichung keinesfalls akzeptiert werden dürfe. Angesichts einer täglichen Flächenversiegelung von 130 Hektar, der immer länger werdenden Roten Listen bedrohter Arten sowie der anhaltenden Glaubwürdigkeitskrise der Landwirtschaft seien Bund und insbesondere die Länder dringender denn je aufgefordert, ihrer Verantwortung für das nationale Naturerbe gerecht zu werden und den Naturschutz in Deutschland auf eine zukunftsfähige Grundlage zu stellen.

Kritiker sehen im vorliegenden Entwurf eine Belastung für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Zudem führe der Entwurf zu mehr Bürokratie und belaste die Kommunen. Gefordert wird mehr Freiwilligkeit, der kooperative Ansatz im Naturschutzgesetz müsse gestärkt sehen.

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