06. Dezember 2001

Höhn: Artgerechte Tierhaltung wird bundesweit förderfähig – Nordrhein-Westfalen ist Vorbild

Themen: Archiv — info @ 11:12

Düsseldorf/Bonn (agrar.de) – Landwirte, die besonders artgerechte Ställe bauen, erhalten dafür bundesweit im nächsten Jahr deutlich höhere Förderzuschüsse als für konventionelle Anlagen. Darauf haben sich die Agrarministerinnen und -minister von Bund und Ländern heute in Bonn bei der Sitzung des Planungsausschusses für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK) verständigt.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Dies ist ein wichtiger Schritt für den Tierschutz. Wer bereit ist, mehr zu tun, als gesetzlich vorgeschrieben ist, soll auch entsprechend belohnt werden. Die jetzt von Bund und Ländern beschlossene Regelung ist in Nordrhein-Westfalen bereits seit 1996 geltende Förderpraxis. Bisher wurden hier schon mehr als 140 Betriebe mit über 21 Millionen DM gefördert. Die überzeugenden Ergebnisse haben letztlich dazu geführt, dass die NRW-Regelung Vorbild für eine bundesweite Regelung wurde.‘

Der PLANAK verständigte sich außerdem auf Eckpunkte für die Verwendung der so genannten Modulationsgelder. Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen ab 2003 jährlich zwei Prozent der EU-Ausgleichszahlungen für die Landwirte einbehalten werden. Dabei wird ein Freibetrag von 20.000 DM pro Betrieb zugrunde gelegt, so dass in NRW jährlich rund vier Millionen DM anfallen.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Diese Gelder fließen über die jetzt beschlossenen Maßnahmen voll an die Landwirtschaft zurück. Zusätzlich mit der notwendigen Kofinanzierung erhöht sich die Summe für die Landwirtschaft sogar. Mit den Mitteln wird NRW die im NRW-Programm „Ländlicher Raum“ enthaltenen Agrarumweltmaßnahmen und den Vertragsnaturschutz weiter ausbauen. Ab 2003 sollen zum Beispiel vielfältige Fruchtfolgen, die Anlage von Blühstreifen, die umweltverträgliche Gülleausbringung oder Viehbestandsabstockungen gefördert werden.‘

Für die Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ will die Bundesregierung im nächsten Jahr insgesamt rund 913 Millionen Euro bereitstellen. Davon entfallen ca. 61,5 Millionen Euro auf NRW. Einschließlich der Landesmittel wird damit ein Bewilligungsvolumen von mehr als 102 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Davon sind mehr als zwei Millionen Euro für Energiesparmaßnahmen in Landwirtschaft und Gartenbau reserviert. Gefördert werden u.a. Dämmungsmaßnahmen, Solar- und Biomasseanlagen sowie die Umstellung der Heizung auf umweltfreundliche Energieträger.

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Naturland fordert Änderung der Bio-Siegel-Kennzeichnungsverordnung

Themen: Archiv — info @ 10:12

‚Bio-Siegel‘ darf den Verbandszeichen keine Konkurrenz machen

Gräfelfing/Berlin (agrar.de) – Mit dem dringenden Appell, die geplante Bio-Siegel-Kennzeichnungs-Verordnung zu ändern, hat Naturland heute auf den Verordnungsentwurf von Verbraucherministerin Renate Künast reagiert. Hauptkritikpunkt: Das neue ‚Bio-Siegel‚ darf – abhängig von der Verkehrsbezeichnung – bis zu einer Maximalgröße von 3,3 cm auf der Vorderseite des Produktes verwendet werden. Damit würde das Bio-Siegel eine Sonderstellung unter den Prüfsiegeln (z.B. TÜV, GS, VDE u.a.) einnehmen. Derartige Siegel stehen in der Regel nicht vorne auf dem Etikett, sondern benachbart zu den gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen.

Naturland Geschäftsführer Gerald A. Herrmann: ‚Wir haben immer betont, das wir dem neuen ‚Bio-Siegel‘ Erfolg wünschen und uns dafür auch einsetzen wollen. Aber nach diesem jetzt veröffentlichten Verordnungsentwurf würde das ‚Bio-Siegel‘ den Verbandszeichen des Ökologischen Landbaus direkt Konkurrenz machen. Das kann nicht im Sinne von Renate Künast sein.‘

Die Bundesverbraucherministerin hatte immer wieder betont, ihr Siegel sei ein staatliches Prüfsiegel auf gesetzlichem Niveau. Es solle den Verbandssiegeln keine Konkurrenz machen, sondern ihnen die Chance geben, ihre Stellung weiter auszubauen. Mit der in der Kennzeichnungs-Verordnung vorgeschlagenen Positionierung auf dem Frontetikett wird diese Aussage jedoch konterkariert. Das Bio-Siegel würde sich damit in seiner Stellung an der Verwendung der ökologischen Verbandssiegel orientieren, die in der Regel auf der Vorderseite eines Öko-Produktes zu finden sind.

Verbandszeichen wie das Naturland® Zeichen zeigen dem Verbraucher die höhere Richtlinienqualität eines deutschen Ökologischen Landbauverbandes. Dem neuen ‚Bio-Siegel‘ liegen lediglich die Standards der ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen EU-Bio-Verordnung zugrunde. Die Standards von Naturland sind höher, die Arbeit der Naturland® Bauern ist aufwändiger. So wird z.B. nach den Naturland Richtlinien die gesamte Umstellung des Betriebes auf den Ökologischen Landbau gefordert. Nach EU-Standard ist das nicht nötig.

Naturland Geschäftsführer Gerald A. Herrmann: ‚Die Marktbeteiligten müssen sich täglich der Frage stellen, ob sie mit dem ‚Bio-Siegel‘, das ihre Mitbewerber ebenfalls nutzen, besser fahren als mit einem Siegel, das ihnen eine Differenzierung im Markt erlaubt. Große Handelsunternehmen und Verarbeiter haben sich bereits entschieden, weiterhin die Verbandszeichen zu nutzen. Sie wollen dem Verbraucher damit die höhere Qualität ihrer Produkte signalisieren. Und sie halten es für den Verbraucher für zumutbar, sich an den eingeführten Siegeln der Öko-Verbände zu orientieren. Schließlich handelt es sich nur um drei marktrelevante Zeichen. Eines davon ist das Naturland® Zeichen des zweitgrößten deutschen Öko-Verbandes.

Schon vor der Einführung des ‚Bio-Siegels‘ hatte Naturland dafür gekämpft, dass das ‚Bio-Siegel‘ auf AGÖL Richtlinienniveau und beim Import auf dem der IFOAM akkreditierten Zertifizierer angesiedelt wird. Der Einsatz der Ministerin für die Anhebung der Richtlinien der EU-Verordnung – so der Verband – unterstreiche die Richtigkeit dieses Argumentes. Gerald A. Herrmann: ‚Nur Glaubwürdigkeit kann langfristig Verbraucher gewinnen und binden. Kein Verbraucher könnte es verstehen, wenn es jetzt statt zu einer Vereinfachung beim Erkennen von Öko-Produkten zu einem ‚Krieg der Zeichen‘ vorne auf den Etiketten käme. Die geplante Kennzeichnungsverordnung gehört dringend geändert.‘

Information: Naturland, Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing, Tel.: 089-898082-10, Fax: 089-898082-910

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Baden-Württemberg: Auswirkungen der BSE-Krise bei Viehzählung 2001 in den Rinderbeständen noch erkennbar

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 10:12

Insgesamt noch 1,19 Millionen Rinder in Baden-Württemberg

Stuttgart (agrar.de) – Die Auswirkungen der BSE-Krise auf die Rinderbestände der heimischen Landwirte sind ein Jahr später immer noch deutlich erkennbar. Die im Rahmen der repräsentativen Viehzählung zum 3. November 2001 vom Statistischen Landesamt in den landwirtschaftlichen Betrieben festgestellten Viehbestände weisen auf die anhaltend schwierigen Absatzbedingungen bei Schlachtrindern hin. Die Zahlenwerte für die verschiedenen Kategorien der weiblichen Schlachtrinder – egal ob Jungrind, Schlachtfärse oder Schlachtkuh – liegen durchweg höher als im November 2000, als die Viehzählung damals unmittelbar vor Ausbruch der BSE-Krise durchgeführt wurde. Bei den weiblichen Rindern zum Schlachten erhöhte sich in der Altersklasse von einem bis zwei Jahren die Tierzahl um annährend 3 Prozent auf 36.600, bei den über zwei Jahre alten Schlachtfärsen um gut 10 Prozent auf 5.900 und bei den Schlachtkühen um 8 Prozent auf 8.500.

Die Zunahmen bei den weiblichen Schlachtrindern sind umso bemerkenswerter, als der Gesamtbestand dem längerfristigen rückläufigen Trend folgt: Der Rinderbestand verringerte sich binnen Jahresfrist um 2,3 Prozent von 1,22 auf 1,19 Millionen Rinder. Allein die wichtigste Kategorie, die Milchkühe, verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um über 3 Prozent von 430.200 auf 416.300. Der Entwicklung dieser Leitkategorie folgen im Wesentlichen auch die Bestandszahlen bei den für die zukünftige Bestandsergänzung vorgesehenen weiblichen Zucht- und Nutzrindern.

Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, dass zum ersten Mal seit Jahren die für die Pflege und Offenhaltung der Landschaft wichtige Zahl der Ammen- und Mutterkühe sich mit 56.800 Tieren kaum nennenswert gegenüber dem Vorjahresstand verändert hat.

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DLG: Wilhelm-Rimpau-Preis ausgeschrieben

Themen: Archiv — info @ 09:12

Frankfurt (agrar.de) – Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat erneut den ‚Wilhelm-Rimpau-Preis‘ für innovative und praxisnahe Diplomarbeiten in der Pflanzenproduktion ausgeschrieben. Der Preis, der nach Wilhelm Rimpau, dem ‚Vater der deutschen Pflanzenzüchtung‘ und Gründer der Saatzuchtabteilung der DLG, benannt ist, wird anlässlich der DLG-Feldtage 2002 verliehen.

Um den Wilhelm-Rimpau-Preis können sich junge Agrarwissenschaftler bewerben, die nach dem 31. Dezember 1999 eine überdurchschnittliche, innovative und anwendungsorientierte Diplomarbeit in einer Disziplin der Pflanzenproduktion abgeschlossen haben. Jede landwirtschaftliche Fakultät deutscher Universitäten und Fachhochschulen ist berechtigt, eine den Zulassungsvoraussetzungen entsprechende Diplomarbeit zu nominieren. Die Begutachtung der Arbeiten erfolgt durch eine unabhängige Fachkommission. An den Wilhelm-Rimpau-Preis sind Geldpreise in Höhe von 3.000 Euro, 2.000 Euro und 1.000 Euro gebunden. Bewerbungsschluss ist der 15. Februar 2002.

Interessenten erhalten weitere Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Eschborner Landstr. 122, 60489 Frankfurt am Main, Tel.: 069-24788-304, Fax: 069-24788-114, E-Mail.

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Sachsen: Landwirtschaft von Nachwuchssorgen geplagt

Themen: Archiv — info @ 09:12

Dresden (agrar.de) – Sachsens Landwirtschaft braucht qualifizierten Nachwuchs. ‚Während an ausgebildeten Pferdewirten, Zierpflanzengärtnern oder Hauswirtschafterinnen kein Mangel besteht, hat die Branche bei den klassischen grünen Berufen wie Land- und Tierwirt noch Bedarf‘, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Im September diesen Jahres haben 285 Schulabgänger eine Lehre als Landwirt und 125 als Tierwirt neu begonnen. ‚Das sind lediglich 80 Prozent der geschätzten Nachfrage‘, so Flath. Damit hätten Auszubildende gute Berufsaussichten.

Landwirtschaftliche Unternehmer müssen, wenn sie ihren Generationenwechsel sichern wollen, nun in die Offensive gehen. Es ist nicht mehr unbegrenzt Zeit, denn in etwa sechs bis acht Jahren werden durch den Geburtenknick in den neuen Bundesländern Schulabsolventen rar. Man rechnet damit, dass nur noch etwa 50 Prozent der gegenwärtigen Anwärter zur Verfügung stehen werden. Gebraucht werden aber nicht nur aufgeweckte Auszubildende sondern auch Betriebsleiter, die bereit sind, in ihrem Unternehmen junge Leute anzuleiten. Damit das Nachwuchsproblem nicht nur aus betrieblicher Kraft gelöst werden muss, unterstützt der Freistaat Sachsen bei der überbetrieblichen Ausbildung z.B. jeden Lehrling im Beruf Landwirt mit bis zu 3.500 DM über den gesamten Ausbildungszeitraum.

Das Spektrum der grünen Berufe ist vielfältig. Es umfasst von der Winzerei, Forstwirtschaft oder Friedhofsgärtnerei bis hin zur Fischwirtschaft ganze 25 Arbeitsbereiche. Davon werden in Sachsen 22 angeboten, bei Bedarf auch in Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern. In Sachsen durchlaufen momentan 4.519 Lehrlinge eine Ausbildung. Allein im Gartenbau lernen mit 1.334 jungen Leuten mehr als ein Drittel der Bewerber.

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PLANAK beschließt Förderungsgrundsätze für 2002

Themen: Archiv — info @ 09:12

Künast: Neuausrichtung der Agrar-Förderung kann beginnen

Bonn (agrar.de) – ‚Mit dem heutigen Beschluss über die Fördergrundsätze für das Jahr 2002 haben wir einen weiteren wichtigen Schritt zur Neuausrichtung der Agrarstrukturförderung getan. Wir haben die Förderung von Investitionen für eine besonders artgerechte und flächengebundene Tierhaltung neu in den Förderkatalog aufgenommen. Damit wollen wir diejenigen Landwirte unterstützen, die sich durch besondere Leistungen für den Tierschutz auszeichnen. Wir haben die Prämien für die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Anbaus deutlich erhöht. Zusätzlich haben wir die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung ökologischer und regional erzeugter Produkte verbessert. Jetzt können auch Investitionen im Bereich der Einkommenskombination sowie arbeitsplatzschaffende Investitionen zur Umnutzung land- und forstwirtschaftlicher Bausubstanz verbessert gefördert werden‘, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast am Donnerstag in Bonn. Der Bund-Länder-Planungsausschuss für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK) hat dort am 6. Dezember die Förderungsgrundsätze für das Jahr 2002 förmlich beschlossen, auf die er sich bereits Ende Juni verständigt hatte. ‚Dies ist ein deutliches Signal dafür, dass für uns die Unterstützung ländlicher Räume ein wesentlicher Bestandteil der Neuorientierung der Agrarpolitik ist‘, so Künast.

Der PLANAK beschloss auch die Verteilung der im Bundeshaushalt 2002 genehmigten Bundesmittel für die Gemeinschaftsaufgabe auf die Bundesländer. Im Jahr 2002 stehen danach Bundesmittel in Höhe von 872 Millionen Euro zur Verfügung. Damit konnte der Etat trotz der insgesamt außerordentlich angespannten Haushaltslage gegenüber den im laufenden Jahr verfügbaren Mitteln von 813 Millionen Euro sogar angehoben werden. In den kommenden Wochen werden die Länder ihren konkreten Mittelbedarf anmelden.

‚Mit den heute ebenfalls beschlossenen konzeptionellen Eckpunkten zur Verwendung der Modulationsmittel sind wir auf einem guten Weg, die Landwirte zusätzlich für ihre Leistungen für mehr Umwelt- und Tierschutz zu unterstützen. Wer besondere Anstrengungen für eine nachhaltige Landbewirtschaftung unternimmt, soll aus Modulationsmitteln gefördert werden können. Dafür haben wir ein Bündel von Maßnahmen in folgenden Bereichen vorgesehen: umwelt- und tiergerechte Haltungsverfahren, extensive und umweltfreundliche Produktionsverfahren im Ackerbau und in der Grünlandbewirtschaftung sowie Reduzierung des Viehbesatzes in Regionen mit hoher Viehdichte‘, so die Ministerin. Auf der Basis dieser Eckpunkte werden Bund und Länder in den kommenden Monaten konkrete Förderungsgrundsätze ausarbeiten, damit die Maßnahmen ab 2003 angeboten werden können.

Künast betonte, mit den Eckpunkten sei sie dem dringenden Wunsch der Länder nachgekommen, ein Verwendungskonzept für Modulationsmittel vorzulegen. Der Bund zeige damit seine Bereitschaft, finanzielle Mitverantwortung bei der nationalen Kofinanzierung der Modulation zu übernehmen.

Das EU-Recht sieht vor, dass die durch die Kürzung der Direktzahlungen einbehaltenen EU-Mittel – ergänzt durch nationale Mittel – für bestimmte Maßnahmen zur Förderung der ländlichen Entwicklung wieder der Landwirtschaft zufließen. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) sollen hierzu die Förderungsgrundsätze für eine markt- und standortangepasste Landbewirtschaftung erheblich ausgebaut werden.

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05. Dezember 2001

Niedersachsen: Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Landwirtschaft

Themen: Archiv,Bildung — info @ 15:12

Oldenburg (agrar.de) – Die Vizepräsidenten und Arbeitnehmerberater der Landwirtschaftskammern Hannover und Weser-Ems trafen sich zu einem Arbeitsgespräch mit dem Ziel, die Betreuung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Agrarbereich noch stärker zu intensivieren. Überdies wurde nach Arbeitsfeldern gesucht, auf denen noch enger zusammen gearbeitet werden kann.

Vorab wurde übereinstimmend festgestellt, dass landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Unternehmen immer häufiger qualifizierte Arbeitskräfte fehlen und dieser Mangel bereits die Entwicklung vieler Betriebe hemmt. Es wurde vereinbart, intensiver nach Auswegen aus dieser Lage zu suchen. Geplant sind Qualifizierungsmaßnahmen für außerlandwirtschaftliche Zielgruppen, die daran interessiert sind, in der Landwirtschaft tätig zu werden. Außerdem müssten die Arbeitsvermittlung, die Personalberatung und die Arbeitskraftüberlassung verbessert werden. Es wird geprüft, welche Möglichkeiten die Landwirtschaftskammern in ihrer Fachkompetenz zur Verbesserung dieser Situation beitragen können. Es wurde bemängelt, dass die tarifliche Lohnstruktur in der Landwirtschaft die Anwerbung von qualifizierten Arbeitskräften erschwert. Es wird an die Tarifpartner appelliert, Verbesserungsvorschläge zu beraten.

Berufliche Weiterbildung wird immer häufiger von landwirtschaftlichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als Zukunftsinvestition verstanden. Deshalb müssen hochqualifizierten Arbeitskräften veränderte Weiterbildungsangebote bezüglich der Inhalte, der Seminarzeiten und des Umfangs eröffnet werden. Es wurde beraten, Seminare und Informationsveranstaltungen mit anspruchsvolleren Themen und verändertem Zeitrahmen gemeinsam zu planen und durchzuführen.

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Baden-Württemberg: ELEKTRA – Neue Medien auf dem Bauernhof

Themen: Archiv — info @ 15:12

Ravenstein (agrar.de) – ‚Tierprämienanträge über das Internet: Mit dem Laptop im Kuhstall eröffnen sich den landwirtschaftlichen Betrieben weitere Zukunftsperspektiven‘. Dies sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele MdL, beim Start des landesweiten Pilottests zur elektronischen Antragstellung in der Landwirtschaft (ELEKTRA) in Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis). Der Online-Service ELEKTRA ist eine der ersten Anwendungen von elektronischen Bürgerdiensten in Baden-Württemberg, er ist gekoppelt mit der sogenannten Baden-Württemberg Card. Damit soll die Kommunikation mit dem Bürger und der Wirtschaft über sichere Teile des Internets gewährleistet werden.

Nach erfolgreicher Entwicklungsphase startete Minister Willi Stächele mit dem symbolischen Mausklick den landesweiten Modellversuch mit rund 300 teilnehmenden Betrieben. ‚Mit ELEKTRA hält eine weitere Innovation Einzug in die technischen Abläufe und die Verwaltung‘, so der Minister. ELEKTRA gewährleistet die Einhaltung des Datenschutzes auf derzeit höchstem Niveau durch die persönliche Registrierung, durch die elektronische Unterschrift unter Nutzung der Baden-Württemberg Card und durch die Verschlüsselung der Antragsdaten. Die für ELEKTRA zusätzlich erforderliche Software wird vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum kostenfrei, über das Internet zur Verfügung gestellt. Um sich als berechtigter ELEKTRA-Anwender auszuweisen, benötigt der Antragsteller die Baden-Württemberg Card und ein dafür erforderliches Lesegerät der Deutschen Post AG. ‚In einem Jahr werden in Baden-Württemberg rund 45.000 Anträge auf Schlachtprämie Rinder und knapp 29.000 Anträge auf Sonderprämie für männliche Rinder gestellt. Für das Verwaltungsverfahren wäre es eine deutliche Vereinfachung, wenn es mit ELEKTRA möglich wird, diese Anträge elektronisch aufzunehmen‘, betonte Minister Willi Stächele.

Seit September 1999 sind alle Rinder in Deutschland gemäß der Viehverkehrsordnung zu erfassen. Das Herkunfts- und Informationssystem (HIT) für Tiere sorgt für mehr Transparenz bei den Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen. Bei ELEKTRA können die Daten aus dem HIT Online mit verwendet werden. Dies bringt eine enorme Vereinfachung des Antragsweges und spart das mühsame Ausfüllen von Formularen. ‚Das Internet hat in der landwirtschaftlichen Betriebsführung längst seinen festen Platz‘, stellte Minister Stächele fest. So werden beim Herkunfts- und Informationssystem (HIT) mittlerweile 34 Prozent der Meldungen über das Internet abgegeben. Der Informationsdienst der Landwirtschaftsverwaltung verzeichnet täglich 2.600 User.

Minister Willi Stächele nutzte die Gelegenheit, um auf die erfolgreiche Annahme des neuen Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleichsprogramms (MEKA II) hinzuweisen. Der MEKA II wurde den Landwirten zum ersten Januar 2001 erstmals in vollem Umfang angeboten, nachdem im Jahr 2000 nur bei einigen Maßnahmen eine Teilnahme möglich war. Der neue, erweiterte MEKA bietet als Agrarumweltprogramm ein wesentlich breiteres Leistungsspektrum mit einem von 170 Millionen Mark auf 290 Millionen Mark pro Jahr ausgedehnten Mittelvolumen. Die Vielfalt und Flexibilität des Programms erfordert derzeit noch ein sehr umfangreiches Antragsverfahren. ‚Deshalb streben wir die Abwicklung des MEKA Antragverfahrens ebenfalls auf elektronischem Wege an‘, so Minister Willi Stächele.

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dlv: Ziele im Internationalen Jahr der Freiwilligen nicht erreicht

Themen: Archiv — info @ 15:12

Berlin (agrar.de) – Die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Tätige bleiben weit hinter den Forderungen des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) zurück. Diese Bilanz zieht Präsidentin Erika Lenz nach der Sitzung des dlv-Präsidium anlässlich der anstehenden Abschlussveranstaltung zum Internationalen Jahr der Freiwilligen.

Gemessen am Positionspapier des dlv, das der Verband als größter Frauenverband im ländlichen Raum in seiner Mitgliederversammlung im Juni vergangenen Jahres verabschiedet hatte, sind die Errungenschaften zur Förderung des Ehrenamtes weit hinter den Forderungen zurückgeblieben. Gerade im ländlichen Raum trage vor allem das ehrenamtliche Engagement von Frauen zum Erhalt der notwendigen Infrastruktur und der Lebensqualität bei, begründet Erika Lenz die Forderungen des LandFrauenverbandes, die nach wie vor bestehen. Es sei positiv zu bewerten, dass vielfältige Anzeigen und Publikationen während des vergangenen Jahres dazu beigetragen haben, der freiwilligen Einsatzbereitschaft in der Öffentlichkeit mehr Anerkennung und einen größeren Bekanntheitsgrad zu verschaffen.

Aber die wesentlichen Forderungen des Verbandes sind nicht umgesetzt worden:

– Die steuerliche Absetzbarkeit des zeitlichen Aufwandes für ein Ehrenamt, ähnlich wie Sachspenden, ist nicht erfolgt. Alleine für Stiftungen sind die steuerlichen Möglichkeiten etwas verbessert worden. Für ehrenamtlich tätige Privatleute ist diese Forderung, die auch für Fahrtkosten, Telefon, Fax und Büroausstattung gilt, in der Steuergesetzgebung bislang nicht berücksichtigt worden. Die Kompetenz zum Ausstellen von Spendenbescheinigungen wurde auf einige zusätzliche gemeinnützige Organisationen ausgedehnt. Dies entspricht aber in keiner Weise dem Ansinnen nach einer einheitlichen steuerlichen Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeiten. Auch eine Anhebung der Freibeträge für Aufwandsentschädigungen ist bislang ausgeblieben.

– Ebenso steht die Anerkennung des Ehrenamtes in Form erhöhter Rentenansprüche noch immer zur Debatte. Sie fand bislang keinerlei politische Umsetzung.

– Das Gleiche trifft für den Aufruf an die Bundesregierung bezüglich der dringend notwendigen Unfallversicherung für alle nachweisbar ehrenamtlich Tätigen zu.

– Obwohl es mit Hilfe von Diskussionsforen und Kontaktbörsen während des Internationalen Jahres der Freiwilligen gelungen ist, die Vernetzung unterschiedlicher ehrenamtlicher Aktivitäten voranzutreiben, erwartet der dlv bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Ausübung ehrenamtlicher Arbeit zusätzliche staatliche Hilfe. Der kostenlose Zugang zu Qualifikationsmaßnahmen ist die Voraussetzung, dass aus vorhandener Bereitschaft tatkräftiges und erfolgreiches Engagement wird. Aufrecht erhalten bleibt auch die Forderung nach kostenlosen Informationsveranstaltungen über Haftungs-, Versicherungs- und Steuerfragen.

– Bürokratische Verfahren bei der Anwendung von Aufwandsentschädigungen bestehen leider fort. Sie stellen immer wieder eine Hürde für freiwillige Einsatzbereitschaft dar.

– Auch der Appell des dlv an die Bundesregierung, die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit in die Lehrpläne der Schulen einzubinden, hat bislang keine Berücksichtigung gefunden. Motivierte junge Menschen sind aber die Bedingung dafür, dass ehrenamtliches Engagement auch eine Zukunft hat.

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DBV: Stimmung schlechter als wirtschaftliche Lage der Bauern

Themen: Archiv — info @ 12:12

Verunsicherung lässt Investitionen einbrechen

Bonn (agrar.de) – Auf einer Pressekonferenz in Bonn hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, unmittelbar nach der Präsidiumssitzung heute den DBV-Situationsbericht 2002 vorgestellt. Der Situationsbericht gibt einen Überblick über die Ergebnisse des abgelaufenen Wirtschaftsjahres, das am 30. Juni 2001 endete.

‚In der Aussprache mit unseren Landesbauernverbandspräsidenten wurde deutlich, so Sonnleitner, ‚dass die Stimmungslage in unseren Betrieben und Dörfern weitaus schlechter ist, als es die Zahlen der Buchführungsabschlüsse widerspiegeln.‘ Trotz eines Einkommenszuwachses ist die Bereitschaft der Bauern, in ihre Betriebe zu investieren, selbst bei guten Betrieben so niedrig wie noch nie. Durch die Agrarwende sind die Bauern stark verunsichert und halten Investitionsentscheidungen zurück, weil sie an ihren Perspektiven am Agrarstandort Deutschland zweifeln. Frust und Ärger machen sich auf den Höfen breit.

Basierend auf 21.500 ausgewerteten Buchführungsabschlüssen sind die Unternehmensergebnisse (einschließlich Personalaufwand) bezogen auf eine Vollarbeitskraft bei den Agrargenossenschaften um 6 Prozent, bei den Personengesellschaften um 15 Prozent und bei den Haupterwerbsbetrieben um 18 Prozent gestiegen. Möglich gemacht hat dies die günstige Marktentwicklung bei Schweine-, Geflügelfleisch und Eiern, bei Milch und teilweise im Ackerbau. Für das laufende Wirtschaftsjahr erwartet Sonnleitner, dass die positiven Unternehmensergebnisse nicht zu halten sein werden. ‚Dafür sprechen die rückläufigen Erzeugerpreise bei Schweinen und Geflügel und die anhaltend schwierige Situation bei Obst, Gemüse und Rindfleisch.‘ Bei den spezialisierten Rindfleischerzeugern – ökologisch oder konventionell wirtschaftend – gab es hingegen einen scharfen Einbruch der Unternehmensergebnisse. Im vergangenen Wirtschaftsjahr verdiente ein spezialisierter Rindererzeuger ein monatliches Bruttoeinkommen von 1.130 DM.

Die Bauern sehen in der Rückgewinnung des Verbrauchervertrauens für Lebensmittel, speziell für Rindfleisch, eine große verantwortliche Aufgabe. Neben den zahlreichen BSE-Schutzmaßnahmen wird dies mit dem Aufbau einer gläsernen Produktion erreicht.

Dazu trägt einerseits das einheitliche staatliche Ökosiegel bei. Sonnleitner: ‚Hier müssen wir allerdings mit großem Nachdruck für eine Verbesserung des EU-Standards eintreten, auf den sich Ministerin Künast eingelassen hat.‘ Von entscheidender Bedeutung für die landwirtschaftlichen Betriebe sei darüber hinaus das vom Bauernverband initiierte QS-System – Qualität und Sicherheit. Es werde von der Wirtschaft der gesamten Produktionskette getragen und solle die Transparenz in der Nahrungsmittelerzeugung erhöhen. Beginnen werde das Qualitätssicherungssystem mit Fleisch und Fleischwaren, andere Produkte wie Obst und Gemüse folgten. Als weitere vertrauensbildende Maßnahme hat das DBV-Präsidium heute die vor kurzem erstellte so genannte Positivliste für Futtermittel bewertet. In ihr werden die Komponenten aufgeführt, aus denen in Zukunft Futtermittel hergestellt werden dürfen. Diese führe zu weiterer Lebensmittelsicherheit und Qualitätsverbesserung.

Gegenüber den Journalisten erklärte Sonnleitner: ‚Bauern und Bäuerinnen – vor allem die junge Generation – sehen sich durch das, was mit ‚Agrarwende‘ umschrieben wird, zutiefst verletzt‘. Tief getroffen seien sie durch den immer wieder erhobenen Vorwurf, Umweltzerstörer, Tierquäler und hoch subventionierte Störenfriede in der Außenhandelspolitik zu sein. Wie Tier-, Natur- und Umweltschutzverbände auf dem Selbstwertgefühl der Bauern herumtrampelten, geht auf keine Kuhhaut‘.

Heftig kritisierte der DBV-Präsident den Hang des Bundeslandwirtschaftsministeriums, europäische Vorschriften im nationalen Alleingang weiter zu verschärfen. Natürlich könne man die Käfighaltung bei Legehennen abschaffen. Aber dann müsse wenigstens dafür gesorgt werden, dass dies im Gleichklang mit den wichtigsten Wettbewerbern geschehe. Ansonsten sei weder den Tieren noch den Landwirten geholfen. Sowohl konventionelle wie ökologisch ausgerichtete Betriebe seien von bürokratischen Umweltverträglichkeitsprüfungen oder einem überzogenen Naturschutzgesetz gleichermaßen betroffen.

Der komplette Bericht ist von der Internet-Seite des Bauernverbandes abrufbar.

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