12. Dezember 2001

CDU/CSU: Kein Künast-Kaffee-Kränzchen!

Themen: Archiv — info @ 10:12

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der heutigen Veranstaltung ‚Gefahren und Chancen der Grünen Gentechnik‘ mit Bundesministerin Künast erklärt der Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für grüne Gentechnik, Helmut Heiderich:

‚Weder Wissenschaft noch Regierungsberichte, weder Europäische Initiativen noch Klagen der EU-Kommission haben die Grünen-Ministerin bisher bewegen können, ihre ideologische Haltung zu ändern. Grüne Gentechnik ist für Künast ein rotes Tuch. Nun hat sie für den heutigen Mittwoch zu einem Dialog über ‚Gefahren und Chancen‘ dieser Biotechnik eingeladen. Doch sieht es eher nach einer Alibi-Veranstaltung aus, als nach einem wirklichen Schritt nach vorn. Bereits im Vorfeld hatte die Ministerin erklärt, ein großflächiges Anbauprogramm, wie von Kanzler Schröder schon 2000 zugesichert, halte sie nicht für sinnvoll.

Eine allgemeine Diskussion um ‚Chancen und Risiken‘ ist längst überholt. Weltweit hat sich der Anbau gentechnisch fortentwickelter Pflanzen im Jahr 2000 erneut um ca. 25 Prozent erhöht. Europäisches Parlament und Europäische Kommission machen Druck. Deshalb müssen jetzt konkrete Vereinbarungen erfolgen:

– Ein Schwellenwert von 1 Prozent muss für alle Bereiche von Novel-Food bzw. -feed festgelegt werden.

– Versuchsprogramme auf landwirtschaftlichen Praxisschlägen müssen in allen Bundesländern unter wissenschaftlicher Kontrolle und öffentlicher Begleitung gestartet werden.

– Die beantragten Anbau-Genehmigungen für die geprüften Sorten müssen endlich erteilt werden.

– Kennzeichnungsregeln müssen sinnvoll für Verbraucher und zumutbar für Produzenten bzw. Handel vereinbart werden.

Arbeit gibt es genug. Deshalb ist jetzt keine Zeit für ein allgemeines Advents-Kaffee-Kränzchen bei Frau Ministerin.‘

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AGÖL: Öko-Landbau vor gentechnischen Verschmutzungen schützen!

Themen: Archiv — info @ 10:12

Berlin (agrar.de) – Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) begrüßt den Diskurs, zu dem Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast eingeladen hat. Denn ‚die Entscheidung über die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen wird zeigen, wie nachhaltig die Agrarwende vorankommt‘, so der Vorsitzende der AGÖL Dr. Felix Prinz zu Löwenstein anlässlich des heutigen Treffens in Berlin. Er stellt klar: ‚Vorbeugender Verbraucherschutz und Grüne Gentechnik passen aus unserer Sicht nicht zusammen‘.

Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast forderte Wahlfreiheit für den Verbraucher, der auf gentechnisch veränderte Lebensmittel verzichten will. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein wies darauf hin, ‚dass der Öko-Landbau diese Wahlfreiheit sichert, da auf Gentechnik in der Erzeugung und Verarbeitung verzichtet wird. Jedoch muss der Öko-Landbau von gentechnischen Verschmutzungen geschützt werden, und dies darf nicht auf Kosten der Öko-Landwirte geschehen!‘.

Wahlfreiheit bedeutet jedoch nicht nur die Freiheit des Verbrauchers, ob er im Regal zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln oder Öko-Produkten greift. Wahlfreiheit bedeutet vielmehr auch, dass die Gesellschaft insgesamt entscheiden kann, auf diese problematische Technologie zu verzichten. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein: ‚Wenn der Wille der Verbraucher wirklich zählt, hat die Grüne Gentechnik keine Chance. Die breite Mehrheit lehnt diese Technologie in der Landwirtschaft ab, da ein Nutzen für den Verbraucher nicht erkennbar ist‘.

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11. Dezember 2001

Agrar-Ausschuss berät Modulationsgesetz

Themen: Archiv — info @ 15:12

Berlin (agrar.de) – Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines Gesetzes zur Modulation von Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (Modulationsgesetz – 14/7252) ist Gegenstand einer öffentlichen Anhörung des Verbraucherschutzausschusses, die am Montagmittag begonnen hat. Nach Informationen des Bundestags-Pressedienstes ergaben die Stellungnahmen der geladenen Sachverständigen keine einheitliche Auffassung.

So bekräftigt der Deutsche Bauernverband (DBV) beispielsweise seine ablehnende Haltung gegenüber der Modulation, die eine Kürzung und Umverteilung von EU-Ausgleichszahlungen bedeutet. Seiner Ansicht nach würde eine solche Umverteilung von ohnehin knappen Ressourcen die Landwirtschaft insgesamt nicht stärken, sondern schwächen. Die Modulation gehe klar zu Lasten der landwirtschaftlichen Einkommen, stellt er fest. Beim vorgelegten Gesetzentwurf fordert der DBV wie der Bundesrat, die ‚Kleinbeihilfen‘ für Saatgut, Stärkekartoffeln, Tabak und Hopfen auszunehmen. Darüber hinaus will er die Tierprämien wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation der Rindfleischerzeuger von der Modulation ausgenommen wissen. Weiter plädiert er in seiner Stellungnahme dafür, die Freibetragsregelung ohne jeglichen bürokratischen Mehraufwand für die Landwirte auszugestalten und die eingekürzten Modulationsmittel möglichst erzeugernah wiederzuverwenden. Generell hält die Verband eine weitere Umschichtung von EU-Finanzmitteln nicht für sinnvoll.

Dem gegenüber ist etwa nach Meinung des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU) die Umschichtung von Finanzmitteln von der ersten Säule (Marktpolitik) in die zweite Säule (Förderung des ländlichen Raumes) aus verschiedenen Gründen ‚dringend erforderlich‘. Die Modulation eröffne die Möglichkeit, integrierte Konzepte der ländlichen Entwicklung sowie eine multifunktionale Landwirtschaft stärker zu fördern, führt er in seiner Stellungnahme aus. Ferner sei sie eine wichtige Voraussetzung, um die anstehende EU-Osterweiterung finanziell zu bewältigen.

‚Im Grundsatz‘ wird die Mittelumschichtung auch in der Stellungnahme des baden-württembergischen Ministeriums für Ernährung und ländlichen Raum (%url6%MLR%/%) bejaht, ‚jedoch nicht zum vorgesehenen Zeit punkt und in der derzeit vorgesehenen Form‘. Insbesondere dürften der Landwirtschaft daraus keine gravierenden wirtschaftlichen Nachteile entstehen, heißt es.

Der Sachverständige von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) Braunschweig bezeichnet die Umschichtung ebenfalls als generell sinnvoll. Jedoch gibt er zu bedenken, dass hinsichtlich der Nettozahlerposition Deutschlands zum EU-Haushalt die Modulation aus nationaler Sicht nicht der effizienteste Weg zur Stärkung der zweiten Säule sein dürfte. Mittelfristig sollte seiner Auffassung nach vielmehr angestrebt werden, Umschichtungen durch generelle Kürzungen produktgebundener Transferzahlungen zu erreichen und dadurch die Zahlungen in den EU-Haushalt zu verringern. Dies schaffe Freiräume für nationale Förderprogramme.

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Künast: Wir unterstützen die von BSE betroffenen Rinderhalter

Themen: Archiv — info @ 15:12

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat Rinderhalter zu Gesprächen nach Berlin eingeladen. Die Lage der von der BSE-Krise betroffenen Betriebe soll im Mittelpunkt der Gespräche stehen. ‚Wir haben bereits die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um für Entlastung zu sorgen. Ich bin optimistisch, dass sich im nächsten Jahr bei günstigen Milchpreisen, gesunkenen Kälberpreisen und erneut steigenden Prämien die wirtschaftliche Situation der Landwirte erholen wird‘, erklärte Künast.

‚Wir haben zur Bewältigung der BSE-Krise umfangreiche Mittel aufgewendet, die auch Stützungsmaßnahmen für die landwirtschaftlichen Betriebe umfassen‘, so Künast. Dazu zählten

– die Kosten für die Entsorgung von Altbeständen an Futtermitteln, – die Kosten für die EU-Ankaufmaßnahmen und – der deutsche Anteil am BSE-bedingte EU-Nachtragshaushalt.

Mit den Beschlüssen nach der Agenda 2000 seien zudem die Prämien für die Rinderhaltung deutlich erhöht worden, erläuterte Künast. Für Bullen gelte beispielsweise folgende Prämienentwicklung:

– Erhöhung der Grundprämien von 135 vor der Agenda auf 210 Euro pro Bulle ab 2002. – Einführung einer Schlachtprämie von 53 Euro pro Tier 2001 und 80 Euro ab 2002. – Einführung eines Ergänzungsbeitrags zur Schlachtprämie von voraussichtlich 13 Euro pro Tier in 2001 und 20 ab 2002.

Insgesamt seien damit die Prämien pro Bulle seit 2000 von 135 auf 310 Euro (rund 606 Mark) pro Tier angestiegen. Zusätzlich sei in Brüssel erreicht worden, dass die Vorschusszahlungen auf die Prämien auch für das Jahr 2001 von 60 auf 80 Prozent angehoben worden seien. Wie in 2000 können damit die Länder seit dem 15. Oktober 2001 bereits die Prämien für dieses Jahr zu 80 Prozent auszahlen.

Künast wies darauf hin, dass zur Sanierung des Rindfleischmarktes die Wiederherstellung des Verbrauchervertrauens entscheidend sei. ‚Ein Kurieren an Symptomen mit traditionellen marktpolitischen Maßnahmen hilft wenig, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher diesem Produkt kein Vertrauen entgegen bringen‘, so die Ministerin. ‚Durch umfangreiche BSE-Folgemaßnahmen und die Neuorientierung der Agrarpolitik steigt das Vertrauen wieder. Sichtbar ist dies an der gestiegenen Nachfrage nach Rindfleisch‘. Entsprechend hätten sich auch die Preise deutlich erholt. In diesem Zusammenhang forderte Künast die Fleischindustrie und den Handel auf, verantwortungsvoll zu handeln und die gestiegenen Preise endlich in angemessener Weise an die Rinderhalter weiter zu geben.

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Die Weihnachtsgans: vorwiegend importiert

Themen: Archiv — info @ 13:12

Wiesbaden (agrar.de) – Der Gänsebraten gehört in Deutschland traditionell auf die Speisekarte der Vorweihnachtszeit.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, kamen im Jahr 2000 rund 1.630 t Gänsefleisch aus deutschen Schlachtungen auf den Markt, gut 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr als drei Viertel der Gänse (1.250 t) wurden in den Monaten Oktober bis Dezember geschlachtet. Besonders beliebt scheint ‚Gänsebraten‘ im Dezember zu sein: Im Dezember 2000 wurden die meisten Schlachtungen gezählt (512 t).

Allerdings stammt der Gänsebraten überwiegend nicht aus deutschen Landen: Im Jahr 2000 wurden 12.423 t gefrorenes Gänsefleisch im Gesamtwert von 53,7 Mill. DM aus dem Ausland eingeführt. Polen war mit 69 Prozent oder 8.597 t das wichtigste Lieferland für ‚Tiefkühlgänse‘, gefolgt von Ungarn mit 31 Prozent.

Nach Zahlen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Landwirtschaft (ZMP) in Bonn liegt die Preisspanne bei der Direktvermarktung von frischen Gänsen vom Erzeuger an den Endverbraucher zwischen elf und 18 Mark pro Kilogramm Schlachtgewicht. Für aus Polen oder Ungarn stammende tiefgefrorene Gänse verlange der Einzelhandel derzeit im Schnitt 7,24 Mark je Kilo.

Links zum Thema Geflügel.

Illert: Viehbesatz ist Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:12

Erfurt/Berlin (agrar.de) – ‚Seit 1990 haben sich in Thüringen die Rinder- und Schafbestände halbiert, und von den ehemals fast 1,8 Mio. Schweinen werden heute nur noch rund 40 Prozent gehalten. Ein Ende dieser Entwicklung ist leider nicht abzusehen.‘ Das erklärte Stephan Illert, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU), heute anlässlich einer Tagung des Deutschen Bauernverbandes in Berlin. ‚Ich halte diesen dramatischen Rückgang der Tierbestände für besonders alarmierend vor dem Hintergrund, dass es gerade die Tierhaltung ist, die zur Erhaltung des Beschäftigungspotentials in der Landwirtschaft, aber auch für die Sicherung der Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereichen wichtig ist.‘ Gleichzeitig werde insbesondere über die tierische Veredlung ein großer Teil der Wertschöpfung in der Landwirtschaft erbracht.

Auch die Landwirtschaftsbetriebe sind Wirtschaftsunternehmen. Sie müssen die Produktionsfaktoren entlohnen und Liquidität, Rentabilität und Stabilität sichern. Letztlich lebt ein Landwirtschaftsbetrieb, egal ob konventionell oder ökologisch, davon, Gewinn zu erwirtschaften, daraus Eigenkapital zu bilden, zu investieren und ein ausreichendes Einkommen zu sichern. Wenn die Verbesserung des Tierschutzes zur Verteuerung der Produktion führt, muss dem eine Kompensation durch Senkung der Kosten oder durch steigende Erlöse gegenüber stehen.

Die Strategie der Bundesregierung hierzu besteht derzeit darin, staatliche Beihilfen auszureichen. Diese Zuschüsse für Investitionen in besonders tiergerechte Haltungsverfahren sollen die Kosten des Anlagevermögens reduzieren. Da dies allein aber keinen ausreichenden Effekt haben wird, sollen diese Haltungsverfahren gleichzeitig über die Agrarumweltmaßnahmen mit jährlichen Zuschüssen zu den laufenden Kosten unterstützt werden. Bezüglich der Frage, ob die Honorierung eines verbesserten Tierschutzes über den Markt erfolgen kann, besteht dagegen noch sehr viel Unklarheit. Hier bedarf es besonderer Marketingstrategien. ‚Jedoch ist zur Zeit nicht erkennbar, wie neben den neuen Siegeln ‚Bio‘ und ‚QS‘ zusätzlich auch noch der Aspekt des Tierschutzes kommuniziert werden kann. Nach den Erfahrungen der letzten Monate wird dieser allzu oft nur mit dem ökologischen Landbau in Zusammenhang gebracht. Damit wird den konventionellen Betrieben die Chance genommen, Anstrengungen im Tierschutz transparent zu machen und entsprechend am Markt in Erfolg umzumünzen‘, so der Staatssekretär.

Der jetzt eingeschlagene Weg über die staatlichen Beihilfen kann nur eine Übergangslösung sein. Neben allen positiven Effekten für den Tierschutz sollte nicht verkannt werden, dass diese Beihilfen die Landwirte noch weiter in die Abhängigkeit des Staates und der Politik drängen. Illert: ‚Daher sage ich: Aus volks- und betriebswirtschaftlicher Sicht ist ein höherer Tierschutz langfristig nur bei einer entsprechenden Honorierung am Markt durchsetzbar.‘

Es nützt dem Anliegen nicht, wenn die Landwirte auf einem hohen Niveau im Bereich des Umwelt-, Natur- und Tierschutzes ihre Produkte mit einem erhöhten Kostenfaktor auf dem Markt anbieten und in der Folge Absatzprobleme haben, gleichzeitig dagegen bei den oft billigeren Importen keiner danach fragt, wie und mit welchen Mitteln sie produziert werden.

Links zum Bundesland Thüringen.

DBV: 120.000 Unterschriften für Notprogramm

Themen: Archiv — info @ 09:12

Berlin (agrar.de) – Die deutschen Landwirte fordern von Bundesministerin Renate Künast endlich eine ‚aktive Politik zur Beendigung der Misere auf dem Rindfleischmarkt‘. Es sei nicht mehr nachzuvollziehen, dass die Bundesregierung bisher den durch die BSE-Krise in erhebliche Not geratenen deutschen Rinderhaltern ein ähnliches Hilfs- und Liquiditätsprogramm verweigert, das EU-Länder wie Frankreich und Irland zur Existenzsicherung aufgelegt haben. Dies betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, bei der Übergabe eines offenen Briefes mit 120.000 Unterschriften an Bundesministerin Renate Künast in Berlin, in dem Bullen- und Rindermäster, Kalbfleischerzeuger und Mutterkuhhalter auf ihre bedrohliche Situation aufmerksam machen. Das monatliche Bruttoeinkommen eines spezialisierten Rinderhalters liegt durch die BSE-Krise nur noch bei 1.130 DM. An einem kostendeckenden Erlös fehlen dem Rinderhalter pro Schlachtrind 350 bis 450 DM.

Hinter jeder Unterschrift der bundesweiten Aktion ständen ganz persönliche Schicksale, Betriebsleiter, Mitarbeiter und Familienangehörige bangten um ihre Zukunft. ‚Die spezialisierten Rindfleischerzeuger sind die eigentlichen Verlierer der BSE-Krise‘, erklärte Sonnleitner. Sie hätten wie der gesamte Berufsstand die Maßnahmen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes wie BSE-Tests, Herausnahme des Risikomaterials und das totale Tiermehlverbot voll mitgetragen. Trotzdem seien die Erzeugererlöse ‚im Keller geblieben‘. Es sei einfach nicht hinnehmbar, so Sonnleitner, dass die Bullenmäster und Kalbfleischerzeuger alle Wünsche der Verbraucher nach entsprechenden Qualitäten erfüllen und jetzt vor dem wirtschaftlichen Aus stehen.

Sonnleitner forderte Ministerin Künast auf, sich endlich mit den Bundesländern auf eine dauerhafte Finanzregelung für ein totales Tiermehlverbot zu verständigen. Auch sei unzumutbar, dass die Rindfleischerzeuger die BSE-Test-Kosten alleine finanzieren müssten. Ministerin Künast müsse alle Möglichkeiten zur direkten Entlastung der Rindfleischerzeuger über Prämienzahlungen, steuerliche Entlastungen oder eine entsprechende Gestaltung der Modulation nutzen. Es sei kontraproduktiv, ausgerechnet in der jetzigen Zeit die Rinderprämie auch noch mit einer 90-Tier-Grenze kürzen zu wollen.

In einer Solidariätsadresse erklärte die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Erika Lenz, dass die Rindfleischerzeuger in Deutschland die BSE-Krise zu Unrecht bezahlen würden. Die Familien fürchteten um ihre Existenz. Die Landfrauenpräsidentin forderte die Ministerin auf, die Rindfleischerzeuger und -mäster ‚in der gegenwärtigen Durststrecke zu unterstützen‘. Sie erwarte, dass Ministern Künast auf nationaler Ebene ein Notprogramm durchsetzen werde. Rinderhaltende Betriebe benötigten endlich wieder eine Perspektive.

Landwirt Heinrich von Bassewitz, Mitglied der Öko-Rindfleischerzeuger aus Biopark, Mecklenburg-Vorpommern, betonte, dass sowohl die ökologisch wie konventionell wirtschaftenden Bauern von der Rindfleischmisere betroffen seien. Der Kälberverkauf sei um 40 Prozent bei männlichen und um 80 Prozent bei den weiblichen Kälbern zurückgegangen. Die Preise seien um 30 Prozent gefallen. Die Preise für Ochsen und Färsen aus der Weidemast, die über 24 Monate alt seien, seien um 20 Prozent gefallen und wurden durch Entsorgungs- und BSE-Kosten zusätzlich belastet werden.

Da Rindfleisch fast nicht mehr verarbeitet werde, muss das Verarbeitungsfleisch (incl. Kuhfleisch) zu Schleuderpreisen verkauft werden, was zusammen mit dem BSE-Test und den Entsorgungskosten dazu führt, dass Fleisch im Laden relativ teuer sei und beim Produzenten unterhalb der Gestehungskosten gekauft wird. Wenn nicht geholfen werde, würden die Rinder von Deutschlands Weiden verschwinden, erklärte von Bassewitz.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Pressestelle, Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, %url6%E-Mail%/%.

Links zum Thema %url3%Markt-Info%/%, Links zum Thema %url4%BSE%/%.

10. Dezember 2001

Zahlen zu BSE in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 16:12

Berlin (agrar.de) – Nach Informationen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) wurden bis zu 3.12.2001 insgesamt 125 BSE-Fälle gezählt. Im Jahr 2000 wurden sieben Fälle bestätigt, 2001 waren es bislang 118.

Davon wurden in Bayern (62) die meisten Fälle diagnostiziert, gefolgt von Niedersachsen (16), Schleswig-Holstein (12) und Baden-Württemberg (11), in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Sachsen wurden je vier Fälle gezählt, drei in Hessen und jeweils zwei in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern , Nordrhein-Westfalen und Thüringen, ein weiterer Fall wurde im Saarland festgestellt.

Von Januar bis Oktober dieses Jahres wurden in Deutschland 2.341.359 Tiere auf BSE untersucht. Darunter befanden sich 2.091.528 gesundgeschlachtete, 229.143 verendete, 6.544 not- bzw. krankgeschlachtete sowie 329 klinisch auffällige Rinder. Außerdem wurden 13.815 Tiere im Rahmen des Ankaufprogramms für über 30 Monate alte Rinder getestet. Von den insgesamt untersuchten Rindern waren 114 positiv und 2.341.245 negativ. Damit liegt die BSE-Rate bei 0,005 Prozent. Unter den gesund geschlachteten Tieren lag die Rate der nachgewiesenen BSE-Erkrankungen bei 0,001 Prozent.

BMVEL-Informationen zu BSE, Links zum Thema BSE.

Hessen: Höhere Prämien für ökologischen Landbau

Themen: Biolandbau,Förderung,Hessen — info @ 14:12

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Ich habe entschieden, ab 2002 die Prämien für Öko-Betriebe deutlich zu erhöhen. Hessen kann und wird seine Spitzenstellung in Deutschland mit einem Anteil von 6,7 Prozent Öko-Landbau an der landwirtschaftlich genutzten Fläche behalten und entsprechend der Nachfrage ausbauen‘, informierte heute der Hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel.

Er wolle, dass die zweifellos vorhandene Nachfrage nach Öko-Produkten vermehrt mit regionalen Erzeugnissen befriedigt werden könne. ‚Ich will aber nicht, dass eine überhitzte Erzeugung an der Nachfrage vorbeigeht und letztlich die Preise in den Keller und die Öko-Betriebe in den Ruin treibt‘, erläuterte Dietzel seine Überlegungen. Ihm gehe es gleichermaßen um die Berücksichtigung der Belange von Verbrauchern und von Landwirten. ‚Mit drastischen Prämienerhöhungen tut man dem ökologischen Landbau keinen Gefallen.‘

Vorbehaltlich der Zustimmung der Europäischen Kommission soll für Neu- und Erstantragsteller des Jahres 2002 folgende Prämienstruktur gelten:

– Acker, Grünland: 190 Euro/ha (bislang: 350 DM/ha)

– Feldgemüse: 350 Euro/ha (bislang: 350 DM/ha)

– Dauerkulturen und Baumschulen: 670 Euro/ha (bislang: 1.200 DM/ha)

– Kontrollkostenzuschuss: 35 Euro/ha, maximal 530 Euro je Betrieb (bislang: 50 DM/ha; max. 500 DM)

Entsprechend der erhöhten Nachfrage im Gemüsebau habe er sich entschlossen, die Prämie für Feldgemüsebau zu verdoppeln, unterstrich Dietzel. Er werde sich jedoch nicht an einem bundesweiten Prämienwettlauf beteiligen, stellte der Landwirtschaftsminister klar. ‚Ich habe mehrfach betont, dass ich eine Erhöhung der Förderprämien prüfen lasse‘, so Dietzel. Bereits im Frühjahr habe er den Öko-Verbänden in einem Gespräch dargelegt, dass er die Nachfrage der hessischen Verbraucherinnen und Verbraucher vermehrt mit Erzeugnissen aus heimischer Produktion decken wolle, ‚Dies schliesst selbstverständlich den Bereich des ökologischen Landbaus mit ein‘, so der Minister abschliessend.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Hessen.

Agrarausschuss des Europäischen Parlaments beschließt Wiederzulassung von Tiermehl

Themen: Archiv — info @ 14:12

Luxembourg/München (agrar.de) – Als ‚verhängnisvollen Irrweg‘ bezeichnete Bayerns Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner einen in der vorigen Woche gefassten Beschluss des Agrarausschusses des Europäischen Parlaments, Tiermehl unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfütterung an Nichtwiederkäuer wieder zulassen zu wollen. Sinner: ‚Infektiöses Tiermehl gilt nach wie vor als Hauptüberträger von BSE. Wer Tiermehl – unter welchen Bedingungen auch immer – wieder als Tierfutter zulässt, schafft ein unkalkulierbares Risiko, dass auch wieder infektiöses Tiermehl in den Futtertrögen landet und weitere BSE-Erkrankungen bei Rindern auslöst. Wer den Verbrauchern – noch dazu angesichts des aktuellen Auftretens von BSE auch in Österreich und Finnland – diese vermeidbare Gefahr zumutet, spielt russisches Roulette mit der Gesundheit unserer Bürger und hat aus der BSE-Krise nichts gelernt.‘

Befremdlich ist laut Sinner die Tatsache, dass die Entscheidung im Ausschuss offenbar ohne jegliche vorherige Diskussion gefallen ist. Sinner: ‚Nach den mir vorliegenden Informationen hat es vor dieser Entscheidung im Gremium keinerlei Aussprache gegeben, obwohl in Europa beileibe keine Einigkeit über eine Wiederzulassung herrscht. Die Bayerische Staatsregierung lehnt sie entschieden ab, ebenso äußern sich Bauernverband und Futtermittelhersteller. Vor allem aber die Verbraucher wollen kein Tiermehl mehr in der Nahrungskette haben!‘

Der Beschluss des Agrarausschusses wird voraussichtlich im Februar im Plenum des Europäischen Parlaments behandelt werden. Sinner appellierte an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, dann eine Wiederzulassung abzulehnen: ‚Ich bitte die Abgeordneten des Europäischen Parlaments dringend, die Interessen der Verbraucher zur obersten Richtschnur ihrer Entscheidungen zu machen und Tiermehl nicht wieder in die Futtertröge zu lassen. Die Anstrengungen zur Bewältigung von BSE dürfen nicht auf diesem Wege wieder zunichte gemacht werden!‘ Bayern hat darüber hinaus im Bundesrat eine Initiative eingebracht, mit der die Bundesregierung nachdrücklich aufgefordert werden soll, sich in Brüssel energisch gegen eine Wiederzulassung einer Verfütterung von Tiermehl an Schweine und Geflügel zu wenden.

Links zum Thema BSE.

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