14. Dezember 2001

Normenkommission legt Positivliste für Einzelfuttermittel vor

Themen: Archiv — info @ 12:12

Liste ab sofort bei der DLG erhältlich

Frankfurt (agrar.de) – Mit der sogenannten Positivliste für Futtermittel, vor kurzem von der Normenkommission des Zentralausschusses der Deutschen Landwirtschaft fertiggestellt, wird die Sicherheit und Transparenz in der Erzeugung von Futtermitteln erhöht. In Zukunft sollen zur Produktion von Futtermitteln und zur direkten Verfütterung nur Rohstoffe Verwendung finden, die nach einer strengen Prüfung in der Liste eingetragen sind. Zur Zeit sind dies rund 330 Futtermittel. Die Initiative zur Erstellung der Positivliste ging von den Mitgliedern des Zentralausschusses aus, dem Deutschen Bauernverband (DBV), dem Deutschen Raiffeisenverband (%url3DRV%/%), dem Verband der Landwirtschaftskammern und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Die Po-sitivliste für Futtermittel kann ab sofort bei der DLG bezogen werden.

Auslöser für die Beratungen in der Normenkommission waren die Belastung von Futtermitteln mit Schadstoffen und das Auftreten von BSE und MKS. Sie haben gezeigt, dass gerade im Bereich der Rohstoffe nicht immer die notwendige Sorgfalt bei Herstellung und Vertrieb von Futtermitteln sichergestellt war. Der Zentralausschuss versteht die Positivliste als wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Futtermittelbereich und damit zur Stärkung des Verbrauchervertrauens. Kriterien für die Aufnahme eines Futtermittels in die Liste sind ein erkennbarer Futterwert, die Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Tier und Mensch, eine erkennbare Bedeutung am Markt sowie die rechtlich zulässige Verwendung.

Die Positivliste soll als geschlossene Liste betrachtet werden und den Status einer Wirtschaftsvereinbarung erhalten. Dies bedeutet, dass dann nur in der Liste enthaltene Futtermittel verfüttert werden dürfen. Die Aufnahme neuer Produkte in die Liste kann auf Antrag und nach entsprechender Prüfung erfolgen.

Der Zentralausschuss wird die Positivliste am 14. Dezember Staatssekretär Alexander Müller im Bundesverbraucherschutzministerium überreichen. Es ist vorgesehen, die Liste in die anstehenden Beratungen auf EU-Ebene einzubringen. Um dafür eine breitere Unterstützung zu erlangen, waren Vertreter Österreichs bei den Beratungen als ständige Gäste beteiligt. Auch ist geplant, auf Expertenebene zu Beginn nächsten Jahres Abstimmungsgespräche mit Vertretern anderer EU-Mitgliedsstaaten, neben Deutschland und Österreich auch die Benelux-Staaten, zu führen.

Interessenten erhalten die Positivliste gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro (29,- DM) bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Eschborner Landstr. 122, 60489 Frankfurt am Main, Tel.: 069/-24788-0, Fax: 069-24788-110 oder E-mail. Informationen zur Positivliste für Futtermittel sind auch im %url1%Internet%/% erhältlich.

Links zum Them %url5%Tierernährung%/%.

Schleswig-Holstein: Zukunft der Fischerei und Aquakultur

Themen: Archiv — info @ 10:12

64 Millionen Mark bis 2006 von der EU

Kiel (agrar.de) – ‚Die Landesregierung wird künftig verstärkt innovative Projekte der Aquakultur fördern und sich dabei auf das Machbare konzentrieren.‘ Das sagte die schleswig-holsteinische Ministerin für ländliche Räume, Landwirtschaft, Landesplanung und Tourismus (MLR) gestern in Kiel aus Anlass der Veröffentlichung neuer Richtlinien des Landes, in denen die künftige Förderung der Kutter- und Küstenfischerei, der Binnenfischerei und Aquakultur sowie der Fischverarbeitung und Vermarktung geregelt wird. Die Europäische Union stellt über das Finanzinstrument zur Ausrichtung der Fischerei (FIAF) für den Zeitraum 2000 bis 2006 Strukturmittel in Höhe rund 24,5 Millionen Euro (fast 48 Millionen Mark) zur Verfügung; Land und Bund steuern weitere 8,2 Millionen Euro (16 Millionen Mark) bei.

Insbesondere die Aquakultur, der angesichts der weltweiten Verknappung der Nutzfischbestände immer mehr Bedeutung zukommen werde, biete ein erhebliches Entwicklungspotential besonders für die Küstenregionen, sagte Franzen. Sie verwies auf das zukunftsweisende Projekt der Büsumer ECOMARES GmbH, in dem im Salzwasser-Kreislaufverfahren seit einem Jahr erfolgreich Steinbutt und Wolfsbarsch aufgezogen werden. Franzen: ‚Dieses Projekt ist einmalig in Deutschland.‘ Mit weiteren interessanten Vorhaben junger Unternehmen im Bereich der Algenproduktion sei bereits begonnen worden.

Daneben ist in der Programmplanung vorgesehen, auch weiterhin die Kutterfischerei und die Fischwirtschaft zu fördern. Die Fischereiministerin: ‚Beide Bereiche sind für Schleswig-Holstein nicht nur von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, werden hier doch fast 4.000 Menschen beschäftigt, und der Umsatz liegt bei etwa 1,2 Milliarden Mark. Sie gehören untrennbar zur Identität unseres Landes zwischen den Meeren.‘

Wer mehr über die Fördermöglichkeiten der Fischerei wissen möchte, kann sich an das zuständige Amt für ländliche Räume, Abt. Fischerei, Sophienblatt 50 a, 24114 Kiel (Tel. 0431-72080-24, Herr Momme).

Richtlinie: %url4%Förderung der Binnenfischerei und Aquakultur%/%, Richtlinie: %url5%Förderung der Kutter- und Küstenfischerei%/%, Links zum Bundesland %url6%/%Schleswig-Holstein%/%.

Niedersachsen: Steigerung des Agraretats um rund 5 Prozent

Themen: Archiv — info @ 09:12

Hannover (agrar.de) – Wir werden unsere Position als ‚Deutschlands Agrarland Nr. 1‘ weiter ausbauen, auch mit Hilfe des Agraretats 2002/2003, dessen Gesamtvolumen um rund fünf Prozent angehoben worden sei, betonte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels vor dem Plenum des Landtages. 2001 habe das Volumen des Agrarhaushaltes 430 Mio. Euro betragen, 2002 werden es 455 Mio. sein und 2003 rund 444 Mio. Euro.

Angesichts nicht gerade üppiger öffentlicher Kassen könnten die Signale kaum deutlicher ausfallen, so Bartels weiter. Zum Beispiel hätten die Fördermittel für die Verbesserung der Strukturentwicklung im ländlichen Raum aus EU-, Bundes- und Landesmitteln erneut ein sehr hohes Niveau. Auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit seien mit der personellen und finanziellen Ausstattung des neuen Landesamtes und seiner Institute Zeichen gesetzt worden, die auch auf diesem Gebiet die Schrittmacherposition Niedersachsens deutlich unterstreichen. Mit der Einrichtung einer Task Force im Rahmen der Tierseuchenvorsorge setze Niedersachsen ebenfalls Maßstäbe für den Bund und die übrigen Länder.

Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt bilde die finanzielle Absicherung für eine Stärkung des ökologischen Landbaus. ‚Noch nie waren die Chancen so gut, eine Ausweitung ökologisch bewirtschafteter Flächen mit angemessener Gewinnerwartung zu erreichen‘, unterstrich Bartels.

Im Etat der Landesforstverwaltung seien die ersten Erfolge der tiefgreifenden Verwaltungsreform erkennbar, wenngleich die Situation auf dem Holzmarkt die erwarteten Einnahmen aus Holzverkäufen noch in Grenzen hielte.

Den privaten Waldbesitzern sagte Bartels zu, dass entgegen anders lautender Hinweise die Zuschüsse zur Entlastung von den Beiträgen für Aufgaben nach dem Wasserverbandsgesetz weiter gewährt würden.

Den von der CDU zum Haushalt eingebrachten Vorschlag, ‚durch Holzeinschläge in Schutzgebieten, wie dem Nationalpark, die Einnahmesituation zu verbessern‘, bezeichnete Bartels als entlarvend. Die CDU offenbare damit ihr gestörtes Verhältnis zum Umwelt- und Naturschutz.

Den Grünen warf Bartels vor, die Zeichen der Zeit nicht zu erkennen. Wer empfehle, zu Lasten von Agrarinvestitionen eine Ausgleichszulage für Grünlandgebiete einzuführen, der schlage genau das Gegenteil von dem vor, was erforderlich sei. ‚Niedersachsens Bauern müssen für die Zukunft fit gemacht werden, z. B. für die Herausforderungen der anstehenden EU-Ost-Erweiterung. Dazu sind investive und nicht konsumtive Fördermaßnahmen erforderlich‘, so Bartels.

Links zum Bundesland Niedersachsen.

13. Dezember 2001

Küstenfischerei rechnet mit stabilen Jahresergebnissen

Themen: Archiv — info @ 16:12

Oldenburg (agrar.de) – Die deutsche Krabbenfischerei hat bis Ende Oktober rund 8.300 t Speisekrabben angelandet und damit die Vorjahresmenge um gut 3.000 t verfehlt. Durch überdurchschnittlich hohe Erzeugerpreise insbesondere im ersten Halbjahr konnte der Erlös mit jeweils 62 Millionen DM behauptet werden. Nach überschlägigen Berechnungen der Landwirtschaftskammer Weser-Ems ist für 2001 ein Gesamtergebnis deutlich unter 10.000 t zu erwarten. Auf die Ertragslage der Betriebe wird sich der geringere Fang jedoch voraussichtlich nicht sehr stark auswirken. Der europäische Krabbenmarkt war im laufenden Jahr durch außergewöhnlich gute Fangmöglichkeiten vor der niederländischen Küste geprägt, so dass die niederländischen Fischer ihren deutschen Kollegen am Jahresende die Spitzenposition in Europa abgenommen haben werden. Die holländischen Erzeugerorganisationen verzeichneten bis Ende Oktober bereits Anlandungen von über 9.500 t. Das bedeutet einen Zuwachs von 32 Prozent und eine Verbesserung der Erlöse um mehr als 60 Prozent.

Die Küstenfischer in Weser-Ems haben bis Ende Oktober 3.500 t Krabben angelandet und damit die geringste Menge seit 1995 aufgefischt. Die Erlöse lagen trotzdem geringfügig über dem Vorjahresniveau. Die Frischfischfischerei der Küstenkutter verzeichnete ein historisches Tief. Bis Ende Oktober konnten nur 52 t Seezungen im Küstenbereich gefangen werden, nachdem im Vorjahr der Fang bereits auf 162 t zurück gegangen war. Anfang der 90er Jahre gab es Spitzenwerte von über 900 t Seezungen für die Küstenkutter. Auch die anderen Arten erbrachten nur Anlandungen von insgesamt 121 t, so dass im Frischfischbereich nur 1,7 Millionen DM für die Küstenfischer zu Buche schlugen.

Die Nachfrage nach Nordseekrabben hat durch die Hochpreisphase im ersten Halbjahr mit Spitzenpreisen von über 18,- DM/kg ungeschälte Krabben nicht nachhaltig gelitten. Europaweit ist das Interesse der Verbraucher an dem unverfälschten Naturprodukt nach wie vor groß. Zur Zeit kosten die ungeschälten Krabben an der Küste 12-13,- DM/kg. Beim Krabbenfleisch liegt der Preis regional unterschiedlich zwischen 6,- und 8,- DM je 100 g, im Binnenland stellenweise noch höher. Bis Weihnachten kann eine leichte Preiserhöhung eintreten. Die Krabben werden für den Verbraucher nach Expertenmeinung zu den Festtagen trotzdem noch deutlich günstiger sein als im Frühsommer.

Während die wirtschaftliche Lage insgesamt für die Küstenfischerei noch auskömmlich ist, bereiten die politischen Rahmenbedingungen zunehmend Sorge. Durch die neue Richtung der Agrarpolitik im Bund ist auch die Fischerei betroffen. Ab 2002 droht der Verlust der Investitionsförderung. Für die einheimischen Familienbetriebe, die noch die Strukturen prägen, wird die Lage insbesondere im Hinblick auf Kutterneubauten immer schwieriger. Bereits jetzt ist zu beobachten, dass niederländische Kapitalgesellschaften wie zuvor schon in der Hochseefischerei nun auch in der Krabbenfischerei deutsche Schiffskapazitäten aufkaufen und die ehemals selbständigen Kapitäne als angestellte Setzfischer beschäftigen.

Links zum Thema Fischerei.

DFG-Kommission nimmt Stellung zur Einführung von GVO-Schwellenwerten

Themen: Archiv — info @ 16:12

Bonn (agrar.de) – Stellungnahme der Senatskommission zur Beurteilung von Stoffen in der Landwirtschaft (SKLW) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG):

In Europa wird derzeit über die Einführung von Schwellenwerten für Einträge transgener DNA aus gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) diskutiert. Die Fragen, die sich bei der Einführung von Schwellenwerten ergeben, wurden anlässlich eines Fachgesprächs der DFG-Senatskommission zur Beurteilung von Stoffen in der Landwirtschaft am 30.-31.8.2001 in Bonn diskutiert. Eine ausführliche Dokumentation über die Inhalte und Ergebnisse des Fachgesprächs ist für Anfang 2002 vorgesehen. Die wichtigsten Ergebnisse des Fachgesprächs sind vorab im Folgenden zusammengefasst.

Die neue EU-Richtlinie 2001/18/EG eröffnet die Möglichkeit, in einem gemeinschaftlichen Verfahren mit den EU-Mitgliedsländern Schwellenwerte für technologisch unvermeidbare und zufällige Beimischungen von Rohstoffen aus gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu beschließen, die in der EU zugelassen sind. Die EU-Kommission plant eine Verordnung, in der Schwellenwerte für Lebens- und Futtermittel sowie für Saatgut festgelegt werden. Für Lebens- und Futtermittel wird ein Schwellenwert von 1 Prozent vorgeschlagen. Für Saatgut sind abgestufte Schwellenwerte von 0 Prozent, 0,3 Prozent, 0,5 Prozent und 0,7 Prozent in der Diskussion. Bei Überschreitung der Schwellenwerte müssen die entsprechenden Produkte gekennzeichnet werden. Eine derartige Kennzeichnung erhöht nach Ansicht der Senatskommission weder die Sicherheit der Nahrungsmittel, noch dient sie der Information des Verbrauchers über mögliche Risiken. Vielmehr wird damit dem Recht des Verbrauchers Rechnung getragen, über die Art und Weise der Herstellung von Lebens- und Futtermitteln informiert zu werden (right to know) und seine freie Wahl treffen zu können (Verbrauchersouveränität). Dieses Recht hat einen hohen Stellenwert. Auf der anderen Seite dürfen Schwellenwerte den verantwortungsbewussten Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft, Lebens- und Futtermittelindustrie nicht be- oder gar verhindern.

Bei dem großflächigen Anbau von GVP auf derzeit mehr als 40 Millionen ha weltweit sind bisher keine Risiken für Mensch, Tier oder Umwelt bekannt geworden, die über die Risiken hinausgehen, die mit der Nutzung herkömmlich gezüchteter Pflanzen verbunden sind. Vor der Freisetzung werden GVP hinsichtlich ihres Risikos intensiv bewertet. Auf den Einzelfall bezogen können strikte Isolationsmaßnahmen festgelegt werden. Ein Austrag von gentechnischen Veränderungen z.B. über Pollen kann erforderlichenfalls völlig unterbunden werden.

Der Schwellenwert von 1 Prozent in Lebens- und Futtermitteln entspricht der Erkenntnis, dass durch einen verstärkten Anbau von GVP eine Anreicherung von GVP-Material innerhalb der Produktionskette (Pflanzenanbau, Ernte, Transport, Lagerung und Verarbeitung) stattfindet und damit niedrigere Schwellenwerte (unter 0,5 Prozent) praktisch nicht eingehalten werden können. Auch ergeben sich erhebliche technische Probleme beim Nachweis von sehr geringen Beimischungen von gentechnisch veränderten Rohstoffen in Lebensmitteln.

Sehr niedrige Schwellenwerte hätten erhebliche Konsequenzen, nicht nur für die ökologische Sicherheitsforschung, sondern darüber hinaus für die gesamte molekularbiologische Forschung an Pflanzen, insbesondere für die Genomforschung. Sie würden dazu führen, dass kaum noch landwirtschaftlich genutzte Flächen für die Freisetzung von GVP zur Verfügung stünden. Ein Schwellenwert von 0 Prozent (Nulltoleranz) würde die Arbeit mit GVP im Freiland zum Erliegen bringen, mit gravierenden Konsequenzen für die Forschung an Nutzpflanzen in Europa.

Bei der Festlegung von Schwellenwerten von GVP-Beimischungen in Saatgut muss berücksichtigt werden, dass die Produktion unter naturnahen Bedingungen im Freiland stattfindet. Dabei kann es je nach Pflanzenart zu Fremdeinstäubungen und zum Durchwuchs von Pflanzen der gleichen Art kommen. Beides ist unvermeidbar und führt in jedem Fall zu einem gewissen Fremdbesatz von GVP-Samen in konventionell erzeugten Sorten. Schwellenwerte unter 1 Prozent hätten starke Auswirkungen auf die Saatgutproduktion. Es sollte daher darüber nachgedacht werden, ob höhere Schwellenwerte tatsächlich dem Recht des Verbrauchers, über die Herstellung von Nahrungsmitteln informiert zu werden, entgegenstehen.

Der Aufwand zur Überwachung von Schwellenwerten ist erheblich. Er steigt überproportional an, je niedriger die Schwellenwerte festgesetzt werden. Damit erklärt sich auch die Fehlerquote bei der Bestimmung des GVP-Anteils. Aus Sicht der Senatskommission besteht erheblicher Forschungsbedarf, bisherige Nachweisverfahren weiter zu entwickeln und insbesondere microarray-Techniken zum gleichzeitigen Nachweis verschiedener GVP für den Routineeinsatz zu entwickeln. Schwellenwerte für GVP-Einträge in Lebens- und Futtermitteln sowie Saatgut sind mit den bisherigen Grenzwerten für Schadstoffe nicht vergleichbar. Diese Grenzwerte werden für Stoffe festgesetzt, die eine messbare biologische Reaktion zur Folge haben (z.B. LD50-Rate). Die Aufnahme von DNA aus GVP-Einträgen, wie im gleichen Maße auch DNA aus konventionellen Pflanzen, bewirkt aber bei Mensch und Tier keine biologische Reaktion. Damit besteht aus toxikologischer Sicht keine Notwendigkeit für Grenzwerte. Der substantielle Unterschied zwischen Gentechnik-Schwellenwerten sowie herkömmlichen Grenzwerten muss in der Gesetzgebung deutlich gemacht werden.

Die vorgesehenen EU-Regelungen zu Schwellenwerten können nur eine Teillösung sein. Sie lassen die weltweiten Handelswege für Saatgut und Erntegut (Lebens- und Futtermittel) außer Betracht. Mit dem ‚%url6%Cartagena-Protocol on Biosafety to the Convention on Biological Biodiversity%/%‘ wurden völkerrechtlich verbindliche Mindestanforderungen an die Sicherheitsüberprüfung und Zulassung von GVO geschaffen. Darin wird einerseits eine gegenseitige Anerkennung der Zulassung gefordert, andererseits sind keine Schwellenwerte vorgesehen, unterhalb derer ein Verkehr von Saat- und Erntegut mit geringen GVO-Einträgen toleriert wird. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Grund, niedrigere Schwellenwerte oder gar eine Nulltoleranz für Einträge von gentechnischen Veränderungen aus GVP vorzusehen, die in Staaten außerhalb der EU nach gleichwertigen Kriterien geprüft und zugelassen sind, in der EU jedoch (noch) nicht zugelassen wurden.

Zusammenfassend stellt die Senatskommission fest,

– dass Schwellenwerte für GVP-Einträge keine wissenschaftliche Grundlage haben, ihre Einführung aber aus Sicht der Verbrauchersouveränität und aus Gründen der Rechtssicherheit erforderlich ist,

– dass Schwellenwerte nicht die Sicherheit für den Verbraucher erhöhen, aber seiner Information dienen,

– dass sehr niedrige Schwellenwerte gravierende negative Auswirkungen auf die Forschung sowie die weitere Entwicklung von GVP haben und

– dass Schwellenwerte einen hohen Aufwand zum Nachweis von GVP-Einträgen erfordern, der mit den bisherigen behördlichen Überwachungskapazitäten nicht zu bewältigen ist.

Daraus leitet die Senatskommission folgende Empfehlungen ab:

– Bei der Festsetzung der Höhe der Schwellenwerte sollte mit größter Sensibilität vorgegangen werden, um einerseits dem Recht des Verbrauchers nach vollständiger Information über die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln nachzukommen und andererseits die verantwortungsvolle Weiterentwicklung und Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft sowie in der Lebens- und Futtermittelindustrie nicht zu verhindern.

– Es sollte ein einheitlicher Schwellenwert nicht unter 1 Prozent für Saatgut festgelegt werden.

– Die Sicherheitsbewertung des Eintrages von gentechnischen Veränderungen bei Freisetzungen von GVP in benachbarte Pflanzenbestände sollte wie bisher auf die einzelne Freisetzung bezogen werden.

– Die Senatskommission sieht einen hohen Forschungsbedarf bei der Entwicklung von Nachweistechniken für sehr geringe GVP-Einträge. Die Entwicklung von microarray-basierenden Verfahren sollte verstärkt gefördert werden. Schwellenwerte für transplastome GVP wären zur Zeit überhaupt nicht einzuhalten, weil ein exakter Nachweis wegen der hohen Kopienzahl pro Zelle unmöglich ist.

– Weiterhin wird hoher Forschungsbedarf bei der Entwicklung von Verfahren zur Probenahme gesehen. Dies gilt nicht nur für die Probenahme von Saatgutpartien, sondern auch für Lebens- und Futtermittel.

Wissenschaftlich begründete Handlungsanweisungen zur Vermeidung von GVP-Einträgen sind dringend erforderlich, um die vorgeschlagenen Schwellenwerte auch bei einem zukünftig verstärkten Anbau von GVP sicher einhalten zu können.

Links zum Thema %url3%Biotechnologie%/% und %url4%Novel Food%/%, Links zum Thema %url7%Forschung%/%.

NRW: Broschüre zum Programm „Ländlicher Raum“ erschienen

Themen: Archiv — info @ 15:12

Düsseldorf (agrar.de) – Die kostenlose und rund 90 Seiten starke Broschüre ‚Das NRW-Programm Ländlicher Raum‘ des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) bietet einen raschen Überblick über die wichtigsten Fördermaßnahmen für den ländlichen Raum, für die Land- und Forstwirtschaft, die Agrarumweltförderung und den Vertragsnaturschutz.

Dieses Programm ist das Kernelement der nordrhein-westfälischen Agrarpolitik und wesentlicher Baustein der Forstpolitik. Es läuft über sieben Jahre bis Ende 2006, wird von der EU und vom Bund mitfinanziert und ist mit insgesamt knapp zwei Milliarden DM dotiert. Gefördert werden können Land- und Forstwirte, deren Zusammenschlüsse, be- und verarbeitende Unternehmen, Kommunen, Privatpersonen und zahlreiche andere Institutionen und Organisationen.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Mit dem NRW-Programm ’Ländlicher Raum’ setzen wir unseren Weg zur Neuausrichtung der Agrarpolitik konsequent fort. Land- und Forstwirtschaft und der ländliche Raum insgesamt erhalten verlässliche Entwicklungsperspektiven. Wir fördern qualitativ hochwertige, umweltfreundlich und tierschutzgerecht hergestellte Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe und honorieren freiwillige ökologische Leistungen wie Extensivierung und Vertragsnaturschutz.‘

Die bebilderte Broschüre kann bezogen werden beim Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, 40190 Düsseldorf. Interessenten können sie auch per Fax (0211 4566-388) oder über die Internetseiten des Ministeriums bestellen. Sie liegt ebenfalls in den Landwirtschaftskammern, Forstämtern, den Ämtern für Agrarordnung und dem Landesamt für Ernährungswirtschaft und Jagd aus.

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland %url3%Nordrhein-Westfalen%/%.

Niemeyer: Berliner Agrarpolitik gefährdet Arbeitsplätze

Themen: Archiv — info @ 15:12

Hannover (agrar.de) – Die Berliner Agrarpolitik gefährdet nach Auffassung von Landvolkpräsident Wilhelm Niemeyer Tausende von Arbeitsplätzen in der Land- und Ernährungswirtschaft. ‚Allein in Niedersachsen stehen 40.000 bis 50.000 Arbeitsplätze zur Disposition, wenn die Agrarpolitik weiter so betrieben wird‘, sagte Niemeyer auf der Mitgliederversammlung des Landvolkverbandes in Hannover.

Die meisten Arbeitsplatzverluste werde es vermutlich durch die Legehennenhaltungsverordnung geben. Hier sei nach einer Studie allein in Niedersachsen mit dem Verlust von 20.000 Arbeitsplätzen zu rechnen. Aber auch das sog. Artikelgesetz zur Umsetzung von EU-Umweltrichtlinien führe hierzulande zu deutlich höheren Verschärfungen und werde zu einem Abbau der Tierbestande führen. Kritisch bewertete Niemeyer auch die von der Bundesregierung beschlossene Naturschutznovelle. Der bewährte Vertragsnaturschutz habe dabei dem Zwangsnaturschutz Platz machen müssen und Konfrontation statt Kooperation mit den Bewirtschaftern und Grundstückseigentümern sei wahrscheinlich die Folge. Niemeyer appellierte an die agrarpolitisch Verantwortlichen in den Parteien, bei den politischen Entscheidungen wieder mehr die markt- und betriebswirtschaftlichen Grundsätze in den Vordergrund zu stellen. ‚Wir wollen eine moderne, innovative, nachhaltige und verantwortungsbewusste Landwirtschaft betreiben‘, sagte der Landvolkpräsident.

Scharf kritisierte Niemeyer Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast. Ihre Äußerung, die Landwirtschaft ‚mit Karacho gegen die Wand fahren zu lassen‘, wenn diese nicht ihren Vorstellungen folgen würde, erinnere mehr an Aschermittwochsreden in Sonthofen. Dies sei ein Zeichen von Verantwortungslosigkeit und Symbolik unter dem Aspekt, auf Kosten der Landwirtschaft Wählerstimmen zu rekrutieren. ‚Wir sollen herhalten, dass Profil der Grünen zu schärfen‘.

Lobend äußerte sich Niemeyer über EU-Agrarkommissar Fischler. Sowohl bei den Verhandlungen der Welthandelsrunde (WTO) als auch bei der Osterweiterung habe sich Fischler als verlässlicher Verbündeter der Landwirtschaft erwiesen. Seine Weichenstellungen mit den Beschlüssen zur Agenda 2000 seien als weitsichtig zu betrachten, dies habe der Landvolkverband schon vor zwei Jahren getan. Die Halbzeitbewertung der Agenda 2000 im Juni kommenden Jahres würde wahrscheinlich nur zu Korrekturen bei Roggen und Rindfleisch führen. Alle anderen Beschlüsse sollten ihre Gültigkeit bis Ende 2006 behalten. ‚Bis dahin ist für unsere Landwirte realistischer Optimismus durchaus berechtigt, sowohl bei WTO als auch bei den anstehenden Osterweiterungen‘, sagte der Landvolkpräsident.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Kompetenzzentrum fordert Verzahnung im Agribusiness

Themen: Archiv — info @ 13:12

Positionspapier plädiert für konsequentes Qualitätsmanagement auf allen Stufen

Vechta (agrar.de) – Für eine enge Verzahnung von qualitativen und quantitativen Ansprüchen in der Ag-rarproduktion und im gesamten Agribusiness hat sich jetzt das Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft in Vechta in einem Positionspapier zur nachhaltigen Nutztierhaltung in Weser-Ems ausgesprochen. Das Kompetenzzentrum ist nach Angaben des niedersächsischen Landvolkverbandes 1999 an der Hochschule Vechta als lokal konzentrierter, überregional agierender Kooperationsverbund mit dem Ziel gegründet worden, ein dezentrales Netz der Ernährungswirtschaft aufzubauen. Damit sollen Informationen über neue Entwicklungen transparent und verfügbar gemacht und Kooperationen zwischen den Firmen und zur Wirtschafts- und Wissenschaftseinrichtungen initiiert werden. Dies soll dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit der Unternehmen aus der Ernährungswirtschaft in Weser-Ems zu steigern und die Region als Standort der Ernährungswirtschaft zu profilieren. Daran beteiligt sind das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik, Quakenbrück, das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten, die Landwirtschaftskammer Weser-Ems in Oldenburg und die Wirtschaftsförderer der Landkreise und kreisfreien Städte im Weser-Ems-Gebiet.

In dem Papier stellt das Kompetenzzentrum aus sozioökonomischer Sicht die zentrale Bedeutung des Erhalts einer wettbewerbsfähigen Land- und Veredelungswirtschaft vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Wirtschaftsweise heraus. Die beteiligten Wissenschaftler fordern produktionstechnische Innovationen, um ein ausgewogenes Verhältnis von multifunktionalen Raumnutzungsansprüchen und regionaler Veredelungsdichte sicher zu stellen. Damit Tiergesundheit und Tiergerechtheit der Haltungssysteme mit Lebensmittelsicherheit, Schutz vor Tierseuchen, Umweltschutz und Lebensmittelqualität in Einklang gebracht werden können, seien geschlossene, vertikal koordinierte Produktionssysteme mit Zulieferer-Abnehmer-Beziehungen herauszubilden, die auf definierten Standards der Prozess- und Produktqualität basierten.

Ausdrücklich sprechen sich die Wissenschaftler für ein konsequentes Qualitätsmanagement in allen Stufen der Wertschöpfungskette für Lebensmittel aus. Um ein hohes Maß an Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, sei die Rückverfolgbarkeit und Dokumentation in allen Produktionsstufen umzusetzen. Schließlich müssten moderne Produktionstechniken eingesetzt werden, um Qualität und Sicherheit der Lebensmittel in Bezug auf die Erhaltung ernährungsphysiologisch wichtiger Inhaltsstoffe zu sichern. Politischen Forderungen nach einer Ausweitung des Anteils ökologischer Produktionsverfahren hält das Positionspapier entgegen, dass die Region Weser-Ems im Wesentlichen für den nationalen und internationalen Markt produziert; regional erzeugte Produkte könnten deshalb nur in begrenztem Umfang auf regionalen Märkten abgesetzt werden. Dennoch müssten die Vermarktungsstrukturen den Anforderungen an eine nachhaltige Landwirtschaft in höchstmöglichem Maße genügen. Die Forschung müsse Qualitäts-, Sozial- und Umweltstandards formulieren, die den Rahmen für eine Produktion in effizienten Wertschöpfungsketten und für Verbraucher orientierte Marketingstrategien setzten.

Informationen zum Agrar-Öko-Audit (EMAS II), Links zum Thema Lebensmittelqualität und -kontrolle.

Saarland: Deutlich weniger Nitrat im Grundwasser als in den 70er Jahren

Themen: Archiv,Saarland — info @ 13:12

Landesamt für Umweltschutz legt umfangreiche Studie vor

Saarbrücken (agrar.de) – Die Belastungen des Grundwassers mit Nitrat haben im Saarland im Zeitraum von 1980 bis 2000 im Schnitt nicht mehr zugenommen. Damit konnte der starke Anstieg von Nitrat im Grundwasser, der in den 70er Jahren zu beobachten war, gestoppt werden. Dies ist die wichtigste Aussage eines umfangreichen Berichts zur Entwicklung der Nitratbelastung im Grundwasser des Saarlandes, den das Landesamt für Umweltschutz jetzt vorgelegt hat. Umwelt-Staatssekretär Rainer Grün und die Leiterin des Landesamtes für Umweltschutz (LfU), Helga May-Didion, stellten den Bericht heute im Rahmen einer Fachveranstaltung vor.

Der Bericht wertet die Entwicklung des Nitratgehaltes im Grundwasser für den Zeitraum von 1980 bis 2000 aus und stellt sie für den Bereich der Landesfläche des Saarlandes dar. Ziel der Untersuchung war es, den Einfluss verschiedener Faktoren (Geologie des Umfelds, landwirtschaftliche Nutzung) auf die Grundwasserkonzentration und den Entwicklungstrend des Nitrats näher zu beleuchten.

Der beträchtliche Nitratanstieg der 70er Jahre ist für den Beobachtungszeitraum in der damals beobachteten Größenordnung nicht mehr nachzuweisen. Die durchschnittlichen Nitratkonzentrationen haben sich vielmehr stabilisiert und liegen heute auf dem Niveau der frühen 80er Jahre.

Über das Messnetz des Landesamtes für Umweltschutz gemittelt ergibt sich eine durchschnittliche Nitratkonzentration von ca. 14 Milligramm Nitrat pro Liter. ‚Im Saarland stellt sich damit die Grundwassersituation insgesamt günstiger dar als in Ländern mit intensiver Landwirtschaft‘, so Staatssekretär Grün. ‚Der Bericht zeigt daher auch, dass wir mit unserem Programm ,Saarländische Agrarumweltmaßnahmen (SAUM)‘ auf dem richtigen Weg sind.‘ Aus SAUM werden Maßnahmen wie extensive Grünlandbewirtschaftung oder ökologischer Landbau gefördert, die über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft hinaus gehen.

Bezogen auf das Messnetz lässt sich ein einheitlicher Trend der Nitratkonzentrationen für das Saarland im Zeitraum von 1980 – 2000 nicht nachweisen. Vergleicht man die individuellen Trends der einzelnen Messstellen, so sind diese in etwa normal verteilt, das heißt, Zu- und Abnahme der Nitratgehalte bewegen sich im Rahmen der Messgenauigkeit in der gleichen Größenordnung.

Betrachtet man die geologischen Formationen des Untergrunds an den einzelnen Messstellen, so ergibt sich erwartungsgemäß eine deutliche Abhängigkeit des Nitratgehalts im Grundwasser von der Geologie des Einzugsbereichs. Im Buntsandstein, dem wichtigsten für die Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasserleiter des Saarlandes (im Bereich des St. Ingbert-Kirkeler Waldgebietes sowie Homburg) finden sich neben dem Quartär (‚Bereiche der Flussauen‘) auch die höchsten durchschnittlichen Nitratgehalte (ca. 19 mg/l). Demgegenüber sind die Gehalte im (nicht zur Trinkwassergewinnung geeigneten) Karbon (ca. 16 mg/l) und im Muschelkalk (ca. 5 mg/l) signifikant niedriger.

Ein Schwerpunkt der Untersuchung bestand darin, den Einfluss der landwirtschaftlichen Nutzung auf den Nitratgehalt des Grundwassers zu überprüfen. Der durchschnittliche Nitratgehalt im Einflussbereich von landwirtschaftlich genutzten Flächen ist gegenüber nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen deutlich erhöht (ca. 23 mg/l gegenüber 19 mg/l). Bezogen auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen fand innerhalb des Berichtszeitraums mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiterer Anstieg statt. Die mittlere Zunahme lag mit einer Größenordnung von ca. 0,1 mg Nitrat/l bezogen auf ein Jahr allerdings auf niedrigem Niveau.

Nach Art der landwirtschaftlichen Nutzung und der geologischen Formation des Untergrunds sind erhebliche Unterschiede im Nitratgehalt des Grundwassers zu beobachten.

So beträgt der mittlere Nitratgehalt im Grundwasser unter Ackerflächen im Buntsandstein etwas mehr als 29 mg/l, hingegen unter Gründlandnutzung nur knapp 18 mg/l. Unter Flächen im Einzugsbereich der Messstellen mit Acker-Grünland-Mischnutzung findet man eine mittlere Konzentration von 23 mg Nitrat/l. Bei einer forstwirtschaftlichen Nutzung liegen die Konzentrationen dagegen nur in einer Größenordnung von 12 mg/l. Im Karbon lässt sich eine derartige Korrelation zwischen landwirtschaftlicher Nutzung als Acker- bzw. Grünland nicht nachweisen. Die Grundwasserkonzentrationen liegen in der Größenordnung von 20 mg Nitrat/l. Im Unterschied dazu reduziert sich unter forstwirtschaftlich genutzten Flächen der Nitratgehalt im Karbon auf ca. 3 mg/l.

Mit der Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung im Einzugsbereich der Messstellen steigt der Nitratgehalt des Grundwassers erwartungsgemäß an. So liegen die Nitratkonzentrationen bei intensiver landwirtschaftlicher Nutzung in der Größenordnung von 36 mg/l. Unter mit geringer Intensität landwirtschaftlich genutzten Flächen findet man dagegen beträchtlich niedrigere Konzentrationen (ca. 12 mg/l).

Zu Beginn der siebziger Jahre wurde sichtbar, dass anthropogene Eingriffe in zunehmendem Maße in naturnahen und natürlichen Systemen gravierende Veränderungen hervorrufen können. Die natürliche Regenerationsfähigkeit der Systeme Boden, Luft und Wasser kann durch intensive Nutzung überfordert werden, so dass lang anhaltende und irreversible Schädigungen auftreten. In Bezug auf die Versorgung mit Trinkwasser wurde damals Nitrat als besonders problematisch erkannt, weil in sehr kurzer Zeit ein teilweise dramatischer Anstieg im Grundwasser (im Extremfall bis zu 8 mg Nitrat/l und mehr innerhalb eines Jahres) beobachtet wurde.

Das Saarland ist in der glücklichen Situation, dass der gesamte Trinkwasserbedarf der knapp 1,1 Millionen Saarländerinnen und Saarländer aus Grundwasser, also Brunnen und Quellen, gedeckt werden kann. Eine aufwändige Aufarbeitung von weniger hochwertigem Rohwasser aus Gewässern, wie etwa entlang des Rheins, ist also in der Regel nicht erforderlich.

Dies unterstreicht die Bedeutung, die der Vorsorge zukommt, den nachhaltigen Nutzen dieser Ressource zu sichern. Die Trinkwasserverordnung sieht einen Grenzwert von 50 mg Nitrat/l vor. Das Landesamt für Umweltschutz hat ein Grundwassergütemessnetzes eingerichtet, da u. a. die Nitratkonzentrationen im Grundwasser untersucht.

Links zum Thema Wasser, Links zum Bundesland Saarland.

Großhandelspreise um 1,9 Prozent niedriger im November 2001

Themen: Archiv — info @ 12:12

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sinken die Großhandelspreise weiter. Im November 2001 lag der Index der Großhandelsverkaufspreise um 1,9 Prozent unter dem Stand des Vorjahresmonats. Das ist der stärkste jährliche Preisrückgang seit Mai 1999 (– 2,1 Prozent). Im Oktober 2001 und im September 2001 hatte die Jahresveränderungsrate – 1,1 Prozent bzw. – 0,2 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse lag im November 2001 um 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Gegenüber Oktober 2001 fielen die Großhandelsverkaufspreise um 1,0 Prozent. Zuletzt sind im Juli 1992 (– 1,2 Prozent) die Preise gegenüber dem Vormonat so stark gefallen. Ohne Mineralölerzeugnisse lag der Index der Großhandelsverkaufspreise um 0,6 Prozent unter dem Stand von Oktober 2001. Binnen Monatsfrist verbilligten sich vor allem Tomaten (– 24,8 Prozent), Zitrusfrüchte (– 17,6 Prozent), Schweinefleisch (– 12,5 Prozent), lebende Schweine (– 9,2 Prozent), Äpfel (– 7,8 Prozent) und leichtes Heizöl (– 6,6 Prozent). Dagegen wurden Fische und Fischerzeugnisse (+ 12,7 Prozent) teurer.

Starke Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im November 2001 u.a. bei folgenden Gütern: Tomaten (– 28,5 Prozent), lebende Rinder (– 27,2 Prozent), , Rohkaffee (– 15,9 Prozent), Mineralölerzeugnisse (– 13,3 Prozent), darunter insbesondere leichtes Heizöl (– 27,6 Prozent) und Dieselkraftstoff (– 14,4 Prozent), Zitrusfrüchte (– 8,7 Prozent), Rindfleisch (– 8,5 Prozent), Getreide (– 8,1 Prozent) und Schweinefleisch (– 6,9 Prozent). Dagegen waren u.a. Kartoffeln (+ 49,7 Prozent), Geflügelfleisch (+ 26,9 Prozent), Fische und Fischerzeugnisse (+ 21,2 Prozent), Äpfel (+ 17,2 Prozent), verarbeitetes Fleisch (+ 11,2 Prozent) und Futtermittel (+ 10,3 Prozent) teurer als vor einem Jahr.

Links zum Thema Markt-Info.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 >>



   (c)1997-2017 @grar.de