19. Dezember 2001

Gegendarstellung zum „Erfahrungsbericht“ von J. Donhauser

Themen: Archiv — info @ 12:12

Berechtigte Ohrfeige für den Ökolandbau oder Einzelfall mit Hintergrund?

Hohenkammer/Rheine (agrar.de) – Zu unserer Meldung vom 21.11.2001 (Erfahrungsbericht: Aus Tierschutzgründen nicht mehr Ökobauer) erreichte uns folgende Gegendarstellung:

‚Herr Donhauser hat in seinem ‚Erfahrungsbericht‘ – wie schon in zahlreichen Leserbriefen an Fachzeitschriften – einmal mehr zu einem Rundumschlag gegen die Schweineerzeugung nach den Kriterien des ökologischen Landbaus ausgeholt.

Vorneweg: Natürlich sind auch im ökologischen Landbau weder Euphorie noch Blauäugigkeit gefragt, sondern realistische Abwägung von Chancen und Risiken. Um die Kritik von Herrn Donhauser einordnen zu können, müsste, was an dieser Stelle nicht möglich ist, seine ganze, umfangreiche Vorgeschichte dargestellt werden. Wenn Herr Donhauser schreibt, er habe sich vor allem aus Tierschutzgründen von der ökologischen Schweinehaltung verabschiedet stellt dies die Tatsachen auf den Kopf. Wegen schwerer Richtlinienverstöße wurde ihm nach lediglich zweijährigen Gehversuchen im ökologischen Landbau schon im Juni 1999 ein Öko-Vermarktungsverbot erteilt:

– In verschiedenen Rationen waren unerlaubte Futtermittelbestandteile nachgewiesen worden.

– Lagerbestände wurden bei der Betriebskontrolle verheimlicht.

– Auch nach der Vermarktungsperre wurden mehreren Mästern Ferkel ohne gültiges Zertifikat als Bio-Ferkel angeboten.

Der Öko-Erzeugervertrag des Betriebs wurde gekündigt und dieser mit hoher Geldstrafe belegt.

Zu den fachlichen Darstellungen:

Zweifellos stellen die Vorgaben der ökologischen Tierhaltung hohe Anforderungen an Haltungssystem und Managementfähigkeiten der Betriebsleiter. Wie in allen anderen Spezialisierungsrichtungen gibt es Betriebe, die innerhalb ihrer Rahmenbedingungen erfolgreich und solche, die weniger erfolgreich wirtschaften.

1. Ist eine Verpilzung von Öko-Getreide (und Stroh) unvermeidbar?

Abgesehen von der besonderen Sorgfaltspflicht eines Öko-Betriebsleiters wird auch jeder verantwortungsbewusste Ferkelerzeuger auf die Qualität seiner eingesetzten Futtermittel und Einstreumaterialien im Bewusstsein möglicher Folgen besonderen Wert legen. Die beschriebenen Symptome sind im wesentlichen den Pilzgiften Ergotamin/Ergocryptin (abgestorbene Ohren oder Schwänze, Milchmangel),Trichothecene (Milcharmut, Infektabwehr) und Ochratoxin A (Störungen der Infektabwehr) zuzuordnen. Im Lager wird von den genannten Toxinen lediglich das Ochratoxin A (durch Schimmelpilze aus der Aspergillus-Gruppe) gebildet.

Untersuchungsergebnisse ergaben unabhängig von der Wirtschaftsweise eine Belastung von mehr als 10 Prozent der Getreidepartien. Lagerproblemen wird, unabhängig von der Wirschaftsweise durch sorgfältige Vorreinigung und Nachtrocknung vorgebeugt. Als häufigste Ursache einer Lagerverpilzung wird nach zu feuchter Einlagerung die Bildung von Kondenswasser im Silo genannt (Stein, 1994). Falls die geschilderten Probleme mit Pilztoxinen allgemein vorhanden wären, müssten auch andere Öko-Ferkelerzeuger laufend damit zu tun haben, dies ist nachweislich nicht der Fall und durch Untersuchungsergebnisse abgesichert.

Ergotamin/Ergocryptin sind die Auslöser einer Mutterkornvergiftung! Der Befall mit Mutterkorn hängt nach einer Langzeituntersuchung in Bayern von der eingesetzten Getreideart, dem Erntejahr und dem betroffenen Wirtschaftsgebiet ab (Richter,1998). Mutterkornbefall ist damit ebenfalls unabhängig von der Wirtschaftsweise. Trichothecene (z.B. DON, NIV) sind Fusarientoxine, d.h. sie befallen das Getreide schon auf dem Feld, wenn die entsprechenden Lebensbedingungen vorhanden sind. In Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (LBP) wurden als wichtigste Kriterien für den Befall mit Fusarium ermittelt: Vorfrucht Mais, Minimalbodenbearbeitung und bestimmte Pflanzenschutzmittel (Obst u.a., 1999). Alle drei Faktoren besitzen im ökologischen Landbau kaum oder keine Bedeutung. Die Ergebnisse mehrjähriger Untersuchungen aus verschiedenen Bundesländern sind eindeutig: Bei Öko-Getreide besteht gegenüber Vergleichsproben eine deutlich geringere Belastung mit Fusariumtoxinen!

Im übrigen muss nachgefragt werden dürfen, ob bei sichtbarem Pilzmycel in den Stroh-Großpacken von einer sorgfältigen Nachtrocknung, Bergung und Lagerung gesprochen werden darf.

2. Sind Öko-Mastschweine systembedingt stärker verwurmt?

Grundsätzlich gilt natürlich: Bei eingestreuten Haltungssystemen ist die Gefahr eines persistierenden Spulwurmgeschehens stärker ausgeprägt. Die Organbefunde an Schlachtschweinen zeigen nach Auskunft des Schweinegesundheitsdienstes vor allem aber regionale Unterschiede. So wurden bestimmten Regionen über alle Haltungssysteme bei über 60 Prozent der Lebern ein erhöhter Befall (‚Milkspotting‘) festgestellt. In allen Betriebsweisen sind einzelner Schlachtchargen mit über 80 Prozent belastet. Bei konsequenter Förderung von Hygieneprogrammen durch die Schlachthöfe können die Probleme auf einen Befall bis max. 15 Prozent reduziert werden. In 1999 erbrachte eine umfangreiche Kotprobenuntersuchung von Ökobetrieben in Zusammenarbeit mit dem TGD Grub im Rahmen einer Ersterhebung eine Befallsrate von lediglich 14,6 Prozent.

3. Öko-Schweinemarkt: Fakten statt Sensationen!

Dass ungeregelte Märkte mit Schwankungen rechnen müssen, ist nichts Neues und trifft für alle Produktbereiche zu. Gerade den Schweineerzeugern ist dies nur allzu geläufig. Richtig ist, dass auch der Ökoschweinemarkt im Jahr 1999 von der allgemeinen Absatz- und Preismisere im Schweinebereich beeinflusst wurde. Durch den damals allgemeinen Verfall der Schweinepreise klaffte der Preisabstand zwischen herkömmlichen und Ökoschweinen soweit auseinander, daß auch die Zahl der vermarkteten Öko-Tiere deutlich zurückging. So wie auch der konventionelle Schweinemarkt sich zuletzt gut entwickelte, hat sich der Markt für Öko-Schweinefleisch seither nicht nur erholt, sondern in den letzten beiden Jahren eine kleine Ralley erlebt. Wegen der guten Marktentwicklung gibt es seit mehr als zwei Jahren eine deutliche Knappheit an Öko-Ferkeln und -Schlachtschweinen. Bei Auslastung der Erzeugungskapazitäten werden die angedienten Öko-Schlachtschweine nachhaltig mit gutem Erfolg vermarktet. Bei Ferkelpreisen von durchschnittlich 165 DM für ein 28 kg Ferkel, und Öko-Futtergetreidepreisen von 47 – 50 DM liegen die Deckungsbeiträge bei über 70 DM je Mastschwein. Ökoschweine werden gesucht. Erzeugergemeinschaften wie die Marktgesellschaft der Naturland Betriebe Süd-Ost mbH, Hohenkammer bieten süddeutschen Ökolandwirten langfristige Abnahmeverträge für Ökoferkel siehe auch top agrar 07/2001) und gute Absatzperspektiven für Ökomastschweine.

Wer sich selbst über Ökoschweineerzeugung und deren praktische Umsetzung eine Meinung bilden möchte kann gerne ein Infopaket anfordern bzw. sich bei folgenden Öko-Schweinemastberatern informieren.

In Süddeutschland bei: Herrn Ewald Pieringer, Tel.: 08161/21-167, Fax -145 und Herrn Jürgen Herrle, Tel.: 0831/52060-86 Fax -93. In Nord und Westdeutschland bei Frau Anette Alpers Tel.: 02527/9302-32, Fax -20. Gerne werden auch Kontakte zu erfahrenen Ökoerzeugern vermittelt.‘

Jens Binder, Erzeugerring für naturgemäßen Landbau, Eichethof, 85411 Hohenkammer

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Bayern will Naturschutzgesetz-Novelle in den Vermittlungsausschuss verweisen

Themen: Archiv — info @ 12:12

München (agrar.de) – Bayern wird morgen im Bundesrat den Vermittlungsausschuss zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes anrufen, erklärte Umweltminister Schnappauf. Nur auf diesem Weg könnten noch Verbesserungen bei der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes erreicht werden. Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag musste mit 74 Änderungsvorschlägen aus den Reihen von Rot-Grün nachgebessert werden. Nachdem jetzt auch das Land Niedersachsen Verbesserungsbedarf festgestellt habe, bestünden gute Chancen, noch Schwachstellen des Gesetzentwurfs auszuräumen. Um die Novelle für die Länder tragbar zu machen, müsste sie besonders in drei zentralen ‚Knackpunkten‘ entschärft werden:

– Die Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und der Landwirtschaft werde durch den vorliegenden Gesetzentwurf von Trittin unzumutbar belastet. Der Grundsatz der Freiwilligkeit und der kooperative Ansatz müsse auch im neuen Naturschutzgesetz gestärkt werden. Vor allem die umstrittene Landwirtschaftsklausel müsse vom Tisch.

– Die ‚Verbürokratisierung‘ des Naturschutzes müsse gestoppt werden.

– Als totale Verfehlung sei auch die Forderung nach einer flächendeckenden Landschaftsplanung zu bezeichnen. Sie habe keine fachliche Begründung und belaste die Kommunen über Gebühr.

Bundesumweltminister Trittin müsse erkennen, dass ein effektiver Naturschutz nur mit den Menschen und dabei besonders mit den Landwirten und Grundbesitzern zu verwirklichen sei. ‚Den in den Ländern gut funktionierenden partnerschaftlich angelegten Naturschutz zu erschweren, ist der falsche Weg‘, so Umweltminister Schnappauf. Er appellierte an alle Länder, mit breiter Mehrheit für ein Gesetz der Vernunft beim Naturschutz einzutreten.

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NABU beurteilt Natur- und Umweltschutzpolitik in 2001 positiv

Themen: Naturschutz,Verbände — info @ 10:12

Berlin (agrar.de) – Als grundsätzlich positiv hat der Naturschutzbund NABU die Situation der deutschen Umwelt- und Naturschutzpolitik des Jahres 2001 beurteilt. ‚Besonders auf dem Agrar- und Verbraucherschutzsektor, sowie beim internationalen Klimaschutz hat sich 2001 nach dem lähmenden Stillstand der früheren Jahre wieder etwas bewegt‘, sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Die Klimaschutzkonferenzen in Bonn und Marakkesch, die eingeleitete Agrarwende und die geplante Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes hätten erfreuliche Signale gesetzt. Angesichts aktueller Diskussionen um das Ländervotum zum neuen Naturschutzgesetz, dem Gerangel um das nationale Klimaschutzziel und dem wieder erstarkenden Widerstand der Agrarlobby gegen die Agrarwende sehe der NABU allerdings keinen Grund, die Hände nun in den Schoß zu legen.

‚Die Bundesregierung muss sich weiter klar zu ihrem nationalen Klimaschutzziel bekennen‘, forderte Flasbarth. Um die selbst gesteckten Ziele, eine Kohlendioxid-Reduktion um 25 Prozent gegenüber 1990 und auch die mittelfristige Reduktion um 40 Prozent bis zum Jahr 2020, zu erreichen, müsse das nötige Instrumentarium geschaffen werden. Das Klimaschutzprogramm sei dafür eine gute Basis, weise aber noch Lücken auf. Die schwachen Regelungen zur Kraft-Wärme-Kopplung seien ein Beispiel hausgemachter Probleme der Bundesregierung. Auch die Subventionierung der Kohle sei ein ökologischer und ökonomischer Fehler. ‚Überall, wo beim Klimaschutz gebremst wird, landet man bei genauer Betrachtung bei Bundeswirtschaftsminister Müller‘, so Flasbarth. Seine Aussagen, dass Klimaschutz langfristig den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährde, sei ein umweltpolitischer Tiefschlag gewesen. Flasbarth kritisierte, dass sich keine langfristigen Klimaschutzziele in der Nachhaltigkeitsstrategie wieder finden.

Mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung des Bundesrates zum Bundesnaturschutzgesetz appellierte NABU-Präsident Flasbarth an die Länder: ‚Das Gesetz zum jetzigen Zeitpunkt an den Vermittlungsausschuss zu verweisen, wäre das Signal, den Naturschutz wieder zum Stillstand bringen zu wollen.‘

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NRW: RLV und WLV fordern Vermittlungsausschuss für Naturschutzgesetz

Themen: Archiv — info @ 10:12

Bonn (agrar.de) – Für die Anrufung des Vermittlungsausschusses beim Naturschutzgesetz durch den Bundesrat haben sich die Präsidenten der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsverbände Friedhelm Decker (Rheinischer Landwirtschafts-Verband, RLV) und Franz-Josef Möllers (Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband, WLV) in einem Schreiben an Ministerpräsident Wolfgang Clement ausgesprochen.

Decker und Möllers weisen darauf hin, dass Bundesregierung und Bundestag dem Änderungsvorschlag des Bundesrates zur naturschutzrechtlichen Regelung der guten fachlichen Praxis nicht nachgekommen seien, obwohl der Bundesrat diese Regelung als insgesamt kontraproduktiv bezeichnet habe. Die nordrhein-west­fälischen Landwirte würden der Aussage des Bundesrates zustimmen, dass die Definition der konkreten Standards für die landwirtschaftliche Bodennutzung grundsätzlich dem landwirtschaftlichen Fachrecht vorbehalten sein solle, das insofern sachnäher und deshalb auch dynamischer fortentwickelt werden könne. Decker und Möllers appellieren deshalb an den Ministerpräsidenten, am 20. Dezember diesen Jahres für eine Anrufung des Vermittlungsausschusses zu stimmen und dafür einzutreten, dass der Bundesrat seine Kritik am Gesetzentwurf aufrecht erhalte. Der Agrarausschuss des Bundesrates habe bereits eine Empfehlung für eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes abgegeben, so die beiden Verbandspräsidenten.

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Sachsen: Waldschäden weiter zurückgegangen

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 09:12

Anteil stark geschädigter Bäume sank auf niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre – Zustand der Laubbäume bleibt besorgniserregend

Dresdemn (agrar.de) – Sachsens Wälder sind auf dem Weg der Besserung. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil deutlich geschädigter Bäume um vier Prozentpunkte auf 15 Prozent gesunken. ‚Das ist das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath am Mittwoch, 19. Dezember, bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes für das Jahr 2001.

45 Prozent der Wälder seien leicht geschädigt, bei rund 40 Prozent seien keine erkennbaren Schäden festgestellt worden. Trotz der erfreulichen Entwicklung gebe es keinen Grund zur Entwarnung, so Flath weiter. Die Waldschäden könnten jederzeit durch Witterungsunbilden und Schaderreger wieder zunehmen. Sorge bereite zudem ein Wandel bei den Schadstoffen. Während die Einträge von Schwefel seit Anfang der 90er Jahre um über 90 Prozent zurückgegangen seien, spiele der Stickstoffausstoß aus Verkehr und Landwirtschaft eine größere Rolle. ‚Darin liegt ein Gefahrenpotential, dass wir heute noch nicht abschätzen können‘, erklärte Flath.

Dem Bericht zufolge verbesserte sich der Zustand der Fichte seit dem letzten Jahr um sieben Prozentpunkte. Lediglich noch 13 Prozent der häufigsten Baumart in Sachsen waren deutlich geschädigt. Das ist das geringste Schadniveau seit Beginn der Waldzustandserhebung Anfang der 90er Jahre. Der Zustand der zweithäufigsten Baumart, der Kiefer, blieb mit neun Prozent stark geschädigter Bäume stabil. Sorgenkind der Förster bleibt nach wie vor die Eiche. Zwar nahmen die Schäden gegenüber dem Vorjahr leicht ab, aber lediglich neun Prozent der Eichen waren noch gesund. Fast die Hälfte aller Eichen wiesen deutliche Schäden auf. Negativ entwickelte sich die Situation bei der Buche. Die Schäden stiegen im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte auf 27 Prozent. Der Waldzustandsbericht macht große regionale Unterschiede deutlich.

So erholte sich der Zustand der Wälder im Erzgebirge zunehmend. Im waldreichsten Gebiet Sachsens, ging der Anteil stark geschädigter Bäume auf 16 Prozent zurück und sank damit auf den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre. Mittlerweile ist das Sächsische Löss-Hügelland südlich und süd-östlich von Leipzig die von Waldschäden am stärksten betroffene Region. Etwas über ein Drittel der Bäume hatten deutliche Schäden. In den übrigen Wuchsgebieten lag der Anteil stark geschädigter Bäume zwischen elf Prozent wie zum Beispiel im Vogtland und 14 Prozent wie etwa in der Westlausitzer Platte und Elbtalzone/Lausitzer Löss-Hügelland.

Zur Sanierung der Waldschäden wurden Flath zufolge in den letzten zehn Jahren 181.000 Hektar Wald gekalkt. Für Sanierungsmaßnahmen und den Waldumbau wurden insgesamt fast 170 Millionen Mark aufgewendet.

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18. Dezember 2001

Landwirtschaftskammern Hannover und Weser-Ems gründen LUFA Nord-West

Themen: Archiv — info @ 15:12

Oldenburg (agrar.de) – Wirtschaftliche Veränderungen in den landwirtschaftlichen Betrieben, Organisationen und Verbänden sowie in den vor- und nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft haben die Landwirtschaftskammern Hannover und Weser-Ems veranlaßt, ihre Aktivitäten in den Bereichen LUFA, Tiergesundheit, Milch, Lebensmittel sowie die Bildungsstätte für die Milchwirtschaft in einem von beiden Kammern gemeinsam getragenen Institut unter dem Namen ‚LUFA Nord-West‘ zusammen zu fassen.

Der Vertrag über diese zukünftige Zusammenarbeit wurde gestern nach Zustimmung der Kammerversammlung der Landwirtschaftskammer Weser-Ems in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg im Beisein von Landwirtschaftsminister Uwe Bartels geschlossen. Damit kann das neue Institut wie vorgesehen am 1. Januar 2002 seine Arbeit aufnehmen.

Von dem gemeinsamen Betrieb wird insbesondere aufgrund der Konzentration von Untersuchungsbereichen an einem Ort eine höhere Wirtschaftlichkeit erwartet. Dabei soll die Qualität der Dienstleistungen auf hohem Standard erhalten bleiben bzw. noch verbessert werden.

Die Vorbereitungen zur Konzentration sind bereits angelaufen. Vorerst werden die Kunden jedoch ihre Proben an den gewohnten Stellen abgeben und die vertrauten Gesprächspartner vorfinden können.

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Schleswig-Holstein: Größerer Mastrinderbestand

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 11:12

Kiel (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der repräsentativen Viehzwischenzählung am 3. November 2001 wurden in Schleswig-Holstein 1,29 Mill. Rinder und 1,37 Mill. Schweine in den landwirtschaftlichen Betrieben gehalten. Das berichtet das dortige Statistikamt.

Der Bestand an Rindern insgesamt war um 1 Prozent oder 9.000 Tiere geringer als im November 2000. Die Zahl der Milchkühe ging dabei um 1 Prozent auf 373.000 Tiere zurück und die Zahl der für die Reproduktion des Rinderbestandes wichtigen Zucht- und Nutzfärsen (ab 1 Jahr alt) war um 3 Prozent geringer als vor Jahresfrist. Mit 45 000 Tieren lag die Zahl der Ammen- und Mutterkühe ebenfalls unter der des Vorjahres. Dementsprechend nahm auch der Bestand an Kälbern und Jungrindern (unter 1 Jahr alt) um 2 Prozent ab. Dagegen erhöhte sich die Zahl der Schlachtrinder insgesamt (Bullen, Ochsen, Schlachtfärsen und Schlachtkühe, ab 1 Jahr alt) um 8 Prozent oder 13.000 Tiere. Von dieser Zunahme entfielen 6.000 Tiere auf Bullen im Alter von 1 bis 2 Jahren und 7.000 Tiere auf Schlachtfärsen und Schlachtkühe.

Der Gesamtbestand an Schweinen war nur geringfügig größer als im Vorjahr. Während sich die Zahl der Mastschweine nicht veränderte, wurde der Bestand an Zuchtsauen in Jahresfrist um 2 Prozent auf 118.000 Tiere aufgestockt.

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Landwirtschaftliches Einkommen in der EU real um 2,7 Prozent gestiegen

Themen: Archiv,MKS — info @ 10:12

Luxemburg (agrar.de) – Das landwirtschaftliche Einkommen pro Arbeitskraft in der EU ist im Jahr 2001 ersten Schätzungen zufolge, die von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg, herausgegeben wurden, real um 2,7 Prozent gestiegen. In der Eurozone erhöhte sich das landwirtschaftliche Einkommen voraussichtlich um 2,4 Prozent.

Der Anstieg des realen Einkommensniveaus pro Arbeitskraft in der EU15 ist auf eine Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (+1,1 Prozent) einerseits und auf einen anhaltenden Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-1,6 Prozent) andererseits zurückzuführen.

Laut Schätzungen verlief die Entwicklung des realen landwirtschaftlichen Einkommens pro Arbeitskraft im Jahr 2001 in den Mitgliedstaaten jedoch sehr unterschiedlich. Mit Ausnahme von Italien (-0,8 Prozent) und Luxemburg (-2,4 Prozent) liegen die landwirtschaftlichen Einkommen in allen Mitgliedstaaten über Vorjahresniveau. Dabei verbuchte Dänemark (+12,5 Prozent) die höchste Zuwachsrate, gefolgt von Portugal (+9,5 Prozent), Österreich (+8,5 Prozent), Irland (+7,3 Prozent), Belgien (+6,2 Prozent) und Deutschland (+5,7 Prozent).

Veränderung des landwirtschaftlichen Einkommens pro Arbeitskraft, 2001

Region/Land – Veränderung 2001/2000 in Prozent – Indizes in 2001 – EU15 +2,7 – 106,6 – Eurozone +2,4 – 111,8

– Belgien +6,2 – 109,5 – Dänemark +12,5 – 100,2 – Deutschland +5,7 – 128,8 – Finnland +3,0 – 106,6 – Frankreich +0,8 – 106,6 – Griechenland +1,4 – 96,4 – Irland +7,3 – 97,8 – Italien -0,8 – 112,6 – Luxemburg -2,4 – 93,9 – Niederlande +4,3 – 83,7 – Österreich +8,5 – 86,5 – Portugal +9,5 – 117,0 – Schweden +2,8 – 110,5 – Spanien +2,7 – 122,8 – Ver. Königreich +4,3 – 58,4

(Indizes: 1995 = 100) (Eurozone: Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland)

Der Anstieg des realen landwirtschaftlichen Einkommens pro Arbeitskraft in der EU15 im Jahr 2001 ist das Ergebnis einer Kombination verschiedener Faktoren:

– einem leicht höheren realen Wert landwirtschaftlicher Erzeugung (+0,2 Prozent),

– leicht höheren Vorleistungskosten (real +0,2 Prozent) aufgrund höherer Preise (+1,2 Prozent) und trotz geringeren Einsatzvolumens (-1,0 Prozent),

– deutlich höheren nicht produktspezifischen Subventionen (real +9,7 Prozent) bei einem Rückgang der nicht produktspezifischen Abgaben (real 0,8 Prozent) und leicht höheren Abschreibungen (real +0,2 Prozent) sowie

– einem anhaltenden Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-1,6 Prozent).

Leichter Anstieg der Gesamtproduktion bei kontrastierenden Entwicklungen in der pflanzlichen und tierischen Erzeugung

Der reale Wert der landwirtschaftlichen Produktion insgesamt hat sich 2001 voraussichtlich leicht erhöht (+0,2 Prozent). Dies ist das Ergebnis kontrastierender Entwicklungen in der pflanzlichen und tierischen Erzeugung:

Die Zunahme der realen Produktionswerte von Tieren (+2,4 Prozent) und tierischen Erzeugnissen (+3,7 Prozent) machte den Rückgang des Werts der pflanzlichen Erzeugung (real 1,8 Prozent) wett. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf niedrigere Produktionsvolumen bei Getreide (-7,5 Prozent) und Wein (-5,9 Prozent) sowie niedrigerer realer Erzeugerpreise für Wein (-3,5 Prozent) zurückzuführen. Der Anstieg des Durchschnittswertes der tierischen Erzeugung ergibt sich aus einer erneuten deutlichen Zunahme der Erzeugerpreise für Schweine (real +16,4 Prozent), die durch den deutlichen Rückgang der Produktionswerte für Rinder, Schafe und Ziegen nicht kompensiert wurde. Höhere reale Erzeugerpreise für Milch (+4,0 Prozent) sind der Hauptfaktor für den Anstieg des Werts der tierischen Erzeugung.

Die Rinderzucht ist durch die Auswirkungen der BSE-Krise in den meisten Mitgliedsländern erneut stark betroffen. Ein weiterer Faktor, vor allem im Vereinigten Königreich4, war die 2001 ausbrechende Maul- und Klauenseuche (MKS). Die realen Erzeugerpreise für Rinder gingen 2001 in der EU15 voraussichtlich um 13,2% zurück, das Produktionsvolumen verringerte sich um 1,5 Prozent, während das Produktionsvolumen von Schafen und Ziegen um 5,2 Prozent sank.

Die Vorleistungskosten dürften leicht über dem Vorjahresniveau (real +0,2 Prozent) liegen. Die durchschnittlichen realen Preise für Vorleistungen sind als Ergebnis gestiegener Preise für Futtermittel (real +2,2 Prozent) und für Düngemittel (real +10,3 Prozent) um 1,2 Prozent höher als 2000. Das Durchschnittsvolumen des Vorleistungseinsatzes blieb 1,0 Prozent unter dem Vorjahreswert wofür hauptsächlich ein verringerter Einsatz von Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln (-6,3 Prozent bzw. 5,8 Prozent) verantwortlich zeichnete.

Im März 2002 wird Eurostat einen ausführlichen Bericht: ‚Einkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit im Jahr 2001‘ (Ausgabe 2002) mit überarbeiteten Daten sowie einer Analyse der Entwicklung des landwirtschaftlichen Einkommens in der Europäischen Union und in den einzelnen Mitgliedstaaten veröffentlichen.

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Niedersachsen Spitzenreiter bei Öko-Geflügel

Themen: Archiv — info @ 09:12

Hannover (agrar.de) – ‚Niedersachsen ist Spitze. Nicht nur im Agrarbereich insgesamt, sondern auch bei der ökologischen Geflügelhaltung‘ sagte heute Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels.

Zwei Drittel der in Deutschland nach ökologischen Grundsätzen gehaltenen Legehennen leben in Niedersachsen. Zusätzlich rund 300.000 ‚Ökohähnchen‘ sowie rund 200.000 ‚Ökoputen‘.

Eine Spitzenstellung nehme Niedersachsen auch bei der Weiterverarbeitung von Öko-Geflügelteilen und Öko-Eiern zu sogenannten Convenience-Produkten ein. Hinzu komme die Spitzenposition im Bereich der ökologisch erzeugten Futtermittel.

Alle drei ineinander greifenden Ökoelemente, die Tierhaltung, die Produktverarbeitung und die Futtermittelproduktion, zusätzlich exzellente Absatz- und Vermarktungsstrukturen, ergäben ein Ökokonzept, das in dieser Form beispielhaft und damit zukunftsweisend sei, fügte Bartels hinzu.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Niedersachsen.

17. Dezember 2001

DBV-Ehrenpräsident Constantin Freiherr Heereman wird 70 Jahre

Themen: Archiv — info @ 15:12

Sonnleitner würdigt ‚gewaltige Lebensleistung‘

Berlin/Riesenbeck (agrar.de) – Heute feiert der Ehrenpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Constantin Freiherr Heereman, seinen 70. Geburtstag. DBV-Präsident Gerd Sonnleitner betonte aus Anlass des Geburtstages, sein Amtsvorgänger habe eine ‚gewaltige Lebensleistung vollbracht‘. Heereman habe viel für die Bauern und die Dörfer und ländlichen Regionen erstritten. Er sei Heereman für das ungeschmälert hohe Interesse und die absolute Loyalität für die Sache der Bauern und des Berufsstandes dankbar.

Heereman gestaltete von 1969 bis 1997 als DBV-Präsident die Agrarpolitik mit Stehvermögen, Souveränität und Bodenständigkeit. Als er am 19. Dezember 1969 zum DBV-Präsidenten gewählt worden ist, verkörperte Heereman einen neuen Typus des Interessenvertreters, der es in der vielstimmigen und lauten pluralistischen Gesellschaft geschickt verstand, Mehrheiten für die gesellschaftliche Minderheit der Landwirte zu erzielen. Agrarpolitik und die Interessenvertretung für die Landwirte waren für Heereman immer eine Politik für den ländlichen Raum und seine Wirtschaftskraft sowie für eine intakte Umwelt und eine nachhaltig bewirtschaftete Kulturlandschaft.

Heeremans Hauptaugenmerk galt der Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, von denen die Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und ihre Stellung im europäischen und weltweiten Wettbewerb abhängt. Diese Rahmenbedingungen zu verbessern war Heeremans oberstes Ziel. Dabei betonte er immer wieder, daß nicht staatliche Gelder, sondern die Einkommenserzielung über den Markt die sicherste und damit auch die beste Art ist, das Einkommen der Landwirte und damit das Bestehen ihrer Höfe zu sichern. Sein Ziel war es, den nationalen Spielraum für die Agrarpolitik optimal zu nutzen, um die aktiven Landwirte zu stärken und die soziale Absicherung der Bauernfamilien zu verbessern sowie den unausweichlichen Strukturwandel regional und sozial abzufedern.

Während seiner DBV-Präsidentschaft gestaltete Heereman ein wesentliches Stück Zeit- und Agrargeschichte wie kein anderer im bäuerlichen Berufsstand. Er erlebte drei Bundeslandwirtschaftsminister und drei Bundeskanzler. Heereman, der bis heute tief verwurzelt im bäuerlichen Berufsstand ist, hat Landwirtschaft von der Pike auf gelernt und seine Ausbildung als staatlich geprüfter Landwirt, dem heutigen Agraringenieur, abgeschlossen. Schon früh engagierte er sich in verschiedenen Funktionen für die Belange des Berufsstandes. Als direkt gewählter christdemokratischer Abgeordneter vertrat er von 1983 bis 1990 den Wahlkreis Steinfurt im Deutschen Bundestag.

Heeremans vielfältiges Engagement fand breite öffentliche Anerkennung, unter anderem mit der Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Vom Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde er mit der Wilhelm-Niklas-Medaille in Gold und vom Berufsstand mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Als überzeugter Europäer hat er die Entwicklungen der Europäischen Union von Beginn an mit gestaltet und verfolgt. Auf internationaler Ebene engagierte sich Heereman 1979 und 1990 für jeweils zwei Jahre als Präsident der Dachorganisation der EU-Landwirtschaftsverbände (COPA). Von 1992 bis 1996 war er Präsident des Weltbauernverbandes IFAP. Für die große Anerkennung Heeremans im Ausland stehen hohe Auszeichnungen von Frankreich (Offizier des ‚Ordre du Mérite agricole‘), den Niederlanden (Kommandeur im ‚Orden von Oranien-Nassau‘) und von Österreich (‚Großes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich‘). Der Orden ‚Wider den Tierischen Ernst‘, der ihm vom Aachener Karnevalsverein verliehen wurde und an deren Fernsehsitzung er bis heute regelmäßig teilnimmt, dokumentiert, dass der Jubilar seinen Humor nicht verloren hat.

Links zum Thema Agrarpolitik.

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