20. Dezember 2001

Grüne: Bundesrat hat Chance vertan

Themen: Archiv — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Zur heutigen Entscheidung des Bundesrates, das neue Bundesnaturschutzgesetz nicht zu verabschieden, sondern den Vermittlungsausschuss anzurufen, erklären Reinhard Loske, umweltpolitischer Sprecher und Sylvia Voß, naturschutzpolitische Sprecherin:

‚Der Bundesrat hat heute die Chance vertan, Deutschland zügig zu einem modernen Naturschutzrecht zu verhelfen. Die SPD-Ministerpräsidenten Gabriel (Niedersachsen), Beck (Rheinland-Pfalz) und Ringsdorf (Mecklenburg-Vorpommern) haben jenen Kräften um Stoiber & Co. zur Mehrheit verholfen, denen Lobbyinteressen wichtiger sind als die Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Rot-Grün haben sie damit geschadet.

Naturschutzpolitisch entzaubert hat sich heute die PDS. Hatte sie im Bundestag noch eine deutliche Verbesserung des Naturschutzgesetzes gefordert, so haben auch die Vertreter der rot-roten Schweriner Landesregierung heute mit den CDU-regierten Ländern für eine Aushöhlung des geplanten Verbandsklagerechts votiert.

Unser Gesetzentwurf sichert eine gesunde Balance zwischen Sicherung der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Nutzung unserer natürlichen Ressourcen. Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, dass der Vermittlungsausschuss zügig berät und der rot-grüne Entwurf im Bundesrat im März substanziell unverändert beschlossen wird.‘

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Niedersachsen: 7,4 Prozent der Rindviehhalter gaben auf

Themen: Archiv — info @ 13:12

Viehzählung weist starken Strukturwandel nach

Hannover (agrar.de) – In den niedersächsischen Rindviehställen sind erneut Plätze frei geworden. Nach Angaben des Landvolkverbandes wurden bei der Viehzählung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik am 3. November mit 2,674 Millionen Rindern 3,7 Prozent weniger ermittelt als ein Jahr zuvor. Dagegen hat der Schweinebestand zugenommen, und zwar um 1,2 Prozent auf 7,602 Millionen Tiere. Gleichzeitig hielt der Strukturwandel weiter an. Sowohl die Zahl der Betriebe mit Rindviehhaltung als auch die der Betriebe mit Schweinehaltung ging erneut stärker zurück als die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt. Die Zahl der Rinderhalter verminderte sich um 7,4 Prozent von 32.653 auf 30.243. Bei den Schweinehaltern wurden mit 20.007 Betrieben 8,9 Prozent weniger gezählt als im Jahr 2000 mit 21.958 Betrieben.

Nur noch 18.140 niedersächsische Bauern hatten im November noch Milchkühe, das waren sieben Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Zahl der Milchkühe nahm dagegen um 2,6 Prozent auf 743.432 ab gegenüber 763.428 im November 2000. Deutlich stärker hat die Zahl der Mutter- und Ammenkühe abgenommen, sie sank um fünf Prozent von 77 797 auf 73.899 Tiere. Hier dürfte BSE eine Rolle gespielt haben. Weil durch den Preisverfall für Rindfleisch keine Wirtschaftlichkeit mehr in diesem Betriebszweig gegeben ist, haben sich viele Mutterkuhhalter von ihren Tieren getrennt. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Halter wider, die um 8,1 Prozent und damit stärker als die der Milchkuhhalter von 6.338 auf 5.824 sank. Auch der starke Anstieg bei der Zahl der Schlachtkühe, nämlich um 21,4 Prozent – allerdings nur von 26.763 auf 32.494 – spiegelt die durch BSE verursachte Absatzkrise wider: Viele zum Schlachten vorgesehene Kühe mussten vorerst auf den Höfen bleiben. Der größere Teil des niedersächsischen Rindviehbestandes wird im Übrigen im Gebiet Weser-Ems gehalten. Dort zählten die Statistiker 1,431 Millionen Rinder gegenüber 1,243 Millionen im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover.

Noch eindeutiger liegt bei den Schweinen der Schwerpunkt in Weser-Ems. Dort wurden insgesamt 4,864 Millionen ‚Borstenviecher‘ gezählt, im Kammergebiet Hannover waren es nur 2,738 Millionen. Dagegen wurden in Hannover 9.414 Schweinehalter ermittelt, in Weser-Ems waren es mit 10.593 Haltern nur wenig mehr. Allerdings sind dort die Bestände größer. Von den insgesamt 21.958 niedersächsischen Schweinehaltern hatten 10.309 auch Zuchtsauen zur Ferkelerzeugung. Im Gebiet Weser-Ems hatte mit 5.490 Betrieben mehr als jeder zweite Schweinehalter auch Zuchtsauen, während es im Kammergebiet Hannover nur 3.947 von insgesamt 9.414 Schweinehaltern waren. Die Zahl der Betriebe mit Zuchtschweinen verminderte sich von November 2000 bis November 2001 um 8,5 Prozent und damit weniger stark als die der Schweinehalter insgesamt.

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RLV: Chancen nicht überbewerten

Themen: Archiv — info @ 11:12

Bonn (agrar.de) – Die zukünftigen Marktchancen der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft dürfen nicht allein in der Steigerung des ökologischen Landbaus, der Direktvermarktung sowie einzelner Programme ‚aus der Region für die Region‘ gesehen werden. Nach Ansicht des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) kommt es entscheidend darauf an, auch eine Antwort darauf zu finden, wie die Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen die Gesamtmenge der erzeugten Produkte bestmöglichst an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen kann. Zwar werde die von der Landesregierung praktizierte Förderung der regionalen Vermarktung vom landwirtschaftlichen Berufsstand im Grundsatz befürwortet, doch ebenso wichtig sei es aus der Sicht der Landwirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Land- und Agrarwirtschaft zu fördern.

Auch zukünftig werde die überwiegende Zahl der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe Produkte erzeugen, die über den Lebensmitteleinzelhandel abgesetzt werden müssen. Für die notwendige engere Zusammenarbeit mit Unternehmen der Vermarktungs- und Ernährungsindustrie brauchen die Landwirte nach Ansicht des RLV deshalb besondere Hilfestellung. Der RLV weist darauf hin, dass mit Marketingaktivitäten nicht alle Probleme der heimischen Landwirtschaft gelöst werden könnten, vor allen Dingen nicht solche, die strukturpolitischer Art sind und die auf Wettbewerbshemmnisse zurückzuführen seien. Als Beispiele für solche Wettbewerbshemmnisse erinnerte der RLV nochmals an die überzogene und nicht im Einklang mit der EU-Gesetzgebung erfolgte nationale Gesetzgebung bei der Umweltverträglichkeitsprüfung für Stallbauen, dem Bundesnaturschutzgesetz und den nationalen Gesetze und Verordnungen zur Tierhaltung.

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Durchschnittlich 4.632 DM für Lebensmittel ausgegeben

Themen: Archiv — info @ 10:12

Witzenhausen (agrar.de) – Die deutschen Verbraucher haben bei ihren Käufen im Lebensmitteleinzelhandel durchschnittlich 4.632 DM pro Haushalt und Jahr ausgegeben. Außerdem geben die Haushalte durchschnittlich 125 mal pro Jahr einkaufen und geben dabei pro Einkauf ca. 37 DM aus. Dies ergab nach Information des niedersächsischen Landvolkverbandes eine Untersuchung über das Einkaufsverhalten in 8.400 Haushalten, die von Oktober 2000 bis September 2001 durchgeführt wurde.

Für Einkäufe im Bioladen wurden pro Jahr durchschnittlich 177 DM ausgegeben, ermittelte die Untersuchung, die kürzlich auf den Röttgener Marketingtagen der Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) vorgestellt wurden. Mit 94 DM waren dagegen Einkäufe im Reformhaus pro Haushalt und Jahr nur halb so hoch.

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19. Dezember 2001

Franzen: Absenkung der Fangquoten ein schmerzlicher aber notwendiger Einschnitt

Themen: Archiv — info @ 16:12

Kiel (agrar.de) – ‚Die vom EU-Fischereirat beschlossene Absenkung der Quoten für Dorsch und Hering in der Ostsee ist ein schmerzlicher, aber notwendiger Einschnitt im Interesse einer nachhaltigen Fischerei. Nur ein konsequenter Wiederaufbau der Bestände ermöglicht eine langfristige Fortführung der Fischerei‘, sagte Schleswig-Holsteins Fischereiministerin Ingrid Franzen heute zu den Beschlüssen des EU-Fischereirates. (EU-Meldung)

Mit der Absenkung der Fangquoten sei gerechnet worden. Nach den Beschlüssen dürfen die deutschen Ostseefischer nur noch gut 9.124 Tonnen Dorsch, gegenüber 12.420 Tonnen im Vorjahr, fangen. Die darüber hinaus beschlossene Erhöhung der Maschenöffnungen in den Fischereinetzen auf 130 Millimetern und die Einführung von Fluchtfenstern für die Schleppnetze bedeute einen zusätzlichen Schutz für die überfischten Bestände. Das bringe aber auch Fangausfälle und erhöhte Kosten für die Fischer mit sich. Die Fischer müssten für 10.000 bis 50.000 Euro pro Kutterbetrieb neue Netze beschaffen. Allerdings wird es – auch auf Drängen Schleswig-Holsteins – eine dreimonatige Übergangsfrist geben.

Fischereiministerin Franzen: ‚Mit den Beschlüssen von heute trägt die Kommission dem dramatischen Rückgang der Dorschbestände in der Ostsee Rechnung und übernimmt die Krakauer Beschlüsse der Ostseekommission vom September diesen Jahres. Die Fischer wissen, dass sie eine Durststrecke vor sich haben, aber auch, dass sie den Ast, auf dem sie sitzen, nicht absägen dürfen. Ich habe mich daher bei Bundesministerin Künast für finanzielle Hilfen und für Übergangsfristen bei der Netzbeschaffung eingesetzt, um unsere Fischereibetriebe nicht in ihrer Existenz zu gefährden.‘

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Baden-Württemberg: Rückstände von Malachitgrün in Welsen festgestellt

Themen: Archiv — info @ 16:12

Stuttgart (agrar.de) – Wie das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum am Dienstag miteilte, hat die baden-württembergische Lebensmittelüberwachung bei einer Stichprobenuntersuchung in einer geschlossenen Warmwasserfischfarm für Wels Rückstände von Malachitgrün festgestellt. Malachitgrün wirkt als Desinfektionsmittel und als Mittel gegen bestimmte Parasiten und Pilzerkrankungen der Haut. Der Stoff ist als Tierarzneimittel jedoch nicht zugelassen. In der Verordnung über pharmakologisch wirksame Stoffe ist eine Höchstmenge von 0,01 mg/kg festgesetzt.

Die daraufhin eingeleiteten weiteren Untersuchungen ergaben Rückstandsprobleme und Höchstmengenüberschreitungen in vier baden-württembergischen Betrieben, die untereinander in enger Geschäftsbeziehung stehen und im Rahmen der Arbeitsteilung Tiere austauschen. Die festgestellten Gehalte lagen zwischen 0,01 und 0,1 mg/kg. Die Welse, bei denen Höchstmengenüberschreitungen festgestellt wurden, hatten noch nicht die übliche Verzehrsgröße erreicht. Auf Anordnung der Lebensmittelüberwachungsbehörden sind die Betriebe gesperrt und dürfen keine Welse in den Verkehr bringen. Die Betriebe werden überwacht.

Außerdem wurden acht Proben Wels aus dem Handel untersucht. Dabei wurde in einer Probe eine Höchstmengenüberschreitung festgestellt, die anderen sieben Proben waren rückstandsfrei. Weitere Untersuchungen laufen.

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WLV lehnt 90-Tiergrenze-Regelung ab

Themen: Archiv — info @ 15:12

Münster (agrar.de) – Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) hat den Verordnungsvorschlag der Bundesregierung zur Änderung der Rinder- und Schafprämienverordnung mit Regelungen zur 90-Tiergrenze abgelehnt. Nach Ansicht des WLV führt die Verordnung lediglich zu weiteren Auflagen und Erschwernissen.

Die EU verlangt Vorgaben zu Umwelt- und Beschäftigungsaspekten im Sinne einer nachhaltigen Politik, um eine generelle Aufhebung der 90-Tiergrenze zu realisieren. Der WLV ist der Auffassung, dass einzelbetriebliche Kriterien zur Aufhebung der 90-Tiergrenze nicht notwendig sind. Der geänderten EG-Rechtslage würde ausreichend Rechnung getragen, wenn in der Begründung zur Rinder- und Schafprämienverordnung die Aufhebung allgemein mit Umwelt- und Beschäftigungsvorteilen für den ländlichen Raum begründet wird.

Nach Vorschlag der SPD-Bundestagsfraktion bekommen in Zukunft Betriebe, die umweltverträglich düngen, Sonderprämien für männliche Rinder, wenn sie bei mehr als 250 Tieren für je 125 Tiere die versicherungspflichtige Beschäftigung einer weiteren Person nachweisen. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast hatte noch niedrigere Werte vorgeschlagen. ‚Wir erwarten ein klares Bekenntnis zu der in Bedrängnis geratenen Rinderhaltung und keine unnötigen Vorschriften, die Betriebe und Arbeitsplätze vernichten‘, so WLV-Präsident Franz-Josef Möllers.

Der Verordnungsvorschlag soll dem Vernehmen nach am 21. Dezember dem Bundesrat vorgelegt werden und voraussichtlich am 1. Februar abschließend im Bundesratsplenum behandelt werden. Der WLV fordert den Bundesrat auf, den Vorschlag der Bundesregierung abzulehnen und die Argumente des Berufsstandes aufzugreifen.

Der Verordnungsentwurf von Bundesministerin Künast wird nach Ansicht des WLV der betriebsindividuell Spezialisierung und ebenso den unterschiedlichen Strukturen in Deutschland nicht gerecht. Er führe zu unnötigem Verwaltungsaufwand und lasse unberücksichtigt, dass die Agrarverwaltungen in den Bundesländern bereits jetzt an ihre Grenze gestoßen sind. Der WLV weist daraufhin, dass bereits andere Mitgliedstaaten u.a. Irland und das Vereinigte Königreich, unbürokratische Lösungen gefunden haben. Es sei weiterhin inakzeptabel, dass für je 125-Rinderprämien eine sozialversicherungspflichtige Arbeitskraft nachgewiesen werden müsse. Sofern die Politik auf den betriebsindividuellen Arbeitskräftenachweis bestehe, hält der WLV mindestens 180 Tiere pro Arbeitskraft für erforderlich.

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BMVEL veröffentlicht PLANAK-Beschluss vom 6. Dezember 2001

Themen: Archiv — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Der Bund-Länder-Planungsausschuss für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK) hat am 6. Dezember neue Grundsätze zur Neuausrichtung der Förderung ländlicher Räume für das Jahr 2002 beschlossen. (unsere Meldung). Damit wurden auch die Eckpunkte zur Verwendung der Modulationsmittel festgelegt.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hat den PLANAK-Beschluss nun auf seinen Internetseiten veröffentlicht.

Die künftig eingesparten EU-Mittel sollen in folgende Bereiche fließen:

– umwelt-und tiergerechte Haltungsverfahren;

– extensive und umweltfreundliche Produktionsverfahren im Ackerbau und in der Grünlandbewirtschaftung sowie

– Reduzierung des Viehbesatzes in Regionen mit hoher Viehdichte.

Gefördert werden sollen vorwiegend:

– die Neuaufnahme der Förderung von Investitionen für eine besonders tiergerechte und flächengebundene Tierhaltung. Damit sollen diejenigen Landwirte unterstützt werden,die sich durch besondere Leistungen für den Tierschutz auszeichnen;

– die deutliche Erhöhung der Prämien für die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Anbaus;

– die verbesserte Förderung der Verarbeitung und Vermarktung ökologischer und regional erzeugter Produkte;

– die verbesserte Förderung von Investitionen im Bereich der Einkommenskombination sowie arbeitsplatzschaffender Investitionen zur Umnutzung land-und forstwirtschaftlicher Bausubstanz.

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WLV/GfK: Convenience liegt im Trend

Themen: Archiv — info @ 13:12

Tiefkühlkost, Fertiggerichte und Konserven zunehmend gefragt

Münster (agrar.de) – Die Deutschen haben eine Vorliebe für Bequemlichkeit (Convenience). Das hat nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zur Veröffentlichung von Ergebnissen aus der neuen GfK-Studie ‚Food Trends‘ festgestellt.

Tiefkühlkost, Fertiggerichte, Konserven sowie Imbissbuden und Heimlieferdienste hätten im bundesdeutschen Alltag mittlerweile ihren festen Platz, so die GfK. Gefragt seien auch zusätzliche Dienstleistungen beim Einkauf, egal, ob es sich um Einpack- oder Lieferservices oder die Idee eines selbstbestellenden Kühlschrankes handele. Ganz grundsätzlich gelte, dass Einkaufen den Bundesbürgern immer mehr Spaß mache. Eine zunehmende Zahl von Menschen versuche, im Alltagsleben Zeit und Arbeitskraft einzusparen. Vorgefertigte und vorbereitete Nahrungsmittel für Zuhause seien hier ebenso gefragt wie das Angebot der einfachen als auch der gehobenen Gastronomie. Das Schlagwort ‚Convenience‘ habe diesen Trend zum effizienten Zeit- und Arbeitsmanagement im Privatleben auf den Punkt gebracht.

Den Ergebnissen der neuen GfK-Studie zufolge ist jeder fünfte Deutsche als ‚Convenience-affin‘ zu bezeichnen. Dieser Verbraucher nutze nahezu jede Erleichterung, die ihm die Nahrungsmittelindustrie und die Schnell-Gastronomie böten, also fertige Dessertprodukte, Konserven, tiefgekühlte und andere Fertiggerichte ebenso wie Imbissbuden.

Nicht nur im Verzehr, sondern auch beim Einkauf von Lebensmitteln spiele Convenience eine immer größere Rolle, so die GfK. Besonders interessant sei die Einstellung der Konsumenten zur Idee des ‚intelligenten‘ Kühlschranks, also einem Gerät, das automatisch nachbestelle, wenn der einprogrammierte Vorrat ausgehe. Über ein Drittel der Deutschen beurteile so ein selbstbestellendes Kühlgerät als nützlich. Darüber hinaus seien noch weitere Serviceleistungen, die den Alltag erleichtern, bei den Bundesbürgern beliebt. So erachteten fast zwei Drittel der Deutschen einen Einpackservice beim Händler als nützlich. Die Waren dann auch gleich nach Hause geliefert zu bekommen, hielten etwas weniger, aber immer noch 60 Prozent für sinnvoll.

Solche und andere komfortable Lösungen würden die lästigen Begleiterscheinungen des Einkaufens immer mehr reduzieren. Dafür, so die GfK, trete der so genannte ‚Fun-Faktor‘ stärker in den Vordergrund. Während es 1989 erst knapp die Hälfte der Befragten gewesen sei, die sich offen zum hedonistischen Einkaufserlebnis bekannt habe, sei die Quote mittlerweile auf 60 Prozent gestiegen. Der Spaß am Einkaufen sei also heute angesagter denn je.

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Mecklenburg-Vorpommern: Jagdbericht vorgestellt

Themen: Jagdbericht,Schweinepest,Tierseuchen — info @ 13:12

Reduzierung der Schwarzwildbestände Hauptaufgabe der einheimischen Jägerschaft

Jasnitz/Schwerin (agrar.de) – ‚Jagd, Wildtiermanagement und Artenschutz sind im Interesse vieler Tierarten, des Waldes sowie der Land- und Forstwirtschaft. Es gehört zum Management, dass eine ständige Einschätzung der Ist-Situation erfolgt, um taktische als auch strategische Festlegungen treffen zu können‘, stellt Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) den Nutzen des von ihn heute auf seiner Jahresabschlusspressekonferenz im Forstamt Jasnitz vorgelegten Jagdberichtes des Landes dar. Der Jagdbericht der Landesregierung wird jährlich herausgegeben.

Mecklenburg-Vorpommern ist wegen seines ländlichen Charakters, eines artenreichen Wildvorkommens und für ein relativ ausgewogenes Verhältnis der Bevölkerung zur Jagd bekannt. Mit der Verabschiedung des Jagdgesetzes am 22. März 2000 hat auch die Landespolitik die Rolle der Jagd als eine gesellschaftliche Aufgabe hervorgehoben.

Die Gesamtjagdfläche des Landes Mecklenburg-Vorpommern beträgt ca. 2 Mio. Hektar, davon sind 73 Prozent gemeinschaftliche Jagdbezirke und 27 Prozent Eigenjagdbezirke. Die Landesforstverwaltung jagt auf einer Fläche von ca. 250.000 Hektar.

Im Jagdjahr 2000/2001 wurden 5.407 Stück Rotwild, 9.397 Stück Damwild, 58.205 Stück Rehwild sowie 38.810 Stück Schwarzwild erlegt. Die Muffelwildstrecke beträgt 405 Stück. Insgesamt wurden 5.610 Wildgänse und 11.588 Wildenten erlegt.

In den letzten 20 Jahren haben sich die Bestände des Rotwildes von ca. 11.000 Stück auf 14.000 Stück, des Damwildes von ca. 9.000 Stück auf ca. 25.000 Stück erhöht. Auch das Schwarzwild kommt noch immer in solchen Dichten vor, dass eine Jagdstrecke in diesem Jagdjahr von bis zu 55.000 Stück nicht ausgeschlossen werden kann. Gerade im Hinblick auf die ständig drohende Gefahr eines Schweinepestausbruches sieht Minister Backhaus in der drastischen Reduzierung der Schwarzwildbestände im Lande eine Hauptaufgabe der einheimischen Jägerschaft.

Aber nicht nur die Entwicklung einzelner Schalenwildbestände sei bedenklich, auch im Raub- und Niederwildbereich bestünden Tendenzen, denen entgegen gewirkt werden müsse. Bemerkenswert sei dabei die Strecke des Marderhundes mit 3.807 Stück, als auch die Fuchsstrecke mit 33.288 Stück.

Die Anzahl der einheimischen Jäger beläuft sich auf 10.241, hinzukommen ca. 1000 Jagdpächter und Jagdgäste aus anderen Bundesländern. 851 Personen haben im vergangenen Jagdjahr an einer Jägerprüfung im Land teilgenommen, wobei 754 Personen diese bestanden haben. Die für Deutschland einmaligen landesweiten Wildschadensausgleichskassen haben im vergangenen Jagdjahr Wildschäden in Höhe von 963.000 DM reguliert. Der durchschnittliche Jagdpachtpreis im Lande beträgt 3,86 DM/ha und Jahr.

‚Das Land Mecklenburg-Vorpommern bekennt sich zur Einheit von Wald- und Wildbewirtschaftung. Unser Land hat nur einen Waldanteil von 21 Prozent und gehört damit zu den waldärmsten Bundesländern. Aufgrund der innigen Gemengelage von Wald, Acker oder Grünland ernährt sich das wiederkäuende Schalenwild nicht nur vom Wald, sondern deckt seinen Nahrungsbedarf auch auf landwirtschaftlichen Kulturen. Wenn man außerdem die guten Waldstandorte mit ihrem natürlichen Äsungsangebot mit berücksichtigt, dann ist der Konflikt zwischen Wald und Wild nicht so schwerwiegend wie anderswo. Dennoch laufen örtlich die Wildbestände aus dem Ruder und die Zaunbaukosten in den Landeswäldern sind noch viel zu hoch. Allein aus den schon genannten Zahlen ist ersichtlich, wohin der Weg gehen muss, nämlich zur weiteren Bestandesreduzierung ohne dass ich die vorgenannte Einheit von Wald und Wild in Frage stellen will‘, erklärte Landwirtschaftsminister Backhaus zum Beitrag der Wildbewirtschaftung für das erfolgreiche Betreiben naturnaher Forstwirtschaft.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

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