05. Dezember 2001

NABU fordert bessere Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Themen: Archiv — info @ 11:12

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat am Internationalen Tag des Ehrenamtes von Bund und Ländern konkrete Maßnahmen zur Förderung des freiwilligen Engagements gefordert. ‚Die wertvolle Arbeit der Aktiven im Umwelt- und Naturschutz muss von Politikern und Behörden nicht nur wahrgenommen, sondern offensiv unterstützt werden‘, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. In Deutschland seien derzeit über 5 Millionen Menschen im Umwelt- und Naturschutz engagiert, 350.000 allein beim NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz.

‚Ohne ausreichende finanzielle und strukturelle Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements bleiben Tage wie heute ein Muster ohne Wert‘, so Billen weiter. Allein im NABU würden jährlich über 20 Millionen ehrenamtlicher Arbeitsstunden geleistet. Die Bereitschaft zur freiwilligen Arbeit für die Natur sei gewiss noch viel größer, müsse aber stärker als bislang gefördert werden: ‚Für ihre praktische Arbeit zahlen unsere Aktiven ordentlich drauf.‘ So sei es nicht einzusehen, dass zwar Bar- und Sachspenden steuerlich absetzbar seien, die unentgeltliche Dienstleistung für die Gesellschaft hingegen nicht. ‚Die steuerfreie Pauschale für Übungsleiter von Sportvereinen sollte auch für vergleichbare Tätigkeiten im Natur- und Umweltschutz gewährt werden‘, forderte der NABU-Bundesgeschäftsführer weiter. Darüber hinaus sollten ehrenamtliche Dienstleistungen künftig bei der Berechnung der Rente – etwa als Ersatzzeiten – angerechnet werden.

Zur Kompensation der massiven Einschnitte im Bereich des Zivildienstes müsse die Bundesregierung zügig ein Konzept vorlegen. Für den NABU wie für die anderen Umwelt- und Naturschutzverbände sei ein mindestens 13-monatiger Freiwilligendienst eine mögliche Lösung, so Billen: ‚Eine angemessene Vergütung, die Möglichkeit zur berufsvorbereitenden Qualifikation oder die Anrechnung als Wartezeit auf einen Studienplatz würden hier deutliche Anreize schaffen.‘

Links zum Thema Verbände.

BSE: Stellungnahmen zum Ursprung von BSE und damit zusammenhängenden Fragen

Themen: Archiv — info @ 10:12

Brüssel (agrar.de) – Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss (WLA), der die Europäische Kommission zu BSE und anderen multidisziplinären Fragen berät, veröffentlicht heute zwei Stellungnahmen zum Ursprung und zur Übertragung von BSE, zu den BSE-Fällen im VK bei Rindern, die nach dem Verfütterungsverbot für Fleisch- und Knochenmehl geboren wurden, und zu den Überwachungskriterien, um zuverlässige Daten über die Verbreitung von BSE und TSE bei Rindern, Schafen und Ziegen zu erhalten. Der Ausschuss aktualisierte auch eine ständige Stellungnahme zur Herkunftssicherung von Wiederkäuermaterial für Medizinprodukte.

Die Stellungnahme zu Ursprung und Übertragungswegen für BSE bestätigt weitgehend die bestehende wissenschaftliche Hypothese eines Prions unbekannten Ursprungs als Überträger für die Krankheit, hauptsächlich über Futtermittel und Verunreinigungen, zu einem geringeren Maße auch durch Weitergabe durch das Muttertier. Der WLA ist der Ansicht, dass keine der Alternativhypothesen eines ‚dritten‘ Übertragungsweges bislang wissenschaftlich untermauert werden konnte. Auch für Hypothesen über Faktoren, die die Empfänglichkeit von Rindern für BSE beeinflussen, gibt es derzeit keine nennenswerten Belege.

Die sechs bislang im VK festgestellten BSE-Fälle bei Rindern, die nach dem Verbot der Verfütterung von Fleisch- und Knochenmehl an Rinder vom August 1996 geboren wurden, geben dem WLA keinen Anlass anzunehmen, dass das BSE-Risiko im VK höher ist als bisher angenommen. Daher besteht keine Notwendigkeit, den wissenschaftlichen Standpunkt zum geburtsdatengestützten Exportsystem (DBES) oder andere Stellungnahmen zum Thema BSE zu revidieren.

Der Ausschuss legte weiter eine Stellungnahme zu den Überwachungs- und Testkriterien vor, die erfüllt sein müssen, damit glaubhafte und zuverlässige Daten über die Verbreitung von BSE und TSE bei Rindern, Schafen und Ziegen in der EU erfasst werden können. Die Stellungnahme legt die technischen Kriterien für Stichprobendesign, Stichprobenumfang, Konfidenzintervalle usw. fest. Die Probenahme bei Rindern sollte sich auf die Gruppe der Tiere mit erhöhtem Risiko (verendete Tiere usw.) konzentrieren. Das bedeutet auch, dass der Stichprobenumfang deutlich niedriger liegen kann als bei der Probenahme bei gesunden Schlachttieren. Bei Ziegen und Schafen sind Risikotiere sehr viel schwieriger zu ermitteln. Daher muss die Überwachung in den meisten Ländern die gesunden Schlachttiere erfassen, also entsprechend große Zahlen. Die Erhebungen müssten einher gehen mit Maßnahmen, die sicherstellen, dass TSE-verdächtige Tiere nicht bewusst aus dem Testprogramm heraus gehalten werden.

Der WLA aktualisierte außerdem seine Stellungnahme zur Herkunftssicherung von Medizinprodukten aus Ländern, in denen die Wahrscheinlichkeit von BSE sehr gering ist. Die Verwendung von Katgut aus solchen Ländern stellt nach Ansicht der Wissenschaftler derzeit kein Risiko dar.

Links zum Thema BSE.

Niedersachsen: Starke Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 09:12

638 landwirtschaftliche Betriebe wollen bis zu 400 Mio. DM investieren

Hannover (agrar.de) – Der Investitionswille niedersächsischer Landwirte bewege sich auch 2001 ungebrochen auf höchstem Niveau. Was eindeutig durch jetzt vorliegende Zahlen des im niedersächsischen Förderprogramm ProLand enthaltenen AFP (Agrarinvestitionsförderungsprogramm) belegt werde, betonte heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels. Insofern seien die Äußerungen des deutschen Bauernpräsidenten, die der in bezug auf den gestern bekannt gegebenen ‚Einkommensrekord der Bauern‘ machte, nicht nachzuvollziehen. Sonnleitner sagte, die Investitionsbereitschaft sei trotz des Einkommenszuwachses so niedrig wie noch nie. ‚Das mag in Bayern zutreffen, in Niedersachsen jedenfalls nicht‘, unterstrich Bartels.

Das im Jahr 2001 verfügbare Förderungsmittelvolumen von rd. 82 Mio. DM, das in etwa dem des Vorjahres entspreche und den Zehnjahreszeitraum vor ProLand um jährlich rd. 30 Prozent übersteige, ist durch Bewilligungen an 683 Betriebe gebunden. Dahinter stünden Investitionen in einer Größenordnung von rd. 375 bis 400 Mio. DM. Bei den geförderten Maßnahmen dominierten die Stallneubauten mit einem Anteil von rd. 70 Prozent. Zurzeit bestehe ein Antragsüberhang mit einem Bedarf von rd. 30 Mio. DM Förderungsmitteln, der aber angesichts des auch im Jahre 2002 ausreichend hoch dotierten Programmes kein Problem darstelle, so Bartels weiter. Er empfehle jedem Antragsteller, sich frühzeitig um die entsprechenden Baugenehmigungen zu bemühen, weil nur so, per Bewilligungsverfahren oder Voranfragebescheid, ein zügiger Investitionsbeginn sichergestellt werden könne, fügte Bartels hinzu.

Ein deutliches Zeichen für die ungebrochene Investitionsbereitschaft der Landwirte sei übrigens auch der termingerechte Mittelabfluss für Bewilligungen aus dem Vorjahr. Das zeige, dass bewilligte Maßnahmen zügig umgesetzt worden seien, und außerdem, dass die im Rahmen von ProLand vorgegebene Kontinuität für die Durchführung des AFP auch zu einer Beruhigung des Antragsverfahrens geführt habe. Die in früheren Jahren vielfach beobachtete ‚vorsorgliche‘ Antragstellung jedenfalls sei verschwunden.

Links zum Thema Wirtschaft, Links zum Bundesland Niedersachsen.

04. Dezember 2001

Sachsen: Öko-Kost in den Kantinen der Staatsregierung

Themen: Archiv — info @ 15:12

Dresden (agrar.de) – Seit dem 28. November bieten die Kantinen des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums Gerichte mit ökologischen Zutaten an. Ab heute startet der Testbetrieb auch in der Staatskanzlei. Von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath angeregt und durch den Leipziger Umweltbund Ökolöwe organisiert, können sich die Mitarbeiter der Staatsministerien an drei Tagen für ein Mittagessen, gekocht mit Öko-Lebensmitteln, entscheiden.

‚Mehr Großverbraucher kurbeln den Öko-Markt an‘, so Flath. Der Minister hofft, dass eine solche Aktionswoche den hiesigen Landwirten zusätzlich Impulse gebe, um ihren Betrieb auf ökologische Produktion umzustellen. Denn derzeit wirtschaften erst 2,6 Prozent der Landwirte auf 1,6 Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche nach ökologischen Gesichtspunkten.

Das sei noch zu wenig, sagte Flath. Zunächst jedoch müßten die Kollegen trotz des höheren Preises für das Essen mit ökologischen Zutaten ‚ran an die gute Kost‘. Denn nur, wenn das Angebot auf genügend Resonanz stößt, sei an eine Fortsetzung oder gar einen Normalbetrieb gedacht.

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Thema %url3%Bio-Landbau%/%.

Mecklenburg-Vorpommern: Waldzustandsbericht 2001 vorgelegt

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 12:12

Schwein (agrar.de) – ‚Seit 1994 verzeichnen wir einen ausgeglichenen Gesundheitszustand der Wälder, der durch die diesjährige Waldzustandserhebung bestätigt wurde‘, so Landwirtschaftsminister Till Backhaus bei der heutigen Vorstellung des Waldzustandsberichts 2001.

44 Prozent aller Stichprobenbäume in Mecklenburg-Vorpommern weisen keine sichtbaren Schadensmerkmale auf. Nur leicht geschädigt sind 40 Prozent der Bäume. Bäume mit deutlichen Schäden (über 25 Prozent Nadel-/Blattverlust) haben einen Anteil von 16 Prozent, was dem Ergebnis aus dem Vorjahr entspricht. Zwei (= 0,1 Prozent) der insgesamt 1.872 Probebäume sind in diesem Jahr abgestorben. Dabei handelt es sich um eine Buche und eine Birke. Die Ursache war in beiden Fällen nicht mehr feststellbar. Die mittlere Kronenverlichtung aller Probebäume schwankt seit 1994 um 15 Prozent und liegt aktuell bei 16 Prozent.

Bei der Kiefer beträgt der Anteil deutlicher Schäden 13 Prozent (Vorjahr = 12 Prozent). Es bleibt abzuwarten, wie sie in den nächsten Jahren auf die zurückliegenden feuchtwarmen Winter mit kaum vorhandener Vegetationsruhe reagieren wird. Häufig tritt in solchen Situationen wegen des erhöhten Verbrauchs von Reservestoffen eine Vitalitätsschwächung auf.

Die Fichte zeigt offenbar schon Auswirkungen in der Vitalität auf die zuvor geschilderte besondere Witterungssituation. Sie weist den größten Anstieg bei den deutlichen Schäden von 9 Prozent im Vorjahr auf 22 Prozent in diesem Jahr auf.

Die Buche hat sich vom starken Fruchtbehang (Vollmast) im letzten Jahr nur mäßig erholt. Die deutlichen Schäden gingen von 57 Prozent im Vorjahr auf diesjährig 44 Prozent zurück.

Die deutlichen Schäden bei der Eiche befinden sich seit 1997 auf einem relativ hohem Niveau (zwischen 21% und 28%). Der positive Trend des Vorjahres mit 24 Prozent deutliche Schäden hat sich leider nicht fortgesetzt. Es kam im Gegenteil zu einem Anstieg der deutlichen Schäden auf 31 Prozent bei der diesjährigen Erhebung.

Die ‚Sonstigen Laubbäume‘ zeigten in diesem Jahr einen geringen Schadensrückgang auf nunmehr 8 Prozent deutliche Schäden. Deutlich verbessert hat sich der Kronenzustand der ‚Sonstigen Nadelbaumarten‘ von 20 Prozent deutliche Schäden im Vorjahr auf 5 Prozent in diesem Jahr.

Folgende Gründe bedingen vor allem den insgesamt guten Waldzustand in M-V :

– die für das Waldwachstum günstigen Witterungsbedingungen der letzten Jahre, vor allem die positive Niederschlagsbilanz in den Jahren 1993-´95 sowie 1998-`99,

– die Latenz der Holz- und Rindenbrüter, besonders der Fichtenborkenkäferarten, die sich in der niedrigsten Schadholzmenge seit 1992 widerspiegelt, und

– der Rückgang des Eintrags einzelner Luftschadstoffe, insbesondere der Schwefelverbindungen.

Auch in diesem Jahr ist erfreulicherweise die Beteiligung von Insekten, Pilzen und Wildtieren am Schadgeschehen gering. Trotz dieser entspannten Waldschutzsituation muss die Entwicklung der verschiedenen Schaderreger weiterhin kontinuierlich überwacht werden.

Schäden durch Sturm und Nassschnee waren im Berichtsjahr gering (rd. 4600 Fm). Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (Darß) zeigen die seit dem Frühjahr 2000 laufenden gemeinsamen Untersuchungen der Forst-/ Nationalpark- und Naturschutzverwaltung, dass der befürchtete Anstieg der Populationsdichte der Holz- und Rindenbrüter nach den dort aufgetretenen Sturmschäden 1999/2000, auf Grund der für diese Insektenarten ungünstigen Witterung sowie durch das Ausbleiben weiterer Windwürfe, nicht eingetreten ist. Die Entwicklung wird weiterhin überwacht.

Waldbrände spielten im Vergleich mit sogenannten Hauptwaldbrandjahren wie z.B. 1992 eine eher untergeordnete Rolle. Insgesamt kam es zu 29 Bränden bei denen 3,55 ha Wald vernichtet bzw. stark geschädigt wurden. Es entstand nach vorläufigen Berechnungen ein forstlicher Schaden von 40 TDM.

Zeitraum; Anzahl; Brandfläche; Schaden 1992; 242; 104,70 ha; 397 TDM 2001; 29; 3,55 ha; 40 TDM

Neben dem diesjährigen Witterungsgang ist die positive Entwicklung seit 1992 Ergebnis der kontinuierlichen Waldbrandvorbeugungsmaßnahmen der Forstbehörden, der Verbesserung der Ausstattung der Feuerwehren sowie der guten Zusammenarbeit beider Bereiche vor Ort. Dem Einsatz der Forstbediensteten und der Feuerwehrleute ist es zu danken, dass größere Schäden vermieden werden konnten.

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Qualitätsweingüter: Exzellente Weinernte 2001

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Hessen,Statistik,Wein — info @ 11:12

Wallhausen (agrar.de) – In diesen Tagen endet die Weinlese auch bei den Prädikatsweingütern. Die Spitzenweingüter aller Weinregionen sind sich im Urteil einig: Hochkarätiges, gesundes Lesegut brachte exzellente Moste, die überwiegend im Spät- und Auslesebereich liegen. Die Mengen sind weit unterdurchschnittlich und bewegen sich zwischen 30 hl/ha und 65 hl/ha. Für ihre Geduld, den nassen September abzuwarten wurden die VDP-Winzer belohnt: vom Gutswein bis zum Ersten Gewächs und Trockenbeerenauslesen konnten sie Wunschqualitäten einbringen. Und noch immer harren etliche Flächen ‚Väterchen Frost‘, um die raren Eisweine zu keltern.

Dabei fing die Lese mit einem verrückten Vegetationsverlauf an: Durch den verregneten September deutete vieles auf einen ähnlich problematischen Herbst wie 2000 hin, dann aber riss der Himmel auf und während des ganzen Oktobers gab es praktisch keinen Regen mehr. Nicht nur in Baden-Württemberg war es der wärmste Oktober in über 200 Jahren mit einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 14,1o C und 166 Sonnenstunden im Vergleich zu durchschnittlich 121,5.

Mosel-Saar-Ruwer: Hier ist die Lese in den letzten Zügen. Doch wird schon jetzt von einem Traumjahrgang gesprochen, der mit 1990 verglichen wird. Die Qualitäten liegen alle ausnahmslos im Spät und Auslesebereich bei bis zu 30 Prozent niedrigeren Erntemengen als im Vorjahr. Parzellen, die ausgedünnt oder knapp angeschnitten wurden lagen im Ertrag extrem niedrig, teils unter 35 hl/ha. Reife Säuren kennzeichnen die Rieslingweine.

Ahr: ‚Besser ist kaum möglich,‘ meint Marc Adeneuer kurz und knapp zum Ernteverlauf an der Ahr.

Mittelrhein: Der Riesling ist am Mittelrhein hervorragend mit dem nassen September zurecht gekommen. Spät- und Auslesen konnten ohne weitere Selektion vom Stock gelesen werden. Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen waren möglich. Auch Spätburgunder brillieren mit Top-Qualitäten.

Rheingau: Unglaubliche 80 Prozent Prädikatsweinanteil konnte in manchen Weingütern eingebracht werden. Die Ernteerträge bewegen sich bei den Weingütern zwischen 45 hl/ha und 63 hl/ha im Durchschnitt. Das Gros der Rieslingtraubenmoste liegt im Bereich ab 85o Oechsle bei äußerst gesundem Lesegut. Beim Spätburgunder musste leicht zwischen gesunden und etwas faulen Beeren selektioniert werden. Die in der Ausgärung befindlichen Jungweine weisen auf eine außergewöhnlich feine Struktur, volle Fruchtaromen und eine reife überaus harmonische Säurestruktur hin.

Nahe: ‚Moste mit hoher Reife, passender Säure haben Top-Qualitäten erbracht, die im wichtigen Sektor Kabinett und Spätlese sehr stark ‚tiefgestapelt’ sein werden,‘ meint Werner Schönleber aus Monzingen. Auch an der Nahe schließt man sich dem Qualitäts-Credo der anderen Regionen an. Zahlreiche Weingüter, z.B. Schlossgut Diel, haben noch bis zu 8% der Flächen für Eiswein hängen lassen – aber auch schon die ersten eingebracht.

Rheinhessen: Einzig mit der Menge sind die Prädikatsweingüter in Rheinhessen nicht zufrieden. Über die Ergebnisse bei den Burgundersorten ist man besonders erfreut. Obwohl diese meist als Spätlesequalität geerntet wurden, werden sie als gehaltvolle Gutsweine (Qualitätsweine) auf den Markt kommen.

Pfalz: Wer im Außenbereich im Lauf dieses Jahres seine Hausaufgaben mehr als gut gemacht hatte, gehörte in diesem Herbst bestimmt zu den Gewinnern. Das heißt konsequentes Ausdünnen schon nach der Blüte, Entblättern der Traubenzone zum richtigen Zeitpunkt und eine sehr späte Abschlussspritzung. Das Ergebnis: kerngesundes Lesegut bis in den November hinein, so dass das Sonnenpaket des Monats voll ausgenutzt werden konnte, da Fäulnis kaum ein Thema war. Ob Weissburgunder oder Chardonnay, Grauburgunder oder Gewürztraminer, auch beim Riesling waren Mostgewichte bis zu 100o Oe. keine Seltenheit. Bei spät gelesenen Rieslingmosten lag die Säure teilweise unter 8‰. ‚Der goldene Oktober mit T-Shirt Temperaturen Tag und Nacht brachte uns einen nie da gewesenen Rotweinjahrgang – ja sogar der Cabernet Sauvignon wurde reif,‘ ergänzt Christian Guradze, Weingut Dr. Bürklin-Wolf.

Franken: Bei marktgerechter Menge wurde vom gehobenen Qualitätswein für die Literflasche bis zur Beerenauslese – natürlich beim Rieslaner – alles geerntet, meint das Weingut Kreglinger aus Segnitz. Die Silvaner versprechen nach Selektionsarbeit große Weine. Spät- und Auslesen waren insbesondere bei Riesling (mit kräftiger, reifer Säure!) und den Burgundersorten keine Seltenheit. Die Rotweine aus gesundem, voll durchgereiftem Lesegut sind in Farbe und Charakter gut.

Die Erträge sind zufriedenstellend und liegen mit 50 – 75 hl/ha, je nach Sorte, im angestrebten Zielbereich. ‚Die Ernte ist auch ein Ergebnis von intensiv durchgeführten Ertragsregulierungen bzw. qualitätssteigernden Maßnahmen,‘ so Horst Kolesch vom Würzburger Juliusspital.

Württemberg: In Württemberg liegt der Ertrag etwa 20 Prozent unter dem des Vorjahres. Graf Adelmann vermeldet 57 hl/ha gegenüber 105 hl im Landesdurchschnitt. Die Rotweine werden als sehr körperreich und extraktvoll bezeichnet. Clevner erbrachte z.B. 93 Oechsle, Samtrot 94 Oe,. Die weißen Spätlesen sind reintönig, auffallend fruchtig mit moderater Säure. Gert Aldinger meint ‚Der Jahrgang 2001 ist perfekt‘.

Baden: Neben vielen hochwertigen Spät- und Auslesen wurden auch „Höchstergebnisse im edelsüßen Bereich erzielt. Im Keller liegen fruchtige, im Geschmack sehr klare Jungweine, die von ihren Säure- und Extraktwerten sehr harmonische Weine erwarten lassen. Erhard Heitlinger schätzt die Qualität der Weißweine im Jahrgang 2001 als den Rotweinen überlegen ein. ‚Ein guter Jahrgang, der für die ersten ‚Großen Gewächse‘ in Baden ein gutes Startkapital ist‘ meint Regina Stigler aus Ihringen.

‚Die Prädikatsweingüter haben mir ihrer Geduld im September alles auf eine Karte gesetzt und diesen Poker gewonnen. Nun haben wir ein exzellentes Weinportfolio im Keller liegen, das anläßlich der Frühjahrs-Weinbörse im April 2002 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Jahrgang den Nachfrageboom nach deutschen Spitzenweinen weiter verstärken wird. Hinzu kommt, das erstmals mit dem Jahrgang viele ‚klassifzierte Lagenweine‘ bzw. ‚Erste Gewächse‘ gemäß unseres jüngst beschlossenen Casteller Klassifikationsstatuts auf den Markt kommen werden. Dass die Voraussetzungen für erstklassige terroirgeprägte Weine in diesem Jahr optimal waren, freut uns dabei natürlich ganz besonders‘ beschreibt Michael Prinz zu Salm-Salm, Präsident der Prädikatsweingüter, die Marktchancen des Jahrgangs 2001.

Information: Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter, Im Johannishof, 55435 Gau-Algesheim, Tel.: 06725-30860, Fax: 06725-308610, E-Mail.

Links zum Thema Wein.

03. Dezember 2001

Broschüre „Aufgaben und Ziele der deutschen Naturparke“ erschienen

Themen: Archiv — info @ 16:12

Bispingen (agrar.de) – Der Verband deutscher Naturparke (VDN) hat seine Broschüre ‚Aufgaben und Ziele der deutschen Naturparke‘, die erstmals vor 15 Jahren erschienen ist, nach 1994 nun zum zweiten Mal fortgeschrieben.

Vor der Hintergrund der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes haben die 92 Naturparke, die rund ein Viertel der Fläche Deutschlands einnehmen, ihre Aufgaben und Ziele sowie ihr Leitblid neu definiert. Neben den bekannten Naturparke-Aufgaben wie Erholungsvorsorge, nachhaltiger Tourismus, Naturschutz und Umweltbildung hebt der VDN nun auch die Leistungen und Chancen hervor, die Naturparke für eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes bieten.

Die aktuelle zweisprachige Broschüre (deutsch und englisch) enthält in einem umfangreichen Anhang unter anderem sämtliche Anschriften der deutschen Naturparke, statistisches Material und eine Übersichtskarte. Sie umfaßt 64 Seiten und kann beim VDN, Niederhaverbeck 7, 29646 Bispingen bezogen werden (Tel.: 05198-987033, Fax: 05198-987039, E-Mail.

Links zum Thema Schutzgebiete.

Mecklenburg-Vorpommern: Regionalentwicklungskonzepte für den ländlichen Raum

Themen: Archiv — info @ 16:12

Schwerin (agrar.de) – Mit der heutigen Veröffentlichung im Amtsblatt Mecklenburg-Vorpommern beginnt die Bewerbungsfrist für den Landeswettbewerb im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative Leader+ zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Die ländlichen Regionen des Landes werden aufgerufen, die erfolgreiche Arbeit im Rahmen des Vorläuferprogramms LEADER II fortzusetzen und sich aktiv am LEADER+ – Wettbewerb zu beteiligen. Aus dem Programm sollen Fördermittel der Europäischen Union in Höhe von 22,11 Mio. Euro ins Land fließen. Abgabetermin für die kompletten Bewerbungsunterlagen der ersten Auswahlrunde ist der 15. Februar 2002. Im II. Quartal des Jahres 2002 ist eine zweite Ausschreibungsrunde vorgesehen.

Anwendungsgebiet der Gemeinschaftsinitiative ist der ländliche Raum des Landes nach der Definition des Landesraumordnungsprogramms. Ausgeschlossen sind damit die sogenannten Ordnungsräume um die kreisfreien Städte des Landes und auch das mecklenburgische Umland der Hansestadt Lübeck. Die LEADER+ – Gebiete sollen eine Bevölkerung von mindestens 10.000 und höchstens 100.000 Einwohnern umfassen. Gegenstand des Wettbewerbes ist die Bewerbung sogenannter ‚Lokaler Aktionsgruppen‘ mit ihren pilothaften, innovativen und integrierten Regionalentwicklungskonzepten. Es werden höchstens 12 Lokale Aktionsgruppen ausgewählt. Die Förderung erfolgt für die Einzelprojekte zur Umsetzung der Entwicklungsstrategie in dem definierten LEADER+ – Gebiet.

Das Landesprogramm Mecklenburg – Vorpommern liegt derzeit der Europäischen Kommission zur Genehmigung vor. Daraus werden voraussichtlich 22,11 Mio. Euro Fördermittel der Europäischen Union für den ländlichen Raum des Landes zur Verfügung gestellt.

Weiterführende Unterlagen mit Mindestvorgaben für das einzureichende Regionalentwicklungskonzept können im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei bei Frau Dr. Hussel: Tel.: 0385/588 6353; E-Mail und Frau Michaels: Tel.: 0385/588 6358; E-Mail angefordert werden. Die Ausschreibung ist ebenfalls auf der Internetseite des Ministeriums zu finden.

Links zum Thema %url4%Landentwicklung%/%, Links zum Bundesland %url5%Mecklenburg-Vorpommern%/%.

Baden Württemberg: Neue Landschaftspflegerichtlinie in Kraft

Themen: Archiv — info @ 15:12

Stuttgart (agrar.de) – ‚Die Landschaftspflegerichtlinie ist ein maßgebliches Förderinstrument im Naturschutz und in der Landschaftspflege in Baden Württemberg‘, stellte der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele MdL, am 1. Dezember fest. Der Minister teilte mit, dass die neue Landschaftspflegerichtlinie in Kraft getreten ist. Sie löst die Richtlinie aus dem Jahr 1990 ab. Mit der neuen Landschaftspflegerichtlinie stehe, so der Minister ein Instrument zur Verfügung, das vor allem den Anforderungen an eine zielgerichtete Förderung gerecht werde.

In die neue Richtlinie wurde eine Reihe von Änderungsvorschlägen, die eine Evaluation der alten Landschaftspflegerichtlinie erbrachte, berücksichtigt. Außerdem wurden die bisher eigenständige Grunderwerbsrichtlinie und eine ebenfalls eigenständige Durchführungsrichtlinie integriert. Neu ist auch, dass zum Beispiel Investitionen und Vermarktungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Naturschutzzwecken unterstützt werden können.

Die Landschaftspflegerichtlinie ist die finanzielle Grundlage für umfangreiche Maßnahmen in der Biotopvernetzung, für die Offenhaltung der Mindestflur in der Kultur- und Erholungslandschaft sowie für den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft. Mit der Landschaftspflegerichtlinie werde, laut Minister Stächele, auf freiwilliger Basis die Pflege ökologisch wertvoller Flächen sowie eine naturschutzorientierte Nutzung durch die Landwirte erreicht. Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum ist bestrebt, die Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Bereich des Vertragsnaturschutzes weiter auszubauen. Die Landschaftspflegerichtlinie ist auch wesentliche Fördergrundlage bei der Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 und für großflächige Naturschutzprojekte wie das Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt (PLENUM).

Im Jahr 2000 wurden für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege einschließlich Biotopvernetzung und Sicherung der Mindestflur in Baden-Württemberg rund 41 Millionen Mark eingesetzt. Derzeit sind über 13.000 Pflege- und Extensivierungsverträge abgeschlossen, für die jährlich 18 Millionen Mark im Landeshaushalt bereitgestellt werden.

Links zum Programm PLENUM, Links zum Thema Natura 2000, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

ASG-Jahrestagung in Göttingen

Themen: Archiv — info @ 13:12

Bartels: Neue Agrarpolitik erfordert viel Fingerspitzengefühl

Göttingen (agrar.de) – ‚Qualitätssicherung und Umweltschutz contra Wettbewerbsfähigkeit‘ lautete das Motto der Jahrestagung der Agrarsozialen Gesellschaft am 30. November in Göttingen. Dahinter verberge sich der leise Vorwurf, dass das Thema ‚Wettbewerbsfähigkeit‘ für die neue Agrarpolitik keine große Bedeutung mehr hätte. Für Niedersachsen, als das Agrarland Nr. 1 in Deutschland, wäre es allerdings fatal, wenn dieser Vorwurf berechtigt wäre, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels in Göttingen.

Das Tagungsthema beschreibe aber seiner Ansicht nach nur einen scheinbaren Widerspruch. Denn Wettbewerbsfähigkeit bedeute nicht nur zu möglichst niedrigen Stückkosten produzieren zu können, sondern Wettbewerbsfähigkeit bedeute auch, den Qualitätsansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden. ‚Was hilft es, wenn ich kostengünstig produziere, mein Produkt aber nicht am Markt absetzen kann‘, so Bartels.

Die BSE-Krise habe darüber hinaus deutlich gemacht, dass auch Umwelt- und Tierschutzaspekte ganz wesentlich für die Akzeptanz von Nahrungsmitteln sind. D. h., dass sich landwirtschaftliche Produkte nur dann erfolgreich am Markt halten können, wenn in zunehmendem Maße Umwelt- und Tierschutzstandards Rechnung getragen wird.

Auch die von Minsterpräsident Gabriel eingesetzte Regierungskommission ‚Zukunft der Landwirtschaft – Verbraucherorientierung‘ komme zu dem Ergebnis, dass Verbraucherschutz, Umwelt- und Tierschutz für die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft entscheidende Eckpfeiler seien. Allerdings sollte der Staat vor allem diejenigen Dinge regeln, die der Markt nicht hervorbringt.

Für besonders hohe Produktionsauflagen z. B., die zu Wettbewerbsverzerrungen führen und nicht am Markt entgolten werden, sehe er, wie auch die Regierungskommission, die Notwendigkeit von Kompensationszahlungen oder Steuern.

In vielen Bereichen fühle er sich, so Bartels weiter, durch den Bericht der Regierungskommission bestätigt. Es komme nun darauf an, weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Verbraucher-, Tier- und Umweltschutzes sowie der Wettbewerbsfähigkeit in die praktische Politik umzusetzen. Dazu sei allerdings viel Fingerspitzengefühl erforderlich, fügte Bartels hinzu.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 >>



   (c)1997-2017 @grar.de