29. Dezember 2001

Positionspapier Öko-Landbau und Grüne Gentechnik

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 14:12

Frankfurt/Berlin (agrar.de) – Aus Sicht des ökologischen Landbaus stellen die Erzeugung und Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) keine nachhaltige und damit zukunftsweisende Technologie dar. Vielmehr ist sie, so die Arbeitsgemeinschaft Lebensmittel ohne Gentechnik (ALOG) in einem Positionspapier zur aktuellen Debatte um die ‚Grüne Gentechnik‘, die ‚konsequente Weiterführung der Ausrichtung der konventionellen Lebensmittelproduktion im Sinne der Reduktion der Natur auf Funktionseinheiten‘. Deshalb dürften bei der Herstellung und Verarbeitung von ökologischen Lebensmitteln keine GVO und deren Derivate verwendet werden.

Dr. A. Beck und Dr. R. Hermanowski von der ALOG sehen durch die kommerzielle Freisetzung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen Folgen, die in ihrer Tragweite derzeit nicht absehbar sind. Und: Freisetzungen könnten nicht wieder rückgängig gemacht werden. Verschiebungen im ökologischen Gleichgewicht zwischen Nutzpflanzen, Wildpflanzen und Mikroorganismen seien nicht auszuschließen. Zudem fördere die Gentechnologie die Abhängigkeit der Landwirtschaft von der Agroindustrie. Es sei ethisch, wirtschaftlich und marktpolitisch nicht vertretbar, dass in Zukunft möglicherweise die Ernährungssicherheit der Menschen weltweit von den ökonomischen Zielen einiger weniger Konzerne abhänge.

Der Eintrag von gentechnisch veränderten Organismen in die ökologische Erzeugung und Verarbeitung müsse so weitgehend wie möglich verhindert werden. Aber selbst der Öko-Landbau könne nicht garantieren, dass Nahrungsmittel absolut gentechnikfrei bleiben, denn er ist kein vollständig abgeschlossenes System. Belastungen von Öko-Produkten mit GVO könnten auf folgenden Wegen erfolgen:

– Kontaminationen von benachbarten Feldern (z. B. Auskreuzungen und Pollenflug), – über den Zukauf von im Rahmen der EU-Öko-Verordnung erlaubten konventionellen Futtermitteln, die mit GVO kontaminiert sind, – über kontaminierte erlaubte konventionelle Zutaten und Hilfsstoffe, – durch unbeabsichtigte Vermischungen in Verarbeitungsbetrieben.

Das Positionspapier kommt zu folgendem Resümee:

‚Durch unkontrollierbare Ausbreitung im Anbau und Vermischungen beim Transport sowie bei der Verarbeitung gefährdet die Gentechnik den ökologischen Landbau, der auf den Einsatz der Grünen Gentechnik verzichtet. Die drohende Zulassung des kommerziellen Anbaus von Gen-Mais würde diese Problematik erheblich verschärfen, weshalb diese Zulassung strikt abzulehnen ist. Kann dies nicht verhindert werden, müssen die Anwender sicherstellen, dass Öko-Landwirte und andere Erzeuger, die auf GVO verzichten, nicht durch Kontaminationen mit GVO geschädigt werden, indem technische (Sicherheitsabstände) und haftungsrechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Schon jetzt gilt es, angesichts von Importen gentechnisch veränderter Futtermittel Warenströme von konventionellen und ökologisch erzeugten Futtermitteln bei Transport, Lagerung und Verarbeitung noch besser zu trennen und die Warenströme entsprechend zu dokumentieren, um Belastungen von Öko-Futtermitteln mit GVO so weit wie möglich auszuschließen.‘

Mitglieder der 1999 gegründeten ALOG sind die ArbeitsGemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL), die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (%url5%FiBL%/%), der Verband der Reformwarenhersteller (%url7%VRH%/%) sowie die österreichische ARGE Gentechnik-frei und die niederländische Biologica (het Platform voor Biologische Landbouw en Voeding). Die Arbeitsgemeinschaft entwickelte und betrieb bis zum letzten Herbst ‚%url6%InfoXgen%/%‘ einen Internet-Marktplatz für die Nahrungsmittelherstellung ohne Gentechnik.

Positionspapier der ALOG (%url11%DOC-Datei%/%, als ZIP-Archiv) Links zum Thema %url9%Bio-Landbau%/%, Links zum Thema %url10%Biotechnologie%/%.

Immer mehr Bauernhöfe geben Tierhaltung auf

Themen: Archiv — info @ 11:12

Berlin (agrar.de) – In Deutschland ist die Zahl der viehhaltenden Betriebe im zurückliegenden Jahr deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Situationsberichtes des Deutschen Bauernverbandes (DBV) wurden bei der letzten Viehzählung im Mai 2001 in Deutschland noch 216.800 Betriebe mit Rinderhaltung gezählt.

Damit sank ihre Zahl innerhalb eines Jahres um 8.000, ein Minus von vier Prozent. Um 9.000 ging die Zahl der schweinehaltenden Betriebe auf 114.400 zurück (minus sieben Prozent). Betriebe mit Schafhaltung gab es noch rund 30.900 und damit knapp 700 weniger als vor Jahresfrist (minus zwei Prozent). Schwerpunkte der Rinder- und Schweinehaltung sind die Bundesländer Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Bayern und Niedersachsen werden nahezu die Hälfte der deutschen Rinder gehalten (Bayern 28 Prozent, Niedersachsen 20 Prozent). Die Schweinehaltung konzentriert sich mit einem Anteil von 29 Prozent auf Niedersachsen und von 24 Prozent auf Nordrhein-Westfalen.

Angesichts der im Situationsbericht ebenfalls dokumentierten geringen Investitionsneigung der Landwirte erwartet der Bauernverband, dass diese Entwicklung weiter anhält. Während zahlreiche Betriebe aus der Tierhaltung aussteigen, stocken die verbleibenden ihre Tierbestände auf.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV [1]), Pressestelle, Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

28. Dezember 2001

NABU ehrt Bauernpräsident Sonnleitner mit dem „Dinosaurier des Jahres 2001“

Themen: Archiv — info @ 10:12

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat Gerhard Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), mit dem ‚Dinosaurier des Jahres 2001‘ ausgezeichnet. Sonnleitner erhalte Deutschlands peinlichsten Umweltpreis für seine konsequente Bremsleistung in Sachen Agrarwende, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen in Bonn: ‚Der oberste deutsche Bauernfunktionär repräsentiert einen Filz, der die eigene Mitverantwortung für Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft schlichtweg leugnet und gegen jede noch so überfällige Reform lautstark ins Feld zieht.‘

Nach einer durch den BSE-Skandal ausgelösten Schrecksekunde hätten Sonnleitner und der DBV schon zu Beginn des Jahres wieder munter eine Politik des ‚Weiter so‘ propagiert. ‚Die Bauern als Opfer, schuld an der Misere sind Politiker, Handel und Verbraucher – Gerhard Sonnleitner betreibt Lobbyarbeit auf eine bemerkenswert schlichte Art‘, sagte Billen. Zweifellos bekämen gerade viele Kleinbauern das Leben schwer gemacht, aber weder von Renate Künast noch von den bösen Verbrauchern, sondern von ihrer eigenen Standesvertretung: ‚Der Deutsche Bauernverband hat in den letzten Jahren eine Agrarpolitik unterstützt, die der bäuerlichen Landwirtschaft zunehmend das Wasser abgräbt‘, so der NABU-Bundesgeschäftsführer. Dem DBV gehe es offensichtlich in erster Linie um Pfründesicherung, damit allerdings treibe er die organisierte Bauernschaft immer weiter an den Rand der agrarpolitischen Reformdebatte.

Sonnleitners ständige Litanei gegen jeden noch so überfälligen Reformschritt – vom Bundesnaturschutzgesetz bis zur Ökosteuer – habe im Jahresverlauf schon beinahe groteske Züge angenommen. ‚Finanzielle Umschichtungen zugunsten des ökologischen Landbaus, dringend erforderliche Verbesserungen bei der Tierhaltung, Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln – dazu fällt dem DBV nichts weiter ein als ein permanentes Nein‘, sagte Billen. Der Interessenvertretung eines Berufsstandes, der pro Jahr mit über 25 Milliarden Mark aus öffentlichen Mitteln subventioniert werde, stehe eine solche Verweigerungshaltung schlecht zu Gesicht.

Als besonders absurd wertete Billen die ständigen Angriffe Sonnleitners gegen Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast, deren angebliche ‚Hetzparolen‘ und ‚landwirtschaftliche Träumereien‘ weder Landwirten noch Verbrauchern helfen und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gefährden würden. ‚Wenn der DBV-Chef seinen Job nur halb so gut machen würde wie die Verbraucherschutzministerin, müsste einem weder um die Agrarwende noch um die Landwirte bange sein‘, meinte Billen. Von 1949 bis zum Jahr 2000 habe sich die Zahl der Höfe in Deutschland von 1,6 Millionen auf 421.000 reduziert, die Zahl der landwirtschaftlichen Erwerbstätigen von 4,8 Millionen auf 962.000 abgenommen. ‚Angesichts dieser Bilanz sollte Herr Sonnleitner gegenüber Renate Künast mit dem Vorwurf der Arbeitsplatzgefährdung zurückhaltender sein‘, so Billen.

Als besonders hinderlich für die Umsetzung der Agrarwende bezeichnete NABU-Bundesgeschäftsführer Billen die Lobbyverflechtungen in der deutschen Landwirtschaft. So sei es ein Unding, wenn die zum Großteil aus Steuermitteln finanzierten landwirtschaftlichen Beratungsgremien vielfach von Bauernfunktionären kontrolliert würden. Auch seien die skandalösen Zustände in deutschen Putenmastanlagen eine direkte Folge der marktbeherrschenden Stellung weniger agrarindustrieller Großunternehmen, so Billen weiter: ‚Hier wird wieder einmal moderne Interessenvertretung mit rückwärtsgewandter Besitzstandswahrung verwechselt.‘

Mit dem ‚Dinosaurier des Jahres‘, der aus Zinn gegossenen und 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, bedenkt der NABU seit 1993 solche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich sowohl durch herausragende Einzelleistungen als auch durch die Summe ihres Gesamtwerkes in Sachen Umweltschutz als besonders antiquiert erwiesen haben. Die letzten drei Preisträger waren:

– 2000 Lee R. Raymond, Präsident des Ölkonzerns Exxon – 1999 der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) – 1998 Otto Majewski, Bundesvorsitzender der Bayernwerk AG

Information: NABU-Pressestelle, Tel.: 0228-4036-140, Mobil: 0172-5970749

Links zum Thema Umweltpreise, Links zum Thema %url4%Agrarpolitik%/%.

21. Dezember 2001

In eigener Sache – Umfrage

Themen: Archiv — info @ 12:12

Rheine (agrar.de) – Am 13.12. befragten wir Sie zu Ihren Wünschen und Gewohnheiten bezüglich unseres Nachrichtendienstes @grar.de Aktuell. Innerhalb der ersten Woche trafen insgesamt 774 Antworten ein. Knapp 70 Prozent der Antwort-Mails erreichten uns bereits am Tag der Umfrage.

Heute stellen wir Ihnen einige Ergebnisse der Umfrage vor:

Auf die Frage ‚Wie oft holen Sie Ihre E-Mail vom Server?‘ antworteten 61 Prozent mit ‚Mehrmals täglich‘, einmal am Tag holen etwa 28 Prozent ihre Post ab. 11 Prozent der Antworten verteilten sich zu etwa gleichen teilen auf ‚1 mal in der Woche‘ und 2 ‚mal in der Woche‘.

Uns interessierte, wieviele Nachrichten Sie *maximal* pro Tag erhalten möchten. Nur eine pro Tag wünschen 15 Prozent, drei pro Tag bevorzugen 29 Prozent und fünf pro Tag möchten 15 Prozent. 34 Prozent wollten alle Nachrichten, unabhängig davon, wieviele wir verschicken.

Zur Frage ‚Welche Themen interessieren Sie besonders?‘ konnten mehrere Antworten gewählt werden. Hier die Summen:

Agrarpolitik – 485 Stimmen Bio-Landbau – 314 Stimmen Landtechnik – 128 Stimmen Natur-/Umweltschutz – 323 Stimmen Ökonomie – 285 Stimmen Personalien – 97 Stimmen Produktion – 291 Stimmen Umwelt – 364 Stimmen

Die in unseren Nachrichten enthaltenen Links in die @grar.de Infothek werden rege (von etwa 52 Prozent) genutzt, nur 8 Prozent gaben an, die Verweise nie zu nutzen.

Über zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) zeigen Interesse an einer Wochenzusammenfassung unserer Meldungen. Etwa gleich gross ist der Anteil derer, die unser Online-Archiv niemals (17 Prozent) oder seltener als einmal wöchentlich (48 Prozent) besuchen. Im kommenden Jahr werden wir Ihnen deshalb eine Wochenzusammenfassung über eine zusätzliche Mailingliste anbieten.

Die Mehrheit der Nutzer (73 Prozent) bevorzugt es, unsere Nachrichten weiterhin im ASCII-Format (ohne Formatierungen) zu erhalten. Für das HTML-Format sprachen sich 10 Prozent, für DOC 12 Prozent und für das PDF-Format 5 Prozent aus.

78 Prozent der Befragten erklärten sich bereit, für unseren Service zu zahlen (15 Prozent) oder Werbung in den Nachrichten zu dulden (63 Prozent), lediglich 12 Prozent lehnten dies gänzlich ab. Jeder zehnte äußerte sich nicht zu dieser Frage.

Wir danken allen Teilnehmern für ihre Auskünfte. Die Gewinner der Bücher werden in den nächsten Tagen benachrichtigt.

Mit herzlichem Dank für Ihre rege Nutzung unserer Seiten verabschiedet sich die @grar.de Redaktion in einen kurzen ‚Winterschlaf‘ – natürlich werden wir ein Auge offen behalten um Sie ggf. über wichtige Ereignisse zu informieren.

Wir wünschen Ihnen allen

Frohes Weihnachten, geruhsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Lebensmittelwirtschaft begrüßt Diskurs zur Grünen Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 12:12

Bonn (agrar.de) – Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL), Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft, begrüßt die Initiative von Bundesministerin Künast, die ‚Kanzlerinitiative‘ zur Grünen Gentechnik vom Juni 2000 in Form eines Diskurses wieder aufzunehmen.

‚Es ist an der Zeit, der Grünen Gentechnik in einem rechtssicheren Rahmen die Chance zu geben, sich in Deutschland und in der EU auf dem Markt zu bewähren. Die Blockade durch das sogenannte ‚EU-Moratorium‘ muss beendet werden‘, so Prof. Dr. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des BLL. ‚Die Gentechnik wird keinesfalls als ‚Allheilmittel‘ missverstanden, sondern als eine Technologie angesehen, deren aktuelle und künftige Möglichkeiten einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Erzeugung, Herstellung und Vermarktung von sicheren, qualitativ hochwertigen Lebensmittel leisten können.‘

Der BLL regt an, einige zusätzliche Aspekte der ursprünglichen ‚Kanzlerinitiative‘ in den Diskurs mit einzubeziehen, beispielsweise die Globalisierung im Handel mit landwirtschaftlichen Gütern. Zusätzlich zur theoretischen Betrachtung sollte auch die Praxis eine Rolle spielen; es sollten Erfahrungen aus Ländern einfließen, in denen die Grüne Gentechnik schon weit verbreitet ist.

Unter Verweis auf die in diesem Jahr veröffentlichte Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu Gentechnik und Lebensmitteln rät der BLL, sich in Sicherheitsfragen konsequent von der Wissenschaft leiten zu lassen und diese Diskussion nicht auf politischer Ebene zu führen.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Lebensmittelwirtschaft

Bauernverband begrüßt Initiative für sinnvolle Lösungen im Naturschutz

Themen: Archiv — info @ 11:12

Berlin (agrar.de) – Das vom Deutschen Bundestag beschlossene Bundesnaturschutzgesetz wurde gestern vom Bundesrat abgelehnt und dem Vermittlungsausschuss zugeleitet. Es muss nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) deutlich nachgebessert werden.

Mit der Ablehnung des Bundestagsentwurfes erkennen die Bundesländer an, dass ein effektiver und moderner Naturschutz nur mit der Land- und Forstwirtschaft zu erreichen ist. Das beschlossene Gesetz werde diesen Ansprüchen nicht gerecht, da es vor allem auf gesetzliche Auflagen und Bürokratie setze. Naturschutz mit der Brechstange könne aber keinen Erfolg haben.

Die im Naturschutz engagierten Land- und Forstwirte fordern vielmehr die Bereitschaft der Politik für eine ehrliche und faire Zusammenarbeit, wenn sie Leistungen im Naturschutz für die Gesellschaft erbringen sollten, erklärt der DBV. Der Bundesrat unterstütze die Auffassung des Bauernverbandes. Der DBV begrüßt daher den mehrheitlichen Beschluss des Bundesrates, der sich für einen ideologiefernen und auf Kooperation setzenden Naturschutz mit der Land- und Forstwirtschaft einsetzt.

Im Vermittlungsausschuss müssten nun deutliche Nachbesserungen vorgenommen werden. So müsse beispielsweise der Vertragsnaturschutz gestärkt und auf eine ausreichende finanzielle Basis gestellt werden. Die vorgesehenen Verbundsysteme müssten nach deren Qualität und nicht nach Prozentzahlen ausgewählt werden. Ansonsten entstehe der Eindruck, als werde Naturschutz nach dem Prinzip Masse statt Klasse betrieben. Auch müsse ein deutlicher Abbau an Bürokratie vorgenommen werden und z. B. die Vorgaben zur guten fachlichen Praxis in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft aus dem Naturschutzgesetz gestrichen werden. Es gebe Fachgesetze, die nur hierfür vorgesehen seien, erklärte der DBV.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema %url4%Gesetze und Verordnungen%/%.

Thüringen: Waldzustandsbericht vorgestellt

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 09:12

Nadelbäume sind gesünder als Laubbäume

Erfurt (agrar.de) – ‚Die Waldschadenserhebung 2001 weist in Thüringen 28 Prozent der Waldfläche als deutlich geschädigt (Schadstufen 2 – 4), 44 Prozent als schwach geschädigt (Schadstufe 1) und 28 Prozent ohne Schadmerkmale (Schadstufe 0) aus. Dieses Inventurergebnis ergibt in etwa das gleiche Bild wie im Jahr 2000.‘ Das erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, anlässlich der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2001.

Wie auch im Jahr zuvor wurde die Waldzustandserhebung wieder als Vollstichprobe im 4 x 4 km–Raster durchgeführt. Dabei wurden 8.232 Probebäume auf 343 systematisch über die Waldfläche Thüringens verteilten Aufnahmepunkten begutachtet.

Die mittlere Kronenverlichtung ist von 20,2 Prozent im Jahr 2000 auf nun 20,7 Prozent angestiegen. Damit entspricht das Schadniveau etwa dem Stand von 1999. Bei den vier Hauptbaumarten ergibt sich folgende Rangfolge:

Fichte: 17,9 Prozent (2000 : 17,5 %) Kiefer: 22,1 Prozent (2000 : 21,7 %) Buche: 24,1 Prozent (2000 : 23,7 %) Eiche: 26,6 Prozent (2000 : 25,3 %)

‚Damit bestätigt sich der allgemeine Trend, dass in Mitteleuropa Laubbäume stärker geschädigt sind als Nadelbäume‘, so der Minister.

Die Fichte ist mit rund 48 Prozent Anteil an der Waldfläche die häufigste Baumart in Thüringen. Die deutlichen Schäden haben nicht zugenommen. Lediglich der Anteil schwach geschädigter Fichten ist auf Kosten ungeschädigter Fichten unwesentlich angestiegen. Damit bleibt die Fichte in Thüringen die Baumart mit den geringsten sichtbaren Schäden.

Der Waldflächenanteil der Kiefer in Thüringen beträgt rund 20 Prozent. Sie ist damit die zweitwichtigste Baumart in Thüringen. Im Vorjahresvergleich haben die deutlichen Schäden um 1 Prozent zugenommen. 23 Prozent der Kiefern sind normal benadelt. Von den vier Hauptbaumarten weist die Kiefer nach der Fichte die geringsten Schäden auf.

Die Buche ist mit einem Waldflächenanteil von 18 Prozent die am stärksten vertretene Laubbaumart in Thüringen. Hinsichtlich der Schadstufenanteile bei Buche macht sich die geringfügige Verschlechterung in einer Zunahme des Flächenanteils schwach geschädigter Buchen bemerkbar. Die deutlichen Schäden sind dagegen leicht zurückgegangen.

Der Waldflächenanteil der Eiche beträgt in Thüringen rund 5 Prozent. Sie weist damit den geringsten Anteil der vier Hauptbaumarten in Thüringen auf. Die Kronenansprache 2001 erbrachte für die Eiche ein etwas schlechteres Ergebnis als im letzten Jahr. Trotz Zunahme der mittleren Kronenverlichtung um 1,3 Prozent sind die Flächenanteile der einzelnen Schadstufen unverändert geblieben. Die Eiche bleibt in Thüringen die am stärksten geschädigte Baumart.

‚Deutlich tritt der Unterschied zwischen Laub- und Nadelbäumen sowohl bei den Anteilen normal benadelter/belaubter Bäume als auch bei den deutlichen Schäden hervor. Die Laubbäume sind in Thüringen deutlich stärker geschädigt als die Nadelbäume‘, sagte Dr. Sklenar. Insgesamt stehen einem Anteil von 16 Prozent gesunden Laubbäumen 34 Prozent gesunde Nadelbäume gegenüber.

Aber auch das Alter hat Einfluss auf die Kronenverlichtung. Über alle Baumarten ist der Flächenanteil der deutlichen Schäden bei den über 60-jährigen Bäumen mehr als dreimal so hoch im Vergleich mit den unter 60-jährigen.

Bei der regionalen Differenzierung wird deutlich, dass die nördlichen, westlichen und mittleren Landesteile eine deutlich höhere Schädigung aufweisen als das Thüringer Gebirge und die östlichen Landesteile. ‚Wir sind der Sache nachgegangen und führen das unterschiedliche Schadniveau auf die jeweilige Baumartenzusammensetzung und Altersgliederung der Regionen zurück‘, so der Minister. So beträgt der Laubbaumanteil der untersuchten Stichprobe im Nordthüringischen Trias-Hügelland 83 Prozent, während er im Thüringer Gebirge nur bei 15 Prozent und im Vogtland gar nur bei 12 Prozent liegt. Ähnlich unterschiedlich ist die Alterszusammensetzung. Beträgt der Anteil über 120 jähriger Bäume im Nordthüringischen Trias–Hügelland 52 Prozent, so ist diese Altersgruppe im Thüringer Gebirge nur mit 5 Prozent und im Vogtland nur mit 4 Prozent vertreten.

Auch die Witterung hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Kronenzustand der Waldbäume. Bei den Niederschlägen ist nicht allein die Höhe, sondern vielmehr die Verteilung im Jahresverlauf von entscheidender Bedeutung. Das Jahr 2000 ist, wie bereits die Jahre zuvor, als überdurchschnittlich warm einzuschätzen. Es war das wärmste Jahr des letzten Jahrhunderts überhaupt In diesem Jahr setzt sich dieser Trend überdurchschnittlich hoher Temperaturen fort, wenn auch in etwas abgeschwächter Form. Das Niederschlagsgeschehen 2000 war nach einer guten Wasserversorgung im Winter durch ein ausgesprochenes Niederschlagsdefizit in den Monaten April bis Juni geprägt. In Ostthüringen war darüber hinaus auch der Winter 2000/2001 sehr trocken.

Hinsichtlich der Insektenschäden ist von einem Einfluss auf den eingeschätzten Kronenzustand in diesem Jahr kaum auszugehen. Das Befallsgeschehen beim ‚Buchdrucker‘ zeigt sich weiterhin als sehr entspannt. ‚Grüner Eichenwickler‘ und ‚Kleiner Frostspanner‘ haben nur geringe Fraßschäden verursacht.

Maßgeblich beteiligt am Ursachenkomplex der ‚Neuartigen Waldschäden‘ sind die Luftschadstoffe. Das bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehende Schwefeldioxid schädigt vor allem die Spaltöffnungen der Blätter und Nadeln und beeinträchtigt die Fotosynthese und andere physiologische Prozesse. In Thüringen hat sich die Belastung der Waldbestände durch Schwefelverbindungen in den letzten Jahren stark vermindert.

Stickstoff wirkt als Luftschadstoff in Form von Stickstoffoxiden direkt auf die Pflanzen ein und wird mit dem Niederschlag in Form von Ammonium und Nitrat in die Waldökosysteme eingetragen. Hohe Stickstoffeinträge, die von der Pflanze nicht mehr aufgenommen werden können, führen früher oder später zu massiven Nährstoffungleichgewichten im Ökosystem. Dies erhöht wiederum die Anfälligkeit der Bäume gegenüber anderen Stressfaktoren, begünstigt den Prozess der Bodenversauerung und lässt Veränderungen hinsichtlich des Bodenzustandes und der Artenzusammensetzung erwarten.

‚Diese Analyse zeigt, dass wir in unseren Anstrengungen zur Verbesserung des Waldzustandes nicht nachlassen dürfen. Im waldbaulichen Bereich wird der Freistaat Thüringen auch in Zukunft durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung und durch die Bereitstellung von Fördergeldern die Basis für die Verbesserung des Waldzustandes schaffen‘, so der Minister abschließend.

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Bundesland Thüringen.

Weitere Meldungen zu regionalen Waldzustandberichten: Baden-Württemberg, %url5%Hessen%/%, %url3%Niedersachsen%/%, %url6%Nordrhein-Westfalen%/%, %url8%Sachsen%/%, %url4%Sachsen-Anhalt%/%, %url7%Saarland%/%.

Studie: Bio-Anteil bei nur 1,6 Prozent?

Themen: Archiv — info @ 09:12

20 Prozent Bioanteil bis 2010 ’nie und nimmer erreichbar‘

Schaafheim/Neubrandenburg (agrar.de) – Eine neue Studie von Prof. Ulrich Hamm vom Fachbereich Landwirtschaftliche Marktlehre und Agrarmarketing der Fachhochschule Neubrandenburg ergibt, dass der Marktanteil für Bioprodukte in Deutschland (ohne Außer-Haus-Verzehr und Genussmittel) nur bei 1,6 Prozent liegt. Das berichtet der BioFach-Newsletter unter Berufung auf die Zeitschrift ‚Biohandel‚ (Dezemberausgabe).

Dieses Ergebnis widerspricht bisherigen Schätzungen, die zu einem Anteil von über 3 Prozent und einem Bio-Umsatz in Deutschland von 7,5 Mrd. DM kommen. Das britische Marktforschungsunternehmen Organic Monitor geht von 5 Mrd. DM (2,3 Mrd. US Dollar) Umsatz für 2000 aus. Hamm ermittelte dagegen für 2000 einen Umsatz von maximal 4 Mrd. DM.

Die Differenzen liegen aus seiner Sicht darin, dass in den Umsatzzahlen des Fachhandels auch Genussmittel und Non-Food enthalten sind, beim Naturkostgroßhandel auch die Lieferungen an Direktvermarkter, Großverbraucher und Versender mitgezählt wurden.

Laut Hamm erzielte im Jahr 2000 der LEH 1,3 Mrd. DM (33 Prozent Marktanteil), Naturkostfachhandel 1,1 Mrd. DM (28 Prozent), Reformhäuser 0,4 Mrd. DM (10 Prozent), Direktvermarktung 0,7 Mrd. DM (17 Prozent), Metzger und Bäcker 0,3 Mrd. DM (7 Prozent), Übrige 5 Prozent (0,2 Mrd. DM).

Hamm ist der Ansicht, dass das Ziel von 20 Prozent Bioanteil beim Verbrauch bis 2010 ’nie und nimmer erreichbar‘ ist. Allenfalls könnte der ökologische Landbau bei extremen Anstrengungen auf 20 Prozent angehoben werden.

Links zum Thema %url2%Bio-Handel und -vermarktung%/%.

20. Dezember 2001

Dietzel: Diktat ist kein Anreiz für Engagement im Naturschutz

Themen: Archiv — info @ 16:12

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Die rot/grüne Bundesregierung verfolgt mit diesem Gesetzentwurf einen eindeutig falschen Ansatz‘, kritisierte heute der Hessische Minister für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten Wilhelm Dietzel vor dem Bundesrat in Berlin die geplante Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes. So sei es beispielsweise nicht richtig, Regelungen, die eindeutig in die Fachgesetze gehörten, in die Novelle aufzunehmen. ‚Forst, Fischerei, Landwirtschaft – sie gehören nicht ins Bundesnaturschutzgesetz‘, so Dietzel.

‚Wenn etwa die gesetzlichen Anforderungen an die gute fachliche Praxis schon so hoch geschraubt werden, dass kein Spielraum bleibt, sich darüber hinaus zu engagieren, es aber auf der anderen Seite nur Entschädigungen gibt für den, der noch mehr tut – wie soll denn da ein Landwirt auch nur eine Mark erhalten können‘, machte Dietzel seine Kritik am Beispiel der Landwirtschaft fest. Ein Umsteuern sei nur durch Gespräche und Hilfe für die Betroffenen zu erreichen, jedoch nicht durch Druck von oben. ‚Doch die Bundesregeirung setzt lieber auf Verordnen statt auf Überzeugen.

Wie willkürlich die Festlegungen der Bundesregierung seien, zeige sich auch beim Biotop-Netz. ‚Wieso brauchen wir einen Biotop-Verbund auf zehn Prozent der Landesfläche? Weshalb nicht acht oder zwölf? Wir wollen einen Naturschutz, der sich an fachlichen Kriterien orientiert und nicht an Prozentzahlen‘, so Dietzel.

Und dies sei der Weg, den die Hessische Landesregierung derzeit bei der Novelle des Landesnaturschutzgesetzes gehe. ‚Auch hier befolgen wir unser Motto ‘Kooperation statt Konfrontation’. Unsere Novelle wird unserem Bundesland weniger Vorschriften, aber nicht weniger Naturschutz bringen‘, zeigte sich Dietzel überzeugt. ‚Wir wollen einen gerechten Ausgleich für den, der auf seinen Flächen Naturschutz betreibt. Wir wollen einen gerechten Ausgleich für erbrachte Leistungen. Wir werden den Vertragsnaturschutz stärken, weil wir genau wissen, dass Naturschutz auf Dauer nur gemeinsam mit den vor Ort lebenden und arbeitenden Menschen erfolgreich sein wird.‘

Es sei bedauerlich, dass die Bundesregierung mit ihrem Gesetz einen gegensätzlichen, auf Konfrontation ausgelegten Weg eingeschlagen habe, so Dietzel abschließend.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema Gesetze und Verordnungen.

Bundesrat verweist Naturschutzgesetz in den Vermittlungsausschuss

Themen: Naturschutz — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Die Bundesregierung hat bei der Durchsetzung der Novelle des Naturschutzgesetzes im Bundesrat eine Niederlage erlitten. Die Länderkammer verwies das Gesetz heute in den Vermittlungsausschuss, dabei stimmten auch SPD-geführten Länder gegen die jetzige Formulierung. Damit verzögert sich das In-Kraft-Treten der neuen Schutzvorschriften in Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft um mehrere Monate.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) machte im Bundesrat deutlich, dass die Bundesregierung nur zu Detailänderungen an dem Gesetz bereit sei. ‚Die Destruktion der Kernpunkte des Gesetzes können wir nicht akzeptieren‘, sagte er. Die Kritik der Länder setzt jedoch an einigen dieser Kernpunkte an.

Der bayerische Staatsminister Reinhold Bocklet (CSU) kritisierte die Vorgabe, dass mindestens ein Zehntel der Fläche Deutschlands zu einem Biotop-Verbund gehören soll. Diese Regelung sei zu starr. Bayern hat angekündigt, eine Klage gegen das Gesetz zu prüfen, wenn die Bundesregierung sich nicht auf die Änderungswünsche einlässt.

Umstritten sind auch die Regelungen zur ‚Guten fachlichen Praxis‘ für die Landwirtschaft. So kritisiert Rheinland-Pfalz kritisiert die neuen Regeln für die Landwirtschaft zum Einsatz von Düngemitteln. Mehrere Länder sind der Meinung, dass Länder und Gemeinden durch das Gesetz würden finanziell übermäßig belastet würden.

Informationen zur ‚Guten fachlichen Praxis‚, Links zum Thema %url3%Landschaft und Natur%/%, Links zum Thema %url4%Gesetze und Verordnungen%/%.

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