02. November 2001

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Kraft

Themen: Archiv — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Die von der Bundesregierung vorgelegte Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (PDF-Datei) ist seit gestern in Kraft. ‚Mit der Verordnung haben wir die Vorschriften für das Recht fürdie Nutztierhaltung verbessert und neu strukturiert. Das ist ein weiterer Schritt hin zu mehr Tierschutz in Deutschland,‘ erklärte Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) in Berlin. Ab sofort müssen Nutztierhalter über die Haltung Buch führen und das Wohlbefinden ihrerdies Tiere verstärkt kontrollieren. Für die Kälberhaltung gelten nun strengere Regeln. Alle geltenden Vorschriften für das Halten von Nutztieren wurden mit der Verordnung unter einem Dach zusammengeführt. ‚Wir werden die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung künftig systematisch um weitere Tierarten, wie Legehennen und Schweine, ergänzen‘, so Müller.

Die Halter von Nutztieren sind künftig verpflichtet, Aufzeichnungen über alle medizinischen Behandlungen dieser Tiere und über Verluste zu führen, sofern entsprechende Berichte nicht schon auf Grund anderer Rechtsvorschriften (z.B. Bestandsbuch) zu leisten sind. Die Aufzeichnungen sind mindestens drei Jahre aufzubewahren. Außerdem legt die Verordnung die Anforderungen an Haltungseinrichtungen, an die Versorgung sowie an die Kontrolle der Tiere und der Versorgungseinrichtungen fest.

Für die Kälberhalterhaltung gelten folgende Neuerungen:

– Dem Kalb muss spätestens vom achten Lebenstag an Raufutter oder sonstiges rohfaserreiches, strukturiertes Futter zur freien Aufnahme angeboten werden,

– dem Saugbedürfnis der Kälber ist ausreichend Rechnung zu tragen und

– den Kälbern muss im Stall ein weicher Liegebereich zur Verfügung stehen.

Mit der Tierschutz-Nutztierverordnung wurde die EG-Richtlinie zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere (PDF-Datei) nunmehr vollständig umgesetzt. Die Verordnung soll künftig systematisch um weitere Tierarten ergänzt werden. Der Erweiterung um die Regelungen für Legehennen hat der Bundesrat bereits am 19. Oktober zugestimmt. (unsere %url7%Meldung%/%) Damit können die Anforderungen an die Boden-, Freiland- und Volierenhaltung von Legehennen nach Abschluss des Notifizierungsverfahrens in die Verordnung aufgenommen werden. Darüber hinaus wird derzeit ein entsprechender Abschnitt für die Schweinehaltung vorbereitet, der ebenfalls in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung eingefügt werden soll.

Informationen %url3%rund ums Kalb%/%, Links zum Thema %url2%Gesetze und Verordnungen%/%, Links zum Thema %url5%Tierschutz%/%.

Nachhaltige Nutzung und Eigentum sichern

Themen: Archiv — info @ 14:11

Grundeigentümer, Bauern, Jäger und Fischer kritisieren Naturschutzgesetz

Bonn (agrar.de) – Führende Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer – Bauern, Jäger und Fischer – appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, mit der geplanten Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes nicht die Bereitschaft zur freiwilligen Mitarbeit im Naturschutz aufs Spiel zu setzen. Diese Verbände erheben damit bereits zum zweiten Mal ihre Stimme zur Novelle, weil sie die Eigentümerrechte ihrer Mitglieder immer stärker eingeschränkt sehen.

Die Kritik an der Naturschutz-Novelle der Bundesregierung wird nach Informationen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auch von der CDU auf Bundes- und Landesebene unterstützt. In einer Erklärung betonen die agrar- und umweltpolitischen Sprecher mehrerer Landtagsfraktionen sowie der Bundestagsfraktion, die Novelle sei zu bürokratisch und greife unzulässig in das Eigentum ein.

Die Erklärung der Verbände hat folgenden Wortlaut:

‚Die Arbeitsgemeinschaft der Grundbesitzerverbände, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer, der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Fischerei-Verband und der Deutsche Jagdschutz-Verband fordern die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, das Eigentum zu schützen und so eine nachhaltige Bewirtschaftung des Eigentums zu garantieren. Der Entwurf zum Bundesnatur-schutzgesetz erkennt das weitreichende Engagement der vielen Millionen Grundeigentümer und Bewirtschafter, seien es nun Land- und Forstwirte, Jäger oder Fischer, nicht an und setzt damit die Bereitschaft zu freiwilliger Mitarbeit auf´s Spiel.

Im Mai diesen Jahres sind die Verbände des Grundeigentums, der Land- und Forstwirtschaft, der Jagd und der Fischerei mit der ‚Bonner Erklärung‘ an die Öffentlichkeit getreten. Sie haben darin die Bundesregierung aufgefordert, Eigentum und Natur gleichermaßen zu schützen. Es wurde kritisiert, dass auf Betreiben vor allem der Natur- und Umweltschutzorganisationen Eigentumsrechte der Naturnutzer, durch die eine nachhaltige Bewirtschaftung sichergestellt wird, eingeschränkt werden. Als Beispiele wurden die Novelle zum Bundesnaturschutzgesetz und die Änderungsbestrebungen zum Bundesjagdgesetz genannt.

In der weiteren Debatte um das Bundesnaturschutzgesetz sind die von den Verbänden vorgebrachten Kritikpunkte aber nach wie vor nicht berücksichtigt worden. Der Gesetzentwurf sieht noch immer keine hinreichende Regelung vor, mit der sichergestellt wird, dass Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft für Naturschutzauflagen, die über die jeweilige gute fachliche Praxis hinausgehen, einen Ausgleich erhalten. Diese notwendige gesamtgesellschaftliche Leistung soll so in ihren Kosten einseitig den Naturnutzern aufgebürdet werden.

Durch die Anhebung der Kriterien der guten fachlichen Praxis, durch die Ausweitung der Schutzgebietskategorien, durch die Erweiterung der gesetzlich geschützten Biotope und durch die Einführung einer Wiederherstellungsverpflichtung im Bundesnaturschutzgesetz wird der Anwendungsbereich der in den letzten Jahren erfolgreich ausgebauten Kooperationen zwischen Nutzern und Schützern (Vertragsnaturschutz) erheblich gefährdet und zugunsten hoheitlich angeordneten Naturschutzes eingeschränkt. Der Vertragsnaturschutz, der auf freiwillig eingegangenen Verpflichtungen beruht, ist aber anerkannter Garant für eine artenreiche Kulturlandschaft und einen gesicherten Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten.

Darüber hinaus werden das Jagd-, Forst-, Fischerei- und Landwirtschaftsrecht in fahrlässiger Weise mit dem Naturschutzrecht vermengt, obgleich die so genannte Unberührtheitsklausel im Bundesnaturschutzgesetz anderes zu vermitteln sucht.‘

Links zum Thema %url2%Landschaft und Natur%/%, Links zum Thema %url5%Verbände%/%.

Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft und ihrem Umfeld

Themen: Archiv,Förderung — info @ 14:11

Edmund Rehwinkel-Stiftung fördert wissenschaftliche Arbeiten

Bonn (agrar.de) – Die Edmund Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank schreibt für das Jahr 2002 die Förderung mehrerer wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema: ‚Aktuelle Probleme der landwirtschaftlichen Flächennutzung‘ aus. In der Ausschreibung wird darauf verwiesen, dass sowohl zunehmende außerlandwirtschaftliche Nutzungsansprüche als auch zunehmende Nutzungsbeschränkungen die Landwirtschaft vor schwierige Herausforderungen stellen und eine Vielzahl von ökonomischen, ökologischen und rechtlichen Fragen aufwerfen.

In den Studien sollen Nutzungskonflikte zwischen der Landwirtschaft und ihrem Umfeld sowie praktisch umsetzbare Lösungsansätze dargelegt werden. Gefördert werden Studien, die die Nutzungskonflikte und Kompromisse zwischen Landwirtschaft und Bebauungen, zwischen Landwirtschaft und Umweltschutzzielen sowie Maßnahmen zur ökonomischen und ökologischen Optimierung der Flächengrößen aufzeigen.

Die Edmund Rehwinkel-Stiftung fördert wissenschaftliche Studien mit einem hohen unmittelbaren Nutzen für die Landwirtschaft. Zu einem aktuellen Schwerpunktthema erfolgt jährlich eine Ausschreibung, bei der in der Regel vier bis fünf Forschungsprojekte gefördert werden. Der maximale Förderbetrag pro Studie beträgt 15.000 Euro. Die Ausschreibungsunterlagen können bei der Edmund Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Hochstr. 2, 60313 Frankfurt am Main, angefordert werden. Anmeldeschluss für die aktuelle Ausschreibung ist der 4. Januar 2002.

Links zu Stiftungen.

BDLA begrüßt Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes

Themen: Archiv — info @ 12:11

Berlin (agrar.de) – Als einen Schritt in die richtige Richtung bewertet Adrian Hoppenstedt, Präsident des Bundes Deutscher LandschaftsArchitekten (BDLA), die am 15.11.2001 vom Bundestag beschlossene Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes. ‚Das neue Gesetz bietet der Arbeit der Landschaftsarchitekten in Naturschutz und Landschaftspflege eine neue, breitere Basis. Es weist aber auch noch erhebliche Defizite auf‘ so Hoppenstedt.

Zu den positiven Entwicklungen zählt nach Ansicht des BDLA das Anknüpfen an den Nachhaltigkeitsgedanken u.a. durch den Hinweis darauf, dass Natur und Landschaft auch in Verantwortung für zukünftige Generationen zu schützen sind. Begrüßt wird ebenso die Erweiterung der ‚Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege‘ z.B. um den Grundsatz der Vermeidung von Beeinträchtigungen des Erlebnis- und Erholungswertes der Landschaft.

Gleichfalls stimmt der Berufsverband der Landschaftsarchitekten der gesetzlichen Verankerung des Biotopverbunds zu. Dessen Festlegung auf eine Mindestgröße von nur 10 Prozent der Landesfläche, die in vielen Bundesländern bereits durch die bestehenden Schutzgebiete erreicht wird, stößt allerdings auf Kritik. Eine Verbesserung gegenüber dem Gesetzentwurf vom Frühjahr stellt andererseits die differenziertere Festlegung der in den Verbund integrierbaren Flächen dar. So können z.B. Landschaftsschutzgebiete ausdrücklich nur dann als Bestandteile des Biotopverbunds anerkannt werden, wenn sie dessen Qualitätszielen entsprechen. Dies kommt den Forderungen nach klarer umrissenen Gebietsqualitäten entgegen, die der BDLA in seiner Stellungnahme gegenüber dem Bundesumweltministerium im März 2001 erhoben hatte.

Nachteilig ist aus Sicht der Landschaftsarchitekten jedoch das Fehlen von Verweisen auf die Rolle der Landschaftsplanung bei der Konzeptionierung des Biotopverbundes. Gleiches gilt beim Arten- und Biotopschutz und bei der Umweltbeobachtung. Ebenso unverständlich ist, dass wesentliche Begriffe des Gesetzes wie ‚Natur‘, ‚Landschaft‘ und ‚Landschaftsbild‘ nicht erklärt werden.

Als weitere positive Ansätze des novellierten Gesetzes werden die flächendeckende Landschaftsplanung – leider wieder mit der Möglichkeit von Ausnahmeregelungen –, die Umweltbeobachtung, die stärkere Verantwortung der öffentlichen Hand für ihre ökologisch wertvollen Grundstücke und die gesetzliche Verankerung der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft gesehen. Hinsichtlich letzterer ist und bleibt die unzureichende inhaltliche Klarheit der formulierten Qualitätsstandards ein wesentlicher Kritikpunkt des BDLA.

In manchen Bereichen, wie z.B. der Neufassung der Eingriffsregelung, bleiben die neuen Regelungen noch hinter den bisherigen Festlegungen zurück. BDLA-Präsident Adrian Hoppenstedt weist darauf hin, dass die bisherige, klare Entscheidungskaskade aufgegeben worden ist. ‚Die Vermeidung von Eingriffen, der enge Bezug von Eingriff und Ausgleich sowie die Verantwortung der Verursacher verlieren mit der neuen Eingriffsregelung erheblich an Bedeutung. Die wesentliche Aufwertung der Rolle von Ersatzzahlungen‘ so Hoppenstedt ‚kann einem ‚ökologischen Ablasshandel‘ Tür und Tor öffnen.‘

Der BDLA unterstreicht, dass die Wirksamkeit des novellierten Gesetzes nicht zuletzt von der Anpassung der Naturschutzgesetze der 16 Bundesländer an die neuen Regelungen abhängen wird; im Fall der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft auch von der Formulierung von Qualitätsstandards z.B. in der Düngemittel-Verordnung, im Wasserhaushaltsgesetz und in den Wassergesetzen der Länder. Ob vor diesem Hintergrund die Verabschiedung der Gesetzesnovelle ohne Zustimmung des Bundesrates hilfreich war, wird sich zeigen.

Entscheidend für den Erfolg des neuen Bundesnaturschutzgesetzes wird, und das nicht nur im Bereich der Landwirtschaft, die Umsetzung seiner Festlegungen in der Praxis sein. Die bisherigen Umsetzungsdefizite können nicht allein durch gesetzgeberische Maßnahmen behoben werden. Vielmehr bedarf es einer besseren finanziellen und personellen Ausstattung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie seiner stärkeren Verankerung in allen Politikfeldern, ganz im Sinne des integrativen Ansatzes nachhaltiger Entwicklung.

Information: Bund Deutscher LandschaftsArchitekten (BDLA), Köpenicker Str. 48/49, 10179 Berlin, Tel.: 030-278715-0, Fax: 030-278715-55, E-Mail

Links zum Thema %url3%Landschaft und Natur%/%.

RLV: Gegen Zwang zum Pflanzen von Hecken

Themen: Archiv — info @ 12:11

Bonn (agrar.de) – Das Bundesnaturschutzgesetz darf Landwirte nicht zum Pflanzen von Hecken zwingen. Dies hat der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Schreiben an die Bundestagsabgeordneten im Rheinland gefordert. Die Naturschutzpolitik im 21. Jahrhundert dürfe nicht auf Zwang und Konfrontation setzen und damit den freiwilligen Umweltschutz von Landwirten auf fast jedem zweiten Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland im Rahmen von Agrarumweltprogrammen gefährden, betont RLV-Präsident Friedhelm Decker.

Die vorgeschlagene Verpflichtung zum Pflanzen von Hecken im Naturschutzgesetz gefährde die EU-Kofinanzierung bei der Förderung der Anlage von Hecken mit bis zu 20.000 DM je Hektar und Jahr im NRW-Programm ‚Ländlicher Raum‘. Nicht akzeptabel sei, dass die Bundesregierung die Neueinrichtung von Hecken von Landwirten entschädigungslos fordere, gleichzeitig jedoch bei der Verpachtung der bundeseigenen Flächen in den neuen Bundesländern das radikale Zurückschneiden von Hecken verlange.

Positiv bewertet Friedhelm Decker, dass die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Fraktion auf die Kritik des landwirtschaftlichen Berufsstandes reagiert habe. Der Aachener Bundestagsabgeordnete Achim Großmann habe in einem Schreiben an den RLV mitgeteilt, dass die AG Landwirtschaft der SPD-Fraktion zu diesen Punkt Veränderungen vorgeschlagen habe und hierüber in Verhandlungen mit der AG Umwelt der SPD-Fraktion stehe.

Vor diesem Hintergrund appelliert der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes an die Mitglieder des Bundestages, bei der abschließenden Beratung des Gesetzentwurfes eine Kurskorrektur vorzunehmen und bei der Anlage von Hecken auf Freiwilligkeit zu setzen.

Information: Rheinischer Landwirtschafts-Verband e.V., Rochusstraße 18, 53123 Bonn, Tel.: 0228-52006-0, Fax: 0228-5200-60

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Baden-Württemberg: Modellprojekt für Landfrauen erhält EU-Förderung

Themen: Archiv — info @ 11:11

Stuttgart (agrar.de) – Baden-Württemberg und die Europäische Union unterstützen das vom Landfrauenverband Württemberg-Baden entwickelte Modellprojekt ‚Der Ländliche Raum – Keimzelle für zukunftsgerichtete, vernetzte Dienstleistungen‘ mit rund 1,4 Millionen Mark. Dies gab der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele MdL, am Mittwoch bekannt.

Das Modellprojekt soll im Rahmen des neuen Programms ‚Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum‘ im Zeitraum von 2002 bis 2006 in den Landkreisen Hohenlohe, Main-Tauber, Neckar-Odenwald und Schwäbisch Hall durchgeführt werden. Minister Stächele dankte den Landkreisen und den Landfrauen, dass sie das Projekt ebenfalls mit rund 0,9 Millionen Mark unterstützen.

Ziel des Projekts sei es die Ausgangs- und Zugangsbedingungen für Frauen im Ländlichen Raum am Erwerbsleben zu verbessern, Frauen bei der Ausarbeitung persönlicher und beruflicher Entwicklungsstrategien – orientiert an deren spezifischen Bedürfnissen – zu unterstützen und ein Landkreis übergreifendes Netzwerk aufzubauen. Ein erster wichtiger Schritt für ein funktionierendes Netzwerk wurde bereits verwirklicht. Der Landfrauenverband Württemberg-Baden und die vier Landkreise Hohenlohe, Main-Tauber, Neckar-Odenwald und Schwäbisch-Hall haben sich unter dem Namen LandFrauenService zusammengeschlossen. Dieser LandFrauenService tritt als Träger des Modellprojektes auf.

Frauen im ländlichen Umfeld sind vom Strukturwandel in der Landwirtschaft und von gesellschaftlichen Veränderungen besonders betroffen. Für viele Frauen besteht die Notwendigkeit, sich durch Erwerbstätigkeit eine eigene wirtschaftliche Existenz zu sichern. Vielfach sind die Erwerbsmöglichkeiten durch mangelnde Angebote oder zum Beispiel durch fehlende Rahmenbedingungen um Familie und Beruf zu vereinbaren, stark eingeschränkt sind. Der Minister geht deshalb davon aus, dass für die Frauen in den Projektgebieten an der Praxis orientierte Angebote als Hilfe zur Selbsthilfe entwickelt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Frau Christl Hess von der Projektgruppe LandFrauenService.

Links zum Thema Landfrauen und %url4%Landfrauenservice%/%.

01. November 2001

Schleswig-Holstein: Verbraucherschutz weiter optimiert

Themen: Archiv — info @ 16:11

Kiel (agrar.de) – ‚Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat den Vorschlägen des Ministeriums für ländliche Räume zur weiteren Optimierungen der Organisationsstrukturen in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zugestimmt. Diese Neuorganisation tritt heute in Kraft. Damit werden verschiedene Kontroll- und Überwachungstätigkeiten örtlich und inhaltlich gebündelt und der Verbraucherschutz im Land weiter optimiert‘. Das sagte die Ministerin für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus, Ingrid Franzen, heute in Kiel.

Die Landesregierung hatte als Konsequenz aus dem Auftreten von BSE zwei Arbeitsgruppen eingesetzt, die Handlungsvorschläge für Auswege aus der BSE-Krise aufgezeigt hatten. Die Ministerpräsidentin hatte in ihrer Regierungserklärung am 22. März die Konsequenzen für die Organisation des Verbraucherschutzes vorgestellt. Mit den heute in Kraft getretenen Maßnahmen werde diese Organisation weiter optimiert.

Im Einzelnen werden folgende Aufgaben künftig landesweit vom Amt für ländliche Räume in Kiel wahrgenommen:

– Überwachung der Handelsklassen auf der Großhandelsstufe,

– Überwachung der Futtermittel,

– Organisation der Milchfett-Verbrauch-Verbilligung,

– Überwachung des Vieh- und Fleischverkehrs,

– Bestellung von Sachverständigen nach dem Vieh- und Fleischgesetz,

– Organisation von Rücknahmen bei Obst und Gemüse.

Franzen: ‚Mit der Bündelung dieser Aufgaben ist es möglich, vernetzt zu kontrollieren, wenn interdisziplinäre Einsätze erforderlich sind. Damit sind die Möglichkeiten verbessert, auf der Grundlage von Risiko-Analysen Kontrollen vorzunehmen.‘

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Produktpreise: Kein Verkauf unter Einstandspreis

Themen: Archiv — info @ 16:11

Brüssel (agrar.de) – Die EU-Kommission will nach Informationen der European Federation of trade unions of food, agriculture and tourism (EFFAT) mit ihrer jetzt vorliegenden Verordnung zur Verkaufsförderung den in verschiedenen Mitgliedstaaten verbotenen Verkauf unter Einstand erlauben.

‚Dies würde den schon sehr harten Wettbewerb und Kostendruck in Industrie und Handel noch weiter anheizen und die Konzentration in dem Sektor noch weiter fördern‘, kommentierte EFFAT-Generalsekretär Harald Wiedenhofer die Verordnung: ‚Damit drohen nicht nur kleine Unternehmen und Händler, die nach wie vor viele Arbeitsplätze schaffen, auf der Strecke zu bleiben; die Massnahme wäre auch mit Blick auf die angestrebte Verbesserung der Sicherheit und Qualität der Produkte und der Arbeitsplätze kontraproduktiv.‘

Die EFFAT vertritt als europäische Dachorganisation die Interessen von 120 Gewerkschaften mit mehr als 2,6 Millionen Mitgliedern aus 35 Ländern Europas in Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und Tourismus.

BBA: Naturschutz für Hecken und Feldraine

Themen: Archiv — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Flimmert die heiße Sommerluft über dem Getreidefeld, duften die Wildrose in der Hecke und die Kräuter am Feldrain, dann wimmelt es von Hunderten von Insekten und Spinnen. Diese für Pflanzen und Tiere wertvollen Ränder von Feldern und Wiesen nehmen 4 Prozent unserer landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ein. Sie strukturieren unsere Landschaft ganz erheblich. Deshalb müssen sie stärker geschützt werden, nicht nur um den allgemeinen Naturschutzgedanken zu fördern, sondern auch, weil sie dem Landwirt nützen. Die landschaftsgestalterische Arbeit der Landwirte muss mehr gewürdigt werden.

Das Netz von Hecken und anderen Feldsäumen wird von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) nach neuesten Berechnungen auf eine Länge von etwa 2 Millionen Kilometern geschätzt. Die naturbelassenen Flächen umfassen etwa 1,7 Millionen Hektar. Darin sind auch Feldgehölze, kleine Wiesen, Sümpfe und Moore enthalten, die von Feldern eingeschlossen werden.

Nun ist Hecke nicht gleich Hecke und Feldrain nicht gleich Feldrain. Die Ränder der landwirtschaftlichen Nutzflächen stellen sehr vielfältige Saumbiotope dar, auf deren Eigenheiten besonders eingegangen werden muss, wenn sie richtig geschützt werden sollen. An Feldrainen stehen häufig auch Kräuter aus dem Acker, wie Klatschmohn und Kornblume, während bei Wiesen- und Waldrändern der Anteil mehrjähriger Kräuter höher ist. Wegraine werden häufig von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren, die Pflanzen müssen also ‚trittfest‘ sein.

Früher von Schafen beweidet, heute wird gemäht

Früher wurden die Raine regelmäßig mit Schafen beweidet, heute müssen sie ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden, um ihre Verbuschung zu verhindern. Die Flächen dürfen aus falschverstandenem Naturschutzdenken nicht einfach sich selbst überlassen werden. Wird der Wegrand nicht regelmäßig gemäht, so wachsen sehr schnell Schlehen, Heckenrosen und Büsche, die die Landschaft völlig verändern würden. Der Landwirt hat landschaftsarchitektonische Aufgaben übernommen, die selten wahrgenommen werden. Dr. Stefan Kühne von Institut für Integrierten Pflanzenschutz der BBA in Kleinmachnow: ‚Naturschutz und Landwirtschaft müssen aufeinander zugehen und einander verstehen, damit die heutige Kulturlandschaft erhalten bleibt‘.

Kühne hat sich intensiv mit den Arten- und Individuenzahlen in den Saumbiotopen beschäftigt, die im Feldrain und am äußersten Rand von Hecken besonders hoch sind. Spinnen und Insekten treten in hoher Anzahl auf. Das dunkle Heckeninnere wird demgegenüber als Nistmöglichkeit von Vögeln und als Versteck für verschiedene Säugetierarten genutzt. Generell nimmt mit stark steigender Pflanzenartenzahl auch die Zahl der Tiere zu. Schmale, gräserbetonte Säume beherbergen weniger Arten und sind geringer zu bewerten als kombinierte Rain-Gehölzstrukturen.

Umfangreiche Untersuchungen der Biologischen Bundesanstalt in Zusammenarbeit mit den Bundesländern belegen, dass Saumstrukturen grundsätzlich durch Abdrift von Pflanzenschutzmitteln gefährdet sein können. Der Landwirt muss sie fachgerecht anwenden, bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/sec darf nicht mehr gespritzt werden. In 90 Prozent der Fälle kommt bereits in einem Abstand von 1 m vom Feldrand nur noch 3 Prozent der aufgewendeten Spritzmittelmenge an. In 5 m Abstand sind es schon weniger als 1 Prozent. Kühne hat exemplarisch die Auswirkungen auf unsere heimischen Heuschrecken untersucht und gezeigt, dass die Heuschreckenzahl nach einer Belastung nur kurzfristig abnimmt. Schon 14 Tage später konnte kein Unterschied mehr zwischen dem 1 m – Bereich des Saumes mit Pflanzenschutzmittelbehandlung und einer nicht behandelten Kontrolle festgestellt werden.

Abstände zu Gewässern

Viele Felder grenzen auch an Gewässer. Dabei müssen Landwirte teilweise erhebliche Abstandsregelungen beachten, wenn sie ein Pflanzenschutzmittel einsetzen wollen. So gibt es beispielsweise Mittel, bei denen Abstände bis zu 150 m zwischen Acker und Gewässer vorgeschrieben sind. Im Institut für Ökotoxikologie und Ökochemie im Pflanzenschutz der BBA wurden Hecken als Abgrenzungen getestet, ob die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln verringert werden kann. Prof. Dr. Wilfried Pestemer, der Leiter des Instituts: ‚Wie erwartet, waren hinter der Hecke die gemessenen Konzentrationen so gering, dass sie keine oder nur sehr geringe Effekte aufwiesen‘. Die Biotests mit Algen, Mückenlarven, Wasserflöhen und auch Raubmilben bestätigten dies. Heute können Hecken Schutzschirme zwischen den Äckern und angrenzenden Gewässern bilden. Zukünftig muss nach Wegen gesucht werden, auch diese Säume noch besser zu schützen.

Prof. Dr. Volkmar Gutsche vom BBA-Institut für Folgenabschätzung im Pflanzenschutz hat berechnet, wie hoch der Anteil naturbelassener Flächen sein muss, damit sich Insekten und Spinnen stark vermehren und schnell wieder die gleiche Anzahl erreichen können wie vor einer Spritzung. Gutsche: ‚Je höher die Intensität der Landwirtschaft ist, umso größer muss der Anteil naturnaher Biotope sein, um nachhaltige Effekte auf die Natur zu vermeiden.‘ Der Vergleich zwischen den beiden Flächen führt zu aufschlussreichen Karten. In der Magdeburger und der Hildesheimer Börde mit fruchtbaren Lehmböden sind relativ wenig Hecken und häufig nur schmale Feldraine vorzufinden. Diese Landschaften gelten als ‚ausgeräumt‘. Ebenso erfüllen die Grünlandgebiete an den Küsten mit reiner Viehzucht die Mindestanforderungen nicht. Auch die Weinbaugebiete im Süden sind auf Gutsches Karten gefährlich rot gefärbt. Die vielfältigen naturbelassenen Strukturen wiegen die hohe Intensität nicht auf. Hier ist die Frage, ob historisch gewachsene Strukturen verändert werden sollten.

Die Untersuchungen der Biologischen Bundesanstalt zeigen die ungeheure Komplexität unserer Kulturlandschaft, dem Zusammenspiel von intensiver Landwirtschaft und dem Naturschutz. Die meisten Menschen vergessen, dass wir ohne Landwirtschaft Wälder in Mitteleuropa hätten, deren Vielfältigkeit viel geringer wäre als es zur Zeit der Fall ist. Ohne den Landwirt würde unsere Landschaft völlig anders aussehen. Die Pflegemaßnahmen der Landschaft müssen gewürdigt werden. Andererseits darf die jetzige Vielfältigkeit nicht einer weiteren Intensivierung zum Opfer fallen. Mit der Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetzes wird der Landwirt verpflichtet, seine Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln aufzuzeichnen. Ziel ist auch, den Schutz der Natur, vor allem der Gewässer, noch zu verbessern. Einer Regel stimmen alle zu: Je weniger gespritzt wird desto besser.

Karte1: Anteil naturnaher Flächen in Deutschland

Karte2: 72 Prozent unserer Agrarräume weisen ein gutes Verhältnis zwischen naturnahen und intensiv bewirtschafteten Flächen auf

Links zum Thema %url4%Landschaft und Natur%/%.

EU-Richtlinie: Schub für erneuerbare Energien

Themen: Archiv — info @ 11:11

Brüssel (agrar.de) – Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften am 27.10. ist die EU-Richtlinie zur Förderung der Stromzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarkt in Kraft getreten (Richtlinie 2001/77/EG). Deren Oberziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien (Strom, Wärme, Treibstoffe) am Bruttoinlandsverbrauch der EU bis zum Jahr 2010 auf 12 Prozent zu erhöhen. Der Anteil regenerativer Energien am gesamten EU-Stromverbrauch soll danach auf 22,1 Prozent ansteigen.

In der EU-Richtlinie sind entsprechende nationale Richtziele für den Stromsektor angegeben. Danach muss Deutschland den Anteil des regenerativen Stroms auf 12,5 Prozent bis zum Jahr 2010 erhöhen. ‚Dieses Ziel wird Deutschland zumindest auf dem Stromsektor früher erreichen können als es der Fahrplan vorsieht‘, sagte Dr. Norbert Allnoch, Leiter des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster.

Bereits im Jahr 2001 erwartet das IWR für Deutschland eine regenerative Stromerzeugung in Höhe von rd. 40 Mrd. Kilowattstunden. Bei einem Verbrauch in Höhe von ca. 480 Mrd. Kilowattstunden entspricht dies bereits einem Anteil von rd. 8 Prozent am bundesdeutschen Stromverbrauch. Es bedürfe jedoch noch erheblicher Anstrengungen auf dem Wärme- (Solarwärme) und Treibstoffsektor (u.a. Biodiesel), um das Gesamtziel zu erreichen, betonte Allnoch.

Links zum Thema Energie.

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