07. November 2001

IVA fordert zentrale Zulassungsbehörde für Pflanzenschutzmittel

Themen: Archiv — info @ 13:11

Frankfurt (agrar.de) – Die Organisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Deutschland wird gegenwärtig kritisch überprüft. Auch die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wird neu geregelt. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA), Frankfurt a. M., der Zusammenschluss der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland, setzt sich dafür ein, die führende Rolle der deutschen Zulassungsbehörde in Europa zu sichern und bei der Neuorganisation die Verfahrensabläufe zu optimieren. Seine Überlegungen dazu hat der Verband im Hinblick auf jetzt anstehende wichtige Weichenstellungen Verbraucherschutzministerin Renate Künast übermittelt. Im Einzelnen schlägt der Verband vor,

– alle mit der Zulassung verbundenen Aufgaben in einer leistungsfähigen zentralen Behörde zu bündeln,

– in dieser Behörde sowohl Risikobewertung als auch Risikomanagement anzusiedeln,

– dort eigene Forschungstätigkeit zu integrieren und

– durch größtmögliche Transparenz des Verfahrens zur Vertrauensbildung beizutragen.

Mit einer zentralen Behörde würde ein Kompetenzzentrum für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln geschaffen, das mit hoher Effizienz arbeitet und auch international Maßstäbe setzt, heißt es in dem Schreiben von IVA-Hauptgeschäftsführer Oskar Böttcher.

‚Durch hohe Transparenz der Prinzipien des Zulassungsverfahrens und intensive Kommunikation der Behörde mit Entscheidungsträgern und Öffentlichkeit wird das Vertrauen der Verbraucher in zeitgemäße landwirtschaftliche Produktionsverfahren gestärkt werden‘, stellt der Industrieverband fest. Eine unabhängige leistungsfähige und wissenschaftlich orientierte Behörde sei auch Voraussetzung dafür, dass der Standort Deutschland für die Pflanzenschutzindustrie als eine der forschungsintensivsten Branchen des Landes mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen attraktiv bleibt.

Effizienz des Zulassungsverfahrens verbesserungsfähig

Der Industrieverband weist darauf hin, dass bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wesentliche Anforderungen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes bereits erfüllt sind. ‚Der ‚gläserne Wirkstoff‘ ist Realität. Ohne umfassende Berücksichtigung der Belange des Verbraucher- und Umweltschutzes gelangt kein Pflanzenschutzmittel auf den Markt‘, schreibt der Verband.

In Deutschland ist zurzeit die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig. Im Bereich ‚Auswirkungen auf den Naturhaushalt‘ ist das Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt (UBA) erforderlich, im Bereich ‚Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen‘ das des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV).

Die Effizienz des Zulassungsverfahrens leidet deutlich darunter, dass das Pflanzenschutzgesetz keine Lösungsmöglichkeiten für Fälle vorsieht, in denen sich BBA und Einvernehmensbehörden nicht einigen können.

Risikobewertung und Risikomanagement gehören zusammen

Außerdem werden einige Prüfbereiche von mehreren Stellen bearbeitet. Risikobewertung und Risikomanagement sollten deshalb beide in einer Behörde angesiedelt sein. ‚Vorhandene Ressourcen könnten besser genutzt werden, wenn unnötige Schnittstellen und Doppelarbeit bei Vollzugsaufgaben und Forschung beseitigt werden,‘ heißt es dazu auch im von Wedel-Gutachten über die Organisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Konsequenterweise müssten die für die Pflanzenschutzmittelzulassung zuständigen Einheiten des UBA, des BgVV und der BBA in die Bewertungsstelle der neuen Zulassungsbehörde integriert werden.

Führende Rolle der deutschen Zulassungsbehörde

Die deutsche Zulassungsbehörde hat schon jetzt eine führende Rolle im EU-Zulassungsverfahren übernommen. Sie wird ihren Aufgaben am besten gerecht, wenn sie sowohl forschungsorientiert arbeitet als auch die landwirtschaftliche Praxis kennt. Zugleich sollte sie nicht nur in europäischen Gremien und Projekten aktiv mitarbeiten, sondern auch in denen internationaler Organisationen, da Prüfrichtlinien und Prüfkriterien international vereinbart werden.

Eine solche Zulassungsbehörde wird sowohl deutsche Interessen im EU-Verfahren durchsetzen als auch internationale Abläufe im Sinne des deutschen Verbraucher- und Umweltschutzes maßgeblich mitbestimmen können. So bleibt das hohe Schutzniveau in Deutschland gewahrt, und es wird in Europa verankert.

Der Industrieverband Agrar mit Sitz in Frankfurt am Main ist der Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 55 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.

Information: Industrieverband Agrar e.V., Pressestelle, Karlstr. 21, 60329 Frankfurt am Main, Tel.: 069-2556-1249 oder 0177-8772222, Fax: 069-236702.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

Düngemittelabsatz zurückgegangen

Themen: Archiv,MKS — info @ 10:11

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Wirtschaftsjahr 2000/2001 aus inländischer Produktion oder Einfuhr 1,85 Mill. Tonnen Stickstoffdünger (N), 0,35 Mill. Tonnen Phosphatdünger (P2O5), 0,54 Mill. Tonnen Kalidünger (K2O) und 2,17 Mill. Tonnen Kalkdünger (CaO) an landwirtschaftliche Absatzorganisationen oder Endverbraucher in Deutschland abgesetzt.

Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 1999/2000 war dies eine Abnahme um 8 Prozent bei Stickstoffdüngern, um 16 Prozent bei Phosphatdüngern, um 9 Prozent bei Kalidüngern und um 13 Prozent bei Kalkdüngern. Der rückläufige Absatz dürfte im Wesentlichen auf die extremen Witterungsverhältnisse im Frühjahr 2001 sowie auf die Kaufzurückhaltung der Landwirte auf Grund der BSE-Krise und der Maul- und Klauenseuche im ersten Halbjahr 2001 zurückzuführen sein.

In den vergangenen 50 Jahren, d.h. seit dem Wirtschaftsjahr 1950/51 hat sich der Absatz bei Stickstoffdüngern um 233 Prozent und von Kalkdüngern um 80 Prozent erhöht, während er bei Phosphatdüngern um 29 Prozent und bei Kalidüngern um 47 Prozent zurückging.

Der Aufwand je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche stieg in den vergangenen 50 Jahren bei Stickstoffdüngern von 27 auf 108 kg N im aktuellen Wirtschaftsjahr und bei Kalkdüngern von 58 auf 117 kg CaO. Demgegenüber nahm der Aufwand von Phosphatdüngern von 24 auf 21 kg P2O5 und an Kalidüngern von 50 auf 32 kg K2O ab.

Nach zunächst kontinuierlichem Anstieg seit 1950/51 wurden die höchsten Aufwandsmengen je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche 1987/88 mit 134 kg N bei Stickstoffdüngern, 1979/80 mit 71 kg P2O5 bei Phosphatdüngern, 1974/75 mit 96 kg K2O bei Kalidüngern und 1988/89 mit 189 kg CaO bei Kalkdüngern erreicht. Nach diesen Zeiträumen fielen die Aufwandsmengen wieder relativ stetig auf das heutige Niveau.

Links zum Thema Düngung, Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Hessen: Gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut auf Kirchenland

Themen: Gentechnik,Hessen,Pacht&Besitz — info @ 10:11

Friedrichsdorf (agrar.de) – In letzter Zeit häuften sich die Anfragen von Landwirten, die sich beim Hessischen Bauernverband darüber beklagten, dass Kirchenvorstände aufgrund einer Empfehlung der Kirchenleitungen Pachtverträge mit folgendem Zusatz versehen wollen: ‚Der Pächter verpflichtet sich, kein gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut auf der Pachtfläche auszubringen.‘

Dies hat den Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes, Heinz Christian Bär, dazu veranlasst, sich kürzlich mit einem entsprechenden Schreiben an Dr. Peter Steinacker, den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sowie an Dr. Martin Hein, den Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zu wenden.

Zu der vorgenannten Empfehlung der Kirchenleitungen nimmt der Hessische Bauernverband wie folgt Stellung:

1. Gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut ist in Deutschland derzeit nicht zugelassen.

2. Aufgrund ihrer Verantwortung für die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel nehmen unsere Landwirte die Ängste in der Bevölkerung sehr ernst.

3. Eine ganz wesentliche Vorraussetzung für eine stärkere Nutzung der Grünen Gentechnik in der Landwirtschaft ist die entsprechende Akzeptanz bei den Verbrauchern. Kein Bauer wird Produkte erzeugen, die unverkäuflich sind.

4. Alle Beteiligten, insbesondere Politik und Wissenschaft, sind aufgerufen, mögliche Risiken für die Gesundheit und Umwelt durch gesetzliche Vorgaben auszuschalten. Der Gesetzgeber muss sowohl für Landwirte als auch für Verbraucher Rechtssicherheit schaffen.

5. Es muss ein zuverlässiges und praktikables Etikettierungssystem für gentechnisch veränderte Produkte, das auch für Importwaren gilt, etabliert werden.

6. Der Einsatz von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut ist für den Landwirt nur dann interessant, wenn die gesellschaftliche Akzeptanz gegeben ist.

Sofern die Punkte 2 – 6 erfüllt sind, dürfe dem Landwirt die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut nicht verwehrt werden. Ansonsten drohten aufgrund der zunehmenden Liberalisierung der Agrarmärkte Wettbewerbsverzerrungen, die unsere Bauern nicht kompensieren könnten, betonte Präsident Bär. Sofern die Kirchengemeinden vor Ort den oben genannten Zusatz in ihre Pachtverträge aufnehmen und somit den Einsatz von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut verbieten, sollte eine angemessene Minderung des Pachtpreises vorgenommen werden.

Präsident Bär appellierte an die jeweiligen Kirchenleitungen, gegenüber der Forschung auf dem Gebiet der Grünen Gentechnik aufgeschlossen zu sein. Denn, wenn es auf diesem Wege gelingen sollte, Sorten zu züchten mit zum Beispiel einem höheren Gehalt an wertgebenden Inhaltsstoffen, einer besseren Widerstandsfähigkeit gegen Kälte-, Hitze- und Wasserstress oder einem höheren Nährstoffaneignungsvermögen, dann wäre dies ein Gewinn insbesondere für die hungerleidenden Menschen in der Dritten Welt. Diese Chance dürfe auch im Hinblick auf nachfolgende Generationen unter keinen Umständen vertan werden.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Bundesland Hessen.

Unterrichtsmaterial zur Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 10:11

Karlsruhe (agrar.de) – Die Gentechnik ist gesellschaftlich sehr umstritten. Für Lehrerinnen und Lehrer der Fächer Biologie, Ethik und Religion stellt es daher eine besondere Herausforderung dar, Schülerinnen und Schülern entsprechendes Fachwissen zu vermitteln und sie zu befähigen, sich ein eigenes, fundiertes Urteil zu bilden.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, hat für Lehrkräfte nun fächerverbindende Informationsmaterialien zur Gentechnik erstellt. Sie beruhen auf Fortbildungsveranstaltungen der Biotechnologie-Agentur Baden-Württemberg zur Gendiagnostik in der Humanmedizin, zur Reproduktions- und Gentechnik bei Tieren sowie zu Transgenen Pflanzen. Die Dokumentationen dieser Veranstaltungen mit einer Fülle von aktuellen Sachinformationen und praxisorientierten Tipps zur Unterrichtsgestaltung und Informationsbeschaffung können jetzt kostenlos im Internet abgerufen werden.

Links zum Thema %url4%Biotechnologie%/%.

06. November 2001

Baden-Württemberg: EU billigt BSE-Beihilfen

Themen: Archiv — info @ 15:11

Stuttgart (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat die BSE-bedingten Beihilfen des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum in Baden-Württemberg notifiziert und als mit dem EG-Vertrag vereinbar eingestuft. Der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele MdL, begrüßte diese Nachricht aus Brüssel. ‚Wir haben der Landwirtschaft und den damit verbundenen wirtschaftlichen Bereichen in schweren Krisenzeiten wichtige Hilfe leisten können. Die Landesregierung hat bei BSE große Solidarität gezeigt, nun muss sich auch der Bund an der Beseitigung der BSE-Folgekosten angemessen beteiligen‘, erklärte Minister Willi Stächele. Von der EU wurden Beihilfen für BSE-betroffene Betriebe, freiwillige Futtermitteluntersuchungen und die Beseitigung von Tiermehl sowie von spezifiziertem Risikomaterial gebilligt.

Die drei Maßnahmenpakete des Ministeriums umfassen die Finanzierung der BSE-Tests und die Ausgleichszahlungen für Besitzer von landwirtschaftlichen und Schlachtbetrieben, in denen BSE-Fälle aufgetreten sind, die Liquiditätshilfe, freiwillige Futtermitteluntersuchungen und Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit dem Tiermehlverfütterungsverbot und schließlich die Kosten für die Beseitigung von Tiermehl.

Als Beihilfe für den Mehraufwand bei der Beseitigung von Schlachtabfällen und für die Beseitigung von spezifiziertem Risikomaterial stellt das Land den Landkreisen im Jahr 2001 19 Millionen Mark zur Verfügung und verbilligt in diesem Umfang die Schlachtkosten. Für Liquiditätshilfen an landwirtschaftliche Betriebe werden 2001 rund 7,5 Millionen Mark bereitgestellt. Die direkte Übernahme der BSE-Testkosten bis zum 30. Juni 2001 hat das Land rund 30 Millionen Mark gekostet. Für die den Rinderhaltern ab 1. Juli 2001 zugesagte Beihilfe zu den Testkosten sind acht Millionen Mark vorgesehen. Insgesamt hat das Land bisher zur Bekämpfung von BSE rund 80 Millionen Mark bereitgestellt.

Links zum Thema BSE, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Sachsen: Bauern bleiben deutliche Prämienkürzungen erspart

Themen: Archiv — info @ 11:11

Strafabzug um 17 Millionen Mark geringer

Dresden (agrar.de) – Für Sachsens Landwirte fallen die Kürzungen der EU-Ausgleichszahlungen für bestimmte Ackerkulturen geringer aus als befürchtet. Die Möglichkeit, Über- und Unterschreitungen der regionalen Grundflächen zwischen den Bundesländern zu verrechnen, führt in Sachsen dazu, dass sich der Strafabzug um 17 Millionen Mark reduziert. So müssen Sachsens Landwirte statt der befürchteten 46 Millionen Mark lediglich 29 Millionen Mark Kürzungen in Kauf nehmen. Das erklärte Landwirtschaftsminister Steffen Flath gestern in Dresden.

Die Ausgleichszahlungen waren im Rahmen der Agrarreform 1992 europaweit als Ausgleich für die gleichzeitig gesenkten Erzeugerpreise eingeführt worden. Diese gibt es seitdem nur für eine limierte Anbaufläche von Getreide, Ölsaaten, Eiweißpflanzen und für stillgeglegte Flächen. Wird diese so genannte Grundfläche überschritten, droht eine Kürzung der Zahlungen. Sachsens Bauern haben ihre Basisfläche von 599 000 Hektar im Erntejahr 2001 mit 54.466 Hektar (9,09 Prozent) überschritten. Durch die Saldierung reduziert sich die Kürzung der Ausgleichszahlungen auf 6,06 Prozent.

Links zum Bundesland Sachsen.

FAO: Gefahr von Maul- und Klauenseuche besteht weiter

Themen: Archiv,International,MKS — info @ 09:11

Rom (agrar.de) – Mit der zunehmenden Globalisierung des Welthandels breiten sich nach Ansicht der Welternährungsorganisation (FAO) zunehmend auch Epidemien wie die Maul- und Klauenseuche (MKS) aus.

FAO-Generaldirektor Jacques Diouf hat deshalb dazu aufgerufen, ‚die MKS mit einem globalen Aktionsplan vor allem in ihren Ursprungsgebieten, in den Entwicklungsländern zu bekämpfen.‘

Nationale Katastrophenpläne und verstärkte Grenzkontrollen seien zwar wichtig, sie reichten aber nicht aus, um die internationale Verbreitung von MKS zu verhindern, sagte Diouf anlässlich einer Ministertagung zur MKS in Rom. Die FAO-Mitgliedsländer diskutierten dabei die Folgen des jüngsten verheerenden MKS-Ausbruchs in Europa.

MKS ist hochansteckend. Das Virus kann sich in kurzer Zeit mit dem Transport von infizierten Tieren oder Tierprodukten, verseuchten Transportfahrzeugen oder mit dem Wind über weite Entfernungen verbreiten, so die FAO.

‚Es ist durchaus möglich, das Risiko von Tierseuchen wie MKS drastisch zu verringern‘, sagte Diouf. ‚Dazu allerdings ist ein globales Informations- und Frühwarnsystem erforderlich, um rechtzeitig den Ausbruch von Seuchen festzustellen und andere Länder zu alarmieren.‘

Viele ansteckende Tierkrankheiten, dies gilt vor allem für MKS, werden durch den legalen oder illegalen Handel mit Tieren oder Tierprodukten übertragen, so die FAO. So ist in Europa bei sieben von elf grösseren MKS-Epidemien zwischen 1991 und 1999 das MKS-Virus durch die illegale Einfuhr von Tieren oder Tierprodukten eingeschleppt worden.

Es wird vermutet, dass in Grossbritannien Schweine Futter erhielten, das mit dem Pan-Asiatischen Virus verseucht war. Von Grossbritannien hat die Epidemie dann durch den Viehtransport auf Irland, Frankreich und Holland übergegriffen. Zur Bekämpfung der MKS sind in Europa in den vergangenen Monaten rund vier Millionen Tiere geschlachtet worden.

Das aggressive Pan-Asiatische Virus hat sich in den vergangenen Jahren über die ganze Welt ausgebreitet. Es wurde zuerst 1990 in Südasien entdeckt, und trat danach dann auch in Malaysia, China, Japan, der Russischen Föderation und der Mongolei auf. Einige dieser Länder waren zuvor jahrzehntelang MKS-frei. Das Virus wurde 1994 auch in den Nahen Osten, die Türkei, Griechenland und 1996 nach Bulgarien eingeschleppt, wo es schliesslich gestoppt werden konnte. In Südafrika wurde das Virus dann im vergangenen Jahr entdeckt, vor Grossbritannien.

Auch in Nordafrika gibt es seit kurzem MKS, es war der erste Ausbruch in der Region seit mehr als einem Jahrzehnt. Das dort festgestellte Virus entspricht dem in Westafrika vorkommenden Typ. ‚Dies belegt, dass die Sahara für Tierkrankheiten längst keine Barriere mehr ist,‘ so die FAO.

In Lateinamerika hat es in der Vergangenheit hinsichtlich der Ausrottung von MKS deutliche Fortschritte gegeben, betonte die FAO. Seit dem vergangenen Jahr allerdings haben sich zwei unterschiedliche Virus-Typen in Argentinien, Brasilien und Uruguay explosionsartig vermehrt.

MKS ist für die Bauern in den Andengebieten Südamerikas, in den tropischen Regionen Afrikas, im Nahen Osten, Südasien und vielen Teilen Ostasiens ein ständiges Problem. Wegen der dort endemisch vorhandenen Krankheit können diese Länder nicht am internationalen Fleischhandel teilnehmen.

‚Wegen der zunehmenden Globalisierung besteht die Gefahr, dass verschiedene MKS-Typen sich von den Entwicklungsländern aus, dort wo sie ständig vorhanden sind, weltweit ausbreiten. Dies lässt sich nur verhindern, wenn die Krankheit in den endemischen Gebieten kontrolliert wird. Die MKS und andere Tierkrankheiten in den Entwicklungsländern zu bekämpfen, ist deshalb im eigenen Interesse der Industriestaaten‘, betonte Diouf. ‚Es könnte helfen, den Ausbruch von Epidemien in den entwickelten Staaten zu verhindern.‘

Die FAO rief die Industriestaaten dazu auf, die Entwicklungsländer bei der Erforschung und Kontrolle grenzüberschreitender Tierkrankheiten zu unterstützen. Die Veterinärdienste müssten in diesen Ländern gestärkt werden. Wichtig seien Früherkennung, eine schnelle und effiziente Bekämpfung, Forschung und internationale Koordination. Das FAO-Programm zur Bekämpfung von grenzüberschreitenden Tierkrankheiten und Schädlingsplagen (EMPRES) leiste dazu einen wichtigen Beitrag.

Links zum Thema Maul- und Klauenseuche.

05. November 2001

Sachsen: Flüsse sind spürbar sauberer geworden

Themen: Archiv — info @ 15:11

Anteil stark verschmutzter Fließgewässer drastisch gesunken – Fischarten kehren zurück

Dresden (agrar.de) – Sachens Flüsse sind deutlich sauberer geworden. Nach Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt und Geologie ist der Anteil von stark verschmutzten Flussabschnitten gegenüber 1997 von 14 auf fünf Prozent im Jahr 2000 zurückgegangen. Anfang der Neunziger Jahre war noch über ein Drittel der Fließgewässer stark bis übermäßig verschmutzt. ‚Die Attribute ‚Gestank, dreckige Brühe, Schaumflocken‘ können wir endgültig aus dem Wortschatz streichen, wenn wir den Zustand unserer Flüsse beschreiben‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath gestern in Dresden.

Der Anteil sauberer Fließgewässer sei drastisch gestiegen. Mit der spürbaren Verbesserung der Wasserqualität habe sich auch die Tierwelt in den Flüssen wieder erholt. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung sei der erreichte Stand der Abwasserreinigung. In diesem Zusammenhang dankte Flath den Bürgern, die durch ihre Abwassergebühren einen hohen Anteil an den wieder genesenen Flüssen hätten.

Für eine Gewässergütekarte trägt das Landesamt für Umwelt und Geologie alle drei Jahre die Daten von 625 Messstellen an über 4.000 Kilometer Flussstrecke zusammen. Für das Jahr 2000 weist die Karte aus, dass an den Hauptfließgewässern Elbe, Lausitzer Neiße, Spree, Mulden, Schwarze und Weiße Elster die schlechtesten Güteklassen nicht mehr vorkommen. Lediglich in den Einzugsgebieten der Elbe, der Weißen Elster und der Zwickauer Mulde gibt es noch kleine Gewässerabschnitte, die stark verschmutzt sind. Entsprechend gewachsen ist der Anteil der mäßig bis sehr gering belasteten Gewässerstrecken. Lagen 1994 lediglich etwas weniger als ein Drittel der Flüsse in dieser Kategorie, waren es 1997 bereits fast die Hälfte. Im letzten Jahr waren bereits mehr als zwei Drittel aller Flüsse nur wenig belastet oder sauberer.

Eine Erfolgsgeschichte für sich ist, laut Flath, die Elbe. Noch Ende der Achtziger Jahre sei der Abschnitt von Pirna bis hinter Coswig biologisch tot gewesen. Zehn Jahre später habe sich die Gewässergüte um vier Stufen verbessert. ‚Die Elbe ist fast durchgehend nur noch mäßig belastet‘, so Flath. Mit der besseren Wasserqualität sind auch die Fische zurückgekommen. Gab es vor zehn Jahren nur 32 verschiedene Fischarten im sächsischen Teil der Elbe, sind es heute bereits 44, darunter auch lang verschollene Arten wie Barbe, Quappe, Bachforelle, Zährte, Äsche, Wels und Lachs. Auch die Zahl anderer wassergebundener Tierarten wie Kleinkrebse und Mückenlarven hat wieder zugenommen. Anfang der Neunziger Jahre zählten Experten lediglich 33 Arten, bis heute stieg die Zahl der Arten auf 63. Die Wassergüte der Elbe sei aber noch verbesserungswürdig, so Flath. Die Schadstofffracht aus dem tschechischen Gebiet müsse noch zurückgehen. Flath: ‚Wir messen immer noch zu hohe Belastung an Quecksilber, Cadmium, Arsen und chlororganischen Verbindungen.‘

Links zum Thema Wasser, Links zum Bundesland Sachsen.

Künast begrüßt internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen

Themen: Archiv — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Künast begrüßt den internationalen Vertrag über die pflanzengenetischen Ressourcen, der nach schwierigen Verhandlungen von der 31. FAO-Konferenz in Rom beschlossen wurde: ‚Deutschland und andere europäische Länder haben einen wichtigen Beitrag zum Zustandekommen des Vertrages geleistet‘. Sie sagte weiter: ‚Siebzig Prozent der Menschen leben in ländlichen Regionen. Wer ihre Ernährung sichern will, muss allen Bauern den freien Zugang zu Saatgut schaffen. Die Globalisierung macht aber auch vor den landwirtschaftlichen Nutzpflanzen nicht halt. Viele Nutzpflanzenarten sind heute weltweit verbreitet. Mehr und mehr traditionell genutzte Formen werden dabei durch Sorten verdrängt, die mit modernen Methoden gezüchtet wurden. Dabei wurde die Verfügbarkeit dieser wichtigen genetischen Ressourcen durch rechtliche Beschränkungen wegen des geistigen Eigentums an der Züchtung systematisch eingeschränkt. Dem wird jetzt Einhalt geboten. Die Erhaltung und allgemeine Verfügbarkeit sind für zukünftige Generationen im Hinblick auf eine nachhaltige Landwirtschaft und die Sicherung der Welternährung von großer Bedeutung.‘

Den internationalen Vertrag über die pflanzengenetischen Ressourcen, die für Ernährung und Landwirtschaft bedeutsam sind, hat die FAO-Konferenz nach sieben Jahren intensiver Verhandlungen mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Danach verpflichten sich die Vertragsstaaten zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt. Bei der Nutzung der Ressourcen soll ein gerechter und ausgewogener Ausgleich der Vorteile erfolgen.

Die Ursprünge vieler unserer Nutzpflanzen liegen in den heutigen Entwicklungsländern. Ihre Vielfalt ist weltweit bedroht. Vielfach sind früher genutzte Formen von Kulturpflanzen schon unwiederbringlich verloren gegangen. Die heute noch existierenden Pflanzensorten müssen deshalb erhalten und nachhaltig genutzt werden.

Links zum Thema Biodiversität.

03. November 2001

Absatz von Mineraldüngern zurückgegangen

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bonn (agrar.de) – Der Absatz von Mineraldüngern lag im Wirtschaftsjahr 2000/2001 erheblich niedriger als im Vorjahr. Das meldet der Industrieverband Agrar (IVA) unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Bei Stickstoff betrug danach der Rückgang 8,1 Prozent, bei Phosphat 16,7 Prozent, bei Kali 9,2 Prozent und bei Kalk 13,3 Prozent.

Ursache war zum einen die große Verunsicherung der Landwirte im Zusammenhang mit dem Auftreten von BSE und MKS. Sie führte bei allen Vorleistungen zu einer gedämpften Nachfrage und wirkte sich auch auf die Düngung aus. Zum anderen machte vielen Landwirten das Wetter zu schaffen. Das nasskalte Frühjahr beeinträchtigte die Aussaat der Sommerkulturen ebenso wie die Ausbringung der ersten Düngergaben zu Wachstumsbeginn.

Auch bei Wintergetreide und Raps hatten Witterungseinflüsse die Grunddüngung behindert. Günstig wirkte sich dagegen das Wetter zur Aussaat im Herbst 2000 sowie vor der Ernte in diesem Sommer aus. Trotz des problematischen Frühjahrs lagen dadurch die Hektarerträge dieser Kulturen rund 10 Prozent über denen des Vorjahres.

Angesichts der verringerten Mineraldüngung hatte dies zur Folge, dass deutlich höhere Nährstoffmengen entzogen als zugeführt wurden. Eine am Bedarf orientierte Düngung dürfte deshalb die Nachfrage nach Mineraldüngern im laufenden Wirtschaftsjahr wieder ansteigen lassen.

Nach Regionen betrachtet zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. So wurde in den neuen Bundesländern insgesamt etwas mehr Stickstoff- und Kali-Dünger abgesetzt als im Vorjahr während in den alten Bundesländern die Verkäufe ausnahmslos rückläufig waren. Schwefelhaltige Dünger waren nach wie vor besonders gefragt. Dieses differenzierte Bild bestätigt die gezielte Anwendung mineralischer Düngemittel durch die Landwirte.

Information: Industrieverbandes Agrar (IVA), Karlstr. 21, 60329 Frankfurt am Main, Tel.: 069-2556-1281, Fax: 069-236702

Links zum Thema %url2%Düngung%/%.

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