26. November 2001

NABU für mehr Vielfalt bei Kulturpflanzen

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat eine konsequente Förderung der ökologischen Pflanzenzüchtung gefordert. Anlässlich der Frankfurter Aktionswoche ‚Leben ist Vielfalt‚ im Jahr der Lebenswissenschaften des Bundesforschungsministeriums bezeichnete NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen die stärkere Unterstützung der ökologischen Pflanzenzüchtung als einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Agrarwende: ‚Der ökologische Landbau braucht ökologisches Saatgut.‘ Die Potenziale sowohl für eine höhere Ernährungsqualität als auch eine bessere Pflanzengesundheit seien enorm, so der NABU-Bundesgeschäftsführer. Um diese auszuschöpfen, müsse allerdings die finanzielle Unterstützung der ökologischen Züchtungs- und Züchtungsforschungsarbeit drastisch ausgebaut werden: ‚Der Bedarf liegt jährlich zunächst bei mindestens 10 Millionen Mark.‘ Da sich der Marktanteil von Bio-Produkten in den nächsten Jahren aber deutlich steigern würde, sei auch eine schrittweise Erhöhung der Fördermittel notwendig.

Nach Auffassung des NABU könne sich die ökologische Pflanzenzüchtung zu einem bedeutenden Aktivposten beim Erhalt und Ausbau der biologischen Vielfalt entwickeln. Dies sei auch bitter nötig, schließlich seien in den letzten 100 Jahren weltweit drei Viertel der genetischen Vielfalt verlorengegangen. ‚Auf US-amerikanischen Äckern wachsen heute nur noch 5 Prozent der Kohlsorten vom Beginn dieses Jahrhunderts‘, sagte Billen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegten zudem den Verlust an Ernährungsqualität durch die zunehmend industrialisierte Form der Landbewirtschaftung, so sei etwa der Mineralstoffgehalt bei Obst und Gemüse in den letzten 50 Jahren um durchschnittlich die Hälfte gesunken.

Als weitere Vorteile einer auf Vielfalt ausgerichteten ökologischen Pflanzenzüchtung nannte Billen die größere Widerstandsfähigkeit, die hohe Anpassungsfähigkeit an lokale Bedingungen sowie die damit verbundene Förderung der regionalen Wirtschaftsentwicklung. ‚Bei der Weiterentwicklung standorttypischer Sorten und Produktionsmethoden sind die Landwirte vor Ort die entscheidenden Akteure.‘ Darüber hinaus sei die ökologische Pflanzenzüchtung ein wichtiger Faktor bei der langfristigen Sicherung einer gentechnikfreien Lebensmittelversorgung.

Links zum Thema Bio-Saatgut, Links zum Thema %url3%Biodiversität%/%.

Bingenheimer Saatgut AG für biologisches Saatgut gegründet

Themen: Archiv — info @ 09:11

Echtzell (agrar.de) – Das in Echzell-Bingenheim in der hessischen Wetterau ansässige Unternehmen Allerleirauh Saatgut GmbH übergab am 1. November die Geschäfte an die neugegründete Bingenheimer Saatgut AG. Die Allerleirauh GmbH beschäftigt sich seit zwölf Jahren mit der Aufbereitung und dem Versandhandel von ökologischem Gemüse-, Kräuter- und Blumensaatgut. Mit 15 Saatgutvermehrern begann der ‚Initiativkreises für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau‘, heute sind den Angaben zufolge etwa 100 Vermehrerbetriebe zusammengeschlossen.

Knapp die Hälfte (49 Prozent) der vinkulierte Namensaktien der Aktiengesellschaft hält die Darmstädter Software AG Stiftung. Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Ziele im Umwelt- und Naturschutz sowie bei der Betreuung behinderter Menschen. Weitere Teilhaber der AG sind die Vermehrerbetriebe (20 Prozent), die Lebensgemeinschaft Bingenheim (20 Prozent) sowie der %url4%Verein Kultursaat%/% (3 Prozent). Für befreundete Kunden und Organisationen wurden 8 Prozent des Aktienpaketes reserviert. Die Aktien werden bewusst nicht an der Börse gehandelt, es handelt sich nicht um ein ‚going public‘ im Sinne des Aktienrechts.

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 350.000 Euro. Im ersten Geschäftsjahr ist ein Umsatz von 770.000 Euro geplant. In dem Unternehmen werden sieben Vollzeitmitarbeiter/Innen, vier Halbtagskräfte und Saisonaushilfen beschäftigt sein.

Information: Bingenheimer Saatgut AG, Kronstraße 24, 61209 Echzell-Bingenheim, Tel: 06035-1899-0, Fax: 06035-1899-40, %url2%E-Mail%/%.

Links zum Thema %url3%Bio-Saatgut%/%.

25. November 2001

EU moniert deutsche Stallkontrollen und Laboratorien

Themen: Futtermittel,Hormone — info @ 13:11

Hamburg (agrar.de) – Die Europäische Union hat laut einem Bericht des Magazins DER SPIEGEL gravierende Mängel bei der Kontrolle deutscher Tiermastbetriebe festgestellt. In einem EU-Bericht würden unter anderem unsachgemäße Stallkontrollen, Schlampereien in Laboratorien und vorschriftswidrige Beimischungen in Futtermitteln angeprangert, meldete das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab.

Dem SPIEGEL zufolge werfen EU-Kontrolleure, die im Mai landwirtschaftliche Betriebe in Bayern, Niedersachsen und Thüringen besucht hatten, Deutschland vor, in der Tiermast wesentliche Rechtsvorschriften nicht zu erfüllen. Unter anderem seien Urinproben vorschriftswidrig in Majonäsegläsern transportiert und Proben mit nicht zugelassenen Wachstumsbeschleunigern monatelang nicht untersucht worden. Auch verfüge der Bund über kein betriebsbereites Referenzlabor, so dass nach 15 von 19 Stoffgruppen, die laut EU kontrolliert werden müssten, gar nicht erst gefahndet werde. Dazu zählten Hormone und Antibiotika.

Die EU-Inspektoren machten dem Bericht zufolge Nachlässigkeit, fehlendes Personal und Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Ländern für die aufgedeckten Missstände verantwortlich. Der Bundesregierung seien die Mängel seit Jahren bekannt, ohne dass etwas geschehen sei.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

24. November 2001

Vorsicht Hagebutte: Früchtetees oftmals mit Pestiziden belastet

Themen: Archiv — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Früchtetees liegen voll im Wellnesstrend. Kaum Zucker, kaum Kalorien aber viel Aroma. Laut Stiftung Warentest sind aber viele Früchtetees mit Pflanzenschutzmitteln belastet. In der Dezemberausgabe Ihrer Zeitschrift stellt die Verbraucherschutzorganisation einen Test von 50 Tees vor, in mehr als der Hälfte fand sich eine ‚deutliche‘ beziehungsweise ’starke‘ Belastung mit Pestiziden. Die gesetzliche Höchstmenge sei bei 21 Produkten überschritten worden. Drei dieser Tees würden auch in Bioläden und Reformhäusern vertrieben, fünf davon würden als Kindertees gehandelt.

28 Teeproben enthielten das hochgiftige Pentachlorphenol – kurz PCP. Die Chemikalie wurde lange Zeit in Holzschutzmitteln verwendet. Bis zu 0,01 Milligramm PCP pro Kilo sind für Tee und teeähnliche Produkte erlaubt, Stiftung Warentest fand bis zu 0,098 Milligramm in einem Kilo Früchtetee. Zehnmal mehr als erlaubt.

Die chemische Analyse entlarvte die im Früchtetee fast allgegenwärtige Hagebutte. Sie enthalt oft PCP, weil die Früchte auf Holzrosten oder in Öfen getrocknet werden. Das Holz und die Öfen könnten mit PCP belastet sein. So gehe das Gift auf die Hagebutten über. Die süß-sauren, Vitamin-C-reichen Früchte der Heckenrose kommen meist aus Chile, China und den Balkanländern. Da hilft es wenig, dass PCP in Deutschland seit 1989 verboten ist. Besonders unangenehm: PCP ist wasserlöslich. Je länger der Tee zieht, desto höher wird die PCP-Konzentration im Tee. Nach 15 Minuten Ziehzeit waren bis zu 31 Prozent des PCP-Gehalts in das Getränk übergegangen.

Neben PCP fanden sich vor auch Pflanzenschutzmittel in den Tees. Stiftung Warentest analysierte die Tees auf 260 verschiedene Pestizide. 21 Produkte enthielten mehr Pflanzenschutzmittel als der Gesetzgeber für Tee und teeähnliche Produkte erlaubt. Darunter auch drei Bio- und drei Kindertees. Neun weitere Produkte waren immerhin deutlich mit Pestiziden belastet. Woher die Pflanzenschutzmittel stammen, lasse sich nur vermuten, wahrscheinlich seien die verwendeten Früchte gespritzt worden. Nur fünf Produkte erwiesen sich als gänzlich unbelastet.

Links zum Thema Spezialkulturen, Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

Zeitschrift: Dreiste Panscherei in der deutschen Fleischindustrie

Themen: Archiv — info @ 11:11

Hamburg (agrar.de) – Mit neuen Prüfmethoden sind Lebensmittelkontrolleure, nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL, einer dreisten Betrugsmasche in der Fleischindustrie auf der Spur: Hersteller strecken Produkte wie Kochschinken oder Schnitzel heimlich mit Wasser.

Die schwarzen Schafe der Branche machten auf diese Weise vermutlich Millionengewinne, heißt es in dem Bericht. Neben Wasser würde gekochten Schinken Eiweiß in Form von ‚hydrolysierter Gelatine‘ zugesetzt, damit das fleischtypische Wasser-Eiweiß-Verhältnis erhalten bleibt.

Die nach der deutschen Fleischverordnung unzulässige Methode ist nach Angaben des Chemischen Untersuchungsamtes Hamm in Nordrhein-Westfalen derartig beliebt, dass die Prüfer bei bis zu 39 Prozent der untersuchten Kochschinken-Proben fündig wurden. Die Produkte stammen laut Behörden von ‚größeren Herstellern sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland‘.

Bei Kontrollen in Bielefeld enthielt auch Hähnchen- und Putenbrustfleisch ‚wiederholt beträchtlich überhöhte Mengen an Fremdwasser‘ – bis zu 23 Prozent. Besonders pikant: Im Tierfutter sind Rinder-Gelatine und Eiweiß-Hydrolysate verboten – sie gelten als mögliche BSE-Überträger.

Links zum Thema Fleischwirtschaft.

23. November 2001

Erzeugerpreise stiegen im Oktober um 0,6 Prozent

Themen: Archiv — info @ 15:11

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt lag der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte im Oktober 2001 um 0,6 Prozent höher als im Oktober 2000. Dies ist die niedrigste jährliche Preissteigerungsrate seit Oktober 1999 (+ 0,2 Prozent). Im September 2001 hatte die Jahresveränderungsrate + 1,9 Prozent und im August 2001 + 2,7 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat ist der Index im Oktober 2001 um 0,9 Prozent gefallen.

Die deutliche Abschwächung der Jahresteuerungsrate ist vor allem auf die Preisentwicklung bei Mineralölerzeugnissen zurückzuführen, die sich im Vergleich zum Oktober 2000 um durchschnittlich 13,6% verbilligten. Ohne Berücksichtigung der Mineralölerzeugnisse stieg der Erzeugerpreisindex binnen Jahresfrist um 1,5 Prozent.

Starke Preiserhöhungen wurden im Oktober 2001 gegenüber dem Vorjahresmonat u.a. bei folgenden Gütern festgestellt: Raffinierte Pflanzenöle (+ 19,1 Prozent), Stickstoff-, Phosphor- und Kalidüngemittel (+ 18,3 Prozent), Fischerzeugnisse (+ 16,3 Prozent), Fleisch und Fleischerzeugnisse (+ 8,9 Prozent), Futtermittel für Nutztiere (+ 5,2 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnisse (+ 4,5 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Künast: Ernährungserziehung in den Schulen muss verbessert werden

Themen: Archiv — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – ‚Die Ernährungserziehung in den Schulen muss dringend verbessert werden. Es fehlt an Fachlehrern und Fachräumen, das Thema kommt in den Lehrplänen der Gymnasien kaum vor und in den ausgewerteten Schulbüchern sind zum Teil gravierende Mängel festzustellen. Die wissenschaftliche Studie, die diese Ergebnisse feststellt, habe ich den zuständigen Ministerinnen und Ministern der Bundesländer zur Verfügung gestellt und habe Unterstützung bei der Förderung der Ernährungserziehung angeboten‘, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast.

Künast hält eine möglichst baldige Umsetzung der von der Forschergruppe um Prof. Hesecker, Universität Paderborn, erhobenen Forderungen für dringend erforderlich:

1. Weiterentwicklung des heutigen Faches Hauswirtschaft zum Fach ‚Ernährung und Verbraucherbildung‘.

2. Entwicklung eines Kerncurriculums Ernährung einschließlich der Lebensmittelzubereitung und Verbraucherbildung für alle Bildungsgänge und –stufen.

3. Einbettung dieses Kerncurriculums in einen Rahmenplan Gesundheit und Unterstützung von gesundheitsfördernden schulischen Settings.

4. Intensivierung der fachwissenschaftlichen und methodisch-didaktischen Aus- und Fortbildung von Fachkräften in der schulischen Ernährungsbildung und Gesundheitsförderung.

Die Ministerin wies darauf hin, dass die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen steigt und dass bei ihnen immer häufiger Symptome von ernährungsmitbedingten Krankheiten wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte auftreten, wie man sie bisher erst im Erwachsenenalter fand.

Die grundlegenden Weichen für das Ernährungsverhalten werden im Kindes- und Jugendalter gestellt. In Ernährungsfragen wie auch in der Beurteilung von Qualität, Auswahl und Verarbeitung von Lebensmitteln ist in den Familien häufig trotz vielfältiger Informationsmöglichkeiten eine deutliche Kompetenzlücke festzustellen. Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche auch in der Schule lernen, welche Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit bestehen und wie sie selbst Lebensmittel verarbeiten und zubereiten können.

Links zum Thema Bildung.

In Baden-Württemberg: Bodensee-Obst unter verstärkter Kontrolle

Themen: Archiv — info @ 11:11

Stuttgart (agrar.de) – Nach dem Bekanntwerden illegaler Spritzungen wird Obst aus der Bodenseeregion verstärkt überwacht. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg ermittelt gegen zahlreiche Obstbauern wegen der Verwendung von in Deutschland nicht zugelassenen, aus Italien importierten Pflanzenschutzmitteln. Das Regierungspräsidium Tübingen hat Bußgeldverfahren gegen rund 120 Obstbauern eingeleitet.

Die Lebensmittelüberwachung hat mehr als 100 Proben Obst vom Bodensee untersucht, davon waren 70 Apfelproben und 36 Birnenproben. Bei Äpfeln wurden nur in zwei Fällen Rückstände im Bereich der Höchstmengen festgestellt. Bei Birnen wurden in acht Fällen eine Überschreitung des Grenzwertes von 0,01 mg/kg für den Wachstumsregulator Mepiquat festgestellt. Dieser Grenzwert entspricht einem sogenannten praktischen Nullwert.

Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum (MLR) weist ausdrücklich darauf hin, dass in keiner Probe Rückstandsmengen festgestellt wurden, die gesundheitliche Gefahren für den Verbraucher zur Folge hätten! Deshalb wurde keine Lebensmittelwarnung herausgegeben.

Die zuständigen Landratsämter haben nach Vorliegen der Erkenntnisse Anordnungen zur Sicherstellung der Verkehrsfähigkeit an die Vermarkter ausgesprochen. Vor dem Verkauf der Birnen muss die einwandfreie Beschaffenheit der Ware nachgewiesen werden!

Der Einsatz von im Ausland gekauften Mitteln durch Obstbauern am Bodensee, ist generell nicht zu beanstanden. Entscheidend dabei ist, dass die im Ausland erworbenen Mittel exakt mit denen identisch sind, die in Deutschland zugelassen sind. Dies war in den laufenden Verfahren nicht immer der Fall. Es wurden Mittel eingesetzt, die in anderen Mitgliedstaaten der EU, nicht jedoch in Deutschland zugelassen sind. Deshalb hat das Regierungspräsidium Tübingen Bußgeldverfahren eingeleitet.

Auswirkungen auf das Herkunfts- und Qualitätszeichen Baden-Württemberg (HQZ)

Verstöße gegen Bestimmungen des Pflanzenschutzgesetzes, die von Obsterzeugern am Bodensee begangen wurden, sind in einer Reihe von Fällen ein eindeutiger Verstoß gegen die Produktions- und Vermarktungsbestimmungen des HQZ. Dies hat zum Ausschluss der betroffenen Erzeuger und ihrer Produkte von der Nutzung des Herkunfts- und Qualitätszeichens geführt. Mit einer Reihe von Maßnahmen haben das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum und die MBW (Marketinggesellschaft Baden-Württemberg) dafür gesorgt, dass bei der Vermarktungssaison 2001/2002 möglichst kein von den Rechtsverstößen gegen das HQZ betroffenes Obst vermarktet wird. Für Birnen aus der diesjährigen Ernte am Bodensee wurde auf Betreiben des MLR auf eine Vermarktung unter Nutzung des HQZ vorsorglich insgesamt verzichtet.

Am Bodensee gibt es 2.000 Obstbaubetriebe mit rund 8.500 Hektar Anbaufläche In Baden-Württemberg insgesamt gibt es 11.200 Obstbaubetriebe mit einer Gesamtfläche von 17.500 Hektar.

Links zum Thema Obst, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

22. November 2001

Beirat des Verbraucherministeriums tritt geschlossen zurück

Themen: Archiv — info @ 13:11

Berlin (agrar.de) – Der wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Verbrauchertschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) ist aus Protest über die künftige Besetzung des Gremiums geschlossen zurückgetreten.

Die Beiratsmitglieder begründen den Schritt mit einer Satzungsänderung, wonach das Ministerium künftig zwei Beiräte einrichten und die Amtszeit der Wissenschaftler auf drei Jahre beschränken wolle, so ein Sprecher des Ministeriums. Die neue Satzung sehe vor, dass das Ministerium künftig neue Ratsmitglieder vorschlagen könne. Bislang wählen die Ratsmitglieder ihre neuen Kollegen. Das Ministerium plant die Einrichtung zweier wissenschaftlicher Beiräte, einen für die Belange der Landwirtschaft und einen zweiten für Fragen des Verbraucherschutzes und der Ernährungspolitik.

Zum Rücktritt des Beirats erklärte die verbraucherpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Gudrun Kopp: ‚Verbraucherministerin Künast versucht offensichtlich, unliebsame Kritiker ihres Öko-Kurses loszuwerden. Ihre Entscheidung, künftig die Zusammensetzung des 15-köpfigen wissenschaftlichen Beirats des Verbraucherministeriums per Ministerorder zu bestimmen, ist völlig inakzeptabel. Durch diese dirigistische Maßnahme zerstört die Ministerin gewachsene demokratische Strukturen und das bisher sehr vertrauensvolle Miteinander zwischen den Mitgliedern des Beirats und den Beamten des Verbraucherministeriums. Der Rücktritt der so brüskierten unabhängigen Wissenschaftler ist nur konsequent.

Das viel zitierte Verbrauchervertrauen lässt sich nur durch eine nachhaltige Politik schaffen und erhalten, die dringend auf Rat und Kontrolle von unabhängigen Dritten angewiesen ist. Diese Integrität und Unabhängigkeit, bisher verkörpert durch den wissenschaftlichen Beirat, verliert durch das ‚Künast-Diktat‘ an Wert und Akzeptanz.‘

Mitglieder des Beirats, z.B. Prof. Dr.R. von Alvensleben (Institut für Agrarökonomie, Universität Kiel), Prof. Dr. P.M. Schmitz (Institut für Agrarpolitik und Marktforschung, Universität Gießen), Prof. Dr. K. Frohberg (Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa) und Prof. Dr. E. Schmidt (Institut für Gartenbauökonomie, Universität Hannover) hatten in der Vergangenheit Bedenken bezüglich der agrarpolitischen ‚Wende‘ geäußert. (unsere Meldung)

Der Bundesvorstand der SPD kündigte unterdessen die Einrichtung eines eigenen agrarpolitischen Arbeitskreises für Landwirtschaft an.

Links zum Thema Politik.

Vertrauen der Europäer in die GAP laut EU-Umfrage gesunken

Themen: Archiv,MKS — info @ 10:11

Brüssel (agrar.de) – Eine von der Europäischen Kommission im Mai und Juni 2001 durchgeführte Eurobarometer-Meinungsumfrage hat bestätigt, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche und die jüngste BSE-Krise Schaden genommen hat. Wie ein Vergleich zwischen den Antworten aus dieser Umfrage und denen aus den beiden Eurobarometer-Blitzumfragen vom Herbst 2000 zeigt, ist die Zahl der positiven Antworten im Durchschnitt um 10% zurückgegangen, während die Zahl der unentschiedenen Antworten entsprechend zugenommen hat.

Befragt wurden 16.029 Personen aus der breiten Öffentlichkeit in allen 15 Mitgliedstaaten. Die Befragten befürworten jedoch weiterhin in hohem Maße die in der Umfrage genannten politischen Ziele, wie z.B. die Gewährleistung gesunder und sicherer Erzeugnisse (90 Prozent), den Schutz der Umwelt (89 Prozent) und die Sicherung stabiler und angemessener Einkommen für die Landwirte (77 Prozent). Auf die Frage allerdings, ob die GAP ihrer Ansicht nach diesen Zielen gerecht wird, antworteten nur 37 Prozent, 41 Prozent bzw. 29 Prozent mit Ja.

Zu den Ergebnissen der neuesten Umfrage äußerte sich Franz Fischler, zuständiges Kommissionsmitglied für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei, wie folgt: ‚Die Umfrageergebnisse lassen erkennen, dass die mit den Reformen der Agenda 2000 verknüpften agrarpolitischen Ziele auch den Menschen am Herzen liegen. Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit stehen nämlich auf der Prioritätenliste der Bürger ganz oben, ebenso wie ein angemessenes Einkommen für unsere Landwirte. Allerdings machen die Ergebnisse gleichfalls deutlich, dass wir noch größere Anstrengungen zur Erreichung dieser Ziele unternehmen müssen. Die nächstes Jahr anstehende Halbzeitbewertung der GAP wird uns Gelegenheit bieten, unsere Politik so anzupassen, dass sie allen diesen Anliegen noch besser gerecht wird.‘

Die GAP aus der Sicht und in der Erfahrung der Europäer

Befragt nach ihrer Meinung, welche Vorteile und Garantien die Agrarpolitik der Europäischen Union für sie persönlich mit sich bringt, stuften die europäischen Bürger die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit als den allerwichtigsten Vorteil ein. Unter den zehn möglichen Antworten, die zur Auswahl standen, nannten 36% an erster Stelle die Garantie, dass sie ihre gekauften Lebensmittel sicher und bedenkenlos essen können.

Den Umfrageergebnissen zufolge unterstützt die breite Öffentlichkeit weiterhin in hohem Maße die 12 politischen Ziele, deren Stellenwert bereits in den vorangegangenen Eurobarometer-Umfragen erforscht wurde. In der neuesten Meinungsumfrage werden als Topprioritäten dieselben fünf Themen in derselben Reihenfolge wie bei der letzten Umfrage genannt. Neun von zehn Befragten sprechen sich wiederum dafür aus, dass die EU-Agrarpolitik unbedingt gewährleisten sollte, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse gesund und sicher sind. Des Gleichen werden von der breiten Öffentlichkeit mit 89% bzw. 82% erneut die Belange des Umweltschutzes und die Erhaltung kleiner und mittelgroßer Landwirtschaftsbetriebe als weitere vorrangige Ziele einer agrarpolitischen Strategie in Europa betrachtet. Als ebenso wichtig wie bisher werden noch andere Ziele angesehen, z.B. Hilfe für die Landwirte bei der Anpassung ihrer Erzeugung an die Verbrauchererwartungen (81 Prozent), Erleichterung und Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum (80 Prozent) oder die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft auf den Weltmärkten. Fragt man sodann jedoch die europäischen Bürger, ob die GAP ihrer Ansicht nach diesen Zielen gerecht wird, so ist seit der letzten Umfrage der Prozentsatz der mit Ja antwortenden Befragten bei nahezu allen der vorstehenden Punkte zurückgegangen.

Der Anteil derer, die überzeugt sind, dass die GAP ihnen gesunde und sichere Erzeugnisse liefert, ist in alarmierender Weise von 52 Prozent im September 2000 auf jetzt nur noch 37,2 Prozent gesunken. Hieran lässt sich eindeutig das geschwundene Vertrauen der Verbraucher ablesen. Der hohe Prozentsatz von unentschiedenen Antworten deutet zudem darauf hin, dass viele Menschen sich nicht ausreichend informiert fühlen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Weiterentwicklung der GAP

Inzwischen ist nur noch ein verringerter Teil der von der Europäischen Union gewährten Beihilfen an die landwirtschaftliche Erzeugung gekoppelt, stattdessen werden in Form von Direktbeihilfen an die Landwirte zunehmende Fördermittel für die Erhaltung und Entwicklung der Gesamtwirtschaft des ländlichen Raums gewährt. Diese Verschiebung weg von den Produktionsbeihilfen und hin zu einer direkten Einkommensstützung wurde bei der Umfrage 2001 von 56 Prozent der Befragten gutgeheißen.

Ausführlichere Informationen zu der neuesten Eurostat-Umfrage.

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