30. November 2001

Bartels: Kernpunkte des deutschen Jagdrechtes dürfen nicht verändert werden

Themen: Archiv — info @ 09:11

Celle (agrar.de) – Die Kernpunkte des deutschen Jagdrechtes dürfen bei der vom Bund angekündigten Novellierung des Bundesjagdgesetzes nicht verändert werden. Dabei denke er insbesondere an die Bindung an das Eigentum sowie an die Erhaltung des bewährten Reviersystems, sagte heute Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels vor der Mitgliederversammlung des Zentralverbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen in Celle.

Bei der jetzt angelaufenen Debatte um diese Novellierung zeige sich auch, wie wichtig für den Verband die Gründung der ‚Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer‘ war. Denn nur so könne ‚die Jagd‘ auch auf Bundesebene ihre Eigentümerrechte mit deutlicher Stimme vertreten. Gemeinsames Ziel müsse es aus seiner Sicht bei der Novellierung des Bundesjagdgesetzes sein, eine Verschmelzung der Rechtskreise Jagd und Naturschutz zu verhindern, weil dieses sonst letztlich zu einer Unterordnung des Jagdrechtes unter das Naturschutzrecht führen würde. Den ersten Ansätzen dazu, wie etwa der Forderung, die Zahl der bejagbaren Tierarten drastisch zu reduzieren und die Auswahl ausschließlich nach Naturschutzgesichtspunkten zu treffen, widerspreche er daher ausdrücklich, fügte Bartels hinzu.

Links zum Thema Jagd und Wild.

29. November 2001

BMVEL veröffentlicht Inventar über Ammoniak-Emissionen

Themen: Archiv — info @ 14:11

Berninger: Wichtige Grundlage für Umweltschutz in Tierhaltung geschaffen

Berlin (agrar.de) – ‚Mit dem Inventar über die Ammoniak-Emissionen der Tierhaltung haben wir jetzt eine wichtige Entscheidungshilfe für die Begrenzung von Emissionen aus der Landwirtschaft‘, erklärte Matthias Berninger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, heute in Berlin. Das im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums und des Umweltbundesamts erstellte Inventar ermittelt die Ammoniak-Emissionen der Tierhaltung und deren Einflussfaktoren. ‚Diese Emissionen müssen weiter vermindert werden. Sie können wegen ihrer versauernden und eutrophierenden Wirkung zu Schäden an Böden und Pflanzen führen‘, so Berninger.

Das Inventar dient der Erfüllung der Verpflichtungen nach dem Multikomponentenprotokoll der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen zur ‚Bekämpfung von Versauerung und Eutrophierung und bodennahem Ozon‘ und der EG-Richtlinie zur Festsetzung nationaler Emissionsobergrenzen (NEC-Richtlinie). Deutschland ist danach verpflichtet, seine Ammoniak-Emissionen bis zum Jahr 2010 im Vergleich zu 1990 um rund 28 Prozent auf 550.000 Tonnen pro Jahr zu verringern.

‚Um das gesteckte Ziel sicher erreichen zu können, müssen geeignete Minderungsmaßnahmen vorgenommen werden‘, so Berninger. Ansatzpunkte seien unter anderem die Abdeckung von Güllelagern, die Weiterentwicklung der ‚guten fachlichen Praxis‚ und die Festschreibung des ‚Standes der Technik‘ bei der Gülleausbringung sowie die verstärkte Beratung von Landwirten zum Beispiel zur bedarfsangepassten Fütterung der Tiere.

Erarbeitet wurde das Inventar von einer Projektgruppe aus Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (%url5%KTBL%/%), Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (%url6%FAL%/%) und dem Institut für Agrartechnik Bornim (%url7%ATB%/%). Der Gesamtbericht erscheint Mitte Dezember und wird vom %url9%Umweltbundesamt%/% in der UBA-TEXTE-Reihe veröffentlicht.

%url8%Sind Bio-Schweine Umweltschweine?%/% (Dr. Manfred Stein)

28. November 2001

SPD bekennt sich zu Ökolandbau und „Grüner Gentechnik“

Themen: Archiv — info @ 11:11

Nürnberg (agrar.de) – Im Rahmen ihrer Programmdebatte auf dem ordentlichen Parteitag vom 19. bis 22. November hat sich die SPD zum Ökolandbau und zur Nutzung der ‚Grünen Gentechnik‘ bekannt.

Im entsprechenden Beschluss heißt es:

‚Den ökologischen Landbau in Produktion und Vermarktung stärken

Der ökologische Landbau hat in Deutschland eine lange Tradition. Er stellt eine besonders umweltverträgliche Form der Landbewirtschaftung dar und leistet einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung unserer ländlichen Räume.

Wir wollen den ökologischen Landbau in Produktion und Vermarktung stärker fördern und ihm eine Leitbildfunktion geben. Der Markt für Öko-Produkte wächst. Wir treten dafür ein, dass sich mehr Landwirte als bisher auf den Öko-Landbau umstellen, um die steigende Nachfrage aus heimischer Produktion bedienen zu können. Dabei sollen die Verbände des ökologischen Landbaus auch künftig mit ihren speziellen Qualitätsanforderungen eine weiterhin wichtige Rolle spielen.

Wir wollen auch beim Öko-Landbau vergleichbare Wettbewerbsbedingungen in der EU. Deshalb muss die seit 10 Jahren gültige Öko-Verordnung dringend angepasst werden. Von ganz besonderer Bedeutung sind dabei, dass der gesamte Betrieb auf den ökologischen Landbau umgestellt werden muss und dass Gentechnikfreiheit garantiert wird.

Wir wollen eine deutliche Steigerung des Anteils ökologisch wirtschaftender Betriebe erreichen; letztlich werden aber die Verbraucherinnen und Verbraucher darüber entscheiden, welchen Anteil der ökologische Landbau an der Gesamtproduktion in Deutschland einnehmen wird. Von herausragender Bedeutung wird dabei sein, dass Öko-Produkte umfassend auch in Supermärkten zu angemessenen Preisen angeboten werden. Für Sozialdemokraten ist es unverzichtbar, dass gesunde Lebensmittel für alle zu bezahlbaren Preisen verfügbar sein müssen.

Mit der Grünen Gentechnik verantwortlich umgehen

Wir wollen, dass mit der Grünen Gentechnik verantwortlich umgegangen wird. Dies erfordert eine konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips. Als problematisch sehen wir an: das Risiko von Allergien, die Gefahr des Überspringens von Genen von Kulturpflanzen auf verwandte Wildkräuter sowie das unbeabsichtigte ‚Züchten‘ von resistenten Schadorganismen. Aus ökologischen und sozialen Gründen ist daher Vorsicht und langfristige wissenschaftliche Begleitung erforderlich.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Bundesregierung in Abstimmung mit der Wirtschaft ein sorgfältig ausgearbeitetes Forschungs- und Begleitprogramm zum Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf den Weg bringt.

Produkte, die genetisch verändertes Material enthalten oder daraus hergestellt werden, müssen klar und eindeutig gekennzeichnet werden; die Rückverfolgbarkeit muss gesichert sein. Wir wollen größtmögliche Transparenz und volle Wahlfreiheit für die Verbraucher.‘

Links zum Thema Politik, @grar.de-Seiten zum Thema %url4%Politik%/%.

Rheinland-Pfalz: NABU fordert Agrarwende

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 10:11

Mainz (agrar.de) – Nachdem Ende letzten Jahres der erste Fall von Rinderwahnsinn in Deutschland bestätigt wurde, hat der NABU Rheinland-Pfalz heute in Mainz Bilanz gezogen. ‚Während der Bund und einige Bundesländer die Chance von BSE und MKS für eine echte Neuorientierung in der Agrarpolitik nutzen, zieht die Agrarwende an Rheinland-Pfalz offensichtlich vorbei‘, resümierte der Landesvorsitzende des NABU, Siegfried Schuch, die vergangenen Monate. ‚Ob bei der Abstimmung im Bundesrat oder der landwirtschaftlichen Förderpolitik, Rheinland-Pfalz ist oft bei den Schlusslichtern, wenn es um eine naturverträgliche Entwicklung im Lande geht‘, kritisierte Schuch.

Im Ergebnis werde z.B. heute lediglich ein Anteil von 1,8 Prozent der Landesfläche ökologisch bewirtschaftet, also ohne Einsatz synthetischer Pestizide und Mineraldünger. Andere Bundesländer seien da längst weiter, so z.B.

– Hessen mit 6,7 Prozent – Mecklenburg-Vorpommern mit 6,6 Prozent oder – Baden-Württemberg mit 5,0 Prozent.

Bundesweit werden nach Angaben des NABU derzeit etwa 3,2 Prozent der Landesfläche ökologisch genutzt. Auch bei den Wachstumsraten des ökologischen Landbaus (plus 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr) glänze Rheinland-Pfalz nur schwach. Der Bundesdurchschnitt liege bei immerhin plus 21 Prozent.

Bei der Förderung von konkreten Naturschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Landwirtschaft und der Entwicklung der ländlichen Räume gelinge es ebenfalls nicht, mit anderen Bundesländern Schritt zu halten. So hinke die für die nächsten Jahre geplante Unterstützung für spezifische Naturschutzmaßnahmen, wie etwa der einzelflächenbezogenen Bewirtschaftung und Pflege von Extensivgrünland, der Anlage von Ackerrandstreifen und der Erhalt von Streuobstwiesen mit durchschnittlich knapp 7 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche weit hinter dem Bundesdurchschnitt von ca. 14 Euro je Hektar und Jahr her.

Im Zusammenhang mit einer Studie zur Agrarwende in Rheinland-Pfalz forderte der NABU die Landesregierung auf, endlich Flagge für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu zeigen. ‚Statt sich der Illusion einer auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähigen Landwirtschaft hier in Rheinland-Pfalz hinzugeben, müssen die Möglichkeiten, die uns die EU und der Bund zur Förderung einer natur- und umweltverträglichen Landwirtschaft gibt, endlich besser genutzt werden‘, so der Landesvorsitzende Schuch. Den wichtigsten Ansatzpunkt hierfür biete derzeit die Zukunftsinitiative für den ländlichen Raum (ZIL) und das Förderprogramm Umweltschonende Landwirtschaft (FUL).

Als unverzichtbar bezeichnete der NABU die Einrichtung eines ‚Begleitausschusses‘ für die so genannte ‚ländliche Entwicklung‘ in Rheinland-Pfalz, eine generell stärkere Ausrichtung von ZIL auf den Umwelt- und Naturschutz, eine nachhaltige Entwicklung insbesondere im Bereich der Agrarstrukturverbesserung, z.B. der regionalen Verarbeitung und Vermarktung ökologischer Produkte, den weiteren Ausbau des FUL-Programmes unter Berücksichtigung des Naturschutzes und des ökologischen Landbaus und die Aufnahme einer ‚Ausgleichszulage‘ für so genannte ‚FFH-Gebiete‘, mit der die Akzeptanz für die nach europäischen Recht besonders geschützten Gebiete in der Landwirtschaft erhöht werden kann.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

27. November 2001

Sachsen: Weitere FFH-Gebiete vorgeschlagen

Themen: Archiv — info @ 16:11

Liste von 270 Schutzgebieten wird öffentlich ausgelegt

Dresden (agrar.de) – Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat heute dem Kabinett eine weitere Liste von Schutzgebieten nach der europäischen FFH-Richtlinie (Flora, Fauna, Habitat) vorgelegt. Nachdem bereits Ende 1999 insgesamt 89 FFH-Gebiete benannt worden waren, werden jetzt weitere schutzwürdige Flächen zur Meldung an die Europäische Union vorgeschlagen. Demnach sind derzeit etwa 270 Gebiete in der Prüfung, die rund neun Prozent der Landesfläche ausmachen, als FFH-Gebiete gemeldet werden. Die neue Gebietsliste soll in den nächsten Tagen im Sächsischen Amtsblatt veröffentlicht und anschließend mindestens vier Wochen lang in den Landratsämtern ausgelegt werden.

‚Wir wählen dieses transparente Verfahren, damit betroffene Grundstückseigentümer, Kommunen und Verbände über das Vorhaben der EU zumindest informiert werden‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath in Dresden. Die EU sehe eine Information überhaupt nicht vor. Anfang kommenden Jahres sollen die Schutzgebiete an das Bundesumweltministerium zur Weiterleitung an die Europäische Union gehen. Die Nachmeldung ist notwendig, da die Europäische Union die bislang überreichte Liste für unzureichend hält. Die EU droht mit einem vorläufigen Stopp von Strukturfondsmitteln, falls Sachsen die Liste nicht vervollständigt. Zudem läuft gegen Deutschland ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen ‚unzureichender Beachtung der Bestimmungen der FFH-Richtlinie in Sachsen‘.

Diese verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume unter Schutz zu stellen. So soll ein europaweites Schutzgebietssystem unter dem Namen ‚Natura 2000‘ entstehen. Sachsen hatte bereits Ende 1999 als eines der ersten Bundesländer eine Gebietsliste an die EU-Kommission weitergereicht. Die Meldung sei abschließend gewesen, so die damalige Auffassung. Zwischenzeitlich präzisierte die EU jedoch die Auswahlkriterien. Zudem schränkte ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes Ende vergangenen Jahres das Auswahlermessen der Mitgliedsstaaten weiter ein. ‚Der Spielraum, den wir 1999 noch hatten, wurde uns mittlerweile genommen‘, so Flath. Eine Nachmeldung sei daher unvermeidlich. Die FFH-Richtlinie enthält rund 200 Tier- und mehr als 500 Pflanzenarten, die geschützt werden sollen. Außerdem sind 170 besondere Lebensraumtypen ausgewiesen. In den Schutzgebieten müssen die Mitgliedsstaaten die Erhaltung der Lebensräume garantie-ren und eine Verschlechterung vermeiden. Kritiker befürchten dadurch eine Behinderung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland %url1%Sachsen%/%.

BBV kritisiert Spiegel-Bericht als „üble Meinungsmache“

Themen: Archiv — info @ 14:11

München (agrar.de) – Als ein ‚besonderes Beispiel schlampiger Recherche und übler Meinungsmache‘ kritisiert der Bayerischen Bauernverbandes (BBV) einen Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel vom 26. November 2001 mit dem Titel ‚Proben im Majonäseglas‘ (unsere Meldung).

Der von Prüfern der Europäischen Union vorgelegte Bericht über die Zustände bei Lebensmittelkontrollen sei von Spiegel-Redakteuren dazu missbraucht worden, alte Ressentiments gegen die Bauern weiter zu schüren. Der EU-Bericht liege dem BBV nicht vor, er enthalte sich deshalb einer Wertung, zumal offensichtlich auch die Bundesländer hierzu keine Stellungnahme abgegeben hätten. Unfair und in unzulässiger Weise bringe der Spiegel damit aber den Tiergesundheitsdienst (TGD) und angebliches Verhalten der Bauern in Verbindung.

Die Behauptung, die Agrarlobby verhindere eine bessere Überwachung des Arzneimitteleinsatzes in der Tierhaltung, entbehre jeder Grundlage. Tatsache sei, dass die Bauern in Bayern und die von ihnen gegründete Selbsthilfeeinrichtung ‚Tiergesundheitsdienst Bayern‘ nachhaltig das Ziel verfolgen, den Arzneimitteleinsatz im Tierbestand zu minimieren.

Das Horror-Szenario des Spiegel, mit ‚Pharmaka voll gepumpte Tiere‘ könnten regulär geschlachtet und verwertet werden, stelle einen besonders schweren Fall übler Nachrede für einen gesamten Berufsstand dar. Der Spiegel kritisiere Mängel im Kontrollwesen, hintergründig werde aber damit ein Bild völliger Verantwortungs- und Skrupellosigkeit der Bauern gezeichnet.

Es ist ganz einfach nicht wahr, so der BBV, dass Tiere mit Medikamenten ‚vollgepumpt‘ und dann zum Schlachten gebracht werden. Auf der Grundlage von anscheinend festgestellten Lücken im Kontrollsystem suggeriert der Spiegel damit, dass es ein weit verzweigtes illegales System gebe, an dem zahlreiche Mastbetriebe beteiligt seien. Der Verband fragt, warum nicht erwähnt werde, dass nach den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren bisher keine einzige Strafanzeige gegen einen Landwirt erhoben wurde.

Auch die Tatsachenbehauptung, dass gegen den Tiergesundheitsdienst (TGD) in Bayern wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelrecht ermittelt wird, färbe der Spiegel tendenziös zur böswilligen Unterstellung um: Der TGD sei als ‚Mastdoper‘ ins Gerede gekommen. Damit alles zusammenpasse, werde das seit 1994 nicht mehr zugelassene ‚Chloramphenicol‘ zum ‚Wachstumsbeschleuniger‘ erklärt. Festzustellen sei, dass bis dato gegen keinen TGD-Tierarzt Anklage erhoben worden ist.

Der BBV bezeichnet den Spiegel-Beitrag als ein in höchstem Maße verwerfliches Spiel mit der Angst der Verbraucher, ohne Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt.

Links zum Thema %url3%Tiergesundheit%/%, Links zum Thema %url4%Presse%/%.

Tierschutz-politisch korrekte Ortsnamen?

Themen: Archiv — info @ 13:11

Stuttgart/Fischen (agrar.de) – Der Bürgermeister der Gemeinde Fischen im Allgäu staunte sicher nicht schlecht. In einem Brief bat die Tierrrechtsorganisation PETA (People for the ethical treatment of animals) darum, den Ort aus Tierschutzgründen umzutaufen.

Was manchem eher als kabarettistische Schnapsidee erscheinen mag ist offenbar ernst gemeint: PETA bereitet eine Kampagne gegen das ‚tierquälerische‘ Fischen und Angeln vor und begleitet diese durch Prozesse, Werbung und den oben erwähnten Brief an die Gemeinde Fischen. Sie fordert darin den Bürgermeister auf, den Namen seines Ortes in die Geschichtsbücher zu verbannen und Einwohner wie Besucher von diesem, an ein grausames Kapitel der Tierquälerei erinnernden Ortsnamen, zu erlösen. ‚Fischen als grausames Hobby ist untragbar, und Fischen als Name für eine zweifellos schöne Gemeinde einfach unpassend‘ so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA-Deutschland.

Bürgermeister Toni Vogler wird dazu aufgefordert, gemeinsam mit der Bevölkerung und dem Gemeinderat einen neuen Namen für die Gemeinde zu finden, da der bisherige Name Pate für ein grausames Hobby stünde.

Als Alternative schlagen die Tierschützer den Namen ‚Wandern‘ vor.

Der PETA-Brief im Orginal.

Links zum Thema Fische, Links zum Thema %url4%Tierschutz%/%.

DBV: Agrarstandort Deutschland stärken

Themen: Archiv — info @ 12:11

Bonn (agrar.de) – Deutschland läuft Gefahr, zum Schlusslicht in Europa bei der Gestaltung der Standortbedingungen für eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft zu werden. Durch eine nationale Agrar- und Umweltpolitik mit überzogenen gesetzlichen Vorschriften, die weit über die EU-Gesetzgebung hinausgehen, wird eine neue ‚Kleinstaaterei‘ ohne Rücksicht auf die Wettbewerbsbedingungen innerhalb des Europäischen Binnenmarktes geschaffen. Vorgeblich werden Tier-, Natur- und Umweltschutz mit einer ‚Agrarwende‘ vorangebracht, tatsächlich aber nur die deutschen Bauernfamilien hart getroffen. Mit diesen deutlichen Worten kritisierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, massiv die Agrarpolitik der Bundesregierung auf der heutigen Agrarkredittagung in Berlin. Das Investitionsverhalten seit trotz positiver Gewinnentwicklung im Wirtschaftsjahr 2000/2001 auf einen neuen Tiefpunkt abgerutscht. Landwirte zögen offenbar in größerem Umfang Kapital aus ihren Betrieben ab, um anderweitig zu investieren, erklärte Sonnleitner.

Für langfristig ausgerichtete Investitionsentscheidungen und Produktionsplanungen benötigten die Bauern realistische und verlässliche Rahmenbedingungen. Mit ‚landwirtschaftlichen Träumen‘ von Bundesministerin Renate Künast sei weder den Verbrauchern noch den Bauern geholfen. Denn darin würde die Landwirtschaft als eine Art Gegenwelt zur modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft dargestellt und Bilder einer romantischen Landidylle bemüht. Die Realität sehe jedoch völlig anders aus, stellte Sonnleitner fest.

Deutschland sei ein offener und deshalb weltweit am härtesten umkämpfter Lebensmittelmarkt. Um in dieser realen Welt mit einer nachhaltigen Landwirtschaft bestehen zu können, bräuchte die Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland Zeichen der Ermutigung. Die einmalige Gemeinschaftsaktion von Land- und Ernährungswirtschaft zur Einrichtung eines gemeinsam getragenen Qualitätssicherungssystem für Fleisch zeige den ungebrochenen Selbstbehauptungswillen aller Beteiligten.

Als Beispiele für die überzogenen und nicht im Einklang mit der EU-Gesetzgebung erfolgten nationalen Gesetzgebung nannte Sonnleitner die Umweltverträglichkeitsprüfung bei Stallneubauten, das Bundesnaturschutzgesetz und nationale Gesetze und Verordnungen zur Tierhaltung. Es sei es für die deutschen Bauern äußerst demotivierend, wenn der Staat sie bis in kleinste Detail bevormunden wolle, anstatt sie zu Partnern im Umwelt- oder Tierschutz zu machen, betonte Sonnleitner.

Trotz der Entwicklungen der nationalen Agrarpolitik zeigte sich der DBV-Präsident hoffnungsvoll. Angesichts der verbesserten wirtschaftlichen Ergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe erwarte er, dass viele Landwirte bei geänderten Signalstellungen der Politik wieder investitionsfreudiger reagieren würden. Die große Resonanz der Landwirte auf die jüngste Landtechnikmesse Agritechnica beweise, dass das Interesse der Landwirte an einer Weiterentwicklung ihrer Betriebe ungebrochen sei.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Pressestelle, Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Gesetze und Verordnungen%/%, Links zum Thema %url4%Förderung%/%.

26. November 2001

Deutsche Milchprodukte im europäischen Preisvergleich günstig

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – Trotz zum Teil deutlicher Preissteigerungen in der ersten Jahreshälfte von bis zu 20 Prozent sind deutsche Milch und Milcherzeugnisse im Handel so günstig wie in kaum einem anderen EU-Land. Vor allem bei den Milchbasisprodukten wie frischer Trinkmilch, H-Milch und Butter belegen sie nach einer Untersuchung des Milchindustrie-Verband e.V. (MIV), Bonn, jeweils die Spitzenposition im Europa-Ranking.

Milch, Butter & Co. sind darüber hinaus in Relation zum durchschnittlichen Haushaltseinkommen nach wie vor so preiswert wie nie. Ein Beispiel: kosteten 250 Gramm Butter 1960 bereits 1,60 DM, so zahlt man dafür heute lediglich 30 Pfennig mehr. Damals hatte ein Haushalt allerdings gerade mal 760 DM zur Verfügung, wobei er heute mit 7.500 DM ungefähr das zehnfache verdient. Hintergründe für die Preiserhöhungen sind stark gestiegene Kosten für den Rohstoff Milch sowie für Energie, Verpackung und Logistik.

Des Weiteren waren Milchprodukte lange Zeit Lockartikel des Handels, die deutlich unter Wert angeboten wurden. Das Kaufverhalten der Verbraucher hat sich im übrigen nicht nachteilig verändert. Im Gegenteil – Produktion und Absatz sind im ersten Halbjahr 2001 in fast allen Produktbereichen gestiegen. Welthandelsrunde setzt neue Maßstäbe.

Information: Milchindustrie-Verband (MIV), Adenauerallee 148, 53113 Bonn, Tel.: 0228-959690, Fax: 0228-371535, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Milchwirtschaft%/%.

Umfragen: Rindfleisch ist wieder gefragt

Themen: Archiv,MKS — info @ 12:11

Nürnberg/Offenbach (agrar.de) – Ein Jahr nach der ersten BSE-Meldung am 24. November 2000 sind die Verbraucher offenbar weitgehend zu ihren Konsumgewohnheiten und zum Rindfleischverzehr zurückgekehrt. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchung des Marktforschungsunternehmen GfK und der Arztezeitung.

Danach Fast greift fast jeder, der früher Fleisch konsumierte, wieder zu Fleisch. Nur entscheidet er sich etwas seltener für Rindfleisch. Im vergangenen Winter hatten fast die Hälfte derer, die zuvor Rindfleisch konsumierten, auf dieses Produkt verzichtet. Erst nach Ostern hatte sich ihre Zurückhaltung wieder etwas gelegt, der Markt für Rindfleisch belebte sich. Zahlen aus dem GfK-Frischepanel spiegeln die Dramatik der Entwicklung wider: Hatten die deutschen Haushalte im Dezember 2000 und im Januar 2001 noch fast 70 Prozent weniger Rindfleisch als im Vorjahr eingekauft, so betrug das Minus zum Vorjahr im Juni 2001 nur noch 20 Prozent und im September 2001 14 Prozent.

Auf den Genuss anderer Fleischsorten verzichteten die Verbraucher deutlich weniger. So wurde beispielsweise Schweinefleisch trotz der Berichte über Maul- und Klauenseuche unvermindert weiter konsumiert. Der Verbraucher hat sogar mehr davon gekauft als im Jahr zuvor. Der Absatz von Wurstwaren litt jedoch unter der Diskussion um BSE. Die Reaktionen der Verbraucher waren allerdings weit weniger intensiv als beim Fleisch. Zwar blieben Leberwurst und Salami Anfang des Jahres häufig in den Geschäften liegen. Aber das ist längst vergessen. Inzwischen sind die Verbraucher zu ihren ursprünglichen Gewohnheiten zurückgekehrt, teilt die GfK mit.

Auf die aktuelle Online-Umfrage der Ärztezeitung: ‚Haben Sie noch Appetit auf Rindfleisch?‘ antworteten über 13.300 Personen. ‚Ja, natürlich‘ sagten 33,9 Prozent, ‚deutlich weniger‘ Appetit haben 19,7 Prozent, ’nein, gar nicht‘ antworteten 31,8 Prozent, 14,6 gaben an, schon lange kein Fleisch mehr zu essen.

Laut einer dimap-Umfrage für den Mitteldeutschen Rundfunk achtet fast ein Drittel der deutschen Verbraucher beim Kauf von Rindfleisch inzwischen nicht mehr auf die Ursprungsbezeichnung. Für 41 Prozent der 1.100 Befragten war die Herkunft indessen weiterhin wichtig. Vier Prozent gaben an, sie hätten noch nie darauf geachtet, 25 Prozent erklärten, sie kauften gar kein Rindfleisch.

Links zum Thema %url4%Lebensmittel%/%.

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