16. Oktober 2001

Verbraucher bevorzugen Tiefkühlkost

Themen: Archiv,MKS — info @ 12:10

Köln (agrar.de) – Der Tiefkühlmarkt in Deutschland wird bis Ende des Jahres sein bestes Ergebnis seit 1991 erreichen. Nach Berechnungen des Deutschen Tiefkühlinstitutes (dti) anlässlich der Internationalen Ernährungsmesse Anuga in Köln wird der Pro-Kopf-Verbrauch tiefgefrorener Lebensmittel – ohne Rohgeflügel und Speiseeis – um 2,6 Kilo auf 31,4 Kilo steigen. Einschließlich der Verbrauchsmenge von tiefgefrorenem Rohgeflügel werden die Privat- und Großverbraucher im Schnitt sogar 35,4 Kilo Tiefkühlkost verzehrt haben.

Der Gesamtverbrauch tiefgekühlter Lebensmittel werde um 9 Prozent auf 2,578 Millionen Tonnen klettern. Der Gesamtumsatz läge bei 17,76 Milliarden Mark – plus 10,1 Prozent. ‚Erstmals seit langem wird es gelingen, eine Umsatzsteigerung zu erzielen, die über dem Mengenwachstum liegt‘, kommentiert dti-Geschäftsführer Manfred Sassen die voraussichtliche Marktentwicklung bis Ende 2001.

Die Privathaushalte werden nach dti-Hochrechnungen 51 Prozent der gesamten Verbrauchsmenge tiefgefrorener Produkte verzehrt haben. Damit werde in diesem Segment das Absatzplus um 10 Prozent auf 1,307 Millionen Tonnen steigen. Der Umsatzwert dürfte 10,14 Millarden Mark erreichen und somit 11 Prozent höher liegen als im Vorjahreszeitraum.

Herausragendes Wachstum zeichnet sich auch in den einzelnen Bereichen des Außer-Haus-Marktes ab, in die voraussichtlich 49 Prozent des Gesamtabsatzes gehen werden. Hier lauten die Prognosen: Mengenplus 8 Prozent auf 1,270 Millionen Tonnen mit einem Umsatzwert von 9 Prozent auf 7,62 Milliarden Mark. Neben dem generellen Trend zur Tiefkühlkost nennt das Tiefkühlinstitut den Einfluss von BSE und der Maul- und Klauenseuche: ‚In der Folge dieser Skandale haben sich die Privat- wie Großverbraucher gezielt für die Alternativen aus der Tiefkühlung, beispielsweise Fisch und Gemüse, entschieden.‘ Auch Bio-Produkte in der Tiefkühl-Variante erleben wachsende Nachfrage. Weiterhin beliebt sind nach dti-Einschätzung Tiefkühl-Kartoffelprodukte und tiefgekühlte Backwaren.

Links zum Thema Lebensmittel.

Hektar-Spiegel online

Themen: Archiv — info @ 11:10

Isernhagen (agrar.de) – Die Anbauflächen und Erträge aller bedeutenden Ackerfrüchte in Deutschland sind ab sofort bei über die Internetseiten der Saaten-Union abzurufen.

Die Broschüre ‚Hektar-Spiegel‘ mit den Statistischen Informationen der Jahre 1997 bis 2001, dargestellt in übersichtlichen Grafiken, wird von der Saaten-Union dieses Jahr erstmals vollständig online präsentiert. Daneben sind auf den Seiten auch die Auswertungen der Landkreiserhebung des Statistischen Bundesamtes, eine Übersicht der Nutzungsschwerpunkte sowie ein Betriebsvergleich auf Bundesländerebene zu finden.

Alle Charts können aus dem Internet geladen und als Folien ausgedruckt werden. Das Unternehmen bietet auch eine Hektar-Spiegel-CD zum Preis von 3,80 Euro an. Information/Bestellung: Saaten-Union GmbH, Eisenstr. 12, 30916 Isernhagen HB Tel.: 0511-72666-244, Fax: 0511-72666-300.

Links zum Thema Pflanzen.

Welthungerbericht: Immer noch 815 Millionen Hungernde weltweit

Themen: Archiv — info @ 10:10

Bonn – Die Zahl der Hungernden in Entwicklungsländern stagniert. Zwar ist weltweit die Zahl der chronisch Hungernden um 11 Millionen auf 815 Millionen zurückgegangen, doch in der Dritten Welt gelten nach wie vor 777 Mio. Menschen als unterernährt. Der weltweite Rückgang in den 90er Jahren ist überdies langsamer als bisher angenommen: jährlich waren es nur sechs Millionen Hungernde weniger.

Dies geht aus dem FAO-‚Weltbericht zu Hunger und Unterernährung 2001‘ hervor, den die UN-Organisation am 15. Oktober in Berlin gemeinsam mit der Deutschen Welthungerhilfe vorstellte. Anlass für die Vorstellung ist der Welternährungstag am 16. Oktober.

Als ‚ganz schlechte Nachricht‘ hat die Deutsche Welthungerhilfe die Ergebnisse des FAO-Berichtes gewertet. Beim Welternährungsgipfel 1996 seien die Staats- und Regierungschefs die Verpflichtung eingegangen, bis 2015 die Zahl der Hungernden weltweit zu halbieren. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Zahl nun jährlich um 22 Millionen Menschen sinken. Dies sei ‚beinahe aussichtslos‘, sagte Volker Hausmann, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Er wies auf drei Entwicklungen hin, die die Ausbreitung von Hunger entscheidend befördert hätten: Bürgerkriege, die HIV/AIDS-Epidemie sowie eine wachsende Zahl von Naturkatastrophen.

65 Naturkatastrophen seien von den Vereinten Nationen von Januar bis Oktober 2001 registriert worden. Allein 51 von ihnen seien auf extreme Wetterereignisse zurückzuführen, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Die Vorsorge für Naturkatastrophen müsse einen größeren Stellenwert bekommen. einräumen wollen.“

Der Welternährungstag wird seit 1981 alljährlich am 16. Oktober begangen. In mehr als 150 Ländern finden in diesem Jahr Veranstaltungen dazu statt. Bei der zentralen Feier in Rom wird Bundespräsident Johannes Rau morgen eine Rede halten.

Information: Deutsche Welthungerhilfe, Adenauerallee 134, 53113 Bonn, Tel.: 0228-22880, Fax: 0228-220710, E-Mail.

15. Oktober 2001

Künast gegen Wiederaufnahme der Zulassungsverfahren für genetisch veränderte Organismen

Themen: Archiv — info @ 12:10

Berlin (agrar.de) – Die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, hat sich in einem Brief an Kommissar Byrne gegen die Pläne der EU-Kommission gewandt, das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft wieder aufzunehmen. Dies wäre eine unverständliche und durch nichts zu begründende Abkehr von der vereinbarten Vorgehensweise, nach der über die Neuzulassung von genetisch veränderten Organismen erst dann entschieden werden könne, wenn die revidierte Freisetzungsrichtlinie in den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt sei.

Bevor die geplante Verordnung über die Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von GVO und die Rückverfolgbarkeit von aus GVO hergestellten Lebens- und Futtermitteln nicht rechtsverbindlich sei, würde die Wiederaufnahme des Zulassungaprozesses für GVO-Produkte das Vertrauen der Verbraucher in die Nahrungsmittelsicherheit weiter erschüttern. Diese Verordnung liegt der EU-Kommission jedoch bisher erst als Entwurf vor.

Verbraucherschutzministerin Renate Künast betonte, ‚die Verbraucher verlangen eine klare Rechtslage und insbesondere eine rechtsverbindliche eindeutige Kennzeichnung von GVO-Lebensmitteln und GVO-Futtermitteln‘. Nur so lasse sich Transparenz und Wahlfreiheit sicherzustellen.

Die Bundesministerin bat deshalb Kommissar Byrne, dafür einzutreten, dass die Kommission alles vermeidet, was zur weiteren Verunsicherung der Verbraucher und zur Rechtsunsicherheit durch voreilige Maßnahmen aufgrund unsicherer Rechtslage beitragen könnte.

Links zum Thema Biotechnologie.

Berninger: Mehr ökologische Lebensmittel in die Gemeinschaftsverpflegung

Themen: Archiv — info @ 12:10

Köln (agrar.de) – ‚Verwenden sie mehr Lebensmittel aus ökologischem Anbau auch in der Gemeinschaftsverpflegung‘, riet der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Matthias Berninger, auf der Anuga in Köln den in der Gemeinschaftsverpflegung tätigen Köchen. Bislang sei der Einsatz von ökologisch erzeugten Lebensmitteln in Großküchen weit unterdurchschnittlich. Dabei spreche die Nachfrage der Verbraucher eine ganz andere Sprache. Ökologische Nahrungsmittel seien schmackhaft und gesund. Köchinnen und Köche, die sie verwendeten, täten nicht nur etwas Gutes für ihre Gäste, sondern leisteten einen aktiven Beitrag zur Schonung unserer Umwelt und zur artgerechten Tierhaltung. ‚Und bei ökologischen Lebensmitteln gibt es die Garantie, dass sie frei von gentechnisch veränderten Organismen sind‘, fügte Berninger hinzu.

Mit dem im Spätsommer eingeführten Biosiegel werde es in Zukunft leichter, diese Lebensmittel zu erkennen. Die Bundesregierung werde die Markteinführung des Biosiegels im kommenden Jahr daher mit 15 Mio. DM unterstützen.

Für Maßnahmen, mit denen die Mitarbeiter von Großküchen informiert und geschult würden, damit sie ihre Gäste richtig beraten könnten, sehe das geplante Bundesprogramm Ökolandbau Unterstützung vor. Das Programm, so Berninger, werde in den nächsten Wochen vorgestellt.

Links zum Thema Messen Links zum Thema Bio-Landbau.

Greenpeace: Gen-Food kann Hunger der Welt nicht stoppen

Themen: Archiv — info @ 10:10

Essex (agrar.de) – Die Hoffnung, dass die Gentechnologie werde wesentlich zur Verbesserung der Welternährungssituation beitragen, trübt eine von der Umweltorganisation Greenpeace zum Welternährungstag vorgestellte Studie der Universität von Essex. Der Schlachtruf der Gentech-Industrie ‚Die Gentechnik werde die Welt ernähren‘ sei lediglich ein Vorwand der Saatgut- und Lebensmittelkonzerne, heisst es von Greenpeace.

Die Studie zeigt, dass naturnahe Landwirtschaft den Hunger besser und effektiver besiegen kann als industrieller Landbau, der zusätzlich noch eine Bedrohung der Artenvielfalt darstellt. So gelang es Bauern im Hochland von Bolivien mit Hilfe der bisher ungenutzten Lupinienart Tarwi den Ertrag bei der Kartoffelernte zu steigern. Wenn Tarwi als Düngepflanze eingesetzt wird, kann der ertrag auf das Doppelte, zum Teil sogar dreifache ansteigen, so der Forschungsbericht.

Auch in Äthopien, einem Land, das von Hungerkatastrophen besonders arg betroffen ist, lagern im Institut für die Erforschung und Bewahrung der Artenvielfalt, Samenkörner ehemaliger regionaler Nutzpflanzen. ‚Äthiopien war die Wiege vieler Getreidesorten‘, so ein Experte. ‚Dieser Genschatz kann aber nicht nur als Saatgut archiviert werden. Auch das Wissen der Bauern über ihre lokalen Sorten gilt es zu konservieren.‘

Artenvielfalts-Forscher haben festgestellt, dass diese Sorten zum Teil besser für die schwierigen Anbaubedingungen geeignet sind, als neueste Hybrid-Hochleistungssaatgüter.

‚Fast alle genetisch veränderten Nutzpflanzen, die heute angeboten werden, zeichnen sich entweder durch ihre Widerstandskraft gegenüber einen bestimmten Unkrautvernichter aus, oder sie enthalten Erbanlagen für das Insektengift bt-Toxin. Ziel der genetischen Veränderungen sind schlichtweg rationelleres Arbeiten auf dem Acker‘, so Alexandra Rigos, Greenpeace Gen-Expertin. Bei armen Kleinbauern, die sich weder Pestizide noch Kunstdünger leisten können, nutze diese Art der Gentechnik nichts.

Darüber hinaus haben die Gentech-Pflanzen auch in der ersten Welt nicht den Erwartungen entsprochen: beim Anbau von Gen-Soja müssen um elf Prozent mehr Unkrautvernichter eingesetzt werden als bei konventionellen Pflanzen, so das US-Landwirtschaftsministerium.

‚Wer Hunger und Armut mit Gentechnik besiegen will, macht sich Illusionen‘, so Gentech-Experte Thomas Fertl zu pte. Die Politiker müssen Projekte nachhaltiger Landwirtschaft mehr fördern, statt den Interessen der Agrar-Konzerne in die Hände zu spielen. Die Bauern verfügen über ein enormen Wissen über naturnahe Landwirtschaft. Es gilt dieses Wissen zu nutzen und zusammen mit unabhängigen Wissenschaftlern weiter zu entwickeln, so der Experte. ‚Die Agrar-Industrie beherrscht die Debatte über Hunger und Armut. Es ist höchste Zeit, über andere Ansätze zur Lösung des Problems zu diskutieren.‘

Informationen zur Studie der Universität von Essex.

Höfken: Qualitätssiegel Fleisch auf einem guten Weg

Themen: Archiv — info @ 09:10

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Eröffnung der Ernährungsfachmesse ANUGA am Samstag in Köln erklärt die verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin der Bündnis 90/Die Grünen, Ulrike Höfken:

‚Wir begrüßen, dass rechtzeitig zur ANUGA die an der Fleischproduktion beteiligten Verbände die Qualitätspartnerschaft ‚Qualität und Sicherheit‘ (QS) für den Fleischbereich präsentieren. Dies ist ein weiterer Schritt zu mehr Lebensmittelsicherheit, –qualität und -transparenz. Künftig werden nicht hunderte, sondern zwei Zeichen den Verbrauchern den Weg weisen: das Biosiegel und das Qualitätssiegel für konventionelle Produktion.

Auch wenn die Kriterien des neuen Qualitätssiegels noch im Detail festzulegen sind, zeichnet sich ab, dass sie deutlich über dem gesetzlichen Standard liegen. Ein Qualitätssiegel muss mehr sein als ein Kontrollsystem für die bestehenden Vorschriften. Es muss garantieren, dass die ausgezeichneten Lebensmittel einen zusätzlichen Nutzen für den Verbraucher bringen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden das honorieren. Nur so kann das Qualitätssiegel auch ein Erfolg für die Landwirte und die anderen Beteiligten in Lebensmittelindustrie, -handwerk und –handel werden.

Die Marktbeteiligten auf allen Ebenen der Produktions-, Vermarktungs- und Handelskette sollen daher klare Kriterien erfüllen:

– Herkunftstransparenz und Herkunftskennzeichnung: Der Weg aller Produkte muss ‚vom Stall bis zur Theke‘ verfolgbar sein.

– Strenge Kriterien für Futter: Offene Deklaration, keine Verwendung von antibiotischen Leistungsförderern, kein gentechnisch verändertes Futter.

– Artgerechte Tierhaltung; der Transport von Tieren soll auf 3-4 Stunden begrenzt, die Transport- und Schlachtbedingungen sollen verbessert werden.

– Verpflichtende Mitarbeiterqualifizierung, Einhaltung von Arbeitsschutz und Arbeitsrecht.

Eine schrittweise Erfüllung der Kriterien soll die breite Verwendung des Qualitätssiegels garantieren. Mit der Gründung des Qualitätssiegels soll jedoch klar festgelegt werden, bis wann welche Kriterien erfüllt werden.‘

Links zum Thema Lebensmittel.

12. Oktober 2001

Mecklenburg-Vorpommern: Berichte über Luft- und Gewässergüte herausgegeben

Themen: Archiv — info @ 14:10

Güstrow (agrar.de) – Im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) sind ab sofort der aktuelle Gewässer- sowie Luftgütebericht erhältlich.

Der mittlerweile achte Gewässergütebericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern stellt die Ergebnisse der Gewässerüberwachung für die Jahre 1998 und 1999 vor. Er gibt Einblick in die umfangreiche Palette der Untersuchungen der Staatlichen Ämter für Umwelt und Natur, des LUNG sowie beteiligter universitärer und beauftragter privater Einrichtungen.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die Qualität der Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten 10 Jahren wesentlich verbessert hat. Dennoch besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Insbesondere die Belastungen mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln aus diffusen Quellen sind noch deutlich zu hoch. Daher müssen die bisherigen Anstrengungen zur Verbesserung der Gewässergüte fortgesetzt und verstärkt werden.

Durch den Bau leistungsfähiger Kläranlagen haben sich die Sauerstoffverhältnisse in den Gewässern deutlich verbessert. So ist der Anteil der Güteklassen 2 und 1 in den Fließgewässern innerhalb der letzten 10 Jahre von 50 auf 80 Prozent gestiegen. Eine starke organische Belastung (Klasse 3) ist nur noch an jeder fünften untersuchten Messstelle nachzuweisen. In wenigen Fällen sind hierfür noch Abwassereinflüsse, überwiegend aber Belastungen in Folge von starken Algenentwicklungen verantwortlich zu machen. Stark bis übermäßig belastete Gewässerabschnitte (Klasse 4 und 5) sind gegenwärtig so gut wie nicht mehr anzutreffen. Positiv ist auch die Entwicklung der Sauerstoffverhältnisse in Küstengewässern und Seen, die bis zur Inbetriebnahme moderner Kläranlagen durch unzureichend gereinigtes Abwasser größerer Städte belastet wurden.

Mit dem Kläranlagenausbau ist auch eine rückläufige Entwicklung der Phosphorbelastung seit 1991 zu verzeichnen. Punktuelle Phosphorbelastungen spielen gegenwärtig kaum noch eine Rolle, der Hauptanteil des Phosphor-Eintrages erfolgt flächenhaft. Ein überwiegend flächenhafter Eintrag trifft in noch stärkerem Maße auf die Stickstoffverbindung Nitrat zu. In Gewässern, die Gebiete mit intensiver Landwirtschaft durchfließen, werden die höchsten Nitrat-Belastungen im Lande registriert. Auch für die oberflächennahen Grundwasserleiter konnte ein direkter Zusammenhang zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Nitrat-Belastung nachgewiesen werden. Bezüglich der Nitratbelastungen sind bisher keine tendenziellen Verbesserungen festzustellen.

Eine deutliche Reduzierung der Stickstoffeinträge in die Gewässer ist nur in engem Zusammenwirken von Wasser- und Landwirtschaft erreichbar. Die Lösung dieser Aufgabe wird, nach Auffassung von Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling, ein wesentlicher Bestandteil bei der Umsetzung der kürzlich verabschiedeten Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sein.

Seit Mitte der 90er Jahre wurden die Messungen gefährlicher Stoffe in Mecklenburg-Vorpommern deutlich intensiviert. Für die Schwermetalle sind in einigen Gewässern Überschreitungen von Zielvorgaben festzustellen. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die Elemente Zink und Cadmium. Für das sehr toxische Element Cadmium ist allerdings eine Abnahme der Belastung zu verzeichnen, die sich ebenfalls in den Klärschlämmen der Abwasserbehandlungsanlagen des Landes zeigt. Die höchsten Schwermetallbelastungen weisen die Elbe und die durch die Oder beeinflussten Küstengewässer auf. Im Vergleich dazu sind die Gewässer im Landesinneren deutlich weniger belastet.

Im ebenso beim LUNG erschienen aktuellen Luftgütebericht werden die in den Jahren 1998 und 1999 gewonnenen Messdaten auf Langzeittrends ausgewertet. Der untersuchte Zeitraum gilt als ausgesprochen ozonarm, was vor allem auf den Witterungsablauf zurückgeführt werden kann. Nur einmal musste die Bevölkerung im westmecklenburgischen Raum darüber informiert werden, dass der Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter (µ/m3) überschritten war. Vegetationsschädigende Ozonkonzentrationen über 200 µg/m3 traten nicht auf.

Die Luftschadstoffe Schwefeldioxid, Stickstoffoxide, Kohlenstoffmonoxid, Ruß und Benzol haben ihr in den Vorjahren erreichtes geringes Konzentrationsniveau beibehalten. Seit Beginn des Jahres 1998 wurden Daten für Schwebstaub mit Partikeldurchmesser unter 10 Mikrometer (µm) ermittelt, wie ab 2001 nach den entsprechenden EU-Richtlinien für die Routineüberwachung vorgesehen. Dieser Feinststaubanteil ist für die menschliche Gesundheit besonders relevant. Die Messwerte zeigen, dass die inzwischen rechtskräftigen Grenzwerte der EU in Mecklenburg-Vorpommern nicht überschritten wurden. Auch für die nach deutschem Recht gültigen Grenz- oder Richtwerte, wie die Immissionswerte der 22. Bundesimmissionsschutzverordnung und der Technischen Anleitung Luft, gab es im Berichtszeitraum keine Überschreitungen.

Sowohl der Gewässer- als auch der Luftgütebericht können beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 1338, 18263 Güstrow schriftlich oder &url1%per Internet%/% angefordert werden.

Links zum Thema Wasser, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Schleswig-Holstein: Stiftungsland Schäferhaus wird Naturerlebnisraum

Themen: Archiv — info @ 13:10

Harrislee (agrar.de) – Das ‚Stiftungsland Schäferhaus‘ bei Harrislee hat gestern die Anerkennung als Naturerlebnisraum erhalten. Umweltminister Klaus Müller überreichte vor Ort die Urkunde an Gerd Kämmer, den Vorsitzenden des Vereins Bunde Wischen, von dem das Gelände entwickelt wird.

Klaus Müller lobte die Arbeit des Vereins Bunde Wischen. ‚Die Naturerlebnisräume sind gelebtes Miteinander von Mensch und Natur. Sie sind wichtige Elemente des Natur- und Artenschutzes. Sie sind für uns Naturschützer wichtig, um viele Menschen zu erreichen, sie für die Natur zu begeistern und ihnen die Ziele des Naturschutzes nahezubringen.‘

Rita Jensen, Geschäftsführerin der Stiftung Naturschutz, und Prof. Willfried Janßen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, ergänzten unisono: ‚Die Anerkennungs-urkunde dokumentiert eindrucksvoll, dass es der Stiftung Naturschutz wieder einmal gelungen ist, zusammen mit ihren Partnern vor Ort Naturschutz zu betreiben, der den Menschen aktiv einbezieht und nicht ausgrenzt.‘

Das 400 Hektar große Areal eines ehemaligen Truppenübungsplatzes wurde von der Stiftung Naturschutz 1998 gekauft. Die Naturschützer renaturieren Bäche, legen Wanderwege an und stellen Informationstafeln auf. Ihre wichtigsten Helfer sind 105 Galloway-Rinder, die ganzjährig auf dem Gelände weiden. Im Laufe der Jahre entwickelt sich eine halboffene Weidelandschaft. Weideflächen im fließenden Wechsel mit lichten, lebendigen Wäldern bieten einer Vielzahl von seltenen Tieren und Pflanzen ein Zuhause: Sumpfohreule und Neuntöter – Vogelarten, die auf der Roten Liste stehen –, 22 verschiedene Libellenarten und seltene, zum Teil gefährdete Pflanzen, wie Heidenelke und Ferkelkraut, sind hier heimisch.

Links zum Thema Agrarmuseen, Links zum Thema Naturschutz.

BBV: Landfrauen den Rücken stärken

Themen: Archiv,Bildung — info @ 13:10

München (agrar.de) – Sie sind mit ihren Themen am Puls der Zeit, machen Politik für die bäuerlichen Familien und entwickeln jede Menge Kreativität, wenn es um neue Ideen geht, damit der Bauernstand eine Zukunft hat. „Der ehrenamtliche Ein-satz der Landfrauen ist sehr vielseitig“, sagt die Landesbäuerin des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Hannelore Siegel, in einem Interview mit dem Bayeri-schen Landwirtschaftlichen Wochenblatt anlässlich des Welttags der Landfrauen (World Rural Women’s Day) am 15. Oktober. ‚Ziel unserer Aktivitäten ist es, den Frauen in ihrer Arbeit auf dem eigenen Betrieb den Rücken zu stärken.‘ Da gehört agrarpolitisches Engagement für die Mitunternehmerinnen auf den Höfen genau so dazu wie das Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen für Bäuerinnen.

Die Landfrauenarbeit ziele aber auch auf die gesellschaftlichen Belange ab. So spielt die Ernährungsberatung im Dialog mit den Verbrauchern eine zentrale Rolle. Auch geben die Landfrauen Impulse für die Ernährungserziehung in Kindergärten und den hauswirtschaftlichen Unterricht an allgemeinbildenden Schulen. ‚Wir erwarten uns Unterstützung von Seiten der Politiker, wir wollen ernst genommen werden in unseren Forderungen und Anliegen. Das Lob für unsere Leistungen allein nutzt nichts‘, macht die Landesbäuerin deutlich.

Marlene Mortler, Stellvertretende Landesbäuerin, weist darauf hin, dass die Land-frauen viele neue Einkommensquellen für die landwirtschaftlichen Betriebe auf den Weg gebracht haben. Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof oder Dienstleistungen im hauswirtschaftlichen Bereich seien beste Beispiele dafür. Mortler macht aber auch auf die vielfache Belastung der Frauen aufmerksam: ‚Frauen sind durch ihre Rolle als Familienfrau, als Mutter und Mitbetriebsleiterin besonders gefordert. Wir Frauen haben uns zu wahren Multitalenten entwickelt, sind überall einsetzbar, und werden dann in der Praxis auch überall eingesetzt.‘

Wie erfolgreich Kreativität sein kann, beweist Christa Off, zweite stellvertretende Landesbäuerin und Vorsitzende des Landesverbandes Urlaub auf dem Bauernhof in Bayern. Sie wird am kommenden Montag in Genf von der ‚Women’s Worlds Summit Foundation‚ mit dem internationalen ‚Preis für Kreativität‘ ausgezeichnet. Die weltweit wirkende Landfrauen-Stiftung vergibt den Preis jährlich an 30 Landfrauen aus aller Welt. In der Begründung verweist die Jury auf das gestiegene Einkommen der Bauern durch die zusätzliche Einkommensquelle Urlaub auf dem Bauernhof. Christa Off ist die erste deutsche Landfrau, die diesen Preis erhält.

Links zum Thema %url2%Landfrauen%/%.

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