19. Oktober 2001

BSE-Forschung: Fünf Jahre die falschen Gehirne getestet?

Themen: Archiv — info @ 09:10

London (aho) – Das britische Landwirtschaftsministerium ‚Defra‚ (Department for Environment, Food and Rural Affairs) mussten jetzt zugeben, daß im Institut für Tiergesundheit in Edinburgh fünf Jahre lang Rinderhirne anstatt Schafhirne getestet wurden.

Ein kürzlich durchgeführter ‚Gen-Test‘ hatte die Verwechslung ans Licht gebracht. Wie und warum das Hirnmaterial verwechselt wurde, ist bisher unbekannt und soll jetzt von einer Kommission untersucht werden.

Das Institut wollte in den nächsten Tagen Ergebnisse vorlegen, die eine Übertragung von BSE auf Schafe beweisen sollten.

Links zum Thema BSE.

Bundesrat beschließt Abschaffung von Legebatterien

Themen: Geflügel — info @ 09:10

Berlin (agrar.de) – In seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat der langfristigen Abschaffung der Legebatterien für Hühner zugestimmt. Die Länderkammer billigte in Berlin eine Tierschutzverordnung von Verbraucherministerin Renate Künast, wonach die Haltung von Legehennen in so genannten herkömmlichen Käfigen nur noch bis Ende 2006 zulässig ist.

Die Forderung einzelner Länder, mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Situation der Landwirte eine Übergangsregelung bis 2009 zu beschließen, fand keine Mehrheit. Allerdings billigten die Länder die Verordnung nur mit Änderungen.

Nach der Verordnung soll ab 2012 mit der Käfighaltung von Hennen Schluss sein. Bis dahin dürfen bestehende Käfigtypen je nach Größe und konkreter Ausgestaltung unterschiedlich lange weiterhin benutzt werden. Geräumigere Käfige mit Sitzstangen, Legenest und Scharrbereich, bei denen jede Legehenne mindestens 750 cm² Platz hat (‚ausgestaltete Käfige‘), können noch bis Ende 2011 betrieben werden. Für die so genannten herkömmlichen Käfige, bei denen pro Tier eine Nutzfläche von mindestens 550 cm² vorgesehen ist, bleibt es bei der vom Verbraucherschutzministerium geplanten Übergangsfrist bis Ende 2006.

Eine weitere Übergangsregelung will der Bundesrat für bereits genutzte alternative Haltungssysteme einführen, die mindestens den Voraussetzungen für die Kennzeichnung der Eier als aus Volierenhaltung, Bodenhaltung oder Freilandhaltung einer Europäischen Verordnung von 1991 entsprechen. Sie sollen bis Ende 2005 betrieben werden dürfen. Käfige, in denen lediglich 450 cm² pro Henne zur Verfügung stehen, sind nach der Verordnung nur noch bis Ende 2002 zulässig.

Die Verordnung schreibt vor, dass neu in Betrieb genommene Hennenhaltungseinrichtungen – und nach Ablauf der Übergangsregelungen auch alle übrigen – detailliert festgelegte Anforderungen zu erfüllen haben. Hier ist der Bundesrat der Meinung, dass die Verordnung nicht erst für Betriebe ab 350 Legehennen gelten soll. Die Vorgaben seien auch für kleinere Tierhaltungen erfüllbar. In Zukunft müssen die Haltungseinrichtungen mindestens eine Fläche von 2 Metern mal 1,50 Meter und eine Höhe von mindestens 2 Metern aufweisen. Pro Quadratmeter dürfen nicht mehr als neun Hennen gehalten werden. Ist die Nutzfläche auf mehrere Ebenen verteilt, spricht der Bundesrat sich dafür aus, dass pro Quadratmeter Stallgrundfläche nicht mehr als 18 Legehennen leben dürfen.

Ferner ist der Bundesrat der Auffassung, dass in neuen Haltungseinrichtungen nicht mehr als 6000 Legehennen ohne räumliche Trennung gehalten werden sollten. Dies gewährleiste eine gute Betreuung der Tiere und helfe, bei Panikreaktionen größere Schäden zu vermeiden. Nach der Verordnung dürfen die Nester zudem nicht aus Drahtgitter bestehen und eine bestimmte Größe nicht unterschreiten. In Gebäuden, in denen Hennen gehalten werden, muss Tageslicht einfallen. Von dieser Grundregel will der Bundesrat Ausnahmen zulassen, wenn insbesondere bei älteren Gebäuden der Einbau von Fenstern nicht ohne massiven Eingriff an der Gebäudesubstanz möglich und damit unverhältnismäßig ist. Weitere Vorschriften betreffen die Überwachung, Fütterung und Pflege von Legehennen. Die Verordnung ermöglicht darüber hinaus, neue Haltungsformen für Legehennen probeweise einzuführen. Diese Probephase will der Bundesrat jeweils auf drei Jahre begrenzen.

Zusätzlich hat der Bundesrat zahlreiche Entschließungen gefasst. Danach begrüßt er die Verordnung, mit der der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahre 1999 zum Verbot der Legebatteriehaltung Rechnung getragen wird. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die EU-Richtlinie in den anderen Mitgliedstaaten und in den Beitrittsländern in gleicher Weise wie in Deutschland umgesetzt wird. Der Bundesrat befürchtet ansonsten Nachteile für die deutsche Geflügelwirtschaft. Darüber hinaus müssten die Kennzeichnungsvorschriften so geändert werden, dass der Verbraucher erkennen kann, ob die Eier aus konventioneller Käfighaltung aus dem Ausland oder aus heimischer Produktion stammen. Der Bundesrat spricht sich ausdrücklich für einen EU-weiten raschen Ausstieg aus der Käfighaltung und für eine stetige Weiterentwicklung tier- und umweltgerechter Haltungssysteme aus. Die möglichen Umweltbelastungen durch die Freilandhaltung sind nach Ansicht des Bundesrates durch eine geeignete Organisation der Auslaufhaltung vermeidbar. Beeinträchtigungen zum Beispiel des Grundwassers sollten nicht ausschließlich durch technische Maßnahmen wie Filteranlagen und Bodenabdichtungssysteme, sondern auch durch die Festlegung von Bestandsobergrößen in bestimmten Regionen verhindert werden.

Sollten den Produzenten aus der Verkürzung der Übergangsfrist für ihre herkömmlichen Käfige Entschädigungsansprüche erwachsen, müssen diese nach Auffassung des Bundesrates vom Bund finanziert werden. Schließlich bittet der Bundesrat die Bundesregierung, alle zwei Jahre über die Auswirkungen der Verordnung Bericht zu erstatten.

Ministerin Künast muss nun entscheiden, ob sie diese Änderungen übernimmt oder die Verordnung zurückzieht.

Hennenhaltungsverordnung, Links zum Thema Gesetze und Verordnungen und %url6%Tierschutz%/%, Links zum Thema %url5%Tierhaltung%/% und %url4%Geflügel%/%.

Künast: Bundesprogramm Ökolandbau ist auf dem Weg

Themen: Archiv — info @ 09:10

Berlin (agrar.de) – ‚Mit dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau fördern wir die breite Information zum Ökolandbau und seinen Produkten und stärken damit die Konkurrenzkraft der ökologisch wirtschaftenden Betriebe‘, erklärte Renate Künast, Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft heute in Berlin bei der Übergabe des Entwurfs für das Programm. ‚Die Bio-Produktion muss auch mengenmäßig ein wichtiger Teil der gesamten Landwirtschaft werden. Mit dem Programm klären wir über die Besonderheiten des Öko-Anbaus auf. Damit erreichen wir, dass immer mehr Verbraucher überzeugt und dauerhaft zu Biowaren greifen und sich mehr Landwirte für diese Wirtschaftsweise interessieren. Landwirte werden in der Umstellungsphase besonders unterstützt und regelmäßig umfassend informiert.‘

Der Entwurf des Bundesprogramms enthält den Vorschlag einer Projektgruppe, die sich aus vier Wissenschaftlern und zwei Verbandsvertretern zusammensetzt. Zahlreiche Anregungen aus der Praxis wurden in dem Entwurf berücksichtigt. Die Einzelheiten des Programmentwurfes werden in den kommenden Wochen konkretisiert.

Der Vorschlag der Projektgruppe sieht zum einen Schulungs-, Aufklärungs- und allgemeine Informationsmaßnahmen vor.

– Für umstellungswillige Landwirte werden konkrete Hilfen geschaffen, zum Beispiel in Form differenzierter Informations-, Bildungs- und Beratungsangebote. Über den Ökolandbau wird im Internet, auf Messen, bei Multiplikatoren und in Seminaren informiert.

– Die Erfassungs- und Verarbeitungsstufe wird über die für Bioerzeugung geltenden Regeln informiert. Hier werden Anregungen für Innovation und Wettbewerb gegeben und Hilfen, um den Informationsaustausch bei Seminaren, auf Messen und im Internet zu erleichtern.

– Der Handel wird intensiv vorbereitet, um gute und faire Beratung leisten zu können, die die Verbraucher wünschen. Für die Beschäftigten im Einzelheiten werden daher Fortbildungsmöglichkeiten angeboten.

– Die Verbraucher erhalten gezielte Information über den Wert und die Vorzüge ökologischer Produkte. Wichtig sind dabei eine qualifizierte Umstellungsberatung für Großküchen sowie die Aufbereitung des Themas für Kindertagesstätten und allgemeinbildende Schulen.

Für das Programm werden in den Jahren 2002 und 2003 jeweils rund 35 Mio. Euro bereitgestellt.

Kurzfassung des Entwurfes, Links zum Thema Bio-Landbau.

18. Oktober 2001

Niedersachsen: Hanffasern für Oberklasse-Sportwagen

Themen: Archiv — info @ 16:10

Landesregierung fördert die Entwicklung von Naturfaserhalbzeugen für ultraleichte Verbundwerkstoffe im Automobilbau

Achim (agrar.de) – Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels präsentierte heute ein neues Projekt aus seiner Förderinitiative nachwachsende Rohstoffe. Es handelt sich hierbei um die Entwicklung ultraleichter Verbundwerkstoffe im Automobilbau.

Ziel dieses Gemeinschaftsprojekts ist, die Qualität von Naturfasermatten als Verstärkungskomponente von naturfaserverstärkten Polyurethan, kurz NFPU, soweit zu steigern, dass sie den hohen Anforderungen von Kfz-Instrumententafeln genügen. Naturfaserverstärkte Werkstoffe führen gegenüber den üblicherweise verwendeten glasfaserverstärkten Kunststoffen zu einer deutlichen Gewichtsreduzierung. Dies macht sie neben den ökologischen Vorteilen, wie neutrale CO2-Bilanz und energiesparende Verarbeitung, für den Automobilbau außerordentlich interessant.

Durchgeführt wird dieses Projekt von der Firma DST Dräxlmaier Systemtechnik GmbH im neu errichteten Werk Achim bei Bremen, zusammen mit den Projektpartnern AGRO-Dienst GmbH in Huntlosen, INVENT GmbH aus Braunschweig sowie dem Faserinstitut Bremen. Bartels verwies in diesem Zusammenhang darauf, das die Dräxlmaier Gruppe den Produktionsstandort Achim seit 1999 mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen aufgebaut hat. Dort wird ab Herbst 2001 die komplette Innenausstattung für den neuen Sportwagen Mercedes SL produziert.

Für flächige Kfz-Innenausstattungsteile, insbesondere Seitentürverkleidungen oder Hutablagen, verarbeitet die Dräxlmaier Gruppe bereits jetzt im Serieneinsatz jährlich 940.000 m² Naturfasermatten. Gelingt es jedoch, einen Naturfaserverbundwerkstoff für die sehr anspruchsvollen Instrumententafeln einzusetzen, würde dies mit einem Imagegewinn für Naturfasern verbunden sein und den Bedarf daran auf ein Mehrfaches steigern.

Die derzeit verfügbaren Naturfasermatten mit Flachs- und Sisalfasern aus Asien können den hohen Anforderungen, die insbesondere während eines ‚Airbagschusses‘ entstehen, nicht gerecht werden.

Die an der Entwicklung beteiligten niedersächsischen Partner gewährleisten hohe Qualitätsstandards. Dies beginnt mit dem Pflanzenanbau unter kontrollierten Bedingungen, dem Faseraufschluss und der Herstellung von Nadelfilzen. Die Agro-Dienst GmbH bindet niedersächsische Landwirte vertraglich ein und kann so über ein entsprechendes Qualitätssicherungssystem gezielt Faserqualitäten für bestimmte Nadelfilzanforderungen herstellen. In enger Kooperation mit FIBRE, dem Faserinstitut Bremen und der Landwirtschaftskammer Hannover wurden schon bisher umfangreiche Erkenntnisse zwischen Faser- und Filzeigenschaften erarbeitet, die Grundlagen für das neue Projekt liefern.

Der Minister geht davon aus, dass aufgrund der Erfahrungen bei Dräxlmaier und den beteiligten Partnern eine rasche Umsetzung der Entwicklungsergebnisse in den Großserieneinsatz sichergestellt ist. Deshalb erwarte er einen erheblichen Anstieg des Bedarfs an Pflanzenfasern, insbesondere an Hanffasern, was den niedersächsischen Landwirten alternative Produktions- und Absatzmöglichkeiten eröffne.

Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe.

„Entscheidungen, die ernsthaft wehtun“ – Künast kündigt weitere Auflagen für Bauern an

Themen: Geflügel — info @ 11:10

Hamburg (agrar.de) – Die deutschen Bauern müssen sich auf ‚Jahr für Jahr neue Auflagen und schärfere Kriterien‘ einstellen, wenn das neue Siegel für Produkte aus konventionellem Anbau eingeführt wird. Das sagte Renate Künast, die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft im GREENPEACE MAGAZIN.

‚Verzicht auf antibiotische Mastbeschleuniger, auf Tiermehl, auf Gentechnik im Futter, kürzere Wege bei Tiertransporten‘, benannte die Ministerin als Kriterien für das ‚Premium-Siegel‘. Zudem strebt Künast eine ‚ethisch vertretbare Haltung‘ von Tieren an. Darunter versteht sie: ‚Keine Hühner in Käfigen, keine Schweine an Metallgitter gebunden, keine Rinder auf Vollspaltenböden. Die Bauern werden sich danach strecken müssen. Wer nicht mitzieht, verliert das Siegel‘.

‚Wer glaubt, er könne weitermachen wie bisher, wird mit Karacho gegen die Wand laufen‘ warnt die grüne Ministerin. Als Beispiele für das Umsteuern zu einer ethisch und ökologisch verantwortbaren Landwirtschaft nannte sie das Streichen der Unterstützung für Legebatterien oder für ’sinnlose Überproduktion‘.

Die Verfechter von Umwelt- und Verbraucherschutz hätten ‚mehr Chancen, mit ihren Forderungen gehört zu werden, als je zuvor‘. Zugleich forderte sie mehr Unterstützung von Umwelt- und Verbraucherschützern, den Ökobauern-Verbänden und den Verbrauchern für ihren Kurs. ‚Ein Nachmittag Rückenwind hilft mir nicht. Ich brauche Leute die in die Läden gehen und zeigen, dass sie Öko-Landbau und gesunde Lebensmittel wollen‘.

Links zum Thema Agrarpolitik.

Haushaltsausschuss beschließt Finanzierung der Agrarwende für 2002

Themen: Archiv — info @ 11:10

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der gestrigen Sitzung des Haushaltsausschusses erklärt Franziska Eichstädt-Bohlig (Bündnis 90/Die Grünen), Berichterstatterin für den Etat des Verbraucherschutzministeriums:

‚Dem Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) werden 2002 erhebliche Mittel für die ökologische und verbraucherfreundliche Umgestaltung der Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Der Haushaltsausschuss hat gestern die Umschichtung von ca. 70 Mio. DM innerhalb des Etats zugunsten der Agrarwende beschlossen. Bereits im Juni hatte die Bundesregierung für 2002 150 Mio. DM zusätzlich zur Verfügung gestellt. Die in diesem Jahr begonnene erfolgreiche Verbraucherschutzpolitik der grünen Ministerin Renate Künast kann daher im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Insbesondere wird ein neues Bundesprogramm ‚Tiergerechte Haltungsverfahren‘ mit 25 Mio. DM im Haushaltsjahr 2002 aufgelegt. Ziel ist eine nachhaltige Veränderung der landwirtschaftlichen Produktionsstruktur in Richtung umweltschonender und artgerechter Produktionsverfahren. Förderungsfähig sind alle betrieblichen Investitionen landwirtschaftlicher Unternehmen, die diesem Zweck dienen. Neben der Förderung tiergerechter Haltungsverfahren im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ steht damit ein weiteres Förderinstrument des Bundes in diesem Bereich zur Verfügung.

10 Mio. DM zusätzlich fließen in die Förderung der Modell- und Demonstrationsvorhaben ‚Multifunkionale Landwirtschaft und ländliche Entwicklung‘. Damit stehen in 2002 insgesamt über 40 Mio. DM an Bundesmitteln zur Verfügung. Kernelemente der neuen Agrarpolitik sollen dabei beispielhaft in 15 Regionen umgesetzt werden, um die Realisierung der Neuausrichtung der Agrarpolitik im Sinne einer multifunktionalen Landwirtschaft vor Ort anschaulich zu machen

Als Schwerpunkt einer verbraucherorientierten Agrar- und Ernährungspolitik wird auch die Verbraucheraufklärung im Ernährungsbereich mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet. Neben einer Informationskampagne zum neuen Ökosiegel und der Aufklärung über regionale Erzeugung und Vermarktung von Produkten soll ein Gesamtkonzept zur vollwertigen und gesunden Ernährung in Kindergärten, Schulen und Universitäten erstellt und zur Verbraucheraufklärung über unterschiedliche Haltungsformen für Legehennen beigetragen werden. Im Regierungsentwurf waren hierfür rund 24 Mio. DM eingestellt worden. Der Haushaltsausschuss hat den betreffenden Titel gestern auf 26,5 Mio. DM aufgestockt.‘

Links zum Thema Förderung.

17. Oktober 2001

Statistik: Kennzahlen zur Landwirtschaft und Ernährung

Themen: Archiv — info @ 15:10

(agrar.de) – Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ab 2 ha LF betrug im Jahr 2000 in Deutschland 421.100. Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich die Anzahl um rd. 13.000 Betriebe (– 3,0 Prozent). Der Rückgang war sowohl im früheren Bundesgebiet (– 3,1 Prozent) als auch erstmals in den neuen Ländern (– 1,3 Prozent) zu beobachten. Die durchschnittliche Betriebsgröße betrug rd. 40 ha (früheres Bundesgebiet rd. 29 ha, neue Länder rd. 203 ha).

Gemessen an der Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen ist der landwirtschaftliche Sektor in Deutschland heute fünfmal so produktiv wie 1968. Die Getreide-Rekordernte im Jahr 2001 von etwa 50 Millionen Tonnen wurde von weniger als einer halben Million Betrieben erzeugt. Das ist im Vergleich zu 1991 eine Zunahme von etwa 25 Prozent Erntemenge bei etwa 25 Prozent weniger Betrieben.

Die Zahl der Arbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft ging um 1,9 Prozent auf rd. 1,41 Mill. zurück. Mit rd. 65 Prozent überwogen die Familienarbeitskräfte, während rd. 14 Prozent als ständige familienfremde Arbeitskräfte und rd. 21 Prozent als Saisonarbeitskräfte beschäftigt wurden. Die in der Landwirtschaft tätigen Menschen und ihre Familien machen damit etwa 3 Prozent der deutschen Bevölkerung aus.

Rund 55 Prozent der bäuerlichen Einnahmen kommen vom Acker, etwa 41 Prozent aus dem Stall und knapp 4 Prozent aus Dienstleistungen. Ein Landwirt verdient durchschnittlich etwa 3.000 DM brutto monatlich.

Ein Landwirt versorgt – statistisch gesehen – über 130 Menschen mit Nahrungsmitteln. 1950 waren es erst 10.

Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel am Haushaltseinkommen nimmt seit Jahren ab. Der durchschnittliche 4-Personen-Arbeitnehmerhaushalt gab 1998 zwischen 12,4 und 14 Prozent seines Einkommens für Nahrungsmittel aus. 1950 lag dieser Anteil noch bei 43 Prozent. Ein Facharbeiter (verheiratet, ohne Kind) mußte 1998 etwa 56 Minuten für 1 Kilogramm Rinderschmorfleisch und 39 Minuten für ein Kilogramm Schweinekotelett arbeiten, im Vergleich zu 154 beziehungsweise 207 Minuten im Jahre 1950.

1999/2000 lag der Anteil der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel nur noch bei 26 Prozent. Von jeder Mark, die der Verbraucher für Nahrungsmittel ausgab, erhielten die Landwirte nur 26 Pf. Im Wirtschaftsjahr 1950/51 lag dieser Anteil noch bei rund 64 Prozent. Er fiel über 53,8 Prozent im Wirtschaftsjahr 1960/61 und 47,5 Prozent im Wirtschaftsjahr 1970/71 auf 44,4 Prozent im Wirtschaftsjahr 1980/81 zurück. Vergleichsweise hoch ist derzeit der landwirtschaftliche Verkaufserlösanteil mit 57 Prozent bei Eiern. Bei Milch und Milcherzeugnissen betrug der Anteil noch rund 44 Prozent. Bei Fleisch und Fleischwaren ist der Anteil mittlerweile auf unter ein Viertel gesunken. Am niedrigsten ist der Erlösanteil nach wie vor bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnissen mit 4 Prozent.

Quellen: Verbraucherministerium, Bundesamt für Statistik, DBV, %url3%WLV%/%

Links zum Thema %url5%Agrarbericht und Statistik%/%.

Niedersachsen: Landwirtschaftskammer vergibt Prüfzeichen für landwirtschaftliche Produkte

Themen: Archiv — info @ 13:10

Oldenburg (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammer Weser-Ems will nach eigenen Angaben die Produktion und Vermarktung qualitativ hochwertiger Produkte der heimischen Landwirtschaft durch neutrale Kontrollen und Vergabe eines Prüfzeichens fördern. Mit dem Prüfzeichen wird die neutrale Kontrolle eines vertraglich zugesicherten Produktionsverfahrens und/oder zugesicherter Produktionseigenschaften landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Verarbeitungsprodukte oder Betriebsmittel gewährleistet. Damit verspricht sich die Landwirtschaftskammer eine Steigerung des Verbrauchs von Erzeugnissen aus der hiesigen Landwirtschaft bei einem derzeit bestehenden Trend zur Regionalvermarktung.

Antragsberechtigt für das Prüfzeichen sind Erzeuger, Erzeugergemeinschaften, Genossenschaften und andere Vereinigungen sowie Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die Verwender sind mit der Erteilung des Prüfzertifikates berechtigt, ihre Produkte mit dem Prüfzeichen ‚Kontrollierte Erzeugung‘ und/oder ‚Kontrollierte Qualität‘ zu versehen.

Bisher wurde eine Reihe von Vereinbarungen für das Prüfzertifikat abgeschlossen, so z. B. im Bereich der kontrollierten Fischproduktion (Teichwirtschaft), der kontrollierten Erzeugung von Freilandeiern, in der Dammwildfleischerzeugung, im Bereich der Moschusentenproduktion und in der Rindfleischerzeugung.

Interessenten an dem Prüfzertifikat der Kammer können sich im Fachbereich Qualitätssicherung (Tel.: 0441/801-316) informieren.

Links zu Landwirtschaftskammern.

Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien: Förderung von Biomasse-Anlagen wird fortgesetzt

Themen: Archiv — info @ 10:10

Berlin (agrar.de) – Zur erfolgreichen Klärung der Altfallproblematik bei Biomasseanlagen erklären Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin, und Ulrike Höfken, agrar-politische Sprecherin der Partei Bündnis 90/Die Grünen:

‚Nach langen Bemühungen ist es gelungen, eine erfolgreiche Lösung für die Förderung von Biomasse-Anlagen zu finden, für die bis zum 25.Juli 2001 Förderanträge eingereicht wurden.

Mit der Ende Juli vom Bundeswirtschaftsministerium vorgenommen Änderung der Richtlinien zum Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien war für über 100 Projekte zur energetischen Biomasse-Nutzung eine prekäre Situation entstanden. Obwohl die Anträge rechtzeitig bei den zuständigen Bundesstellen eingegangen waren, sollten diese nicht mehr zu den zu diesem Zeitpunkt gültigen Konditionen genehmigt werden.

Bereits in Angriff genommene Projekte von jeweils vielen hunderttausend DM Investitionsvolumen sahen dadurch ihre Finanzierungsgrundlage gefährdet. Durch die nun gefundene Lösung wird bei allen diesen Projekten deren erfolgreicher Abschluß sichergestellt. Die Antragsteller hatten ein Recht auf Vertrauensschutz – sie haben ihn nun bekommen.

Jedes dieser Projekte trägt nicht nur durch die Vermeidung von Methan-Emissionen und der Erzeugung von grünem Strom unmittelbar zum Klimaschutz bei, sondern leistet durch Planung, Bau und Betrieb der Anlagen auch einen bedeutenden regionalwirtschaftlichen Beitrag. Sie sind zur Zeit Pilotprojekte, die mit ihrem Vorbild für Nachahmer werben sollen.

Im Zuge der Haushaltsverhandlungen werden wir uns weiter dafür einsetzen, daß der Haushaltsansatz für das Marktanreizprogramm auf 400 Mio. DM aufgestockt und die erfolgreiche Biomasse-Förderung des Bundes ungehindert fortgesetzt wird. Die Entscheidung darüber wird Mitte November erwartet.

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16. Oktober 2001

Künast für Verhaltenskodex zur Ernährungssicherung

Themen: Archiv — info @ 16:10

Berlin (agrar.de) – ‚Es gehört zu den ersten Pflichten einer Regierung, die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. Auf der FAO-Konferenz im November in Rom werde ich mich deshalb für einen Verhaltenskodex zur Ernährungssicherung einsetzen, in dem die Pflichten insbesondere der nationalen Regierungen, aber auch der internationalen Staatengemeinschaft konkret benannt werden.‘ Das erklärte Renate Künast, Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, angesichts der neuesten Zahlen im gerade veröffentlichten „Weltbericht zu Hunger und Unterernährung 2001“ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Auch sei es an der Zeit, wieder mehr Mittel für die landwirtschaftliche Entwicklung und den ländlichen Raum in den ärmsten Ländern bereitzustellen, sagte Künast. Es könne nicht richtig sein, die Mittel für die ländliche Entwicklung weiterhin kontinuierlich zurückzufahren, während gleichzeitig rund 70 Prozent der betroffenen Bevölkerung in den ländlichen Regionen lebten. Hier müsse man ansetzen, um die Menschen zu befähigen sich dauerhaft selbst zu ernähren.

Bei der Bekämpfung von Hunger und Unterernährung dürfe man es – auch mit Blick auf die sozialen Wurzeln des Terrorismus – nicht länger bei bloßen Appellen und Willenserklärungen belassen, so Künast. Das Ziel des Welternährungsgipfels 1996 war es, die Zahl der chronisch Unterernährten weltweit bis zum Jahre 2015 auf 400 Millionen zu reduzieren, also etwa zu halbieren. Im letzten Jahr habe man gerade die Hälfte der Rate geschafft, die erforderlich sei, um dieses Ziel zu erreichen.

Links zum Thema %Internationale technische Zusammenarbeit%/%.

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