24. Oktober 2001

Thüringen: Chancen und Risiken des ökologischen Landbaus

Themen: Archiv — info @ 12:10

Sömmerda (agrar.de) – ‚In den letzten zehn Jahren hat sich der Ökolandbau in Thüringen kontinuierlich gut entwickelt.‘ Das erklärte der Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, heute anlässlich der 10. Landesvertreterversammlung des Thüringer Bauernverbandes in Sömmerda. Per 31.12.2001 erwirtschafteten 183 Agrarbetriebe auf einer Fläche von 17.135 ha nach den Kriterien der EU-Öko-Verordnung. Mit einem Anteil von 2,1 Prozent an der landwirtschaftlich genutzten Fläche und ca. 3 Prozent der Betriebe liegt der ökologische Landbau in Thüringen etwa im Bundesdurchschnitt. Die Kreise Schmalkalden-Meiningen und Saalfeld-Rudolstadt haben sich mit 9,9 Prozent bzw. 5,9 Prozent Anteil Ökolandbau an der landwirtschaftlichen Fläche zu ‚Hochburgen‘ entwickelt.

‚Der Ökolandbau ist ein Weg unter mehreren Möglichkeiten hin zu umweltgerechterer Produktion. Er ist eine wichtige Agrarumweltmaßnahme und ein Beitrag zu mehr Verbraucherschutz‘, sagte der Minister. Chancen bietet der Ökolandbau für Verbraucher, die Politik, die Umwelt und den Landwirt:

– für den Verbraucher: ein steigendes Angebot von kontrolliert und nach gesetzlichen Vorgaben ökologisch erzeugten gesunden Lebensmitteln,

– für die Politik: die Bewerbung und Förderung dieser transparenten umweltgerechten Erzeugungsweise – als einen wichtigen Baustein – um die Agrarpolitik weiter umweltschutz- und verbraucherbezogen auszurichten, für die Umwelt: negative Umweltauswirkungen der landwirtschaftlichen Erzeugung – wie auch mittels anderer weiterentwickelter Produktionsverfahren – zu verringern,

– für den Landwirt: mit transparenter ökologischer Erzeugung Marktanteile und Wertschöpfung zu erschließen.‘

‚Auch wenn ganz aktuell festzustellen ist, dass der BSE-bedingte ‚Bio-boom‘ stark nachlässt, wird die Nachfrage nach Öko-Produkten größer bleiben als vor der BSE-Krise und mittelfristig weiter langsam steigen. Jeder Landwirt sollte deshalb für sein Unternehmen entscheiden, ob er den derzeitigen Imagevorteil der Ökoprodukte nutzen will und kann. Um diese steigende Nachfrage zu bedienen, brauchen wir mehr Umstellungsbetriebe. Gerade bei ökologisch erzeugten Produkten gilt: Wir wollen einen möglichst großen Anteil in der Region erzeugen‘, so Dr. Sklenar.

‚Ob es gelingt, die magischen 20 Prozent Marktanteil Ökoprodukte bis 2010 zu erreichen, erscheint mir sehr fraglich. Wenn wir für Thüringen 10 Prozent Anteil ökologisch bewirtschaftete Fläche an der landwirtschaftlichen Fläche in diesem Zeitraum erreichen, ist meine Zielstellung erfüllt‘, so der Minister weiter.

Nimmt man die heutigen Zahlen als Basis, so heißt dies, dass im Jahr 2010 schätzungsweise von mehr als 500 Betrieben, das sind über 300 mehr als heute, ca. 80.000 ha Fläche bewirtschaftet werden. Um die Zehn-Prozent-Marke zu erreichen müssen sich auch größere Landwirtschaftsbetriebe für eine Umstellung entscheiden.

Ein Haupteinflussfaktor für die Ausdehnung des Ökolandbaus auch in Thüringen ist die flächenbezogene Förderung der Umstellung und Beibehaltung. Im Zuge der Neugestaltung des KULAP-Programmes sind in Thüringen die Fördermodalitäten für den ökologischen Landbau für die Periode 2000-2006 bereits vor der öffentlichen Diskussion um die Neuausrichtung der Agrarpolitik weiterentwickelt und verbessert worden. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wurden im Rahmen der KULAP-Maßnahme A1 für 13.707 ha ökologisch bewirtschaftete Fläche eine Fördersumme von mehr als 4,5 Mio. DM ausgereicht. Das entspricht einem Beihilfesatz von durchschnittlich 330 DM/ha. Im kommenden Jahr steigt dieser Betrag erheblich, weil Thüringen jetzt eine um etwa 60 DM/ha höhere Förderung für Neueinsteiger gewährt.

In Thüringen hat die Landesregierung schon im Februar diesen Jahres ein Handlungskonzept zur Bewältigung der BSE-Krise beschlossen. Weil der Ökolandbau die aufgezeigten Chancen hat, enthält dieses Handlungskonzept auch Maßnahmen zur Stärkung des Ökolandbaus. In diesem Rahmen stellt die Landesregierung dem ökologischen Landbau ab dem Jahr 2001 insgesamt 830.000 DM jährlich für Maßnahmen zur Verfügung, die dazu beitragen sollen, dass Ökoprodukte in immer größerem Umfang den Weg bis auf den Teller der Verbraucher finden. Die Stärkung der Nachfrage durch Sensibilisierung der Verbraucher und eine verstärkte Vermarktungsunterstützung sind neben der Absicherung der flächenbezogenen Förderung die Maßnahmen für den Ökolandbau im Thüringer Handlungskonzept.

Mit einem Teil dieses Geldes wurde zum 1. Mai 2001 eine Anlauf- und Informationsstelle für umstellungswillige Unternehmen beim Verband für Agrarforschung und –bildung in Jena eingerichtet.

Zur Verbesserung der Vermarktung wurden in diesem Jahr 630.000 DM vorgesehen. Diese werden u.a. für die Beteiligung an Messen und Ausstellungen, für Verbraucheraufklärungsveranstaltungen, für Veranstaltungen zur Gewinnung von neuen Verarbeitern sowie für Verkaufsaktionen von Öko-Back- und Fleischwaren verwendet.

‚Um die zur Verfügung stehenden Mittel auch zukünftig effizient einzusetzen, sind Aussagen über Aufkommen und Absatzkanäle von Ökoprodukten in Thüringen wichtig. Wir haben deshalb die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft beauftragt, dazu eine Marktanalyse zu erstellen, um darauf aufbauend eine Marketingstrategie für Ökoprodukte zu entwickeln, die ab dem Jahr 2002 umgesetzt wird‘, erklärte Dr. Sklenar abschließend.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Thüringen.

BSE: Gutachten zum möglichen BSE-Risiko bei Schafen und Ziegen

Themen: BSE,Rinder,Tierseuchen — info @ 11:10

Brüssel (agrar.de) – Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss (WLA), der die Europäische Kommission auf dem Gebiet der Bovinen Spongiformen Enzephalopathien (BSE) und sonstiger fachübergreifender Fragen der Verbrauchergesundheit berät, hat heute ein Gutachten zu der Frage veröffentlicht, wie sicher Schaf- und Ziegenerzeugnisse wären, falls BSE bei diesen kleinen Wiederkäuern bestätigt würde oder auch nur wahrscheinlich wäre.

Anlass für die Befassung des WLA mit dieser Frage war die von der Food Standards Agency des Vereinigten Königreichs im August dieses Jahres angekündigte Möglichkeit, dass britische Versuchsreihen das Vorhandensein des BSE-Erregers in Schafshirnen bestätigen könnten. Am 18. Oktober hatte jedoch das für die Versuche zuständige Ministerium mitgeteilt, dass die verwendeten Hirnproben aus den frühen 90er Jahren für die Untersuchungen ungeeignet seien. (unsere Meldung)

Bislang gibt es noch keine Hinweise darauf, dass der BSE-Erreger unter Feldbedingungen bei kleinen Wiederkäuern vorhanden ist. Die Wissenschaftler schliessen jedoch nicht aus, dass Schafe in der Vergangenheit mit potentiell infiziertem Tiermehl gefüttert worden sein könnten, und bekräftigen ihre Auffassung, dass ein BSE-Risiko bei Schafen nicht auszuschließen ist. Sie verlangen weitere spezifische Forschungsarbeiten, damit Lücken in den wissenschaftlichen Erkenntnissen geschlossen werden können, und bekräftigen, dass ihre früheren Gutachten zum TSE-Risiko bei kleinen Wiederkäuern nach wie vor gültig sind.

Die Wissenschaftler empfehlen, rasch darauf hinzuwirken, dass Schnelltests für Schafe und Ziegen validiert und eingeführt werden, mit denen sich feststellen lässt, ob eine Infektion mit einer übertragbaren spongiformen Enzephalopathie (TSE) vorliegt; hierbei kann es sich dann um BSE oder Scrapie handeln. Damit wäre auch die Möglichkeit gegeben, die so dringend benötigten Daten über die tatsächliche TSE-Inzidenz und die geographische Verbreitung dieser Krankheit zusammenzutragen. Vorzugsweise sollten die Schnelltests nicht am Hirn, sondern an Lymphgewebe durchgeführt werden, welches bei Schafen eine Infektion bereits zu Beginn der Inkubationszeit anzeigt.

Parallel zu den Tests sollte der Genotyp der getesteten Tiere erfasst werden, damit sich feststellen lässt, ob bestimmte Schafarten möglicherweise eine genetische Resistenz gegen TSE aufweisen. Momentan gibt es nach Meinung der Wissenschaftler noch keine ausreichende Garantie dafür, dass bestimmte scrapieresistente Schafarten nicht unerkannte TSE-Träger sind.

Ein Programm, das Schnelltests und Erfassung des Genotyps kombiniert, würde die wissenschaftliche Basis liefern für die Bestätigung, dass scrapieresistente Schaf-Genotypen nicht mit TSE behaftet sind. Langfristig dürfte aus Sicht der Wissenschaftler eine Zertifizierung scrapie- und TSE-freier Bestände im Verein mit einer besseren Identifizierung und Verfolgung kleiner Wiederkäuer die beste politische Strategie zur sicheren Gewinnung von Schafs- und Ziegenerzeugnissen und für den Verbraucherschutz bieten. Die Wissenschaftler empfehlen jedoch, vor einer möglichen EU-weiten Einführung von Programmen zur Zucht TSE-resistenter Tiere die bestehenden Ungewissheiten bezüglich einer TSE-Resistenz bei Schafen zu klären.

Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss ist der Ansicht, dass seine früheren Stellungnahmen zu spezifiziertem Risikomaterial, welches aus der Nahrungskette genommen werden muss, aktualisiert werden müssten, wenn BSE bei Schafen und Ziegen wahrscheinlich würde. Der Ausschuss bestätigt jedoch seine Auffassung, wonach Milch und Milcherzeugnisse von Schafen und Ziegen kein Risiko bergen, sofern die Milch von verdächtigen Tieren von der Nahrungskette ausgeschlossen wird.

Den vollständigen Wortlaut der heutigen Stellungsnahme finden Sie auf den Internet-Seiten der EU-Kommission. Dort sind auch frühere Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Lenkungsausschusses zu TSE bei Schafen abrufbar.

Links zum Thema BSE, Links zum Thema %url4%Schafe% und %url5%Ziegen%/%.

Plattform für eine vielfältige, natur- und umweltverträgliche Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:10

Berlin (agrar.de) – Verbände aus Umwelt- und Naturschutz (BUND, NABU, WWF, DNR, DLV, EURONATUR), Landwirtschaft (Bioland, Naturland, AbL), Tierschutz (Tierschutzbund), Verbraucherschutz (Verbraucherzentrale Bundesverband) sowie die IG BAU stellten heute mit Ihrem Positionspapier ‚Auf dem Weg zu einer neuen Agrarpolitik in der Europäischen Union‘ eine neue gemeinsame Plattform vor.

Die Plattform spricht sich für eine vielfältige, natur- und umweltverträgliche Landwirtschaft aus, die vielen Menschen Arbeit, Einkommen und Zukunftsperspektive bietet, für vielfältige Landschaften in lebendigen ländlichen Räumen und eine Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.

Dokument: Auf dem Weg zu einer neuen Agrarpolitik in der Europäischen Union (PDF-Datei, 86 kB).

Links zum Thema Verbände.

Waldzustandsbericht Baden-Württemberg: Baumschäden haben wieder zugenommen

Themen: Baden-Württemberg,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 11:10

Stuttgart (agrar.de) – ‚Das Schadensniveau des Waldes in Baden-Württemberg hat seit 1997 trotz leicht gesunkener Luft- und Bodenbelastungen wieder zugenommen. Die Anstrengungen zum Ausgleich des Ökosystems Wald dürfen deshalb nicht vernachlässigt werden.‘ Dies erklärte der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele MdL, bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2001 im Landeskabinett in Stuttgart.

Im Vergleich zur letzten Vollinventur im Jahre 1997 ist die Fläche mit deutlich geschädigten Bäumen um zehn Prozentpunkte, von 19 auf 29 Prozent der Waldfläche in Baden-Württemberg angestiegen. Als wesentliche Ursachen gibt die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg in ihrem Bericht die negativen Auswirkungen des Orkans ‚Lothar‘ und die hohen Säureeinträge in die Waldökosysteme an. Verstärkte Abrisse von Nadeln und enorme Wurzelschäden waren die negativen Folgen des Orkans. Außerdem ist es danach bei plötzlich freistehenden Bäumen, als vorübergehende Reaktion, zu Blatt- und Nadelverlusten gekommen.

Die Höhe der Säurebelastung der Waldökosysteme wird nach wie vor von den Stickstoffeinträgen bestimmt, die insgesamt nur leicht rückläufig sind. Am Westabfall des Schwarzwaldes sind dies vor allem Nitrateinträge, die zu etwa zwei Dritteln vom Autoverkehr stammen. Hinzu kommen Ammoniumeinträge, die von Kläranlagen, aus der Industrie und aus der Landwirtschaft kommen.

‚Im Sinne einer vorsorgenden Umweltpolitik und einer nachhaltigen Stabilisierung des Ökosystems Wald muss die Reduktion der Luftschadstoffe weiter konsequent vorangetrieben werden‘, forderte Stächele. So wie es gelungen sei, die Schwefelbelastung des Waldes deutlich zu reduzieren, gelte es nun die Stickstoffeinträge zu vermindern. Der Minister wies darauf hin, dass im Land die Ammoniakemissionen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Mit der Förderung von emissionsmindernden Maßnahmen in der Landwirtschaft mit fast zehn Millionen Mark im Jahr, wolle man die Ammoniakemissionen weiter reduzieren. Als zusätzliche Präventivmaßnahme nannte Minister Willi Stächele eine verstärkte Bodenschutzkalkung durch die Waldbesitzer. In den letzten fünf Jahren seien im Land durchschnittlich pro Jahr rund 14.000 Hektar gekalkt worden. Diese Fläche müsse deutlich erweitert werden. Der Minister will sich dafür einsetzen, dass die erforderlichen Fördermittel für den Kommunal- und Privatwald zur Verfügung stehen.

Entsprechend einer Vereinbarung der Agrarminister werden Waldbäume im Drei-Jahres-Turnus in einem bundesweiten vier mal vier Kilometer Stichprobennetz auf ihre Vitalität untersucht. Diese terrestrische Waldschadensinventur (TWI) fand das letzte Mal 1997 statt. Wegen der Sturmschäden durch ‚Lothar‘ konnte sie im Jahr 2000 nicht turnusgemäß durchgeführt werden. Dieses Jahr wurden dann bei der TWI im Juli und im August in Baden-Württemberg rund 17.300 Bäume überprüft.

Nach Angaben des Ministers zeigt die Auswertung der Waldschadenserhebung, dass gegenüber 1997 der mittlere Nadel- oder Blattverlust um 3,4 Prozentpunkte auf 21,1 Prozent gestiegen ist. Bei Fichte und Buche sind seit 1997 deutliche, bei der Tanne geringe Anstiege an Nadel- bzw. Blattverlusten festzustellen. Die Eiche zeigt einen leichten Trend zur Verbesserung des Kronenzustandes, ist aber nach wie vor die am stärksten betroffene Baumart. Durchschnittlich 35 Prozent der Eichen sind deutlich geschädigt, 1997 waren es noch 40 Prozent.

Der Schwarzwald ist mit 35 Prozent deutlicher Schäden weiterhin die Region mit den höchsten Schäden. Schadensschwerpunkte mit eindeutigen Zuwächsen seit 1997 sind der Südschwarzwald und der Ostrand des Schwarzwaldes. Am stärksten haben die Schäden im südwestdeutschen Alpenvorland zugenommen und liegen jetzt mit 31 Prozent geschädigter Fläche knapp über dem Landesschnitt.

Das Schadensniveau auf der Schwäbischen Alb ist im Vergleich zu 1997 um sechs Prozentpunkte gestiegen und hat nun wieder das Niveau von 1994 erreicht. Mit 20 Prozent geschädigter Fläche ist die Schwäbische Alb das Gebiet mit den geringsten Schäden in Baden-Württemberg. Im Vergleich zu 1997 hat sich aber auch hier der Gesundheitszustand der Fichte von 8 auf 15 Prozent sowie der Buche von 15 auf 26 Prozent verschlechtert.

Links zum Thema Waldbericht.

23. Oktober 2001

EU-Kommission eröffnet Website „Ihre Stimme in Europa“

Themen: Archiv — info @ 16:10

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat eine neue Internet-Seite mit dem Titel ‚Ihre Stimme in Europa eröffnet, die Bürgern, Verbrauchern und Unternehmen helfen soll, aktiv an der Gestaltung der EU-Politik mitzuwirken. Sie können sich zu neuen Initiativen äußern und darüber berichten, wie bestehende Vorschriften angewendet werden; sie können über die Zukunft Europas diskutieren und Beschwerden einreichen.

‚Ihre Stimme in Europa‘ bietet Zugang zu einem breiten Spektrum interaktiver Instrumente, darunter Systeme zur Online-Konsultation, Feedback-Mechanismen, Webforen, Chatrooms und Beschwerdeverfahren. Die direkte Beteiligung der Betroffenen wird der Kommission helfen, neue politische Maßnahmen im Einklang mit ihren Bestrebungen zur Reform des Regierens in Europa wirksam umzusetzen.

‚Die Meinungen der Bürger und der Geschäftswelt sind für die Gestaltung sinnvoller und wirksamer politischer Konzepte unabdingbar‘, sagte Kommissar Bolkestein und fügte hinzu: ‚Es ist Zeit, dass wir die Vorteile des Internet in vollem Umfang nutzen, damit der Konsultationsprozess transparent, effizient und benutzerfreundlich wird. Wir werden der Öffentlichkeit die Ergebnisse unserer Online-Konsultationen zugänglich machen, und wir werden sie bei der Politikgestaltung berücksichtigen.‘

Auf einer Konferenz in Brüssel, an der über 100 europäische Interessenverbände teilnahmen, kündigte die Kommission die erste Online-Konsultation auf der Website ‚Ihre Stimme in Europa‘ an; sie steht in direktem Zusammenhang mit den Bestrebungen der Kommission zur Reform des Regierens in Europa. Bei der ersten Konsultation wird die Kommission erfahren, wie die Bürger über den Zugang zu Informationen denken, die sie direkt betreffen, und ob die Bürger wissen, wie sie ihrer Stimme Gehör verschaffen können. Weitere Konsultationen werden in den kommenden Monaten folgen.

‚Ihre Stimme in Europa‘ eröffnet außerdem den Zugang zu ‚Futurum‚, einem Online-Diskussionsforum über die Zukunft Europas. Die eingehenden Ideen werden in Vorschläge zur Aktualisierung der EU-Verträge einfließen, mit denen die für 2004 geplante Regierungskonferenz vorbereitet werden soll.

Über die Website erfahren die Bürger ferner, was sie tun müssen, wenn sie sich über die Verwaltungspraxis der Kommission beschweren oder bei der Kommission eine Beschwerde über einen Mitgliedstaat einreichen wollen, der ihrer Ansicht nach mit einer Maßnahme oder einer Praktik gegen Gemeinschaftsrecht verstößt.

Wer seiner Stimme Gehör verschaffen möchte, wird über das Webportal zu Personen oder Einrichtungen geführt, die ihm am besten helfen können. Bürger können sich direkt an ein Mitglied des Europäischen Parlaments wenden oder Hilfe bei einer der über 1.000 Interessengruppen suchen. Über eines der mehr als 200 Euro-Info-Zentren können Unternehmen den Feedback-Mechanismus für Unternehmen nutzen, um die Kommission für Probleme zu sensibilisieren, die ihnen im Binnenmarkt zu schaffen machen.

‚Ihre Stimme in Europa‘ ist Teil der Initiative der Europäischen Kommission zur interaktiven Politikgestaltung. Ziel dieser Initiative ist die Verbesserung der Politikgestaltung unter Zuhilfenahme des Internet. Auf diesem Wege sollen Reaktionen der Betroffenen gesammelt und analysiert werden, damit sie in die Politikgestaltung der Union einfließen können.

Links zum Thema %url3%Europa%/% und %url5%Politik%/%, Links zum Thema %url4%Zukunft und Visionen%/%.

DBV: Keine nationalen Alleingänge bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

Themen: Archiv — info @ 13:10

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat den Beschluss des Bundesrates zum Entwurf des Wasserhaushaltsgesetzes begrüßt. In ihm fordert dieser eine 1:1 Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in nationales Recht, was dem Anliegen des Deutschen Bauernverbandes entspricht. Eine weitere Verschärfung des EU-Rechts akzeptiere die deutsche Landwirtschaft nicht, stellte der DBV klar. Dies müsse auch für die Formulierungen und Inhalte der Wasserrahmenrichtlinie gelten. Um nicht die gleichen Fehler zu begehen wie bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie, die für großen Unmut gesorgt hatte, müsse die Landwirtschaft stärker in die Umsetzung der Richtlinie auch auf fachlicher Ebene eingebunden werden.

Unverständlich sei, dass der Bundesrat entgegen den Empfehlungen seines Agrarausschusses den Ausgleich für Anforderungen im Gewässerschutz, die die ordnungsgemäße Landbewirtschaftung übersteigen, nicht angenommen hat. Gewässerschutz zukünftig nur auf Kosten und zu Lasten der Landwirte zu betreiben, sei unverantwortlich und unakzeptabel, betonte der DBV.

Der DBV forderte den Bundestag mit Blick auf die anstehenden Beratungen zum Wasserhaushaltsgesetz auf, den Gesetzestext nachzubessern und eine 1:1 Umsetzung gegenüber der EU-Richtlinie durchzusetzen. Durch eine nicht sachgerechte Definition des Grundwassers werde die erreichte hohe Grundwasserqualität in Deutschland schlecht geredet. Wenn zur Ermittlung der Nitratgehalte im Grundwasser auch die der Pflanzenernährung dienenden Nährstoffe einbezogen würden, stelle man die Landwirtschaft insgesamt in Frage und missachte wissenschaftliche Fakten. Der DBV forderte deshalb eine deutliche Klarstellung, dass das Sicker- und Bodenwasser nicht dem Grundwasser zugerechnet wird.

Links zumn Thema Wasser.

In eigener Sache

Themen: Archiv — info @ 12:10

Pferdeforum erfolgreich ———————— Das grar.de @Pferdeforum hat mittlerweile über 1.100 eingetragene Mitglieder und wächst kontinuierlich. Über 140.000 Beiträge wurden seit Februar 2001 geschrieben. Mit über 100.000 Seitenabrufen/Woche liegt das Diskussionforum in der Spitzengruppe der von der Reiterlichen Vereinigung (FN) gelisteten Internetseiten zum Thema Pferde und Reiten.

Markt und Kalender ——————- Der @grar.de Marktplatz (Kleinanzeigen) wurde überarbeitet. Die vorhandenen Kleinanzeigen wurden nicht übernommen und können – bei Bedarf – erneut eingegeben werden.

Markt und Kalender nutzen ab sofort einen gemeinsamen LogIn. Wenn Sie also bereits im @grar.de-Kalender angemeldet sind können Sie den Marktplatz mit demselben LogIn und Passwort nutzen.

Entführen Sie die Infothek! —————————- Sie können unser Link-Verzeichnis, die %url4%@grar.de Infothek%/% jetzt auf Ihre WWW-Seiten bringen. Holen Sie sich einfach Ihr eigenes %url5%Abfrage-Formular%/% ab!

AGRAR.COM wird aktualisiert —————————- Besonders im Vorfeld von Messen wie der Agritechnica erreichen uns viele Anfragen aus dem Ausland, die Kontakte zu deutschen Unternehmen oder Institutionen erbitten. Deshalb entsteht im Rahmen der Aktualisierung unsere Internetseiten unter www.agrar.com als Basis ein Adress- und Linkverzeichnis in englischer Sprache, dass allen Institutionen, Unternehmen, Verbänden und Initiativen offensteht, die über eine englischsprachige WWW-Seite verfügen.

Bereits jetzt ist die %url1%Anmeldung für die neuen Seiten%/% möglich. Die Bedingungen dafür:

– Ihr Internet-Auftritt verfügt über mindestens eine englisch-sprachige Seite mit eigener WWW-Adresse (Beispiel: http://www.firma.de/eng_index.html)

– Ihr Unternehmen /Ihre Institution ist in Deutschland, Österreich oder der Schweiz angesiedelt

– Ihre Kurzbeschreibung / Stichwörter im %url1%Formular%/% wurden in englischer Sprache eingegeben.

Falls Sie die Nennung Ihrer Internetseite wünschen, laden wir Sie herzlich ein, sich für unser Verzeichnis vorzuschlagen.

Mit freundlichem Gruss aus der @grar.de-Redaktion

alfons Deitermann (ad@agrar.de)

CDU/CSU lehnt Novelle zum Bundesnaturschutzgesetz ab

Themen: Archiv — info @ 11:10

Berlin (agrar.de) – Die CDU/CSU-Fraktion lehnt den Regierungsentwurf der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes ab. Dazu erklären der umweltpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Peter Paziorek, und der Berichterstatter zum Bundesnaturschutzgesetz im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages, Cajus Julius Caesar:

‚Angesichts des wachsenden Flächenverbrauchs und der Gefährdung zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und natürlicher Lebensräume sind verstärkte Anstrengungen notwendig, um den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen zu gewährleisten. Damit ist der dauerhafte Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen eine zentrale Aufgabe der deutschen Umweltpolitik.

Diese schwierige Aufgabe kann aus Sicht der Union nur durch vertrauensvolle Zusammenarbeit auf allen Ebenen und zwischen allen Beteiligten bewältigt werden: Staat, Kommunen, Bürgern, Naturschützern, aber auch den vor Ort Wirtschaftenden. Die Union hält daher nach den Grundsätzen der Kooperation besonders zwei Instrumente für erforderlich: den Vorrang des Vertragsnaturschutzes, soweit möglich und sinnvoll, und Ausgleichszahlungen für Land- und Forstwirte für über die gute fachliche Praxis hinausgehende Anforderungen.

Unverständlich ist, weshalb die Bundesregierung in ihrer Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes der Kooperation zuwiderlaufende Maßnahmen durchzusetzen versucht. Die CDU/CSU-Fraktion lehnt die Novelle in ihrer derzeitigen Formulierung aus folgenden Gründen ab:

Die Novelle führt zu Rechtsunsicherheit und Anwendungsunsicherheit. Damit entfremdet sie die betroffenen Menschen vom Vorhaben des Naturschutzes. Dies zeigt die vorgesehene Verschärfung der guten fachlichen Praxis und ihre Herauslösung aus den Fachgesetzen. Hierdurch werden Doppelzuständigkeiten begründet und erneut Auslegungsfragen aufgeworfen, die den inzwischen erreichten Konsens in der praktischen Anwendung um Jahre zurückwerfen werden. Überdies werden Förderungsmöglichkeiten der EU aufs Spiel gesetzt, was einen Wettbewerbsnachteil für die deutsche Land-, Forst-, Jagd- und Fischereiwirtschaft bewirken wird.

Unsicherheiten müssen auch für die an Biotop-Verbundsysteme angrenzenden Flächen vermieden werden. Ein fachlich begründetes Biotop-Verbundsystem ist sinnvoll, hinsichtlich der angrenzenden Flächen müssen die wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten im Interesse der beteiligten Gemeinden und Eigentümer geklärt werden. Planung und Planfeststellung werden auch durch die vorgesehene Verschärfung der Eingriffsregelung eine Erschwernis erfahren. Ökokonten führen zu mehr Flexibilität bei Ausgleichsmaßnahmen.

Die Novelle führt überdies zu erheblichem Verwaltungs- und Kostenaufwand. Flächendeckende Landschaftsplanung bindet unnötig Personal und Geld, das für praktische Maßnahmen vor Ort besser verwandt werden könnte. Dagegen ist langfristig vereinbarter Vertragsnaturschutz eine Alternative, die ohne hohen Verwaltungsaufwand auskommt und von dem Willen der Betroffenen getragen wird.

Praktisch nicht zu handhaben ist die derzeit bestehende Anzahl von Schutzgebietskategorien. Auch hierzu bringt die vorgesehene Novellierung keine Lösung. Zudem bedeuten die Umkehr der Beweislast für sportliche Betätigung und die Herausnahme des Tourismus als möglicher Zweck eines Schutzgebietes keine Verbesserung für den Naturschutz, sondern eine Belastung für die Menschen. Vielmehr sollte der Bund auch durch unentgeltliche Bereitstellung von Naturschutzflächen seine Verantwortung deutlicher zeigen.

Die CDU/CSU-Fraktion fordert daher:

Die Bundesregierung darf nicht die durch die Gesetzesnovellierung von 1998 erreichten Erfolge im Naturschutz und den guten Willen der Beteiligten zu weiteren Anstrengungen zerstören. Sie sollte vielmehr durch Bereitstellung der finanziellen Ressourcen und von Flächen sowie durch den Einsatz effizienter Maßnahmen die Menschen in ihren Anstrengungen wirksam unterstützen. Dabei wird Naturschutz auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn er im Miteinander mit den vor Ort lebenden und arbeitenden Menschen vorangebracht wird. Kooperation statt Konfrontation, gerechter Ausgleich für erbrachte Leistungen und weniger Bürokratie muss unser Ziel im Naturschutz sein.‘

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Thema %url4%Landschaft und Natur%/%.

Sachsen will regionale Produkte fördern

Themen: Archiv — info @ 11:10

Dresden (agrar.de) – Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath will regionalen Wirtschaftskreisläufen zum Durchbruch verhelfen und hat dazu eine neue Förderrichtlinie auflegen lassen. Die Richtlinie ist jetzt im Sächsischen Amtsblatt erschienen. Landwirte sowie mit diesen zusammenarbeitende Handels- und Verarbeitungsunternehmen können ab sofort Fördermittel beantragen.

‚Wir wollen den Verbraucherwünschen nach Produkten aus der Region für die Region noch besser gerecht werden‘, sagte Flath. Die Förderichtlinie zur ‚Förderung der Verarbeitung und Vermarktung regional erzeugter landwirtschaftlicher Produkte‘ soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen der Agrarwirtschaft beim Aufbau regionaler Verbundsysteme unterstützen. So werden zum Beispiel Zusammenschlüsse von landwirtschaftlichen Erzeugern sowie Handels- und Verarbeitungsunternehmen gefördert, die regional erzeugte Produkte aufnehmen und diese in bestimmten Vermarktungsregionen absetzen. Die Förderung umfasst bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Auch Vermarktungskonzeptionen werden bis zu maximal 75 000 Mark gefördert. Für Erzeugerzusammenschlüsse sind darüber hinaus die Organisationskosten über fünf Jahre förderfähig.

Links zum Thema Wirtschaft, Links zum Bundesland Sachsen.

Sachsen: Großes Potential bei Energiegewinnung aus Biogas

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 10:10

Dresden (agrar.de) – Die Energiegewinnung aus Biogas in Sachsen ist laut Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath noch erheblich ausbaufähig. Derzeit gebe es im Freistaat 17 Biogasanlagen. Für sieben weitere Anlagen lägen Förderanträge vor. Nach deren Inbetriebnahme kann mit einer Leistung von 6,3 Megawatt Strom erzeugt werden. ‚Das sind zwar zehn Prozent des in Deutschland aus Biogas erzeugten Stromes, aber nur 2,5 Prozent des im Freistaat vorhandenen Potentials‘, so Flath.

Allein in der sächsischen Nutztierhaltung würden jährlich etwa 220 Millionen Kubikmeter technisch nutzbares Biogas anfallen. Daraus könnten rund 370 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden, erklärte Flath. Der Freistaat fördere den Bau von landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Der Fördersatz liege bei bis zu 30 Prozent der Investitionskosten.

Flath kritisierte, dass der Bund die Förderung von Biogasanlagen massiv gekürzt habe. Biogas entsteht bei der Zersetzung von organischen Stoffen wie Gülle, Festmist oder Bioabfällen sowie nachwachsender Biomasse wie Gras, Mais oder anderen Futterpflanzen. Dabei entstehen Methan und Kohlendioxid. Aus diesem Gasgemisch kann über ein Blockheizkraftwerk Strom und Wärme gewonnen werden. Besonders für die ländlichen Regionen Sachsens bietet Biogas zahlreiche Vorteile.

Durch die Aufbereitung von Gülle und Wirtschaftsdung sinkt die Geruchsbelästigung der Landbewohner bei der Düngung. Außerdem können Pflanzen den enthaltenen Stickstoff besser aufnehmen, wodurch das Grundwasser geschont wird. Biogas ermöglicht darüber hinaus eine dezentrale Energieversorgung von Agrargebieten, einen verringerten Kohlendioxidausstoß und die Schonung von Bodenschätzen wie Erdöl und Erdgas. Förderanträge für den Bau von Biogasanlagen können bei den zuständigen Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft gestellt werden.

Links zum Thema Biogas.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 >>



   (c)1997-2017 @grar.de