02. Oktober 2001

Sinner: Künast-Ökosiegel als Etikettenschwindel entlarvt

Themen: Archiv — info @ 10:10

München (agrar.de) – Als Etikettenschwindel ist nach den Worten des bayerischen Gesundheitsminister Eberhard Sinner das von Bundeslandwirtschaftsministerin Künast als ’neu‘ vorgestellte Ökosiegel entlarvt. Bayern werde das Öko-Kennzeichengesetz zur Einführung des Siegels deshalb im Gesundheitsausschuss des Bundesrates ablehnen.

Sinner in einer Pressemeldung des Staatsministeriums für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz (STMGEV): ‚Bundesministerin Künast will den Verbrauchern ein Qualitätssiegel als neu verkaufen, das bereits seit 1991 EU-weit gilt. Das Siegel verharrt auf den niedrigen Niveau der EU-Ökoverordnung und bringt dem Verbraucher keinen zusätzlichen Vorteil. Diese Mogelpackung gefährdet das bei den regionalen Verbänden des ökologischen Landbaus erreichte hohe Niveau bei deren Produkten‘.

Statt regionale Möglichkeiten für die Kennzeichnung von Ökoprodukten und damit der Vermarktung von Ökoprodukten aus den jeweiligen Regionen zu stärken, zementierte das Siegel Minimalstandards, kritisierte Sinner. ‚Wenn wir Vertrauen der Verbraucher in ein gesetzliches Ökosiegel gewinnen wollen, müssen die Anforderungen weit über die EG-Öko-Verordnung hinausgehen. Wir brauchen strenge Kriterien, wie insbesondere das Verbot der Verwendung von Klärschlamm, die gesamte Umstellung des Betriebes auf den ökologischen Landbau, die Versorgung der Tiere mit überwiegend selbsterzeugten Futter und den Ausschluss fischmehlhaltiger Tierfuttermittel für alle Tierarten. Dem wird das Künast-Siegel in keiner Weise gerecht. Wir werden im Bundesrat diese Mogelpackung, die mehr Schaden anrichtet, als sie nutzt, ablehnen.‘

Links zum Thema Bio-Landbau.

Niedersachsen: Gewässergütebericht 2000 erschienen

Themen: Archiv — info @ 10:10

Hannover (agrar.de) – Der jeweils im 5-Jahres-Rhythmus erstellte Gewässergütebericht Niedersachsen ist mit seinem Stand 2000 vom Präsidenten des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie am 28. September der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der Bericht beschreibt den Gütezustand der größeren niedersächsischen Gewässer und dessen Entwicklung. Neben der ‚klassischen‘ Gewässergütekarte, die das biologische Zustandsbild aufgrund des Sauerstoffgehaltes – ermittelt nach dem Saprobienindex – dokumentiert, und Karten mit chemisch-physikalischen Bewertungen enthält der Bericht erstmalig eine Darstellung der Gewässerstrukturgüte und eine CD mit weiterführenden Informationen, Messwerten und Graphiken.

Neben dem Gesamtbericht für Niedersachsen werden von den Betriebsstellen des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft und Küstenschutz auch regionale Güteberichte herausgegeben. Der Gewässergütebericht Niedersachsen ist gegen Kostenerstattung beim Niedersächsischen Landesamt für Ökologie, Postfach 10 10 62, 31110 Hildesheim und dort über E-Mail erhältlich.

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01. Oktober 2001

Kompost im Garten: aid-Heft neu aufgelegt

Themen: Archiv — info @ 16:10

Bonn (agrar.de) – Kompost ist der älteste und natürlichste Bodenverbesserer, den wir kennen. Er wird aus den organischen Reststoffen des Haushaltes und des Gartens hergestellt und liefert einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung des Bodens und zur Ernährung der Pflanzen. Weil die Kompostierung im eigenen Garten auch praktizierte Abfallvermeidung ist, leistet sie auch einen deutlichen Beitrag zum Umweltschutz.

Das neu aufgelegte Heft ‚Kompost im Garten‘ des Auswertungs- und Informationsdienstes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid) beschreibt die richtige Herstellung und sachgerechte Anwendung von Kompost. Was kann kompostiert werden? Sind Hilfsmittel notwendig? Wann und wie ist der Kompost anzuwenden? Diese und viele weitere Fragen rund um den Kompost werden beantwortet.

‚Kompost im Garten‘ (24 Seiten, DIN A5, Bestell- Nr. 61-1104, ISBN 3-89661-254-9, kann zum Preis von 3,00 DM (Rabatte ab 10 Heften) zzgl. Porto und Verpackung beim aid-Vertrieb DVG, Birkenmaarstrasse 8, 53340 Meckenheim (Fax: 02225-926-118 oder E-Mail) bestellt werden.

Links zum Thema Kompost.

WLV: „Gesetzen, Verordnungen und Erlasse nehmen Betrieben die Luft zum Atmen“

Themen: Archiv — info @ 15:10

Münster (agrar.de) – ‚Die Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Erlassen der Bundes- und Landesregierung nimmt unseren Veredlungsbetrieben langsam aber sicher die Luft zum Atmen.‘ erklärte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) Franz-Josef Möllers in der vergangenen Woche in Münster. Ob Arzneimittel- oder Baurecht, ob Schweinehaltungserlass oder Bundesnaturschutzgesetz und Bundesimmissionsschutzgesetz, in der Summe sei die Veredlungswirtschaft in Westfalen-Lippe mit ihren vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen ernsthaft bedroht.

Trotz einer einigermaßen guten wirtschaftlichen Lage in den Betrieben – mit Ausnahme der Rinderhalter, insbesondere der Bullenmäster – wachse der Zorn der Bauern über das Vorgehen der Agrar- und Umweltpolitik in Bund und Land. Angefangen beim Arzneimittelrecht, das zum Teil von großer Praxisferne zeuge, bis hin zu einem ganzen Strauß von Auflagen, die Investitionen im Baubereich verhinderten, stehe nicht das Sachgerechte im Vordergrund, sondern parteipolitisches Kalkül. Möllers wörtlich: ‚Opfer einer solchen Verhinderungspolitik sind vor allem kleine und mittlere Familienbetriebe, die notwendige Investitionen in ihre Betriebsentwicklung nicht mehr leisten könnten. Trotz unserer ständigen und intensiven Einflussnahme insbesondere auf die Landesregierung tritt man die Interessen unserer Veredlungsbetriebe weiterhin mit Füßen.‘

Zwar käme nun endlich Bewegung in die Diskussion über den Schweinehaltungserlass von NRW-Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn und beim Thema ‚Privilegierung der Landwirtschaft für Baumaßnahmen im Außenbereich‘, doch drohten nun durch das Inkrafttreten eines Artikelgesetzes zum Bundesimmissionsschutzgesetz bei Bauvorhaben teure Genehmigungsverfahren und hohe Investitionen im Stallbereich.

Als ‚geradezu kurios‘ bezeichnet der WLV den geforderten Betreuungsaufwand von 20 Sekunden je Schwein im Schweinehaltungserlass. Die Praxis zeige, so Möllers, dass unabhängig von Zeitvorgaben das Management eines Betriebsleiters maßgeblich ist für das Wohlergehen der Tiere. ‚Grundsätzlich möchte ich betonen, dass die Weiterentwicklung einer verhaltensgerechten Tierhaltung zum Leitbild einer modernen Landwirtschaft gehört, doch müssen Verordnungen oder Erlasse möglichst im gemeinsamen EU-Agrarmarkt festgeschrieben werden, nicht national und erst recht nicht regional‘, so der WLV-Präsident.

‚Die Lage auf unseren Höfen spitzt sich zu, es reicht jetzt. Man hört nicht auf unsere Sachargumente, der Bogen wird nun eindeutig überspannt. Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als eine härtere Gangart einzulegen. Wir sind dazu bereit!‘, so Möllers. Eine andere Sprache scheine die Düsseldorfer Landesregierung mit der Ressortchefin Höhn an der Spitze nicht zu verstehen, es sei denn, der Ministerpräsident stoppe diese veredlungsfeindliche Politik, die gravierende Auswirkungen auch auf die Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich habe.

Neben dem WLV ergreift auch die SPD die Initiative und fordert Ministerin Höhn auf, unterstützt durch die CDU-Fraktion, den Erlass ‚gründlich zu überarbeiten‘. Die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzende des Ernährungsausschusses im Landtag, Irmgard Schmid, im Rahmen der einer Debatte über die Agrarpolitik wörtlich: ‚Insbesondere werden wir über die Betreuungszeiten und den Einbau von Gummimatten im Liegebereich diskutieren‘.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen.

Landwirtschaftliche Grundstoffe stabilisieren Großhandelsumsätze

Themen: Archiv — info @ 14:10

Wiesbaden (agrar.de) – Nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes setzte der Großhandel in Deutschland im August 2001 nominal (in jeweiligen Preisen) 2,4 Prozent und real (in konstanten Preisen) 3,9 Prozent weniger als im August 2000 um. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten wurde nominal so viel abgesetzt wie im Vormonat.

Nominal und real höhere Umsätze als im Vorjahresmonat erzielte im August 2001 der Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren (nominal + 8,4 Prozent, real + 6,5 Prozent). Einen nominalen Umsatzzuwachs, aber realen Umsatzrückgang verzeichnete der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (nominal + 1,3 Prozent, real – 2,6 Prozent). Nominal und real unter den Umsatzwerten des Vorjahresmonats dagegen blieben der Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren, Altmaterial und Reststoffen (nominal – 2,5 Prozent, real – 3,2 Prozent), der Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern (nominal – 6,3 Prozent, real – 8,0 Prozent) und der Großhandel mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör (nominal – 8,2 Prozent, real – 8,0 Prozent).

Links zum Thema Marktinformationen.

Uni München: Tierschutzpreis 2002 ausgeschrieben

Themen: Archiv — info @ 14:10

München (agrar.de) – Im Gedenken an den privaten Tierschützer Felix Wankel verleiht die Ludwig-Maximilians-Universität München jedes Jahr Preise für innovative Ideen, die Versuche am lebenden Tier ersetzen oder einschränken. Auch allgemeine Konzepte für den Tierschutz können honoriert werden. Dieser Tage wurde jetzt der Preis für das kommende Jahr ausgeschrieben.

Aus Anlass des 100. Geburtstags von Felix Wankel wird im Jahr 2002 zusätzlich ein Sonderpreis verliehen.

Dotiert ist der Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis 2002 mit 50.000 DM (26.000 Euro), wobei bei gleichguten Konzepten der Preis auch teilbar ist. Vorschlagsberechtigt sind wissenschaftliche Institutionen und Fachgesellschaften. Vorgeschlagen werden können Personen und Gruppen, die in der Forschung im In- oder Ausland tätig sind. Die Arbeiten sollen neueren Ursprungs sein und eigene Forschungsergebnisse enthalten. Die Vorschläge mit den Arbeiten müssen bis 31. Januar 2002 beim Dekanat der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität vorliegen.

Weitere Auskünfte erteilt das Dekanat der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität, Veterinärstr. 13, 80539 München, Tel.: 089-2180-2512, Fax: 089-349799, E-Mail.

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Greenpeace liefert verunreinigten Mais in Bonn ab

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 10:10

Bonn/Hamburg (agrar.de) – Aus Protest gegen die fahrlässige Gentechnik-Politik von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat Greenpeace heute morgen einen Container mit gentechnisch verunreinigtem Mais vor ihrem Ministerium in Bonn abgesetzt. Die Umweltschützer haben ein Feld bei Helvesiek in Niedersachsen letzten Freitag teilweise abgeerntet und den Mais ’sichergestellt‘. Das Feld sei verunreinigt mit genmanipuliertem Mais der Firma Monsanto, der auf einer Versuchsfläche mitten im Feld wuchs und sich ausbreitete. Nach Greenpeace-Angaben ist der Mais in Europa nicht zugelassen.

Greenpeace macht Ministerin Schmidt und Monsanto verantwortlich für die unkontrollierte Ausbreitung des Gen-Maises. Das Gesundheitsministerium und das ihm unterstellte %url4%Robert-Koch-Institut%/% genehmigten den Versuch. Sie hätten nichts unternommen, um die Verwendung des verunreinigten Maises in Lebens- und Futtermitteln zu verhindern.

‚Es ist unglaublich, wie unverantwortlich das Ministerium mit dieser Gefahr umgeht‘, sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte bei Greenpeace. ‚Die Gen-Industrie gibt sogar offen zu, dass sie die unkontrollierte Ausbreitung ihrer Gen-Saaten nicht verhindern will. Frau Schmidt muss jetzt einschreiten und sicher stellen, dass der Mais unschädlich vernichtet wird. Sonst würde sie der Gen-Industrie in die Hände spielen, die daran interessiert ist, dass keine gentechnikfreie Ware mehr angebaut und geerntet werden kann. Sie will dem Verbraucher die Gen-Nahrung aufzwingen – auch gegen seinen Willen.‘

Eigentlich muss der genmanipulierte Versuchs-Mais in 100 Meter Abstand stehen zum nächsten Maisfeld. Auf dem Feld in Niedersachsen sind es aber nur etwa 15 Meter. Die Genehmigung des Robert-Koch-Instituts für das Versuchsfeld lässt einen derartig geringen Abstand nur dann zu, wenn der Versuchsaufbau dies unbedingt erfordert. Das sei – so Greepeace – aber offenbar nicht der Fall. Auf Nachfrage von Greenpeace konnte der Leiter des Versuches bei Monsanto, Dr. Nobert Mülleder, den zu geringen Sicherheitsabstand nicht genau begründen.

Greenpeace fordert die Gesundheitsministerin außerdem auf, die inzwischen über 600 Freisetzungsversuche in Deutschland zu überprüfen. ‚Man muss der Öffentlichkeit sagen können, wie häufig die Sicherheitsabstände von Versuchsfeldern unterschritten werden‘, erklärt Then.

Greenpeace hält es für dringend notwendig, die aktuelle Diskussion um die Änderung des deutschen Gentechnikgesetzes zu nutzen, um wirksame Maßnahmen gegen die unkontrollierte Ausbreitung durchzusetzen. Die Öffentlichkeit müsse in die Genehmigungsverfahren für Freisetzungen stärker einbezogen werden. Wenn eine Auskreuzung nicht zu verhindern sei, müssten die Freilandversuche eingestellt werden.

Außerdem fordert die Umweltschutzorganisation, die Zuständigkeiten neu zu ordnen: dem Gesundheitsministerium und dem Robert-Koch-Institut sollte die Zuständigkeit für Freisetzungen entzogen um sie dem Umweltministerium zu übertragen.

Information: Greenpeace, Rückfragen bitte an: Christoph Then, Tel.: 0171-8780832, und Pressesprecher Michael Hopf, Tel.: 0171-8780835.

Links zum Thema %url2%Biotechnologie%/%.

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