04. Oktober 2001

Niedersachsen: Gemeinsames Dach für Kammerinstitute

Themen: Archiv — info @ 13:10

LWK Hannover und Weser-Ems bündeln Untersuchungsangebote.

Oldenburg (agrar.de) – Die landwirtschaftlichen Institute der Landwirtschaftskammern Hannover und Weser-Ems (Ahlemer Institut und LUFA Hameln der LWK Hannover und MLUA, LUFA und der Untersuchungsbereich Tiergesundheit der LWK Weser-Ems) sollen künftig unter einem gemeinsamen unternehmerischen Dach geführt werden. Das teilt die Landwirtschaftskammer Weser-Ems mit.

Unter der Leitung eines Geschäftsführers, der noch gesucht wird, soll das neue Institut zum 1. Januar 2002 seine Arbeit aufnehmen. Ein gleichberechtigt von beiden Kammern besetzter Aufsichtsrat soll die Arbeit überwachen. Einen entsprechenden Beschluss wollen die Vorstände beider Landwirtschaftskammern in ihren jeweiligen Vollversammlungen im Dezember 2001 herbeiführen.

Ziel der Beschlussempfehlung ist es, ein konkurrenzfähiges Untersuchungsangebot sicherzustellen und die Kundenorientierung zu verbessern. Spätestens im Jahr 2005 soll das gemeinsame Institut kostendeckend arbeiten, in den folgenden Jahren soll ein positives Ergebnis erzielt werden. Um dies zu erreichen, soll der Zuschnitt der vielfältigen Labor- und Untersuchungstätigkeiten der bisherigen Institute räumlich und organisatorisch effizienter geordnet werden. Das neue Institut erhält eine zentrale Verwaltung und soll nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt werden.

An welchen Standorten in Zukunft welche Untersuchungsangebote vorgehalten werden, soll sich weitgehend nach den Wünschen der Kunden und nach den regionalen Schwerpunkten beim Untersuchungsaufkommen richten. Daraus ergibt sich, dass der Untersuchungsbereich ‚Pflanze‘ (z.B. Boden, Düngung, Klärschlamm, Saatgut, Sortenprüfung) im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover konzentriert wird und tierbezogene Untersuchungen (z. B. Milchuntersuchungen, Tiergesundheit, Futtermitteluntersuchungen) am Standort Oldenburg zusammengefasst werden.

Die Vorteile der neuen Organisation für die Kunden sind stabile Kosten für die einzelnen Untersuchungsangebote bei gleichbleibender Untersuchungsqualität und Kompetenz. Mit der Initiative wollen die Kammern auch gegenüber der Landesregierung ein Zeichen setzen. Nicht zuletzt sei das gemeinsame Institut auch ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung der öffentlichen Haushalte, erklärten die beiden Kammerpräsidenten Fritz Stegen (Hannover) und Friedrich Scholten (Weser-Ems).

Links zu Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten.

Deutsche essen mehr Eier

Themen: Archiv — info @ 12:10

Oldenburg (agrar.de) – Die Bundesbürger haben im 1. Halbjahr 2001 gut 4,8 Mrd. Schaleneier gekauft. Das stellt die Landwirtschaftskammer Weser-Ems unter Bezug auf eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) fest. Inzwischen wird fast jedes sechste Schalenei über Discounter abgesetzt. Der Marktanteil der gesamten Discounter erhöhte sich von 27,3 Prozent auf 29 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, dass beim Eierkauf nach wie vor der Preis das entscheidende Kriterium für den Verbraucher ist. In welcher Haltungsform die Legehennen untergebracht sind, ist beim Kauf nur von geringer Bedeutung. Einbußen haben jedoch die Erzeuger hinzunehmen, die direkt an den Endverbraucher verkaufen. Ihr Anteil sank um 1,2 Prozent auf 36,1 Prozent und folgte damit dem langjährigen Trend.

Die deutschen Anbieter konnten im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 5 Prozent auf über 88 Prozent zulegen. Bei den ausländischen Eiern mußten vor allem die holländischen Anbieter starke Verluste von über 4 Prozent hinnehmen. Dies ist umso interessanter, weil die heimischen Eier um bis zu 2,5 Pfennig teurer sind als die Importware. Diese wachsende Bevorzugung für die Eier aus Deutschland ist auch auf das freiwillige Herkunfts- und Qualitätssicherungskonzept der deutschen Eiererzeuger zurückzuführen. Die Einzelei-Kennzeichnung mit dem ‚D‘-Zeichen, dem ORGAINVENT-Logo für neutrale Kontrolle sowie die Identifikationsnummer der Legefarm geben dem Verbraucher die Sicherheit, beim Einkauf auch tatsächlich frische heimische Eier zu erhalten.

Für die niedersächsischen Legehennenhalter ist diese Entwicklung positiv, da über ein Drittel der deutschen Eier in niedersächsischen Ställen gelegt werden. Besonders in der Region Weser-Ems hat die Legehennenhaltung eine große Bedeutung und stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Sie bietet einer Vielzahl von Menschen Arbeit und Einkommen.

Forschungspreis für artgerechte Tierhaltung

Themen: Archiv — info @ 10:10

Bern/München (agrar.de) – In Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) vergibt die Schweisfurth-Stiftung im Jahr 2002 zum zwölften Mal den ‚Schweisfurth-Forschungspreis für artgemäße Nutztierhaltung‘. Der Schweisfurth-Forschungspreis für artgemäße Nutztierhaltung ist mit insgesamt 20.000 DM dotiert.

Der Preis dient vornehmlich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, prämiert werden ‚herausragende wissenschaftliche Leistungen aus dem In- und Ausland, die anwendungsorientiert sind und helfen, den natur- und artgemäßen Umgang mit landwirtschaftlichen Nutztieren zu fördern. Ferner können Arbeiten ausgezeichnet werden, die diese Form der Nutztierhaltung unter rechtlichem, ethischem oder allgemein geisteswissenschaftlichem Aspekt beleuchten.‘

Die Schweisfurth-Stiftung fördert mit dem Forschungspreis Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die Ökonomie und Ethik im Bereich der Nutztierhaltung wieder in besseren Einklang bringen. Gesundheit, Wohlbefinden und Würde von Tier und Mensch sollten dabei Ausgangs- und Zielpunkt des Nachdenkens und Forschens sein.

Die eingereichten Arbeiten müssen abgeschlossen und zur Publikation geeignet bzw. vor kurzem publiziert sein. Auch wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeiten sind zugelassen. Bewerbungsunterlagen können in der Schweisfurth-Stiftung angefordert werden und sind bis zum 31. Dezember 2001 wieder bei der Stiftung einzureichen

Information: Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, 80638 München, E-Mail.

Links zum Thema %url5%Tierhaltung%/% und %url4%Umweltpreise%/%.

Bayern: Weniger Rinderhalter

Themen: Archiv — info @ 10:10

München (agrar.de) – Wie die vorläufigen Ergebnisse der allgemeinen Viehzählung in Bayern vom Mai 2001 ergeben, setzt sich in der Rinderhaltung der Trend der letzten Jahre fort. Die Zahl der bayerischen Rinderhalter ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 82.274 Betriebe gesunken. Dieser starke Rückgang ist auf die katastrophale Preisentwicklung für Rindfleisch in Folge der BSE-Krise zurückzuführen, meint Josef Wasensteiner vom Bayerischen Bauernverband.

Sehr auffällig ist der Rückgang der Mutterkuhhalter um 5,9 Prozent. Damit verabschiedeten sich vor allem extensiv wirtschaftende Kleinbetriebe, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der bayerischen Kulturlandschaft leisten.

Die Zahl der Rinder dagegen ist um 2,7 Prozent auf 4.084.839 Stück gestiegen. Der Grund dafür liegt in den schlechten Vermarktungsmöglichkeiten für Rindfleisch seit Ende November 2000. Laut Wasensteiner konnten die Tiere nicht verkauft werden und schlachtreifes Vieh musste in den Ställen bleiben. Am deutlichsten zeigt sich dies am Anstieg der Zahl der Jungbullen um 7,5 Prozent auf 326.616 Stück und am Anstieg der Zahl der Schlachtkalbinnen um 113,1 Prozent auf 25.113 Stück.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Rinder.

Agrarsubventionen drastisch gesunken

Themen: Archiv — info @ 09:10

Hannover (agrar.de) – Die staatlichen Hilfen für die Landwirtschaft sind von 1998 bis zum Jahr 2000 um 217 Mio. Euro gekürzt worden. Nach den Plänen der Bundesregierung soll im Jahr 2002 eine weitere Absenkung der Agrarsubventionen um 130 Mio. Euro erfolgen. Auf die Landwirtschaft würden damit nach Ermittlungen des niedersächsischen Landvolk-Verbandes nur noch 8,1 Prozent aller Bundessubventionen entfallen.

Wie aus dem 18. Subventionsbericht der Bundesregierung hervorgeht, lag dieser Anteil im Jahre 1970 noch bei knapp 30 Prozent. Doch schon 1980 war die Landwirtschaft nur noch mit 14,4 Prozent an den Bundessubventionen beteiligt und 1990 waren es 13,8 Prozent. 1995 sank der Anteil auf 12,2 Prozent und 1998 waren es 9,9 Prozent. 1991 wurde jeder Erwerbstätige in der Landwirtschaft noch mit 3.164 Euro unterstützt. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 1.915 Euro.

In der gleichen Zeit stiegen die Finanzhilfen für die Erwerbstätigen im Steinkohlenbergbau von 15.109 Euro in 1991 auf 70.018 Euro im Jahr 2000. Die gewaltige Erhöhung ist auf die geänderte Finanzierung der Verstromungshilfen zurückzuführen. Hingegen haben sich in der Landwirtschaft die Subventionen stärker rückläufig entwickelt als die Zahl der Beschäftigten.

Zu den nach wie vor mit Abstand größten Subventionsempfängern gehört die gewerbliche Wirtschaft. Auf diesen Bereich werden im Jahr 2002 mit knapp 10 Mrd. Euro über 46 Prozent aller Subventionen entfallen. Der Bereich Wohnungswesen zählt mit 6,0 Mrd. Euro ebenfalls zu den größten Subventionsempfängern. Sein Anteil an den gesamten Subventionen des Bundes liegt bei 28 Prozent. Insgesamt sollen die Finanzhilfen des Bundes im Jahr 2002 auf 8,2 Mrd. Euro gesenkt werden, dagegen ist bei den Steuervergünstigungen ein Anstieg um 2,3 Mrd. Euro auf 13,2 Mrd. Euro – begründet auf die Ausnahmeregelungen bei der ökologischen Steuerreform – vorgesehen.

Die Relationen zwischen dem Subventionsvolumen und dem Bruttoinlandsprodukt bleibt mit 1,1 Prozent relativ konstant. Fest stehe aber, dass die Landwirtschaft seit 1998 besonders starke Subventionskürzungen hinnehmen musste, so der Landvolk-Verband.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

03. Oktober 2001

Qualitätssicherungssystem für konventionelle Lebensmittel

Themen: Archiv — info @ 10:10

Bonn (agrar.de) – Vertreter aller an der Produktionskette Fleisch beteiligten Wirtschaftsbereiche haben am 2. Oktober 2001 in Berlin über die Gründung einer Gesellschaft für Qualität und Sicherheit beraten. Beteiligt ist nach Informationen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die Futtermittelwirtschaft, die Landwirtschaft, die Schlachthofwirtschaft, die Fleischwarenindustrie und der Lebensmitteleinzelhandel.

Gemeinsames Ziel ist es, durch eine dokumentierte Qualitätskontrolle auf allen Produktionsstufen Verbrauchersicherheit und Verbrauchervertrauen zu stärken. Dies soll vorrangig für den Bereich Vieh und Fleisch geschehen. Grundlage der Zusammenarbeit ist ein Prüfkriterienkatalog, den jede Produktionsstufe eigenständig festlegt und der in einem gemeinsamen Beirat abgestimmt wird. Dabei geht es vor allem darum, gesetzlich festgelegte Normen wird über ein eigenes Prüfzeichen am Produkt und den Verkaufsstellen kommuniziert.

Mit dieser eigenständigen Maßnahme der Wirtschaft erhält die konventionelle Produktion ein Pendant zum von Bundesministerin Renate Künast geschaffenen Ökosiegel. Mit einer größeren Prüfdichte zu versehen und den Datenaustausch zwischen den Produktionsstufen so zu verbessern, dass die Produkttransparenz für den Verbraucher möglich rasch verbessert werden kann. Die kontrollierte Sicherheit wird über ein eigenes Prüfzeichen am Produkt und den Verkaufsstellen kommuniziert.

Information: Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980,Fax: 0228-8198205, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Lebensmittel%/%.

02. Oktober 2001

Bayer kauft Aventis Cropscience

Themen: Archiv — info @ 14:10

Leverkusen (agrar.de) – Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer übernimmt den Pflanzenschutzhersteller Aventis CropScience, einschließlich übernommener Verbindlichkeiten, für 7,25 Milliarden Euro. Der Vertrag sei mit den Eigentümern Aventis und Schering unterzeichnet worden, teilte Bayer heute in einer Pressemeldung mit. Vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden werde die rechtliche Übernahme im ersten Quartal 2002 erfolgen. Aventis CropScience entstand 1999 mit dem Zusammenschluss von HoechstSchering-AgrEvo (Pflanzenschutz-, Saatgut- und Biotechnologie) und Rhone-Poulenc (Pflanzenschutz). Die Aventis SA, Straßburg, hält 76 Prozent an Aventis CropScience, Schering 24 Prozent.

Aus der größten Übernahme in der Firmengeschichte erwartet der Bayer-Konzern Synergien von etwa 500 Millionen Euro pro Jahr. Den Einsparungen stehen einmalige Aufwendungen von rund 500 Millionen Euro für die Eingliederung gegenüber, wie Bayer weiter mitteilte.

Mit der Übernahme werde Bayer zu einem der führenden Unternehmen in den Sparten Pflanzenschutz und Biotechnologie werden, so Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider. Bayer will die gesamten Pflanzenschutz-Aktivitäten in eine eigenständige Gesellschaft mit dem Namen ‚Bayer CropScience‘ mit Sitz in Monheim konzentrieren. Die Aventis-Cropscience-Standorte in Lyon und Frankfurt/Main sollen beibehalten werden. Leiter der neuen Gesellschaft wird Jürgen Wulff, der derzeit den Geschäftsbereich Pflanzenschutz der Bayer AG leitet. Bayer CropScience soll in diesem Jahr ein Geschäftsvolumen von 6,5 bis 7,0 Milliarden Euro erreichen.

Bayer betonte, man übernehme keine Gewährleistungen für eventuelle Schadenersatzforderungen aus dem gentechnisch modifizierten Mais ‚Starlink‘. Die Starlink-Technologie von Aventis CropScience und alle damit verbundenen potenziellen Verpflichtungen seien nicht Gegenstand des Vertrags und verblieben beim Aventis-Konzern. Die Maissorte war in den USA in Nahrungsmitteln aufgetaucht, obwohl sie für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen ist.

Links zum Thema %url2%Pflanzenschutz%/%.

Künast: Beim Einkauf den Tierschutz fördern

Themen: Geflügel — info @ 13:10

Berlin (agrar.de) – Zum heutigen Welttierschutztag dankte Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast allen Tierschützern und Organisationen, die sich für den Tierschutz engagieren. Ohne sie wäre unsere Gesellschaft ärmer.

Die Ministerin forderte Verbraucherinnen und Verbraucher auf, weiterhin mit dem Einkaufskorb Politik zu machen. Wer beim Kauf von Fleisch, Milch oder Eiern auch auf die Haltungsform der Tiere achtet und seine Überzeugung durch entsprechende Kaufentscheidungen deutlich macht, könne den Tierschutz in Deutschland entscheidend voranbringen.

So nehme die Nachfrage nach Eiern aus Boden- und Freilandhaltung kontinuierlich zu. Dem entspreche der Entwurf einer Regelung zur Hennenhaltung, der zur Zeit im Bundesrat beraten wird. Er will die Käfigbatteriehaltung ab dem Jahr 2007 verbieten. Künftig müssen alle Legehennen entsprechend dem Tierschutzgesetz artgemäß und verhaltensgerecht untergebracht werden.

Künast zeigte sich zuversichtlich, dass die Mehrheit der Bundesländer die Verordnung im Bundesrat unterstützen wird. Tier- und Umweltschützer äußerten dagegen die Sorge, dass die Fristen für den Ausstieg aus der Käfighaltung noch verlängert würden. Mehrere Bundesländer, darunter Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen lehnen die geplante Verordnung offenbar ab. Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Bremen, Schleswig-Holstein und Berlin tendieren nach diesen Einschätzungen zu einem Verbot der Legebatterien. Am 19. Oktober stimmt der Bundesrat über den Verordnungsentwurf ab.

Eine aktuelle Studie der Gesamthochschule Kassel kommt zum Ergebnis, dass ein Ausstieg aus der Käfighaltung von Legehennen ethisch erforderlich und ökonomisch machbar ist. (unsere Meldung)

Links zum Thema Geflügel Links zum Thema Tierschutz.

Demeter: Bio-Lebensmittel besser für Mensch und Umwelt

Themen: Archiv — info @ 12:10

Darmstadt (agrar.de) – ‚Wer behauptet, Bio-Lebensmittel seien genauso schadstoffbelastet wie herkömmlich erzeugte Nahrung, der betreibt Stimmungsmache und ignoriert seriöse Studien,‘ kommentiert Demeter-Geschäftsführer Dr. Peter Schaumberger entsprechend zitierte Aussagen von Professor Dr. Rabast (Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin). Der Agrar-Ökonom betont: ‚Gäbe es ausschließlich ökologisch wirtschaftende Bauern, hätten wir keinerlei Schadstoffe in der Luft, im Boden und im Grundwasser.‘

Die Bio-Bauern, die konsequent auf jeden Chemie-Einsatz verzichten, müßten bedauerlicherweise eine Beeinträchtigung ihrer Produkte durch Wind-Abdrift von Pestiziden der Nachbarfelder oder durch Schwermetallbelastungen im Boden hinnehmen. Regelmäßige Qualitätskontrollen und unabhängige Studien zeigten jedoch, dass biologische Ware meist erheblich weniger Schadstoffe aufweise als konventionelle.

Rabast habe sich zudem lediglich auf eine Überprüfung von Schadstoff-Mengen bezogen, die über den toxikologischen Grenzwert hinausgingen, also auf Produkte, die soviel Gift enthielten, dass sie eigentlich gar nicht hätten verkauft werden dürfen. Die Bemühungen der Bio-Branche, jede Schadstoffbelastung zu vermeiden, gingen über den Anbau und die Verarbeitung hinaus. So habe der Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel gerade einen neuen Orientierungswert für Rückstände beschlossen. Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und chemische Vorratsschutzmittel dürften demnach lediglich bei 0,01mg/kg für Einzelsubstanzen liegen. Sei mehr als eine Substanz nachweisbar, dürfte die Summe nicht über 0,03 mg/kg liegen. ‚So werden beispielsweise für Demeter-Tee aufwändige Analysen betrieben, um diesen hohen Standard zu garantieren,‘ unterstreicht Schaumberger.

Der Geschäftsführer, der die biologisch-dynamisch wirtschaftenden Bauern und Demeter-Hersteller und -Händler vertritt, verweist zudem auf die wohl fundierteste und größte Studie zum Vergleich von ökologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln. Dabei stellte das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärwesen fest, dass mineralisch gedüngtes, konventionelles Gemüse in der Regel mehr Nitrat enthält als ökologisch kultiviertes.

Typisch für den biologisch-dynamischen Landbau und deshalb in den Demeter-Richtlinien entsprechend verankert ist der Einsatz spezieller Präparate aus Heilkräutern, Mineralien und Kuhdung. Sie werden auf den Höfen meist selber hergestellt und fein dosiert eingesetzt, denn sie wirken nicht durch die Menge, sondern durch die feinstoffliche Information – vergleichbar mit den Prinzipien der Klassischen Homöopathie. Dadurch kann die Fruchtbarkeit des Bodens erheblich gesteigert werden, was sich durch höhere Aktivität der Bodenlebewesen, den höchsten Gehalt an Biomasse und an der ausgeprägten Verwurzelung der Pflanzen darstellen läßt. Durch Forschungen über Jahrzehnte hinweg – zum Beispiel beim Schweizer Institut FIBL – ist belegt, dass die Biologisch-Dynamischen Präparate der Kulturlandschaft einige der Kräfte wiedergeben, die sie selbst bei bester Bewirtschaftung zwangsläufig einbüsst.

Seit Jahrzehnten arbeiten Wissenschaftler auch daran, die Besonderheit der biologisch-dynamisch erzeugten Lebensmittel darzustellen. Mit den Bildschaffenden Methoden etwa kann die innere Qualität, das Charaktervoll-Arttypische, sichtbar gemacht werden. So zeigen sich in filigranen Bildern Unterschiede nicht nur zwischen konventionellen und Bio-Produkten, sondern auch zwischen organisch-biologisch und biologisch-dynamisch kultivierten. Diese spezielle Ordnung, die mehr ist als ein stoffliches Phänomen, wird bei Demeter-Rohstoffen (Äpfel, Kartoffeln, Getreide, Karotten) ebenso deutlich wie bei nach Demeter-Standard veredelten Waren, zum Beispiel Saft oder Milch. ‚So erhält der Mensch eine Nahrung, die nicht nur den Magen füllt, sondern Körper, Seele, Geist gleichermaßen dient. Ein Lebensmittel, das diesen Namen verdient, ist mehr als die Summe seiner Inhaltstoffe. Den Unterschied schmeckt und fühlt man,‘ erläutert Schaumberger und beruft sich beispielsweise auf Blind-Verkostungen von Milch, bei der die Demeter-Milch regelmäßig am besten abschneidet.

Information: Demeter Bund, Brandschneise 2, 64295 Darmstadt, Tel.: 06155-8469-0, Fax: 06155-8469-11, E-Mail

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema %url3%Lebensmittel%/%.

Forschungsinstitut für biologischen Landbau eröffnet

Themen: Archiv — info @ 11:10

Berlin (agrar.de) – Mit Vertretern aus Politik und Organisationen des Ökologischen Landbaus, der Natur-, Tier- und Verbraucherschutzverbände feierte das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Berlin e.V. am vergangenen Donnerstag seine offizielle Eröffnung.

‚Das FiBL engagiert sich mit vollem Herzen für die Sache des Ökologischen Landbaus, der ganzheitlichen Tiergesundheit und biologischen Ernährungskultur. Trotzdem verliert es nie seine Unabhängigkeit und Kritikfähigkeit. Es verbindet eine unternehmerische Kultur mit hohen ideellen Grundwerten. Es versucht seine Tätigkeiten in Netzwerken von Menschen nach innen wie außen zu organisieren‘ so der Präsident des Stiftungsrates des FiBL Schweiz und Alt-Bundesrat Dr. Otto Stich. Die Schwerpunkte des FiBL Berlin liegen in Forschung, Beratung und Serviceleistungen rund um den Ökologischen Landbau. Partner ist das national und international renommierte FiBL in der Schweiz, mit über 80 Mitarbeitern.

Bereits im Mai starteten die ersten Projekte des Forschungsinstituts, dazu gehören z.B. eine Koordinationsstelle für ganzheitliche Tiergesundheit und Qualitätssicherung, eine Internet-Präsenz zur Öko-Beratung für das Land Nordrhein-Westfalen, ein Forschungsprojekt zur Homöopathie in der Milchviehhaltung, die Erstellung von Informationsmaterialien über den ökologischen Landbau für den aid sowie verschiedene Beratungsprojekte z.B. für Anbauverbände und Verarbeitungs- und Handelsunternehmen.

Beim Empfang, an dem auch der Vorsitzende des EU-Agrarausschusses Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf und der Schweizer Botschafter Dr. Thomas Borer-Fielding ein Grußwort sprachen, stellte sich auch der frisch gewählte Vorstand vor: Dr. Urs Niggli (Vorsitzender), Direktor des FiBL Schweiz, Wolfgang Gutberlet, Vorstandsvorsitzender von tegut, Prof. Dr. Wassermann, emeritierter Professor für Toxikologie, Prof. Dr. Elers, Professorin an der FH Nürtingen, Anne Jessen-Petersen, Bioland-Bäuerin in Schleswig-Holstein, Dr. Jörg Spranger, Leiter Tiergesundheit im FiBL Schweiz, Dr. Robert Hermanowski, Projektleiter im FiBL Berlin und Beate Huber, Geschäftsführerin im FiBL Berlin.

Links zum Thema Bio-Landbau.

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