09. Oktober 2001

EU-Kommission veranstaltet Runden Tisch zur Unbedenklichkeit von GVO

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 10:10

Brüssel (agrar.de) – Heute wurde auf Initiative von EU-Forschungskommissar Philippe Busquin ein Runder Tisch zum Thema Unbedenklichkeit von genetisch veränderte Organismen (GVO) ins Leben gerufen. Bei dieser Gelegenheit kommen europäische Forscher aus dem Bereich Biosicherheit und andere Beteiligte wie Verbraucherorganisationen, nationale Behörden und Industrie zusammen, um gemeinsam über die sichere Nutzung von GVO auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse zu sprechen. Weitere Themen sind die Ergebnisse der europäischen Forschung und die Feststellung neuen Forschungsbedarfs.

Die Kommission hat heute außerdem einen Bericht zum Thema Biosicherheit veröffentlicht, in dem sie die Ergebnisse einschlägiger Forschungstätigkeiten beschreibt, die sie bereits seit über 15 Jahren unterstützt. In dieser Veröffentlichung sind die 81 Vorhaben zusammengefasst, die mit Gemeinschaftsmitteln in Höhe von insgesamt 70 Mio. Euro gefördert wurden und an denen über 400 wissenschaftliche Teams aus allen Teilen Europas beteiligt sind.

Die Untersuchung von genetisch veränderten Pflanzen und abgeleiteten Produkten, die bis zum heutigen Tag entwickelt und nach den gebräuchlichen Verfahren der Risikobewertung in Verkehr gebracht wurden, hat laut Bericht keine neuen Gefahren für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt zu Tage gebracht, die über die normalen Unsicherheitsfaktoren der traditionellen Pflanzenzucht hinausgingen. Die genaueren Techniken und die strengere amtliche Überwachung machen diese Produkte wahrscheinlich sogar sicherer als konventionelle Pflanzen und Lebensmittel. Sollten unerwarteten Umweltauswirkungen auftreten – was bisher noch nicht der Fall gewesen ist – dürften diese dank der vorhandenen Überwachungssysteme rasch festgestellt werden.

Philippe Busquin zur Initiative: ‚Wir haben auf der einen Seite die enthusiastischen Übertreibungen einiger ‚GVO-Kreuzritter‘ und auf der anderen Seite die radikale Ablehnung einer Minderheit. Unsere Aufgabe ist es, einen gangbaren Kompromiss zwischen diesen beiden Extremen zu finden, dessen Grundlage solide und messbare wissenschaftliche Argumente, Risikobewertungen und ein vorsichtiger Umgang mit diesen Produkten ist. Zu diesem Zweck müssen Wissenschaft und Gesellschaft zusammenfinden. Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit können hier gemeinsam über die Ergebnisse der Forschung und über einen Plan für künftige europaweit koordinierte Forschungstätigkeiten sprechen.‘

Thema des ersten Treffens am Runden Tisch ist ein bestimmtes GVO-Produkt, nämlich der Bt-Mais, eines der ersten GVO-Produkte, deren Anbau in Europa genehmigt wurde (23. Januar 1997). Die Mitgliedstaaten haben bereits in einer frühen Phase ein Programm zur Überwachung von Insektenresistenzen gegenüber BT-Mais erstellt, um jegliche negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt feststellen und bewerten zu können.

Links zum Thema Biotechnologie.

08. Oktober 2001

Europa größter Absatzmarkt für Bioprodukte

Themen: Archiv — info @ 11:10

Bonn (agrar.de) – Gesteigertes Bewusstsein der Verbraucher, bessere Verfügbarkeit, breitere Sortimente und die Sensibilisierung durch Lebensmittelkrisen tragen zur wachsenden Attraktivität von Bio-Lebensmitteln – auch im herkömmlichen Lebensmittelhandel – bei. Nach einer Meldung der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) in Bonn ist Europa der weltweit größte Absatzmarkt für Bioprodukte. Nach Einschätzung des Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) wird der Anteil an Bio-Lebensmitteln am Gesamtmarkt bis zum Jahr 2005 zwischen fünf und zehn Prozent liegen.

Der Großteil der Bioprodukte in Deutschland wird über Naturkostfachgeschäfte, Reformhäuser und Hofläden vermarktet, etwa 25 bis 35 Prozent werden über den konventionellen Lebensmittelhandel verkauft. Dessen Anteil dürfte jedoch weiter zunehmen. So hat sich der Absatz von Bio-Frischmilch über den traditionellen Lebensmitteleinzelhandel nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) binnen Jahresfrist verdoppelt. Die Biomilch-Anlieferungsmenge an die Molkereien hat sich laut ZMP von knapp 60.000 t im Jahr 1991 auf rund 250.000 t im Jahr 2000 vervierfacht.

Links zum Thema %url5%Lebensmittel%/%, Links zum Thema %url6%Bio-Landbau%/%.

06. Oktober 2001

Mecklenburg-Vorpommern: Umweltminister für landesweite Schutzgebietskonzeption

Themen: Archiv — info @ 16:10

Neubrandenburg (agrar.de) – Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling hat sich heute in Neubrandenburg für eine landesweite Schutzgebietskonzeption ausgesprochen, in der räumliche und fachliche Schwerpunkte, organisatorische, personelle und finanzielle Erfordernisse dargestellt werden. Die Anforderungen an Naturschutzgebiete seien in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Heute stehe die Sicherung der ungestörten Entwicklung in großen, wenig gestörten Räumen sowie die Verbindung und Verknüpfung dieser Schutzgebiete in nationalen und europäischen Schutzgebietssystemen im Mittelpunkt der naturschutzfachlichen Bemühungen, sagte Minister Methling in seiner Eröffnungsrede auf der Tagung ‚Naturschutzgebiete im 21. Jahrhundert‘.

Minister Methling: ‚Der Erhalt bzw. die Entwicklung qualitativ hochwertiger und quantitativ ausreichender Schutzgebiete bleibt eine vorrangige Aufgabe des Naturschutzes. Gegenwärtig gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 286 Naturschutzgebiete (NSG) mit einer Fläche von 76.018 Hektar. Das entspricht einem Anteil von 3,55 Prozent der Landesfläche. Nachdem in den 80-iger Jahren die Sicherung komplexer Lebensräume im Vordergrund stand, bildet seit den 90-iger Jahren die Sicherung der ungestörten Entwicklung in großen, wenig gestörten Räumen und die Schaffung von Schutzgebietssystemen den Schwerpunkt der naturschutzfachlichen Bemühungen. Gegenwärtig befinden sich 6 Prozent der NSG in einem sehr guten Zustand und 45 Prozent in einem guten Zustand. Dies ist keine schlechte Bilanz, aber auch kein Grund zu übertriebenem Optimismus. Ich denke, es muss die Zielstellung des Naturschutzes sein, alle Gebiete in einen guten bis sehr guten Zustand zu bringen‘.

Gegenwärtig bestehe eine wichtige Aufgabe darin, für viele Schutzgebiete neue Schutzgebietsverordnungen zu erarbeiten. Dabei seien für eine Reihe von Schutzgebieten die bestehenden Grenzziehungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern. Bei unmittelbar aneinander grenzenden Gebiete vereinfache eine Zusammenfassung die weitere Verwaltung. Ein Problem sei allerdings, dass die fachlichen Grundlagen für die weitere Behandlung vieler Schutzgebiete noch fehle. Bisher gebe es nur für einen Teil der NSG Pflege- und Entwicklungspläne. Ziel müsse es deshalb sein, schnellstmöglich für alle Schutzgebiete solch eine fachliche Grundlage zu schaffen. Da ein großer Teil der NSG zum Europäischen Schutzgebietssystem ‚NATURA 2000‘ gehören wird, müssten die Planungsunterlagen auch den entsprechenden europäischen Anforderungen gerecht werden, so Methling.

Weiterhin verwies der Umweltminister auf die Notwendigkeit der intensiveren Betreuung der NSG, um den Gebietszustand zu erhalten bzw. zu verbessern. Etwa ein Drittel der NSG werde derzeit von ehrenamtlichen Naturschützern betreut. Diese Aktivitäten sollen weiter gefördert und unterstützt werden. In diesem Zusammenhang werde im Umweltministerium darüber nachgedacht, regelmäßig einen landesweiten Schutzgebietsbericht herauszugeben und regelmäßige Treffen der Schutzgebietsbetreuer zu organisieren.

Minister Methling begrüßte die von der Bundesregierung geplante Erweiterung der gesetzlichen Zielstellung für Naturschutzgebiete. Danach könnten NSG nicht mehr nur zur Erhaltung, sondern auch zur Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten ausgewiesen werden. Ein großes Problem sei jedoch nach wie vor die öffentliche Akzeptanz von NSG. Hier sei eine verstärkte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit durch Naturschutzbehörden und Naturschutzverbände notwendig.

Die Tagung ‚Naturschutzgebiete im 21. Jahrhundert‘ findet anlässlich des Umzugs des ‚Studienarchivs Umweltgeschichte‘ von Berlin nach Neubrandenburg statt. In der Ansiedlung des Archivs mit seiner einzigartigen Sammlung von Quellen zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes in der DDR und auf dem Gebiet der neuen Bundesländer vor 1945 und nach 1990 sieht Minister Methling eine ‚enorme Bereicherung des kulturellen und wissenschaftlichen Erbes‘.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

10000plus – Landjugend-Wettstreit für Klimaschutz

Themen: Archiv — info @ 10:10

Bonn (agrar.de) – Die in jüngster Zeit immer häufigeren und schwereren Unwetterereignisse wie Wirbelstürme und Überschwemmungen führen uns vor Augen, mit welchen verheerenden Auswirkungen zu rechnen ist, wenn wirksame Maßnahmen zum Schutz des Klimas unterbleiben. Nur rasches und dauerhaftes – gemeinsames – Umsteuern kann die zu erwartenden Auswirkungen mildern. Die im Juli diesen Jahres auf dem Klimagipfel in Bonn erzielten Ergebnisse zeigen, dass dies von einer Mehrheit der Staaten so gesehen wird.

Hauptursache für den Klimawandel ist der weltweit ungebremste Anstieg der CO2-Emissionen als Folge der Verbrennung fossiler Rohstoffe. Die Bundesregierung hält deshalb konsequent an ihrem nationalen Klimaschutzziel fest, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 gegenüber 1990 um 25 Prozent zu senken.

Mit ‚10000plus‚ startet die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) heute eine bundesweite Energiekampagne für Klimaschutz und eine zukunftsfähige Energiewirtschaft.

Start der Aktion, in deren Verlauf mindestens 10.000 herkömmliche Glühlampen gegen moderne und langlebige Energiesparlampen eingetauscht werden sollen, ist heute auf dem Münsterplatz in Bonn.

Eine normale Glühbirne lebt nur etwa 1.000 Stunden, während die Energiesparlampe mit bis zu 12.000 Stunden Lebensdauer deutlich älter wird. Zudem verbraucht sie nur etwa ein Fünftel des Stroms der Glühbirne. Erreicht die Landjugend ihr Ziel, wird die Umwelt um rund 3.859 Tonnen CO2 entlastet werden.

Die KLJB Ortsgruppen, die beim Wettbewerb von Oktober 2001 bis Juni 2002 die meisten Energiesparlampen verkaufen, werden in einer Online-Hitliste veröffentlicht und mit Preisen belohnt.

Links zum Thema Landjugend und %url3%Energie sparen%/%.

05. Oktober 2001

Schleswig-Holstein: Umweltminister Müller lobt Tierschutz-Preis aus

Themen: Archiv — info @ 12:10

Kiel (agrar.de) – Umweltminister Klaus Müller lobte am Welttierschutztag einen Preis in Höhe von 20.000 Mark aus. Der Preis wird für beispielhafte Arbeit im Tierschutz verliehen, er kann auf mehrere Preisträgerinnen und Preisträger verteilt werden. Vorschlagsrecht hat jeder, der in Schleswig-Holstein lebt. Den Tierschutzpreis können Verbände, Vereine, Gruppen oder Einzelpersonen, die im Land aktiv sind, bekommen.

Mit der Preisvergabe will das Umweltministerium das Engagement im Tierschutz fördern und auf nachahmenswerte schleswig-holsteinische Aktivitäten und Projekte im Tierschutz hinweisen. Die Vorschläge sollten folgende Bedingungen erfüllen:

– Die Tierschutzarbeit ist langfristig angelegt und wurde kontinuierlich umgesetzt; – die Arbeit oder die Projekte verfolgen einen innovativen Ansatz; – die vorgeschlagenen Einzelpersonen oder Gruppen sind in Schleswig-Holstein tätig.

‚Tierschutz ist ein gesellschaftliches Anliegen, das vor allem von ehrenamtlich tätigen Personen getragen wird. Das Umweltministerium will dieses uneigennützige Engagement durch die öffentliche Verleihung des Tierschutzpreises hervorheben und anerkennen‘, so Minister Klaus Müller.

Vorschläge für den Tierschutzpreis 2001 nimmt das Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten, Referat V 25, Mercatorstraße 3, 24106 Kiel, entgegen. Der Vorschlag sollte eine detaillierte Begründung von ca. zwei Seiten Umfang sowie Anschrift und Telefonnummer der vorgeschlagenen Person oder Gruppe enthalten. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2001.

Links zum Thema Tierschutz und Umweltpreise.

Künast gegen baldigen Anbau von Gen-Mais

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 11:10

‚Rückkehr zur Gentechnik-freien Landwirtschaft unmöglich‘

Berlin (agrar.de) – Verbraucherministerin Renate Künast hat sich gegen die baldige Wiederaufnahme des umstrittenen Forschungsprogramms zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ausgesprochen. ‚Ich sehe mich bei dem Forschungsprogramm nicht unter Zeitdruck‘, sagte Künast der ‚Berliner Zeitung‚. Sie gehe ‚ergebnisoffen‘ in die Gespräche mit der Industrie über den versuchsweisen Anbau genmanipulierter Pflanzen.

Künast sieht größere Priorität darin, dass die Bundesregierung den Verbraucherschutz verbessert. Dies gelte insbesondere, da selbst der Einzelhandel sage, dass es in Deutschland keine Nachfrage nach Genprodukten gebe. ‚Wir müssen noch mehr über Chancen und Gefahren der grünen Gentechnik erfahren. Dazu brauchen wir eine breite gesellschaftliche Diskussion. Diese Diskussion möchte ich organisieren.‘

Eine Rückkehr zur Gentechnik-freien Landwirtschaft hält die Ministerin indes für unmöglich. ‚Wir können um Deutschland doch keine hohe Mauer bauen oder uns unter eine Glasglocke setzen, um uns vor gentechnisch hergestellten Zutaten abzuschotten‘, sagte Künast.

‚Die Gentechnik hat längst ihren Weg in die deutsche Lebensmittelproduktion gefunden‘ so Künast. ‚Bei der Herstellung von Käse etwa werden Enzyme eingesetzt, die aus gentechnisch hergestellten Mikroorganismen gewonnen werden. Auf den Feldern kommt es durch Wind und Insektenflug längst zur Vermischung von normalen mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Aus Südamerika importieren wir tonnenweise genmanipuliertes Soja. Nur unser neues Biosiegel garantiert den Verbrauchern noch, dass sie gentechnikfreie Produkte erhalten.‘

Aus Protest gegen die Gentechnik-Politik der Bundesregierung hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Montag einen Container mit gentechnisch verändertem Mais vor dem Gesundheitsministerium in Bonn abgeladen (unsere Meldung). Die Umweltschützer warfen dem Ministerium vor, für die unkontrollierte Verbreitung gentechnisch manipulierter Pflanzen verantwortlich zu sein.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema %url1%Politik%/%.

Preise für landwirtschaftlich genutzte Flächen stiegen 2000 leicht

Themen: Archiv — info @ 11:10

Bonn (agrar.de) – Die Preise für veräußerte landwirtschaftliche Flächen lagen im Jahr 2000 im Bundesdurchschnitt um 1,6 Prozent über denen des Vorjahres. Das berichtet das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Im früheren Bundesgebiet stieg der durchschnittliche Kaufwert geringfügig auf 32.917 Mark je Hektar (+1,8 Prozent) an, in den neuen Ländern erhöhte er sich um 6,1 Prozent auf 7.101 Mark je Hektar. Knapp 59 Prozent der in Deutschland insgesamt veräußerten Flächen (103.823 Hektar) entfielen auf die neuen Länder (60.952 Hektar). Die Anzahl der Veräußerungsfälle ging bundesweit auf 38.005 zurück. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die im Rahmen des Flächenerwerbs nach dem EALG durchgeführten Verkäufe in dieser Statistik nicht berücksichtigt werden.

Sehr teuer waren landwirtschaftliche Grundstücke weiterhin in Nordrhein-Westfalen (51.130 Mark je Hektar) und Bayern (48.151 Mark je Hektar). Die niedrigsten Kaufwerte wurden in Brandenburg mit 5.114 Mark je Hektar erzielt. Der deutliche Unterschied zwischen Ost und West bleibt damit weiter bestehen.

Die stärksten Veränderungen zum Jahr 1999 ergaben sich nach Angaben des Ministeriums in Hessen (26.678 DM, -19,5 Prozent), Sachsen (8.079 DM, -9,0 Prozent) und Niedersachsen (27.171 DM, +8,9 Prozent)

Links zum Thema Boden.

04. Oktober 2001

UFOP: Gespräche zur Grünen Gentechnik rasch wieder aufnehmen

Themen: Archiv — info @ 16:10

Erfurt (agrar.de) – Die Mitglieder der Union zur Förderung von Öl- Proteinpflanzen e.V. (UFOP) begrüßen die Wiederaufnahme der Gespräche zur Grünen Gentechnik unter Federführung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Zentrales Anliegen dieser Gesprächsrunde müsse die Schaffung von verlässlichen Rahmenbedingungen sowie von Rechtssicherheit für die Landwirtschaft im Umgang mit der Grünen Gentechnik sein, so die Forderung des UFOP-Vorsitzenden Dr. Klaus Kliem anlässlich der Mitgliederversammlung in Erfurt.

Vorrangig seien realistische Schwellenwerte beim Auftreten unbeabsichtigter Verunreinigungen von konventionellem Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) festzulegen. Angesichts weltweiter Warenströme von GVO könne in Deutschland nicht weiterhin von einer Null-Toleranz ausgegangen werden. Darüber hinaus sei die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft gefordert, den Verbrauchern die Vorteile der Grünen Gentechnik zu vermitteln. Eine breite Verbraucherakzeptanz stelle die Voraussetzung für den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in der landwirtschaftlichen Praxis dar.

Die Grüne Gentechnik besitzte ein hohes Innovationspotenzial für die Erzeugung gesunder Nahrungs- und Futtermittel bei Anwendung umweltschonender Produktionsmethoden. Die Gentechnik sei eine konsequente Weiterentwicklung konventioneller Züchtungsverfahren, mit deren Hilfe bereits seit Jahrzehnten pflanzliche Genome verändert werden.

Gegenüber den klassischen Methoden ermöglicht die Gentechnik eine wesentlich gezieltere züchterische Bearbeitung von Nutzpflanzen. Dies berichteten Dietmar Brauer, Stellvertretender UFOP-Vorsitzender sowie Vorsitzender der Abteilung Öl- und Eiweißpflanzen des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP), und Dr. Ferdinand Schmitz, BDP-Geschäftsführer, als Experten aus dem Bereich der Pflanzenzüchtung.

Die derzeitige verstärkte Nachfrage nach Produkten ‚ohne Gentechnik‘, so die UFOP-Mitglieder, dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass mittel- und langfristig die EU-Landwirtschaft ohne Nutzung der Gentechnik erhebliche Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen müsste. Die Situation, dass die Einfuhr gentechnisch veränderter Nahrungs- und Futtermittel erlaubt ist, aber eine Eigenerzeugung nicht möglich ist, sei für die deutschen Landwirte unerträglich.

Links zum Thema %url2%Biotechnologie%/%.

Rindfleisch – ein teurer Luxusartikel?

Themen: Archiv — info @ 14:10

Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen weiter gewachsen

Hannover (agrar.de) – Vertrauensbildende Maßnahmen zeigen Wirkung, die Verbraucher verlieren einen Teil der Angst vor BSE und greifen nach Angaben des niedersächsichen Landvolkverbandes wieder mehr zum Rindfleisch. In den Geschäften drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass Rindfleisch zum teuren Luxusartikel geworden ist. Auch in jüngster Zeit haben sich die Forderungen an der Ladentheke weiter erhöht. So kostete ein Kilogramm Rinderschmorfleisch nach Ermittlungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn Ende September durchschnittlich 17,43 DM, ein Jahr zuvor waren es 16,66 DM.

Verdienen sich die Bauern jetzt eine ‚goldene Nase‘ am Schlachtrind? Keineswegs, denn ihre Erlöse sind auf dem Höhepunkt der BSE-Krise dramatisch abgesackt und liegen trotz der langsamen Erholung am Markt auch jetzt noch weit unter der kostendeckenden Marke.

Für Jungbullen, die in der Regel als Frischfleisch über die Ladentheke gehen, bekommen sie derzeit ungefähr 20 Prozent weniger als zur gleichen Vorjahreszeit, für Schlachtkühe liegt der Abstand sogar bei mehr als einem Drittel. Kuhfleisch ist nämlich vorrangig Verarbeitungsware, die Verarbeiter haben aber Rindfleisch weitgehend aus den Wurstrezepturen verbannt. Mit dem jetzt anlaufenden Weideabtrieb wird sich an dem Druck nichts ändern, denn der Verbrauch liegt noch um 20 Prozent unter dem Vorjahreswert, das Angebot steigt aber saisonal mit dem Ende der Weidezeit an.

Tröstlich für die Verbraucher, dass nach Expertenmeinung deshalb vorerst nicht mit einem weiteren Anstieg der Ladenpreise gerechnet werden muss, auf der Erzeugerseite haben die Schlachtrinderpreise aber unlängst wieder deutlich nachgegeben. Jungbullen der Handelsklasse R3 notierten im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover Ende September mit durchschnittlich 3,97 DM je kg Schlachtgewicht, Kühe in der gleichen Klasse brachten 2,51 DM je kg und abfallende Qualitäten wurden sogar nur mit 1,57 DM je kg bezahlt. Selbst gut wirtschaftende Mastbetriebe fahren nach Schätzungen der ZMP derzeit 70 bis 80 DM Verlust je Schlachtbullen ein. Spezialisierte Betriebe sind damit bereits akut in ihrer Existenz gefährdet, ohne dass sie staatliche Hilfen erwarten könnten.

Wer jetzt den Schlachtern den ‚Schwarzen Peter‘ zuschiebt, macht es sich jedoch zu einfach. Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen zur BSE-Gefahrenabwehr haben nämlich zu einer drastischen Kostensteigerung geführt. Die Mehrbelastungen pro Rind übersteigen 300 DM. Mit bis zu 150 DM schlägt allein der BSE-Test zu Buche, aber auch die Entsorgung von Materialen wie zum Beispiel Knochen, die bisher sogar noch Geld brachten, verursacht zusätzliche Kosten.

Den größten Teil der Kostenbelastungen haben die Schlachtereien über niedrigere Auszahlungspreise an die Bauern weitergegeben. Einen kleinen Teil müssen aber auch die Verbraucher im Laden hinblättern: Sicherheit hat ihren Preis, urteilt der Landvolk-Verband.

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Thema Marktinformationen.

Niedersachsen: EU genehmigt höhere Umstellungsprämien für den ökologischen Landbau

Themen: Archiv — info @ 14:10

Hannover (agrar.de) – Die von Niedersachsen geforderte Anhebung der Förderprämie um 200 DM pro Hektar in den ersten zwei Umstellungsjahren auf ökologischen Landbau ist jetzt perfekt. Der zuständige Ausschuss für Agrarstruktur und ländliche Entwicklung bei der Europäischen Kommission hat den niedersächsischen Antrag auf Anhebung ohne Einschränkung genehmigt. Die neuen Förderprämien belaufen sich jetzt jährlich auf 500 DM für Acker- und Grünland, 900 DM für Gemüse und 1.600 DM für Dauerkulturen und Baumschulen, teilte heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels mit.

Damit können jetzt die Ämter für Agrarstruktur die über 150 vorliegenden Anträge auf Umstellung bewilligen. ‚Das ist ein großer Sprung nach vorn und entspricht einem Wachstum von ca. 15 Prozent in diesem Jahr‘, kommentierte Bartels.

Mit der Anhebung der Förderprämie werde der Einstieg in den ökologischen Landbau ganz entscheidend erleichtert. Schließlich müssten bereits in den ersten beiden Umstellungsjahren die strengen Anforderungen der Öko-Verordnung erfüllt werden, die höheren Kosten aber ließen sich erst nach Ablauf dieser Umstellungszeit ausgleichen. Erst dann dürfe das Ökoerzeugnis als solches vermarktet werden; eine Durststrecke, die bisher viele Landwirte von der Umstellung abgehalten habe, fügte Bartels hinzu.

Weitere Fördermaßnahmen seien bereits auf den Weg gebracht worden. So wurde schon damit begonnen, speziell für umstellungsinteressierte Landwirte die Beratung zu intensivieren. Die Vorbereitungen für die Schaffung eines Kompetenzzentrums für den ökologischen Landbau liefen auf Hochtouren. Die Gründung eines Beirates zur Förderung des ökologischen Landbaus stehe unmittelbar bevor. Der soll sich insbesondere mit dem Marketing, der Produktwerbung und der Absatzförderung befassen.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Förderung.

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