05. September 2001

Zankapfel „Grüne Gentechnik“

Themen: Archiv — info @ 11:09

Frankfurt (agrar.de) – Das Bundesforschungsministerium will nach einem Bericht der ‚Frankfurter Rundschau‚ den Anbau genmanipulierter Pflanzen zu Forschungszwecken in großem Stil starten. Das Forschungsministerium fordere den Start eines entsprechenden Programms, das Bestandteil des Koalitionsvertrages sei, berichtete das Blatt am Mittwoch.

‚Wir müssen uns sorgfältig auf die Umsetzung der EU- Freisetzungsrichtlinie vorbereiten‘, so Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen. Dazu sei eine kontrollierte Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen notwendig. Er werbe dafür, dass die Bundesregierung schnellstmöglich darüber Gespräche mit der Industrie beginne.

Umweltminister Jürgen Trittin hatte zuvor gefordert, mit der Forschung und dem damit verbundenen großflächigen Anbau abzuwarten, bis die Richtlinie zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Organismen auf EU-Ebene durchgesetzt sei. Auch das Bundesamt für Naturschutz hatte sich gegen großflächige Freisetzungen ausgesprochen. (unsere Meldung)

Verbraucherschutzministerin Renate Künast dazu in der Zeitung: ‚Für mich stellt sich die Frage nach einem Forschungsprogramm nicht, weil ich erst einmal eine Bestandsaufnahme vornehmen will‘. Zunächst müsse auf EU-Ebene die Frage der Toleranzgrenzen und Kennzeichnung bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln geklärt werden, so die Ministerin. Schon jetzt gelangten genmanipulierte Lebensmittel in die Nahrungskette, weil keine durchgängige Kennzeichnungspflicht bestehe. ‚Das zu lösen hat für mich absolute Priorität‘, betonte Künast.

Links zum Thema Biotechnologie und %url4%Novel Food%/%.

Thüringen gegen Fortsetzung der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung

Themen: Archiv — info @ 09:09

Klärschlammentsorgung zentrales Thema des Seminars Abwassertechnik

Erfurt (agrar.de) – ‚Mit der Erhöhung des Anschlussgrades an die öffentliche Abwasserentsorgung ist das Aufkommen an Klärschlämmen in Thüringen von 34.000 t im Jahr 1992 auf etwa 44.000 t im Jahr 2000 angestiegen. In den zukünftigen Jahren ist mit einer weiteren Erhöhung des Aufkommens zu rechnen.‘ Das sagte Stephan Illert, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, anlässlich des 12. Gemeinsamen Seminars Abwassertechnik. Innerhalb der EU sind 1995 7,5 Mio t Klärschlämme angefallen. In Auswirkung der Abwasserrichtlinie der EU wird für 2005 ein Aufkommen von 15 bis 20 Mio t geschätzt.

Aus diesen Angaben wird bereits deutlich, welchen Stellenwert die Entsorgung des anfallenden Klärschlammes hat und dass die Thematik zukünftig noch an Bedeutung gewinnen wird. Die zukünftig in noch größeren Mengen anfallenden Klärschlämme innerhalb der EU machen es erforderlich, die bestehenden Regelungen auf ihre Zeitgemäßheit zu prüfen.

In Deutschland war das Auftreten der ersten BSE-Fälle Ende letzten Jahres der Impuls, der die Diskussion um die Fortsetzung der Klärschlammverwertung im landwirtschaftlichen Bereich entfachte. Es ist mehr und mehr die Frage ins Blickfeld gerückt, ob die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung den Anforderungen eines vorsorgenden Verbraucher- und Bodenschutzes im notwendigen Umfang gerecht wird. ‚Zur Erzeugung hochwertiger und sicherer Lebensmittel brauchen wir gesunde Böden. Deshalb darf die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen, ob durch Klärschlamm- oder auch Mineral- und Wirtschaftsdüngerausbringung auch nicht langfristig zu einer Anreicherung von Schadstoffen im Boden und damit zu einer Beeinträchtigung des Lebensraumes Boden führen‘, so Stephan Illert. Aus diesen Gründen hat sich Thüringen gemeinsam mit Bayern und Baden-Württemberg im Rahmen der Agrarministerkonferenz im März dieses Jahres gegen eine Fortsetzung der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung in der bisherigen Form ausgesprochen.

‚Das Ziel muss darin bestehen, den Boden als wesentlichen Bestandteil des Naturhaushaltes in seiner Funktionsfähigkeit zu erhalten und auf Dauer seine vielfältige lebensnotwendige Nutzbarkeit für den Menschen zu ermöglichen. Durch die Klärschlammverwertung dürfen keine Schäden für nachfolgende Generationen entstehen. Diese Frage muss für uns im Vordergrund stehen, auch wenn ich weiß, wie eng der ökonomische Rahmen bei der kommunalen Verwaltung und bei den Firmen gesteckt ist‘, sagte der Staatssekretär.

Über den rein repressiven Schutzgedanken des Bundes-Bodenschutzgesetzes hinaus verlangt der weiterführende Vorsorgegrundsatz, schädliche Stoffeinträge über alle Belastungspfade zu vermeiden oder aber zumindest auf ein unbedenkliches Niveau zu begrenzen. ‚Dieser Grundsatz gilt im besonderen Maße für landwirtschaftlich genutzte Böden aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung als Standorte der Nahrungs- und Futtermittelerzeugung und muss auch eine Prämisse für den Einsatz von Klärschlämmen sein‘, so Staatssekretär Illert abschließend.

Links zum Thema Düngung, Links zum Bundesland Thüringen.

04. September 2001

Fremdes Geld für gute Zwecke

Themen: Archiv — info @ 16:09

Frankfurt/Stuttgart (agrar.de) – Etwa acht Milliarden Münzen – insgesamt etwa 100.000 Tonnen schwer – haben die Deutschen nach Schätzungen der Bundesbank gehortet. Möglichst viele dieser ‚Schlafmünzen‚ vom Pfennig bis zum Fünf-Mark-Stück wollen die Kreditinstitute in diesen Wochen einsammeln und den Konten ihrer Kunden gutschreiben.

Doch wohin mit ausländischen Münzen und Scheinen der zukünftigen Euro-Länder? Mehrere Aktionen rufen zum Sammeln des Rest-Geldes auf:

‚Münzen für mehr Menschlichkeit‘ ist eine europäische Rotkreuz-Kampagne. Der Erlös, der in den einzelnen Ländern erzielt wird, kommt jedoch ausschließlich nationalen Projekten des Roten Kreuzes zugute. Die gemeinsame Kampagne läuft in allen Ländern, in denen der Euro eingeführt wird, und in Großbritannien. In Deutschland wird das Rote Kreuz die Spenden zur Unterstützung regionaler Kinder- und Jugendprojekte, der Obdachlosenarbeit und der Erste-Hilfe-Ausbildung verwenden. Um die Münzen und Scheine zu sammeln, gibt das Rote Kreuz leuchtend rote Sammeltüten mit der Aufschrift ‚Geben Sie uns den Rest‘ aus. Diese Spendenkuverts können entweder in jeden Briefkasten der Deutschen Post oder bei den Aktionspartnern, zum Beispiel in 950 BP-Tankstellen, abgegeben werden.

Die Aktion ‚GO, GO, GO – Jetzt ummünzen‘ fordert alle Urlauber und Reisende auf, ihre Restbestände an europäischen Währungen bei ‚%url1%Brot für die Welt%/%‘ abzugeben. Die Stuttgarter Hilfsorganisation sammelt das Geld und finanziert mit dem Erlös Projekte in der ‚Dritten Welt‘. Die Unterstützung dieser Aktion haben viele Gemeinden, Schulen oder Bäcker übernommen, Spendentütchen können bis Juni 2002 bei Pfarrämtern oder anderen Institutionen abgegeben werden, die sich an der Aktion beteiligen.

Eine weitere Alternative: Ausländische Geld-Reste im Bioladen abgeben! Mit seiner bundesweiten Aktion in Naturkostfachgeschäften, Reformhäusern und Hofläden will Sebastian Groos, Agrarwissenschaftler, %url3%Demeter%/%-Bauer und Käser aus dem Allgäu, die ausländischen Geld-Reste sammeln und für Forschungsprojekte zur Verfügung stellen. 2.000 Sammel-Kästen aus massivem Holz mit dickem Schloß, die nach Ablauf der Sammlung als Briefkästen weiterverwendet werden können, wurden im August an die Geschäfte verteilt. Das Öko-Euro-Projekt wird Geld für die ökologische Saatgutzüchtung und für die ökologische Tierzucht bereitstellen.

Egal, welchem Zweck Sie Ihre ausländischen Geld-Reste zukommen lassen – liegen bleiben und wertlos werden sollte sie nicht!

Links zum Thema %url4%Euro%/%.

Kaufwerte für landwirtschaftliche Grundstücke im Jahr 2000

Themen: Archiv — info @ 12:09

Wiesbaden (agrar.de) – Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2000 in Deutschland 38.000 landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) mit insgesamt 103.800 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche verkauft worden. Die Kaufsumme erreichte rund 1,8 Mrd. DM. Der durchschnittliche Kaufwert je Hektar belief sich auf 17.800 DM und lag damit um 1,6 Prozent über dem Wert von 1999.

Auch 2000 gab es große regionale Preisunterschiede. In den neuen Bundesländern betrug der durchschnittliche Kaufwert je Hektar 7 100 DM (+ 6,1 Prozent gegenüber 1999); im früheren Bundesgebiet wurden rund 32 900 DM je Hektar bezahlt (+ 1,8 Prozent).

Der Preisanstieg im früheren Bundesgebiet (1,8 Prozent) und den neuen Ländern (6,1 Prozent) war jeweils höher als in Deutschland insgesamt (1,6 Prozent). Dieser Effekt ergab sich daraus, dass der Anteil der in den neuen Ländern verkauften Fläche mit dem dort deutlich niedrigeren Preisniveau zugenommen hat.

Links zum Thema Boden und Immobilien.

Nachhaltige Landwirtschaft statt Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 11:09

Hamburg/Bonn (agrar.de) – Hunger und Armut in Entwicklungsländern lassen sich durch nachhaltige Landwirtschaft effektiv bekämpfen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der britischen Universität Essex im Auftrag von Greenpeace und ‚Brot für die Welt‚.

Beide Organisationen präsentieren diese Studie anlässlich der heute beginnenden %url5%Welternährungs-Konferenz%/% des International Food Policy Research Institute (%url6%IFPRI%/%) in Bonn. Anhand von ‚208 Rezepten gegen den Hunger‘ belegt die Studie, dass landwirtschaftliche Erträge gesteigert werden können, ohne Mensch und Umwelt durch den Einsatz von Chemie oder Gentechnik zu gefährden.

‚Wer Hunger und Armut mit Gentechnik besiegen will, macht sich Illusionen‘, meint Dr. Lorenz Petersen, Welternährungs-Experte von Greenpeace. ‚Die Regierungen müssen Projekte der nachhaltigen Landwirtschaft ausbauen und stärker fördern, statt den Interessen der Agrar-Konzerne in die Hände zu spielen.‘

Die Erforschung des Ackers als ökologisches System, das ohne Chemie und Gentechnik produktiv ist, liege nicht im Interesse der Industrie. Deshalb fordern Greenpeace und ‚Brot für die Welt‘, die öffentliche Forschung auf diesem Gebiet dringend auszubauen. ‚Die Bauern haben ein enormes traditionelles Wissen über naturnahe Landwirtschaft. Es gilt, dieses Wissen zu nutzen und zusammen mit unabhängigen Wissenschaftlern weiter zu entwickeln. Die Agrar-Industrie beherrscht die Debatte um Hunger und Armut. Es ist höchste Zeit, über andere Ansätze zur Lösung des Problems zu diskutieren‘, so Petersen.

Links zum Thema %url3%Biotechnologie%/% und %url4%Technische Zusammenarbeit%/%.

Bauernhof erleben – Aktion „Verbraucher-Dialog“

Themen: Archiv — info @ 10:09

Bonn/Berlin (agrar.de) – Rund 2.000 landwirtschaftliche Betriebe laden in diesem Monat die Öffentlichkeit zu Öko-Landbau-Tagen, Erntedankfesten, ‚Tagen des offenen Hofes‘, und zum ‚Bauernhof als Klassenzimmer‘ ein.

‚Das Verständnis der Bevölkerung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der heimischen Landwirtschaft sowie die Kenntnisse über das Handeln auf dem Acker und im Stall kann durch das Engagement zahlreicher Bäuerinnen, Bauern und Landjugendlicher verbessert werden‘, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, zu Beginn des ‚Monats des Verbraucher-Dialogs‘.

Die Entfremdung der Verbraucher von der Landwirtschaft dürfe nicht weiter fortschreiten, betonte Sonnleitner. Verstädterung und Überfluss an Gütern des täglichen Bedarfs hätten den Blick für die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft vielfach verbaut, weshalb der Öffentlichkeitsarbeit große Bedeutung zukäme. Dies gelte für konventionell wie für ökologisch wirtschaftende Betriebe, heißt es in einer Pressemeldung es Verbandes.

Sonnleitner erklärte, dass die Bauern und ihre Familien sehr getroffen seien, wenn sie in der Öffentlichkeit als ‚grüne Sündenböcke‘ hingestellt würden. Sie hätten kein Verständnis mehr, wenn sie von Politikern sowie vermeintlichen Umwelt- und Naturschützern über die Medien als Subventionsempfänger, Umweltsünder, Naturzerstörer oder Tierquäler dargestellt würden. Solchen unzutreffenden Pauschalbildern, die ihr Image negativ beeinflussen, trete die Landwirtschaft mit einer Offensive im Verbraucher-Dialog und transparenter Produktionsmethoden entschlossen entgegen. Die deutschen Bauern und ihre Familien hätten keine Scheu, sich der Öffentlichkeit oder dem kritischen Dialog zu stellen. Verantwortungsloses Abstempeln ebenso wie politischer Populismus mit Blick auf Wahltermine sowie medienwirksame, jedoch praxisferne Aussagen über den zukunftsfähigen Weg einer nachhaltigen Landwirtschaft werde man nicht unwidersprochen hinnehmen.

Ein Überblick über die Veranstaltungen ‚Tage des offenen Hofes‘ und ‚Erntedank‘ im Monat des Verbraucher-Dialogs kann auf den Internetseiten des Verbandes abgerufen werden.

Links zum Thema Bildung und %url3%Verbände%/%.

03. September 2001

Ist Nahrungsergänzung nötig?

Themen: Archiv — info @ 16:09

Ausgewogene Ernährung nicht ersetzbar

Bonn (agrar.de) – In Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Supermärkten füllen sie ganze Regale: Nahrungsergänzungsmittel. Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Proteine und Enzyme in Pillen- oder Pulverform erleben einen regelrechten Boom. Rund 600 Mark gibt jeder dritte Bundesbürger jährlich dafür aus. Die Werbung verspricht, dass die Produkte Körperzellen langsamer altern lassen, das Immunsystem stärken und die Leistungsfähigkeit steigern. ‚Der Verbraucher soll glauben, dass Nahrungsergänzungsmittel lebensnotwendig sind‘, warnt dagegen Robert Stork, Pharmazeut und Lebensmittelchemiker beim AOK Bundesverband.

Viele Käufer glauben, sich mit Pillen und Pülverchen rundum gesund zu ernähren – ein Trugschluss. ‚Bei einer ausgewogenen Ernährung sind all diese Präparate überflüssig. Wer auf frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verzichtet, kann diesen Mangel nicht durch Pillen ausgleichen‘, erklärt Stork. ‚Der Körper braucht die gesamte Bandbreite der mit natürlichen Lebensmitteln aufgenommenen Substanzen, und die bekommt er durch eine ausgewogene Ernährung.‘

Für den Verbraucher ist es oft schwer, Nahrungsergänzungsmittel von Arzneimitteln zu unterscheiden: Die äußerliche Verpackung ist der von Medikamenten sehr ähnlich, Nahrungsergänzungsmittel gibt es als Tabletten oder Kapseln, und ein ‚Beipackzettel‘ liegt ebenfalls in der Schachtel. Tatsächlich jedoch sind solche Mittel keine Arzneimittel, sondern dürfen nur Substanzen enthalten, die der Körper auch durch Nahrungsmittel aufnehmen kann. Da die Präparate rechtlich als Lebensmittel eingeordnet sind, dürfen sie zulassungs- und rezeptfrei verkauft werden. Ein Nachweis über Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nach dem Arzneimittelgesetz entfällt.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass viele Nahrungsergänzungsmittel überdosiert und teilweise beliebig zusammengesetzt sind. AOK-Experte Robert Stork: ‚Nahrungsergänzungsmittel lösen nicht die Probleme einer ungesunden Lebens- und Ernährungsweise. Sie gleichen auch eine zu süße oder fette Ernährung nicht aus.‘ Im Bedarfsfall können Präparate, die einen einzigen Wirkstoff enthalten (Monopräparate), gezielt die Nahrung ergänzen, zum Beispiel bei Jod-Mangel. Diesen Bedarf sollte jedoch ein Arzt feststellen.

Bundesamt für Naturschutz gegen „grüne Gentechnik“

Themen: Archiv — info @ 13:09

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Hartmut Vogtmann, fordert ein Verbot der so genannten grünen Gentechnik in der Landwirtschaft.

In einem Interview sagte er der ‚Berliner Zeitung‘: ‚Wir plädieren für ein totales Verbot der grünen Gentechnik in der Landwirtschaft. Denn eine Aussaat gentechnisch veränderter Pflanzen zu Forschungszwecken ist unverantwortlich. Wir können wissenschaftlich noch nicht einmal abschätzen, auf was wir uns mit der grünen Gentechnik eigentlich einlassen. Hier besteht ein riesiger Forschungsbedarf. Und so lange das so ist, sollten wir den Einsatz solcher Pflanzen im Agrarbereich völlig unterbinden.‘

Umweltminister Trittin wies die Forderung für ein totales Verbot der grünen Gentechnik in der Landwirtschaft zurück. Er will über einen möglichen Anbau von Genmais in Deutschland entscheiden, sobald die Freisetzungsrichtlinie in nationales Recht umgesetzt wurden und eine Kennzeichnungsrichtlinie verabschiedet ist. Diese soll die rechtlich verbindliche Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten europaweit regeln und den Verbrauchern so eine bessere Orientierung geben.

Nach Einschätzung des Umweltministers werden die neuen EU-Bestimmungen ‚frühestens Mitte nächsten Jahres‘ in Kraft treten können. ‚Wahrscheinlich erst 2003‘, sagte er. Denn diese müssten nicht nur von der EU beschlossen, sondern dann auch in Deutschland umgesetzt werden. Bis dahin sollten Gespräche mit der Industrie mit ‚großer Vorsicht‘ geführt werden, forderte er. Trittin stellte dabei klar, er plädiere langfristig ausdrücklich ’nicht für ein Forschungsverbot‘. Die Forschung müsse aber innerhalb eines Rahmens stattfinden, der nicht zu einer Verunsicherung der Verbraucher führe. ‚Die Verbraucher müssen aber die Wahl haben, sich für eine gentechnikfreie Ernährung zu entscheiden.‘ Eine gute Kennzeichnung sei deswegen das Gebot der Stunde, so der Minister.

Vogtmann und Trittin reagierten auf die Ankündigung von Verbraucherschutzministerin Renate Künast, im Herbst wieder mit der Industrie über einen möglichen Anbau von Genmais sprechen zu wollen.

CDU und CSU fordern die Bundesregierung auf, ihre Pläne zum großflächigen Anbau von Genmais schnell wieder aufzugreifen. ‚Das bereits vereinbarte Drei-Jahres-Programm muss sofort wieder aufgenommen werden‘, heißt es in einem Entschließungsantrag der CDU/CSU-Fraktion. Die ‚fortgesetzte Verweigerung‘ von Rot-Grün sei ‚unverantwortlich‘.

Links zum Thema Politik und Biotechnologie.

Verbrauchermeinung: Nahrungsmittelqualität hat sich verbessert

Themen: Archiv — info @ 10:09

Bonn (agrar.de) – Die Qualität der Nahrungsmittel hat sich nach Ansicht der Verbraucher verbessert. Dies geht aus einer Untersuchung des Instituts für Agrarmarketing der Universität Kiel unter Leitung von Professor Dr. Reimar von Alvensleben hervor, die dem Deutschen Bauernverband (DBV) vorliegt.

Das Image über die Qualität von Lebensmitteln hat sich nach der Untersuchung im Jahr 2001 gegenüber 1999 und 1994 positiver entwickelt. Dies trifft trotz der BSE-Krise auch für Rindfleisch zu. Allerdings wird die Qualität von Fleisch, Fisch und Eiern von den Verbrauchern generell schlechter eingeschätzt als die von Milchprodukten, Brot, Obst und Gemüse. 42 Prozent aller befragten Verbraucher halten die Brotqualität heute für besser als in den Vorjahren, bei Joghurt sehen 41 Prozent ein gesteigertes Qualitätsniveau.

Offenbar sind die deutschen Verbraucher also von dem hohen Qualitätsstandard der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft überzeugt und lassen sich nicht durch oftmals pessimistische Einschätzungen der Politik oder der Medien beirren, so der Verband.

Information: Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), DBV-Pressestelle, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-8198239, Fax: 0228-8198231, E-Mail

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Schweiz: Forscher warnen vor Freisetzung von Gen-Weizen

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 10:09

Neuenburg (agrar.de) – Der Gentransfer zwischen Kulturweizen und wilden Verwandten des Weizens ist möglich. Forschern der /%Universität Neuenburg haben nachgewiesen, dass sich Kulturweizen mit wilden, dem Weizen verwandten Arten kreuzen kann.

Weltweit ist Weizen (Triticum aestivum) die am weitesten verbreitete Kulturpflanze. Auf 230 Millionen Hektar werden jedes Jahr 21 Millionen Tonnen Weizen produziert. Um optimale Ernten zu garantieren, muss jedoch ausgeschlossen werden, dass das Erbgut der Kulturpflanzen sich mit dem verwandter Arten mischt. Darüber hinaus ist es wichtig, das Risiko des Gentransfers, vor allem hinsichtlich gentechnisch veränderter Arten, von Kultur- auf Wildpflanzen abzuschätzen.

In den von François Felber und seinen Mitarbeitern in der Zeitschrift ‚Theoretical and Applied Genetics‘ im Sommer publizierten Artikel wird berichtet, dass Weizen sich mit Aegilops cylindrica, einer verwandten Wildpflanze, nicht nur kreuzte, sondern dass aus dieser Kreuzung auch einige samenbildende Hybriden entstanden. Darüber hinaus können sich diese Hybriden auch mit der Elterngeneration rückkreuzen. Das führt zu Pflanzen, die aussehen wie Aegilops aber Teile des Erbmaterials des Kulturweizens tragen.

Diese Resultate können bei der Kultur transgener Pflanzen von Bedeutung sein. François Felber skizzierte folgendes Szenario: ‚Nehmen wir an, wir haben einen Weizen, der ein Gen für Herbizidresistenz trägt. Das Risiko ist vorhanden, auch wenn es sehr klein ist, dass dieses Gen auf Aegilops cylindrica übertragen wird. Diese Pflanze wiederum, eigentlich ein Unkraut, könnte gegen das Herbizid resistent werden. Dies würde wiederum die Bemühungen der Landwirte zunichte machen.‘

Die Feldversuche hat Felber in der Forschungsstation in Changins in der Nähe von Nyon durchgeführt. Dabei erstaunt es ihn und seine Kollegen, dass die Anzahl der erhaltenen Hybriden von der Herkunft von Aegilops cylindrica abhing. Felber bestätigt, auf was bereits auch andere Experten mehrfach hingewiesen haben: ‚Diese Unterschiede zeigen, dass es sehr wichtig ist, genauestens die Risiken zu bestimmen, sogar auf regionalem Niveau‘. Speziell in diesem Fall ist die Gefahr einer Auskreuzung bezogen auf die Schweiz jedoch gering, da Aegilops cylindrica nur im Wallis vorkommt, einer Region, in der nur wenig Weizen produziert wird. In anderen Region Europas könnten jedoch wesentlich mehr Hybride entstehen.

‚Trotz der relativ geringen Fruchtbarkeit der Hybriden darf das Risiko nicht unterschätzt werden‘, sagen die Autoren der Schweizer Studie. Das gilt besonders für die USA, wo dieses Unkraut bereits auf etwa drei Millionen Hektar Kulturweizen zu finden ist und dort signifikante Ernteverluste und Qualitätseinbussen verursacht.

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