06. September 2001

Italiens Bauern sind Europameister im Bioanbau

Themen: Archiv — info @ 10:09

Hannover (agrar.de) – Biobauern sind europaweit auf dem Vormarsch. Nicht nur in Deutschland, sondern in nahezu allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft nimmt nach Beobachtung des Landvolk-Pressedienstes das Interesse an Biolandwirtschaft zu.

Als Grund dafür müssen die BSE-Krise und noch mehr verstärkte Förderanreize der Mitgliedsstaaten genannt werden. Die meisten Biobauern hat Italien, wenn es allein um die Zahl der Höfe geht. 49.790 Betriebe hat die Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL) bis zum Jahresende auf dem Stiefel gezählt. Dagegen rückt Österreich an die erste Stelle, wenn der Anteil der nach den Anbauregeln eines Bioverbandes bewirtschaftete Flächenanteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche als Kriterium herangezogen wird. Acht Prozent oder knapp 272.000 ha Hektar bewirtschaften die Kollegen von EU-Agrarkommissar Fischler in der Alpenrepublik nach diesen Grundzügen.

Deutschland folgt in der Gesamtzahl der Betriebe nach Spanien auf Rang 4, während es bei den Flächenanteilen hinter Finnland und Schweden mit 3,2 Prozent nur für Rang 5 reicht. In Niedersachsen wurden Ende vergangenen Jahres 732 Betriebe nach den Kriterien eines Bioverbandes bewirtschaftet, deren Fläche erreichte mit 26.049 ha gerade einmal knapp ein Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche. Der staatlich verordnete Anreiz zum Umstellen auf Biolandwirtschaft hat nun dem Versuchs- und Beratungsring für Ökolandbau in Walsrode zahlreiche Interessenten vermittelt. Rund 250 Landwirte aus Niedersachsen, die über eine Umstellung ihres Betriebes nachdenken, haben sich hier seit Jahresanfang gemeldet, in den Vorjahren waren es mit 25 bis 30 Anfragen im Jahr ein Bruchteil der Interessenten.

Auch weltweit muss das Interesse an Bioprodukten als expansiv bewertet werden. Der Umsatz mit Ökoprodukten verdoppelte sich rund um den Globus von 1997 bis 2000 auf 39,1 Mrd. DM. Gut ein Drittel dieses Umsatzes wird in Europa betätigt. Im vergangenen Jahr gaben die Verbraucher vom Nordkap bis nach Sizilien 13,7 Mrd. DM für Bioprodukte aus. In Deutschland wird dieses Marktsegment für 2000 auf 5,5 Mrd. DM beziffert. Zum Vergleich: Niedersachsen hat 1997 knapp 14 Mrd. DM mit landwirtschaftlichen Produkten aller Art umgesetzt.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zu den Ländern Europas.

Bundesregierung beschließt Biozid- und Wasserhaushaltsgesetz

Themen: Archiv — info @ 10:09

Weitere Schritte zur Umsetzung von Umweltvorgaben der EU erforderlich

Berlion (agrar.de) – Das Bundeskabinett hat in seiner gestrigen Sitzung zwei Gesetzentwürfe beschlossen, mit denen Umweltvorgaben der Europäischen Union umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um den Entwurf des Biozid-Gesetzes zur Umsetzung der EU-Biozid-Richtlinie sowie um die Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes, mit der die EU-Wasserrahmenrichtlinie auf Bundesebene umgesetzt werden soll.

‚Damit werden zwei wichtige Vorhaben der europäischen Umweltpolitik im deutschen Recht verankert. So stärkt das Biozidgesetz den Verbraucherschutz sowie den vorbeugenden Schutz von Umwelt und Gesundheit, während die Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes den Einstieg in eine nachhaltige integrierte Gewässerbewirtschaftung ermöglicht,‘ sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Kernpunkt des Biozid-Gesetzes ist die Einführung einer Zulassungspflicht für Biozid-Produkte, zum Beispiel für Holzschutz-, Desinfektions- und Insektenvertilgungsmittel sowie für Rattengifte und Antifoulingfarben (Schiffsanstriche). Darüber hinaus enthält es Regelungen zur Kennzeichnung und Werbung für solche Produkte. Künftig muss Werbung für diese Produkte den vorgeschriebenen Warnhinweis tragen: ‚Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch Kennzeichnung und Produktinformation lesen‘. Durch dieses Gesetz wird nach Ansicht von Bundesumweltminister Trittin eine Regelungslücke im bestehenden Recht geschlossen und der Schutz der Verbraucher und der Umwelt deutlich verbessert.

‚Das neue Zulassungsverfahren wird dazu führen, dass derartige Mittel künftig nur noch in Verkehr gebracht und verwendet werden dürfen, wenn nach einer sorgfältigen Prüfung und Bewertung festgestellt worden ist, dass sie weder auf Mensch und Umwelt schädliche Auswirkungen haben,‘ sagte der Minister. Das neue Zulassungsverfahren in Deutschland wird in ein europaweit harmonisiertes Zulassungssystem eingebettet sein, das der Aufstellung einer EU-einheitlichen Positivliste für Biozid-Wirkstoffe dient. Bereits am Markt befindliche Stoffe sollen während einer zehnjährigen Übergangszeit durch ein EG-Überprüfungsprogramm bewertet werden.

Mit der Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes hat das Bundeskabinett die Rahmenvorschrift zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie beschlossen. Die Richtlinie ist Ende letzten Jahres in Kraft getreten und wurde von Deutschland massgeblich mitgestaltet. Zu den wichtigen Neuorientierungen in der Gewässerbewirtschaftung gehört, dass künftig grenzüberschreitende Gewässer einschließlich ihrer Einzugsgebiete von den Anrainern gemeinsam bewirtschaftet werden sollen. Ziel ist es, einen guten Zustand bei allen Gewässern in der EU bis 2015 zu erreichen. Dabei ist für die Bewertung der Qualität eines Gewässers nicht mehr – wie in der Vergangenheit – die Schadstoffbelastung massgeblich, sondern vorrangig ist nun die Gewässerökologie, d.h. die im Wasser lebende Tier- und Pflanzenwelt. Um einen guten Gewässerzustand zu erreichen, sind bis Ende 2009 Maßnahmeprogramme und Bewirtschaftungspläne zu erarbeiten, die innerhalb der Bundesrepublik und mit den Nachbarstaaten koordiniert werden müssen.

Für die vollständige Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie bis Ende 2003 sind umfangreiche weitere Regelungen auf Länderebene notwendig, da der Bund nur die Rahmenkompetenz im Wasserrecht besitzt.

Links zum Thema Wasser und Pflanzenschutz.

05. September 2001

Flüssiges Holz – Alternative zu Plastik

Themen: Archiv — info @ 16:09

Pfinztal (agrar.de) – Annähernd 50 Millionen Tonnen Lignin fallen jährlich bei der Zellstoff- und Papierherstellung als Reststoff an, in der Hightech-Holzforschung ist es jedoch ein begehrter Rohstoff: Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie hat ein Verfahren entwickelt, um Lignin zu verflüssigen. Dieses so genannte ‚flüssige Holz‘ kann sich in seinen Eigenschaften auch mit hochwertigen Kunststoffen messen und eröffnet der Holzindustrie neue Märkte.

Durch das neue Verfahren, in dem Lignin bei weniger als 200° Celsius verflüssigt wird, entsteht ein formbares Material, dem Pflanzenfasern wie zum Beispiel Hanf beigemischt werden. Damit gewinnt das erkaltete Lignin eine Härte und Zähigkeit, die mit der hochwertiger Kunststoffe vergleichbar ist. Die Masse lässt sich vor dem Formen einfärben und anschließend, genauso wie Holz, schleifen, polieren und lackieren.

Bislang ist Holz den meisten als Bau- und Werkstoff bekannt. Auch als Energieträger setzt sich Holz langsam durch, ob in Form von Holzpellets im eigenen Heim oder zur großtechnischen Stromgewinnung in Biomasse-Kraftwerken. Mit flüssigem Holz eröffnet sich der Holz verarbeitenden Industrie nun ein völlig neuer Anwendungsbereich. Vom Gehäuse der Armbanduhr bis hin zum Computermonitor: Das neue Hightech-Material ermöglicht nahezu jede Form, und lässt sich sogar im Baubereich anwenden, da es die entsprechenden physikalischen und brandschutz-technischen Bedingungen erfüllt.

In puncto Preis überzeugt flüssiges Holz ebenfalls: Mit sechs bis zwölf Mark pro Kilo kann es mit hochwertigen Kunststoffgranulaten auf Erdölbasis konkurrieren. Flüssiges Holz könnte in Zukunft viele Plastikprodukte ersetzen. Dafür sprechen insbesondere ökologische Gründe: Gegenstände aus flüssigem Holz enden nicht als Sondermüll sondern können umweltfreundlich als Kompost entsorgt, oder in Biomasse-Kraftwerken verstromt werden. Vor allem aber: Holz wächst immer wieder nach, so dass der Rohstoff dauerhaft zur Verfügung steht. Gerade heimisches Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft hat eine besonders positive Ökobilanz: Es wächst gewissermaßen vor der eigenen Haustür und gelangt unmittelbar in Verarbeitung und zum Verbraucher – ohne lange Wegstrecken mit Bahn, Schiff oder LKW zurücklegen zu müssen. Unnötige CO2-Emissionen werden so vermieden. Erdöl muss dagegen mit hohem finanziellem Aufwand und erheblichem Risiko für die Umwelt gewonnen und transportiert werden.

Der Vorrat an fossilen Rohstoffen wie Erdöl ist in absehbarer Zeit erschöpft und ihre Verwendung eine Belastung für das globale Klima. Moderne technische Methoden, wie das Verfahren zur Herstellung von flüssigem Holz, liefern ein beeindruckendes Beispiel für die Möglichkeiten, die in natürlichen Materialien schlummern. Entwicklungen wie diese schonen Ressourcen, schützen unser Klima und geben nicht zuletzt allen Industriezweigen neue Impulse.

Links zum Thema Forschung, Links zum Thema Wald und Forst.

Bericht „Waldzustand in Europa 2001“ erschienen

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 16:09

Stickstoffeinträge gefährden Europas Wälder

Hamburg (agrar.de) – Wetterextreme, Schädlinge und Luftverschmutzung richten Schaden an einem Viertel aller Baumkronen an. Vor allem die Belastung mit Stickstoff ist eine Gefahr für Europas Wälder, die die jährlichen Einträge von 14 kg pro Hektar und mehr kaum noch aufnehmen können. Und trotz der deutlichen Reduktionen der Schwefelbelastung (aktuelle Einträge von 9 kg pro Hektar) fordern frühere Einträge noch heute ihren Tribut von den untersuchten Waldböden. Beide, Stickstoff und Schwefel – aus Intensivtierhaltung, Verkehr, Verbrennung fossiler Brennstoffe und anderen Quellen – tragen zur Versauerung bei, sobald die Böden übersättigt sind. Das Problem ist besonders brennend in Zentral- und Westeuropa, und weniger ausgeprägt in Skandinavien und Südwesteuropa.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des Berichtes ‚Waldzustand in Europa 2001‘, der am Institut für Weltforstwirtschaft der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg zusammengestellt und gemeinsam von der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) und der Europäischen Kommission herausgegeben wird.

Der jährliche Bericht stützt sich auf Daten aus 38 Ländern. Unter dem Programm wird der Waldzustand seit 15 Jahren überwacht. Seine über 6.000 Aufnahmeflächen stellen weltweit eines der größten Biomonitoringsysteme dar. Das Programm stellt wichtige Informationen für die Luftreinhaltepolitik unter der Genfer Luftreinhaltekonvention zur Verfügung. Die Ergebnisse sind außerdem für die internationale Politik in den Bereichen ‚Biologische Vielfalt‘, ‚Klimaänderung‘ und ‚Nachhaltige Waldbewirtschaftung‘ von Bedeutung.

Der Kronenzustand variiert zwischen Regionen und Baumarten. In Skandinavien und im Baltikum wurden weniger Schäden beobachtet. In einigen zentraleuropäischen Wäldern, die in der Vergangenheit besonders schwer betroffen waren, wurde eine Verbesserung des Kronenzustandes festgestellt. Darüber hinaus bescheinigt der diesjährige Schwerpunkt zur Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) der Baumart einen relativ guten Gesundheitszustand.

In Südosteuropa hingegen haben lange Trockenperioden, hohe Temperaturen und Waldbrände zu einer drastischen Zunahme des Anteils der geschädigten Bäume geführt. Der Kronenzustand hat sich auch auf Flächen mit hohen Luftschadstoffeinträgen in Zentraleuropa verschlechtert. Eine gute Nachricht sind die jüngsten Untersuchungen, die eine insgesamt niedrige und unkritische Schwermetallbelastung der Waldböden und der Nadeln und Blätter zeigen.

Dokument: Waldzustand in Europa 2001 (PDF-Datei, englisch)

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Sachsen: Immer mehr Biodieseltankstellen

Themen: Archiv — info @ 14:09

Dresden (agrar.de) – In Sachsen ist der Boom der Biodieseltankstellen ungebrochen. Von 19 Anlagen im Januar 2000 habe sich deren Zahl mit aktuell 55 fast verdreifacht, teilte das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mit.

Der Trend werde vermutlich anhalten. Um die steigende Nachfrage nach Biodiesel zu decken, entsteht in Glesien bei Leipzig eine neue Raffinerie. Sie wird Ende diesen Jahres in Betrieb gehen und jährlich 5.000 Tonnen Biokraftstoff produzieren. Weitere Anlagen befinden sich in Planung. Seit 1996 stellt die bisher einzige Pilotanlage in Großfriesen 2.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr her. Biodiesel schone die Umwelt und entlaste das Portmonee der Sachsen, teilte das Ministerium weiter mit.

Im Durchschnitt sei er um 10 bis 15 Pfennige günstiger als herkömmlicher Diesel. Außerdem würden bei der Verbrennung deutlich weniger Abgase, vor allem das Treibhausgas Kohlendioxid und krebserregende Kohlenwasserstoffe, freigesetzt. Der Kraftstoff sei biologisch abbaubar und eigne sich daher vorallem für den Einsatz in umweltsensiblen Gebieten. Laut Ministerium können fast alle Diesel-Pkw ohne Probleme Bio tanken. Auskünfte dazu geben die Autohändler. Beim Einsatz von Biodiesel geht das Ministerium mit gutem Beispiel voran. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath betankt seinen Dienstwagen wenn immer möglich mit Biokraftstoff. 60 Fahrzeuge der Landesanstalt für Landwirtschaftsfahren ebenfalls mit Biodiesel.

Der Biokraftstoff wird in Deutschland aus Rapsöl gewonnen. In Sachsen wurde Raps in diesem Jahr auf einer Fläche von rund 107 000 Hektar angebaut. Aus dem Ertrag von einem Hektar können etwa 1.300 Liter Biodiesel gewonnen werden. Demnach reichen weniger als zwei Hektar oder etwa drei Fußballfelder aus, um mit einem Mittelklasse-PKW die Erde zu umrunden.

Eine Liste der Biodiesel-Tankstellen in Sachsen ist bei der Landesanstalt für Landwirtschaft unter Telefon 0341-9174147 oder im Internet erhältlich.

Links zum Thema Biodiesel und Pflanzenöl, Links zum Bundesland Sachsen.

Rheinland: Sehr gute Getreideernte

Themen: Archiv — info @ 13:09

Bonn (agrar.de) – Das Jahr 2001 hat den rheinischen Landwirten eine Getreideernte mit überdurchschnittlich hohen Erträgen beschert. Das bisher beste Jahr 1999 wurde zum Teil deutlich übertroffen. Im Gegensatz zum Vorjahr können die Getreidebauern im Rheinland, in Westfalen-Lippe und auch bundesweit sehr zufrieden sein, so die Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn.

Hervorragende Aussaatbedingungen im Herbst 2000, ausgesprochen günstiges Wetter in der Wachstumsphase im Frühjahr und ein trockener Sommer, der eine zügige Ernte ermöglichte, boten ausgezeichnete Rahmenbedingungen für das Wintergetreide. Leichte Abstriche sind dagegen aufgrund des nasskalten Frühjahres beim Sommergetreide zu verzeichnen.

Von Anfang Juli bis Mitte August wurden im Rheinland rund 149.000 ha Getreide gedroschen, davon etwa 95.000 ha Winterweizen und 27.000 ha Wintergerste. Insgesamt wird die Erntemenge bei durchschnittlich 88,6 dt/ha derzeit mit rund 1,32 Mio. t beziffert. Die Gesamternte liegt über 14 Prozent über Vorjahr und 6,5 Prozent über dem sechsjährigen Durchschnitt. Die Qualitäten werden durchweg als gut bis sehr gut eingestuft.

Bei der Wintergerste wurde mit 81,4 dt je ha ein bisher einmaliger Ertrag gedroschen, der das Vorjahr um 24 Prozent übertrifft. Der Rekord des Jahres 1999 wurde um 10 dt überboten. Auch der Durchschnitt der letzten sechs Jahre von 67 dt wurde mit +21,5 Prozent klar übertroffen.

Der Durchschnittsertrag bei Winterweizen als wichtigste Getreideart stieg um 21 Prozent auf über 97 dt je ha. Die alte Höchstmarke von 1999 wurde um gut 7,5 dt beziehungsweise 16 Prozent überboten. Mit dieser Leistung übertrafen die rheinischen Weizenanbauer erstmalig das Ertragsniveau ihrer schleswig-holsteinischen Berufskollegen.

Nach vorläufigen Schätzungen wurden 2001 noch rund 3 800 ha Roggen gedroschen, das sind über ein Drittel weniger als im Vorjahr. Die Erträge waren sehr hoch mit ausgezeichneter Qualität. Je Hektar wurden vorläufig 77 dt ermittelt, das sind 14,5 dt mehr als 2000.

Der Anbau von Triticale, einer Futtergetreideart, hat sich um 5,6 Prozent auf knapp 9.670 ha verringert. Der Hektarertrag stieg dagegen um 10,6 Prozent auf 72 dt und liegt damit nur 1 dt unter dem bisher besten Jahr 1997. Das langjährige Mittel wurde um 7,5 Prozent überboten.

Auch der in der Anbaufläche mit knapp unter 5.900 ha stabil gebliebene Hafer weist einen deutlich besseren Ertrag als im Vorjahr auf. Zwar konnte der Rekord von 60 dt von 1997 nicht erreicht werden, aber mit vorläufig 56,4 dt kann man durchaus zufrieden sein, zumal auch hier die Qualitäten stimmten.

Braugerste als Grundlage für Kölsch und Pils wurde im Anbau leicht ausgedehnt. Mit rund 50 dt je ha bewegt sich das Ertragsniveau im langjährigen Durchschnitt bei sehr guten Qualitäten. Insgesamt wird mit etwa 32.000 t Sommergerste im Rheinland gerechnet.

Kritik am neuen Bio-Siegel

Themen: Archiv — info @ 13:09

Dresden (agrar.de) – Kritik am Öko-Siegel von Verbraucherschutzministerin Künast hat Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath geübt. Zwar begrüßte er Einführung eines einheitlichen Zeichens für Ökoprodukte als klare Botschaft an die Verbraucher. Flath lehnt es jedoch ab, dass die Vergabe des Siegels an den niedrigeren Kriterien der EU-Öko-Verordnung geknüpft sei. Dadurch würden deutschen Öko-Landwirten, die nach höheren Standdards wirtschaften, gravierende Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren europäischen Kollegen entstehen.

‚Das Ziel, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland deutlich zu steigern, wird damit in Frage gestellt‘, sagte Flath. Er befürchtet, dass deutsche Ökoprodukte aus den Ladenregalen verdrängt werden.

Der BUND meint, das vorgestellte Siegel zur Kennzeichnung von Ökoprodukten sei ’noch nicht der Weisheit letzter Schluss‘. Es fehle die klare Zielstellung einer Anhebung der Standards für den Ökolandbau auch auf europäischer Ebene.

Das neue Ökosiegel, das nach den geltenden EU-Standards vergeben werden soll, berge für Deutschland die Gefahr der Minderung der Qualität von Ökoprodukten, sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm. 80 Prozent der hierzulande als Öko-Lebensmittel gekennzeichneten Produkte würden bisher schärferen Kriterien genügen als sie das neue Siegel vorschreiben würde. Agrarministerin Künast müsse ihre Ankündigungen umsetzen und auf europäischer Ebene für die Anhebung der Ökolandbau-Standards entsprechend den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) eintreten.

Die Ausweitung des Anbaus und des Verkaufs von umweltgerecht produzierten Agrarprodukten dürfe nicht mit dem Absenken bestehender hoher Umweltstandards erkauft werden. Maßstab für den Ökolandbau müssen die jeweils besten Kriterien des Tier-, Landschafts- und Umweltschutzes sein. Der BUND bemängelt außerdem, dass das neue Ökokennnzeichen keine Auskunft über das Ursprungsland des jeweiligen Produktes gebe.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Hessen: Schnelle, trockene und gute Ernte mit teilweise herausragenden Erträgen und Qualitäten

Themen: Hessen,Statistik — info @ 13:09

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Im Jahr 2001 hat die hessische Landwirtschaft nach den bisher vorliegenden Ergebnissen der Besonderen Ernteermittlung eine im Vergleich zum Vorjahr sowohl quantitativ als auch qualitativ bessere Getreideernte eingebracht‘, informierte gestern der Hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel.

Demnach lag der Durchschnittsertrag mit 70,3 dt/ha um 7,9 Prozent über dem Vorjahresergebnis und um 9,2 Prozent über dem Mittel der letzten Jahre. Mit 2.199.500 t war die Gesamterntemenge im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent höher und das Mittel der Jahre 1995/2000 wurde um 8,6 Prozent übertroffen. Die Getreideanbaufläche hat sich zwar gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent ausgeweitet, sie ist aber um 0,5 Prozent geringer als im Vergleichszeitraum 1995/2000.

Die diesjährige Ernte begann witterungsbedingt sehr früh und wurde so trocken wie seit langem nicht mehr eingebracht. Die innerhalb kürzester Zeiträume mit der Ernte verbundenen Aufgaben stellten höchste Ansprüche an die technische und logistische Koordinierung bei Landwirten, Lohnunternehmen und der so genannten ‚aufnehmenden Hand‘ (Mühlen, Händler, Lagerhalter). Letztere sind mit den angelieferten Qualitäten bisher sehr zufrieden, denn die Eiweißgehalte beim Weizen liegen auf dem hohen Niveau des Vorjahrs und auch die für die Verarbeitung des Brotgetreides wichtigen Fallzahlen sind sehr hoch und übertreffen die Anforderungen der Müller und Bäcker.

‚Leider machen sich die guten Qualitäten nicht bei den Preisen bemerkbar, die auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres verharren‘, bedauerte Minister Dietzel. Die Marktentwicklung ist von den niedrigen Weltmarktpreisen für Getreide geprägt. Lediglich bei Braugerste, die im Vertragsanbau angebaut wurde, sind die Preise höher als im Vorjahr. Hier macht sich auch die geringere Erntemenge bemerkbar. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass sich die Preise auf dem Niveau des Vorjahres bilden. Diese liegen dann zwischen 16,00 und 17,00 DM/dt (Dezitonne = 100 kg) für Futterhafer und 24,00 bis 25,00 DM/dt für Brotweizen und Brotroggen. Bei Winterraps werden wegen der momentanen starken Nachfrage auf dem Weltmarkt Preise erwartet, die bis zu acht DM über denen des Vorjahres (30,00-34,00 DM/dt) liegen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik Links zum Bundesland Hessen.

Hamburg: Beratung zum Nulltarif erleichtert die Umstellung auf Ökoanbau

Themen: Archiv — info @ 12:09

Hamburg (agrar.de) – Landwirte und Gärtner, die auf ökologische Wirtschaftsweise für Gemüse und Zierpflanzen umstellen möchten, werden in Hamburg kostenlos beraten. Zwei Ökoberater nahmen gestern bei der Landwirtschaftskammer ihre Arbeit auf. Sie werden den Landwirten bei allen Fragen im Zusammenhang mit dem Ökoanbau und der Vermarktung zur Seite stehen. Die Umweltbehörde, die Landwirtschaftskammer und der Gartenbauverband Nord haben gemeinsam dieses Projekt ins Leben gerufen. Der europäische Sozialfond (ESF) unterstützt es finanziell.

‚Die Umstellungsberatung zum Nulltarif ist ein wichtiger Baustein unserer Ökolandbauoffensive, mit der wir Hamburg zum Paradies für Ökogenießer machen wollen‘, so Umweltsenator Alexander Porschke.

Das Projekt unterstützt sowohl die Produktion, als auch den Absatz der Produkte. Bei der ökologischen Anbauberatung geht es um die individuelle Beratung im jeweiligen Betrieb. Probleme bei der Umstellung können erörtert, Lösungsansätze vorgeschlagen und das weitere Vorgehen diskutiert werden. Zusätzlich werden Seminare angeboten, die sowohl Grundlagen des Ökoanbaus als auch neueste Erkenntnisse vom Pflanzenschutz bis hin zur Ernte und Lagerung vermitteln. Vorträge zu speziellen Anbauproblemen sowie Workshops mit der Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch runden das Angebot ab.

Ein weiteres Standbein des Projektes ist die Vermarktungsberatung für Ökoprodukte. Für jeden Betrieb, der es wünscht, wird individuell eine Strategie entwickelt, um den Markt zu erschließen. Eine kontinuierliche Beratung zur Koordination von Angebot und Nachfrage gehört ebenfalls zur Hilfestellung. Des Weiteren wird die Zusammenarbeit mit weiterverarbeitenden Betrieben, dem Handel und den Verbraucherverbänden gefördert. Vorträge von Gastreferenten der einzelnen Institutionen so wie gegenseitige Besichtigungen der Vermarktungspartner ergänzen das Angebot.

Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 900.000 Mark wird zu 40 Prozent von der Umweltbehörde, zu 45 Prozent vom europäischen Sozialfond und zu 15 Prozent vom Gartenbauverband Nord finanziert. Es wird erwartet, dass sich das Vorhaben positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die ökologische Produktion ist sehr arbeitsintensiv, was neue und qualifizierte Arbeitsplätze verspricht.

Das Vorhaben ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, wollen die Kooperationspartner nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten suchen.

Landwirte, die den kostenlosen Beratungsservice in Anspruch nehmen möchten, können unter folgenden Adressen Kontakt aufnehmen: Landwirtschaftkammer Hamburg, Brennerhof 121, 22113 Hamburg, Telefon: 7812 9120; Gartenbauverband Nord e.V., Brennerhof 121, 22113 Hamburg, Telefon: 784697; Umweltbehörde Hamburg, Fachamt für ökologische Forst- und Landwirtschaft, Billstraße 84, 20539 Hamburg, Telefon: 428 45 2402

Links zum Thema Bio-Landbau.

Neues Bio-Siegel vorgestellt

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – Das Bundeskabinett beschloss heute die Einführung eines einheitlichen Gütsiegels für Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft. Das Bio-Siegel wurde im Anschluss an die Kabinettsrunde von Verbraucherschutzministerin Renate Künast vorgestellt. Es kann bereits im Vorgriff auf das Gesetz verwendet werden.

Das neue Bio-Siegel

Künast bezeichnete das Prüfzeichen als Ergebnis einer großen Allianz aus Lebensmittelhandel, Ernährungsindustrie, Öko-Anbauverbänden, Bauernverband und Politik. Mit dem Prüfzeichen will die Ministerin Öko-Produkte aus der Nische von Reformkost- und Bioläden in die Supermärkte holen und ihrem Ziel näher kommen, den Anteil von Öko-Produkten binnen zehn Jahren auf 20 Prozent zu steigern. Derzeit werden in den Supermärkten weniger als drei Prozent Bio-Produkte angeboten, wie eine Marktanalyse ergab. Der Umsatzanteil liegt zwischen einem und zwei Prozent.

Das neue Bio-Siegel wird künftig nach den Kriterien der EU-Ökoverordnung vergeben, es soll bereits existierende Zeichen für ökologisch angebaute Nahrungsmittel nicht verdrängen.

Der Handel unterstützt das neue Siegel, warnt aber auch, dass sich noch erweisen müsse, ob der Nachfrage-Schub nach Öko-Produkten als Folge der BSE-Krise von Dauer sein wird. ‚Es ist nicht zu erkennen, ob es einen dauerhaften Trend der Verbraucher zum Öko-Angebot gibt‘, sagte der Geschäftsführer beim Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels, Marcus Girnao.

Die Handelsketten wollen das Siegel überwiegend zusätzlich zu den eigenen Markenzeichen verwenden. Die Spar Handels-AG mit ihrer im April eingeführten Bio-Marke ‚ProNatur‘ will sich allerdings nach Angaben einer Sprecherin aber nicht am neuen Siegel beteiligen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände hat das neue Öko-Siegel von Ministerin Künast gelobt. Damit werde es künftig für die Verbraucher mehr Sicherheit geben, betonte die Vorsitzende Edda Müller im ZDF. Durch Kontrollstellen in den Ländern könne der Missbrauch des neuen Siegels weitgehend verhindert werden. Außerdem dürften Öko-Produkte nun preiswerter werden, so Müller.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat das Konzept eines einheitlichen Bio-Siegels grundsätzlich begrüßt. Der Verband werde jedoch kritisch darauf achten, ob das heute von Bundesministerin Renate Künast vorgestellte Öko-Siegel auch den heimischen Bio-Bauern tatsächlich den ankündigten Aufschwung bringe. Es bleibe fraglich, ob vornehmlich ausländische oder einheimische Öko-Erzeuger vom neuen Siegel profitierten. Durch die politische Entscheidung der Ministerin, den Anspruch an dieses nationale Bio-Siegel – entgegen den Vorstellung des DBV – auf dem niedrigeren europäischen Niveau festzulegen, bestehe die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Bio-Bauern, die auf höherem Niveau produzieren.

Für Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller ist das von Ministerin Künast präsentierte Bio-Siegel ‚purer Aktionismus‘ – es füge den ohnehin vorhandenen Zeichen nur ein weiteres hinzu, ohne gleichzeitig zusätzliche Qualitätskriterien festzulegen. Hinter dem neuen Zeichen stehe keine andere Aussage als hinter dem EU-Gemeinschaftsemblem. Es setze, so Miller, auf den derzeit niedrigsten gemeinsamen europäischen Nenner. Im Gegensatz zum Bundeszeichen orientiere sich das Siegel des Freistaates ‚Ökoqualität garantiert – Bayern‘ an den höheren Anforderungen der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL). Miller: ‚Auch wir wollen mehr Öko, aber anders als der Bund nicht um jeden Preis.‘

Etwa 28 Millionen Mark hat Künast für Werbekampagnen in den Jahren 2002 und 2003 eingeplant, um das Gütezeichen zum Verkaufsmotor für Öko-Produkte zu machen.

In Deutschland gibt es insgesamt neun Anbauverbände, jeder mit einer eigenen Marke. Auch der Lebensmitteleinzelhandel hat eine Vielzahl von eigenen Marken und Zeichen eingeführt, so dass es aktuell in Deutschland ungefähr 100 Bio-Zeichen gibt.

Links zum Thema Bio-Landbau.

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