13. September 2001

Sachsen: Aktionswochenende „Sachsens Land erleben“

Themen: Archiv — info @ 14:09

Offene Türen auf Bauern-, Reiter- und Ökohöfen; Erntedank- und Hoffeste

Dresden (agrar.de) – Das letzte Septemberwochenende (29./30. September) steht ganz im Zeichen der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes. Mit weit geöffneten (Stall-) Türen, Gesprächen und der Einladung, Unterricht und Urlaub ‚mal auf dem Bauernhof‘ zu verbringen, lädt die Agrarwirtschaft zu einem Aktionswochenende ein.

‚Es ist notwendig, den Verbraucher durch größtmögliche Transparenz und Offenheit von der Qualität unserer landwirtschaftlichen Produkte zu überzeugen‘, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath.

Einbezogen in dieses Wochenende sind auch Erntedank- und Hoffeste sowie bunte Programme in einigen Dörfern der Oberlausitz. Das sächsische Aktionswochenende ist Bestandteil des deutschlandweiten ‚Monat des Verbraucherdialoges‘, den der Deutsche Bauernverband initiiert hat.

Tag der offenen Tür (29.9.)

Rund 50 Landwirtschaftsbetriebe beteiligen sich am ‚Tag der offenen Tür‘. Bei Betriebsführungen und Flurfahrten z.T. mit Pferdekremsern kann sich jeder davon überzeugen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Direktvermarkter werden an diesem Tag ihre Läden öffnen und mit Hoffesten zum Kaufen und Schauen einladen. In den Milchviehbetrieben wird beispielsweise die Technik erläutert, kann gemolken (wenn auch nur am Gummieuter) und verkostet werden.

Zentrales Erntedankfest (29.9.)

Das 4.Sächsische Landes-Erntedankfest findet in Blankenhain (LKrs. Zwickauer Land) statt. Neben einem großen Herbst- und Bauernmarkt gibt es eine Ausstellung alter und neuer Landtechnik, Vereine und Verbände stellen sich vor. Schaumähen und Tierschau sind was für Kinder und an die Erwachsen wurde am Abend mit dem traditionellen Erntetanz gedacht.

Bauernhof als Klassenzimmer

Ziel dieser Aktion, die sich nicht nur auf das letzte Septemberwochenende beschränkt, ist es, vor allem Stadtkindern etwas über das Leben auf dem Bauernhof zu vermitteln. Ein Tag auf dem Hof, im Stall oder auf dem Feld hilft, so manche Wissenslücke zu beseitigen. Kontakte für einen Unterrichtstag auf dem Lande werden über den Landesbauernverband vermittelt.

Erlebniswochenende in der Oberlausitz

Die Einladung, Urlaub und Freizeit auf dem sächsischen Land zu verbringen, steht das ganze Jahr. Am Aktionswochenende öffnen Ferienhöfe ihre Türen, außerdem locken einige Dörfer der Oberlausitz mit ganz besonderen Angeboten. So gibt es in Eibau-Walddorf (LKrs. Löbau-Zittau) Vorführungen zum Weberhandwerk, ein Bauernfrühstück und einen Baudenabend. Jonsdorf (LKrs. Löbau-Zittau) feiert seine Kirmes und rund um Löbau findet eine ganztägige Wanderung auf sagenhaften Wegen statt.

Eine Liste der Betriebe, die am ‚Tag der offenen Tür‘ teilnehmen, kann in der Pressestelle des SMUL (0351-564-6818) oder beim Sächsischen Landesbauernverband (0351-2625360) anfordert werden.

Links zum Bundesland Sachsen.

Berninger begrüßt Verpachtung bundeseigener Flächen an Öko-Landwirte

Themen: Archiv — info @ 12:09

Bundesfinanzministerium gibt Ökolandbau den Vorrang

Berlin (agrar.de) – Bei der Verpachtung und dem Verkauf bundeseigener Flächen werden zukünftig Öko-Betriebe bei sonst gleichen Voraussetzungen vorrangig berücksichtigt. Dazu hat sich das dafür zuständige Bundesfinanzministerium bereit erklärt.

‚Ich bin hoch erfreut, dass das Bundesfinanzministerium unser Anliegen, den ökologischen Landbau zu fördern, auf diese Weise unterstützt‘, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverbraucherministerium, Matthias Berninger, dazu in Berlin.

Berninger hatte sich zuvor dafür eingesetzt, die bisherige Vergabepraxis der zuständigen Bundesvermögensverwaltung entsprechend anzupassen. Bisher waren allein die Höhe des Pachtzinses und betriebswirtschaftliche Gründe ausschlaggebend für den Zuschlag bei der Bewerbung um Flächen, die sich im Eigentum des Bundes befinden. Zukünftig erhält mit dem Vorrang für Öko-Betriebe das Kriterium der umweltschonenden Bewirtschaftung höheres Gewicht.

Links zum Thema Bio-Landbau

12. September 2001

Verbraucher-Informations-Gesetz angemahnt

Themen: Archiv — info @ 14:09

Braunschweig (agrar.de) – Die zügige Vorlage eines Verbraucher-Informations-Gesetzes durch Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast forderte heute nachdrücklich Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels anlässlich des Deutschen Lebensmittelchemikertages in Braunschweig. Er werde eine weitere niedersächsische Initiative im Rahmen der nächsten Agrarministerkonferenz starten, danach erforderlichenfalls im Bundesrat eine konkrete Gesetzesformulierung einbringen, kündigte Bartels an.

Schließlich verfolge Niedersachsen seit 1997 das Ziel, den Verbrauchern gegenüber der Wirtschaft einen Rechtsanspruch auf umfassende Informationen über die ihnen angebotenen Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände zu verschaffen. Mit der Entschließung vom 26.09.1997 hatte sich der Bundesrat diese Forderung zu eigen gemacht. Und am 19.05.2000 erneut bekräftigt, anlässlich der Vorlage des von der EU herausgegebenen Weißbuches zur Lebensmittelsicherheit.

Der ‚letzte Versuch Niedersachsens‘ datiere vom 11.05.2001. Auch dieser Entschließungsantrag für eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung zur öffentlichen Warnung zur Vorsorge gegen Gesundheitsgefahren durch Lebensmittel habe die Bundesratsunterstützung erhalten.

Den Verbraucherschutzanstrengungen der Länder stand bislang ein auffälliges Desinteresse des Bundes gegenüber. Da dies nun nach Verlautbarungen der Bundesministerin anders sei, erwarte er, so Bartels, jetzt unverzüglich einen Gesetzesentwurf des Bundes.

Links zum Thema Lebensmittelrecht.

11. September 2001

Natura 2000: NABU und BUND begrüßen EuGH-Urteil gegen Deutschland

Themen: Archiv — info @ 16:09

Bonn/Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU und der BUND begrüßen das heutige Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen Deutschland. Darin werden Deutschland, Frankreich und Irland wegen mangelhafter Schutzgebietsmeldungen nach der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie verurteilt. Deutschland hat bislang lediglich 6,2 Prozent seiner Fläche nach Brüssel gemeldet. NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen bezeichnete das Urteil als schallende Ohrfeige für die Naturschutzbremser: ‚Die Bundesländer sollten dies als letzte Warnung begreifen und endlich ihre Hausaufgaben machen.‘

In der 1992 in Kraft getretenen FFH-Richtlinie haben sich die Mitgliedstaaten der EU verpflichtet, bis zum Jahr 1995 nach klar definierten Kriterien Schutzgebiete für das europäische Schutzgebietsnetz ‚Natura 2000‘ vorzuschlagen. Zu diesem Netz sollen auch die Schutzgebiete nach der bereits 1979 in Kraft getretenen EG-Vogelschutzrichtlinie gehören. Nach Analysen von NABU, BUND und anderen Naturschutzverbänden haben die Bundesländer aber bisher nur ca. die Hälfte der fachlich infrage kommenden Gebiete nach Brüssel gemeldet. Die Europäische Kommission hatte daher bereits im Februar 1999 Klage gegen Deutschland beim EuGH eingereicht und mit der Nichtauszahlung von EU-Fördergeldern für Infrastrukturmaßnahmen und die Landwirtschaft gedroht.

Viele Bundesländer hätten auch die bis zum 31. März 2001 eingeräumte ‚Schonfrist‘ zur Nachmeldung aller erforderlichen Gebiete ungenutzt verstreichen lassen, so die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt: ‚Die Ausweisungen durch manche Bundesländer sind weder fachlich ausreichend noch rechtlich korrekt.‘ Laut Zahrnt habe Baden-Württemberg früher gemeldete Schutzgebiete als angebliche ‚Fehlmeldung‘ zurückgezogen, Hessen und Sachsen erst jetzt wegen des angedrohten Urteils weitere Gebietsmeldungen angekündigt. Nordrhein-Westfalen habe zwar Nachmeldungen vorgenommen, ist aber mit nur 5,3 Prozent der Fläche weit hinter den bereits im Frühjahr 1998 vorgelegten Vorschlägen der Naturschutzverbände zurückgeblieben.

Nach Auffassung des NABU-Bundesgeschäftsführers hätten einige Länder die konsequente Rechtssprechung des EuGH immer noch nicht verstanden und bei der Abgrenzung mancher Schutzgebiete aus politischen Erwägungen bewusst getrickst. ‚Wertvolle Gebietsteile sind wegen geplanter Straßen ausgeklammert oder gar nachträglich wieder aus der Gebietsliste gestrichen worden‘, so Billen.

BUND und NABU forderten die Länder zur umgehenden Meldung aller fachlich geeigneten Gebiete auf. Die Verbände hätten eine Riesenarbeit geleistet und gute Vorschläge erarbeitet, die jetzt endlich durch die Länder offiziell bestätigt werden sollten. ‚Wenn die Bundesländer die Naturschutzflächen nicht endlich ausweisen, drohen Deutschland ein zweites Verfahren sowie rückwirkend saftige Strafen von bis zu 1,5 Mio. DM täglich. So leichtfertig sollten Steuergelder nicht verschwendet werden‘, sagte BUND-Chefin Zahrnt.

Die Urteile des EuGH vom 11. September 2001 werden unter der Rechtssache C-67/99, C-220/99 und C-71/99 (Kommission/Deutschland) auf der Homepage des Gerichthofs veröffentlicht. Ein %url4%Hintergrundpapier%/% des NABU mit tabellarischen Übersichten zur Umsetzung von EG-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie ist auf den Seiten des NABU abrufbar.

Links zum Thema %url5%Landschaft und Natur, Links zum Thema %url6%Natura 2000%/%.

DBV befürchtet Investitionskollaps bei erneuerbaren Energien

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 14:09

Bonn/Berlin (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen bauernverbandes (DBV) hat auf seiner heutigen Sitzung Bundeswirtschaftsminister Werner Müller aufgefordert, die neuen Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien umgehend außer Kraft zu setzen.

Der DBV befürchtet, dass die Investitionen in der Biogasbranche um bis zu 70 Prozent zurückgehen und eine Negativentwicklung auch für die Herstellerfirmen ausgelöst wird. Diese junge Branche hätte sich auf eine steigende Nachfrage durch Erweiterung der Produktionskapazitäten und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen vorbereitet. Viele der neu geschaffenen 2.000 Arbeitsplätze im Biogasbereich seien durch die geänderten Richtlinien direkt bedroht. Gerade in der Phase der Markteinführung seien die Kürzungen der Mittel zur Förderung der erneuerbaren Energien schädlich und müssten wieder zurückgenommen werden, forderte das DBV-Präsidium in einer verabschiedeten Entschließung.

Die Änderungen der Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien vom 23. Juli 2001 seien ein gravierender Rückschritt für den aktiven Klimaschutz und widersprächen fundamental den Zielen der Bundesregierung, den Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln und die CO2-Emissionen bis 2005 um 25 Prozent zu reduzieren. Die neuen Richtlinien verschlechterten in nahezu allen Bereichen die bisherigen Förderbedingungen für den chancenreichen Zukunftsmarkt der Bioenergie, kritisierte das Präsidium.

Dabei hätten die deutsche Land- und Forstwirtschaft die erst kürzlich geschaffenen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien im Erneuerbare Energiengesetz ausdrücklich begrüßt. Im Vertrauen auf die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen beabsichtigten viele Land- und Forstwirte, Investitionen im Bereich der Bioenergie zu tätigen und neue Einkommensmöglichkeiten auszuschöpfen. Diese Investitionsabsichten würden jetzt durch die neue Richtlinie von Bundesminister Müller erheblich in Frage gestellt.

Insbesondere die Streichung der Fördermittel für Biogasanlagen aus dem Marktanreizprogramm hält das DBV-Präsidium für nicht akzeptabel. So fielen landwirtschaftliche Biogasanlagen praktisch komplett aus dem Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien heraus und verlören damit ihr wirtschaftliches Standbein. Bisher konnten etwa 15 bis 30 Prozent der Investitionskosten bei Biogasanlagen über den so genannten Teilschulderlass abgedeckt werden. Zukünftig erhalten Anlagenbetreiber lediglich noch zinsverbilligte Darlehen, was für die Mehrzahl der zurzeit geplanten und projektierten landwirtschaftlichen Bioenergieanlagen das Aus bedeutet. Aber auch die Fördermittel für Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse werden kräftig gekürzt. Somit wird zukünftig ein weiteres und ausbaufähiges Potenzial vieler Waldbauern, die Brennholz aus ihren Wäldern als Energierohstoff für diese Anlagen zur Verfügung stellen, zunichte gemacht.

Um den beginnenden Aufschwung der umweltschonenden Energieerzeugung aus Biomasse nicht abrupt abbrechen zu lassen, hält es der DBV für unabdingbar, dass die Bundesregierung ihre politische Zielvorgaben für die erneuerbaren Energien und den Klimaschutz mit einer verlässlichen und nachvollziehbaren Politik untermauert. Für den Bereich der Bioenergie sind Förderinstrumente erforderlich, die nicht jährlich unter Haushaltsvorbehalt stehen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung aufgerufen, ihr Versprechen einzulösen, die jährlich steigenden Einnahmen aus der ‚Öko-Besteuerung‘ der erneuerbaren Energien für das Marktanreizprogramm zu verwenden. Eine Aufstockung der Fördermittel für das Marktanreizprogrammes analog zu den Einnahmen aus der Ökosteuer auf erneuerbare Energien sei längst überfällig.

Information: Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, Fax: 0228-8198205, E-Mail.

Links zum Thema %url2%Energie%/%, Links zum Thema %url4%Förderung%/%.

Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen“

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – Das Bundesministerium für Verbaucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hat einen Bundeswettbewerb für überzeugende, innovative Praxisbeispiele tiergerechter Gruppenhaltungsverfahren für Sauen ausgeschrieben. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 40.000 DM dotiert; im Einzelfall werden Preisgelder bis 10.000 DM vergeben.

Der Wettbewerb richtet sich an alle praktischen Tierhaltungsbetriebe, die Sauen in Gruppenhaltungssystemen halten. Dabei sind sowohl Umbau- als auch Neubaulösungen gefragt. Voraussetzung ist, dass der Stall in den letzten vier Jahren vor dem 1. April 2001 funktionstüchtig in Betrieb genommen wurde.

Die Teilnahmeunterlagen können beim Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) angefordert werden. Alle Informationen und die Teilnahmeunterlagen sind auch im Internetangebot des KTBL abrufbar. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15 Januar. Die Preisträger werden dem BMVEL durch eine unabhängige Jury vorgeschlagen.

Information: KTBL, Werner Achilles, Bartningstraße 49, 64289 Darmstadt, Tel.: 06151-7001-209, Fax: 06151-7001-123, %url4%E-Mail%/%.

Links zum Thema %url5%Stallbau und -einrichtung%/%.

Trittin: EuGH-Urteil beruht auf Sachstand von 1998

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – Der Europäische Gerichtshof hat die Bundesrepublik zusammen mit Frankreich und Irland heute wegen unzureichender Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie verurteilt. Dabei wurde bemängelt, dass eine Reihe von Bundesländern keine vollständige Liste von Vorschlagsgebieten für das ökologische Netz Natura 2000 vorgelegt haben.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin verwies darauf, dass das Urteil auf dem Meldestand von Anfang 1998 beruht. ‚Die Bundesregierung hat seit dem Herbst 1998 gegenüber den Bundesländern energisch darauf gedrängt, die entsprechenden Gebietsvorschläge zügig vorzulegen. Daraufhin wuchs in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Gebietsmeldungen von 198 auf jetzt ueber 3350 an. Die Länder haben also einen Grossteil ihrer Versäumnisse, was ihre Verpflichtungen nach europäischem Naturschutz betrifft, nachgeholt. Ob sie ihre Aufgaben damit bereits vollständig erledigt haben, wird die EU-Kommission zu prüfen haben“, sagte Trittin.

Zu dem für das Urteil massgeblichen Stichtag im Februar 1998 hatten die Bundesländer erst 198 Gebiete an die EU-Kommission gemeldet. Nach derzeitigem Meldestand sind mittlerweile 3352 Gebiete mit einer Fläche von rund 2,3 Millionen Hektar als FFH-Gebiete in Brüssel vorgeschlagen worden. Dies sind rund 6,4 Prozent der gesamten Landesfläche. Hinzu kommen 800.000 Hektar Watt- und Wasserflächen. 15 Bundesländer haben gegenueber der EU-Kommission erklärt, dass diese Meldung abschliessend und vollständig ist. Zwangsgelder folgen aus diesem Urteil nicht.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema %url3%Natura 2000.

FAO: Bessere Versorgung mit Nahrung fördert Wirtschaftswachtum in Entwicklungsländern

Themen: Archiv,International — info @ 09:09

Bericht zur Lage von Ernährung und Landwirtschaft 2001

Rom (agrar.de) – Eine bessere Versorgung mit Nahrungsmitteln wirkt sich positiv auf das Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern aus. Darauf hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrem neuen ‚Bericht zur Lage von Ernährung und Landwirtschaft 2001‘ (The State of Food and Agriculture – SOFA) hingewiesen.

‚Der Einfluss der Ernährung auf die Arbeitsproduktivität, Gesundheit und Bildung trägt eindeutig zu einem höheren Wirtschaftswachstum bei‘, hiess es in dem Bericht.

Wenn die Kalorieneinnahme pro Person und Tag auf durchschnittlich rund 2.700 Kilokalorien steige, könne das Bruttosozialprodukt eines armen Land pro Kopf jährlich im Schnitt um rund einen Prozentpunkt schneller wachsen, so die FAO. Rund 2.700 Kilokalorien sind der nationale Durchschnitt an Nahrungsverfügbarkeit pro Kopf, mit dem praktisch alle Einwohner eines Landes ihren Mindestbedarf decken können.

‚Hunger zu tolerieren ist nicht nur unmoralisch sondern auch kostspielig, weil dadurch das Wirtschaftswachstum in den ärmsten Ländern spürbar gehemmt wird‘, sagte Hartwig de Haen, Leiter der FAO-Hauptabteilung für Wirtschafts- und Sozialpolitik und Beigeordneter Generaldirektor.

Im Zeitraum 1996/1998 waren nach FAO-Angaben weltweit 826 Millionen Menschen unterernährt. Ihnen fehlten zwischen 100 und 400 Kilokalorien zusätzlich, um ihren täglichen Energiebedarf zu decken. ‚Unterernährung bedeutet, dass Menschen physisch nicht voll einsatzfähig sind, bei unterernährten Kindern verlangsamt sich das körperliche Wachstum.‘ Unterernährte seien zudem anfälliger für Krankheiten, und unterernährte Kinder litten an Konzentrationsschwäche, so der FAO-Bericht.

Fünf Jahre nach dem Welternährungsgipfel von 1996 soll bei einem neuen Treffen der Staats- und Regierungschefs im November in Italien (5.-9.11.) erneut auf das Welthungerproblem aufmerksam gemacht werden. Es soll über konkrete Schritte zur Halbierung der Zahl der Hungernden bis zum Jahre 2015 beraten werden.

Die mangelhafte Versorgung mit Mikronährstoffen ist nach Angaben der FAO besorgniserregend. Rund 30 Prozent der Weltbevölkerung seien von der einen oder anderen Art von Mangelernährung betroffen.

‚Rund 740 Millionen Menschen leiden beispielsweise an Jodmangel. Dies beeinträchtigt ihre geistige und körperliche Entwicklung. Rund 16 Millionen Menschen sind wegen Jodmangels schwer geistig behindert, weitere 49,5 Millionen Menschen haben Gehirnschäden‘.

‚Bei rund zwei Milliarden Menschen ist die Eisenversorgung mangelhaft, was zu Blutarmut führt. Zwischen 100 und 140 Millionen Kinder leiden zudem an Vitamin-A-Mangel.‘ Eine bessere Ernährung wirke sich über die Arbeitsproduktivität direkt auf das Bruttosozialprodukt und indirekt auch auf eine höhere Lebenserwartung der Menschen aus, hiess es in dem Bericht.

Die FAO rief dazu auf, in den Entwicklungsländern vor allem etwas gegen die Unterernährung von Frauen und Kindern zu tun. Dies nütze den Familien und zukünftigen Generationen.

Die FAO warnte davor, dass die HIV/AIDS-Epidemie in den ländlichen Gebieten der Dritten Welt zunehmen werde und Hunger und Unterernährung dort weiter verschärfen könne. Seit 1985 seien der Seuche in Afrika bereits sieben Millionen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft zum Opfer gefallen. In den kommenden 20 Jahren werde es voraussichtlich weitere 16 Millionen Aidstote unter den landwirtschaftlichen Arbeitskräften Afrikas geben. Einige Länder könnten bis zu einem Viertel der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft verlieren.

Die FAO machte in ihrem Bericht weiter auf die dramatische Ausbreitung von Krankheiten bei Tieren und Pflanzen als Folge der Globalisierung aufmerksam. Angesichts des zunehmenden internationalen Transports von Menschen und Gütern, der Handelsliberalisierung und der Sorge um Lebensmittelsicherheit und Umwelt sei es mehr denn je erforderlich, international zusammenzuarbeiten, um Tier- und Pflanzenkrankheiten zu kontrollieren und einzudämmen.

Pflanzen- und Tierkrankheiten seien für den Getreideanbau und die Viehzucht eine ständige Bedrohung und verursachten oft enorme wirtschaftliche Schäden. ‚Der steigende Handel mit frischen Früchten und Gemüse führt beispielsweise zu Quarantäneproblemen angesichts eingeschleppter Pflanzenkrankheiten und Schädlinge.‘

In vielen Ländern gebe es einen Trend hin zu einer intensiveren und kommerzielleren Erzeugung von Tierprodukten, so die FAO. Viehkrankheiten und Infektionen könnten sich bei einer höheren Konzentration von Tieren leichter ausbreiten.

Komme es zu Tier- und Pflanzenkrankheiten, verursachten die sinkende Auslandsnachfrage und der Verlust an Exportmärkten oft höhere Schäden als der eigentliche Produktionsausfall. In dem Bericht werden einige Studien zu den wirtschaftlichen Folgen von Tier- und Planzenkrankheiten erörtert. Für die Vereinigten Staaten wird beispielsweise, bezogen auf das gegenwärtige Handelsvolumen, mit einem Produktions- und Handelsverlust in Höhe von rund 800 Millionen Dollar gerechnet, wenn die Mittelmeer-Fruchtfliege dort eingeschleppt würde.

Es habe bei der Bekämpfung von Tier- und Pflanzenkrankheiten einen deutlichen technologischen Fortschritt gegeben, betonte die FAO. Viele Länder veröffentlichten zudem inzwischen Informationen über den Ausbruch von Viehseuchen und Schädlingsbefall. Sie hätten ausserdem ihre Bekämpfungsprogramme harmonisert.

‚Vielfach scheitert die Bekämpfung von Pflanzen- und Tierkrankheiten aber leider immer noch daran, dass Länder nicht genügend zusammenarbeiten,‘ hiess es in dem FAO-Bericht. Deshalb müsse die internationale Kooperation verbessert werden. Entwicklungsländer müssten unterstüzt werden, ‚da nicht alle Staaten in der Lage sind, für die Vorsorge und Bekämpfung von Krankheiten zu bezahlen.‘

State of Food and Agriculture 2000 Links zum Thema Agrarbericht und Statistik und %url4%Technische Zusammenarbeit%/%.

10. September 2001

Künast startet Wettbewerb „Regionen Aktiv – Land gestaltet Zukunft“

Themen: Archiv — info @ 15:09

Berlin (agrar.de) – ‚Den ländlichen Regionen kommt bei der Neuausrichtung der Landwirtschaft eine Schlüsselrolle zu‘, sagte Bundesverbraucherministerin Renate Künast zum Start des Wettbewerbs ‚Regionen Aktiv – Land gestaltet Zukunft‚ in Berlin. ‚Die Regionen haben die Chance, sozusagen von unten Motor der Veränderung zu sein und dabei ihre spezifischen Möglichkeiten auszuloten.‘

Mit dem von Künast initiierten und mit 50 Millionen DM ausgestatteten Wettbewerb soll nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum im Sinne der Neuausrichtung der Landwirtschaft gefördert werden. Die Projekte sollen so zur Arbeitsplatzsicherung und -schaffung beitragen.

Den Regionen – das sind Gebiete mit räumlichem und funktionalem Zusammenhang, es können mehrere Gemeinden oder mehrere Landkreise sein – soll ein Anstoß gegeben werden, konkrete Visionen für ihre Zukunft zu entwerfen, die dann modellhaft umgesetzt werden können.

Aus den Wettbewerbseinsendungen werden zunächst 30 Regionen ausgewählt. Diese erhalten 10.000 DM als Unterstützung für die Erarbeitung eines aussagekräftigen Konzeptes. Auf der Grundlage dieser Konzepte werden dann 10 bis 15 Regionen bundesweit gefördert. Jeder Gewinner kann mit Zuschüssen vom BMVEL in der Höhe von bis zu 3 Millionen DM pro Jahr rechnen. Vorgesehen ist eine Laufzeit von 2 Jahren, eine Verlängerung um 1 Jahr ist geplant.

Interessierte Regionen haben jetzt bis zum 14. November Zeit, ihre Zukunftsvisionen zu entwickeln. Im März 2002 findet dann die endgültige Auswahl der geförderten Modellregionen statt.

Weitere Informationen zum Wettbewerb Links zum Thema %url3%Landentwicklung%/%.

Mecklenburg-Vorpommern: 16,5 Prozent der Ökofläche Deutschlands

Themen: Archiv — info @ 11:09

Schwerin (agrar.de) – ‚Der ökologische Landbau in Mecklenburg-Vorpommern ist weiter im Aufwind.‘ Dieses Fazit zog Landwirtschaftsminister Till Backhaus beim 1. Aktionstag des ökologischen Landbaus Mecklenburg-Vorpommern heute auf Gut Rederank/Landkreis Bad Doberan.

Als Schirmherr dieser Aktion würdigte er das gemeinschaftliche Engagement der verschiedenen Öko-Verbände für diesen 1.Aktionstag in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Gemeinsamkeit sei eine wesentliche Voraussetzung für die Stabilisierung und die Erweiterung des ökologischen Landbaus.

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit mehr als 90.000 ha, das sind 6,6 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche nach den Ökorichtlinien der EU bewirtschaftet. 16,5 Prozent der bewirtschafteten Ökofläche Deutschlands liegt in Mecklenburg-Vorpommern.

Im Ländervergleich steht Mecklenburg-Vorpommern sowohl bei den absoluten Zahlen der ökologisch bewirtschafteten Flächen (2. Platz nach Bayern) wie relativ, bezogen auf die gesamte bewirtschaftete landwirtschaftliche Fläche (2. Platz nach Hessen) ganz weit vorn. Insgesamt arbeiten 477 Landwirtschaftsbetriebe, das sind 8,6 Prozent der Landwirte, ökologisch.

In diesem Jahr haben 170 Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern die Umstellung auf Ökoproduktion beantragt. Dies entspricht einem Zuwachs von 35 Prozent in Bezug zur Zahl der Unternehmer und 23 Prozent in Bezug zur Fläche. ‚Das stimmt optimistisch und lässt den Schluss zu, dass sich bis zum Jahresende die ökologisch bewirtschaftete Fläche in M-V auf 100.000 Hektar ausweiten wird‘, erklärt der Minister.

Der Minister würdigte die Vorreiterrolle des Kontroll- und Zertifikationssystems des ökologische Landbaus für das, was heute als gläserne Produktion mit folgenden Kennzeichen umschrieben wird:

– eindeutige gesetzliche Regelungen hinsichtlich Erzeugung, Verarbeitung, Kontrolle und Kennzeichnung,

– strenge Kontrollverfahren,

– Transparenz auf allen Stufen von Feld und Stall bis hin zur Ladentheke,

– Einhaltung strenger Regeln artgemäßer Tierhaltung und -fütterung.

Deshalb befürworte auch er eine weitere Ausdehnung des ökologischen Landbaus, jedoch nicht künstlich erzeugt, sondern entsprechend den Bedürfnissen und Nachfragen des Marktes.

‚Die Landwirtschaftsminister der einzelne Bundesländer übertreffen sich derzeit mit Ankündigungen von Prämienerhöhungen für den ökologischen Landbau. Von einer solchen Prämienolympiade halte ich gar nichts, weil sie einmal an den tatsächlichen Erfordernissen vorbeigeht und Hoffnungen weckt, die im europäischen Maßstab nicht realistisch sind. Ich bin für eine Prämienerhöhung aber für alle und einheitlich‘, stellt der Minister klar.

Nach Ansicht von Minister Backhaus bringe ein größerer Gewinn durch Erhöhung der Effektivität langfristig mehr ein, als eine Prämienerhöhung. Gegenwärtig laviere die Wirtschaftlichkeit vieler Öko-Betriebe um einen kritischen Punkt. Deshalb setze er sich dafür ein, dass technische Innovationen in den betrieblichen Alltag Eingang finden, um die Effektivität der Betriebe zu verbessern. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt derzeit 7 Forschungsprojekte im ökologischen Landbau und eine praxisorientierte Beratung, die die Forschungsergebnisse an den Mann bringe.

Bezugnehmend auf das von der Bundesregierung vorgeschlagenen Öko-Siegel bleibt der Minister skeptisch: ‚Die Richtung, dem Verbraucher die Orientierung zu erleichtern, stimmt. Doch ich bezweifle, dass die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern davon profitieren, da durch die Einführung des Ökosiegels eher ausländischen Anbietern der Einstieg in den deutschen Markt erleichtert wird und die hohen Standards der deutschen Öko-Bauern verwässert werden.‘

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

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