17. September 2001

Besserere Schutzgebiete durch weniger Schutzkategorien?

Themen: Archiv — info @ 15:09

Erfurt (agrar.de) – Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate, Landschaftsschutzgebiete, Naturparke, Naturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile sind die historisch gewachsenen Schutzkategorien des Bundesnaturschutzgesetzes. Die Vielzahl der bisherigen Schutzkategorien hat zu unübersichtlichen Verfahren und Schutzwirkungen geführt. Eine Vereinfachung dieses komplizierten Schutzsystems wird seit langem gefordert.

Der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar hat deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Möglichkeiten zur Vereinfachung der Schutzgebietskategorien nach dem Bundesnaturschutzgesetz ausarbeiten zu lassen.

Nach dem nun vorliegendem Gutachten ist es unter Schutzgesichtspunkten nicht notwendig, für die naturschutzrechtliche Sicherung eines Objektes oder eines Gebietes mehrere Lösungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen inhaltlichen Vorgaben in verschiedenen Schutzkategorien anzubieten. Es genüge vielmehr jeweils eine Unterschutzstellungsmöglichkeit. Auf inhaltliche Differenzierungen in den Schutzkategorien soll somit verzichtet werden und unter Schutzaspekten lediglich zwei Schutzkategorien, und zwar eine Schutzkategorie für den Gebiets- oder Flächenschutz und eine Schutzkategorie für den Objektschutz, erforderlich sein.

Sollte diesem Gutachten gefolgt werden, würde der Gebiets- oder Flächenschutz dann Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate, Landschaftsschutzgebiete und Naturparke integrieren, und der Objektschutz würde Naturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile umfassen. Beispielsweise wären danach die Einordnung und Aufteilung des Schutzes in Naturschutz- und andere Schutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile oder Naturdenkmäler überflüssig. Inhaltliche Differenzen des Schutzes sind ohnehin bei der rechtsverbindlichen Festsetzung der konkreten Unterschutzstellung vorzunehmen. Die Schutzmaßnahmen können dann frei von abstrakten inhaltlichen Vorgaben gezielt auf den Schutzgegenstand mit seinen räumlichen Abgrenzungen (Zonierung) in abgestufter Form festgesetzt werden.

Ab heute ist das Gutachten unter der Internet-Adresse des Ministeriums veröffentlicht. Um eine umfassende Diskussion zu ermöglichen, hat das Ministerium eine Diskussionsplattform errichtet. Das Ergebnis des Gutachtens soll eine Diskussionsgrundlage im Rahmen der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes sein.

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Born: Euro ist besser als sein Ruf

Themen: Archiv — info @ 13:09

Bonn/Berlin (agrar.de) – Der Euro ist nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ein Gewinn für die deutsche Landwirtschaft. Trotzdem sei unter den Landwirten wie in der übrigen Bevölkerung eine deutliche Zurückhaltung gegenüber der Euroeinführung zu spüren, betonte der Generalsekretär des Verbandes, Dr. Helmut Born. Nachweislich werde jedoch mit dem Euro im EU-Binnenmarkt für den Agrarbereich mehr Preisstabilität geschaffen. In der Euro-Zone könne auf sicherer Kalkulationsbasis exportiert werden, wodurch der Agraraußenhandel erleichtert werde und mittelbar die Inlandsmärkte stabilisiert würden.

Mit der Einführung des Euro sei die Gefahr wechselkursbedingter Erlöseinbußen für die deutschen Bauern auf ihren wichtigen europäischen Absatzmärkten gebannt. Auch führe der Euroraum als großer Währungsblock zu geringeren Wechselkursausschlägen gegenüber Drittländern und zu mehr Handelsmöglichkeiten. Ebenso sei die bessere Vergleichbarkeit der Preise für Waren und Dienstleistungen, aber auch der Löhne und staatlichen Abgaben und Steuern von Vorteil für die Landwirtschaft.

Die starke Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro in den vergangenen Monaten habe zu einer Zunahme der deutschen Agrarexporte in Staaten außerhalb der Eurozone geführt, stellte Born fest. Im Jahr 2000 seien die Agrarexporte um 13 Prozent auf 14,3 Milliarden D-Mark gestiegen. Der Agrarhandel Deutschlands mit den EU-Staaten konnte im Jahr 2000 um 14 Prozent auf das Rekordniveau von 35,1 Milliarden D-Mark verbessert werden. Die Europäische Union könne zudem Getreide und sogar Milchprodukte ohne Erstattungen exportieren.

Born erinnerte daran, dass die währungsbedingten Risiken für ihre Einkommen den deutschen Landwirten aus der Vergangenheit noch sehr bewusst seien. Wie groß diese sein können, zeigt aktuell das britische Beispiel. Großbritannien, das am Pfund-Sterling festhalte, erlebe in den vergangenen vier Jahren eine Aufwertung gegenüber dem Euro um 37 Prozent, das Pfund wurde also teurer. Im gleichen Zeitraum seien die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise im 31 Prozent gefallen, das Nettoeinkommen der britischen Landwirtschaft sogar um 61 Prozent gesunken. Hauptgründe seien die große Abhängigkeit der britischen Landwirtschaft vom europäischen Binnenmarkt und die internationalen Verflechtungen der landwirtschaftlichen Rohstoffmärkte. Darüber hinaus erfolge die Festsetzung der Brüsseler Ausgleichszahlungen und Stützpreise auf Eurobasis, so dass bei einer fortgesetzten Aufwertung diese Beträge ständig sinken würden.

Das währungspolitisch Wichtigste sei die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank, betonte Born. Diese habe sich mittlerweile trotz der äußeren Schwächen des Euro ein beachtliches Vertrauenskapital an den Finanzmärkten erarbeitet. Der Zentralbankrat unter Führung von Wim Duisenberg habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren unmissverständlich seine Geldpolitik der Inflationsbekämpfung verteidigt. Nicht zuletzt davon profitiere auch die Landwirtschaft. Die Sicherung eines stabilen Geldes nach innen als Voraussetzung für eine funktionierende Marktwirtschaft müsse die Kernaufgabe der Zentralbank bleiben, forderte der DBV-Generalsekretär.

Zur Einführung des Euro und zur damit verbundenen Frage, was auf die Landwirtschaft zukommt, veranstaltet der Deutsche Bauernverband mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank am 27. September 2001 ganztägig eine Agrarfinanztagung in der Andreas Hermes Akademie in Bonn Röttgen (Tel.: 0228-9192923, %url4%E-Mail%/%).

Links zum Thema %url5%Landwirtschaft und Euro%/%.

EU-Kommission schlägt Vereinfachung des Düngemittelrechts vor

Themen: Archiv — info @ 12:09

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission schlägt vor, die Bestimmungen über Düngemittel, die derzeit in sehr komplexer Form über 18 Richtlinien verteilt sind, in einem einzigen Text zusammenzufassen, und zwar in Form eines Vorschlags für eine Verordnung.

Die gemeinschaftlichen Vorschriften über Düngemittel sollen den freien Verkehr dieser Erzeugnisse innerhalb der europäischen Union sicherstellen und verbindliche Merkmale für sie festlegen, wie etwa die Zusammensetzung, die Etikettierung und die Art der Verpackung. Die Entscheidung für eine Verordnung ist dadurch gerechtfertigt, dass diese Form eines Rechtsakts am besten geeignet ist, eine einheitliche Anwendung des Düngemittelrechts zu garantieren. Eine Verordnung erleichtert den Mitgliedstaaten die Durchführung und Überwachung und stellt sicher, dass die Bürger und Unternehmen in Europa ihre Rechte in der gesamten europäischen Union effizient wahrnehmen können.

Erkki Liikanen, das für die Unternehmenspolitik und die Informationsgesellschaft zuständige Mitglied der Kommission, kommentierte diesen Vorschlag mit folgenden Worten: ‚Es ist ein wichtiges Anliegen der Kommission, das Gemeinschaftsrecht zu vereinfachen und klarer zu gestalten, damit es für die Bürger und die Unternehmen leichter zugänglich wird. Der Vorschlag, den die Kommission soeben angenommen hat, ist ein gutes Beispiel dafür.‘

Dieser Vorschlag für eine Verordnung betrifft in erster Linie große Chemieunternehmen, die mineralische Düngemittel herstellen, und Importeure, die außerhalb der Europäischen Union hergestellte mineralische Düngemittel einführen. Da es sich um eine Neufassung handelt, wird bei den betroffenen Unternehmen keine einzige größere Umstellung erforderlich sein.

Nach Möglichkeit wurden sämtliche technischen Spezifikationen vom Verfügungsteil getrennt und in die Anhänge verlegt. Der verfügende Teil wurde grundsätzlich so allgemein wie möglich gehalten. Die Einordnung der verschiedenen Düngemittelgruppen, die derzeit den Regelungen unterliegen, in den Anhängen macht diese Rechtsvorschrift sehr benutzerfreundlich, und neue Düngemittelgruppen lassen sich ohne Neustrukturierung des gesamten Texts hinzufügen.

Nachdem in Österreich, Finnland und Schweden Grenzwerte für den Kadmiumgehalt von Düngemitteln festgelegt sind, schlägt die Kommission vor, die diesen Ländern zugebilligte Ausnahmeregelung bis 31. Dezember 2004 zu verlängern. Bis dahin können die Gemeinschaftsorgane gemeinsame Regelungen für diese Frage beschließen, mit dem zweifachen Ziel, die Umwelt zu schützen und den Binnenmarkt zu verwirklichen. Um die geeignetste Lösung vorschlagen zu können, wird die Kommission in Kürze über Internet eine Befragung durchführen. In der ersten Hälfte des Jahres 2002 soll dann ihre Entscheidung fallen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website ‚Chemicals‘ der Kommission.

EU-Gemeinschaftsrecht-Düngemittel, Links zum Thema %url3%Düngung%/%.

14. September 2001

BBV: Kooperation statt Konfrontation

Themen: Archiv — info @ 15:09

Sonnleitner fordert Beibehaltung des Vertragsnaturschutzes

Bamberg (agrar.de) – Bei der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes gibt die Bundesregierung den kooperativen Naturschutz auf und steuert auf eine Konfrontation mit der Land- und Forstwirtschaft zu. Diese Auffassung vertrat der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner bei der Jubiläumsfeier des Maschinenrings Bamberg in Hallstadt bei Bamberg.

‚Ein Blick in unsere schöne Kulturlandschaft zeigt, dass die bisherige Praxis der vertraglichen Vereinbarungen zwischen Staat und Landwirtschaft dem Naturschutz hervorragend gerecht werden, so Sonnleitner.

Durch eine nationale Verschärfung des Ordnungsrechts, wie zum Beispiel den zusätzlichen Einschränkungen innerhalb der guten fachlichen Praxis, würden die Produktionskosten erhöht und damit die Konkurrenzfähigkeit der land- und forst-wirtschaftlichen Betriebe gesenkt. Um eine ausreichende Wertschöpfung auf dem Markt erzielen zu können, bräuchten die Bauern aber Rahmenbedingungen, die ihnen hierfür Chancen geben.

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Forschungsprojekt will Landwirten beim Weg vom konventionellen zum Öko-Betrieb helfen

Themen: Archiv,Bienen — info @ 14:09

Kassel/Frankenhausen/Bonn (agrar.de) – In Frankenhausen soll ernst gemacht werden mit der Agrarwende und dem Anspruch, ‚Naturschutz mit Landwirtschaft‘ zu verwirklichen. ‚Die Aussage, Landwirtschaft sei generell praktizierter Naturschutz, trifft so nicht zu. Eine Vielzahl von Untersuchungen zum Zustand der Natur nach jahrelanger konventioneller Intensivbewirtschaftung belegen eher das Gegenteil‘, so Prof. Dr. Jürgen Heß anlässlich des offiziellen Starts eines Modellprojekts, das vom Bundesamt fur Naturschutz (BfN) als Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben finanziert und betreut wird. Heß leitet das Fachgebiet Ökologischer Landbau der Kasseler Universität sowie die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen, die vor drei Jahren von der Kasseler Universität gepachtet und auf Ökologischen Landbau umgestellt wurde.

Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes fur Naturschutz in Bonn, betont: ‚Der Ökologische Landbau ist die naturverträglichste Form der Landwirtschaft und muss zu ihrem Leitbild werden. Dabei müssen Naturschutzziele so früh wie möglich integriert werden. Es geht nicht nur allein um die Produktion gesunder Lebensmittel, sondern auch um die von der Gesellschaft gewünschte und honorierbare naturverträgliche Landschaftsentwicklung. Hierfür hat das Projekt in Frankenhausen Vorreiterfunktion‘. Daher fordere das Bundesamt diese einjahrige Vorstudie.

Vogtmann weiter: ‚Wir wollen wissen, was man über den üblichen Umstellungsprozess von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft hinaus tun kann, um frühzeitig und gezielt Voraussetzungen für einen besseren Schutz der biologischen Vielfalt zu erreichen. Möglichkeiten hierzu bieten die Anlage von Hecken, die Renaturierung von Feuchtgebieten oder auch Maßnahmen auf Äckern, die typischen Feldvogelarten wieder einen Lebensraum bieten sollen.‘ Dabei, da sind sich Vogtmann und Heß einig, müssen auch ökonomische Fragestellungen untersucht werden, sonst könne niemand überzeugt werden, seine Möglichkeiten zur Integration von Naturschutzzielen in die Landwirtschaft auch zu nutzen.

‚Schon die Umstellung der Domäne auf ökologischen Landbau vor drei Jahren, die damit verbundene Aufstockung der angebauten Feldfrüchte von vier auf 13 sowie die Wiederaufnahme der Tierhaltung waren erste wichtige Schritte zu mehr Vielfalt, aber wir wollen da noch mehr‘ betont Heß.

Und da setzt das Modellprojekt an und will im wissenschaftlichen und übergreifenden Diskurs versuchen, weitreichende Naturschutzziele in die Bewirtschaftung des Betriebes zu integrieren. Alle Gestaltungsmaßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den Betriebsleitern der Domäne entwickelt. Schließlich soll das Projekt Modellcharakter haben und als Testlauf fur eine spatere Ausdehnung auf andere Höfe und Betriebe dienen. Und auch weitere Interessengruppen werden in den Planungsprozess mit eingebunden: Umweltschutzgruppen, der behördliche Naturschutz, Gemeindevertreter, Imker, Jäger sind eingeladen, sich bei der Maßnahmenentwicklung zu beteiligen.

Am 22.Oktober wird im Rahmen einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung das Projekt vorgestellt und in Arbeitsgruppen Ideen zur Umgestaltung der Domänenlandschaft entwickelt werden; erläutern die Initiatoren des Projektes, Dr. van Elsen und Dr. Godt.

Kontakt und weitere Information: Dr.-Ing. Jochen Godt, Tel.: 0561-8042278, am Freitag ab 14 Uhr auch unter 05543-910467 oder 0172-5991631, Dr. Thomas van Elsen, Tel.: 05542-981655, Domäne Frankenhausen: Tel.: 05674-315

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Sachsen: Wald befindet sich weiter auf dem Weg der Besserung

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 12:09

Flath: Maßnahmen zur Waldsanierung und Luftreinhaltung zeigen Wirkung

Dresden (agrar.de) – Im Sachsen sind die Waldschäden weiter zurückgegangen. Nachdem sich bereits im letzten Jahr der Waldzustand verbessert hatte, ging in diesem Jahr der Anteil deutlich geschädigter Bäume um weitere vier Prozentpunkte auf 15 Prozent zurück. 45 Prozent der Wälder sind leicht geschädigt, rund 40 Prozent sind ohne Schäden.

Als Gründe für diese erfreuliche Entwicklung nannte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath neben Waldsanierungsmaßnahmen vor allem die deutlich saubere Luft. ‚Nur durch die drastisch zurückgegangenen Schadstoffeinträge aus der Luft zeigen die Kalkung der Waldböden und der ökologische Waldumbau ihre Wirkung‘ sagte Flath. Maßnahmen zur Luftreinhaltung und die Stabilisierung des Waldökosystems müßten dennoch mit Nachdruck fortgesetzt werden. Obwohl die Schäden im sächsischen Wald insgesamt kontinuierlich zurückgegangen sind, gibt es bei den einzelnen Baumarten sehr gegenläufige Entwicklungen.

Positiv ist der Trend – übrigens deutlich entgegen dem bundes- und europaweiten Durschschnitt – bei den Nadelbäumen. Hier weisen 45 Prozent der Bäume keinerlei Schäden mehr auf. Dabei schneidet die Fichte etwas besser ab als die Kiefer. Bei den Laubbäumen verschlechterte sich die Situation geringfügig. Jeder dritte Baum 31 Prozent) weist deutliche Schädigungen auf, im Jahr 2000 waren es 29 Prozent. Während bei der Eiche, dem Sorgenkind der vergangenen Jahre, eine leichte Verbesserung eintrat (9 Prozent ohne, 47 Prozent mit deutlichen Schäden), entwickelt sich die Buche zum Problemfall. Mittlerweile ist nur noch jeder fünfte Baum gesund (22 Prozent). Der vollständige ‚Waldzustandsbericht‘ wird in gewohnter Weise im Dezember 2001 vorgestellt.

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Rheinland-Pfalz: Öko-Einkaufsführer neu aufgelegt

Themen: Archiv — info @ 12:09

Bad Kreuznach (agrar.de) – Mit Unterstützung des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums ist der Öko-Einkaufsführer neu aufgelegt worden. Das haben Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau e.V. (AÖL), Manfred Nafziger, in einer gemeinsamen Pressemeldung mitgeteilt.

Der Einkaufsführer ist nach Postleitzahlen und Vertriebswegen gegliedert. Darin sind die Adressen von Direktvermarktern und Hofläden, Marktorte mit Ökoständen, Bäckereien und Konditoreien, Metzgereien, Mühlen und Getreidehändler, Ölmühlen, Kellereien und Keltereien sowie sonstige Verarbeiter aufgeführt. Ein Verzeichnis mit den Anbauverbänden ergänzt die 54 Seiten umfassende, im praktischen Taschenformat erschienene Broschüre.

Das Land Rheinland-Pfalz unterstütze seit Jahren den ökologischen Landbau und andere Formen des umweltschonenden Landbaus im Rahmen des Förderprogramms Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL), betonte Bauckhage. Ferner stünden an den Staatlichen Lehr- und Versuchs-, bzw. Forschungsanstalten kompetente Ansprechpartner für ökologisch wirtschaftende Betriebe zur Verfügung.

In Rheinland-Pfalz wirtschaften derzeit rund 560 Betriebe auf einer Fläche von knapp 17 000 Hektar nach den Regeln des ökologischen Landbaus, das entspricht knapp 2,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Land. ‚Um den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Rheinland-Pfalz die Suche nach ökologisch wirtschaftenden Betrieben und Läden zu erleichtern, haben wir diesen Führer mit 18.000 Mark unterstützt,‘ so Bauckhage. Er sei überzeugt, dass ein höherer Anteil an Ökoproduktion nicht mit Prämien ‚herbei subventioniert‘ werden könne. Nur über eine stabile Nachfragesteigerung sei dies zu erreichen, so der Minister.

‚Für die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Rheinland-Pfalz ist die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten aus der Region von entscheidender Bedeutung. Die Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau begrüßt die Herausgabe des Öko-Einkaufsführers als gemeinsame Aktion in diesem Sinne‘, so Manfred Nafziger, der Vorsitzende der AÖL.

Die Broschüre ist bei der Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau e.V. (AÖL), Rüdesheimerstraße 68 in 55545 Bad Kreuznach erhältlich. Tel.: 0671/44319, Fax: 0671/45723.

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Schleswig-Holstein: Qualitätstore für den neuen Weg der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 10:09

Rendsburg (agrar.de) – ‚Wir haben die Weichen gestellt für einen neuen Weg in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion. Unsere gemeinsame Perspektive ist es, die Lebensmittelproduktion als Ganzes sicherer zu machen.‘ Das sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis heute auf dem Landesbauertag in Rendsburg.

Das Land habe mit den ‚Qualitätstoren‘ auf einen vorsorglichen Verbraucherschutz gesetzt. Die Regierungschefin zeigte sich erfreut darüber, dass dieses Konzept schon praktisch umgesetzt werde. ‚Es zeigt, dass wir einen richtigen Weg eingeschlagen haben‘, so Simonis. Namhafte Firmen der Ernährungswirtschaft und des Lebensmittelhandels würden die Qualitätstore in ihrem Bereich erproben und das Konzept präzisieren. Die Firmen stellten diese Neuigkeiten auf der NORLA vor.

‚Es bleibt dabei: Die Landwirtschaft muss hart arbeiten, um verlorenes Vertrauen wieder zu gewinnen‘, so die Ministerpräsidentin. Es wäre völlig falsch, den Kopf in den Sand zu stecken. Zu übertriebenem Pessimismus sei kein Anlass. Sie sei sich sicher, dass die Landwirtschaft vom Verbraucher für Qualität belohnt werde. Heide Simonis: ‚Egal ob traditioneller oder ökologischer Landbau: Ich erwarte schlicht, dass alle Nahrung auf den Tisch bringen, die schmeckt und gesund ist.‘

Die Neuorientierung in der Landwirtschaft müsse sich auch in der europäischen Agrarpolitik niederschlagen. Im kommenden Jahr stehe auch eine Vereinfachung der gemeinsamen Agrarpolitik auf dem Programm. ‚Das ist dringend erforderlich. Wir Schleswig-Holsteiner wollen keine Aktenberge, sondern Nahrungsmittel höchster Qualität und besten Geschmacks erzeugen‘, so die Ministerpräsidentin.

Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Abgaben für Milchquotenüberschreitung auf 289 Mio. Euro gesunken

Themen: Archiv — info @ 09:09

Brüssel (agrar.de) – Nach einer den Mitgliedstaaten vorgelegten vorläufigen Berechnung der Europäischen Kommission belaufen sich die Abgaben der Mitgliedstaaten für die Überschreitung ihrer Milchquoten für das Wirtschaftsjahr 2000/01 auf 289 Mio. Euro für die gesamte Europäische Union. Im letzten Jahr betrugen diese Abgaben insgesamt mehr als 380 Mio. Euro. Diese vorläufigen Zahlen zeigen, dass das Wirtschaftsjahr 2000/01 durch einen starken Rückgang der Milchquotenüberschreitungen gekennzeichnet war. Diese beliefen sich auf insgesamt 40.000 Tonnen.

Starker Rückgang der Milchquotenüberschreitungen im Zeitraum 2000/01

Für das Wirtschaftsjahr 2000/01 wurde die EU-Gesamtquote für die Lieferungen an Milcherzeuger auf 117 Millionen Tonnen festgesetzt.

Nach den letzten Angaben haben acht Mitgliedstaaten (Italien, Österreich, Finnland, Deutschland, Dänemark, Luxemburg und Griechenland) ihre Quoten um insgesamt 818.490 Tonnen überschritten. Die Zusatzabgabe beläuft sich also auf eine Gesamtsumme von 289 Millionen Euro.

Sieben Mitgliedstaaten (Spanien, Irland, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Belgien, Frankreich und Schweden) haben ihre Erzeugungsquoten nicht vollständig ausgeschöpft. Daher werden diese Länder keine zusätzlichen Abgaben leisten müssen. Darüber hinaus werden die Erzeuger in diesen Mitgliedstaaten von sämtlichen Abgaben befreit, da die ungenutzten Referenzmengen anderer Erzeuger innerhalb dieser Mitgliedstaaten neu zugeteilt werden.

Berücksichtigt man die ungenutzten Mengen in den sieben Mitgliedstaaten, die weniger als ihre Quote erzeugt haben, so beträgt die Überschreitung insgesamt für das Wirtschaftsjahr 2000/01 nur 40.000 Tonnen, verglichen mit 1.008.000 Tonnen 1999/2000. Im Vergleich zum vorherigen Wirtschaftsjahr ist die Überschreitung der Liefermengen damit um rund 27 Prozent zurückgegangen.

Während die Zahl der aktiven Milcherzeuger in der Europäischen Union in den letzten fünf Jahren von 858.000 (1996/97) auf 642.000 zurückging, stieg die durchschnittliche Einzelquote für Lieferungen von 134 auf 163 Tonnen.

So funktioniert das System

Die Milcherzeugungsmengen werden unter den Mitgliedstaaten (nationale Milchquoten) und unter den Erzeugern (Einzelquoten) in jedem Mitgliedstaat aufgeteilt, um ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu erzielen und die Erzeugungsüberschüsse in der EU zu reduzieren. Wird die nationale Quote überschritten, so muss der betreffende Mitgliedstaat eine Zusatzabgabe zahlen, welche dieser wiederum an die Erzeuger weitergibt, die zu der Überschreitung beigetragen haben. Diese Zusatzabgabe muss von Erzeugern von Kuhmilch auf alle Milchmengen oder Milchäquivalent gezahlt werden, die innerhalb von 12 Monaten über die Quote hinaus vermarktet wurden. Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission jedes Jahr vor dem 1. September die Ergebnisse der Anwendung der Milchquote im vorausgegangenen Referenzzeitraum vom 1. April bis zum 31. März mit. Zu diesem Zweck übermitteln sie jedes Jahr einen ausgefüllten Fragebogen mit allen Daten für die Berechnung der Zusatzabgaben für Milch und Milcherzeugnisse. Für den Zeitraum 2000/01 haben alle Mitgliedstaaten die geforderten Informationen innerhalb der Frist übermittelt.

Links zum Thema Milchquoten und -börsen.

13. September 2001

Sachsen: Eröffnung der Karpfensaison

Themen: Archiv — info @ 14:09

Bärnsdorf – (agrar.de) Sachsens Fischwirte erwarten in diesem Jahr eine gute Ernte. Mehr als 2,1 Millionen Karpfen, das sind 3.200 Tonnen, soll der diesjährige Fischzug bringen. Gestern fand am Großteich Bärnsdorf (LKrs. Meißen) die offizielle Eröffnung der diesjährigen Karpfensaison statt.

Neben Karpfen gehen den Fischwirten auch etwa 400 Tonnen Forellen, Hechte, Aale, Zander, Welse, Störe, Schlei, Plötzen und sogar eine kleinere Anzahl Krebse ins Netz. Im Jahr 2000 wurden 3.604 Tonnen und im Jahr davor 3.598 Tonnen abgefischt.

Sachsen hat 8.400 Hektar Karpfenteiche, deren traditionelle Nutzung bis zu 500 Jahre zurück zu verfolgen ist. 93 Prozent davon, das sind 7.800 Hektar, werden von 53 Haupterwerbsunternehmen bewirtschaftet. Damit gibt es im Freistaat die größte haupter-werblich genutzte Teichfläche Deutschlands. Jährlich werden ca. 25 Prozent der deutschen Speisekarpfen in Sachsen erzeugt. Ein Teil des Fanges wird direkt vermarktet, aber auch Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, das Ruhrgebiet, Baden-Württemberg sowie Sachsen-Anhalt sind Abnehmer des hiesigen Karpfens.

Traditionell wird die Karpfensaison in Sachsens Teichgebieten mit Fischzügen und Volksfesten gefeiert.

Links zum Thema Fische und Fischzucht.

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