27. September 2001

Schafhalter stockten Bestände ab

Themen: MKS,Schafe,Statistik — info @ 16:09

Hannover (agrar.de) – Als vierbeiniger Rasenmäher haben sie einst Karriere gemacht, in der Landschaftspflege leisten sie ebenfalls wertvolle Dienste, gleichwohl haben sich die Schafbestände in Deutschland seit Jahren verringert. Bundesweit werden nach Angaben des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes seit Mitte der neunziger Jahre stetig weniger Schafe gezählt. Die jüngste Viehzählung vom Mai des Jahres ergab nur noch einen Bestand von 2,67 Millionen Tieren zwischen Nordsee und Alpen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang um 2,5 Prozent oder 69.000 Tiere. Fünf Jahre zuvor wurden in Deutschland sogar noch 2,95 Millionen Schafe gehalten.

Als Domäne der Schafhaltung gilt Bayern, wo 18 Prozent aller deutschen Schafe weiden. Es folgen Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, während Niedersachsen einen Platz im Mittelfeld einnimmt. 254.523 Schafe werden hier von 3.992 Schäfern gehalten, sagt der Landesschafzuchtverband. Allerdings sind in diesen Zahlen die Kleinstbestände von weniger als 20 Tieren nicht mehr enthalten. Nur wenige Schäfer sind in Bestandsgrößen vorgedrungen, von denen sie leben können, während die Schafhaltung bei den meisten Haltern als Hobby betrieben wird.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken die Schafhalter zurzeit auf die Preise. Während sich der Markt für Lammfleisch recht positiv darstellt, gibt es für Zuchttiere kaum eine Nachfrage. Die deutschen Schafhalter profitieren momentan von der Tatsache, dass die britischen Farmer wegen der immer wieder aufflackernden Maul- und Klauenseuche kein Fleisch exportieren können. Der Markt hat auf das knappere Angebot folgerichtig mit höheren Preisen reagiert. Allerdings könnte der Mehrerlös durch niedrigere Mutterschafprämien wieder nivelliert werden. Da auch bei deutschen Tierhaltern die Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung der Maul- und Klauenseuche weiter sehr ernst genommen werden, beobachten die Schafzuchtverbände seit Jahresanfang einen geringeren Besuch auf den Bockauktionen. Dies hat zu einer gesunkenen Nachfrage nach Zuchttieren geführt und die Preise purzeln lassen.

Links zum Thema Schafe.




   (c)1997-2017 @grar.de