10. August 2001

CDU/CSU zum Bundesnaturschutzgesetz: Unterschutzstellung ist als Teilenteignung anzusehen

Themen: Archiv — info @ 12:08

Berlin (agrar.de) – Zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes, erklären der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heinrich-Wilhelm Ronsöhr MdB und der zuständige Berichterstatter, Peter Bleser MdB:

Ziel des Gesetzes

Die Erhaltung der Natur als Lebensgrundlage des Menschen ist in der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes nicht mehr genannt.

Damit wird die Landbewirtschaftung für die Nahrungsmittelerzeugung und Rohstoffgewinnung nicht mehr mit den Naturschutzgesichtspunkten abgewogen.

10 Prozent unter Naturschutz

Die Vorgabe der rot-grünen Koalition, 10 Prozent der jeweiligen Fläche eines Bundeslandes unter Naturschutz zu stellen, ist ‚fachlicher Unsinn‘. Diese an den Besonderheiten verschiedener Landschaften vorbeigehende Vorgabe könnte in einzelnen Regionen sowohl zu einer zu weiten, aber auch zu einer zu geringen Ausweisung von Naturschutzgebieten führen.

Die ‚unter Schutz‘ gestellten Flächen sind, wenn überhaupt, nur noch mit großen Wertabschlägen zu veräußern. Eine Unterschutzstellung ist somit zumindest als Teilenteignung anzusehen. Deshalb muss neben der Entschädigung für höhere Kosten der Bewirtschaftung und geringerer Erträge auch der Vermögensverlust ausgeglichen werden.

Vertragsnaturschutz

Besser als diese formalistische Vorgehensweise wäre, in Verträgen mit den Grundbesitzern -zumeist Landwirte- die von der Gesellschaft gewünschte besondere Wirtschaftsform gegen Entschädigung und ohne Unterschutzstellung zu vereinbaren. Priorität sollte daher der Vertragsnaturschutz haben.

Gute fachliche Praxis

Grundlage für die Berechnung von Ausgleichszahlungen sollten auch in Zukunft die in den Fachgesetzen wie beispielsweise im Düngegesetz oder im Pflanzenschutzgesetz festgelegten Mindestanforderungen der Landbewirtschaftung bleiben.

Eine Definition der ‚guten fachlichen Praxis‘ im Naturschutzgesetz kommt letztlich einer Oberaufsicht der Landwirtschaft durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und damit durch Herrn Trittin gleich.

Eingriffe

Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass Eingriffe in die Landschaft wie zum Beispiel durch die Errichtung von Wohn- oder Gewerbegebieten und die Anlage von Verkehrswegen naturverträglich sein sollten und ‚ausgeglichen‘ werden.

Ausgleichsflächen

In der Praxis führt dies zu einem weiteren, zum Teil erheblichen Flächenverbrauch bis zum zehnfachen der ursprünglich beanspruchten Fläche.

Ein weiterer Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflächen sollte in Zukunft zumindest eingeschränkt werden. Ausgleichsmaßnahmen durch stupides Aufforsten selbst in Regionen mit einem Waldanteil von 50 Prozent sind zu ersetzen durch kreative Maßnahmen am Projekt oder in dessen Umfeld, zum Beispiel durch naturgerechte Umgestaltung von Gewässern oder Bepflanzungen innerhalb und außerhalb von Siedlungsflächen. Sie sollten vorrangig auf Flächen der öffentlichen Hand erfolgen.

Besondere Bedeutung könnte auch hier der Vertragsnaturschutz erlangen. Oft reicht schon der Kapitaldienst für die zum Ankauf und zur Umgestaltung von Ausgleichsflächen notwendigen Mittel aus, um mit Landwirten über Generationen hinweg die Anlage und Pflege einer gewünschten Landschaftsgestaltung vorzunehmen.

Dokument: Bedeutet die Ausweisung zum Landschaftsschutzgebiet einen Wertverlust oder nicht? (Gutachten der Westdeutschen Genossenschafts-Zentralbank in Münster)

Links zum Thema %url3%Gesetze und Verordnungen%/%, Links zum Thema %url4%Agrarpolitik%/%

09. August 2001

Deutschland Schlußlicht bei Agrar-Beihilfen

Themen: Archiv — info @ 16:08

Hannover (agrar.de) – Ohne Subventionen kommt die Landwirtschaft in keinem westlichen Industrieland aus, auch nicht in der Europäischen Union. Dabei greifen die einzelnen EU-Länder ‚ihrer‘ Landwirtschaft jedoch im unterschiedlichen Maß unter die Arme, zitiert der niedersächsische Landvolk-Pressedienst einen Bericht der EU-Kommission über staatliche Beihilfen von 1997 bis 1999.

Demnach haben sich in diesem Zeitraum die Finnen am großzügigsten gezeigt und der eigenen Landwirtschaft 1,2 Prozent des nationalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) zur Verfügung gestellt. In Österreich waren es 0,5 Prozent, in den Niederlanden 0,33 Prozent und in Portugal 0,3 Prozent. Die Franzosen unterstützten die Landwirtschaft mit 0,24 Prozent des BIP, die Spanier mit 0,22 Prozent, die Iren mit 0,21 Prozent und die Luxemburger mit 0,19 Prozent. Schweden ließ der Landwirtschaft mit 0,16 Prozent des BIP nur unwesentlich mehr zu kommen als Dänemark und Italien mit 0,15 Prozent. Die griechische Landwirtschaft wurde mit 0,14 Prozent des BIP unterstützt, während die belgischen Bauern und britischen Farmer jeweils 0,11 Prozent des BIP erhielten. Die niedrigsten nationalen Beihilfen erhielten mit 0,09 Prozent des BIP die Landwirte in Deutschland.

Die deutschen Landwirte mussten sich von 1997 bis 1999 prozentual mit der Hälfte der Subventionen begnügen, die die übrigen EU-Länder ihren Bauern im Schnitt (0,18 Prozent) zu kommen ließen. Die Hauptwettbewerber Italien, Dänemark, Spanien, Frankreich und die Niederlande greifen dabei noch tiefer in die Tasche als der Durchschnitt. Insgesamt haben die deutschen Landwirte im Berichtszeitraum rund 3,25 Milliarden DM jährlich als Beihilfe erhalten. Anders als die EU-Kommission bezieht die Bundesregierung in ihrem Subventionsbericht zusätzlich die Steuerleichterungen in die Berechnung ein. Mit einem derart berechneten Gesamtvolumen von 3,4 Milliarden DM wäre die Landwirtschaft nach dem aktuellen Subventionsbericht in 2002 nach der gewerblichen Wirtschaft mit 19,4 Milliarden DM und dem Wohnungswesen mit 11,7 Milliarden DM drittgrößter Subventionsempfänger in Deutschland. Für den Zeitraum von 1999 bis 2002 soll die Landwirtschaft mit rund 424 Millionen DM jedoch gut die Hälfte des geplanten Subventionsabbaus von insgesamt 782 Millionen DM tragen.

Dabei können längst nicht alle Zuwendungen an die Landwirtschaft als ‚Subvention‘ definiert werden. Mittlerweile besteht beispielsweise die Hälfte des bundesdeutschen Agrarhaushalts aus Sozialausgaben. Und gerade im Bereich der landwirtschaftlichen Sozialversicherung werden nach Berechnungen des Berufstandes künftig weitere Mittel erforderlich sein, um das Defizit zu decken und den landwirtschaftlichen Strukturwandel sozial zu begleiten.

Schleswig-Holstein: Nachwachsender Rohstoff-Report vorgestellt

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 14:08

Kiel (agrar.de) – ‚In der allgemeinen Euphorie über High-Tech und Biotechnologie wird häufig übersehen, dass die Menschen seit Urzeiten mit nachwachsenden Rohstoffen, den ‚Klassikern‘ der Biotechnologie, leben und arbeiten. Dazu gehören Holz, Flachs und Hanf, Wolle, Leder oder auch Heil- und Gewürzpflanzen. Heute können mit nachwachsenden Rohstoffen auch Massenmärkte bedient werden, etwa mit biologisch abbaubaren Schmierstoffen, Faserverbundwerkstoffen, abbaubaren Verpackungen, ökologischen Baustoffe oder Energie für Strom, Wärme und Verkehr.‘ Das sagte Landwirtschaftsstaatssekretär Rüdiger v. Plüskow heute bei der Vorstellung des Reports über Nachwachsende Rohstoffe in Schleswig-Holstein.

Europaweit würden für den Gesamtbereich der erneuerbaren Energien 500.000 neue Arbeitsplätze prognostiziert. In Schleswig-Holstein würden Nachwachsende Rohstoffe auf rund 18.000 Hektar Land- und Forstwirtschaft angebaut. Rüdiger v. Plüskow: ‚Der jetzt von der Technologie-Transfer-Zentrale Schleswig-Holstein GmbH (ttz) herausgegebene ‚Nachwachsender Rohstoff-Report‘ stellt mehr als 100 Firmen und Forschungseinrichtungen vor, die sich mit dem Thema auf unterschiedlichste Weise beschäftigen. Damit wird eindrucksvoll die Vielfalt der schleswig-holsteinischen Firmen- und Institutionen belegt, die auf diesem Gebiet arbeiten.‘

Beispielhaft hob Rüdiger v. Plüskow folgende Initiativen hervor: – das Kompetenzzentrum für technische und textile Naturfasern in Melsdorf (Kreis Segeberg) – die Initiative der Maschinenringe zum Bau einer Biodieselfabrik an der Westküste – und den vom Bundesverbraucherministerium geförderten Test von biologisch abbaubaren Pflanzenschmierölen in Windkraftanlagen.

Aus Sicht der Landwirtschaft sei eine weitere positive Entwicklung in diesem Bereich besonders wichtig, sagte v. Plüskow. Denn durch den Anbau von Nachwachsenden Rohstoffen würden zum Beispiel alternative Flächennutzungen und Fruchtfolgen möglich. Neben der klassischen Lebensmittelproduktion würden den Landwirten außerdem zusätzliche Wertschöpfungspotenziale eröffnet. Der Staatssekretär: ‚Es kommt dabei vor allem darauf an, heimische landwirtschaftliche Rohstoffe für industriell-technische Anwendungen qualitativ und preislich gegenüber herkömmlichen Rohstoffen konkurrenzfähig zu machen. Die so ermöglichte Vielfalt kann das langfristige Überleben bäuerlicher Betriebe sichern helfen.‘

Die Kosten von rund 24.000 Mark für den Report teilen sich das Ministerium für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus, das Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr, die Kammervereinigung der drei Industrie- und Handelskammern und die Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein.

Der Report ist in einer Auflage von 2000 Stück erschienen und ist erhältlich bei der ttz Schleswig-Holstein, Lorentzendamm 22, 24103 Kiel, Telefon: 0431/51962-0. Von September an wird der Nachwachsende Rohstoff-Report übers Internet zu erhalten sein.

Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe.

Zwanzig Prozent mehr Biodiesel abgesetzt

Themen: Archiv — info @ 14:08

Hannover (agrar.de) – Biodiesel wird in immer stärkerem Maße zu einer Alternative zum mineralischen Dieselkraftstoff. Nach Angaben des niedersächsischen Landvolkverbandes hält die Nachfragesteigerung unvermindert mit großen Zuwachsraten an.

Allein bei der Raiffeisen Haupt-Genossenschaft Nord stieg der Absatz von Biodiesel von 37 Millionen Litern im Wirtschaftsjahr 1999/2000 auf 44 Millionen Liter im gerade abgelaufenen Wirtschaftsjahr, das ist ein Zuwachs von 20 Prozent. Grund ist vor allem der mittlerweile deutliche Preisabstand von 12 bis 18 Pfennig zum Mineraldiesel, der viele Autofahrer zu dieser preisgünstigeren und zudem Umwelt schonenden Alternative greifen lässt. Auf Biodiesel wird nämlich keine Mineralölsteuer erhoben. Mit den nächsten beiden Stufen der Ökosteuer, die mineralischen Diesel jeweils um weitere sechs Pfennig verteuert, könnte der Preisabstand noch größer werden.

Die steigende Nachfrage hat zu einer deutlichen Ausweitung der Produktionskapazitäten geführt. Dennoch gab es immer wieder Lieferengpässe. Seit 1997 ist die Produktion von Biodiesel von 80.000 Tonnen (t) auf 250.000 t im vergangenen Jahr angestiegen, in diesem Jahr dürften es 400.000 t werden. Weitere Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 560.000 t sind derzeit im Bau, und zusätzliche 200.000 t Produktionskapazität sind in Planung. Damit wird sich der Biodiesel einen immer größeren Anteil am Energiemarkt erobern. Schon jetzt steht den Autofahrern ein flächendeckendes Netz von mehr als 1.000 Tankstellen zur Verfügung, davon allein 210 genossenschaftliche in Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Ein aktualisiertes Verzeichnis der Biodiesel-Tankstellen wird in Kürze von der Union zur Förderung des Öl- und Proteinpflanzenanbaus, 53175 Bonn, Godesberger Allee 142-148, herausgegeben. Die Liste ist auch im Internet abrufbar. Dort sind auch aktuelle Informationen zum Biodiesel zu finden.

Um der wachsenden Nachfrage nach Biodiesel gerecht zu werden, ist eine deutliche Ausweitung der Anbaufläche von Raps notwendig. Die Ölsaat wurde in diesem Jahr als nachwachsender Rohstoff auf 300.000 Hektar angebaut. Um den gesamten Bedarf im Non-Food-Bereich zu decken, müssten schon in diesem Jahr weitere 200.000 ha Raps aus dem Nahrungsmittelbereich in diese Verwertungsrichtung fließen. Wenn die im Bau befindlichen Anlagen die Produktion aufnehmen, wären sogar 800.000 ha Non-Food-Raps zur Bedarfsdeckung notwendig. Von der preislichen Seite sind bereits Anreize zur Ausdehnung des Rapsanbaus erkennbar. Zudem könnten die Bauern mit dem Flächenzuwachs einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit Rapsanbau zur Biodieselherstellung auf einer Million ha würde nach Berechnungen des Deutschen Bauernverbandes eine Verringerung der Klimagas-Emissionen in Höhe von rund drei bis fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten erreicht.

Links zum Thema Biodiesel und Pflanzenöl.

Niedersachsen: In 20 Jahren gaben vier von fünf Schweinehaltern auf

Themen: Archiv — info @ 11:08

Hannover (agrar.de) – Der Strukturwandel in der Landwirtschaft verläuft stets parallel mit einem gewissen Konzentrationsprozess. Ein Blick in längere Zahlenreihen der Agrarstatistiker belegt dies nach Angaben des niedersächsischen Landvolk-Verbandes eindeutig für die Schweinehaltung.

In 20 Jahren hat sich die Zahl der schweinehaltenden Betriebe auf weniger als ein Fünftel des Anfangsbestandes reduziert, während sich die Zahl der durchschnittlich gehaltenen Tiere mehr als verfünffacht hat. Die Zahl der insgesamt gehaltenen Schweine war dagegen im Zeitraum von 1979 bis 1980 mehr oder weniger stabil und pendelte um die Marke von 7,5 Mio. Tieren.

Während es aber 1980 zwischen Ems und Elbe noch rund 100.000 landwirtschaftliche Betriebe mit Schweinehaltung gab, reduzierte sich diese Zahl auf 21.600 im Jahr 2000. Parallel dazu hat sich dagegen die im Durchschnitt je Betrieb gehaltene Tierzahl von 70 im Jahr 2000 auf derzeit 342 erhöht. Ähnlich ist die Entwicklung in der Schweinezucht. Von den einst 65.000 Sauenhaltern blieben im Jahr 2000 nur noch 10.800 übrig. Entsprechende Änderungen gab es auch in den durchschnittlichen Beständen: Statt 15 Sauen wie im Jahr 1980 teilen sich heute 60 Muttertiere einen statistischen Durchschnittsstall.

Links zum Thema Schweine%7%, Links zum Thema %url2%Agrarbericht und Statistik

Niedersachsen: Umstellungswelle auf Biolandwirtschaft rollt

Themen: Archiv — info @ 09:08

Bereits 250 Anfragen beim Beratungsring ökologische Landbau

Hannover (agrar.de) – In der niedersächsischen Landwirtschaft rollt die Umstellungswelle auf ökologische Produktionsweisen. Beim Versuchs- und Beratungsring ökologischer Landbau in Walsrode ist nach Angaben des Landvolkverbandes die Zahl der Anfragen von Bauern, die an eine Umstellung ihres Betriebes denken, allein in diesem Jahr mittlerweile auf 250 angestiegen.

In den vergangenen Jahren waren es jeweils nur 20 bis 30 gewesen. Auch mehr als ein halbes Jahr nach der von Ministerin Künast angekündigten Agrarwende hält das Interesse der niedersächsischen Bauern unvermindert an. Der Anteil der nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschafteten Fläche in Niedersachsen dürfte damit in absehbarer Zeit sprunghaft ansteigen. Bisher waren es nach Angaben des Beratungsringes mit ungefähr 40.000 Hektar (ha) nur 1,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Den Ämtern für Agrarstruktur liegen aber laut Beratungsring Anträge zur Förderung der Umstellung für 17.000 weitere ha vor.

Dabei seien dies durchaus keine spontanen Entscheidungen gewesen, so die Erfahrung des Beratungsringes. Vielmehr hätten sich die Betriebe schon länger mit dem Gedanken an die Umstellung befasst, seien diesen Schritt aber meist aus ökonomischen Gründen bisher nicht gegangen. Die Neuausrichtung der Berliner Agrarpolitik hätte lediglich den letzten Anstoß gegeben. Aber auch der Versuchs- und Beratungsring Ökologischer Landbau rechnet im Einzelfall zunächst nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen intensiv die Konsequenzen einer Umstellung durch. Erfahrungsgemäß müsse danach bei ungefähr einem Drittel der Interessierten abgeraten werden, weil die Bewirtschaftung nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus voraussichtlich unrentabel sei. Für erste Kontaktaufnahmen und Fragen von Bauern, die sich für die Umstellung interessieren, hat der Beratungsring eine Telefon-Hotline unter der Rufnummer 05161-986516 eingerichtet. Sie ist werktags jeweils von 8 bis 13 Uhr erreichbar. Nun blieben zwei Jahre Zeit – so lange dauert die Umstellungsphase bis zur Anerkennung – um Absatzwege aufzubauen, sonst breche der Markt zusammen, warnt der Beratungsring.

Schwerpunktmäßig kamen die Anfragen mit gut einem Drittel von Milchviehbetrieben. Ihre Chancen dürften nach dem Einstieg einer niedersächsischen Molkerei in die Biomilchschiene recht gut stehen. Keine großen Probleme mit dem Absatz werden auch die Ackerbau- und Gemüsebetriebe bekommen, die umstellen wollen. Weitaus schwieriger ist jedoch die Situation für die Mutterkuhhalter, die sich nach der BSE-Krise in großer Zahl für die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft interessiert haben. Zwar sind diese extensiv wirtschaftenden Betriebe schon jetzt nicht weit von der Ökolandwirtschaft entfernt, gerade in diesem Bereich fehlen aber bisher die Absatzkanäle.

Links zum Thema Bio-Landbau.

08. August 2001

Bauernverband fordert Änderung der Novelle der TA Luft

Themen: Archiv — info @ 16:08

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Anhörung zur Novelle der TA Luft im Bundesumweltministerium in Bonn am 8.8.2001 hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Forderung nach einer Änderung des Entwurfs bekräftigt. Der DBV mahnte Änderungen in den für die Landwirtschaft besonders relevanten Regelungen über Geruch, Staub und Ammoniak an. Die Spitzenverbände der Wirtschaft sowie die Gewerkschaften äußerten ebenfalls deutliche Kritik an der derzeitigen Fassung der Novelle. Die TA Luft soll den Schadstoffausstoß durch industrielle und landwirtschaftliche Produktion regeln.

Einige Verbesserungen zum Beispiel bei Geruchs- und Ammoniakemissionen seien aufgrund erster Kritik in der jetzt vorliegenden Novelle bereits erreicht worden, erklärte der DBV. So entspreche es der Forderung des Bauernverbandes, dass in der überarbeiteten TA Luft die Geruchsimmissionsrichtlinie GIRL nicht mehr verpflichtend für Sonderuntersuchungen herangezogen wird. Der DBV betonte jedoch in der Anhörung, dass es nicht tragbar wäre, wenn jetzt alle oder einige Bundesländer die Gerichtsimmissionsrichtlinie und insbesondere die so genannte Begehung verpflichtend vorschreiben würden. Denn diese würde kaum aussagefähige und gerichtsfeste Ergebnisse liefern und die Landwirte mit unverhältnismäßig hohen Kosten belasten. Der DBV schlug vor, Abstände zwischen Tierhaltungsanlagen und angrenzenden Baugebieten festzulegen.

Im Hinblick auf die Staubbelastung wird davon ausgegangen, dass der ländliche Raum weniger staubbelastet ist, erklärte der DBV. Solange keine zuverlässigen staatlichen Messergebnisse über die Staubbelastung im ländlichen Raum vorliegen, können in der TA Luft keine entsprechenden Grenzwerte akzeptiert werden. Eine flächendeckende Ermittlung der Immissionssituation muss eine hoheitliche Aufgabe sein. Für den DBV nicht nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang, dass die Emissionen aus Tierhaltungsanlagen nur 10 Prozent von den Industrieanlagen betragen sollen.

Bei der Neuregelung der Ammoniakemissionen begrüßte der DBV, dass in dem neuen Entwurf der Abstand zwischen den Ställen und sensiblen Ökosystemen jetzt geregelt sei. Dies war eine wichtige Forderung des Berufsstandes.

In der Anhörung forderte der DBV zudem, dass die vorgesehene Regelung für Stickstoffniederschläge für einige Regionen in Deutschland, in denen die Tierhaltung eine besonders große Bedeutung hat, zu einem Baustopp führen würde. Dies hätte neben einschneidenden Folgen für die regionale Landwirtschaft auch größere Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt dieser Regionen. Deshalb sei eine Regelung für diese Regionen anzustreben, mit der die Umwelt geschützt, aber auch eine wirtschaftliche Entwicklung möglich bleibe, betonte der DBV.

Preisindex 2,6 Prozent über dem Vorjahresstand

Themen: Archiv — info @ 14:08

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im Juli 2001 gegenüber Juli 2000 um 2,6 Prozent gestiegen und gegenüber Juni 2001 unverändert geblieben. Die Schätzung für Juli 2001 auf Grundlage der Ergebnisse aus sechs Bundesländern wurde damit leicht nach unten korrigiert.

Die Preissteigerung hatte im Juni 2001 im Vorjahresvergleich 3,1 Prozent betragen, im Mai 2001 lag sie bei 3,5 Prozent. Die rückläufige Jahresteuerungsrate ist maßgeblich auf die inzwischen sinkenden Kraftstoffpreise zurückzuführen, die im Juli um 4,8 Prozent tiefer als im Juni und um 1,2 Prozent tiefer als im Vorjahr waren.

Bei den Nahrungsmitteln gingen die Preise im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent zurück, wobei sie sich im Jahresvergleich um durchschnittlich 6,8 Prozent erhöhten (Juni 2001: + 6,9 Prozent). Die Jahresteuerungsraten betrugen für Fleisch und Fleischwaren 9,6 Prozent (Juni 2001: + 9,7 Prozent), für Gemüse 9,6 Prozent (Juni 2001: + 14,4 Prozent), für Obst 10,2 Prozent (Juni 2001: + 8,5 Prozent) sowie für Molkereiprodukte und Eier 7,2 Prozent (Juni 2001: + 6,2 Prozent).

Links zum Thema ‚Agrarbericht und Statistik.

Nitrat-Grenzwerte überdenken?

Themen: Archiv — info @ 10:08

Bonn (agrar.de) – Nach Untersuchungen aus England ist die Wirkung von Nitrat im Trinkwasser und auf oder in Nahrungsmitteln auf die Gesundheit von Mensch und Tier keineswegs so negativ, wie sie in der bisherigen Diskussion dargestellt wurde. In den Studien der englischen Mediziner und Ökologen wurden Nitrat sogar positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. Das berichtet der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS).

Bisher galten Nitrat und Nitrit immer als Risikofaktoren für Magen- und Darmkrebs bzw. als Auslöser der sog. ‚Blausucht‘ bei Kleinkindern. Dagegen fanden die englischen Wissenschaftler heraus, das die Aufnahme von Nitrat die antimikrobielle Aktivität der Magensäure beim Menschen erhöht, und die Resistenz gegen bakterielle Magen- und Darminfektionen, Gastritis und Geschwüre sowie Krebserkrankungen, Karies und verschiedene Infektionen steigert. So wird auch der Anstieg von Darminfektionen der letzten Jahre in Zu-sammenhang mit dem Wegfall von Nitraten und Nitriten als Konservierungsmittel für Fleisch- speziell für Hackfleischprodukte gebracht.

Die Ergebnisse wurden von Prof. Dr. Carlo Leifert, Zentrum für Organischen Landbau der Universität Newcastle, auf der diesjährigen Tagung des Bundesarbeitskreises Düngung in Würzburg vorgestellt.

Links zum Thema Düngung.

06. August 2001

Werbeverbot für Getreideheizung?

Themen: Archiv — info @ 12:08

Düsseldorf/Soest (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe untersucht auf dem Versuchsgut Haus Düsse bei Soest die thermische Verwertung von Weizen oder Gerste. Jetzt tritt Thomas Griese, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium die Bremse.

In einem Brief an die Kammer hat er unter anderem dazu aufgefordert, nicht mehr verstärkt öffentlich über die Getreideheizung zu berichten – vor allem nicht in Zusammenhang mit Brot- oder Futtergetreide. Das berichtet die Lippische Landeszeitung.

Bisher wird auf der Düsse die Verbrennung von Abfallgetreide getestet. Doch bei den derzeitigen Ölpreisen sei, so Experten auch eine Verbrennung von normalen Getreide, wie Weizen, wirtschaftlich. Um einen Liter Öl (Preis: rund 70 Pfennig) zu ersetzen sind 2,2 Kilo Weizen (Preis: 46 Pfennig) notwendig.

Der bayerische Landwirt Franz Pentenrieder hat vor knapp einem Jahr mit seinen Versuchen zur ‚Getreideheizung eine Diskussion ausgelöst (unsere Meldung), die das NRW-Ministerium nun offenbar beenden möchte.

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