22. August 2001

naro.tech mit erweitertem Spektrum

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 15:08

Fachmesse für Nachwachsende Rohstoffe zeigt neue Anwendungen – Industrielle Nutzung stark gewachsen

Erfurt (agrar.de) – Das 3-Liter-Auto könnte bei viel mehr Modellen realisiert werden als das bisher der Fall ist – so sehen es auch führende Automobilhersteller. Das Geheimnis liegt weniger im Motor als viel mehr im Gewicht. Viele seiner Teile lassen sich schon heute günstiger aus Nachwachsenden Rohstoffen herstellen: günstiger in der Herstellung, im Gewichtsverhältnis, in der Entsorgung, im Ressourceneinsatz.

Hinter dieser Erkenntnis verbirgt sich eine umwälzende Wahrheit, denn schon heute sind viele Technologien industriell anwendungsreif. Genau dies ist eine zentrale Botschaft der naro.tech 2001, dem Expertenforum für Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen, das am 5. und 6. September 2001 im Erfurter Messe- und Kongreßzentrum stattfindet. Nach dem Auftakterfolg 1999 gehen auch diesmal die Messe und das 3. Internationale Symposium für ‚Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen‘ parallel an den Start. ‚Neue Anwendungsfelder für Nachwachsende Rohstoffe, ihr Anbau und ihre Einsatzmöglichkeiten‘ lautet des Thema der Ausstellung. Aus ganz Europa werden Experten und Entscheider aus Wissenschaft und Industrie erwartet.

Während sich das Symposium den Perspektiven im europäischen Wirtschaftsraum, besonderen Anwendungsmöglichkeiten aus Sicht der Landwirtschaft, Verbundsystemen und innovativen Verfahren zur werkstofflichen Nutzung von Stärke, Zucker, Fetten, Ölen und Fasern widmet, will die Fachmesse nicht nur das gesamte Spektrum in Erzeugung, Verarbeitung und Anwendung von Nachwachsenden Rohstoffen zeigen, sondern Netzwerke bauen helfen. Wissenschaftliche Einrichtungen, Unternehmen aus Industrie und Landwirtschaft, Verbände und Organisationen bekommen hier eine außerordentliche Gelegenheit zur Präsentation vor kompetenten Fachbesuchern und zum fachlichen Dialog mit anderen Wissenchaftlern und Praktikern.

Mit forschungsstarken, innovativen und europaweit führenden Instituten im Rücken, bringt die Erfurter naro.tech ein erhebliches Entwicklungspotential mit: ‚Wir wollen die naro.tech als führende Leitmesse in Europa etablieren‘, kündigt Projektleiter Dr. Günter Matter an – eine Einschätzung, die von vielen Unternehmen und Wissenschaftlern geteilt wird.

Informationen: Dr. Günter Matter, Tel.: 0361-400-1440, E-Mail

Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe.

Bestandsbuch für Tierarzneimittel ab 24.09.01 Pflicht

Themen: Archiv — info @ 12:08

Berlin (agrar.de) – Die ‚Verordnung zur Änderung der Verordnung über Nachweispflichten für Arzneimittel, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind, und zur Änderung der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken‘ ist im Bundesgesetzblatt vom 21.08.01 (BGBl. I. S. 2131) veröffentlicht worden. Die Änderungen treten zum 24.09.01 in Kraft und bringen eine Verschärfung der Nachweispflicht für Tierarzneimittel mit sich.

Demnach ist jeder landwirtschaftliche Betrieb verpflichtet, ein Bestandsbuch zu führen, in das jede Anwendung von Tierarzneimitteln einzutragen ist. Aufzuzeichnen ist, welches Tier, welches Medikament, in welcher Dosierung, in welchem Zeitraum, in welcher Form (Art der Verabreichung) erhalten hat. Außerdem sind die Wartezeiten in Tagen, der Name des Anwenders (Tierarzt oder Landwirt selbst) und die Nummer des entsprechenden tierärztlichen Anwendungs- und Abgabebeleges aufzuführen.

Das Bestandsbuch darf auch mit dem Computer erstellt werden und muss dann mindestens einmal monatlich ausgedruckt werden. Zusammen mit dem Bestandsbuch sind die tierärztlichen Anwendungs- und Abgabebelege über einen Zeitraum von fünf Jahren aufzubewahren. Durch die Verordnung sollen der Verbleib und die Anwendung von Tierarzneimitteln in Zukunft lückenlos nachvollziehbar sein.

Durch die Änderung der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken ist der Tierarzt in Zukunft verpflichtet, dem Tierhalter die Angaben über die durch ihn durchgeführten Behandlungen unverzüglich mitzuteilen.

Links zum Thema Tiergesundheit.

Rheinland: Weniger Rinder und Schweine

Themen: Archiv,MKS,Rinder,Statistik — info @ 12:08

Bonn (agrar.de) – Die vorläufigen Ergebnisse der Viehzählung im Mai weisen für das Rheinland noch rund 475.000 Rinder und knapp 582.500 Schweine aus. Eine Auswertung der amtlichen Statistik durch die Landwirtschaftskammer Rheinland zeigt, dass gegenüber der Zählung im Mai 2000 rund 13 000 Stück Rindvieh und 8.500 Schweine weniger gehalten werden. Dies entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent und 1,4 Prozent.

Die Zahl der Rinderhalter nahm um fast 800 Betriebe (-11 Prozent) auf rund 6.470 ab. Darin enthalten sind etwa 370 Milchkuhhalter, wobei die Zahl der Milchkühe insgesamt nahezu unverändert blieb. Im Rheinland werden derzeit auf 3.805 Höfen 167.150 Kühe gemolken, dies entspricht einer durchschnittlichen Herdengröße von 44 Milchkühen je Halter, vier Kühe mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der älteren und schwereren Schlacht- und Masttiere hat auch im Rheinland bis zum Viehzählungstermin im Mai infolge der Maul- und Klauenseuche bedingten Transportverbote zugenommen. Während NRW-weit eine Zunahme von 31,9 Prozent auf 28.100 Stück registriert wurde, stieg die Zahl der Ochsen und Mastbullen rheinlandweit um 23,2 Prozent auf rund 7.400 Tiere an. Die Zahl der Mutterkühe dagegen – dies kann als eine Folge der BSE-Krise und des daraus resultierenden Preisverfalls gedeutet werden – sank um rund 4,1 Prozent auf knapp 24.800 Kühe ab, die in 1.750 Betrieben gehalten werden.

Trotz der guten Erlössituation auf dem Schweinemarkt haben 277 Betriebe (-5 Prozent) die Schweinehaltung aufgegeben. Zunehmend sind rheinische Mäster auf den Zukauf von Ferkeln aus benachbarten Regionen angewiesen, da nur noch 750 Betriebe etwa 56.600 Zuchtsauen halten. Das sind 136 Betriebe oder 15,4 Prozent weniger als im Mai 2000. Im Durchschnitt halten diese Betriebe knapp 76 Sauen, der durchschnittliche Schweinebestand beträgt insgesamt 332 Tiere je Halter, das sind 14 Prozent mehr als vor einem Jahr. Durch die Abnahme der Sauen um 12,4 Prozent auf knapp 56.630 Stück sank die Zahl der Ferkel entsprechend um 10.670 Stück (-5,8 Prozent) auf 174.400, während die Zahl der Mastschweine um 10.000 Stück (+3,1 Prozent) über dem Vorjahresniveau lag.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Zahl der Bauernhöfe mit Viehhaltung im Rheinland weiter zurückgeht. Die Anzahl der Tiere in den verbleibenden Betrieben nimmt jedoch kontinuierlich leicht zu.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

ZDS: Arbeitsplatzvernichtung in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:08

Bonn (agrar.de) – Als ‚folgenschwer für den Arbeitsmarkt in Deutschland‘ beurteilt der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Viehzählung. Danach stiegen allein in der Schweinehaltung seit November 2000 rund 10.500 oder 9,2 Prozent Betriebe aus der Produktion aus. ‚Normal‘ sei ein Rückgang um 2,5 Prozent.

‚Geht man von einem durchschnittlichen Arbeitskräftebesatz je Betrieb von 1,6 AK aus, sind allein in der Schweinproduktion in nur 6 Monaten 17.000 Arbeitsplätze vernichtet worden. Berücksichtigt man auch die Betriebsaufgaben im Rinder- und Schafbereich gingen seit November 2000 sogar 22.500 Arbeitsplätze verloren. Diese Betriebe fehlen im Agribusiness als Abnehmer von Betriebsmitteln, Investionsgütern und Dienstleistungen; mit negativen Folgen für die Beschäftigungssituation im Vor- und nachgelagerten Bereich. Zwar lassen sich die Auswirkungen für diesen Bereich nicht exakt beziffern, sie dürften aber nicht unerheblich sein. Schließlich ist heute jeder 9. Erwerbstätige im Agribusiness beschäftigt. Insgesamt sind das rd. 4 Mio Menschen‘ heißt es in einer Pressemeldung des Verbandes.

Für den ZDS ist die Aufgabe von Betrieben und der Verlust von Arbeitsplätzen zumindest teilweise das Ergebnis der seit Dezember propagierten ‚Agrarwende‘. ‚Eine einseitige Förderung des ökologischen Landbaus und eine Verschärfung der Rahmenbedingungen für die konventionelle Landwirtschaft nehmen den Schweinehaltern den Mut zur Investition‘, so der Verband. Der Kanzler werde sich im nächsten Jahr an seinem Versprechen, die Arbeitslosenquote zu senken, messen lassen müssen. Ihm wäre gut geraten, sich bis dahin wieder des landwirtschaftlichen Sektors als Arbeitsplatzbeschaffer zu erinnern.

Links zum Thema Arbeitsmarkt.

Saarland: Umweltministerium fördert naturnahen Mischwald

Themen: Archiv,Saarland — info @ 10:08

Saarbrücken (agrar.de) – Mit Zuschüssen von insgesamt rund 114.000 DM fördert das Umweltministerium den Aufbau von naturnahen Mischwäldern in den Gemeinden Losheim am See, Lebach, Nalbach und Rehlingen-Siersburg. Eine entsprechende Förderung hat Umweltminister Stefan Mörsdorf diesen Kommunen jetzt für Maßnahmen im Gemeindewald bewilligt.

32.000 DM Förderung erhält die Gemeinde Rehlingen-Siersburg, um damit gut neun Hektar reinen Nadelwaldes in naturnahen, gemischten Wald umzuwandeln (die Förster nennen dies ‚Überführung‘). In der Gemeinde Nalbach sollen nicht standortgerechte Bestände auf einer Fläche von einem Hektar auf naturnahe Bewirtschaftung umgestellt werden. Dafür erhält die Gemeinde 8.500 DM Förderung.

In Niedersaubach und in Thalexweiler will die Stadt Lebach auf 1,5 Hektar Laubbaum-Mischkulturen anlegen. Sie erhält hierfür vom Umweltministerium eine Förderung von 10.000 DM. Losheim am See will im Gemeindeteil Rimlingen 6,75 Hektar nicht standortgerechte Bestände in naturnahen Wald überführen. Diese Maßnahme fördert das Umweltministerium mit knapp 63.000 DM.

Die Mittel für den Waldumbau und die Förderung des Nichtsstaatswaldes stehen aus der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ zur Verfügung.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Saarland.

Biodiesel boomt!

Themen: Archiv — info @ 09:08

Erfurt (agrar.de) – In Zeiten knapper Ressourcen und steigender Umweltsensibilität gewinnt die Suche nach alternativen Treibstoffen zunehmend an Bedeutung. Kraftstoffe auf der Basis von Pflanzenölen können hier zur Lösung drängender Probleme beitragen. Denn sie schonen die fossilen Ressourcen, wie Erdöl und Erdgas, und wachsen jährlich nach.

‚Doch nicht nur der ökologische Nutzen spricht für Biodiesel. Logistik, Infrastruktur und Fahrzeugtechnik müssen nicht revolutioniert werden. Das bestehende Verteilersystem kann mit genutzt werden. So hat sich auch in Thüringen das Netz der Biodieseltankstellen in den letzten zwei Jahren enger geknüpft. Mittlerweile kann an 27 Tankstellen der alternative Kraftstoff getankt werden‘, erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar.

Mit der Produktion von Biodiesel kommt der Landwirtschaft die traditionelle Aufgabe des Energielieferanten zu, die sie schon innehatte, ehe die fossilen Energieträger ihren Siegeszug antraten. Denn Biodiesel wird aus pflanzlichen Ölen hergestellt, und diese Öle wiederum entstehen durch das kalte Abpressen von Ölsaaten.

Die Thüringer Bauern bauten für die Industrie in diesem Jahr den nachwachsenden Rohstoff Raps auf 43.500 ha an. Zwei bis vier Tonnen Rapsernte pro Hektar ergeben bis 1.700 Liter Rapsmethylester, auch Biodiesel genannt. Hergestellt wird dieser alternative Kraftstoff in Thüringen an den Standorten Henningsleben und Niederpöllnitz. Die neuste Anlage steht in Rudolstadt, die im letzten Monat die Produktion aufgenommen hat.

Wie die Landwirte Biodiesel herstellen, wo Biodiesel getankt werden kann, welche Probleme es bei der Nutzung geben kann und was die deutsche Vornorm DIN V 51606 dabei für eine Rolle spielt, kann man am Messestand des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt auf der naro.tech, der Fachmesse für Nachwachsende Rohstoffe und Technologie, die vom 5. bis 6. September 2001 in Erfurt stattfindet, erfahren. (unsere Meldung)

Links zum Thema Bio-Diesel und Pflanzenöl.

21. August 2001

Aromis: Schwermetallen auf der Spur

Themen: Archiv — info @ 16:08

Darmstadt (agrar.de) – Die EU-weit abgestimmte Aktion AROMIS (Assessment and reduction of heavy metal input into agro-ecosystems) dient der Erfassung und Minderung von Schwermetalleinträgen in Agrarökosystemen.

Ziel dieser vom KTBL koordinierten Aktion von 21 europäischen Forschungsinstituten ist es, erstmals zu einer länderübergreifenden Erfassung von Schwermetallen in landwirtschaftlichen Böden zu gelangen. Dabei werden sowohl landwirtschaftlich bedingte als auch von der Landwirtschaft nicht beeinflussbare Eintragspfade (Düngung oder Futterzusätze beziehungsweise atmosphärische Deposition und Verwitterung) berücksichtigt und auch auf Austräge (Erosion, Auswaschung) und interne Flüsse (Wirtschaftsdünger, Eigenfutterbau) eingegangen. Neben Instituten aus den EU-Ländern nehmen Einrichtungen aus Kandidatenländern und assoziierten Staaten an der konzertierten Aktion teil, die im Rahmen des Programms ‚Lebensqualität‘ von der EU-Kommission finanziert wird.

In einem ersten Treffen der AROMIS-Projektpartner im Juni in Rennes (Frankreich) wurde der aktuelle Stand des Wissens zur Schwermetallproblematik in den einzelnen Ländern dargestellt und ein Überblick über die unterschiedlichen nationalen Gesetzgebungen präsentiert. Bereits hier konnten Haupteintragspfade für die verschiedenen Schwermetalle identifiziert werden. So stammen Blei und Cadmium in landwirtschaftlichen Böden hauptsächlich aus der atmosphärischen Deposition, während Chrom zu einem großen Teil über Mineraldünger in den Boden gelangen, die gleichzeitig auch die zweitwichtigste Cadmiumquelle sind. Hierbei spielen besonders Phosphordünger eine Rolle.

Für Kupfer-, Zink- und Nickeleinträge ist hingegen die Tierhaltung die bedeutendste Quelle, was sich in hohen Gehalten dieser Elemente in den Wirtschaftsdüngern widerspiegelt. Weiterhin diente das Treffen dazu, Wissenslücken und Forschungsbedarf aufzuzeigen. Zurzeit wird im Rahmen des Projektes eine Datenbank eingerichtet, in der die in den Partnerländern vorhandenen Daten zu Schwermetallbelastungen zusammengestellt und in Form von nationalen und Betriebsschwermetallbilanzen aufbereitet werden sollen. Zusätzlich gibt die Datenbank einen detaillierten Überblick über die relevante Gesetzgebung auf nationaler und EU-Ebene.

Auf Grundlage dieser Datenbasis sollen im weiteren Verlauf des Projekts Minderungsstrategien unter Berücksichtigung der ökonomischen und ökologischen Konsequenzen und möglichst bereits Vorschläge für Gesetzesinitiativen erarbeitet werden. Die Ergebnisse sollen zum Ende des Projekts auf einer Tagung Entscheidungsträgern aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Praxis vorgestellt werden (voraussichtlich Frühjahr 2003). Darüber hinaus haben sich die Teilnehmer der konzertierten Aktion zum Ziel gesetzt, das entstandene Netzwerk zur gezielten Initiierung von Forschungsprojekten zu nutzen, diese zu begleiten und zu koordinieren. Weitere Details zu AROMIS sollen in Kürze auf der Homepage des KTBL verfügbar sein.

Information: Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), Bartningstrasse 49, 64289 Darmstadt, Tel.: 06151-7001-0, Fax: 06151-7001-123.

Links zumn Thema Düngung.

Hamburg: Ökoanbau ausweiten – Vermarktung verbessern

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 15:08

Hamburg (agrar.de) – Ökoprodukte haben auf dem Hamburger Markt eine gute Chance, die aber noch nicht ausreichend genutzt werden kann. Um das Marktpotential auszunutzen, muss neben dem Ökoanbau auch die Produktverarbeitung bis hin zum Verkauf an der Ladentheke gefördert werden. Dies geht über die jetzige Förderung in Form von Umstellungsprämien auf ökologische Wirtschaftsweise hinaus. Der Aufbau regionaler Absatz- und Verarbeitungsstrukturen muss genauso unterstützt werden, wie eine Imageverbesserung der Ökoprodukte.

Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das die Umweltbehörde in Auftrag gegeben hat. Drei Workshops unter Beteiligung von vielen Akteuren des ökologischen Landbaus, darunter Bauern, Gärtner, Vermarkter, Verbraucherzentrale und Handwerkskammer, haben zu dem Ergebnis beigetragen. Eine umfassende Unterstützung in Form einer Ökokampagne müsste nach dem Gutachten auf drei Jahre ausgelegt werden und würde rund fünf Millionen Mark kosten.

‚Hamburg soll ein Paradies für Öko-Genießer werden. Ökoprodukte soll es an jeder Ecke geben – einfach zu finden, in großer Auswahl und möglichst aus der Region‘, sagte Umweltsenator Alexander Porschke bei der Vorstellung des Gutachtens.

Im Rahmen des Gutachtens wurden die Absatzmöglichkeiten und die Weiterverarbeitung von Ökoprodukten analysiert. Auf Grundlage der Analyse wurden die Möglichkeiten der Förderung des Ökoanbaus auf allen Ebenen ausgelotet und eine Offensive zur Ausweitung des Absatzes entworfen. Die Ergebnisse sind: Analyse des Ökomarktes in Hamburg In der Analyse werden die Stärken und Schwächen des heutigen Öko-Marktes aufgezeigt:

– Das Potential, Ökoprodukte in Hamburg zu vermarkten, wird als gut eingeschätzt. Allerdings ist die Bedeutung für den gesamten Lebensmittelmarkt bisher relativ gering. In den Supermärkten werden nur wenig Ökoprodukte angeboten und meist schlecht präsentiert. Eine fachliche Beratung ist in diesen Läden kaum zu finden.

– Ökoprodukte sind dem Verbraucher zwar weitgehend bekannt, jedoch ist das Wissen über die Qualität dieser ebensmittel sowie darüber, wo sie bezogen werden können, gering ausgeprägt. Bei vielen Verbrauchern haben die Ökoprodukte das Image: Sie sind gesund, natürlich und ungespritzt aber auch nicht überall und jederzeit erhältlich und teurer als herkömmliche Produkte. Aspekte wie Genuss, Wellness, lecker, spielen keine Rolle.

– Ein Defizit sieht das Gutachten bei den Möglichkeiten der Weiterverarbeitung von Ökoprodukten. In Hamburg und Umgebung fehlt ein größerer Schlachtbetrieb für Ökofleisch. Gegenwärtig wird das Fleisch in Hausschlachtungen verarbeitet. Dies ist für eine größere Produktion von Ökofleisch nicht ausreichend. Weiterhin gibt es einen Mangel an Biomolkereien.

– Die Förderhöhe der Prämie für Landwirte und Gärtner, die ihren Betrieb auf Ökoanbau umstellen, wird momentan als ausreichend betrachtet. Dieses Förderinstrumentarium alleine reicht jedoch nicht aus, um eine Umstellungsbereitschaft der Betriebe positiv zu beeinflussen. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist tendenziell rückläufig; ebenso der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die Beratung von Landwirten und Gärtnern muss verbessert und die Kommunikation zwischen Erzeuger und Handel gefördert werden.

– In Hamburg und Umland fehlt es an Fachkräften für die Erzeugung und Vermarktung von Ökoprodukten. Im Lebensmittelhandel fehlt geschultes Personal zur geeigneten Präsentation der Produkte und zur Beratung der Kunden.

– Kampagne für mehr Ökoanbau und besserer Absatz von Ökoprodukten

– Im Gutachten wird eine Ökokampagne aus unterschiedlichsten Maßnahmen vorgeschlagen, mit der der Ökoanbau in Hamburg ausgeweitet und der Absatz von Ökoprodukten erhöht werden soll. Den im Rahmen der Analyse dargestellten Schwächen des Ökomarktes soll damit entgegengewirkt werden. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:

– Mit einer breiten Angebotspalette an Produkten und einer besseren Präsentation in den Läden ließen sich Ökoprodukte besser vermarkten. Die Produkte sollten in Hofläden, Bioläden, aber auch in allen Supermärkten in möglichst zentraler Lage zu finden sein. Naturkostläden gelten häufig als ideologisch belastet, überteuert oder liegen nicht zentral. Hier könnte mit Unterstützung von Werbung, Gestaltung und besserer Präsentation entgegengewirkt werden. Um die Regale im Einzelhandel zu füllen wird die Einrichtung einer Marktbörse für den Handel im Internet vorgeschlagen. Ökobetriebe könnten dort ihre Produkte anbieten und Händler hätten schnell einen Überblick über aktuelle Angebote. Damit würde die Kommunikation zwischen Erzeugern der Ökoprodukte und Händlern verbessert und der Einkauf für Händler erleichtert werden. Das Netz der Fachgeschäfte, wie Bäckereien und Fleischereien, die Ökoprodukte anbieten ist noch klein. Ökoberater an der Handwerkskammer könnten Aufklärungsarbeit leisten und die Bereitschaft der Fachbetriebe erhöhen, Ökoprodukte zu verarbeiten und anzubieten.

– Neben der Verbesserung der Angebote für den Konsumenten sollte das Image der Produkte verbessert werden. Ein Informationsportal im Internet und ein Bioguide – ein Buch mit Tipps, Infos und atschlägen rund um den Ökomarkt – sollte dem Verbraucher den Ökomarkt transparenter machen. Eine breit angelegte Werbekampagne nach dem Motto ‚Lust auf Natur‘ könnte ergänzend die Kaufbereitschaft der Verbraucher erhöhen.

– Weiterverarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen sollten ausgebaut werden. Hervorzuheben ist die erforderliche Unterstützung der Erfassung und Verarbeitung von Biomilch sowie die Einrichtung eines Schlachtbetriebes für Biofleisch.

– Um die Umstellungsbereitschaft konventionell arbeitender Landwirte und Gärtner zu erhöhen, müsste das Beratungsangebot für Landwirte und Gärtner in Bezug auf artgerechte Tierhaltung, Ackerbau und Grünlandwirtschaft ausgebaut werden.

– Um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken sollten Schulungshilfen für die Qualifizierung des Personals des Lebensmitteleinzelhandels im Umgang mit Ökoprodukten angeboten werden. Durch einen neuen Förderpreis, der monatlich für die beste Verkaufsstelle für Ökoprodukte ausgelobt werden sollte, könnten die Mitarbeiter zusätzlich motiviert werden.

Die Maßnahmenvorschläge sollten in weiteren Workshops unter Beteiligung möglichst vieler Akteure diskutiert und auf eine breite Basis gestellt werden. Behörden, Kammern, Verbände, Interessengruppen des Landbaus, Erzeuger, Verarbeiter und der Handel müssten einbezogen werden. ‚Der Anteil der ökologischen Landwirtschaft soll in Hamburg in den nächsten zehn Jahren von sechs auf zwanzig Prozent steigen. Dafür ist die Verarbeitung und Vermarktung der Produkte zu unterstützen. Das Gutachten zeigt auf, wo der Hebel angesetzt werden muss. Gewinner wären nicht nur die Landwirte und Gärtner, sondern auch die Verbraucher und die Umwelt‘, sagte der Umweltsenator zum Abschluss.

In Hamburg bewirtschaften 300 Betriebe rd. 11.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, von denen sich der räumliche Schwerpunkt in den Vier- und Marschlanden befindet. Die Landwirtschaftsbetriebe sind überwiegend als klassischer Gemischtbetrieb organisiert, oftmals auch in Kombination mit gartenbaulichen Aktivitäten.

Information: Pressestelle der Umweltbehörde, Brigitte Köhnlein, Ina Heidemann, Tel.: 040-42845-3248/49, Fax: 040-42845-3284, E-Mail.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zur Hansestadt Hamburg.

preagro – Managementsystem sucht Testbetriebe

Themen: Archiv — info @ 14:08

Darmstadt/Müncheberg (agrar.de) – Die im Rahmen des Verbundprojektes preagro entwickelte Software für die Entscheidungsunterstützung im standortspezifischen Pflanzenbau (precision farming) nimmt Gestalt an. Ende Juli wurden auf dem preagro-Projektbetrieb Lüdcke in Beckum die neuen Softwaremodule präsentiert für die Ableitung ortsspezifischer Empfehlungen für Bodenbearbeitung, Aussaatmasse und N-Düngung.

Aus Eingangsinformationen wie Reichsbodenschätzung, Luftbildern und Reliefanalyse leitet die Software Ertragspotenziale ab, also theoretisch erreichbare Erträge für einzelne Teilbereiche eines Schlages. In einem weiteren Schritt wird aus der Standortkenntnis und den Vorgaben des Nutzers ein jahresaktuelles Ertragsziel formuliert.

Die Software fragt beim Anwender Anbaudaten wie Produktionsziel, Vorfrucht, Sorte und aktuelle Beobachtungen zu Witterung und Bestandesentwicklung ab. Alle Eingaben sind mit wenigen Mausklicks durch das Anlegen neuer Teilbereiche in der Standortkarte räumlich frei zuordenbar. So kann der Nutzer auch verwendete Eingangsinformationen wie Reichsbodenschätzkarten korrigieren, die Position und Analysewerte von Nmin-Beprobungen, die Lage von Kuppen und Senken einzeichnen oder auch ökologisch sensible Bereiche definieren und in ihrer Bewirtschaftungsintensität einschränken.

Das Ergebnis sind Anweisungskarten mit Empfehlungen für Bearbeitungstiefe, Aussaat- und Düngermenge. Nach Anpassung auf die jeweilige Maschine können diese Empfehlungen als Anweisungskarte dem Bordterminal zur Ausführung übergeben werden. Die Software kann den Landwirt aber ebenso bei der Ableitung schlageinheitlicher Empfehlungen im Sinne des integrierten Pflanzenbaues unterstützen. Eingangsinformationen wie Angaben aus der Reichsbodenschätzung lassen sich durch den Landwirt mit wenigen Mausklicks entsprechend seiner Standortkenntnis korrigieren.

Seit gut drei Jahren arbeiten die beteiligten 17 Projektpartner aus Wissenschaft, Industrie und Dienstleistungsfirmen an den Regeln und Algorithmen für die Entscheidungsunterstützung. Die praktische Erprobung erfolgt derzeit auf 16 landwirtschaftlichen Betrieben in acht Anbauregionen im gesamten Bundesgebiet.

Interessierte Betriebe gesucht

Der Entwicklungsstand des Managementsystems und der Methoden der Standortbeschreibung erlauben nun auch eine Anwendung in Betrieben ohne eigene Erfahrung im Bereich des ‚precision farming‘. Das Projekt sucht deshalb zusätzliche, am Einstieg in das Teilflächenmanagement interessierte Betriebe. Diese werden bei der Anpassung ihres Produktionssystems, bei der Auswahl der Technik, der Beschaffung der flächenhaften Grunddaten sowie beim Einsatz und der Steuerung der Geräte durch die Projektmitarbeiter beraten. Eine finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung der Daten oder der Technik kann jedoch nicht erfolgen.

Das Projekt möchte mit Hilfe der Betriebe überprüfen, ob die entwickelten Regeln und Prinzipien der Teilflächenbewirtschaftung auf andere Betriebe und Regionen übertragbar sind, aber auch welche ökonomischen und ökologischen Effekte zu erzielen sind.

Interessierte Betriebe werden gebeten bitte bis zum 30. September eine schriftliche Interessenbekundung beim Projektbüro (preagro, c/o ZALF, Eberswalder Straße 84, 15374 Müncheberg) einzureichen oder sich über die Internetseite des Projektes zu melden. In einem zweiten Schritt werden dann von Seiten des Projektes die wichtigsten Betriebskenndaten abgefragt. Die ausgewählten Betriebe werden während der AGRITECHNICA 2001 bekannt gegeben.

Auf der preagro-Internetseite zeigt eine Präsentation den derzeitigen Entwicklungsstand des Managementsystems. Weitere Informationen erhalten Sie bei Daniel Kottenrodt, %url3%KTBL%/%, Tel.: 06151-7001-126, Fax: 06151-7001-123, %url2%E-Mail%/%.

Links zum Thema %url6%Boden%/%, Links zum Thema %url5%GPS und GIS%/%.

Demonstrationspaket zu nachwachsenden Rohstoffen

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 13:08

Hilfe für die Unterrichtsgestaltung

Mühlheim (agrar.de) – Obwohl es schon eine breite Palette von Gebrauchsartikeln aus nachwachsenden Rohstoffen gibt, handelt es sich dabei immer noch um Nischenprodukte, die der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt sind. Das Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung (IfuL) Müllheim hat nun ein Demonstrationspaket zu nachwachsenden Rohstoffen für den Schulunterricht zusammengestellt. Das Demonstrationspaket soll vor allem Lehrkräfte an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen zur Unterrichtsgestaltung dienen. Es enthält 28 Exponate aus nachwachsenden Rohstoffen, eine 30-seitige Dokumentation mit Folienvorlagen und eine Diaserie.

Mit dem Demonstrationspaket können die Möglichkeiten die nachwachsende Rohstoffe aus landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bieten und deren Nutzung jungen Leuten im Unterricht nähergebracht werden. Kraft- und Schmierstoffe aus Rapsöl, Farben und Lacke aus Leinöl, Verpackungsmaterial, und Folien aus Pflanzenstärke, Trinkhalme und Trinkbecher aus Maisstärke sowie Dämmstoffe und Textilien aus Hanf oder Flachs finden sich als Muster im Demopack.

Das Demonstrationspaket kann beim Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung, Auf der Breite 7, 79379 Müllheim bezogen werden.

Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe.

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