31. August 2001

Sachsen: Flath beklagt zu geringes Ökolandbau-Wachstum

Themen: Archiv — info @ 14:08

Sachsen will Fördersätze für Umstellung auf Öko-Landbau erhöhen

Erlbach (agrar.de) – In Sachsen hinkt die Erzeugung von ökologischen Produkten der steigenden Nachfrage weiter hinterher. Nach aktuellen Erhebungen wird in diesem Jahr die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche lediglich um etwa zehn Prozent wachsen.

‚Die Steigerung müsste mehr als doppelt so hoch ausfallen, um mit dem boomenden Öko-Markt Schritt halten zu können‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath zum heutigen Start der ‚Aktionstage Öko-Landbau‘ in Erlbach-Kirchberg (LKrs. Stollberg). Sachsen habe bei der Europäischen Kommission eine Erhöhung der Umstellungsprämien um durchschnittlich 20 Prozent beantragt. ‚Wir wollen eine zusätzliche Anreizkomponente anbieten, um Landwirten den Einstieg in die ökologische Landwirtschaft zu erleichtern‘, sagte Flath weiter.

Die neuen Fördersätze sollen bereits für die Antragstellung zum 14. Oktober dieses Jahres wirksam werden. Sie gelten für Neueinsteiger in den ökologischen Landbau. Erhöht wird die Zahlung im Umstellungszeitraum bei Ackerkulturen von 550 DM auf 660 DM, im Gemüsebau von 800 DM auf 960 DM und im Obstbau von 1500 DM auf 1800 DM je Hektar. Die Beibehaltungsprämien bleiben von der neuen Regelung unberührt. Lediglich für die ökologische Grünlandwirtschaft erhöht sich die Zahlung für Umstellung und Beibehaltung einheitlich von 400 DM auf 480 DM. Die neuen Fördersätze müssen noch von der EU-Kommission genehmigt werden.

Laut Flath habe Sachsen mit seinen größeren Betriebsstrukturen in der Agrarwirtschaft gegenüber anderen Bundesländern Standortvorteile. Zum einen könnten die von Handelsketten beim Einstieg in den Biomarkt geforderten großen Mengen geliefert werden, zum anderen sei das Angebot nicht auf zahlreiche Öko-Verbände und Erzeugergemeinschaften zersplittert. Die Zahl der Betriebe des ökologischen Landbaus stieg im letzten Jahr um elf Prozent auf 204 (1999: 184) an. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche erhöhte sich im gleichen Zeitraum um zwölf Prozent auf 14 285 Hektar. Damit werden 1,6 Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.

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