15. August 2001

Unbekannte DNA in Gen-Soja von Monsanto entdeckt

Themen: Archiv — info @ 12:08

Hamburg (agrar.de) – Belgische Wissenschaftler haben unbekanntes Erbgut in RoundupReady-Sojabohnen (RR) der Firma Monsanto gefunden. Dies geht aus einer heute in der Zeitschrift European Journal of Food Research and Technology veröffentlichten wissenschaftlichen Studie hervor.

Wie die Umweltorganisation Greenpeace informiert stießen die Wissenschaftler auf ein 534 Basenpaare langes DNA-Stück, dass mit keiner bekannten Erbsubstanz von Pflanzen übereinstimmt. Bisher weiß niemand, was dies für Erbgut ist. Das DNA-Stück war zum Zeitpunkt der Zulassung der genmanipulierten RR-Soja für den europäischen Markt nicht bekannt und wurde nicht berücksichtigt. Greenpeace fordert daher den sofortigen Stopp von Importen der RR-Soja nach Deutschland.

‚Wir befürchten, dass die Gen-Soja, die zur Zeit bei uns auf den Markt gebracht wird, sich grundlegend von der Soja unterscheidet, die eine europäische Zulassung hat. Die zuständigen Behörden müssen nun schleunigst handeln und verhindern, dass Soja, die keine Zulassung hat, trotzdem bei uns im Essen landet‘, sagt Imke Ide, Gentechnikexpertin bei Greenpeace. ‚Es ist unverantwortlich, Leuten Gen-Soja in Nahrungsmitteln vorzusetzen, wenn nicht klar ist, welche neue Erbsubstanz sie tatsächlich enthält und was diese Gene bewirken.‘

Laut Greenpeace ist dies bereits das zweite Mal, dass unabhängige Wissenschaftler Monsanto die fehlerhafte Beschreibung der RR-Soja-Sequenz nachweisen. Firmen müssen für das Zulassungsverfahren Daten über die gentechnische Veränderung und Sicherheitsuntersuchungen vorlegen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr gezeigt wurde, dass neben dem Gen, das von Monsanto angegeben wurde, noch zwei unvollständige Kopien desselben Gens in RR-Soja enthalten sind, fanden die belgischen Wissenschaftler nun auch einen Abschnitt mit unbekannter DNA.

Greenpeace fordert das Bundesgesundheitsministerium und das dem Ministerium unterstellte Robert-Koch-Institut (RKI) sowie die zuständigen Landesbehörden auf, die Importe und die Verwendung von RR-Soja ohne Zulassung zu verhindern.

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