03. August 2001

Verbraucher reagierten auf BSE unterschiedlich

Themen: Archiv — info @ 09:08

Vertrauen in Rindfleisch beim Einkauf auf dem Bauernhof uneinheitlich

München (agrar.de) – Sehr unterschiedlich, zum Teil gegensätzlich reagierten Verbraucher auf BSE-Erkrankungen bei Rindern in Deutschland und Bayern. Dies zeigt die Erfahrung von Bäuerinnen und Bauern mit Ab-Hof-Verkauf, wie sie der Bayerische Bauernverband (BBV) durch eine Umfrage ermittelt hat.

Fast die Hälfte der ‚Einkaufen auf dem Bauernhof‘-Betriebe mit Rindfleischverkauf gaben an, an Weihnachten 2000 habe sich das Vertrauen ihrer Kunden verringert, während knapp 36 Prozent keine Änderungen registrierten und annähernd 17 Prozent sogar von einem gesteigerten Vertrauen ihrer Kunden in das angebotene Rindfleisch berichteten. Bereits im Januar 2001 gab es erste Anzeichen für eine Entspannung. Das Kundenvertrauen stieg im Durchschnitt deutlich an. Im Februar registrierten nur noch 19 Prozent im Mai sogar nur noch 12 Prozent Einbußen beim Kundenvertrauen. Mehr als die Hälfte der Befragten Rindfleischanbieter stellten im Mai wieder ein gefestigtes Vertrauen ihrer Kunden fest. Die Umsätze allerdings machten diese Wende zum Positiven nicht im gleichen Maße mit. Hier notierten im Mai immerhin noch 21,5 Prozent der Befragten Umsatzrückgänge durch BSE.

Ganz anders erging es Bauernhöfen, die kein Rindfleisch, dafür aber andere Fleisch- und Wurstarten anbieten. Sie verzeichneten besonders im Weihnachtsgeschäft eine Steigerung der Umsätze und des Vertrauens ihrer Kunden. Diesen Erfolg konnten sie mit leichter Abschwächung auch noch im Mai 2001 verbuchen. Auch Bauernhöfe, die überhaupt kein Fleisch und keine Wurst anbieten, haben nach eigener Einschätzung Auswirkungen durch BSE verspürt. Besonders an Weihnachten und im Januar stiegen die Verkäufe bei rund der Hälfte der Befragten an. Bis zum Mai schwächte sich dann die in diesen Fällen positive Wirkung von BSE wieder etwas ab.

Insgesamt wertete der BBV die Antworten von etwa 80 Bauernhöfen aus, die sich an der Gemeinschaftswerbung mit dem Zeichen ‚Einkaufen auf dem Bauernhof‘ beteiligen.




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