31. August 2001

Paprika stark belastet

Themen: Archiv — info @ 16:08

Paris (agrar.de) – Jeder fünfte in der EU verkaufte Paprika ist mehr als zulässig mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Europäischen Kommission in den 15 EU-Ländern, berichtet die französische Tageszeitung Le Figaro.

Darauf aufmerksam gemacht hat die französische Umweltschutzorganisation Mouvement pour les droits et le respect des generations futures (MDRGF).

In einer Untersuchung im Auftrag der Kommission sind mehr als 40.000 Lebensmittelproben auf 20 verschiedene Insektengifte untersucht worden. Dabei schnitt Paprika am schlechtesten ab: In 19 Prozent der Fälle wurde mindestens ein Grenzwert überschritten. Fast immer handelte es sich dabei um Methamidophos, ein Insektengift, das als stark giftig eingestuft wird und Blutarmut hervorrufen kann. Zu den Überschreitungen kam es in der Regel deshalb, weil die Landwirte mehr als die zulässige Menge des Giftes einsetzten.

Der Abschlussbericht der EU-Studie war bereits Ende Juli erschienen. Das bedenkliche Abschneiden des Paprikas war laut Le Figaro jedoch stillschweigend übergangen worden.

Links zum Thema Gemüse.

Saarland: Getreideernte bei 125.000 Tonnen

Themen: Archiv,Saarland — info @ 15:08

Saarbrücken (agrar.de) – Die diesjährige Getreideernte wird im Saarland mit voraussichtlich 125.200 Tonnen deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, beträgt der Rückgang je 12 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 und dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre. Die Brotgetreidearten erbrachten nach vorläufigen Ergebnissen der Ertragsschätzungen und Besonderen Ernteermittlung eine Erntemenge von 63.700 Tonnen, die Futter- und Industriegetreidearten zusammen 61.500 t.

Ursachen für den Rückgang sind neben einer durch Stilllegungsmaßnahmen um fast 1.000 ha oder 4 Prozent auf 23.880 ha Getreideanbau (ohne Körnermais) verringerten Anbaufläche in einer verstärkten witterungsbedingten Umstellung auf Sommergetreide zu sehen. Bei diesen Getreidearten konnten teilweise nur sehr mittelmäßige Ertragsleistungen erzielt werden. Roggen, Sommergerste und Hafer blieben meist beachtlich unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Vergleichsweise günstige Erträge wurden demgegenüber bei Winterweizen mit 62,0 dt/ha und Wintergerste mit 57,8 dt/ha erreicht.

Die Berechnung der Getreideernte erfolgte auf der Basis eines Standardfeuchtigkeitsgehalts von 14 Prozent. Das Erntegut wird qualitativ günstig beurteilt. Die Feuchtigkeitswerte und Beschaffenheitsmerkmale liegen nach ersten Untersuchungen durchweg im positiven Bereich, so dass keine erhöhten Trocknungs- bzw. Reinigungskosten anfallen und somit in üblichem Umfang Verwertungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten genutzt werden können.

Auf Bundesebene wird eine Getreideernte (einschl. Körnermais) von insgesamt 49,9 Mio. Tonnen verzeichnet, das sind 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Länderweise werden sehr unterschiedliche Entwicklungen nachgewiesen, die aus entsprechenden Einflüssen der Bodenstruktur, der Anbauverhältnisse und des Witterungsverlaufs resultieren. Endgültige Ergebnisse der Getreideernte werden nach Abschluss der Bodennutzungserhebung und Auswertung aller Ertragsfeststellungen berechnet und voraussichtlich gegen Ende Oktober veröffentlicht.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Saarland: Neue Broschüre zu Umweltbildungszentren

Themen: Archiv,Saarland — info @ 14:08

Saarbrücken (agrar.de) – Es ist mittlerweile für viele Kinder und Jugendliche eine exotische Erfahrung, eine Blindschleiche oder Kaulquappe in die Hand zu nehmen oder sich bei Feld- und Gartenarbeit die Hände richtig schmutzig zu machen. Dabei gibt es im Saarland viele Möglichkeiten, Natur pur direkt vor der Haustür zu erleben.

Welche das sind, darüber informiert eine neue Broschüre des Umweltministeriums, die 20 Einrichtungen der Umweltbildung im Saarland vorstellt – angefangen von den beiden saarländischen Zoos über Wildfreigehege und Wildparks bis hin zu Schullandheimen und der Scheune Neuhaus, dem Zentrum für Waldkultur. Die Broschüre informiert detailliert über das jeweilige Angebot der Institution, nennt Ansprechpartner, Öffnungszeiten und, sofern vorhanden, die Internet-Adresse. Der Broschüre liegt außerdem ein Veranstaltungskalender aus dem Bereich Natur, Umwelt, Wandern bei, der laufend aktualisiert wird.

Die reich bebilderte, 36-seitige Broschüre kann nur schriftlich, per Fax oder e-mail bestellt werden beim Ministerium für Umwelt, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Keplerstraße 18, 66117 Saarbrücken, Fax 0681/501-4522, E-Mail.

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Sachsen: Flath beklagt zu geringes Ökolandbau-Wachstum

Themen: Archiv — info @ 14:08

Sachsen will Fördersätze für Umstellung auf Öko-Landbau erhöhen

Erlbach (agrar.de) – In Sachsen hinkt die Erzeugung von ökologischen Produkten der steigenden Nachfrage weiter hinterher. Nach aktuellen Erhebungen wird in diesem Jahr die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche lediglich um etwa zehn Prozent wachsen.

‚Die Steigerung müsste mehr als doppelt so hoch ausfallen, um mit dem boomenden Öko-Markt Schritt halten zu können‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath zum heutigen Start der ‚Aktionstage Öko-Landbau‘ in Erlbach-Kirchberg (LKrs. Stollberg). Sachsen habe bei der Europäischen Kommission eine Erhöhung der Umstellungsprämien um durchschnittlich 20 Prozent beantragt. ‚Wir wollen eine zusätzliche Anreizkomponente anbieten, um Landwirten den Einstieg in die ökologische Landwirtschaft zu erleichtern‘, sagte Flath weiter.

Die neuen Fördersätze sollen bereits für die Antragstellung zum 14. Oktober dieses Jahres wirksam werden. Sie gelten für Neueinsteiger in den ökologischen Landbau. Erhöht wird die Zahlung im Umstellungszeitraum bei Ackerkulturen von 550 DM auf 660 DM, im Gemüsebau von 800 DM auf 960 DM und im Obstbau von 1500 DM auf 1800 DM je Hektar. Die Beibehaltungsprämien bleiben von der neuen Regelung unberührt. Lediglich für die ökologische Grünlandwirtschaft erhöht sich die Zahlung für Umstellung und Beibehaltung einheitlich von 400 DM auf 480 DM. Die neuen Fördersätze müssen noch von der EU-Kommission genehmigt werden.

Laut Flath habe Sachsen mit seinen größeren Betriebsstrukturen in der Agrarwirtschaft gegenüber anderen Bundesländern Standortvorteile. Zum einen könnten die von Handelsketten beim Einstieg in den Biomarkt geforderten großen Mengen geliefert werden, zum anderen sei das Angebot nicht auf zahlreiche Öko-Verbände und Erzeugergemeinschaften zersplittert. Die Zahl der Betriebe des ökologischen Landbaus stieg im letzten Jahr um elf Prozent auf 204 (1999: 184) an. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche erhöhte sich im gleichen Zeitraum um zwölf Prozent auf 14 285 Hektar. Damit werden 1,6 Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Sachsen%/%.

Gutes Wachstum und gutes Erntewetter führt zu größerer Getreideernte

Themen: Archiv — info @ 12:08

Bonn/Berlin – Nach dem vorläufigen amtlichen Ernteergebnis, das das Bundesverbraucherministerium am 30. August bekannt gegeben hat, wurden in diesem Jahr 49,9 Millionen Tonnen Getreide geerntet und damit 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutschen Bauern haben damit in diesem Jahr eine sehr gute Ernte eingefahren. Der Deutsche Bauernverband (DBV) führt die nochmalige Steigerung der Getreidemenge auf die überwiegend guten Erntebedingungen zur Getreideernte 2001 zurück.

Bei den Kulturarten waren es vor allem Triticale (+ 24 Prozent), Roggen (+ 23 Prozent), und die Wintergerste (+ 14 Prozent), die das gute Ergebnis bewirkt haben. Die Tendenz zu einer größeren Erntemenge zeichnete sich bereits aus den Erntemeldungen des DBV ab. Zugelegt hat in den letzten Wochen auch die Hauptkultur Winterweizen, deren Gesamtergebnis sich um 6 Prozent erhöht hat.

In der regionalen Betrachtung haben die ost- und norddeutschen Anbaugebiete – mit Ausnahme Schleswig-Holstein – überdurchschnittliche Erntemengen erzielen können. An der Spitze der Zuwachsraten stehen die brandenburgischen Landwirte mit einer Steigerung um ein Drittel. Allerdings wurde im Vorjahr in Brandenburg aufgrund der mehrmonatigen Dürreperiode das mit Abstand schlechteste Ergebnis erzielt.

Für Raps bleibt es bei der in den Erntemeldungen des DBV prognostizierten Ausweitung auf ca. 4 Millionen Tonnen gegenüber 3,6 Millionen Tonnen im Vorjahr. Der Zuwachs beruht auf einer Steigerung der Anbauflächen um 6 Prozent und einer Erhöhung der Erträge um ebenfalls 6 Prozent.

Information: Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, Fax: 0228-8198205, E-Mail

Links zum Thema Getreide.

Verbraucherzentralen fordern konventionelles Fleisch-Gütesiegel auf hohem Niveau

Themen: Archiv — info @ 12:08

Berlin (agrar.de) – Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (zvbz) forderte anlässlich der Anhörung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) ein konventionelles Gütesiegel für Fleischprodukte auf hohem Qualitätsniveau. Zur Anhörung präsentieren die Verbraucherzentralen den Entwurf eines umfassenden Kriterienkatalogs.

‚Ministerin Künast darf sich nicht länger zurücklehnen und lediglich Lebensmittelwirtschaft und Landwirte über eine freiwillige Lösung diskutieren lassen‘, so der vzbv in einer Pressemeldung. Vielmehr sei die Politik gefordert, konkrete Rahmenbedingungen, etwa den vollständigen Verzicht auf den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel oder die Erweiterung der BSE-Prophylaxe bei der Schlachtung zu formulieren, appelliert der Verband.

Als nicht ausreichend bezeichnet der vzbv in diesem Zusammenhang die Vorschläge der Lebensmittelwirtschaft (Lebensmitteleinzelhandel, Fleischwarenindustrie, Schlacht- und Zerlegewirtschaft, Eierwirtschaft, Futtermittelindustrie, CMA), deren Qualitätssicherungskonzept eine Überprüfung der Fleischqualität für jede einzelne Produktionsstufe vorsieht.

‚Die bisher präsentierten Kriterien zur Umsetzung des Konzepts reichen jedoch nur wenig über die derzeitigen Standards hinaus‘, kritisiert der vzbv. Ein Mehr an Tier- und Umweltschutz sei kaum erkennbar. Nur ein Gütezeichen auf einem deutlich höheren Niveau werde dem gestiegenen Bedürfnis der Verbraucher nach qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus tier- und umweltgerechter Erzeugung gerecht. So sollte ein weitreichendes Siegel zum Schutz der Tiere und des Verbrauchers etwa den Verzicht auf Voll- und Teilspaltenböden in der Schweinehaltung oder auf Tiertransporte von über vier Stunden beinhalten.

Der Verband fordert Ministerin Künast auf, nach den Entscheidungen zum Öko-Siegel nun auch feste Eckpunkte für das konventionelle Gütesiegel zu präsentieren und die gesetzlichen Mindeststandards schleunigst nachzubessern. Dabei dürften nicht ausschließlich die Interessen der Mehrzahl der Anbieter ausschlaggebend sein, sondern vor allem der Schutz und die Bedürfnisse des Verbrauchers. Zudem müsse eine weitreichende staatliche Kontrolle der Eigenkontrolle der Lebensmittelindustrie aufgebaut werden. In einem nächsten Schritt gelte es dann, weitere konventionelle Lebensmittel wie Obst und Gemüse mit einem konventionellen Gütezeichen zu erfassen.

Information: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Markgrafenstraße 66, 10969 Berlin, Tel.: 030-258000, Fax: 030-2580018, E-Mail

Links zum Thema Lebensmittel.

Eckpunktepapier zum Ökolandbau vorgelegt

Themen: Archiv — info @ 12:08

Hamburg/Berlin (agrar.de) – 33 Organisationen aus Verbraucher- und Umweltschutz, Naturkosthandel, ökologischer Landwirtschaft, Kirche und Gewerkschaften legten jetzt ein umfangreiches Papier mit Maßnahmen zur Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft vor. ‚Agrarwende bedeutet Neuausrichtung der Agrarpolitik nach dem Leitbild des Ökolandbaus. Mit unserem Eckpunktekatalog wollen wir der Politik von Renate Künast Rückenwind geben‘, so Georg Abel (VERBRAUCHER INITIATIVE) für das Aktionsbündnis Ökolandbau anlässlich der Übergabe der ‚Agrarpolitischen Maßnahmen zur Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft‘ heute in Hamburg an die Bundesverbraucherministerin.

Ein wichtiger Teil der Agrarwende ist die Steigerung des Marktanteils ökologischer Lebensmittel. ‚Für das große Ziel – 20 Prozent bis zum Jahr 2010 – ist eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Akteure erforderlich‘, so Ute Rönnebeck von der Evangelischen Jugend im ländlichen Raum. Angeregt wird z.B. ein beim Bundesverbraucherministerium angesiedelter Beirat für Ökolandbau, ein Runder Tisch mit den wichtigsten Akteuren im Bereich Vermarktung und Verarbeitung von Ökoprodukten und die Einbeziehung der konventionell wirtschaftenden Agrarwirtschaft in die Ökologisierung der Landwirtschaft.

Auch die Verbände des ökologischen Landbaus unterstützen das Eckpunktepapier. Sie unterstreichen, dass mit dem Maßnahmenkatalog konkrete Vorschläge vorgelegt werden, um das Zwischenziel von 10 Prozent bis 2005 zu erreichen. Dazu gehören u.a. die Schaffung deutlicherer Umstellungsanreize im Rahmen der Agrarumweltprogramme oder die Koppelung der Agrarinvestitionsförderung an die ökologische Wirtschaftsweise.

‚Das beste Angebot nützt nichts, wenn nicht die Nachfrageseite gestärkt wird und neue Käuferschichten für Bioprodukte gewonnen werden‘, so Heike Moldenhauer stellvertretend für die Umweltverbände BUND, NABU und WWF. Das Aktionsbündnis fordert Öko-Anbau und Öko-Vermarktung im ausgewogenen Verhältnis wachsen zu lassen. ‚Anbau und Absatz müssen gemeinsam wachsen, denn sonst erweisen wir mit sinkenden Preisen dem Bioanbau einen Bärendienst‘, erklärte Elke Röder, Bundesverbände Naturkost Naturwaren. Notwendig sei eine Imagekampagne für den Ökolandbau und eine stärkere Qualifizierung des Verkaufspersonals, damit Verbraucher immer kompetenter über die Vorteile ökologisch produzierter Lebensmittel informiert werden.

Darüber hinaus sollten öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Behörden und Mensen eine ökologische Vorreiterrolle einnehmen und in ihren Kantinen täglich wenigstens ein Gericht mit Bioprodukten anbieten. ‚Kommen die Leute hier erst mal auf den Geschmack, kaufen sie auch privat verstärkt Ökolebensmittel ein‘, ist Moldenhauer überzeugt.

Der Eckpunktekatalog kann im Internet abgerufen werden, die 32seitige Printversion kann für 10 DM (inkl. Versandkosten, Scheck oder Briefmarken) beim Aktionsbündnis Ökolandbau, Gerlinde Wiese, Kirchplatz 1, 37249 Neu-Eichenberg, Tel: 05542/72800 angefordert werden.

Zu dem 33 Organisationen umfassenden Aktionsbündnis Ökolandbau gehören: AgrarBündnis, Ahorn e.V., AVE, AGÖL, Beratung Artgerechte Tierhaltung e.V., Bioland Bundesverband, bio verlag GmbH, Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend im ländlichen Raum, BUND, Bund Naturschutz in Bayern, BBU, Bundesverband Naturkost, Naturwaren, Herstellung und Handel e.V., Demeter Bund, Die VERBRAUCHER INITIATIVE, Fördergemeinschaft für Umwelt, Bildung, Arbeit e.V., FÖL, Gesellschaft für Nachhaltige Entwicklung, Ges. zur Erhaltung alter u. gefährdeter Haustierrassen e.V., Gregor Louisoder Umwelt Stiftung, IG Metall, NABU, NaturFreunde Deutschland, Naturland e.V., Ökomarkt Verbraucher- und Agrarberatung e.V., Projektgesellschaft Demeter-Zentrum 2001, ProZept e.V., Schweisfurth-Stiftung, Stiftung Ökologie & Landbau, Terra Futura, WWF, UGB, Zentrum f. Gesellschaftliche Verantwortung d. Evangelischen Kirche in Hessen u. Nassau, Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Thüringen: Ernte kurz vor Abschluss

Themen: Archiv — info @ 10:08

Erfurt (agrar.de) – Die Getreide- und Rapsernte in Thüringen ist fast abgeschlossen. Die gute Witterung der letzten Wochen ermöglicht den Landwirten eine sehr gute Ernte bei den Druschfrüchten. Bei Getreide wird zum ersten Male ein Durchschnittsertrag von mehr als 70 dt je Hektar erreicht. Die sehr guten Erträge von Winterweizen (vorläufiger Ertrag 74,0 dt/ha), Wintergerste (71,1 dt/ha) und Winterroggen (72,5 dt/ha) sind die Grundlage für den hohen Gesamtertrag. Aber auch Sommergerste (vorläufiger Ertrag von 57,0 dt/ha) und Triticale (vorläufiger Ertrag 68,0 dt/ha) tragen mit sehr hohen Ernteergebnissen zum Gesamtertrag bei.

Der Ertrag bei Winterraps liegt mit 38,97 dt/ha auch deutlich über den Erträgen der letzten Jahre.

Der Drusch der Mähdruschfrüchte erfolgte mit sehr geringen Feuchtigkeitsgehalten (alle Getreidearten deutlich unter der Basisfeuchte von 14 Prozent und auch Raps wurde mit durchschnittlich 7,8 Prozent unter der Basisfeuchte (9,0 Prozent) gedroschen. Diese Tatsache hat auch Auswirkung auf den Hektarertrag der Kulturen, der immer auf den Basisertrag ermittelt wird.

Die technologischen Eigenschaften werden bei den Erntepartien von Winterweizen und Roggen in der Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung untersucht. Erste Untersuchungsergebnisse zeigen sehr gute Fallzahlen (Stärkeeigenschaften). Die Proteingehalte liegen im Durchschnitt der letzten Jahre. Es ist gesundes, trockenes Erntegut mit niedrigem Fremdbesatz eingebracht worden. Thüringer Erntepartien liegen bei den ersten Ergebnissen zu den Qualitätseigenschaften über den vergleichbaren Bundesergebnissen.

Bei Sommergerste, die vorwiegend zur Nutzung für Brauzwecke in Thüringen angebaut wird, gibt es erste Ergebnisse der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Hier sind aufgrund der unterschiedlichen Aussaatzeitpunkte größere Qualitätsunterschiede zu verzeichnen. Die Eiweißgehalte entsprechen den Vorjahreswerten. Der Vollgerstenanteil liegt unter den Vergleichswerten der letzten Jahre. Etwa zwei Drittel der Gesamternte entsprechen den geforderten Qualitätskriterien für Braugerste.

Links zum Bundesland Thüringen.

30. August 2001

Hervorragende Getreideernte

Themen: Archiv — info @ 15:08

Berlin (agrar.de) – Nach Informationen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) haben die deutschen Landwirte in diesem Jahr eine sehr gute Ernte eingefahren:

Rekordmenge

Nach einer sehr wechselhaften Vegetationsperiode – zu erinnern ist vor allem an die schlechten Aussaatbedingungen in diesem Frühjahr – haben die deutschen Landwirte in diesem Jahr eine sehr gute Getreideernte eingefahren. Die Ernte ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen.

Nach den vorläufigen Ergebnissen der Sachverständigen liegt die Getreideernte mit 49,9 Millionen Tonnen noch um 10,3 Prozent über dem sehr guten Ergebnis des Vorjahres.

Die Anbaufläche für Getreide blieb gegenüber 2000 nahezu unverändert (+ 0,6 Prozent). Die höhere Erntemenge ist deshalb auf die Zunahme der durchschnittlichen Hektarerträge um 9,6 Prozent auf 70,8 Dezitonnen je Hektar zurückzuführen.

Die außerordentliche Steigerung des Durchschnittsertrages ist vor allem wetterbedingt. Optimale Aussaatbedingungen für das Wintergetreide und zumeist günstiges Erntewetter standen hier auf der ‚Haben‘-Seite.

Gute Qualitäten

Die technologischen Qualitätseigenschaften der diesjährigen Ernte sind alles in allem zufriedenstellend bis gut.

Beim Brotgetreide sind die Stärkeeigenschaften (Fallzahl) als sehr gut einzustufen. Die Proteingehalte dürften sich eher im mehrjährigen Durchschnitt bewegen. Im Allgemeinen wurde gesundes, trockenes Erntegut mit niedrigem Fremdbesatz eingebracht.

Öko-Getreide nimmt zu

Die dynamische Entwicklung des ökologischen Landbaus hat sich weiter beschleunigt. Von Ende 1999 bis Ende 2000 hat die nach den Regeln des Ökolandbaus bewirtschaftete Fläche um 21 Prozent auf 546.000 Hektar zugenommen. Dies ist ein Anteil von 3,2 Prozent an der Gesamtfläche. Unter Berücksichtigung der Unterschiede in der Anbaustruktur und im Ertragsniveau zur konventionellen Landwirtschaft dürfte die Getreideerzeugung aus ökologischem Anbau 2001 rund 600.000 Tonnen erreichen. Dies ist bisher nur ein Anteil von 1,2 Prozent der Gesamternte.

Am 5. September wird das bundeseinheitliche Ökosiegel vorgestellt. In den Jahren 2002 und 2003 stehen jeweils 68 Millionen DM zur Förderung des ökologischen Landbaus zur Verfügung. Der Absatz von Ökoprodukten im Handel hat in letzter Zeit um bis zu 50 Prozent zugenommen. Alles dies wird dazu beitragen, dass der Anbau von ökologisch erzeugtem Getreide in den kommenden Jahren beschleunigt zunehmen wird.

Geringere EU-Getreideernte

Infolge der Anbaueinschränkung, insbesondere bei den ertragreichen Wintergetreidearten, zeichnet sich in der EU insgesamt eine deutlich geringere Erzeugung ab. Fachleute prognostizieren derzeit für die EU-15 eine Getreideernte von 195 bis 200 Millionen Tonnen. Dies wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 14 bis 19 Millionen Tonnen bzw. von 7 bis 9 Prozent. Im einzelnen wird mit Rückgängen vor allem bei Weichweizen und Gerste gerechnet.

Getreidepreise

Die Entwicklung der Getreidepreise war während der Ernte etwas günstiger als erwartet. Die Senkung des Interventionspreises zeigt allerdings bei Brotroggen schon jetzt Wirkung auf die Erzeugerpreise. Im weiteren Vermarktungsverlauf dürfte sich die Interventionspreissenkung auch auf Gerste und Triticale auswirken. Der Marktverlauf ist gegenwärtig eher ruhig. Die Preise für Brotweizen bewegten sich nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) zum Abschluss der Ernte mit 19,50 DM bis 21,90 DM je 100 kg leicht unter und vereinzelt auch leicht über dem Vorjahresniveau. Dagegen führte die reichliche Ernte an gutem Brotroggen überwiegend zu niedrigeren Preisen als im Vorjahr. Für Braugerste liegen die bisherigen Erzeugerpreise über denen des Vorjahres.

Marktaussichten

Die Marktaussichten nach dieser reichlichen Ernte werden durch zwei Faktoren positiv beeinflusst: Die Getreideverfütterung wird voraussichtlich weiter ansteigen, wozu neben der Verteuerung wichtiger Importfuttermittel auch das Verbot der Tiermehlverfütterung beiträgt.

Da die Erzeugung in den anderen EU-Mitgliedstaaten fast ausnahmslos niedriger ist als im Vorjahr, könnte dies zu günstigen Exportchancen im Binnenmarkt führen. Sofern der Kurs des Euro zum US-Dollar nicht zu stark steigt, werden zudem weiterhin erstattungsfreie Exporte von Weizen und Gerste in Drittländer möglich sein.

Ölsaaten

Der Anbau von Raps und Rübsen ist nach dem Rückgang des Vorjahres im Jahr 2001 wieder ausgeweitet worden. Die Anbaufläche beträgt nun 1,14 Millionen Hektar, das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei deutlich gestiegenen Hektarerträgen wird die Ölsaatenerzeugung mit voraussichtlich 4,0 Millionen Tonnen um etwa 12 Prozent über der Vorjahresmenge liegen.

Knapp 30 Prozent der Ölsaatenerzeugung, das sind 330.000 Hektar, wurden auf stillgelegten Flächen angebaut und fließen in den Non-Food-Bereich. Die Ölerträge dieser Flächen werden vor allem zu Biodiesel, technischen Ölen für die Oleochemie und Schmiermitteln verarbeitet.

Wie im Vorjahr ist auch in diesem Jahr davon auszugehen, dass die in Deutschland und der EU jeweils festgelegten Garantieflächen, die den Ölsaatenanbau für Nahrungszwecke entsprechend den geltenden EU-Regelungen begrenzen sollen, in diesem Jahr nicht überschritten werden. Damit würden den Ölsaatenerzeugern die Flächenzahlungen ohne Kürzungen ausgezahlt werden.

Die Preise sind gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich um etwa 30 Prozent gestiegen. Das Vermarktungsgeschehen wird im weiteren Verlauf nicht nur von der Weltmarktsituation, sondern auch vom Kurs des US-Dollars sowie von der endgültigen Ernte in Deutschland und Europa beeinflusst.

Übrige Kulturen Hülsenfrüchte (vorwiegend Futtererbsen) wurden verstärkt angebaut, um die durch das Fütterungsverbot für Tiermehle entstandene ‚Eiweißlücke‘ zu schließen. Die Erntemenge bei Zuckerrüben wird gegenüber dem Vorjahr jeweils deutlich zurückgehen, da die Kultur aufgrund der schlechten Aussaatbedingungen im Frühjahr den Wachstumsrückstand nicht vollständig aufholen konnte. Auch bei Kartoffeln ist von einer niedrigeren Erntemenge auszugehen. Im Marktobstbau ist bei Äpfeln und Birnen mit einer durchschnittlichen Erntemenge zu rechnen. Die Winzer erwarten eine qualitativ gute, mengenmäßig mittlere Weinernte.

Der vollständiger Bericht ‚Ernte – Versorgung – Preise 2001‘ kann als PDF-Datei vom Server des Ministeriums geladen werden.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

DNR sieht „Amoklauf“ gegen Bundesnaturschutzgesetz

Themen: Archiv — info @ 12:08

Bonn (agrar.de) – Mit heftigen Angriffen an die Adresse des vom Deutschen Bauernverband (DBV) angeführten Bündnisses gegen den Entwurf des Bundesnaturschutzgesetzes reagierte heute in Berlin der Deutsche Naturschutzring (DNR). Wer wie der Bauernverband, die Ernährungswirtschaft, Industrie, Gewerbe, Handwerk und Kommunale Spitzenverbände gegen das von Bundesumweltminister Trittin geplante neue Bundesnaturschutzgesetz ‚Amok laufe‘, verkenne nicht nur die Notwendigkeit für den Erhalt der biologischen Vielfalt, sondern auch die großen Chancen der eingeleiteten Agrarwende für die bäuerliche Landwirtschaft und den Vertragsnaturschutz. ‚Anstatt die Naturschützer als Partner zu begreifen, blasen die Funktionäre des Bauernverbandes zum Angriff‘, monierte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Bei der Pressekonferenz hat der DNR ein neues Naturverständnis hat gefordert. Unter dem Motto ‚Abenteuer Wildnis, Sehnsucht Wildnis‘ soll die Natur weitgehend sich selbst überlassen werden. Bei der anstehenden Reform des Bundes-naturschutzgesetzes ist als neue Zielbestimmung ‚der Schutz der Natur um ihrer selbst willen‘ einzuführen, so der DNR.

‚Nirgendwo auf der Welt gibt es eine penetrantere Ordnung in Wäldern, Flüssen und Feldwegen, als bei uns. Wir haben eine Zivilisationslandschaft, die aus Amtsstuben- und Reißbrettgehirnen kommt und nichts mehr mit Kultur und schon gar nicht mit freier Natur zu tun hat‘, betonte Weinzierl.

Amphibientümpel in Auffahrtsschleifen, Sukzessionsflächen an Autobahnböschungen, Ausgleichszahlungen bei Hochspannungsleitungen, Ankauf von Biotopen bei neuen Verkehrsstrecken und Gewerbegebieten können Eingriffe in den Naturhaushalt meistens nicht ausgleichen. Ein Verlust an Freiflächen wäre nur dann ersetzbar, wenn woanders eine flächengleiche Entsiegelung stattfindet. Wo aber werden beispielsweise alte Straßentrassen aufgerissen? In der Regel wird die ehemalige Straße neben der neuen liegengelassen und die wenigen Biotope dazwischen werden zur Todesfalle für alles Lebendige, das sich dazwischen ansiedelt.

Das heutige Kulturverständnis, das zunehmend die ganze Erde in den Griff nimmt, kann offenbar Mensch und Schöpfung nicht versöhnen, da es einzig und allein den Menschen zum Maß aller Dinge erhebt. ‚Wir brauchen wieder einen Hauch von Wildnis in Deutschland, damit wir uns nicht ganz von der Natur entfernen‘, sagte Weinzierl. Braunbär, Wolf und Luchs müssen bei uns ebenso heimisch werden, wie der Pirol und die Nachtigall, wie Haselnusshecken, Erlenbrüche, Wacholderhänge, Pionierwälder in von Borkenkäfern zerstörten Fichtenmonokulturen oder Flusslandschaften mit einigen Hunderttausend Hektar Auen zum Schutz gegen Hochwasser.

Natürlich müssen klassische Trockenrasen oder Niedermoore offengehalten werden, weil dort Tier- und Pflanzenarten leben, für die es keine anderen Lebensräume gibt. Dies gilt auch für Streuobstwiesen. ‚Auf Dauer können wir uns aber schon aus Kostengründen die bisherige Pflegeeuphorie von Natur und Landschaft nicht mehr leisten‘, meinten die DNR-Vertreter.

Der bisherige Umgang mit der Natur hat nicht dazu geführt, die biologische Vielfalt zu bewahren, beklagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Die sogenannten Roten Listen zeigen. in welchem Umfang Flora und Fauna in Deutschland bedroht sind. Danach sind 79 Prozent der Kriechtiere, 70 Prozent der Fische/Rundmäuler, 62 Prozent der Lurche, 46 Prozent der Säugetiere, 33 Prozent der Brutvögel, 44 Prozent der Flechten, 35 Prozent der Moose und 27 Prozent der heimischen Farn- und Blütenpflanzen ausgestorben oder bestandsgefährdet. 15 Prozent der Biotoptypen sind von vollständiger Vernichtung bedroht, 33 Prozent stark gefährdet und weitere 20 Prozent gefährdet. Mit 120 ha pro Tag ist der Landschaftsverbrauch in Deutschland viel zu hoch. Nur noch auf 22 Prozent Prozent der Fläche gibt es unzerschnittene verkehrsarme Räume. Absolut enttäuschend sind mit durchschnittlich 6,4 Prozent der Landesfläche die gemeldeten FFH-Gebiete der Bundesländer. Spanien, Griechenland und Dänemark weisen über 20 Prozent ihrer Fläche aus!

Mehr in den Vordergrund gerückt werden muss die bisher völlig unterschätzte Rolle von Natur und Landschaft als Standortfaktor. ‚Natururlaub in Deutschland wird den Inlandstourismus populärer machen‘, prophezeite Röscheisen. Mit einer vom Bundesumweltministerium unterstützten Vermarktungsinitiative attraktiver Urlaubsangebote im Umfeld von Nationalparken, Biosphärenreservaten und Naturparken soll die Anzahl von 58,5 Millionen Urlaubsreisen Deutscher im Inland mit den 62 Mio. im Ausland, jeweils Stand Ende 2000, gleichziehen. Allein der boomende Fahrradtourismus trägt mit 10 Milliarden DM Umsatz jährlich immer spürbarer zu den touristischen Gesamtausgaben von 275 Milliarden DM (Stand 1995) bei. Hier gibt es ebenso wie beim Wander- und auch beim Wassersporttourismus große Wachstumschancen, sofern die vom DNR vorgeschlagenen bundesweiten Service- und Koordinierungsstellen dafür eingerichtet werden.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

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