05. Juli 2001

Bioland und Demeter begrüßen Beschlüsse der Agrarminister

Themen: Archiv — info @ 15:07

Mainz/Darmstadt (agrar.de) – Als bedeutende Weichenstellung auf dem Weg zu einer umwelt- und verbrauchergerechten Landwirtschaft haben die Ökoanbauverbände Bioland und Demeter die Beschlüsse der Agrarminister zur Neugestaltung der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ bezeichnet. ‚Die Agrarwende nimmt konkrete Gestalt an‘, bewerten Thomas Dosch, Bioland-Bundesvorstand, und Demeter-Geschäftsführer Dr. Peter Schaumberger die neuen Fördergrundsätze von Bund und Ländern.

Mit der Neuausrichtung der nationalen Agrarfinanzierung werden öffentliche Mittel so vergeben, dass sich landwirtschaftliche Betriebe an den Grundsätzen des ökologischen Landbaus orientieren können und dabei mit Fördermitteln unterstützt werden. Staatliche Mittel werden endlich als politisches Instrument eingesetzt, um falschen und gesellschaftlich nicht gewünschten Entwicklungen entgegen zu steuern. Konkret ist beispielsweise vorgesehen, künftig Fördermittel auf Betriebe zu konzentrieren, die eine artgerechte und flächengebundene Tierhaltung betreiben. Gleichzeitig sind der Ausbau und die Professionalisierung der Marktstrukturen des Ökolandbaus vorgesehen. Damit wird eine flächendeckende Versorgung der Verbraucherinnen und Verbraucher mit Biolebensmitteln begünstigt.

Mit dem Beschluss, die sogenannte ‚Modulation‘ einzuführen, wird zudem für mehr soziale Gerechtigkeit bei der Mittelvergabe gesorgt. Die Belange kleinerer Familienbetriebe werden mit der Einrichtung eines Freibetrages in Höhe von 20.000 DM berücksichtigt. Aus Sicht der Verbände Bioland und Demeter ist die eindeutige Ausrichtung auf Flächenbindung der Tierhaltung, die Begrenzung von Förderungen auf artgerechte Tierhaltung und die Favorisierung des ökologischen Landbaus ein klares Zeichen an alle Landwirtinnen und Landwirte, die ihre persönliche Agrarwende vollziehen und auf ökologischen Landbau umstellen wollen.

Links zum Thema Bio-Landbau

Niedersachsen: Landwirtschaft überwiegend in Bauernhand

Themen: Archiv — info @ 15:07

Hannover (agrar.de) – Nach wie befinden sich die landwirtschaftlichen Betriebe Niedersachsens vorüberwiegend im bäuerlichen Besitz. Betriebe in der Hand juristischer Personen, wie in den neuen Bundesländern von etwas größerer Bedeutung, spielen dagegen nach Informationen des Landvolkverbandes in Niedersachsen nur eine untergeordnete Rolle.

Wie das Landesamt für Statistik ermittelt hat, wurden 1999 von insgesamt 65.650 Betrieben ab einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von zwei ha allein 62.131 als Einzelunternehmen von natürlichen Personen bewirtschaftet, also als ‚klassischer‘ Familienbetrieb. Eine gewisse Bedeutung hat aber auch die gemeinschaftliche Bewirtschaftung erlangt. 3088 Betriebe wurden 1999 als Perso-nengesellschaft geführt. Diese sind beispielsweise unter Ehegatten, Erbengemeinschaften oder als Vater-Sohn-Gesellschaften verbreitet, gewinnen aber auch beim Zusammenrücken mehrerer bäuerlicher Betriebe an Gewicht. Zahlenmäßig die meisten Personengesellschaften gab es 1999 in Weser-Ems mit 1.310. In der Rechtsform der juristischen Person wurden insgesamt dagegen nach privatem Recht nur 431 Betriebe geführt, beispielsweise als GmbH.

Künast würdigt Engagement der Landfrauen

Themen: Archiv — info @ 15:07

Münster (agrar.de) ‚Begrenzen Sie Ihren Radius nicht auf Familie und Betrieb! Mischen Sie sich ein in Entscheidungen über Ihr Dorf, über die Zukunft Ihrer Region! Engagieren Sie sich in berufständischen und politischen Gremien! Bringen Sie Ihre Erfahrungen ein!‘ ermutigte Bundesverbraucherministerin Renate Künast die Landfrauen heute in Münster anlässlich des Deutschen Landfrauentages 2001. Kritisch, kreativ und konstruktiv – dies seien die zeitgemäßen drei K’s für Landfrauen im 21. Jahrhundert, so Künast. Sie würdigte das Engagement der Landfrauen, ohne deren Mitarbeit die Agrarwende nicht realisierbar sei.

Landfrauen seien nicht selten der Motor, wenn es um die Zukunft der Betriebe und der Dörfer gehe. Sie seien entscheidend für die Zukunftssicherung des ländlichen Raums und damit der Landwirtschaft. Auf den Dialog mit den Landfrauen lege sie deshalb besonderen Wert, erklärte die Ministerin.

Landfrauen seien Vorreiterinnen im ‚Erzeuger-Verbraucher-Dialog‘. Mit ihren Erfahrungen in der Direktvermarktung und ihrer Unterstützung regionaler Vermarktungskonzepte schafften sie den direkten Kontakt zu den Verbrauchern. Gerade der Landfrauenverband, in dem Bäuerinnen und Nichtbäuerinnen zusammenarbeiteten, sei hier wegweisend, so Künast. Bäuerinnen hätten aufgrund ihrer Ausbildung häufig ein detailliertes Wissen über Lebensmittel, gesunde Ernährung und über Nahrungszubereitung. ‚Was liegt näher, als dieses Wissen weiterzugeben an die Verbraucher, an die Nicht-Bäuerinnen, an Feriengäste auf den Höfen? So bringen Sie Ihre Qualifikationen und Ihre Kompetenz in Sachen Ernährung ein, in den Schulen, in der Erwachsenenbildung oder im Umgang mit den Urlaubsgästen auf den Bauernhöfen!‘ ermunterte die Ministerinnen die Landfrauen. Dies gelte ebenso für die vielfältigen Aktivitäten mit denen die Landfrauen dazu beitrügen, dass jenseits der Lebensmittelerzeugung neue Einkommensquellen entwickelt und genutzt würden.

Landfrauen trügen mit Kreativität und unternehmerischem Sinn dazu bei, multifunktionale Landwirtschaft anschaulich zu machen, die Existenz ihrer Höfe zu sichern und Beschäftigung und Wirtschaftskraft im ländlichen Raum zu stärken.

Links zum Thema Landfrauen.

Ackerboden im Stahlgewand

Themen: Archiv — info @ 13:07

Jülicher Wissenschaftler forschen in drei Meter Tiefe

Jülich (agrar.de) – In Deutschland werden pro Jahr etwa 30.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft eingesetzt. Wie verhalten sich diese Substanzen im Boden? Die Schadstoffe können zu harmlosen Verbindungen abgebaut werden. Sie können aber auch in das Grundwasser gelangen, den wichtigsten Trinkwasservorrat des Menschen. Auf Fragen dieser Art können die Jülicher Forscher des Instituts für Agrosphäre demnächst genauere Antworten geben. Ihnen steht jetzt eine Anlage von beeindruckender Größe zur Verfügung: ein unterirdischer, begehbarer Lysimeterkeller.

Lysimeter sind große Edelstahlzylinder, in denen sich ein ausgestochener Erdblock befindet. Sie stellen einen Acker im Miniaturformat dar, der bepflanzt, gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wird. Die Jülicher interessiert besonders, was aus dem Lysimeter unten wieder herausfließt, denn genau diese Stoffe gelangen in der Praxis möglicherweise in das Grundwasser.

Drei Meter tief müssen sich die Forscher in die Erde begeben, um die Lysimeter von unten zu betrachten. Doch das geht ganz bequem, denn eine Treppe führt in die neue Anlage hinunter. In einen Keller von 350 Quadratmeter Grundfläche ragen durch die Betondecke zehn Stahlzylinder hinein.

Die 2,50 m hohen Lysimeter mit ihrer ausgeklügelten Technik helfen den Forschern, besser zu verstehen, welche Rolle das Wasser und die Bodenstruktur beim Transport von Stoffen spielt. So können sie zum Beispiel zukünftig beobachten, wie sich der belastete Boden einer Deponie im Laufe der Zeit verändert und wie viel der einzelnen Schadstoffe mit dem Sickerwasser ausgewaschen werden.

Die Wissenschaftler haben sich einiges ausgedacht, um die Bedingungen im Miniacker so realitätsnah wie möglich zu gestalten. So können sie verfolgen, wie sich der Wassergehalt des Bodens verändert, wenn Feuchtigkeit an der Oberfläche oder über die Pflanzen verdunstet. Dazu stellen die Jülicher ihre Lysimeter, die im befüllten Zustand immerhin 12 Tonnen wiegen, auf empfindliche Waagen. Diese stehen unter jedem der schweren Stahlzylinder und können auch eine Gewichtsänderung von 100 Gramm pro Quadratmeter noch messen. Von so genannten Kapillarkräften im Boden hängt es ab, wie schnell Flüssigkeiten durch den Boden wandern. Daher legen die Agrarforscher an die siebartige Bodenplatte des Lysimeters eine Saugspannung an, die der im natürlichen Ackerboden entspricht.

Selbst die Temperatur im Lysimeterkeller ist nicht dem Zufall überlassen. Die Wissenschaftler haben eine Standleitung zu einem zehn Kilometer entfernten Versuchsfeld aufgebaut, von dem aus sie ständig die Temperatur aus eineinhalb Meter Bodentiefe abfragen. Online werden die Daten an die Temperatursteuerung der Lysimeteranlage weitergeleitet. So herrscht im Keller immer die gleiche Temperatur wie im Ackerboden.

‚Mit der neuen Lysimeteranlage kann in Zukunft der Verbleib von Pflanzenschutzmitteln und Industriealtlasten unter realitätsnahen Bedingungen mit höchster Präzision untersucht werden‘, erklärt Projektleiter Dr. Thomas Pütz die Einsatzmöglichkeiten, die den Boden durchschaubarer machen.

Links zum Thema Boden.

04. Juli 2001

BUND startet Kampagne “ Besser iss Bio “ für mehr Öko-Lebensmittel im Handel

Themen: Archiv — info @ 11:07

Potsdam (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) startete heute unter Schirmherrschaft von Potsdams Oberbürgermeister Matthias Platzeck in der brandenburgischen Landeshauptstadt eine Kampagne für mehr Öko-Lebensmittel. In rund vierzig Städten bundesweit schickt der Umweltverband eine fünf Meter hohe Riesensau auf Tournee, die sich aus einem engen Käfig befreit. Dazu werden an Ständen regionale Bio-Produkte angeboten und Unterschriften für eine Ausweitung des Öko-Angebots in Ladenketten und Supermärkten gesammelt. Mit der Kampagne soll die artgerechte Tierhaltung und umweltfreundliche Landwirtschaft ‚von der Ladentheke her‘ gefördert werden, sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm.

Da in deutschen Supermärkten nur sehr wenige Bio-Produkte im Angebot seien und die Vertreter großer Handelsketten die Schuld daran der mangelnden Nachfrage geben würden, wolle der BUND in den kommenden Monaten die Verbraucher zum Kauf von mehr Öko-Lebensmitteln anregen. Umfragen hätten gezeigt, dass die Supermarktkunden durchaus bereit seien, mehr Bio-Produkte zu kaufen, wenn sie denn breiter angeboten und besser beworben würden.

Potsdams Oberbürgermeister Matthias Platzeck und Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler unterstützen die BUND-Kampagne. Brandenburg sei mit 6,7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche einer der Vorreiter im ökologischen Landbau und werde auch weiterhin der umweltfreundlichen Ausrichtung der Landwirtschaft besonderes Augenmerk schenken. Mit 70 Prozent Ökoanbau ist das Biospärenreservat Spreewald deutschlandweit sogar an der Spitze. Seit 1928 wirtschaftet die Marienhöhe bei Bad Saarow im Landkreis Oder-Spree biologisch-dynamisch. Sie ist damit Deutschlands erster Demeterhof.

In einer aktuellen Marktanalyse zum Bio-Angebot in deutschen Supermärkten hatte der BUND festgestellt, dass die großen Supermarktketten in der Regel weniger als drei Prozent ihres Jahresumsatzes mit Öko-Erzeugnissen erzielen. Bei vielen Nahrungsmitteln gebe es überhaupt keine Öko-Alternative. Die wenigen Bio-Waren seien zudem schwer zu erkennen, würden nicht flächendeckend angeboten und schlecht beworben.

Gerhard Timm: ‚Wenn das Ziel der Bundesregierung, den Anteil des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent zu steigern, erreicht werden soll, müssten die deutschen Supermärkte und Lebensmittelhandelsketten in zehn Jahren rund zehn Mal mehr Bioprodukte anbieten als heute. Dass dies geht, zeigt das Beispiel der hessischen Ladenkette tegut: Mit über 1000 verschiedenen Bio-Angeboten hat diese Kette im letzten Jahr 130 Millionen Mark umgesetzt. Das sind bereits sieben Prozent vom Gesamtumsatz und er soll weiter zunehmen. Die meisten großen Lebensmittelketten haben leider nur geringe Bio-Anteile. Das muss sich ändern, sonst läuft die Agrarwende gleichsam ins Leere. Mindestens eine deutlich beworbene Bio-Variante für Grundnahrungsmittel in den Supermärkten – das ist unsere Minimalforderung.‘

Links zum Thema Bio-Landbau und Vermarktung.

03. Juli 2001

Intelligenter Kunstdünger schont Umwelt

Themen: Archiv — info @ 14:07

Pflanzen erhalten Nährstoffe nach Bedarf

Pennsylvania (agrar.de) – Forscher der Pennsylvania State University haben einen ‚intelligenten‘ Phosphor-Kunstdünger entwickelt, der nicht nur das Wurzelwachstum beschleunigt, sondern auch die Resistenz der Pflanzen gegen Trockenheit sowie ihre Widerstandsfähigkeit verbessern soll. Erste Feldversuche wurden bereits gestartet.

Der neu entwickelte Kunstdünger passt sich den vorherrschenden Bodenbedingungen an und gibt nur so viele Nährstoffe an die Pflanzen ab, wie sie gerade benötigen. Ermöglicht wird dies durch die Bindung von Phosphor an Aluminiumoxid-Granulate. Diese garantieren eine begrenzte Abgabe der Nährstoffe sowie eine Verringerung der Grundwasserverunreinigung um mehr als 90 Prozent, betonten die Entwickler.

Sie gehen davon aus, dass sich das derzeit bereits bestehende nennenswerte Problem solcher Verunreinigungen in Zukunft noch wesentlich verschlimmern wird. Durch die erhöhten Nährstoffwerte im Grundwasser kommt es zum Wachstun gefährlicher Mikroorganismen, die die Umwelt gefährden und beim Menschen zu Krankheiten führen können. Derzeit gibt der Kunstdünger nur Phosphor ab, im nächsten Schritt wollen die Forscher Experimente mit Kunstdüngern starten, die Stickstoff und Kalium abgeben.

Links zum Thema Düngung.

AGOEL: Agrarwende wird sichtbar

Themen: Archiv — info @ 13:07

Darmstadt (agrar.de) – Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) begrüßt die vom PLANAK, dem Planungsauschuß von Bund und Ländern, am vergangenen Freitag beschlossenen Fördergrundsätze für die ‚Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz‘ im kommenden Jahr.

‚Jetzt gewinnt die Agrarwende Konturen‘ freute sich der Vorsitzende des Dachverbandes der Öko-Anbauverbände, Dr.Felix Prinz zu Löwenstein. ‚Die Agrarpolitik ist kein Schnellboot, sondern ein Verband aus schwerfälligen Schiffen in EU, Bund und Ländern. Da braucht ein Richtungswechsel seine Zeit. Aber mit diesen Beschlüssen wird sichtbar, dass er wirklich stattfinden soll! ‚Besonders erfreulich ist, dass Investitionsförderungen nur noch für tiergerechte Haltungsformen gewährt werden sollen. ‚Die bisherige Agrarpolitik hat die Bauern in Stallsysteme hineingefördert, aus denen kein Ausweg Richtung tiergerechter Haltung mehr möglich war. Bei der Ausgestaltung der neuen Richtlinien muß nun darauf geachtet werden, dass nur noch für solche Ställe Fördermittel fließen, die jederzeit ohne Probleme die Umstellung des Betriebes auf Ökologischen Landbau ermöglichen‘ fordert der AGÖL-Vorsitzende.

Auch sei es wichtig, dass neben der Neugründung von Erzeugergemeinschaften jetzt vor allem diejenigen unterstützt werden können, die durch Zusammenschluß vorhandener kleiner Organisationen eine professionelle und leistungsfähige Vermarktung erreichen wollen. Nur so hat der Ökosektor der Konzentration im Handel etwas entgegenzusetzen.

Auch die stabilere und höhere Förderung für Umstellung auf Ökologische Wirtschaftsweise ist nach Ansicht der AGÖl ein wichtiges Signal, auf das viele umstellungswillige Landwirte gewartet haben.

‚Als nächster Schritt muß es jetzt um den Verbraucher gehen. Denn nur wenn wir den Verbraucher gewinnen, wird die Ausweitung des Öko-Landbaus langfristig Erfolg haben. Die Mittel, die Renate Künast für den Öko-Landbau im Etatansatz für 2002 eingeplant hat, müssen zielgerichtet eingesetzt werden, um in Naturkosthandel für eine Stabilisierung des Nachfrage-Booms zu sorgen, den wir derzeit erleben‘ betonte Löwenstein.

Information: AGÖL e. V., Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, Tel.: 06155-2081, Fax: 06155-2083

Links zum Thema Bio-Landbau.

Künast begrüßt größtes Wachstum des Ökolandbaus seit sieben Jahren

Themen: Archiv — info @ 10:07

Berlin (agrar.de) – Der ökologische Landbau entwickelt sich in Deutschland außerordentlich dynamisch. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Öko-Bauernhöfe im Vergleich zum Vorjahr um 22,2 Prozent. Dies ist das größte Wachstum seit 1993.

Bundesverbraucherministerin Renate Künast begrüßte diese Entwicklung: ‚Das dynamische Wachstum des Ökolandbaus zeigt, dass zunehmend mehr Landwirte bereit sind, besondere Anforderungen des Umwelt- und Tierschutzes zu erfüllen. Die stark gestiegene Nachfrage nach Ökoprodukten zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Die jetzt beschlossene zusätzliche Förderung des Ökolandbaus sowie das bundeseinheitliche Ökosiegel, das noch in diesem Jahr kommt, werden dieser Entwicklung zusätzlichen Schwung verleihen. Damit kommen wir unserem Ziel, in zehn Jahren einen Anteil des Ökolandbaus von 20 Prozent zu erreichen, ein gutes Stück näher‘. Die Ministerin appellierte an den Handel, Ökoprodukte verstärkt in das Angebot aufzunehmen. Hier erwarte sie durch das Ökosiegel deutliche Verbesserungen.

Den jetzt vorliegenden Meldungen aus den Bundesländern zufolge wurden in Deutschland bis Ende 2000 546.023 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche von 12.740 Betrieben nach den EU-weiten Regelungen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Damit erhöhte sich, bezogen auf das Vorjahr, die Zahl der Öko-Betriebe um 2.315 (+22,2 Prozent) und die nach den Regelungen der EG-Öko-Verordnung bewirtschaftete Fläche um 93.696 Hektar (+ 20,7 Prozent). Der Anteil an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe lag im Jahr 2000 bei rund 3 Prozent (1999 ca. 2,4 Prozent), der an der Gesamtfläche 3,2 Prozent (1999 ca. 2,6 Prozent).

Auch die Zahl der verarbeitenden Betriebe und Importeure im Öko-Sektor hat um 15,5 Prozent zugenommen. Damit stieg die Gesamtzahl aller nach der EG-Ökoverordnung kontrollierten Unternehmen (landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeiter, Importeure) um 21,3 Prozent von 12.755 (1999) auf 15.468 (2000).

Die Zahlen gehen aus den Meldungen der Bundesländer über den ökologischen Landbau für 2000 hervor, mit denen die Europäische Kommission einmal im Jahr über die nach den Bestimmungen der EG-Verordnung über den ökologischen Landbau arbeitenden Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe sowie Importunternehmen unterrichtet wird, die sämtlich der Kontrolle durch die amtlich zugelassenen Öko-Kontrollstellen unterstehen.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Niedersachsen: Ausweitung des Ökologischen Landbaus in Wasserschutzgebieten:

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 09:07

Regierungspräsidentin stellt Förderprojekte vor

Hannover (agrar.de) ‚Trinkwasserschutz geht uns alle an, denn ohne Wasser kann niemand überleben.‘ Diesen Leitsatz stellte Regierungspräsidentin Gertraude Kruse einer Präsentation von Projekten zur Förderung des ökologischen Landbaus in der vergangenen Woche voran.

In Niedersachsen werden 87 Prozent des Trinkwassers aus dem Grundwasser gewonnen. Vielfach weist das Grundwasser noch eine hohe Nitratbelastung auf. Ursache hierfür ist in erster Linie die intensive, koventionelle Landwirtschaft. Um den Nitratgehalt effizient zu vermindern, setzt Niedersachsen gemeinsam mit der Landwirtschaft und der Wasserwirtschaft Maßnahmen zum Grundwasserschutz um. Das Land kann dabei auch auf die Unterstützung der EU bauen. Von der Europäischen Union wurde im vergangenen Herbst im Rahmen der AGENDA 2000 das niedersächsische Programm zur Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes genehmigt (PROLAND). Bestandteil dieses Programms sind auch verschiedene spezielle Fördermaßnahmen für die Landwirtschaft in Wasserschutzgebieten. Die Maßnahmen werden je zur Hälfte aus Landesmitteln und aus Mitteln der EU finanziert. Neben einer Flächenprämie und der einzelbetrieblichen Beratung können in den niedersächsischen Wasserschutzgebieten gezielt Maßnahmen zur Vermarktung ökologisch angebauter Produkte gefördert werden.

Zuständig für die Genehmigung dieser PROLAND-Maßnahmen sind die wasserwirtschaftlichen Dezernate der vier niedersächsischen Bezirksregierungen. Im Mai diesen Jahres wurden mehrere langjährig angelegte Projekte für alle Wasserschutzgebiete Niedersachsens genehmigt. In diesem Rahmen stehen für Vermarktung- und Beratungsmaßnahmen in den kommenden drei Jahren Mittel von insgesamt mehr als 2,4 Mio. DM zur Verfügung. Damit können etwa 10.000 landwirtschaftliche Betriebe erreicht werden, die Flächen in mehr als 300 niedersächsischen Wasserschutzgebieten bewirtschaften. ‚Unser Ziel ist es, durch die PROLAND-Förderung mehr landwirtschaftliche Betriebe und Handelsunternehmen zur Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung ökologischer Produkte zu bewegen,‘ betont Regierungspräsidentin Kruse.

So soll der ökologisch bewirtschaftete Flächenanteil in Wasserschutzgebieten erhöht werden. Dies ist gleichzeitig ein nachhaltiger Beitrag zum Trinkwasserschutz, weil ökologische Landwirtschaft nicht auf Kunstdünger und Pestizide setzt. Im Gegenteil: ökologischer Landbau schont das Grundwasser und erhält auch den späteren Generationen unser Grundnahrungsmittel Nummer 1.

Einer dieser geförderten Betriebe, der auch in einem Wasserschutzgebiet liegt, ist der Ökohof Meller in Ramlingen. Die Bezirksregierung Hannover wählte ihn als Schauplatz für die Vorstellung der Fördermaßnahmen aus, weil er genau das repräsentiert, was mit der Förderung des Trinkwasserschutzes beabsichtigt ist. Der 56 Hektar große Hof wird seit 1987 biologisch-organisch bewirtschaftet und liegt mitten im Wasserschutzgebiet Ramlingen. Der Hof ist ein Mischbetrieb mit Viehhaltung und Ackerbau. Hier werden Mutterkühe gehalten, Grünland bewirtschaftet und daneben Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Der Landwirt verzichtet dabei auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und wirtschaftet in einem engen Nähstoffkreislauf ohne Zufuhr von mineralischem Stickstoffdünger. Hiermit leistet er einen aktiven Beitrag zum Trinkwasserschutz. Der Hof Meller profitiert im Rahmen der PROLAND-Wasserschutzmaßnahmen von einer Flächenprämie von 240 DM pro Hektar sowie einer verbesserten Möglichkeit der Vermarktung seiner Produkte.

An den Projekten im gesamten Land Niedersachsen sind neben den vier Bezirksregierungen zahlreiche Partner beteiligt. Um die Landwirte und die niedersächsischen Wasserversorgungsunternehmen wie den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband und die Harzwasserwerken, gruppieren sich auch Beratungsunternehmen wie CREAM, die Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt, der Ökoring und Bioland. Sie beraten Landwirte, bieten Seminare und Exkursionen an und zeigen Vermarktungskonzepte für biologische angebaute Produkte auf. ‚Uns ist diese Zusammenarbeit der verschiedenen Partner sehr wichtig,‘ so Kruse abschließend, ’nur so können wir auch langfristig für sauberes Trinkwasser sorgen. Außerdem verstehen wir unsere Fördermaßnahmen als einen aktiven Beitrag zur Agrarwende.‘

Links zum Thema Wasser und Wasserschutz Links zum Bundesland Niedersachen.

02. Juli 2001

Forschung: Kalzium steuert Verdunstungsmechanismus von Pflanzen

Themen: Archiv — info @ 15:07

Tübingen (agrar.de) – Wissenschaftler der Universität Tübingen haben herausgefunden, wie die Bewegungen der Spaltöffnungen in Blättern gezielt beeinflusst werden können. Dazu simulierten sie Schwankungen im Kalziumspiegel der Schließzellen. Wurde dieser erhöht, schlossen sich die Spaltöffnungen der Versuchspflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand) jedes Mal sehr schnell und nur für kurze Zeit. Abhängig von der Häufigkeit, der Dauer und der Stärke der Schwankungen im Kalziumspiegel konnten die Forscher dann auch langfristig den Schließungszustand der Poren steuern.

Die Untersuchungen an den Spaltöffnungen der Blätter sollen die grundsätzlichen Mechanismen aufdecken, die das Öffnen und Schließen der Zellen regulieren. Auf diesem Wege hoffen die Wissenschaftler, bessere Erkenntnisse darüber zu erhalten, warum beispielsweise bei manchen Nutzpflanzen die Regulation der Spaltöffnungen nicht mehr optimal funktioniert und die Pflanzen besonders anfällig für Trockenschäden sind.

Auf einem Quadratmillimeter Blattfläche finden sich zwischen 100 und 1.000 Schließzellen. Bei normaler Öffnung werden nur etwa ein bis zwei Prozent der Oberfläche freigelegt. Der überwiegende Teil des Gasaustauschs mit der Umgebung findet unmittelbar an den Spaltöffnungen statt. Die Schließzellen stellen den Hauptbestandteil des Spaltöffnungsapparates. Wenn in diesen Mechanismus Flüssigkeit einströmt, wölbt der ansteigende Druck die Zellen, die Öffnungen werden freigegeben und die Pflanze verdunstet die Feuchtigkeit. Bei hohen Temperaturen oder Trockenheit werden die Öffnungen geschlossen, so dass die Pflanze nicht zu viel Wasser verliert. Den Wissenschaftlern war bereits bekannt, dass die Schließzellen neben den Reizen von außen auch Signale aus der Pflanze selbst aufnehmen. Das Verfahren, diese Signale künstlich zu steuern, veröffentlichten sie jetzt im Fachmagazin ‚Nature‚.

Links zum Thema Pflanzen.

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