18. Juli 2001

Weidewirtschaftssymposium in Witzenhausen

Themen: Archiv — info @ 10:07

Witzenhausen (agrar.de) – Über 200 Wissenschaftler aus 30 Ländern vesammelten sich vom 10. bis 12. Juli im nordhessischen Witzenhausen zum von der Gesamthochschule Kassel veranstalteten ‚International Occasional Symposium Organic Grassland Farming‚ der ‚European Grassland Federation‘ unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Günter Spatz.

Der Kongress stellte für fast alle Bereiche der Weidewirtschaft Projekte vor und diskutierte sie. Das Occasional Symposium wurde vom Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Hartmut Vogtmann, mit den ‚Herausforderungen der Organischen Weidewirtschaft‘ eröffnet. Durch eine provokative Darstellung der Alternativen in der Qualität der Lebensmittel oder in der Landschaftsplanung, die mit der organische Landwirtschaft eingehen, stellte er den Begriff ‚Organische Weidewirtschaft‘ in einen politischen Kontext und lud dazu ein, wissenschaftliche Inhalte aus der wirklichkeitsfernen Spezialisierung herauszuholen und in einen praxisnahen Kontext zu stellen.

In der dann von Michael Wachendorf als Moderator geleiteten Einheit ‚Biologische Stickstoffbindung durch Weideleguminosen‘ war in drei vorgestellten Studien die Leguminose als der wichtigste N-Lieferant im Nährstoffkreislauf von Naturweiden zentraler Inhalt. Am Nachmittag thematisierte Leendert ´t Mannetje ‚Methoden zur Abschätzung von Komposition der Artenvielfalt und Weideertrag‘ und stellte mit diesem statistischen Werkzeug zur großflächigen Evaluierung von Naturweiden eine praxisnahe, aus Australien stammende Methode vor.

Am folgenden Tag wurde unter Leitung von Alan Hopkins in der Einheit ‚Ökologische Weidewirtschaft und Ressourcen-Schutz‘ in vier Beiträgen, der Erhalt von Artenvielfalt, Mineralstoffversorgung der Weidetiere durch Beikräuter, und die Auswirkungen der Beweidung auf die Artenvielfalt, versucht, zentrale positive Aspekte der extensiven Weidenutzung aufzugreifen. Ein nachmittäglicher Besuch des universitären Untersuchungsbetriebes für ‚Organic Farming and Sustainable Regional Development‘ in Frankershausen bereicherte den Kongress mit wissenschaftlicher Praxis ‚made in Witzenhausen‘.

Am abschließenden Tag moderierte David Younie die Präsentationen zu ‚Nährstoffkreisläufe in der Organischen Weidewirtschaft‘. Besonders die Möglichkeit mit einer on-farm Abschätzung von Nährstoffkreisläufen die Ökologie der landwirtschaftlichen Produktion zu evaluieren stiess auf Interesse. Diese Methode hat bereits Einzug in die praktische Umsetzung gefunden.

Auf mehr als 80 Postern wurden Forschungsprojekte vorgestellt. Sie liessen jedoch ökonomische Schwerpunkte gänzlich vermissen. Diese Ausblendung gab Caterina Batello (FAO, Rom) in ihrem Resümee zu bedenken, und schloss so nach Hartmut Vogtmanns einleitender Rede auch am Schluss der Tagung den Bogen zu Politik und landwirtschaftlicher Praxis. Ausserdem regte sie die verstärkte Forschung in den Bereichen Weidetiere (Schafe, Ziege und Wildgänse), Weideleguminosen und Erhalt der weidewirtschaftlicher Ressourcen als für die Praxis relevante Themen an.

Intensive Forschung hat gerade in den letzten Jahren das Wissen um Grundlagen des Organischen Anbaus ständig erweitert. In letzter Zeit wird von politischer Seite die Einbindung dieses Wissens in die Praxis der Land- und Forstwirtschaft verstärkt begünstigt.

Im dichtbesiedeltem Europa besitzt dabei Dauerweideland nur eine relativ geringe Bedeutung. Laut FAO-Bericht (1997) sind nur 3,5 Prozent der Fläche von Dauergrünland und 6,9 Prozent von, ebenfalls teilweise weidewirtschaftlich genutztem, Busch- und Waldgebieten bedeckt. Wenig im Vergleich zu 25,7 und 31,8 Prozent weltweit. Der Schwerpunkt in Europa liegt auf dem Futterbau, obschon die Naturweiden fast alle als Nationalparks zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

Der nächste Kongress der ‚European Grassland Federation‘, das ‚General Symposium Organic Grassland Farming‘, wird im Mai 2002 im französischen La Rochelle stattfinden, das nächste ‚International Occasional Symposium Organic Grassland Farming‘ im Mai 2003 in Pleven, Bulgarien. (Bericht: H.Beckmann, weidewirtschaft.de)

Links zum Thema Futterpflanzen

16. Juli 2001

Natürlicher Pflanzenschutz: Moosextrakt gegen Schnecken

Themen: Archiv — info @ 14:07

Bonn (agrar.de) – Naturwissenschaftler versuchen zunehmend, der Natur auf die Schliche zu kommen und ihre ‚Tricks‘ abzuschauen. Wie Moose mögliche Feinde abwehren, ohne Stachel oder Dornen zu haben, ist einer davon. Forschern der Universität Bonn ist es nun gelungen, dieses ‚Naturpatent‘ für den Menschen nutzbar zu machen.

Schon seit langem ist bekannt, dass Moose nur von wenigen Tieren gefressen oder Pilzen befallen werden. Und das, obwohl sie keine Schutzmechanismen haben wie andere Pflanzen, die sich mit Stacheln, Dornen oder Haaren gegen ihre Fraßfeinde zur Wehr setzen. Moose haben aber im Laufe der Evolution einen Wirkstoffmix entwickelt, der für den Fraßschutz verantwortlich ist. Es ist ein ganzer chemischer ‚Cocktail‘, der in den Zellwänden produziert wird.

Schon vor 30 Jahren ist es japanischen Wissenschaftlern gelungen, diesen Wirkstoffmix zu isolieren. Zu einer Anwendung ist es aber bisher noch nicht gekommen, da die Isolation und die Wirkungs- und Umweltverträglichkeitstest sehr zeitraubend und kostspielig sind. Jetzt hat Prof. Dr. Jan-Peter Frahm vom Botanischen Institut der Universität Bonn erstmals praktische Tests durchführen lassen, ob sich der Moos-Cocktail zum Schutz vor Schneckenfraß eignet. Dabei wurden Salatblätter mit dem Moosextrakt besprüht und Schnecken zum Fraß angeboten. Die mit dem Wirkstoff behandelten Blätter blieben unberührt, die mit einem Lösungsmittel besprühten Kontrollblätter aber wurden gefressen. Diese Tests zeigten, dass Moosextrakt ein hochwirksames Mittel zur Schneckenabwehr ist.

Pünktlich zum Beginn der Gartensaison wurde das Mittel auf den Markt gebracht. Damit ist nun eine Alternative zu den bisher handelsüblichen Produkten gefunden, die leichter biologisch abbaubar und umweltverträglicher ist.

Links zum Thema Biologischer Pflanzenschutz.

BSE-Eintrag über Tiermehl nicht auszuschliessen

Themen: Archiv — info @ 14:07

Berlin (agrar.de) – Vor dem Hintergrund der in Deutschland festgestellten BSE-Fälle kann die Möglichkeit eines Eintrags des Erregers über Tiermehl nicht ausgeschlossen werden, stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP fest.

Sie halte es aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes deshalb für dringend erforderlich, die Altbestände an Tiermehlen und Futtermitteln rasch und sicher zu entsorgen. Das Verbraucherministerium hat der Antwort zufolge seit Januar dieses Jahres bei den Ländern drei Mal Informationen über die Altbestände an Futtermitteln, die dem Verfütterungsverbot unterliegen, abgerufen. Dabei habe die Januar-Umfrage eine auf groben Schätzungen beruhende Gesamtmenge von rund 181.000 Tonnen ergeben.

Eine zweite Umfrage Ende Februar habe sich auf die Altbestände bezogen, die in landwirtschaftlichen Betrieben lagerten und für die der Bund die Entsorgungskosten einschließlich Warenwert übernommen hat. Die Regierung geht laut Antwort davon aus, dass die dabei ermittelten 16.600 Tonnen inzwischen vernichtet wurden.

Für Altbestände, die bei der Futtermittelwirtschaft einschließlich Handel lagern oder lagerten, habe eine dritte Umfrage im Juni eine Menge von rund 55.000 Tonnen ergeben. Die Regierung verweist darauf, dass die Beseitigung der Altbestände den zuständigen Behörden auf Landes- bzw. kommunaler Ebene obliegt.

Links zum Thema BSE.

Hessen: Mehr Hülsenfrüchte, weniger Kartoffeln

Themen: Hessen,Statistik — info @ 13:07

Wiesbaden (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen Bodennutzungshaupterhebung im Mai wurden von insgesamt 484.000 Hektar Ackerfläche 313.000 Hektar mit Getreide bestellt. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, entspricht dies nahezu der Fläche des Vorjahres. Nach wie vor die wichtigste Getreideart ist der Weizen, der auf einer Fläche von 146.000 Hektar angebaut wird, darunter 144.000 Hektar Winterweizen. Gerste wurde auf 110.000 Hektar ausgesät, darunter 81.100 Hektar Wintergerste. Der Anbau von Sommergerste erfuhr gegenüber dem Jahr 2000 eine Steigerung um rund sieben Prozent auf 28.600 Hektar. Die Roggenanbaufläche wurde um knapp fünf Prozent eingeschränkt. Mit 20.100 Hektar Anbaufläche ist Roggen jedoch die viertwichtigste Getreideart vor Hafer (17.300 Hektar) und Triticale (16.600 Hektar).

Zur Ernte 2001 wurden über ein Drittel mehr Hülsenfrüchte als im Vorjahr angebaut und zwar auf einer Fläche von 9.600 Hektar, wobei insbesondere der Anbau von Futtererbsen um 2.200 Hektar auf 8.200 Hektar ausgedehnt wurde. Hackfrüchte wurden zur diesjährigen Ernte auf 23.500 Hektar angebaut. Dabei wurde insbesondere der Kartoffelanbau um knapp 16 Prozent auf nunmehr 4.500 Hektar reduziert. Wie im Vorjahr sind gut zehn Prozent der Ackerfläche mit Winterraps bestellt. Einschließlich des Anbaus als nachwachsender Rohstoff, blieb die Anbaufläche mit 51.000 Hektar nahezu unverändert.

Weitere 53.200 Hektar Ackerflächen dienen dem Anbau von Futterpflanzen (35.800 Hektar), Körnermais und Corn-Cob-Mix (7.100 Hektar) und Gemüse (7.000 Hektar) oder sind Rebflächen (3.300 Hektar). Mit 34.000 Hektar lagen zur diesjährigen Ernte rund sieben Prozent der Ackerflächen brach.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Hessen.

13. Juli 2001

Bundesrat nimmt zur geplanten Novelle des Naturschutzrechts Stellung

Themen: Archiv — info @ 15:07

Berlin (agrar.de) – Der Bundesrat hat heute zum Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben.

Die vom Bundesrat geforderten Änderungen betreffen schwerpunktmäßig das Biotopverbundsystem auf mindestens 10 Prozent der Landesfläche, die Festlegung von Grundsätzen der ‚guten fachlichen Praxis‘ für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, die Eingriffsregelung, die Schutzgebiete, den Artenschutz und die Kontrolle insbesondere von ‚Faunenverfälschern‘, die Mitwirkung und die Beteiligungsrechte von Naturschutzvereinen sowie die Vereinsklage.

Im Rahmen des neuen Biotopverbundsystems sollten die Stadtstaaten wegen ihrer dichten Besiedelung abweichende Regelungen von der Verpflichtung treffen dürfen, 10 Prozent der Landesfläche als Biotopverbund auszuweisen. Nach dem Willen des Bundesrates muss das Biotopverbundsystem länderübergreifend erfolgen. Eine entsprechende Abstimmung der Länder untereinander sollte gesetzlich festgeschrieben werden.

Die im Regierungsentwurf vorgeschlagenen naturschutzrechtlichen Regelungen zur ‚guten fachlichen Praxis‘ in der Landwirtschaft hält der Bundesrat insgesamt für kontraproduktiv. Die Definition konkreter Standards für die landwirtschaftliche Bodennutzung sollte grundsätzlich dem sachnäheren landwirtschaftlichen Fachrecht vorbehalten sein. Der Bundesrat regt deshalb an, nur allgemein die Erwartungen des Naturschutzes an die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zu formulieren, ohne konkrete Einzelmaßnahmen vorzuschreiben.

Der Bundesrat lehnt die Erweiterung der Eingriffsregelung auf Änderungen des Grundwasserspiegels ab, da die vorgesehene Formulierung keine exakte Abgrenzung zu den oberflächennahen Wasserregulierungsmaßnahmen bei der ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Nutzung, zum Beispiel bei Drainagen, vorsieht. Die ‚Rückholklausel‘, wonach die Wiederaufnahme einer land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Bodennutzung, die zeitweise auf Grund vertraglicher Vereinbarungen eingeschränkt oder unterbrochen war, nicht als Eingriff gilt, wird begrüßt. Allerdings müssten die Länder die Rückumwandlung ohne Beachtung der Eingriffsregelung zeitlich eingrenzen dürfen. Nach dem Regierungsentwurf soll ein Eingriff in ein Biotop mit streng geschützten Arten nur zulässig sein, wenn dies aus ‚zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses gerechtfertigt‘ ist. Der Bundesrat tritt dafür ein, ‚überwiegende Gründe des Gemeinwohls‘ ausreichen zu lassen. Da das im Gesetzentwurf verwendete Tatbestandsmerkmal nach höchstrichterlicher Rechtsprechung eng und restriktiv auszulegen sei, würden die Planung und Planfeststellung von Infrastrukturmaßnahmen ansonsten weiter erschwert, was der Bundesrat ablehnt.

Im Schutzgebietsteil des Regierungsentwurfs soll die bisherige Gleichrangigkeit des Fremdenverkehrszwecks neben dem Erholungszweck für die Ausweisung von Naturparken aufgehoben und der Fremdenverkehr aus der Vorschrift gestrichen werden. Dem widerspricht der Bundesrat. Es bestehe die Gefahr, dass anderenfalls in dem Bereich des Fremdenverkehrs Hemmnisse für die Bereitstellung oder Entwicklung von Strukturmaßnahmen entstehen.

Im Bereich des Artenschutzes hält der Bundesrat die Regelung der Ausnahmen von Besitzverboten für zu schwer verständlich. Die Ausnahmeregelung soll daher gestrafft und das Erfordernis einer Zollbescheinigung bei der Einfuhr lebender Exemplare der durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützten Arten gestrichen werden. In diesem Zusammenhang soll durch eine Änderung die Einfuhr bestimmter Jagdtrophäen erleichtert werden.

Darüber hinaus enthält der Regierungsentwurf die Ermächtigung des Bundesumweltministeriums zum Erlass einer Rechtsverordnung, die dem Schutz heimischer Tier- und Pflanzenarten vor Verfälschung dienen soll (Faunenverfälschung). Der Bundesrat empfiehlt hier, zur Vermeidung europaweiter Gefährdungen den Schutz nicht auf heimische Tier- oder Pflanzenarten zu beschränken, sondern die Tier- bzw. Pflanzenwelt der Mitgliedstaaten mit einzubeziehen. Diese Neuregelung würde außerdem der Umsetzung verschiedener internationaler Konventionen und EU-Richtlinien dienen. Zucht- und Haltungsbeschränkungen sollten nicht nur für Tiere bestimmter besonders geschützter Arten,sondern auch für ‚Faunenverfälscher‘ erlassen werden dürfen.

Die Befreiungsbestimmungen müssen nach Ansicht des Bundesrates wie bisher als umfassende Regelung ausgestaltet sein. Eine Vorschrift, unter welchen Voraussetzungen von naturschutzrechtlichen Verboten befreit werden kann, gehöre zum notwendigen Grundgerüst eines für ganz Deutschland einheitlichen Naturschutzes. Die Regelung dürfe sich deshalb nicht auf nur einige artenschutzrechtliche Vorschriften beziehen.

Bei den neuen Maßnahmen zum Schutz von Vögeln vor Energiefreileitungen und Masten hält der Bundesrat eine Einschränkung auf europäische Vogelarten für nicht sachgerecht.

Das vorgesehene Mitwirkungsrecht der anerkannten Naturschutzvereine bei Plangenehmigungen ist nach Auffassung des Bundesrates zu streichen. Durch die generelle Beteiligung der Vereine selbst bei kleineren Vorhaben seien Verfahrensverzögerungen zu befürchten, die das mit der Plangenehmigung verfolgte Ziel der Verfahrensbeschleunigung konterkarierten.

Der Bundesrat spricht sich ferner gegen die Zulassung einer Verbandsklage in den Fällen aus, in denen bei In-Kraft-Treten des Gesetzes Verwaltungsakte bereits erlassen, aber noch bestandskräftig sind. Diese Rückwirkung sei rechtlich bedenklich und in der Sache unangemessen, da Vereine auf diese Weise auch noch nach Jahren in ein Gerichtsverfahren „einsteigen“ könnten, sobald sich abzeichne, dass die Adressaten des Verwaltungsakts nicht in eigenen Rechten betroffen seien.

Schließlich fordert der Bundesrat für die Verpflichtung der Länder zur Anpassung ihrer landesrechtlichen Vorschriften längere Übergangsfristen. Die Frist müsse von drei auf fünf Jahre verlängert werden, weil bei der Umsetzung der umfassenden Novellierung rechtliche und faktische Probleme auf die Länder zukommen werden, deren Lösung in der im Gesetzentwurf vorgegebenen Zeit nicht möglich sei.

Mit der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes soll das Naturschutzrecht modernisiert werden. Im Vordergrund stehen der Schutz, die Pflege, die Entwicklung und die Wiederherstellung von Natur und Landschaft auch in Verantwortung für die künftigen Generationen. Damit wird das Ziel eines künftigen Bundesnaturschutzgesetzes an die im Grundgesetz verankerte Staatszielbestimmung Umweltschutz angelehnt.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Heizen mit Holz dem Wald zuliebe

Themen: Archiv — info @ 11:07

Bonn (agrar.de) – Hohe Gas- und Heizölpreise wecken Interesse am Brennholz aus heimischen Wäldern. Die Stiftung Wald in Not sieht in der Nutzung von Holz als regenerativer Energiequelle einen wichtigen Beitrag zur Pflege und Erhaltung unserer Wälder:

– Holz ist ‚gespeicherte Sonnenenergie‘. Es wird in unseren Wäldern aus Sonnenenergie, Kohlendioxid, Wasser und darin gelösten Nährstoffen nachhaltig produziert. Heizen mit Holz heißt daher, heizen im Kreislauf der Natur. Das durch die Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid wird mit Hilfe der Energie der Sonne durch das Wachstum der Bäume in unsere Wälder wieder in deren Holz eingelagert. Dieses Holz steht dann erneut als Rohstoff zur Verfügung. Das durch die Verbrennung von Holz freigesetzte Kohlendioxid würde auch durch die Verrottung des Holzes im Wald freigesetzt werden.

– Als Brennholz wird Holz verwendet, für das es keine andere wirtschaftliche Nutzung, beispielsweise als Bauholz oder zur Herstellung von Möbeln, gibt. Es würde ansonsten in unseren Wäldern verrotten. Brennholz fällt immer als Koppelprodukt bei der Produktion höherwertiger Holzsortimente an und steht daher in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in ausreichendem Umfang zur Verfügung.

– Der Brennstoff Holz ist besonders umweltfreundlich: – weil seine Aufarbeitung einfach ist und wenig Energie verbraucht, – die Transportwege für Brennholz in der Regel kurz sind, – die Lagerung von Brennholz die Umwelt nicht gefährdet.

– Die Nutzung von Brennholz aus unseren Wäldern sichert die notwendige Pflege der Wälder durch die Forstbetriebe, da sie deren wirtschaftliche Situation verbessert. Die Pflege und Durchforstung der Wälder ist eine dringend notwendige Vorsorgemaßnahme gegen sich abzeichnende Umwelt- und Klimaveränderungen. Um diesen vorzubeugen, müssen wir die Wälder ‚umbauen‘ zu stabilen Mischwäldern mit einem breiten Spektrum standortgerechter Baumarten.

– Moderne, fachmännisch bediente und unterhaltene Holzheizungen halten bei objektiver Betrachtung jeden Vergleich mit anderen Energiesystemen Stand und erfüllen die Bestimmungen auch strenger Luftereinhalteverordnungen.

– In Verbindung mit einer solarthermischen Anlage zur Warmwassererzeugung (Sonnenkollektor) bilden moderne Holzfeuerungsanlagen die ideale Kombination zur Nutzung regenerativer Energiequellen, um ein gut gedämmtes Wohnhaus (Niedrigenergiehaus) mit Heizenergie zu versorgen.

Weitere Informationen in der Broschüre: ‚Erneuerbare Energiequellen nutzen, dem Wald helfen!‘ und der Information ‚Heizen mit Holz dem Wald zu liebe!‘. Erhältlich bei der Geschäftsstelle der Stiftung Wald in Not, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn gegen Einsendung von 1,50 DM Rückporto in Briefmarken.

Links zum Thema Wald und Forst.

12. Juli 2001

Niedersachsen: Naturschutz weiter auf Expansionskurs

Themen: Archiv — info @ 15:07

Landwirte wollen Pflege- und Entwicklungspläne mit gestalten

Hannover (agrar.de) – Das Wachstum fällt zwar gegenüber früheren Jahren etwas verhaltener aus, Niedersachsens Naturschutzfläche wächst jedoch weiter. Exakt 150.978 ha wurden nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes vom Niedersächsischen Landesamt für Ökologie Ende vergangenen Jahres als Naturschutzgebiet geführt.

Für 2,95 Prozent der Landesfläche, Küstengewässer und Flussmündungsbereiche eingeschlossen, galten damit aus naturschutzfachlicher Sicht als besonders schützenswert. Neun Schutzgebiete mit einer Fläche von knapp 1.400 ha wurden im vergangenen Jahr neu ausgewiesen, vier erweitert. Der Landvolkverband und der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Niedersachsen (ZJEN) als Interessenvertreter der Grundeigentümer fordern in diesem Zusammenhang akzeptable Schutzgebietsverordnungen. Nur in Kooperation mit den auf der Fläche wirtschaftenden Grundeigentümern lassen sich die angestrebten Schutzziele verwirklichen. Als das Mittel der Wahl erweist sich hier gerade bei knapper Kassenlage öffentlicher Haushalte das Instrument des Vertragsnaturschutzes.

Spitzenreiter bei den Naturschutzflächen bleibt der Einzugsbereich der Bezirksregierung Lüneburg. Mit 70.927 ha verfügt sie fast über jedes zweite Naturschutzgebiet im Lande, hier sind 4,25 Prozent der Landesfläche unter Naturschutz gestellt. Mit knapp 30.000 ha liegt die Naturschutzfläche im Weser-Ems-Gebiet zwar über dem Areal im Regierungsbezirk Braunschweig mit rund 20.000 ha, allerdings ist im Westen Niedersachsens der prozentuale Anteil mit 1,7 Prozent der Landesfläche am geringsten. Neben den 727 als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Arealen stehen weitere 984.904 ha als Landschaftsschutzgebiet unter besonderem Schutz. Zusätzlich beschneiden die einer EU-Vorgabe folgenden Ausweisungen von Vogelschutzgebieten sowie der FFH-Flächen nach der Richtlinie Flora, Fauna, Habitat die unternehmerische Freiheit der Landwirte als Bewirtschafter der Wiesen, Weiden, Äcker oder Wälder. Der ZJEN appelliert daher an seine Mitglieder, sich in der jetzt anstehenden zweiten Runde der Verhandlungen um die FFH- und Vogelschutzgebiete intensiv in die Diskussion über Pflege- und Entwicklungspläne einzuschalten. Dort werden die Rahmenbedingungen festgezurrt, mit welchen zukünftigen Maßnahmen der Status quo der Gebiete festgeschrieben oder auch eine Entwick-lung zugelassen wird.

Das niedersächsische Naturschutzareal mit einer Fläche von knapp 151.000 ha entspricht übrigens der Fläche, die 2.603 Haupterwerbsbetriebe in Niedersachsen mit einer Größe von durchschnittlich 58 ha bewirtschaften.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Windenergie: Niedersachsen ist Windland Nummer eins

Themen: Archiv — info @ 13:07

Hannover (agrar.de) – Niedersachsen ist wieder Windland Nummer eins in der Bundesrepublik: Zwischen Harz und Nordsee drehten sich Ende Juni 2.728 Windräder mit einer installierten Leistung von insgesamt 1.970,8 Megawatt. Die Wachstumsrate bei den neu errichteten Anlagen lag im ersten Halbjahr 2001 damit bei 12,1 Prozent. Rund acht Prozent des niedersächsischen Strombedarfes konnte von der Windkraft abgedeckt werden.

‚Dieser Zuwachs ist gut für die Energie- und Klimapolitik, aber auch für die Sicherung zukunftsfähiger high-tech-Arbeitsplätze in Niedersachsen‘, erklärte Umweltstaatssekretärin Friederike Witte anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Daten durch den Bundesverband WindEnergie (BWE). Infolge der dynamischen und kontinuierlichen Entwicklung der niedersächsischen Windenergie-Branche seien mittlerweile etwa 10.000 Menschen in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt. Rund die Hälfte dieser Arbeitsplätze entfielen auf die Anlagenproduktion, die andere Hälfte auf Service- und Zulieferbetriebe.

‚Für eine moderne, zukunftsgerichtete Energiepolitik ist die Windkraft ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein.‘ Die ausgewiesenen Vorrangflächen für Windenergieanlagen an Land würden allerdings in wenigen Jahren bebaut sein, erklärte die Staatssekretärin. Einen weiteren Schub werde die zügige Erschließung neuer Standorte auf dem Meer bringen. ‚Von Offshore-Windparks wird Niedersachsen dann sowohl energiepolitisch als auch wirtschaftlich besonders stark profitieren.‘ Hintergrundinformationen vom Bundesverband WindEnergie (BWE)

Zur Windkraft-Technik: Eine moderne Windkraft-Anlage der Megawatt-Klasse hat eine Nennleistung von 1,5 Megawatt, einen Rotordurchmesser von 70 Metern und eine Nabenhöhe von bis zu 100 Metern. An einem durchschnittlichen Standort erzeugt solch ein Windrad im Jahr rund 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom – genug Energie für 1.000 Vier-Personen-Haushalte.

Zum Weltmarkt: Weltweit war Ende 2000 eine Windkraft-Leistung von rund 18.000 Megawatt installiert, davon über 10.000 MW in Europa. Zu den führenden Ländern gehören nach Deutschland die USA (2.500 MW), Spanien (2.500 MW) und Dänemark (2.300 MW).

Windkraft in den Bundesländern:

Niedersachsen 212.11 156 2728 1970.8 12.1 Schleswig-Holstein 164.89 127 2183 1342.5 14.0 Nordrhein-Westfalen 117.76 93 1285 761.7 18.3 Sachsen-Anhalt 109.5 82 633 603.2 22.2 Brandenburg 87.9 79 696 529.9 19.9 Rheinland Pfalz 44.9 39 413 295.8 17.9 Mecklenburg-Vorp. 39.15 41 744 495.6 8.6 Sachsen 20.62 26 439 320.9 6.9 Hessen 10.52 12 368 222.3 5.0 Baden Württemberg 5.36 7 105 66.7 8.7 Thüringen 4.95 6 228 186.3 2.7 Bayern 3.3 5 118 70.8 4.9 Hamburg 0 0 44 23.8 0.0 Saarland 0 0 21 12.5 0.0 Bremen 0 0 27 13.1 0.0 Berlin 0 0 0 0.0 0.0 Summe 820.96 673 10032 6915.76 13.5

1) Bundesland 2) Installierte Leistung (1.1. – 30.06.2001), in Megawatt 3) Anzahl der Windkraft-Anlagen (1.1. – 30.06.2001) 4) Anzahl der WKA insgesamt (Stand: 30.06.2001) 5) Installierte Leistung insgesamt, in MW (Stand: 30.06.2001) 6) Zuwachs bei der insg. installierten Leistung gegenüber 31.12.00 in Prozent

Links zum Thema Energie.

Markt: Käse weiter beliebt

Themen: Archiv — info @ 11:07

Pro-Kopf-Verbrauch stieg auf 21,2 kg – Käsemarkt soll weiter wachsen

Hannover (agrar.de) – Ob als Brotbelag, als Dessert oder zum verfeinern von Gerichten – bei Käse greifen die deutschen Verbraucher gern und häufig zu. Im vergangenen Jahr verspeiste jeder Bundesbürger im Schnitt 21,2 Kilogramm (kg) Käse, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Statistik der Landesvereinigung Milchwirtschaft. Davon entfielen allein 8,8 kg auf die Sortengruppe Frischkäse und Quark. Zusätzlich ließen sich die Deutschen 7,1 kg Schnittkäse schmecken, gefolgt von 2,1 kg Weichkäse wie Camembert oder Brie sowie 1,5 kg Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen. Hartkäse wie etwa Parmesan oder Emmentaler brachten es auf einen Pro-Kopf-Verzehr von 1,3 kg, zusätzlich ließ sich jeder Bundesbürger statistisch gesehen 0,4 kg Sauermilch- und Kochkäse, dazu gehört unter anderem der berühmte Harzer Roller, schmecken.

Mit insgesamt 21,2 kg Käse hat jeder Bundesbürger im Jahr 2000 sogar ein halbes Kilo mehr verzehrt als 1999. Dabei haben die Verbraucher vor allem bei den Sorten häufiger zugegriffen, die in die Gruppe der Hart- und Schnittkäse gehören; Ihr Verbrauch stieg um 8,3 beziehungsweise 7,6 Prozent. Überdurchschnittlich stark stieg auch der Verbrauch von Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen um 7,1 Prozent, während Weichkäse als einzige Produktgruppe um 8,7 Prozent weniger nachgefragt wurde als im Jahr zuvor. Nach mehreren Jahren beobachteten die Marktexperten erstmals auch bei Frischkäse wieder ein leichtes Wachstum um 1,2 Prozent, wobei der Quarkverbrauch weiter zurückgegangen ist, während die übrigen Frischkäse wieder in der Verbrauchergunst zulegen konnten. Im europäischen Vergleich greifen die Bundesbürger überdurchschnittlich gern zu Spezialitäten aus der Käsetheke, der Pro-Kopf-Verbrauch in der EU wird für 2000 mit 18,3 kg beziffert.

Dieser erfreulichen Nachfrage kamen die deutschen Molkereien gerne nach, die die Käseproduktion im Jahr 2000 um 5,8 Prozent auf 1,69 Mio. Tonnen (t) ausgedehnt haben. Überdurchschnittliche Wachstumsraten verbuchten Hart-, Schnitt- und Weichkäse, deren Produktion um insgesamt 10,1 Prozent auf 895.200 t stieg, sowie Schmelzkäse mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 170.700 t. Auch für das laufende Kalenderjahr rechnen Marktbeobachter mit einem wachsenden Käsemarkt. Einer aktuellen Prognose der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn zufolge soll die Käseproduktion der EU um 2,3 Prozent auf 7,12 Millionen t steigen, der Verbrauch um 2,2 Prozent auf 7,03 Millionen t zunehmen, das entspricht 18,7 kg je EU-Bürger.

Links zum Thema Milchwirtschaft.

11. Juli 2001

EU genehmigt 831 Mio. Euro für Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 14:07

Brüssel/Kiel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat ein Regionalentwicklungsprogramm für Schleswig-Holstein für den Zeitraum 2000-2006 genehmigt. Das Programm wird die wirtschaftliche und soziale Umstellung der unter Ziel 2 fallenden, mit Strukturproblemen konfrontierten Gebiete(1) von Schleswig-Holstein fördern. Für das Programm stehen Fördermittel der Europäischen Union in Höhe von 258 Mio. € zur Verfügung, die weitere Investitionen der öffentlichen Hand (245 Mio. €) und der Privatwirtschaft (327 Mio. €) für Programmausgaben von insgesamt 831 Mio. € auslösen werden. Hauptziel des Programms ist die Schaffung bzw. Erhaltung von 14.100 direkten (plus 29.100 indirekten) Arbeitsplätzen in der Region. Außerdem werden 3.240 Personen an Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen, mit denen ihre Qualifikation verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden soll.

Das Programmgebiet hat eine Bevölkerung von rund einer Million. Davon entfallen etwa 860.000 Einwohner auf die eigentlichen Ziel-2-Gebiete, die im Nordwesten (Landesteil Schleswig mit Teilen der Stadt Flensburg und der Westküste) und Nordosten (Ostholstein mit Teilen der Stadt Lübeck) der Region liegen und auch Teile der Hauptstadt Kiel umfassen. Etwa 140.000 Einwohner des Kreises Rendsburg-Eckernförde erhalten bis Ende 2005(2) eine Übergangsunterstützung.

Die Landwirtschaft spielt in dieser nur in begrenztem Maße industrialisierten Region weiterhin eine wichtige Rolle. Der Dienstleistungssektor und insbesondere der Fremdenverkehr haben eine überdurchschnittliche Bedeutung, sind aber konjunktur- und saisonabhängig. Die Beschäftigung in der Region ist vor allem bei den öffentlichen Dienstleistungen, in der Landwirtschaft und in den traditionellen Industriezweigen ständig zurückgegangen. Das Ziel-2-Programm konzentriert sich daher auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, indem es den Ausbau ergänzender Infrastrukturen, kleine und mittlere Unternehmen, Forschung und Informationstechnologien, den Fremdenverkehr sowie die Erneuerung benachteiligter städtischer Gebiete fördert. Die Themen nachhaltige Entwicklung, Chancengleichheit für Männer und Frauen sowie Informationsgesellschaft werden im Rahmen des Programms ebenfalls berücksichtigt.

Die Programmschwerpunkte und die Mittelverteilung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Modernisierung der Produktionskapazitäten: Technologie und Innovation. Dieser Schwerpunkt konzentriert sich auf die Stärkung der Produktionskapazitäten im Bereich Forschung und Entwicklung, auf die Modernisierung und Verbesserung der entsprechenden Infrastrukturen sowie auf Investitionen zur Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen. Die Förderung von Technologiezentren, Start-Up-Unternehmen und die Qualifizierung von Unternehmern stehen dabei im Mittelpunkt. Die Gemeinschaftsbeteiligung für diesen Schwerpunkt beläuft sich auf etwa 69,1 Mio. €.

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, namentlich der KMU. Dieser Schwerpunkt zielt darauf ab, durch Maßnahmen zur Förderung der Gründung und Entwicklung von KMU die Wettbewerbsfähigkeit der Ziel-2-Gebiete zu stärken. Die Tätigkeiten umfassen die Wiederherrichtung von Industriestandorten, Dienstleistungen für KMU sowie Fortbildungsmaßnahmen. Die Gemeinschaftsbeteiligung beträgt rund 83,5 Mio. €.

Förderung der lokalen Entwicklung: Stadtentwicklung, berufliche Bildung, Umweltschutz, Fremdenverkehr und Kultur. Die Förderung der lokalen Entwicklung zielt auf den Ausbau ‚weicher‘ Infrastrukturen ab, die für die Anbindung und Wiederbelebung der ländlichen Gebiete sowie für die Sanierung von Industriegebieten und städtischen Problemzonen von entscheidender Bedeutung sind. Maßgeschneiderte Maßnahmen für bestimmte Gebiete und Zielgruppen zielen auf die Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer ab und umfassen auch kulturelle und die ökologische Infrastruktur betreffende Maßnahmen für den Fremdenverkehr. Die Gemeinschaftsbeteiligung beläuft sich auf etwa 77,5 Mio. €.

Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Region: Wirtschaftsnahe logistische Infrastrukturen. Ziel dieses Schwerpunkt ist die Förderung von Investitionen in wirtschaftsnahe logistische Infrastrukturen, wobei die Hafenstandorte der Ziel-2-Gebiete im Mittelpunkt stehen. Da die Region als Drehscheibe für den Verkehr zur und von der Ostsee dient, zielen diese Investitionen auf die Optimierung und den Ausbau intermodaler Transportketten ab. Die Gemeinschaftsbeteiligung für diesen Schwerpunkt beträgt rund 20,9 Mio. €.

Weitere 7,4 Mio. € an Gemeinschaftsmitteln sind für die Finanzierung von programmbegleitenden Maßnahmen vorgesehen, die u.a. die Verwaltung, die Bewertung und die Kommunikation betreffen. Das Programm wird aus zwei Strukturfonds finanziert: dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unter Zuständigkeit von Herrn Barnier und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unter Zuständigkeit der Kommissarin für Beschäftigung und Soziales, Anna Diamantopoulou.

Auf den EFRE entfallen 86%, auf den ESF 14% der Gemeinschaftsbeteiligung. Die meisten Programmschwerpunkte umfassen sowohl Maßnahmen, die aus dem EFRE, als auch solche, die aus dem ESF finanziert werden, was eine bessere Koordinierung zwischen diesen beiden Strukturfonds der EU ermöglicht.

Weitere Informationen können im Internet abgerufen werden.

Verwaltungsbehörde: Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, Ministerialrat Rüdiger Balduhn, Düsternbrooker Weg 94, 24105 Kiel, Tel.: 0431-9884526, Fax: 0431-9884812, E-Mail.

Anmerkungen: (1)Ziel 2: Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Umstellung der Gebiete mit Strukturproblemen

(2)Für diejenigen Gebiete, die 1994-1999 im Rahmen der Strukturfonds förderfähig waren, im Zeitraum 2000-2006 aber nicht mehr unter Ziel 2 fallen, ist ein System der Übergangsunterstützung vorgesehen. Durch diese degressive Regionalförderung soll eine abrupte Einstellung der Strukturfondsfinanzierung verhindert werden. Außerdem dient sie der Konsolidierung der mit den Strukturfondsmaßnahmen des vorangegangenen Programmplanungszeitraums erzielten Ergebnisse.

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