20. Juli 2001

„Grüne Gentechnik“ birgt Risiken für den Ökologischen Landbau

Themen: Archiv — info @ 16:07

Paralleler Einsatz von gentechnisch-konventioneller und ökologischer Landwirtschaft problematisch

Berlin (agrar.de) – Der Ökologische Landbau verzichtet bewusst auf den Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen. Aber: Der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft birgt Risiken für den ökologischen Landbau.

Gentechnisch veränderte Pollen können mit dem Wind auch auf weit entfernte Felder gelangen und sich dort mit Pflanzen aus dem Anbau ohne Gentechnik kreuzen. Auch nach der Ernte bestehen Risiken. Werden Warenflüsse von konventionellen, gentechnikfreien Produkten sowie von Öko-Produkten nicht strikt von den Warenflüssen der Produkte mit ‚Grüner Gentechnik‘ getrennt, kann es bei Transport, Lagerung und schließlich auch bei der Verarbeitung zu Futter- und Lebensmitteln zu Durchmischungen und Verunreinigungen kommen. Damit sind wiederum die Produktions- und Vermarktungsmöglichkeiten ökologischer aber auch konventioneller Landwirtschaft, die auf Gentechnik verzichtet, gefährdet. Maßnahmen zum Schutz des Öko-Landbaus und des herkömmlichen, gentechnikfreien Landbaus sind notwendig, stehen aber noch aus.

Fachleute aus Forschung, Industrie und von Behörden haben dazu auf einem Fachgespräch im Umweltbundesamt zwei Forderungen erhoben:

1. Es sollten schnellstmöglich Regelungen zu Abständen zwischen den Anbauflächen des Öko-Landbaus und Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen für die Bereiche Anbau und Saatgutvermehrung getroffen werden. Wie diese Abstandsregelung im deutschen und europäischen Rechts etabliert werden kann, soll ein Rechtsgutachten klären, welches das Umweltbundesamt zu dieser Problematik in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse sollen Mitte 2002 vorliegen.

2. Es müssen dringend Handlungsempfehlungen bis hin zu rechtlichen Regelungen erarbeitet werden, um einen Eintrag von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in die Produktions- und Verarbeitungswege von ökologischen Nahrungsmitteln zu verhindern. Die Einführung einer neuen Technik darf nicht auf Kosten anderer bewährter, umweltfreundlicher sowie von Verbraucherinnen und Verbrauchern zunehmend nachgefragter Agrarprodukte gehen.

Hintergrund: Die EG-Ökolandbau-Verordnungen 2092/91/EG und 1804/99/EG legen fest, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel, die als Öko-Produkte gekennzeichnet sind, erzeugt und hergestellt werden müssen. Danach ist es Ökobauern untersagt, GVO aktiv einzusetzen. Jedoch gibt es keine Grenzwerte für Verunreinigungen ökologisch erzeugter Produkte mit GVO. Eine Präsenz sogenannten transgenen Erbguts, also Erbgut in das Fremdgene integriert wurden, macht das Öko-Produkt als solches praktisch unverkäuflich, besonders dann, wenn eine Kennzeichnungspflicht nach Novel- Food-Verordnung ausgelöst wird.

Bisher stehen für die Kennzeichnung von Saatgut und Ernteprodukten umfassende, verbindliche Regelungen noch aus. Laut EG-Verordnung 49/2000/EG ist bisher nur für bestimmte Lebensmittel – für Produkte aus zwei zugelassenen Mais und Soja-Linien – eine Kennzeichnungspflicht bei einem GVO-Anteil von mehr als einem Prozent festgelegt worden. Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten, dass ein Öko-Produkt keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthält und dürften – wenn überhaupt – nur geringste, unvermeidbare Spuren akzeptieren. Zwar sind bisher nur wenige GVO in der EU zur Vermarktung zugelassen, mittelfristig ist jedoch auch in Deutschland mit einem wachsenden Einsatz der Gentechnik in der konventionellen Landwirtschaft zu rechnen.

Der Tagungsband ‚Vorarbeiten/Fachgespräch – Grüne Gentechnik und ökologische Landwirtschaft‘ ist in der UBA-Reihe TEXTE als Nr. 23/2001 erschienen, umfasst 53 Seiten und kostet 15,- DM. Er kann gegen Einsendung eines Verrechnungsschecks bei der Firma Werbung und Vertrieb, Ahornstraße 1-2, 10787 Berlin bezogen werden. Bitte unbedingt die TEXTE-Nummer und den Namen des Bestellers angeben. Eine Kurzfassung steht im Internet, Stichwort „Veröffentlichungen“, bereit. Dort kann auch der komplette Tagungsband bestellt werden.

Links zum Thema Bio-Landbau und %url3%Biotechnologie%/%.

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Themen: Archiv — info @ 15:07

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Dioxin in Futtermitteln und Lebensmitteln – Die Fakten

Themen: Futtermittel,Pflanzenschutz — info @ 12:07

Brüssel (agrar.de) – Zum Thema ‚Dioxin in Futtermitteln und Lebensmitteln‘ veröffentlichte die EU heute das folgende factsheet:

1. Hintergrundinformationen über Dioxine und PCB “

Was sind Dioxine?

Dioxine sind eine Gruppe von Chemikalien. Es handelt sich um polychlorierte aromatische Verbindungen mit ähnlicher Struktur und ähnlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften. Sie werden nicht vorsätzlich erzeugt, sondern bilden sich als Nebenprodukt chemischer Reaktionen, die das gesamte Spektrum von natürlichen Ereignissen wie Vulkanausbrüchen und Waldbränden bis hin zu anthropogenen Prozessen, wie die Herstellung von Chemikalien, Pestiziden, Stahl und Anstrichfarben, das Bleichen von Zellstoff und Papier oder Abgasemissionen und Müllverbrennung, abdecken. Beispielsweise sind Dioxine in den Emissionen enthalten, die bei der unkontrollierten Verbrennung chlorierter Abfälle in einer Müllverbrennungsanlage entstehen.

Dioxin ist eine farblose, geruchlose organische Verbindung, die Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Chlor enthält. Der Begriff Dioxin bezeichnet eine große Chemikalienfamilie. Von den 210 verschiedenen Dioxinverbindungen sind nur 17 in toxikologischer Hinsicht bedenklich. Am gründlichsten untersucht wurde das giftigste Dioxin, nämlich 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-Dioxin, abgekürzt 2,3,7,8-TCDD. Es wird in „parts per trillion“ (ppt) gemessen.

Wieso stellen Dioxine ein Problem dar?

Dioxine lösen sich nicht in Wasser, sind jedoch sehr stark fettlöslich. Dies bedeutet, dass sie mit dem Sediment und mit organischen Stoffen in der Umwelt Bindungen eingehen und in das tierische und menschliche Fettgewebe resorbiert werden. Hinzu kommt, dass sie nicht biologisch abbaubar sind, so dass sie persistieren und in der Lebensmittelherstellungskette akkumulieren. M. a. W.: sind Dioxine einmal in die Umwelt freigesetzt, über die Luft oder das Wasser, so führt dies letztendlich zu ihrer Ansammlung im Fettgewebe von Tier und Mensch.

Was sind PCB?

Bei PCB oder polychlorierten Biphenylen handelt es sich ebenfalls um eine Gruppe von Chemikalien. Es sind chlorierte aromatische Kohlenwasserstoffe, die durch die direkte Chlorierung von Biphenylen synthetisiert werden. Technische PCB-Gemische sind nach wie vor weit verbreitet und kommen heute beispielsweise in Transformatoren, Baustoffen, Schmiermitteln, Überzügen, Weichmachern und Druckfarben vor. Einige PCB-Verbindungen besitzen toxische Eigenschaften, die denjenigen der Dioxine ähneln, weswegen sie häufig als ‚dioxinähnliche‘ PCB bezeichnet werden.

Welche Ursachen hat die Dioxinexposition des Menschen?

Dioxin ist in der Umwelt überall anzutreffen: es wird in allen Industriestaaten in der Luft, im Wasser und im Boden sowie auch in Lebensmitteln gefunden. Die Exposition des Menschen gegenüber Dioxin kann bedingt sein durch Tätigkeit in Industriebetrieben, in denen Dioxin als Nebenprodukt anfällt, durch Industrieunfälle, durch Lebensmittel, durch Muttermilch und Trinkwasser. Über Hautkontakt und Atmung werden im Allgemeinen nur äußerst geringe Dioxinmengen aufgenommen.

Wie gelangt Dioxin in die Lebensmittelherstellungskette?

Dioxin kann auf verschiedenen Wegen in Lebensmittel gelangen. Die Umweltbelastung durch Dioxine ist vor allem auf Emissionen aus verschiedenen Quellen (Müllverbrennung, Chemikalienherstellung, Verkehr usw.) zurückzuführen, die von der Luft transportiert werden und sich ablagern. Die Verwendung und Entsorgung von Chemikalien kann zu einer erhöhten örtlich umschriebenen Kontamination führen.

Natürlicherweise lagern sich Dioxine im Boden ab. Böden können nicht nur durch das aus der Luft stammende Dioxin verseucht werden, sondern auch durch Klärschlamm oder Kompost sowie durch Überströmung und Erosion aus nahegelegenen kontaminierten Gebieten. Der Boden wird unmittelbar oder mittelbar über Staubablagerungen auf Gemüsepflanzen von weidenden Rindern, Ziegen, Schafen und Hühnern oder von wühlenden / grasenden Schweinen und Wildschweinen aufgenommen.

Der Transport über die Luft und die Ablagerung von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB sind auch die Hauptquellen für die Kontamination von Blattgemüse, Weideland und Raufutter. Blätter werden entweder von weidenden Tieren direkt abgegrast oder geerntet und in getrockneter Form (Heu) oder als Silage konserviert. Die Ausbringung von Klärschlamm auf Pflanzen kann in gewissem Maße die Exposition von Nutzvieh erhöhen.

Dioxine und dioxinähnliche PCB sind kaum wasserlöslich, werden jedoch auf mineralische oder organische Partikel adsorbiert, die in Wasser suspendiert sind. Werden Dioxinemissionen mit der Luft bis zu Ozeanen und Meeren transportiert, so reichern sie sich letztendlich in der aquatischen Nahrungskette an. Dioxin akkumuliert im Fettgewebe von Schlachtrindern, Milchkühen, Geflügel und Schweinefleisch sowie von Fischen und Meeresfrüchten. Theoretisch steigt mit der Lebensdauer eines Tieres auch die potentielle Akkumulation von Dioxin in seinem Fettgewebe.

Welche Lebensmittel sind am stärksten betroffen?

Im Allgemeinen sind etwa 80 Prozent der gesamten Exposition des Menschen auf Lebensmittel tierischen Ursprungs zurückzuführen. Die Kontamination kann je nach Ursprung des Lebensmittels stark variieren. Fleisch, Eier, Milch, Zuchtfische und sonstige Lebensmittel können aufgrund von dioxinhaltigen Futtermitteln so stark kontaminiert sein, dass die Background-Werte überstiegen werden. Eine derartige Kontaminierung kann auf eine starke lokale Umweltkontamination zurückzuführen sein beispielsweise durch eine örtliche Müllverbrennungsanlage oder aufgrund von Unfällen, wie 1999 in Belgien oder auf einen hohen Dioxinanteil in Fischmehl und Fischöl. Wildfische aus verseuchten Gegenden können stark kontaminiert sein.

Verschlimmert sich die Dioxinkontamination?

Die vorliegenden Daten lassen erkennen, dass die Background-Exposition der europäischen Bevölkerung gegenüber Dioxin und dioxinähnlichen PCB in den letzten 10 Jahren abgenommen hat.

Wie gelangt Dioxin in unseren Körper?

Wir akkumulieren Dioxine in unserem Körper hauptsächlich dadurch, dass wir dioxin-kontaminierte Lebensmittel verzehren. Wie bei den Tieren, lagert sich auch bei den Menschen Dioxin im Fettgewebe ab. Bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie Säuglinge oder Menschen, die viel tierisches Fett oder aufgrund ihrer räumlichen Nähe zu Orten mit Dioxinfreisetzung viele kontaminierte Lebensmittel zu sich nehmen, sind überdurchschnittlich hohen Dioxinmengen ausgesetzt.

Was versteht man unter Dioxin-Körperlast?

Die Toxizität der Dioxine steht in Zusammenhang mit der im Körper während der Lebensdauer akkumulierten Menge, der sogenannten Körperlast. Dieser Begriff wird verwendet zur Beurteilung der toxischen Wirkungen von Dioxinen, da er eine genauere Abschätzung der kontinuierlichen Exposition ermöglicht als die tägliche Aufnahme.

Welche gesundheitliche Bedeutung kommt dem Verzehr von dioxinkontaminierten Lebensmitteln zu? Dioxine besitzen ein breites Spektrum toxischer und biochemischer Wirkungen, und einige von ihnen sind als humankarzinogen bekannt. Bei Labortieren wurde ein Zusammenhang zwischen ihnen und Endometriose (Schädigung des Uterus), Entwicklungsstörungen und neurologisch bedingten Verhaltensstörungen (Lernstörungen), Wirkungen auf Entwicklung und Reproduktion (geringe Spermienanzahl, genitale Missbildungen) sowie immuntoxischen Wirkungen beobachtet. Die genannten Effekte treten bei deutlich geringeren Expositionshöhen auf als die karzinogenen Effekte.

Wie steht es mit Dioxin in Muttermilch? Bedeutet Stillen eine gesundheitliche Gefährdung für den Säugling? Muttermilch enthält keine erhöhten Dioxinanteile. Es ist bekannt, dass eine gewisse Dioxinmenge beim Stillen vom Körper der Mutter auf den Säugling übergeht. Jedoch ist die Aufnahme durch das Stillen auf eine relativ kurze Lebensperiode des Säuglings begrenzt. Was für alle Kinder, auch wenn sie nicht gestillt werden, relevant ist, ist die Dioxinmenge, die sie als Embryo von ihrer Mutter aufnehmen.

In diesem Zusammenhang hat der Wissenschaftliche Ausschuss ‚Lebensmittel‘ die Schlussfolgerungen der WHO-Sitzungen über die gesundheitliche Bedeutung der Kontamination von Muttermilch mit Dioxinen und PCB wiederholt, nämlich, dass die derzeitige Datenlage eine Änderung der Empfehlungen zur Förderung und Unterstützung des Stillens nicht rechtfertigt. Die Gesundheitsfachleute erkennen an, dass das Stillen für den Säugling in den ersten Lebensmonaten zahlreiche ernährungsmäßige, immunologische und sonstige Vorteile mit sich bringt.

Wie wird eine Dioxinkontamination von Lebensmitteln und Futtermitteln nachgewiesen?

Ein allseits bekanntes Beispiel aus jüngerer Zeit stellt die Dioxinkontamination von Futtermitteln dar, die 1999 in Belgien auftrat. Diese wurde durch die unmittelbaren biologischen Auswirkungen auf Geflügel entdeckt, nicht aufgrund eines Überwachungsprogramms. Seit 1997 wurden in Europa vier weitere Fälle einer Dioxinkontamination (Zitruspulpe, kaolinitischer Ton, künstlich getrocknetes Grasmehl und Cholinchlorid) im Rahmen lokaler Überwachungsprogramme festgestellt.

Als Reaktion auf die belgische Dioxinkrise von 1999, bei der belgische Lebensmittel auf dem Wege über PCB-belastete Futtermittel mit Dioxin kontaminiert wurden, verfügte die EU befristete Beschränkungen des innergemeinschaftlichen Handels und des Außenhandels mit Milch und Molkereierzeugnissen, Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Eiern und Produkten auf Eibasis (z. B. Mayonnaise und Fertiggerichte) sowie mit Rinder-Futtermitteln.

2. Das politische Gesamtkonzept der EU: Senkung der Dioxinexposition

Im Anschluss an das Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit vom Januar 2000 hat die Europäische Kommission aktiv an der Konzipierung einer umfassenden Strategie zur Bewältigung der Dioxinkontamination von Futter- und Lebensmitteln gearbeitet. Auf seiner Tagung in Feira forderte der Europäische Rat die Kommission im Juni 2000 auf, harmonisierte Vorschriften für diese Kontaminanten vorzuschlagen. Die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in diese Strategie einflossen, liefern zwei wissenschaftliche Stellungnahmen.

Der Wissenschaftliche Ausschuss ‚Futtermittel‘ (SCAN) nahm am 6. November 2000 eine Stellungnahme zur Dioxinkontamination von Futtermitteln und zu ihrer Auswirkung auf die Kontamination von Lebensmitteln tierischen Ursprungs an. Der Wissenschaftliche Ausschuss ‚Lebensmittel‘ (SCF) nahm am 30. Mai 2001 eine Stellungnahme zur Risikobewertung von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB in Lebensmitteln an; hierbei handelte es sich um eine Aktualisierung der SCF-Stellungnahme vom 22. November 2002 anhand neuer wissenschaftlicher Informationen, die seither verfügbar geworden waren. Die Kommission hat nun den Mitgliedstaaten eine umfassende legislative Strategie vorgelegt (siehe IP/xx/01 und unten).

Was hat die Kommission seit der Veröffentlichung des Weißbuchs getan?

Die Kommission hat den Wissenschaftlichen Ausschuss ‚Lebensmittel‘ (SCF) und den Wissenschaftlichen Ausschuss ‚Futtermittel‘ (SCAN) ersucht, die Risiken zu bewerten, die das Vorhandensein von Dioxinen und dioxinähnlichem PCB in Lebens- und Futtermitteln für die öffentliche Gesundheit darstellt. Hierzu zählt auch eine Abschätzung der lebensmittelbedingten Aufnahme von Dioxinen und PCB durch die Bevölkerung der EU und die Benennung der Lebensmittel mit den höchsten Anteilen dieser Kontaminanten. Die Gutachten von SCF und SCAN wurden im November 2000 veröffentlicht. Die SCF-Stellungnahme wurde im Mai 2001 aktualisiert. Unter Zugrundelegung dieser wissenschaftlichen Risikobewertungen schlägt die Kommission Maßnahmen vor zur Begrenzung des Anteils von Dioxinen und dioxinähnlichem PCB in der gesamten Lebensmittel- und Futtermittelherstellungskette (siehe IP/xx/01 und unten).

Welche Strategie verfolgt die Kommission?

Das primäre Ziel der europäischen Politik im Bereich der Dioxine ist die Verringerung der Kontamination von Umwelt, Futtermitteln und Lebensmitteln mit Dioxinen und PCB, damit ein hohes Maß an Gesundheitsschutz gewährleistet wird. Dieses Ziel soll erreicht werden durch Maßnahmen auf allen Ebenen der Herstellungskette:

– Reduzierung der Kontamination in der Umwelt (zuständig: GD Umwelt); – Reduzierung der Kontamination von Futtermitteln, einschließlich Futtermittel für Fische; – Reduzierung der Kontamination von Lebensmitteln.

Die Kommission hat den Mitgliedstaaten folgende legislativen Maßnahmen im Bereich Futtermittel und Lebensmittel vorgeschlagen:

– die Festlegung von niedrigen, aber einhaltbaren Höchstwerten für Lebens- und Futtermittel, die Festlegung von Auslösewerten als Instrument für ‚Frühwarnungen‘ im Falle erhöhter Dioxinanteile in Lebens- oder Futtermitteln, – die mittelfristige Aufstellung von Zielwerten, damit der Dioxinanteil von Lebens- und Futtermitteln unter die von den Wissenschaftlichen Ausschüssen empfohlenen Grenzwerte gesenkt werden kann.

Warum werden Dioxine nicht verboten?

Dioxine werden nicht vorsätzlich hergestellt. Da sie sich als unerwünschte und oft unvermeidbare Nebenprodukte bei einer Reihe von Industrietätigkeiten bilden, sind sie überall anzutreffen. Daher kann man Dioxine nicht einfach ‚verbieten‘.

Gibt es Vorschriften, die die Herstellung und den Vertrieb von PCB verbieten?

Ja. Die Herstellung und Verwendung von PCB wurde in nahezu allen Industriestaaten eingestellt. Auf Gemeinschaftsebene hat die Richtlinie 76/769 die Verwendung der meisten PCB ab 1978 verboten, für bestimmte Anwendungen erst ab 1986.

Jedoch sind infolge ihrer großen Verbreitung in der Vergangenheit auch heute noch beträchtliche PCB-Mengen vorhanden, und zwar in elektrischen Geräten, Erzeugnissen aus Kunststoff, in Gebäuden und in der Umwelt. Daher sind PCB auch nach wie vor noch Bestandteil von Müll. Die Richtlinie 96/59/EG des Rates über die Beseitigung polychlorierter Biphenyle und polychlorierter Terphenyle (PCB/PCT) setzt für die Außerbetriebnahme sämtlicher PCB enthaltenden Geräte eine Frist bis Ende 2010.

3. Dioxine in Lebensmitteln

Welche Rechtsvorschriften regeln derzeit den Dioxingehalt von Lebensmitteln?

Die Verordnung (EWG) Nr. 315/93 des Rates vom 8. Februar 1993 zur Festlegung von gemeinschaftlichen Verfahren zur Kontrolle von Kontaminanten in Lebensmitteln schreibt folgendes vor:

– Es darf kein Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden, das einen Kontaminanten in einer gesundheitlich und insbesondere toxikologisch nicht vertretbaren Menge enthält. – Die Kontaminanten sind auf so niedrige Werte zu begrenzen, wie sie durch gute Praxis sinnvoll erreicht werden können. – Zum Schutz der öffentlichen Gesundheit müssen für bestimmte Kontaminanten Höchstwerte festgelegt werden.

Gegenwärtig gibt es für Dioxin oder PCB in Lebensmitteln noch keinen Grenzwert auf Gemeinschaftsebene, so dass nur die allgemeine Vorschrift gilt.

Worum geht es in der Stellungnahme des Wissenschaftlichen Ausschusses ‚Lebensmittel‘?

Der Wissenschaftliche Ausschuss ‚Lebensmittel‘ (SCF) hat die Risiken bewertet, die das Vorhandensein von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB in Lebensmitteln für die öffentliche Gesundheit darstellt. Hierzu zählt auch eine Abschätzung der lebensmittelbedingten Aufnahme von Dioxinen und dioxinähnlichem PCB durch die Bevölkerung der EU und die Benennung der Lebensmittel mit den höchsten Anteilen dieser Kontaminanten. Angesichts der persistierenden Natur dieser Verbindungen hat der SCF eine zulässige wöchentliche Aufnahme (TWI) von 14 Picogramm Toxizitätsäquivalenten (TEQ) pro kg Körpergewicht für Dioxine und dioxinähnliche PCB festgelegt.

Dieser TWI-Wert entspricht dem vorläufigen Wert der zulässigen monatlichen Aufnahme (PTMI) von 70 pg/kg Körpergewicht/Monat, den das gemeinsame FAO/WHO-Expertenkomitee für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) auf seiner 57. Sitzung (Rom, 5.-14.Juni 2001) festgelegt hat, und dem unteren Ende der Spannweite für die zulässige tägliche Aufnahme (TDI) von 1-4 pg WHO-TEQ/kg, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1998 im Rahmen einer Konsultation festgelegt wurde.

Was versteht man unter Toxizitätsäquivalent (TEQ)?

Jedes Congener aus der Gruppe der Dioxine oder der dioxinähnlichen PCB besitzt ein eigenes Toxizitätsniveau. Um die Toxizität dieser unterschiedlichen Verbindungen aufsummieren zu können, wurde der Begriff der Toxizitätsäquivalenzfaktoren (TEF) eingeführt; so werden Risikobewertungen und Kontrollen erleichtert. Dies bedeutet, dass die Analyseergebnisse für alle toxikologisch relevanten Congenere oder Verbindungen (17 Dioxine und 12 dioxinähnliche PCB) in ein einziges Ergebnis umgerechnet werden, welches die Gesamtsumme darstellt und als ‚TCDD-Toxizitätsäquivalenzkonzentration‘ (TEQ) ausgedrückt wird.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Standpunkt des Wissenschaftlichen Ausschusses ‚Lebensmittel‘ (SCF) und dem Ergebnis des JECFA und der WHO-Konsultation zu Dioxinen?

Der SCF hat eine zulässige wöchentliche Aufnahme (TWI) von 14 Picogramm Toxizitätsäquivalenten (TEQ) pro kg Körpergewicht für Dioxine und dioxinähnliche PCB festgelegt.

Dieser TWI-Wert entspricht dem vorläufigen Wert der zulässigen monatlichen Aufnahme (PTMI) von 70 pg/kg Körpergewicht/Monat, den das gemeinsame FAO/WHO-Expertenkomitee für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) auf seiner 57. Sitzung (Rom, 5.-14.Juni 2001) festgelegt hat, und dem unteren Ende der Spannweite für die zulässige tägliche Aufnahme (TDI) von 1-4 pg WHO-TEQ/kg, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1998 im Rahmen einer Konsultation festgelegt wurde.

Wenn man den Vergleich auf die gleichen Einheiten bezieht, stellt man folgendes fest: Der SCF (Mai 2001) legte für die Aufnahme einen Höchstwert von 2 pg/kg Körpergewicht/Tag fest, JECFA (Juni 2001) einen Höchstwert von 2,3 pg/kg Körpergewicht/Tag und die WHO in ihrer Konsultation (Mai 1998) eine Spannweite von 1 bis 4 pg/kg Körpergewicht/Tag.

Kommt der SCF zu dem Schluss, dass für die europäische Bevölkerung ein Risiko besteht? Wenngleich der SCF festgestellt hat, dass ein erheblicher Teil der europäischen Bevölkerung Mengen zu sich nimmt, die über der zulässigen Aufnahme liegen, kommt er gleichwohl zu dem Schluss, dass dies nicht zwangsläufig ein nennenswertes Gesundheitsrisiko für den Einzelnen bedeutet, da der TWI-Wert einen Sicherheitsfaktor einschließt. Eine Überschreitung der TWI führt allerdings zu einer Aushöhlung des durch den Sicherheitsfaktor gewährten Schutzes.

Es ist wichtig, festzuhalten, dass die lebensmittelbedingte Aufnahme auf europäischer Ebene auf Grund der unterschiedlichen Essgewohnheiten und Lebensmittelquellen beträchtlich variiert. Konsumiert man beispielsweise besonders viel Fisch aus stark kontaminierten Gegenden wie der Ostsee, so besteht ein wesentlich höheres Risiko als bei einer ausgewogenen Ernährung, wie in Südeuropa üblich.

4. Dioxine in Futtermitteln

Welche Rechtsvorschriften regeln den Dioxingehalt in Futtermitteln?

Die Richtlinie 1999/29/EG des Rates vom 22. April 1999 über unerwünschte Stoffe und Erzeugnisse in der Tierernährung schreibt vor, dass Futtermittel-Ausgangserzeugnisse und Futtermittel nur dann in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie ‚von einwandfreier und handelsüblicher Qualität sind‘. Futtermittel-Ausgangserzeugnisse und Futtermittel sind dann als nicht von einwandfreier und handelsüblicher Qualität zu betrachten, wenn der Dioxingehalt unannehmbar hoch ist und ein Risiko für die menschliche Gesundheit (und die Tiergesundheit) darstellt.

Gibt es gegenwärtig Grenzwerte für Dioxine in Futtermitteln?

Es wurden spezifische Höchstwerte für Dioxine (Dioxine und Furane, jedoch nicht für dioxinähnliche PCB) in Zitruspulpe und kaolinitischem Ton festgelegt. Diese Festlegung erfolgte 1998 bzw. 1999 mit vorläufigem Charakter und muss anhand der SCAN-Stellungnahme vom November 2000 überprüft werden. Welchen Standpunkt vertritt der Wissenschaftliche Ausschuss ‚Futtermittel‘?

Der Wissenschaftliche Ausschuss ‚Futtermittel‘ (SCAN) befasst sich in seiner Stellungnahme mit der Dioxin- und PCB-Kontamination von Futtermitteln, der wahrscheinlichen Exposition von Lebensmittel liefernden Tieren (Säugetieren, Vögeln und Fischen) und der Übertragung dieser Kontamination auf Lebensmittel.

Das wichtigste Ergebnis, zu dem der SCAN kam, ist, dass europäisches Fischöl und Fischmehl die am stärksten dioxinkontaminierten Futtermittel-Ausgangserzeugnisse sind. Daher gibt ihre Verwendung in Futtermitteln für Zuchtfische und für sonstige Lebensmittel liefernde Tiere Anlass zur Besorgnis. Auch tierisches Fett kann erheblich, jedoch vergleichsweise geringer, mit Dioxin kontaminiert sein. Sonstige Futtermittel-Ausgangserzeugnisse, wie Getreide und Saatgut, Nebenprodukte der Milcherzeugung und Tiermehl, sind als Dioxinquellen weniger von Belang.

Es liegen nur wenige Daten zur Kontamination von Futtermittel-Ausgangserzeugnissen mit dioxinähnlichen PCB vor, die ähnliche toxikologische Wirkungen wie Dioxine besitzen; es bestehen jedoch Anzeichen dafür, dass ihr Anteil in Futtermittel-Ausgangserzeugnissen, die von Fischen stammen, die ausschließlich für Dioxine ermittelten Kontaminationswerte deutlich erhöhen könnten. Bei anderen Futtermittel-Ausgangserzeugnissen könnte die Einbeziehung der dioxinähnlichen PCB zur Verdoppelung der ausschließlich durch Dioxine bedingten Kontamination führen.

Was empfiehlt der SCAN in seiner Stellungnahme?

Die Wissenschaftler empfehlen ein integriertes Konzept zur Eindämmung der Dioxinkontamination über die gesamte Lebensmittelherstellungskette. Zur Senkung der Kontamination von Futtermitteln empfiehlt der SCAN, die Bemühungen darauf zu konzentrieren, die Auswirkungen der am stärksten kontaminierten Futtermittel-Ausgangserzeugnisse, z. B. Fischmehl und Fischöl, zu reduzieren.

Zu diesem Zweck könnte man weniger stark oder überhaupt nicht kontaminierte Futtermittel-Ausgangserzeugnisse einsetzen oder die Kontamination senken, beispielsweise durch eine Dekontaminierung / Reinigung von Fischöl. Der Ausschuss betont ferner die Notwendigkeit einer systematischeren und koordinierteren Erhebung vergleichbarer und zuverlässiger Daten über die Kontamination mit Dioxinen und PCB.

NRW: Erste Ergebnisse der Viehzählung 2001

Themen: Archiv,MKS — info @ 12:07

Düsseldorf (agrar.de) – Bei der Viehzählung im Mai dieses Jahres wurden in Nordrhein-Westfalen annähernd 6,2 Millionen Schweine gezählt, 0,4 Prozent mehr als im Mai 2000. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, verringerte sich die Zahl der Rinder um 3,1 Prozent auf knapp 1,5 Millionen Tiere; die Zahl der Milchkühe sank dabei um 0,6 Prozent auf 389.000.

Weiter rückläufig war die Zahl der Vieh haltenden Betriebe: Mit 24.650 war die Zahl der Rinderhaltungen um 6,0 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, und die Zahl der Schweinehaltungen verringerte sich um 6,5 Prozent auf 17.250.

Die Zahl der älteren und schwereren Schlacht- und Masttiere erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich: Die Zahl der Bullen und Ochsen nahm um 31,9 Prozent auf 28.100 zu, die der Mastschweine mit einem Lebendgewicht von 110 oder mehr Kilogramm stieg um 35,1 Prozent auf 153.400 Tiere. Transportverbote und Handelsbeschränkungen als Vorsichtsmaßnahme zur Verhinderung der Maul- und Klauenseuche Anfang des Jahres dürften nach Meinung der Statistiker diese Zunahmen begünstigt haben.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

19. Juli 2001

WLV und DBV verstärken Dialog mit den Verbrauchern

Themen: Archiv — info @ 16:07

Münster (agrar.de) – Mit einem ‚Monat des Verbraucher-Dialogs‘ im September 2001 sollen die seit einigen Jahren durchgeführten öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen der deutschen Bauern und ihrer Familien intensiviert und fortgesetzt werden. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und der Deutsche Bauernverband (DBV) rufen alle in der Öffentlichkeitsarbeit engagierten Bäuerinnen, Bauern und Landjugendlichen auf, sich mit Veranstaltungen an diesem Verbraucher-Dialog zu beteiligen.

Bisher sei das Interesse bei konventionellen Betrieben wie bei Öko-Betrieben sehr vielversprechend. ‚Nach der BSE- und MKS-Krise wollen unsere bäuerlichen Familien zeigen, dass ihre Produkte und Produktionsweisen besser sind als häufig von manchen Politikern dargestellt‘, betonte WLV-Präsident Franz-Josef Möllers. Gerade das persönliche Engagement von Bäuerinnen und Bauern trage wesentlich dazu bei, das Ansehen der Landwirtschaft bei der Bevölkerung zu steigern.

Bei ‚Tagen des offenen Hofes‘ und bei Erntedankveranstaltungen auf den Höfen und in den Städten werden die Bäuerinnen und Bauern das Gespräch mit den Mitbürgern über sichere Lebensmittel sowie die Leistungen der Landwirtschaft für Gesellschaft und Umwelt suchen. Rund um den Erntedanktag am 30. September werden in allen Bundesländern traditionell zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, die der Kommunikation zwischen Verbrauchern und Landwirten dienen.

Bei der bundesweit neuen Aktion ‚Bauernhof als Klassenzimmer‘ werden die Landwirte Schulklassen auf die Bauernhöfe einladen und mit Lehrern und Schülern über die Landwirtschaft, nachhaltiges Wirtschaften auf dem Acker, die artgerechte Tierhaltung und über Nahrungsqualität und Naturschutz vor Ort diskutieren. Die Betriebsleiter werden in Zusammenarbeit mit den Landesbauernverbänden und dem Verein information.medien.agrar (IMA) die Schulklassen willkommen heißen.

Links zum Thgema %url4%Bildung%/% und %url5%Schulbauernhof%/%.

Abgepackte Fleisch- und Wurstwaren sollen besser etikettiert werden

Themen: Archiv — info @ 14:07

Brüssel (agrar.de) – Der Ständige Lebensmittelausschuss hat heute eine positive Stellungnahme abgegeben zu dem Vorschlag der Europäischen Kommission, in dem die Definition des Begriffs ‚Fleisch‘ für die Etikettierung von abgepackten Fleischerzeugnissen, wie Fleisch- und Wurstwaren, Fertiggerichten und Fleischkonserven, festgelegt wird(1).

Die einzige gegenwärtig bestehende gemeinschaftliche Definition von Fleisch unterscheidet nicht zwischen Muskeln, Fett und Schlachtnebenprodukten, während Fleisch nach der Vorstellung der Verbraucher im wesentlichen Muskelfleisch ist. Sie erlaubte also keine zufriedenstellende Etikettierung, und mehrere Mitgliedstaaten hatten schon eine Definition von Fleisch für Etikettierungszwecke eingeführt.

‚Diese harmonisierte Definition wurde mit dem Ziel ausgearbeitet, durch eine transparentere und genauere Etikettierung von Fleischerzeugnissen die Information der Verbraucher zu verbessern. Ich denke, dass die Verbraucher ein Recht auf die bestmögliche Information über die von ihnen verzehrten Erzeugnisse haben. Die Etikettierung ist ein wesentliches Instrument, um dies sicherzustellen, und meine Priorität ist es, die Möglichkeiten für eine bewusste Kaufentscheidung zu verbessern‘, stellte das für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissionsmitglied David Byrne fest. ‚Die heute erlassene Richtlinie ermöglicht es auch, gewisse aufgrund unterschiedlicher nationaler Definitionen bestehende Handelshemmnisse zu beseitigen.‘

Die Bestimmungen im Einzelnen

Die Richtlinie enthält eine Reihe von Bestimmungen, die die Information der Verbraucher über abgepackte Fleischerzeugnisse in mehrfacher Hinsicht verbessern.

Sie beschränkt zunächst die Definition von Fleisch auf Muskelfleisch, was eine wesentliche Änderung darstellt. Die anderen zum menschlichen Verzehr geeigneten Teile von Tieren, wie beispielsweise Innereien (Herz, Leber etc.) und Fett, müssen von nun an als solche etikettiert werden und nicht mehr als ‚Fleisch'(2).

Es ist jedoch zulässig, dass ein Teil des Fetts, wenn es mit dem Muskelfleisch verbunden ist, innerhalb der in der Definition vorgesehenen Höchstgrenzen dem Fleisch zugeordnet wird.

Die Richtlinie sieht außerdem die systematische Angabe der Tierspezies vor, von der das Fleisch stammt (Rindfleisch, Schweinefleisch etc.). Diese Information ist für die Verbraucher sehr wichtig; sie erlaubt es ihnen, Preisunterschiede zwischen den Erzeugnissen besser nachvollziehen zu können und sich gemäß ihrer persönlichen Ernährungspräferenzen zu entscheiden.

Schließlich nimmt die Richtlinie ‚Separatorenfleisch‘ von der Definition von Fleisch aus. Dieses ist bei der Etikettierung gesondert anzugeben; es kann nicht mehr in die Angabe des Fleischanteils von Erzeugnissen, in denen es vorhanden ist, einbezogen werden.

Die Mitgliedstaaten haben diese Richtlinie bis spätestens zum 1. Januar 2003 in nationales Recht umzusetzen. Alle nach diesem Zeitpunkt hergestellten Erzeugnisse müssen also nach diesen neuen Bestimmungen etikettiert sein. Jedoch dürfen die vor diesem Zeitpunkt hergestellten Erzeugnisse, die nach den alten Bestimmungen etikettiert wurden, vermarktet werden, bis die Lagervorräte erschöpft sind.

(1) Richtlinie der Kommission zur Änderung der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln.

(2) Höchstwerte der Fett- und Bindegewebeanteile für Zutaten, die mit dem Begriff ‚Fleisch von‘ bezeichnet werden. SpeziesFett (%) Bindegewebe*** (%) – Säugetiere (ausgenommen Kaninchen und Schweine) und Mischungen von Spezies, bei denen Säugetiere überwiegen (25/25) – Schweine (30/25) – Vögel und Kaninchen (15/10)

Links zum Thema Lebensmittel.

Hessen: Ergebnisse der Viehzählung im Mai 2001

Themen: Hessen,Statistik,Tierbestände — info @ 12:07

Zahl der viehhaltenden Betriebe sinkt stärker als die Viehbestände

Wiesbaden (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der im Mai — gleichzeitig mit der Bodennutzungshaupterhebung — durchgeführten Viehzählung wurden in Hessen insgesamt 534.000 Rinder sowie 836.000 Schweine gezählt. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, verringerte sich damit der Rinderbestand um 4,7 Prozent und der Schweinebestand um 5,5 Prozent gegenüber der vergleichbaren Erhebung im Jahr 1999. Dagegen nahm die Zahl der rinderhaltenden Betriebe um 12,8 Prozent und die der schweinehaltenden Betriebe sogar um 19,1 Prozent ab.

Auf Grund von BSE (Absatzschwierigkeiten) und MKS (Transportbeschränkungen) wurden, entgegen des sonstigen Bestandsabbaus, mehr ältere Tiere gezählt. So verdoppelte sich die Zahl der Schlachtkühe auf nunmehr 3.800 Stück und die Zahl der Mast- und Schlachtrinder (ein Jahr und älter) stieg geringfügig auf 74.000 Tiere. Der Bestandsabbau bei den Schweinen vollzog sich in fast allen Nutzungsarten. Der Bestand an Zuchtsauen betrug zur Zählung ca. 77.500 Tiere. Er verringerte sich damit um rund 1.000 Tiere gegenüber dem Jahr 2000 sowie um ca. 7.000 Tiere gegenüber 1999.

Mit 33.000 Pferden veränderte sich der Bestand gegenüber 1999 lediglich geringfügig und der Bestand an Schafen, der von 2.100 Haltern betreut wurde, sank auf 179.000 Stück (minus zwei Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Hessen.

EU: 94 Naturschutzprojekte bewilligt

Themen: Archiv,Saarland — info @ 10:07

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat darüber befunden, welche Naturschutzprojekte im Rahmen des Programms LIFE-Natur in den Jahren 2000-2001 Fördermittel erhalten sollen. 94 Projekte wurden ausgewählt, und insgesamt wurden 79.5 Mio. Euro für diese Projekte bereitgestellt.

Fünf Beitrittsländer (Estland, Ungarn, Lettland, Rumänien und Slowenien) haben Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union für ihre Beteiligung am LIFE-Programm unterzeichnet. 14 der 2000-2001 vorgesehenen Projekte werden diesen Ländern zugute kommen. Die Hauptbegünstigten in diesem Jahr sind Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Behörden, besonders lokale und regionale Verwaltungen. Die meisten Projekte dienen dem Schutz verschiedener Arten natürlicher Lebensräume.

In den Jahren 2000-2001 gingen bei der Kommission 310 Vorschläge für Naturschutzprojekte ein. 60 Prozent davon erfüllten die Teilnahmebedingungen. Für 94 dieser Projekte wurden nun auf der Grundlage der Bewertung der Kommission und des Standpunkts des Habitat-Ausschusses der Vertreter der Mitgliedstaaten eine Förderung gewährt. Die 94 ausgewählten Projekte erfüllen jeweils mindestens eines der drei Kriterien für LIFE-Natur:

– Schutz von Gebieten, die von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Habitat-Richtlinie vorgeschlagen wurden (67 Prozent);

– Schutz von Standorten, die im Rahmen der Vogelschutz-Richtlinie als besondere Schutzgebiete ausgewiesen wurden (25 Prozent);

– Schutz von Tieren und Pflanzen, die von gemeinschaftlicher Bedeutung sind (7 Prozent).

Die Investitionskosten für die ausgewählten Projekte belaufen sich auf insgesamt 152 Mio. Euro, wovon 79,5 Mio. Euro durch LIFE zur Verfügung gestellt werden. Für den Restbetrag kommen die Begünstigten, ihre Partner und Förderer auf.

Da das Hauptziel von LIFE-Natur darin besteht, das Netz ‚NATURA-2000‘ aufzubauen (europäisches ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete), können die Mitgliedstaaten, die bisher noch keine umfassende Liste von Gebieten, die als Schutzgebiete im Rahmen der Vogelschutz- oder der Habitat-Richtlinie in Frage kämen, vorgelegt haben, nicht ohne Weiteres Fördermittel vorgesehen. In der LIFE-Verordnung sind strenge Zulassungskriterien enthalten. Das Zielgebiet des Projekts muss als besonderes Schutzgebiet im Sinne der Vogelschutz-Richtlinie ausgewiesen oder als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung im Sinne der Habitat-Richtlinie vorgeschlagen worden sein.

Über 65 Prozent der in der Habitat-Richtlinie aufgelisteten natürlichen Lebensräume werden von den dieses Jahr ausgewählten Projekten erfasst. Dabei handelt es sich um Schwemmland (Österreich, Belgien, Italien), Feuchtgebiete (Deutschland, Italien, Rumänien, Spanien, usw.), Grasland (Deutschland, Schweden, Großbritannien, Slowenien, usw.), Wälder (Österreich, Finnland, Lettland, Griechenland, usw.). Verschiedene Projekte dienen dem Schutz bestimmter Arten (darunter Vogelarten, Nerze, Luchse und Robben).

LIFE ist das einzige Instrument der EU, das Fördermittel für den Umweltschutz in der gesamten EU und in angrenzenden Gebieten zur Verfügung stellt. Allgemeines Ziel von LIFE ist es, durch die Förderung bestimmter Umweltschutzmaßnahmen in folgenden drei Bereichen einen Beitrag zur Weiterentwicklung und Umsetzung der Umweltpolitik der Gemeinschaft zu leisten: LIFE-Umwelt, LIFE-Natur, LIFE-Drittländer. LIFE ist im Zeitraum 2000-2004 mit einem Budget von 640 Mio. Euro ausgestattet.

Der Großteil dieser Mittel ist für einmalige Ausgaben und für das periodische Biotop-Management (beispielsweise Überwachung) bestimmt. Die meisten LIFE-Natur-Projekte sehen auch Sensibilisierungs- und Informationsmaßnahmen vor.

Das soziokulturelle Umfeld, in denen die Projekte durchgeführt werden, ist für deren erfolgreiche Durchführung ausschlaggebend. Daher muss die Unterstützung der jeweiligen Behörden und lokalen Verbände für das Projekt sichergestellt werden.

Weitere Einzelheiten zu den neuen Projekten sind der Datenbank LIFE-Nature Database zu entnehmen. Die Projektbeschreibungen liegen in der jeweiligen Landessprache wie auch auf Englisch und Französisch vor. Angegeben sind Bezeichnung, Ziel, Beschreibung und Kontaktpersonen für jedes der 94 ausgewählten Projekte LIFE-Natur für 2000-2001. Im Folgenden sind kurze Abrisse zu den Projekten jedes Mitgliedstaaten enthalten.

LIFE-Natur-Projekte in Deutschland

– Zahl der eingereichten Projektvorschläge: 11

– Zahl der geförderten Projekte: 6

– Gesamtkosten aller geförderten Projekte: 17.008.671 EURO

– Gesamtbeitrag von LIFE: 10.001.054 EURO

Bei der Einreichung von Vorschlägen für die LIFE-Natur-Projekte für 2000/2001 stellte sich für Deutschland wiederum das Problem, dass keine oder eine nur unzureichende Zahl von Gebieten als Schutzgebiete im Sinne der Vogelschutz-Richtlinie ausgewiesen oder als Schutzgebiete im Sinne der Habitat-Richtlinie zur Schaffung des Netzes ‚NATURA-2000‘ vorgeschlagen waren. Verschiedene Vorschläge mussten abgelehnt werden, da die vorgeschlagenen Zielgebiete noch nicht gemeldet waren.

Dennoch wurden 2001 – von 11 eingereichten Projekten – 6 deutsche Projekte genehmigt. Sie betreffen so verschiedene Gebiete wie die Ostseeküste im Norden und den Schwarzwald im Süden.

Wie in den vorhergehenden Jahren ist der Schwerpunkt der deutschen Projekte die Sanierung von Feuchtgebieten. Vier Projekte haben zum Ziel, die Sünden der Vergangenheit, als Feuchtgebiete im großen Umfang trockengelegt wurden, wieder gutzumachen. Während sich die beiden westdeutschen Projekte (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) auf in Mitleidenschaft gezogene Feuchtwiesen und Sumpfgebiete konzentrieren, zielen die ostdeutschen Projekte auf die Sanierung von Seen (Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg). Zwei der Feuchtgebietsprojekte haben in erster Linie den Schutz von Vogelarten, wie Wat- und Wasservögel beim Brüten oder beim Zug der Tiere, zum Ziel, und zwei der anderen Feuchtgebietsprojekte zielen in erster Linie auf den Schutz bedrohter Lebensräume (also insbesondere bedrohte Feuchtgebietsvegetationsarten).

Die beiden übrigen Projekte betreffen entweder trockenes kalkreiches Grasland oder hochgelegene Lebensräume besonders in Heidegebieten in Höhenlagen. Dieses regionenübergreifende Projekt (was für die Bundesrepublik recht ungewöhnlich ist), das trockenes kalkreiches Grasland zum Gegenstand hat, betrifft Gebiete in Schleswig-Holstein wie auch im Saarland. Am Höhenlagenprojekt im Schwarzwald (Baden-Württemberg) sind verschiedenen lokale Interessengruppen beteiligt. Sie versuchen, gegen die Beeinträchtigung von Lebensräumen infolge von verstärktem Fremdenverkehr und einer Änderung der Flächennutzung vorzugehen und eine nachhaltige Flächennutzung zu erreichen.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Waldbesitzer demonstrieren zu Beginn des Weltklimagipfels in Bonn

Themen: Klima,Wald — info @ 09:07

Berlin/Bonn (agrar.de) – Auf die positive Wirkung nachhaltiger Forstwirtschaft für den Klimaschutz haben zu Beginn der Klimaschutzkonferenz über 1.000 Waldbauern in Bonn in einer Kundgebung aufmerksam gemacht. Waldarbeitspferde zogen ein Holzhaus auf Rädern an der Spitze eines Demonstrationszuges der Waldbauern zum Konferenzgebäude des Klimagipfels.

‚Wir Waldbauern wollen der Öffentlichkeit deutlich machen, dass Herr Trittin die Wirtschaftswälder für den Klimaschutz endlich anerkennen und deren Bedeutung in der Politik der Bundesregierung einen zentralen Platz erhalten muss.‘ so der Präsident der Deutschen Waldbesitzerverbände, Michael Prinz zu Salm-Salm.

Mit der Naturschutzpolitik der Bundesregierung sind die Waldbauern unzufrieden. Sie fühlen sich vom Umweltminister im Stich gelassen, der – statt eine Politik zur Unterstützung nachhaltiger Forstwirtschaft zu betreiben – neue Auflagen in das Bundesnaturschutzgesetz aufnehmen wolle. Es passe nicht zusammen, wenn der Bundesminister Klimaschutzziele formuliere, die Forstwirtschaft aber als wichtigen Partner bei der Umsetzung der Ziele ständig weiter reglementiere.

Der Einsatz von Holz im Bauwesen und die breite Verwendung des heimischen nachwachsenden und natürlichen Rohstoffes biete umfangreiche Möglichkeiten zur Verminderung von Treibhausgasen.

Unter dem Slogan ‚Holzhaus statt Treibhaus‘ forderten die Waldbesitzer, die Klimaschutzfunktion ihrer Wälder und die Leistungen der Waldbesitzer in das Abschlussprotokoll der Klimakonferenz in angemessener Weise aufzunehmen. Hierzu überreichten sie den Konferenzteilnehmern ein Manifest mit einem Zehn-Punkte-Maßnahmenkatalog. Hierin heißt es: ‚Die positiven Leistungen der europäischen Wirtschaftswälder müssen im Kyoto-Prozess anerkannt und die Methoden der Anrechnung verbessert werden. Der Kohlenstoff-Senkeneffekt der wachsenden Wirtschaftswälder und der Holzprodukte ist in angemessener Weise in die Berechnungen einzubeziehen.

Beim Aufbau eines Emissionshandelssystems zur Vermeidung von Treibhausgasen sind die Waldbesitzer als Bewirtschafter von CO2-Senken zu berücksichtigen. Gesetzliche Beschränkungen der Waldbewirtschaftung und der Holzproduktion gefährden die Klimaschutzziele und untergraben die Leistungsfähigkeit der Forstbetriebe.‘

Information: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V., Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31807923, Fax: 030-31807924, E-Mail

Links zum Thema Wald und Forst

18. Juli 2001

Niedersachsen: Schweinebestand weiter aufgestockt

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 14:07

Hannover (agrar.de) – Nach dem vorläufigen Ergebnis der allgemeinen Viehzählung am 03. Mai 2001 wurden in Niedersachsen 7,609 Mio. Schweine gezählt. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, verzeichnet der niedersächsische Schweinebestand im Vergleich zum Vorjahr eine weitere Aufstockung. Auf Grund der MKS- Schutzverordnung und der damit verbundenen Transportbeschränkungen wuchs der Bestand an Mastschweinen im Mai 2001 um 4 Prozent auf 3,417 Mio. Tiere an. Auch die Zunahme des Ferkelbestandes um 3,1 Prozent auf 1,579 Mio. Tiere lässt sich auf einen Vermarktungsstau im Zuge der MKS-Schutzmaßnahmen zurückführen.

Die als Reaktion auf die BSE-Krise vermehrte Nachfrage nach Schweinefleisch hat im Gegensatz zum Abwärtstrend der letzten Jahre wieder zu einer vermehrten Einstallung von Zuchtsauen geführt. Am 3. Mai 2001 standen 476 Tsd. trächtige Zuchtsauen in niedersächsischen Ställen. Das waren 6,7 Prozent mehr als am 3. Mai des Vorjahres.

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Viehzählung wurden 2,829 Mio. Rinder im Bundesland gezählt. Das Statistische Landesamt teilte mit, dass der Rindviehbestand im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent stieg. Dies ist vor allem auf einen überdurchschnittlich hohen Bestand an Schlachtrindern zurückzuführen. Noch immer stehen viele ältere Schlachttiere im Stall, die trotz erholter Nachfrage nur schwer verkäuflich sind. Mit 18.000 Tieren wurden allein 39 Prozent mehr weibliche Schlachtfärsen gezählt als am Stichtag des Vorjahres. Beeinflusst von den starken Preiseinbrüchen ist die Kälberhaltung deutlich um 8,8 Prozent auf 475.000 Tiere zurückgegangen.

Die Anzahl der Milchkühe ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Am Stichtag standen 765.000 Tiere im Stall, 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings ist dies nicht unbedingt auf eine gewollte Aufstockung des Milchkuhbestandes, sondern eher darauf zurückzuführen, dass zur Schlachtung vorgesehene Kühe, wegen ihrer Unverkäuflichkeit, weiter gemolken werden müssen. Trotz aller Schwierigkeiten im Rindviehsektor stieg die Zahl der Ammen- und Mutterkühe weiterhin im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 Prozent auf 79.000 Tiere an.

Neben Schweinen und Rindern werden in Niedersachsen auch 45,492 Mio. Hühner und 235.000 Schafe sowie 85.000 Pferde gehalten.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

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