30. Juli 2001

DNR kritisiert Prüfsiegel-Pläne des DBV

Themen: Archiv — info @ 14:07

Bonn/Hamburg (agrar.de) – Als ‚Schlag ins Gesicht der Verbraucher‘ kritisiert der Deutsche Naturschutzring (DNR) das vom Deutschen Bauernverband (DBV) angekündigte eigene Prüfsiegel für konventionell erzeugte Lebensmittel.

‚Nur eine staatlich geprüfte Auszeichnung garantiert Ehrlichkeit‘, betonte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. ‚Es ist unerträglich, dass sich die Verursacher der Agrarkrise jetzt selbst eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen wollen. sagte Weinzierl. Nach dem BSE-Skandal seien Selbstverpflichtungen etwa von Futtermittel- und Pharmaherstellern alles andere als geeignet, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Der DNR stehe dagegen voll hinter der angestrebten Agrarwende von Verbraucher- und Landwirtschaftsministerin Renate Künast.

Wie das Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel‚ in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, will Künast auf das angekündigte eigene Prüfsiegel für konventionell produzierte Lebensmittel verzichten. Grund dafür sei ein Prüfzeichen, dass der Bauernverband zusammen mit der Ernährungswirtschaft einführen wolle.

Nach Spiegel-Angaben müssen sich fortan rund 220.000 tierhaltende Betriebe, 30.000 Einzelhändler, 20.000 Metzgereien, 600 Schlachtstätten und 500 Futtermittelhersteller bei jedem Produktionsschritt überwachen lassen, wenn sie das Gütesiegel haben wollen. Die Hersteller müssten sich verpflichten, keine Antibiotika an ihre Tiere zu verfüttern und die Menge an Düngemitteln anzugeben. ‚Der gesamte Produktionsablauf von der Futtermittelherstellung über den Tierarzt bis zur Ladentheke wird leicht nachprüfbar für Kontrollen dokumentiert werden‘, wird DBV-Generalsekretär Helmut Born zitiert.




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