31. Juli 2001

Broschüre zu Industriepflanzen veröffentlicht

Themen: Archiv — info @ 15:07

Gülzow (agrar.de) – Wer wissen will, welche ‚Pflanzen für die Industrie‘ wichtig sind, kann sich jetzt mit der gleichnamigen Broschüre unterhaltsam informieren. Das Bändchen ist in der Reihe ‚Pflanzen-Rohstoffe-Produkte‘ erschienen.

Schmierstoffe aus Pflanzenöl, Plastiktüten aus Stärke, Dämmstoffe aus Naturfasern – die Palette pflanzlicher Produkte ist breit. Wer weiß aber schon, welche Pflanzen dafür die Rohstoffe liefern und wie sie aussehen?

Diese Wissenslücke will die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit ihrer neusten Veröffentlichung schließen. Sie lädt dazu ein, bekannte aber auch weniger bekannte heimische Rohstoffpflanzen kennen zu lernen. Nicht nur Raps, Kartoffel oder Hanf spielen eine Rolle, auch Öllein, Färberwaid, Johanniskraut und weitere 80 Arten werden in Aussehen, Anbau aber auch in ihrer Geschichte beschrieben. Das Heft ist bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe kostenlos erhältlich und kann per E-Mail bestellt werden.

Information: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Hofplatz 1, 18276 Gülzow, Tel.: 03843-6930-0, Fax: 03843-6930-102, E-Mail

Links zum Thema %url3%Energiepflanzen%/% und %url4%Nachwachsende Rohstoffe%/%.

30. Juli 2001

DNR kritisiert Prüfsiegel-Pläne des DBV

Themen: Archiv — info @ 14:07

Bonn/Hamburg (agrar.de) – Als ‚Schlag ins Gesicht der Verbraucher‘ kritisiert der Deutsche Naturschutzring (DNR) das vom Deutschen Bauernverband (DBV) angekündigte eigene Prüfsiegel für konventionell erzeugte Lebensmittel.

‚Nur eine staatlich geprüfte Auszeichnung garantiert Ehrlichkeit‘, betonte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. ‚Es ist unerträglich, dass sich die Verursacher der Agrarkrise jetzt selbst eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen wollen. sagte Weinzierl. Nach dem BSE-Skandal seien Selbstverpflichtungen etwa von Futtermittel- und Pharmaherstellern alles andere als geeignet, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Der DNR stehe dagegen voll hinter der angestrebten Agrarwende von Verbraucher- und Landwirtschaftsministerin Renate Künast.

Wie das Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel‚ in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, will Künast auf das angekündigte eigene Prüfsiegel für konventionell produzierte Lebensmittel verzichten. Grund dafür sei ein Prüfzeichen, dass der Bauernverband zusammen mit der Ernährungswirtschaft einführen wolle.

Nach Spiegel-Angaben müssen sich fortan rund 220.000 tierhaltende Betriebe, 30.000 Einzelhändler, 20.000 Metzgereien, 600 Schlachtstätten und 500 Futtermittelhersteller bei jedem Produktionsschritt überwachen lassen, wenn sie das Gütesiegel haben wollen. Die Hersteller müssten sich verpflichten, keine Antibiotika an ihre Tiere zu verfüttern und die Menge an Düngemitteln anzugeben. ‚Der gesamte Produktionsablauf von der Futtermittelherstellung über den Tierarzt bis zur Ladentheke wird leicht nachprüfbar für Kontrollen dokumentiert werden‘, wird DBV-Generalsekretär Helmut Born zitiert.

BMVEL informiert zur “ Bestandsbuchverordnung „

Themen: Archiv — info @ 10:07

Bonn (agrar.de) – Das Bundesministerium dür Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) bereitet derzeit die Verkündung der Verordnung zur Führung eines Bestandsbuches vor. Am Montag der fünften auf die Verkündung folgenden Kalenderwoche wird die Verordnung in Kraft treten. Weitere Einzelheiten zur Verordnung sowie ein Muster des Bestandsbuchs und der Vordruck für einen Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg sind auf den Internetseiten des Ministeriums zu finden.

Der Bundesrat hat am 13. Juli 2001 der Verordnung zur Führung eines Bestandsbuches nach Maßgabe von einigen Änderungen zugestimmt. Die Vorschrift verbessert die Kontrollmöglichkeiten von Tierarzneimittelanwendungen und erhöht damit auch die Sicherheit von Lebensmitteln. Die im Beschluss vorgesehenen Änderungen der Verordnung tragen aus Sicht der Bundesregierung zur Praktikabilität und damit zur Akzeptanz der Vorschriften bei.

Die Verordnung sieht vor, dass Landwirte künftig jede durchgeführte Anwendung von apothekenpflichtigen Tierarzneimitteln in ein im Betrieb geführtes Bestandsbuch eintragen müssen. Insbesondere betrifft dies die Arzneimittelbezeichnung, den Zeitpunkt der Verabreichung und die sich anschließende Wartezeit bis zur Schlachtung der Tiere oder Abgabe der tierischen Erzeugnisse. Außerdem sind alle Angaben, die eine Identifizierung der behandelten Tiere sicherstellen, zu dokumentieren. Zusammen mit dem vom Tierarzt auszufüllenden Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg, der durch die Verordnung aktualisiert wird, sind Tierarzneimittelgaben nunmehr lückenlos nachvollziehbar.

Links zum Thema Tiergesundheit.

28. Juli 2001

Thüringen: Alle Fördermöglichkeiten auf einem Blick

Themen: Archiv — info @ 10:07

Erfurt (agrar.de) – In Thüringen liegt jetzt die vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt herausgegebene ‚Förderfibel 2001/2002‘ vor. Darin werden die einzelnen Fördermaßnahmen für eine standortangepasste, verbraucherorientierte Landwirtschaft, eine moderne Ernährungswirtschaft, eine integrierte ländliche Entwicklung, einen nachhaltigen Umweltschutz und eine naturnahe Waldwirtschaft beschrieben.

Neben den Fördermöglichkeiten des Ministeriums werden auch wichtige länderübergreifende Umweltförderprogramme des Bundes vorgestellt.

Die Förderrichtlinien sind fachbezogen in Kurzform dargestellt und vermitteln einen Überblick über was, wer, wie und in welcher Höhe gefördert wird, wo man weitere Informationen beziehungsweise Anträge erhält und nennt die Fundstelle der veröffentlichten Förderrichtlinien.

Die Broschüre „Förderfibel 2001/ 2002“ ist kostenlos zu beziehen beim: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Öffentlichkeitsarbeit, Beethovenplatz 3, 99096 Erfurt, Telefon: 0361-3799922, Fax: 0361-3799950, E-Mail.

27. Juli 2001

Umweltforschung im Agrarbereich gestärkt

Themen: Archiv — info @ 15:07

Bonn (agrar.de) – ‚In dem Programm zur Förderung von Demonstrationsvorhaben im Agrarbereich für Umweltschutz haben wir die Förderkonditionen deutlich verbessert,‘ erklärte der Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium Dr. Martin Wille heute in Bonn. Der Regelfördersatz wurde von bisher 25 Prozent auf nunmehr 50 Prozent erhöht. Mit dem Programm sollen Ergebnisse der Forschung und Entwicklung in der Praxis erprobt werden.

‚Es werden insbesondere Vorhaben gefördert, die zu einem Abbau von Umweltbelastungen beitragen, die bei der Erzeugung sowie bei der Be- und Verarbeitung von Agrarprodukten auftreten‘, erklärte Wille. Vorhaben, die im Rahmen des Programms bezuschusst würden, sollten vor allem zur Erhaltung und Entwicklung natürlicher Ressourcen, zur Verringerung von Schadstoffbelastungen in Nahrungsmitteln, zum Tierschutz, zum Gewässerschutz im ländlichen Raum sowie zur Energieeinsparung in der Landwirtschaft beitragen, so der Staatssekretär.

Insgesamt stellt das Bundesverbraucherministerium jährlich rund 3 Millionen Mark an Fördermitteln für derartige Demonstrationsvorhaben zur Verfügung. Zuwendungen können unter anderem landwirtschaftliche Betriebe und gewerbliche Unternehmen erhalten. Zu jedem Vorhaben finanziert das Ministerium eine wissenschaftliche Betreuung.

Nähere Informationen sind zu erhalten bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Referat 514 – Projektträger Agrarforschung und -entwicklung, 60631 Frankfurt am Main, Tel.: 069-1564-930, Fax: 069-1564-787 E-Mail.

Links zu den Themen Forschung und Förderung.

NRW: Weizen ist „Top-Getreideart“

Themen: Archiv — info @ 12:07

Münster (agrar.de). ‚Top-Getreideart‘ in Nordrhein-Westfalen und in Westfalen-Lippe ist der Winterweizen. Obwohl die Landwirte die Anbaufläche um 1,8 Prozent reduziert haben, steht der Weizen in Nordrhein-Westfalen mit 254.000 Hektar (159.000 Hektar in Westfalen-Lippe) immer noch an der Spitze der Anbaustatistik, teilt die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mit. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit 175.000 Hektar (148.000 Hektar in Westfalen-Lippe) Gerste und bereits Triticale – Kreuzung aus Weizen und Roggen – mit 73.500 Hektar (64.000 Hektar in Westfalen-Lippe).

Nordrhein-Westfalens Landwirte bewirtschaften in diesem Jahr mit insgesamt 1,06 Millionen Hektar Ackerland eine annähernd gleich große Fläche wie im Vorjahr, teilt die Landwirtschaftskammer nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik weiter mit. Aufgrund vorläufiger Ergebnisse der Bodennutzungshaupterhebung, bauten die Landwirte auf fast zwei Dritteln (62,5 Prozent) des Ackerlandes Getreide an: 662.650 Hektar bedeuten gegenüber dem Vorjahr eine Ausdehnung der Getreideanbaufläche um 1,1 Prozent. In Westfalen-Lippe sind es insgesamt 506.000 Hektar.

Auf 68.000 Hektar (minus 3,7 Prozent) bauten die Landwirte für die diesjährige Ernte Zuckerrüben, davon 10.800 Hektar in Westfalen-Lippe, auf 30.700 Hektar Kartoffeln (minus 6,6 Prozent) und auf 46.000 Hektar (minus 1,5 Prozent) Winterraps an. Für Westfalen-Lippe sind es 8.300 Hektar Kartoffeln und 42.000 Hektar Winterraps. Schwarzbrachen oder stillgelegte Flächen nahmen 65.600 Hektar (plus 4,2 Prozent) ein; knapp 50.000 Hektar in Westfalen-Lippe. Trotz eines geringen Anteils an der gesamten Ackerfläche gewinnen Hülsenfrüchte (6.200 Hektar; plus 52,7 Prozent) in NRW und 4.000 Hektar in Westfalen-Lippe als pflanzliche Eiweißlieferanten für die Tierfütterung vermehrt an Bedeutung.

Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Internationales Forum für Pflanzenernährung in Hannover

Themen: Archiv — info @ 10:07

Forscher aus 67 Ländern diskutieren über Beiträge zur Ernährungssicherheit und zur Nachhaltigkeit von Agrar- und Forst-Ökosystemen

Hannover (agrar.de) – Das International Plant Nutrition Colloquium (IPNC), das im Rhythmus von vier Jahren stattfindet, stellt das bedeutendste internationale Forum der Pflanzenernährung dar. Gastgeber des von heute bis zum 3. August 2001 an der Universität Hannover stattfindenden Kolloquiums ist das Institut für Pflanzenernährung, der Universität Hannover, im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Pflanzenernährung. In der Vergangenheit konnten an den Kolloquien in Perth, Australien und Tokyo, Japan Wissenschaftler aus Osteuropa und Afrika aufgrund der hohen Reisekosten nicht teilnehmen.

Die hannoverschen Wissenschaftler haben sich daher bemüht, gerade diesen Teilnehmern die Anreise zu ermöglichen. Dies ist ihnen gelungen, so dass von den 550 Teilnehmern aus 67 Ländern zahlreiche aus Osteuropa und Afrika kommen, um über Beiträge und Forschungsergebnisse zur Ernährungssicherheit zu diskutieren und Projekte zu planen.

Das Kolloquium zeigt, dass Pflanzenernährung substantielle Beiträge zur Ernährungssicherheit (Vermeidung von Hungerkatastrophen) und zur Nachhaltigkeit von Agrar-, Forst- und natürlichen Ökosystemen machen kann und auch weiterhin machen muss.

Eines der Themen der Forscher ist die Erhöhung und Sicherung der Erträge von Nahrungspflanzen im Regenfeldanbau. Die besondere Bedeutung von Wasser beziehungsweise Bodenfeuchtigkeit für die Produktivität von Böden in den semiariden und subhumiden Tropen ist unbestritten. Die Aussage: ‚Ohne Wasser kein Pflanzenwachstum‘ ist banal! Dennoch trifft die häufig geäußerte Aussage, dass Wasser in diesen Regionen der wichtigste wachstumsbegrenzende Faktor ist, für große Regionen nicht zu. In diesen Regionen kann die Düngung mit Nährstoffen zu erheblichen Ertragssteigerungen führen.

So gibt es spektakuläre Beispiele: Mit winzigen Mengen von Dünger können die Erträge von Kolbenhirse im Sahel auf nährstoffarmen Böden enorm gesteigert werden. Die traditionellen Anbauverfahren sind nicht mehr in der Lage, den Nahrungsmittelbedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken und haben zu einer Verarmung der Böden an Nährstoffen geführt (‚Nutrient mining‘).

Die Erhöhung der Produktivität landwirtschaftlicher Nutzflächen, zu der die Düngung einen wesentlichen Beitrag leisten kann, stellt einen wirksamen Beitrag zum Schutz natürlicher Ökosysteme, insbesondere des tropischen Regenwaldes, dar. So werden diese Wälder vor dem Abholzen geschützt.

Die Mineraldüngung ist eine wesentliche Komponente nachhaltiger Landbewirtschaftung, aber allein sicherlich nicht ausreichend, um der Forderung nach Nachhaltigkeit von Landbewirtschaftung gerecht zu werden. Hierzu sind eine Reihe von weiteren pflanzenbaulichen Elementen erforderlich, wie zum Beispiel:

– die Integration von Leguminosen (Pflanzen, die aus der Luft Stickstoff binden können) zur Fixierung von Luftstickstoff – der Anbau von Pflanzenarten und Pflanzensorten mit erhöhter Nährstoffeffizienz – Fruchtfolgen, Mischkultursysteme und Integration mehrjähriger Kulturen (Agroforstsysteme) – die Zufuhr von organischer Substanz zur Erhaltung/Erhöhung des Humusgehaltes

Die wachsende Weltbevölkerung, der steigende Wohlstand und die damit verbundene gestiegene Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln zwingt die Menschen zusätzliche Flächen zu nutzen. Oft sind diese schon ausgemergelt. Abhilfe können hier nachhaltige Anbausysteme schaffen. Voraussetzung für ihre Funktion ist eine erhöhte Anpassung der Pflanzen/Anbausysteme an die bestehenden Standort- und Bodenbedingungen. Die bessere Anpassung von Kulturpflanzen zum Beispiel an Bodensäure und Bodenversalzung ist daher Gegenstand intensiver Forschungsarbeiten der Pflanzenernährung. Das bessere Verständnis der den Anpassungsstrategien der Pflanzen zugrundeliegenden physiologischen und genetischen Grundlagen hat bereits zu spektakulären Erfolgen geführt, wie zum Beispiel die Anpassung von Mais an saure, aluminiumreichen Böden. In diesem Zusammenhang eröffnet ein besseres molekularbiologisches Verständnis der Anpassungsstrategien der Pflanzen die Möglichkeit, durch molekulargenetische Techniken den züchterischen Fortschritt wesentlich zu beschleunigen. Jüngste Ergebnisse insbesondere zur Salztoleranz geben hierzu berechtigte Hoffnung. Die Forscher sind bereits soweit, dass sie mit der Implementierung von Genen eine höhere Salztoleranz erreichen. Die Pflanzenernährer sehen es als ihre vordringliche Aufgabe an, das Potential, aber auch die Risiken eines Anbaus solcher gentechnisch veränderten Sorten zur Verbesserung der Ernährung der Menschen in diesen Regionen zu erforschen.

Eine besondere Anwendung der Fähigkeit von bestimmten Pflanzen Schwermetalle aufzunehmen und ohne Schädigung im pflanzlichen Geweben anzureichern, könnte für die Entseuchung von Schwermetall-kontaminierten Böden (‚Phytoremediation‘) praktische Anwendung finden.

Ein weiterer Problemkreis ist die Vermeidung von Umweltbelastungen durch Düngung. Die Intensivierung der Landnutzung hat in der Vergangenheit und auch heute zu Proble-men geführt. In vielen Industrie- und zunehmend auch in ‚Entwicklungsländern‘ kommt es zu erheblichen Gefährdungen der Umwelt durch Nährstoffeinträge und damit zum Umkippen von Gewässern. Besonders beunruhigend ist die Situation in der Nähe der urbanen Zentren Südostasiens. Insbesondere in Deutschland, aber auch in anderen Industriestaaten, ist in den vergangenen Jahren intensiv Forschung zur genaueren Dosierung von Düngern betrieben worden. So werden mittlerweile Traktoren im Feld eingesetzt, die mit Hilfe von Sensoren die Grünfärbung der Blattoberfläche als Maß für den Düngerbedarf scannen und online die ausgebrachte Düngermenge steuern. Diesem Verfahren kommt wegen der genaueren Ermittlung des Düngerbedarfes und der Verbesserung der Düngerausbringungstechnik unter dem Begriff ‚Präzisions-Landwirtschaft‘ (‚Precision Farming‘) ein besonderes Interesse zu.

Etwa drei Milliarden Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, leiden weltweit an Mineralstoffmangel. Vor allem Eisen- und Zinkmangel führen zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden. Ursache des Mangels ist die geringe Aufnahme dieser Mineralstoffe mit der Nahrung, wozu der unzureichende Zugang zu Gemüse und Fleisch beiträgt. Solange sich aber große Teile dieser Bevölkerung vor allem von Getreideprodukten ernähren, muss es daher das Bestreben sein, die Gehalte (Dichte) an Mineralstoffen in den Körnern zu erhöhen.

Hierbei kommt neben der gezielten Düngung von Mikronährstoffen auch der verbesserten Fähigkeit der Pflanzen, die Mineralstoffe aufzunehmen und in die Körner zu verlagern, eine große Bedeutung zu. Hierzu kann die gezielte Züchtung von Sorten mit erhöhter Zink- und Eiseneffizienz einen wesentlichen Beitrag leisten, wie am Beispiel der Zinkeffizienz bei Getreide anschaulich gezeigt wurde. Auch auf diesem Gebiet eröffnen molekularbiologische/-genetische Ansätze neue, weitergehende Möglichkeit, worauf die jüngsten Ergebnisse zum Beispiel zur Eiseneffizienz bei Reis hinweisen.

Was ist Pflanzenernährung?

Pflanzenernährung beschäftigt sich mit der Funktion und der Dynamik von Mineralstoffen in Pflanzen, Böden und Ökosystemen mit den Zielen

– Pflanzenwachstum und Erträge zu erhöhen, – die Qualität pflanzlicher Erzeugnisse zu verbessern, – die Resistenz von Pflanzen gegenüber Schädlingen zu verbessern, – die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen, – den Bedarf an Düngern zu vermindern und – die schädlichen Einflüsse von Mineral- und organischer Düngung auf die Umwelt zu vermindern.

In vielen Ländern ist Pflanzenernährung keine eigenständige Disziplin, sondern Teil von Bodenkunde/Bodenfruchtbarkeit, Pflanzenbau, Agrikulturchemie oder Botanik/Pflanzenphysiologie. Pflanzenernährung ist eine angewandte Wissenschaft, die nicht nur langfristig, sondern auch zur Produktivität und Nachhaltigkeit von Agrar-, Forst- und natürlichen Ökosystemen beitragen will.

Links zum Thema Pflanzen und %url3%Boden%/%.

Schweinemast auf ökologisch sanfteren Pfoten

Themen: Archiv — info @ 09:07

Osnabrück (agrar.de) – Wenn sich in der Schweinemast in Deutschland das durchsetzt, was ein niedersächsisches Unternehmen entwickeln will, gehören für die Verbraucher auch die letzten Restrisiken bald der Vergangenheit an, sich durch den Verzehr von Schweinefleisch gegen Antibiotika zu immunisieren. Gleichwohl könnten die Landwirte bei der Mast die immer beliebtere Flüssigfütterung intensivieren – und dieselbe gesundheitliche Stabilisierung der Tiere erreichen, wie sie bisher nur durch das Beifüttern von Antibiotika erzielt wird. Mit 800.000 Mark fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, das Projekt, das Flüssigfutter hygienisch verbessern will.

Es soll die Nahrung haltbar, für die Tiere verträglicher machen und eine Belastung mit schädlichen Mikroorganismen verhindern. Erst Ende der Vorwoche hatte Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutz-Ministerin Bärbel Höhn (Die Grünen) eine Bundesratsinitiative angekündigt, durch die Antibiotika in Futter ganz verboten werden sollen. 2005 ist deren europaweites Aus geplant.

Antibiotika in der Schweinemast seien erst Anfang des Jahres erneut in die Schlagzeilen geraten, erinnert DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers in einer Pressemitteilung. Der häufige Einsatz von Medikamenten in der Mast könne zur Resistenzbildung gegen Antibiotika beitragen. So seien in einigen Fällen Erkrankungen mit Penicillin nicht mehr behandelbar gewesen. Deshalb müsse jede Chance genutzt werden, den Einsatz von Arzneimitteln bei der Mast zu verringern.

Eine zentrale Rolle spielten bei dem neuen Verfahren Milchsäurebakterien, die Bauern auf ihren Höfen selbst züchten und in das Futter mischen sollen. Das vorgesehene gezielte Animpfen dieser Bakterien ermögliche die kontrollierte und für die Schweine positive Vermehrung von Mikroorganismen im Flüssigfutter und mache eine vorbeugende Verfütterung von Antibiotika an die sehr krankheitsanfälligen Tiere etwa beim Zukauf von unterschiedlichen Höfen überflüssig.

Bisher habe sich der biologische Ansatz, unerwünschte und gleichzeitig unvermeidliche Mikroorganismen durch zugesetzte und für die Tiere gut verträgliche Bakterien unterdrücken zu wollen, wegen hoher Kosten nicht gelohnt. Gemeinsam mit ihren Partnern wolle die Firma HOWEMA jetzt ein neues, preiswertes Verfahren entwickeln, das es den Landwirten ermögliche, die Bakterienkulturen direkt in ihrem Betrieb herzustellen, einzusetzen und damit die vorbeugende Anwendung von Antibiotika überflüssig zu machen.

Das von der DBU geförderte Verfahren packe das Problem an der Wurzel: Es unterdrücke die Keime, die zu vermehrten Krankheits- und Todesfällen bei Schweinen und damit auch zu einer vermehrten Anwendung von Antibiotika in der Schweinezucht geführt hätten. Zehn Millionen von 35 Millionen Schweinen in Deutschland würden bereits jetzt mit flüssigem Futter ernährt. „Die bei der Flüssigfütterung mögliche, genau dosierbare Futterzufuhr sowie die Verringerung der Staubbelastungen im Stall, die bei Trockenfutter auftritt, lässt immer mehr Bauern die Verwendung von flüssigem Futter bevorzugen“, so Elpers. Die Nachteile dieser Fütterungsmethode lägen jedoch in der Kontrolle der Mikroorganismen, die sich in der Futtersuppe befinden könnten. Weniger Futteraufnahme, geringere Verwertung und gesteigerte Todesraten seien die Probleme, die diese Organismen auslösten und finanzielle Einbußen für die Betriebe bedeuten könnten.

Eine erfolgreiche Verbesserung des Futters könne sich auch positiv auf die Umweltbelastungen durch Schweinemastbetriebe auswirken. Neben einer gesundheitlichen Stabilisierung der Tiere, die der Wirkung antibiotischer Leistungsförderer entspräche, würde durch eine verbesserte Futterverwertung die Menge der tierischen Ausscheidungen (Gülle, Ammoniak) merklich gesenkt. „Die biologische Verbesserung des Futters und damit der Verzicht auf vorbeugende Verfütterung von Medikamenten bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt hin zum natürlich erzeugten Lebensmittel“, so Elpers.

Information: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Tel.: 0541-96330, Fax: 0541-9633190

Links zum Thema Schweine.

26. Juli 2001

EU-Kommission will den ethischen und ökologischen Bedenken der Bürger besser Rechnung tragen

Themen: Archiv — info @ 16:07

Brüssel (agrar.de) – Die EU-Kommissare Franz Fischler (Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei) und David Byrne (Gesundheit und Verbraucherschutz) sind heute in Brüssel mit Konsumenten, Landwirten, der Lebensmittelindustrie, dem Handel, Wissenschaftlern und Bioverbänden zu einen runden Tisch zum Thema ‚Landwirtschaft und Lebensmittel‘ zusammengetroffen.

Dieser Runde Tisch ist Teil eines Aktionsplans der Kommission für eine breit angelegte gesellschaftliche Diskussion über die Erwartungen der Gesellschaft an unsere Lebensmittel und die Agrarpolitik. Mit dieser Initiative will die Kommission breit diskutieren, was die Bürger von der Landwirtschaft und den Produkten, die sie essen, erwarten. Franz Fischler betonte, dass beim Brüsseler Runden Tisch klar geworden sei, dass den ethischen und ökologischen Bedenken der EU-Bürger besser Rechnung getragen werden müsse. David Byrne zog den Schluss, dass auch in Brüssel es wieder sehr deutlich geworden wäre, dass der Verbraucher von heute sowohl detaillierte Informationen über seine Lebensmittel wissen will als auch mehr und mehr bereit ist, in Qualität zu investieren.

‚Ich hoffe ernsthaft, dass die breite Debatte über die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit im Zuge von BSE und MKS mehr war, als ein mediales Strohfeuer. Mit unseren runden Tischen wollen wir das Momentum aufrechterhalten. Der heutige runde Tisch in Brüssel hat mir wertvollen Input für die Überprüfung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gegeben. Die Kommission will diese nützen, um den Agrarsektor nachhaltiger zu gestalten und ländliche Entwicklungspolitik finanziell weiter auszubauen. Die Verbraucher verlangen vermehrt nach Qualität. Sie stimmen im Supermarkt darüber ab, was sie wollen. Andererseits müssen sie aber im Gegenzug dazu auch bereit sein, den Erzeugern die Einhaltung höherer Umwelt-, Tierschutz- oder Hygienestandards über den Preis abzugelten. Billig, viel und Premiumqualität gleichzeitig, das wird nicht funktionieren.‘, sagte Fischler.

Byrne fügte hinzu, dass der Verbraucher inzwischen nicht nur sichere Lebensmittel, sondern auch qualitativ hochwertige Produkte wünsche – und dies zu akzeptablen Preisen: ‚Ich frage mich, ob dies zu bewerkstelligen ist und was für eine Wahl unsere Gesellschaft treffen wird.‘ Weiter merkte er an, dass die bisherigen Runden Tische in den Mitgliedstaaten ganz eindeutig zum Vorschein gebracht hätten, dass Verbraucher eine klare Informationspolitik zu Lebensmitteln wünschen, vor allem auch durch eine verständliche Etikettierung: ‚Gestern hat die Kommission vorgeschlagen, allen genetisch modifizierten Lebens- und Futtermittel klar zu etikettieren. Dies ist von Verbrauchern ausdrücklich gewünscht worden und wir haben ihren Wünschen gerne entsprochen.

Dabei muß aber auch deutlich gesagt werden, das gentechnisch veränderte Lebensmittel nur auf den Markt kommen, wenn sie von Wissenschaftlern auf ihre Sicherheit evaluiert wurden. Verständliche, transparente und aussagekräftige Etikettierung ist ein Eckpfeiler der europäischen Lebensmittelpolitik, der immer weiter ausgebaut wird und auch die Unterstützung der Verantwortlichen in der Industrie findet. Ich bin überzeugt, dass Verbraucher sich bewußt entscheiden – und dass sie bereit sind, sich zu informieren. Mehr Information, mehr Qualität, garantierte Sicherheit – dieses Dreieck muß und soll unsere Politik leiten,‘ sagte Byrne.

Beide Kommissare unterstrichen, dass Lebensmittelqualität viele Facetten habe, auch weil Verbraucher Qualität auch nach rein subjektiven Kriterien, wie Geschmack, Präsentation der Ware oder das Image der Marke definieren. ‚Ein Aspekt ist allerdings nicht verhandelbar : Lebensmittelsicherheit und die Einhaltung von Umwelt- und Tierschutzstandards.‘

Bei dem Round-Table-Gespräch in Brüssel ging es um folgende Fragen :

– Was erwarten die Bürger von einem modernen Agrarsektor und einer modernen Agrarproduktion und wie kann die EU-Politik hier Hilfestellung leisten?

– Wodurch unterscheidet sich der Agrarsektor von anderen Wirtschaftszweigen?

– Sollte das Europäische Agrarmodell eine noch weitergehende Diversifizierung beinhalten?

– Wie können wir die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft fördern wirtschaftlich, ökologisch und sozial?

– Wie kann ein Agrarsektor, der auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sein muss, die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel gewährleisten?

– Was verstehen wir unter hochwertigen Lebensmitteln und welche Beziehung besteht zwischen der Qualität und dem Preis eines Produkts?

– Befriedigt der Einzelhandel die Verbrauchernachfrage nach sicheren und hochwertigen Lebensmitteln?

Hintergrund

Der heutige runde Tisch ist Teil einer breit angelegten Initiative der Kommissare Fischler und Byrne. Neben dem informellen Treffen der EU-Agrarminister in Östersund im März haben in den vergangenen Monaten in Brüssel, Stockholm, Berlin, Dublin, Wien und Paris bereits eine Reihe von Diskussionsrunden über die Zukunft der Landwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung stattgefunden. Weitere Round-Table-Gespräche (das nächste am 10. September in Athen) und ein Treffen mit dem Verbraucherausschuss des Europäischen Parliaments im September sind vorgesehen. Die beiden Kommissare haben außerdem an einem vom Europäischen Parlament veranstalteten Hearing und einer Diskussionsrunde aller Akteure der Ernährungswirtschaft teilgenommen.

Weitere Informationen zur Kommissionsinitiative ‚Lebensmittel und Landwirtschaft‘ finden Sie im auf den Seiten der Kommission im Internet.

Österreich stärkt Förderung der Bio-Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 15:07

Wien (agrar.de) – Die österreichische Arbeitsgemeinschaft Biolandwirtschaft und das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft BMLFUW haben sich auf einen Aktionsplan ‚Biologische Landwirtschaft‘ verständigt.

Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer und der Vorsitzende der ARGE Biolandbau Alfons Piatti präsentierten am Mittwoch die Ziele des Programms. Österreichs Biolandbau müsse sich angesichts des Bio-Booms in den anderen europäischen Mitgliedsstaaten ’sehr professionell‘ weiterentwickeln, um die Pole-Position in Europa zu halten, sagte Molterer. Er sieht es als seine Aufgabe, als ‚öffentliche Hand so weit es geht‘ zu helfen.

In einem ersten Schritt wurden bereits die Mittel für die Massnahme ‚Biologische Wirtschaftsweise‘ erhöht. Rund 1,56 Mrd. Schilling stehen den Biobauern zur Verfügung. Der Betrag sei nicht kontingentiert, sagte Molterer, sollte die Zahl der Biobauern steigen, könnten auch die Mittel erhöht werden. Investitionsförderungen für neue Ställe sollen für Bauern Anreize liefern, um weiter biologisch zu wirtschaften oder umzusteigen. Ferner wird das Bildungsangebot in den landwirtschaftlichen Schulen und in der agrarpädagogischen Akademie um den Biolandbau erweitert. Neben neuen Forschungsprogrammen wird es ein Saatgut- und Sortenprojekt geben, das sich mit der besseren Bereitstellung von für den Biolandbau geeignetem Saatgut beschäftigt.

Zahl der Biobauern rückläufig

Zurzeit gibt es in Österreich etwa 18.630 Biobauern. Ihre Zahl ist rückläufig, 1998 waren es noch 20.316. Rund 8,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden nach biologischen Kriterien bewirtschaftet. Für den Rückgang werden die schlechte Preissituation für Bioprodukte, der teurere Futtermittelzukauf und Vermarktungsdefizite, sowie der Strukturwandel verantwortlich gemacht.

Links zur Landwirtschaft in Österreich.

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