12. Juni 2001

Bioland bietet „Arbeitsmappe Ökolandbau“ zum Schulunterricht an

Themen: Archiv — info @ 15:06

Lebendiges Lernen mit Biokuh und – knolle

Mainz (agrar.de) – Ab sofort bietet Bioland den LehrerInnen der dritten bis zur dreizehnten Klasse eine ‚Arbeitsmappe Ökolandbau‘ an, die vom Bioland Landesverband Baden-Württemberg entwickelt wurde. Mit diesen Unterrichtsmaterialien möchte Bioland insbesondere junge Menschen über den Biolandbau informieren. Die PädagogInnen können mit dieser praxisgerechten Hilfestellung ihren Unterricht vorbereiten und Hofbesuche organisieren.

Der Markt für ökologisch erzeugte Lebensmittel boomt. VerbraucherInnen bringen dem Bioland- bau viel Vertrauen entgegen und heben ihn damit aus der Marktnische. Doch vielen KundInnen sind die Besonderheiten der ökologischen Wirtschaftsweise nur unzureichend bekannt: Milch aus dem Supermarkt, Pizza aus der Gefriertruhe und Pommes vom Imbiss – bei Kindern und Jugendlichen verkümmert das Wissen über die Herkunft der Lebensmittel. Beim Besuch eines Biobauernhofes können die SchülerInnen wieder ihre Sinne testen und Erfahrungsberichte zur Lebens-mittelerzeugung aus erster Hand – vom Biobauern – erhalten. Hierzu bieten die Lehrpläne aller Schultypen in vielen Fächern Anknüpfungspunkte zum Biolandbau. So eignet sich das Thema für ganzheitliches, interdisziplinäres und projektbezogenes Arbeiten. Ein Lernziel ist hierbei, mehr Verantwortung für Natur und Umwelt zu entwickeln. Die Bioland-Arbeitsmappe ist so aufbereitet, dass ein einstündiger Unterricht, eine mehrstündige Einführung zum Thema Ökolandbau oder ein Projektunterricht gestaltet werden kann. Im Einzelnen beinhaltet die Arbeitsmappe:

– Ein Begleitheft (44 Seiten) mit den Kapiteln Historische Entwicklung, Prinzipien des ökologischen Landbaus, Nutzen des ökologischen Landbaus für Mensch und Umwelt, Rechtsvorschriften, Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft sowie einem Folienvortrag, Glossar und Literaturverzeichnis.

– Neun themenbezogene Projekte mit einer Fülle dazu passender Aktionsvorschläge und Arbeitsmaterialien: Für die 3. bis 5. Klasse: Mit der Bio-Kuh auf du und du. Hol die Knolle aus der Scholle – Kartoffelernte, Kartoffelfeuer, Kartoffelgeschichten. Auch das Brot muss erst mal wachsen. Für die 5. bis 6. Klasse: Ökolandbau und Bio-Markenzeichen. Mahlzeit – Bioprodukte aus der Region. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Für die 10. bis 13. Klasse: Gesunde Lebensmittel. Erobert die Gentechnik unsere Felder und Kuhställe? Macht Bio alle satt? Ökolandbau und Welternährung.

– Einen Leitfaden mit Checklisten zur Planung und Durchführung von Hof-Exkursionen.

– Eine Adressliste von Bioland-Betrieben, die mit Schulen zusammenarbeiten.

Die ‚Arbeitsmappe Ökolandbau‘ gibt es für 90,- DM zzgl. Porto beim Bioland-Landesverband Baden-Württemberg, Eugenstr. 21, 72622. Nürtingen, Tel. 07022-9326640, Fax. -9326650, E-Mail.

Sachsen: Neue Broschüre zu Fördermöglichkeiten Umwelt, Landwirtschaft und ländlicher Raum

Themen: Archiv — info @ 13:06

Dresden (agrar.de) – Zu Fördermöglichkeiten in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft und ländlicher Raum hat das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium eine neue Broschüre herausgegeben. Das 170 Seiten starke Heft informiert über Förderprogramme des Landes. Förderschwerpunkte sind Wasser, verbesserte Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Unternehmen in Verbindung mit einer umweltgerechten Landwirtschaft, ganzheitliche Dorfentwicklung, ländliche Neuordnung sowie Abfall, Immissions- und Naturschutz. Wie das Ministerium mitteilte, seien die Stärkung der Wirtschaftskraft in der ländlichen Region und die weitere Verbesserung der Umweltinfrastruktur auch in den kommenden Jahren Ziel sächsischer Förderpolitik.

In Sachsen wurden in den vergangenen zehn Jahren beispielsweise 243 Millionen Mark Fördergelder für den Immissions- und Klimaschutz ausgegeben, rund fünf Milliarden Mark waren es für den Abwasserbereich und für die umweltgerechte Landwirtschaft waren es ca. 700 Millionen Mark.

Die Broschüre ‚Fördermöglichkeiten‘ ist in einer Auflage von 20 000 Exemplaren erschienen und ist kostenlos zu beziehen bei: Sachsenwerbung Dresden, Dornblüthstr. 14, 01277 Dresden, Tel.: 0351/43315-10, Fax:: -11.

Links zum Thema Förderung.

Schindler: Chance zur Kooperation im Naturschutz nicht vertun

Themen: Archiv — info @ 09:06

Mainz (agrar.de) – Das Bundeskabinett hat kürzlich die seit Monaten angekündigte Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt. Der Präsident des %url1&Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd%/%, Norbert Schindler befürchtet, dass bei konsequenter Umsetzung der Naturschutzgesetzesnovelle die Landwirtschaft zusätzlich reglementiert und eingeschränkt werde und es zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen in der EU kommen werde.

In der vorgelegten Gesetzesnovelle ist vorgesehen, die Möglichkeiten der kooperativen Konfliktlösung erheblich einzuschränken. Durch vermehrten ordnungsrechtlichen Naturschutz werde der erfolgreich praktizierte Vertragsnaturschutz deutlich geschwächt sowie die Akzeptanz und die Leistungen der Land- und Forstwirtschaft im Naturschutz in Frage gestellt, so Schindler. Kritisch sei auch der Versuch, die gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft unter Naturschutzgesichtspunkten festzulegen und einen verbindlichen Ausgleichsanspruch für Auflagen aus Gründen des Naturschutzes aus dem Naturschutzgesetz herauszulösen.

‚Diese Vorschläge dienen keinesfalls dazu,, eine vertrauenswürdige und verlässliche Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zu fördern. Wir Landwirte appellieren an Bundestag und Bundesrat, ausgewogenere Vorgaben in die Gesetzesnovelle aufzunehmen‘, betont der Präsident.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd hebt angesichts der Vorhaben der Bundesregierung das große Engagement der Bauern und Winzer für den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft und den Schutz der natürlichen Ressourcen hervor. Nur durch die generationenübergreifende Bewirtschaftung durch unsere Landwirte und Winzer sei es gelungen, in einer dicht besiedelten Industrielandschaft den Naturhaushalt nicht nur funktionsfähig, sondern gleichzeitig auch als Lebensraum für viele wildlebende Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Der Nutzungskonflikt in der Fläche zwischen Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz aber auch Erholung und Tourismus, Verkehrswegen, Besiedlung etc. sei nicht von der Hand zu weisen und beeinträchtige die Betriebe häufig erheblich.

Information: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd, An der Brunnenstube 33-35, 55120 Mainz, Tel.: 06131-62050, Fax: 06131-620544, E-Mail

Links zum Thema Landschaft und Natur.

11. Juni 2001

Kriterienkatalog zur „Guten fachlichen Praxis“ in der Landwirtschaft vorgestellt

Themen: Archiv — info @ 14:06

Bonn (agrar.de) – Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat Vorschläge für die gute fachliche Praxis erarbeitet. Fazit: ‚Landwirtschaft muss naturverträglicher werden – nur dann wird die Gesellschaft auch wieder Vertrauen in unsere Nahrungsmittelproduktion schöpfen‘, sagte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann anlässlich der Veröffentlichung in der Schriftenreihe.

Die aktuellen Diskussionen über die Massentierhaltung und landwirtschaftlichen Produktionsmethoden in Deutschland wertet das BfN als gemeinsam zu nutzende Chance für die notwendige grundsätzliche Kehrtwende der Agrarpolitik. Deutschland und die EU brauchen eine natur- und umweltschonende Landwirtschaft im Sinne einer nachhaltigen Nutzung für die Gesamtfläche. ‚Eine erste Initiative muss die Neudiskussion über die Regeln der guten fachlichen Praxis sein, zu der das BfN entsprechende Beiträge erarbeitet hat‘, so Vogtmann. ‚Naturschutzfachlichen Anforderungen genügt der Begriff der „guten fachlichen Praxis“ in seinen bisherigen Definitionen nicht.‘ Für den flächenhaften Schutz von kulturgeprägten Lebensräumen sind Umfang, Art und Ausgestaltung der Nutzung von entscheidender Bedeutung. Daraus folgt, dass auch in den intensiv genutzten Produktionsflächen selbst eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise über Mindeststandards verbindlich geregelt werden muss.

Im Rahmen des Umweltforschungsplanes 1998 hatte das Bundesamt deshalb ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben an das Institut für ländliche Strukturforschung der Universität Frankfurt vergeben, das sich in Kooperation mit dem Fachgebiet Naturschutz der Uni Marburg mit der Frage einer Konkretisierung des Begriffes ‚Gute fachliche Praxis‘ (GfP) aus Naturschutzsicht auseinander setzen sollte.

Die Ergebnisse dieses Vorhabens liegen nun als Bericht (Heft 41 der BfN-Schriftenreihe ‚Angewandte Landschaftsökologie‘) vor. In ihm sind wissenschaftliche Grundlagen für eine Konkretisierung der ‚Guten fachlichen Praxis‘ zusammengetragen worden, um den ‚Dialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft konstruktiv weiterzuführen und in neue Bahnen zu lenken‘ sagte der Präsident des BfN.

Eckpunkte der BfN-Position sind die Erhaltung von gefährdeten und schützenswerten Biotopen und Strukturelementen, die Einrichtung ökologischer Ausgleichsflächen, die Bindung der Tierhaltung an die Betriebsfläche, ein Verbot weiteren Grünlandumbruchs sowie der Verzicht auf den Einsatz der Gentechnik.

‚Weil Landwirtschaft in Natur hineinwirkt und schützenswerte Natur auch in landwirtschaftlichen Nutzflächen vorkommt, können die Zukunftsaufgaben der Sicherung von Lebensqualität in Natur und Umwelt sowie der Sicherung dauerhafter Produktivität der Landnutzung langfristig nur gemeinsam von Naturschutz und Landwirtschaft getragen werden. Vor dem Hintergrund der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes ist eine eindeutige und verbindliche Bestimmung der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft, aber auch in Forst- und Fischereiwirtschaft unerlässlich. Das Bundesamt für Naturschutz wird hier intensiv weiter arbeiten und seinen Beitrag dazu leisten‘, versicherte Vogtmann.

Hinweis: K. Knickel, B. Janßen. J. Schramek, K. Käppel: ‚Naturschutz und Landwirtschaft: Kriterienkatalog zur ‚Guten fachlichen Praxis“, Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.), Bonn 2001, 152 Seiten, ISBN 3-7843-3712-0, 26,80 DM, BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, Bestellung: Tel.: 02501-801-300, Fax: 02501-351

Informationen zur ‚Guten fachlichen Praxis

dlv: Versicherungspflichtige Arbeitsplätze im Bereich Hauswirtschaft erhalten

Themen: Archiv — info @ 09:06

Berlin (agrar.de) – Die Frauen und ihre Möglichkeiten, eigenes Einkommen zu erwirtschaften, sind wieder einmal zur Verfügungsmasse des Finanzministers geworden, stellte die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes (dlv) Erika Lenz fest, nachdem der Kabinettbeschluss zur Finanzierung der Erhöhung des Kindergeldes um 30 DM bekannt geworden war. Erika Lenz fordert den Finanzminister und die Fraktionen im deutschen Bundestag auf, die Streichung der steuerlichen Absetzung sozialversicherungspflichtig beschäftigter Haushaltshilfen zurückzunehmen, da von einer echten Familienförderung nur die Rede sein kann, wenn nicht gleichzeitig die Frauen in doppelter Hinsicht belastet werden.

Eine wichtige gesellschaftliche Forderung unserer Zeit ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vielen Frauen und Müttern ist es erst möglich trotz der Familie ihren Beruf auszuüben, wenn sie eine Haushaltshilfe beschäftigen, die u.a. auch die Kinderbetreuung mit übernimmt. Für diese Frauen sei der Kabinettsbeschluss ein absoluter Rückschritt, begründete die Präsidentin ihre Forderung.

Außerdem haben sich in vielen Gegenden sogenannte ‚Landfrauenservices‘ oder ‚Dienstleistungsagenturen‘, gegründet, die hauswirtschaftliche Leistungen anbieten und mindestens 25.-DM/Stunde für diese Leistungen verlangen müssen, um die Frauen ordnungsgemäß sozial abzusichern und entlohnen zu können. Diese Summe ist nur zu erzielen, wenn sie von der Steuer absetzbar ist. Diese Frauen werden künftig ebenfalls wieder der Arbeitslosigkeit anheimfallen und ohne soziale Absicherung versuchen, Geld zu verdienen.

Wenn die Staatssekretärin im Finanzministerium Dr. Barbara Hendricks von ‚lediglich‘ 5000 Arbeitsplätzen spricht, die im hauswirtschaftlichen Bereich entstanden seien, dann sind das 5000 Arbeitsplätze, die durch den Kabinettsbeschluss gefährdet werden, bzw. 5000 Einzelschicksale von Frauen, die geopfert werden. Man stelle sich vor, ein Betrieb wolle 5000 Menschen auf einmal entlassen, ein Aufschrei ginge durch die Bevölkerung.

Der dlv setzt sich besonders für Arbeitsplätze für Frauen ein, sagte die Präsidentin. Dabei bilden hauswirtschaftliche Dienstleistungen einen Schwerpunkt, weil viele Frauen im ländlichen Raum eine fundierte hauswirtschaftliche Ausbildung bis hin zur Meisterin haben. Diese Maßnahmen werden mit dem Kabinettsbeschluss konterkariert. Es wäre vielmehr um so wichtiger, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen und vor allem zu erhalten, um in diesen Arbeitsfeldern weitere versicherungspflichtige Arbeitsplätze zu realisieren.

Information: Deutscher Landfrauenverband (dlv), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31802029, Fax: 030-31017831, E-Mail

Links zum Thema Landfrauen.

02. Juni 2001

DBV: Bioenergie wird Strommarkt erobern

Themen: Archiv — info @ 11:06

Bonn (agrar.de) – Als wichtige Entscheidung für den gesellschaftspolitisch gewünschten Ausbau der erneuerbaren Energien hat der Deutsche Bauernverband (DBV) die Annahme der Biomasse-Verordnung durch den Deutschen Bundestag bezeichnet. Jetzt sei der Weg frei, den Investitionsstau in der Bioenergiebranche aufzulösen und für die einzelnen Anlagenbetreiber Investitionssicherheit zu gegeben. Der DBV erwartet eine rasche Ausweitung der Bioenergie auf dem Strommarkt mit Investitionen und Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.

Kernpunkt der Biomasse-Verordnung ist die Regelung über die Stoffe und technischen Verfahren zur Nutzung von Biomasse im Anwendungsbereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Danach können zur Energiegewinnung Wirtschaftsdünger, Energiepflanzen, Restholz aus der Durchforstung verwandt werden.

Für SPD und Grüne wird mit der Verordnung die ‚Vision vom Landwirt als Ölscheich‘ zur Wirklichkeit. Im EEG wird Betreibern von Biomasse-Kraftwerken für die Einspeisung ihres Stroms ins öffentliche Netz ein Festpreis von 17 bis 20 Pfennig pro Kilowattstunde zugesichert. Die Grüne Energieexpertin Michaele Hustedt erklärte: ‚Mit einem Investitionsvolumen von mindestens zwei Milliarden Mark in den nächsten drei Jahren wird ein nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Schaffung vieler Tausend neuer Arbeitsplätze geleistet‘, erklärte Hustedt.

@grar.de Themenseite Energie, Links zum Thema Energie und Biomasse.

01. Juni 2001

Kuh ist „zu schützendes Tier 2001“

Themen: Archiv,MKS — info @ 16:06

Bonn (agrar.de) – Das Rind ist von der Bundestierärztekammer zu ihrem ‚Zu schützenden Tier des Jahres 2001‘ Anlässlich des Internationalen Tages der Milch am 1. Juni ruft die Kammer dazu auf, nicht nur das Produkt als hochwertiges Nahrungsmittel zu bewerben, sondern auch die Kuh als ‚Produzentin‘ zu würdigen.

Seit BSE sind die Folgen der modernen Agrarpolitik auch in der Milch- und Rindfleischerzeugung offensichtlich geworden: So führte die nicht artgerechte Fütterung mit tierischem Eiweiß vermutlich zur Ausbreitung der Rinderkrankheit BSE. Die folgende Krise am Rindfleischmarkt wurde mit einem Massentötungsprogramm bekämpft, das von der Tierärzteschaft als tierschutzwidrig kritisiert und aus ethischen Gründen abgelehnt wurde.

Am Beispiel Milch werden Zusammenhänge zwischen moderner, kostensparender Produktion und daraus entstehenden Problemen für Tierschutz und Lebensmittelsicherheit besonders deutlich:

MILCH entsteht aus Gras. Bis zu 20 Liter Milch pro Tag können Kühe aus einfachem Grünfutter produzieren; die Inhaltsstoffe der Milch (vor allem Eiweiß, Zucker und Fett) können die Wiederkäuer mit Hilfe ihrer vier Mägen selber aus der Cellulose der Pflanzen bilden. Für höhere Leistungen benötigen Kühe allerdings zusätzlich Kraftfutter, das Energie und Eiweiß enthält. Der Zusatz von Tiermehl als Eiweißquelle hat nach heutigem Wissensstand zur BSE-Krise geführt.

MILCHproduktion ist Höchstleistung. Aus Spitzenkühen können heute über 14.000 Liter Milch pro Jahr gemolken werden. Die Durchschnittsleistung liegt bei etwa 7.000 Litern pro Jahr, 1.000 mehr als 1994. Bei vielen Tieren überschreitet die Leistung inzwischen die Grenzen der physiologischen Möglichkeiten. Bei der enormen Belastung des Stoffwechsels führen schon geringste Fehler in Management und Fütterung zu Erkrankungen. Insgesamt hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung einer Kuh von früher 8 bis 10 auf nur noch 5 Jahre verringert, weil vermehrt Krankheiten und Fruchtbarkeitsstörungen auftreten.

MILCH von Kühen ist primär Nahrung für Kälber; 300 bis 600 kg Vollmilch werden für die Aufzucht eines Kalbes benötigt. Tatsächlich erhalten heute die meisten Kälber eine Ersatznahrung, die so genannten Milchaustauscher. Tierische Fette, die diesem Futter zugesetzt werden, stehen in Verdacht, den BSE-Erreger übertragen zu haben.

MILCH wird vielfach in spezialisierten Betrieben erzeugt. Die Kälber werden in anderen, wiederum darauf spezialisierten Betrieben gemästet. Dieses System bedeutet, dass für die Kälber belastende Transporte notwendig werden. Tiertransporte begünstigen gleichzeitig auch die Ausbreitung von Seuchen wie der Maul- und Klauenseuche.

MILCH gibt die Kuh nur, wenn sie gekalbt hat. Milch- und Rindfleischerzeugung sind deshalb nicht voneinander trennbar. Sie lassen sich aber in gewissen Grenzen dadurch steuern, wann Kühe nach der Geburt wieder besamt werden und in welchen Zeitabständen sie somit kalben. Mindestens sollte jeder Kuh eine genügend lange biologische Rastzeit gewährt werden, damit die körperliche Belastung nicht zu hoch wird.

Die Bundestierärztekammer hat seit 1995 regelmäßig ein ‚Zu schützendes Tier des Jahres‘ benannt. Im Jahr 2001 begleitet sie nach den aktuellen Krisen das Rind: MKS ist eine altbekannte Seuche; sie ist hochansteckend für Rinder und andere Paarhufer, heilt aber meistens von selber aus und gefährdet den Menschen nicht. BSE ist eine neue Krankheit einzelner Rinder, die vermutlich durch Risikomaterial auf den Menschen übertragbar und für Mensch und Rind tödlich ist. Beide, so unterschiedlich sie sind, haben die Krise der Agrarpolitik jedem offensichtlich gemacht. Sie beweisen, dass wirtschaftlicher Profit nicht ungestraft höher gestellt werden kann, als eine artgerechte Haltung von Tieren und die Qualität von Lebensmitteln.

Der Internationale Tag der Milch wird weltweit am 1. Juni begangen – auf Initiative der Welternährungsorganisation (FAO) und des Internationalen Milchwirtschaftsverbandes (IMV). In Deutschland wird an diesem Tag von einer Reihe von Organisationen, so der Centralen Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) und den Milchwirtschaftliche Landesvereinigungen für Milch als gesundes Lebensmittel geworben.

Information: Bundestierärztekammer, Oxfordstr. 10, 53111 Bonn, Tel.: 0228-725460, Fax: 0228-7254666, E-Mail

Links zum Thema Rinder.

BfN: Klimaschutz ist zugleich Schutz der biologischen Vielfalt

Themen: Archiv — info @ 15:06

Folgen einer Klimaveränderung sind für Ökosysteme und Artenvielfalt katastrophal

Bonn (agrar.de) – Anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen ‚Tags der Umwelt‘ am 5. Juni hat der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, auf die schwerwiegenden Folgen einer Klimaveränderung für die biologische Vielfalt hingewiesen.

‚Es stehen die Entwicklungschancen zukünftiger Generationen auf dem Spiel. Unersetzliche Ökosysteme wie der tropische Regenwald oder Korallenriffe sind in ihrem Bestand gefährdet. Täglich gehen Arten durch die Eingriffe des Menschen verloren. Diese Entwicklung lässt schwerwiegende Beeinträchtigungen unserer natürlichen Lebensgrundlagen befürchten. Mit dem Verlust von Genreserven ist auch die Nahrungsproduktion für eine weiter wachsende Weltbevölkerung gefährdet,‘ erklärte Vogtmann. ‚Die Zerstörung der Vielfalt von Ökosystemen schmälert nicht nur das Naturerbe der Menschheit, sondern gefährdet das ‚System Erde‘. Daher ist Klimaschutz zugleich Schutz der biologischen Vielfalt,‘ so Vogtmann

Den größten Anteil an den anthropogenen Kohlendioxidemissionen hat die Verbrennung fossiler Energieträger, dann folgt die Entwaldung in den Tropen. Obwohl die Szenarien derzeit mit großen Unsicherheiten behaftet sind, lassen sich für die Biosphäre vor allem zwei Warnsignale erkennen: (1) die Treibhausgasemissionen aus Landnutzungsänderungen und intensivierter Landnutzung werden ansteigen und (2) bei anhaltender Klimaänderung können sich Ökosysteme so stark verändern, dass z.B. großflächig Bäume und Pflanzen absterben und so Kohlendioxid freigesetzt wird.

Für Ökosysteme sowie Tier- und Pflanzenarten können die erwarteten Klimaänderungen katastrophal ausfallen. Eine grobe Abschätzung ergibt, dass sich die meisten Arten wohl nicht an eine Klimaänderungsrate von mehr als 0,1°C pro Dekade anpassen können. Viele Pflanzenarten können zwar schnell genug wandern, um mit den prognostizierten Klimaänderungen Schritt zu halten; dies gilt aber nur, wo noch großflächige natürliche Ökosysteme vorhanden sind. Wie sich die Fragmentierung, Zerschneidung und Versiegelung moderner Landschaften auf die Wanderungsgeschwindigkeiten auswirken wird, ist unklar. Entscheidend ist aber, dass die erwartete Klimaänderung mit anderen Ursachen für die Zerstörung von Lebensräumen zusammentrifft und so den Druck auf die Ökosysteme verstärkt, ihre Anpassungsfähigkeit an die Klimaänderung vermindert und der Verlust biologischer Vielfalt beschleunigt.

Das Bundesamt für Naturschutz weist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der jetzt verabschiedeten Biomasse-Verordnung für den Naturschutz hin. Die Biomasse-Verordnung sei ein weiterer wichtiger Baustein für die von der Bundesregierung eingeleitete Energiewende, aber auch für die Regionalentwicklung und die Agrarwende. Mit ihr würden Investitionen von mehreren Milliarden DM getätigt, Arbeitsplätze vor allem im ländlichen Raum geschaffen und klimaschonend Energie u.a. aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz und anderen Pflanzenabfällen sowie aus Gülle erzeugt, so Vogtmann.

Zur Erinnerung an die Eröffnung der Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt am 5. Juni 1972 in Stockholm haben die Vereinten Nationen den 5. Juni zum ‚Tag der Umwelt‘ erklärt. Nationales Motto des Tages der Umwelt 2001 ist: ‚Klimaschutz jetzt – Technologien für die Zukunft.‘

Bayern: Startschuss für das Flächensparen

Themen: Archiv — info @ 15:06

München (agrar.de) – Umweltminister Werner Schnappauf stellt eine Million Mark für ein Modellprojekt ‚Kommunales Flächenressourcen-Management‘ zur Verfügung. ‚Die Kommunen sind gefordert, gemeinsam mit dem Staat aktiv den Flächenverbrauch zu reduzieren‘, betonte Schnappauf zum Beginn der Ausschreibung für die Teilnahme am Modellprojekt. Schnappauf: ‚Jede Sekunde verliert Bayern 3 m², beziehungsweise pro Tag über 28 Hektar an freier und unverbauter Fläche.‘ In den nächsten Tagen werden die Kommunen vom Landesamt für Umweltschutz die Bewerbungsunterlagen erhalten.

Das Umweltministerium entwickelt derzeit mit der Obersten Baubehörde, dem Bayerischen Städtetag und dem Bayerischen Gemeindetag einen Leitfaden für ein Flächenressourcen-Management. Dieser soll in der Praxis von den Kommunen getestet werden. Schwerpunkt des Flächenressourcen-Managements ist die Intensivierung des Flächenrecyclings, die Nachverdichtung bestehender Siedlungsgebiete, die Aktivierung von Baulücken sowie flächensparende Bauformen. Für die am Modellprojekt teilnehmenden Kommunen werden wichtige Daten zum kommunalen Entwicklungspotential erhoben und daraus konkrete Entwicklungsmöglichkeiten abgeleitet, um Siedlungs- und Verkehrsflächennutzung zu optimieren. Ziel ist es, einer Zersiedelung wie in amerikanischen Städten vorzubeugen. Dazu gehört auch, die innerörtlichen Kernbereiche zu stärken und das Leben dort attraktiver zu machen.

Interessierte Kommunen können sich bis Ende Juli 2001 um die Teilnahme am Modellprojekt bewerben.

Links zum Thema Boden.

Schweiz: Landwirtschaft und Konsumentenschutz für Freisetzungsmoratorium

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 14:06

Brugg (agrar.de) – Im Vorfeld der Beratungen über das Gentechnikgesetz im schweizerischen Ständerat sprechen sich massgebende Organisationen aus Landwirtschaft und Konsumentenschutz erneut für einen befristeten Verzicht auf den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft aus. Das berichtet der Schweizerischer Bauernverband.

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Ständerates hat Ende April 2001 die Beratungen über das neue Gentechnikgesetz (GTG) abgeschlossen und in der Frage der Freisetzung mehrheitlich die scharfe Bewilligungspflicht einem Moratorium vorgezogen.

Namhafte Organisationen aus Landwirtschaft und Konsumentenschutz (Bauernverband, Landfrauenverband, IP-Suisse, Bio Suisse, Stiftung für Konsumentenschutz und Fédération Romande des Consommateurs) sind damit nicht einverstanden. Sie haben daher im Hinblick auf die in der Sommersession traktandierten Beratungen über das Gentechnikgesetz den Mitgliedern der kleinen Kammer in einem Schreiben vom 30. Mai 2001 nochmals dargelegt, dass eine Regelung im Sinne eines Moratoriums einer scharfen Bewilligungspflicht vorzuziehen ist.

Nur mit der Forderung nach einem Freisetzungsmoratorium kann die klare Signalwirkung nach aussen vermittelt werden, dass die Schweizer Landwirtschaft in den nächsten Jahren keine Gentechnik anwenden und damit das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in die einheimische Produktion stärken will. Zudem sind aus der Sicht der beteiligten Organisationen verschiedene Fragen zum Risiko von Gentransfers und zu weiteren potenziellen Umweltrisiken noch zu wenig geklärt.

Ausdrücklich betont wird aber, dass sich das Moratorium nur auf den kommerziellen Bereich bezieht und Freisetzungen im Rahmen der Forschung, falls strenge Voraussetzungen erfüllt werden, möglich sein sollen.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zur Schweiz.

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