29. Juni 2001

Pflanzen jetzt auch für die Biogasgewinnung interessant

Themen: Biogas,Energie,NaWaRos — info @ 09:06

Bornim (agrar.de) – Der Anbau und die Nutzung von Pflanzen zur Biogasgewinnung (Vergärung) wird für Landwirte, die bereits eine Biogasanlage betreiben oder eine neue Anlage planen, immer interessanter. Grund hierfür ist das seit April 2000 gültige Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG). Am Institut für Agrartechnik Bornim (ATB) werden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Vergärung von Pflanzen untersucht und Schlussfolgerungen für den praktischen Betrieb abgeleitet. Das EEG regelt u.a. die Vergütung von Strom aus Biogas je kWh mit DM 0,20 durch die Energieversorgungsunternehmen (EVU`s) für Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von 500 kW und schafft damit Planungssicherheit für die Errichtung einer Vielzahl neuer Biogasanlagen. So sind z.B. nach Angaben des Fachverbandes Biogas e.V. seit dem 1. Januar 2000 bundesweit rund 200 neue Biogasanlagen errichtet worden. Es wird eingeschätzt, dass Ende 2001 in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 1650 solcher umweltfreundlicher Biokraftwerke Strom und Wärme erzeugen.

Zulässige Pflanzen, die auch als Nachwachsende Rohstoffe (NawaRos) bekannt sind und auf Stillegungsflächen angebaut werden, sind Ganzpflanzen wie etwa Mais, Raps und Getreide sowie zusätzlich Körnermais/CCM. Zugelassen sind weiterhin mehrschnittige Kulturen von Klee, Gras, Luzerne und Gemische hieraus. Im Falle der Verwertung der Pflanzen als Rohstoffe für die Biogaserzeugung unterliegen der Anbau und die Silierung der NawaRos der Meldepflicht bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Frankfurt/M. sowie bei den zuständigen Landesstellen.

Die Vergärung der Pflanzen erfolgt überwiegend gemeinsam mit Gülle durch Zumischen in der Vorgrube, oder durch direkte Zugabe über einen Einfüllschacht in den Biogasreaktor. Da pflanzliche Biomassen im Vergleich zu Gülle wesentlich energiereicher sind und deutlich höhere Biogaserträge liefern (etwa 250 m3 Biogas je Tonne Mais mit 35 Prozent Trockensubstanz im Vergleich zu etwa 25 m3 Biogas je Tonne Gülle mit 8 Prozent Trockensubstanz), darf die Zugabe von Pflanzen nicht zu einer Überlastung des Biogasreaktors und damit zu einer Störung des Fermentationsprozesses führen. Folge einer solchen Störung (Übersäuerung) des Fermentationsprozesses ist meist ein drastischer Rückgang der Biogasproduktion mit erheblichen ökonomischen Verlusten oder im Extremfall ein Stoppen des Prozesses. Ziel der Untersuchungen ist das rechzeitige Erkennen einer solchen Übersäuerung durch kostengünstige und zuverlässige Sensortechnik. Im Zusammenarbeit mit der Industrie ist ein Forschungsvorhaben begonnen worden, das den Betrieb von Biogasanlagen nicht nur sicherer macht, sondern bereits vorhandene Kapazitäten besser als bisher nutzt.

Das ATB gehört zusammen mit 77 anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Serviceeinrichtungen für die Forschung zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. (WGL).

Links zum Thema Energie und Biogas.

25. Juni 2001

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte 4,6 Prozent über dem Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 12:06

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte im Mai 2001 um 4,6 Prozent höher als im Mai 2000. Im April 2001 hatte die Jahresveränderungsrate + 5,0 Prozent und im März 2001 + 4,9 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte im Mai 2001 um 0,2 Prozent erhöht.

Der Preisanstieg kann vor allem auf die Entwicklung der Energiepreise zurückgeführt werden, die im Mai 2001 um durchschnittlich 18,6 % über dem Vorjahresniveau lagen. Deutlich teurer als im Vorjahr sind außerdem Mineralölerzeugnisse (+ 10,0 Prozent).

Starke Preiserhöhungen wurden im Mai 2001 gegenüber dem Vorjahresmonat außerdem u.a. bei folgenden Gütern festgestellt: Frisches Schweinefleisch (+ 31,3 Prozent), Düngemittel (+ 27,6 Prozent), Wurstwaren (+ 14,6 Prozent), Geflügelfleisch (+ 12,6 Prozent), Futtermittel für Nutztiere (+ 8,1 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnisse (+ 7,2 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

18. Juni 2001

Bundesverband Pflanzenöle (BVP) gegründet

Themen: Archiv — info @ 14:06

Saarbrücken (agrar.de) – Am Rande des Saarbrücker ‚Zukunftsmarkt nachwachsende Rohstoffe‘ kam es kürzlich zur Gründung des ‚Bundesverband Pflanzenöle‘. Vorausgegangen war ein längerer Diskussionsprozess von Wissenschaftlern und Betreibern dezentraler Ölmühlen, Pflanzenöl betriebener Motoren, so wie Hersteller von Produkten aus Pflanzenölen, welche ihre wissenschaftlichen und umweltpolitischen Interessen durch einen eigenen Verband öffentlich vertreten wollen.

In Deutschland fahren schon mehrere tausend Fahreuge mit reinem Pflanzenöl, von denen eine Vielzahl die gesetzlich geregelten Zulassungsbedingungen nicht einhalten. Hier will der Bundesverband dafür sorgen, dass es in Zukunft klare Qualitätsstandards für Fahrzeugumbauten existieren, die den Fahrzeughalter rechtlich abgesichern.

Erheblichen Nachholbedarf sieht der Bundesverband Pflanzenöle auch in der Förderung von heimischen Speiseölen (z.B. Hanf, Lein) die gesund für die Ernährung, aber von der Landwirtschaftspolitik vernachlässigt wurden.

Weitgehend unbekannt ist der Mischfruchtanbau, bei dem verschiedene Kulturpflanzen mit Ölpflanzen kombiniert werden können und die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln weitgehend überflüssig wird. Als Vorsitzender des Verbandes wurde Prof. Dr. Ernst Schrimpff (Fachhochschule Weihenstephan) gewählt. Die beiden Stellvertreter sind Levon Sergis-Christian (Ingenieurbüro INCO, Aachen) und Patric Bies (Gesellschaft für nachwachsende Rohstoffe e.V., Saarbrücken).

Die vorläufige Koordinationsstelle des Bundesverbands Pflanzenöl befindet sich bei der Gesellschaft für nachwachsende Rohstoffe e.V., Nauwieser Straße 19, 66111 Saarbrücken, Tel. 0681-3907808, Fax: 0681-3907638.

Links zum Thema Biodiesel und Pflanzenöl.

Energiepflanzentag auf der Bundesgartenschau

Themen: Archiv — info @ 11:06

Potsdam (agrar.de) – Im Rahmen der Bundesgartenschau findet am 21. Juni 2001 ein Energiepflanzentag statt. Die dazu im Institut für Agrartechnik Bornim gestaltete Fachtagung unter dem Motto ‚Energie vom Acker – neue Perspektiven für Umwelt und Landwirtschaft‘ befasst sich mit Anbau, Ertragspotenzial und Umweltverträglichkeit verschiedener nachwachsender Rohstoffe. Es wird insbesondere über Forschungsergebnisse zum Einsatz von schnellwachsenden Baumarten oder von bestimmten Getreidesorten als Energielieferanten berichtet.

Im Anschluß an die Vortagsveranstaltung besichtigen die Teilnehmer der Energieplantage des ATB und den Ausstellungsbereich Nachwachsende Rohstoffe im BUGA-Park auf dem Bornstedter Feld. Während es bei den Versuchen des Institutes vor allem um die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen geht, dokumentiert der Ausstellungsbereich der BUGA eindrucksvoll, wie heimische Kulturpflanzen auch industriell genutzt werden können – sei es als Ausgangsmaterial für natürliche Farbstoffe, zur Fasergewinnung für die Bekleidungsindustrie oder zur Herstellung von Dämmstoffen.

Ansprechpartner: Dr. V. Scholz, Institut für Agrartechnik Bornim, Tel.: 0331-5699312, Fax: 033-5699849

Links zum Thema Energiepflanzen

SÖL begrüßt Bundesprogramm Ökolandbau

Themen: Archiv — info @ 10:06

Bad Dürkheim (agrar.de) – Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) begrüßt das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) geplante ‚Bundesprogramm Ökolandbau‘. Mit dem Programm sollen der Anbau und die Vermarktung von Bioprodukten ab 2002 zwei Jahre lang mit 68 Millionen DM jährlich gefördert werden.

Um das geplante Ziel von 20 Prozent Ökolandbau bis 2010 zu erreichen, ist die Festsetzung des ‚Bundesprogramm Ökolandbau‘ ein wichtiger agrarpolitischer Schritt. ‚Um eine kompetente Planung und Umsetzung dieses Programms zu gewährleisten, schlagen wir die baldige Einberufung eines beratenden Gremiums für das BMVEL vor‘, so Dr. Helga Willer von der SÖL. ‚In diesem sollten Experten auf dem Gebiet des ökologischen Landbaus vertreten sein‘.

‚Für überaus wichtig halten wir es, dass mit dem Bundesprogramm allen Landwirten gut aufbereitete Informationen zum Ökolandbau zur Verfügung gestellt werden. Viele Landwirte haben nur unzureichende Informationen zur Umstellung auf ökologischen Landbau. Deswegen schlagen wir dem BMVEL vor, eine einführende Infobroschüre für Landwirte zu erstellen‘, so Dr. Helga Willer. Außerdem müsse die Ökolandbau-Forschung gestärkt und eine bessere Koordination der einzelnen Forschungsaktivitäten realisiert werden, um Wissensdefizite zu beseitigen. Durch diese Maßnahmen könne die Ausdehnung des ökologischen Landbaus maßgeblich vorangebracht werden.

Information: Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), Dr. Helga Willer, Weinstrasse Süd 51, 67098 Bad Dürkheim, Tel.: 06322-989700, Fax: 06322-989701, E-Mail

Links zum Thema %url4%Bio-Landbau%/%

Spanien weitet Maßnahmen gegen Schweinepest aus

Themen: EU,Schweinepest,Tierseuchen — info @ 09:06

Madrid (agrar.de) – Am 14.06 wurde in einem Zuchtschweinebestand mit 2.000 Tieren in der Region Katalonien die Schweinepest offiziell bestätigt. Nach weiteren Ausbrüchen haben die spanischen Behörden nun die Maßnahmen im Kampf gegen die Tierseuche ausgeweitet. In der Region Valencia wurden heute zehn Zuchtbetriebe unter Quarantäne gestellt und jeglicher Tiertransport untersagt. Ein Transport- und Verbringungsverbot gilt auch für die Regionen Katalonien und Aragon.

Bislang wurden in Spanien insgesamt vier Fälle von Schweinepest bestätigt, drei in Katalonien und eine in der Region Valencia. Mehr als 10.000 Tiere wurden getötet.

Nach Informationen des Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) sind von der Schweinepest offenbar ausschließlich Mastschweine betroffen, die um den 20. Mai aufgestallt worden sind. Die Ursache für den Ausbruch sei bisher noch nicht geklärt.

Die Schweinepest ist eine hochansteckende Krankheit, die für Schweine oft tödlich verläuft, für Menschen oder andere Tiere aber harmlos ist. Zuletzt war die Seuche in Spanien 1997 ausgebrochen. Der letzte Ausbruch der Schweinepest in der EU wurde in Großbritannien im August 2000 gemeldet.

Links zum Thema Schweinekrankheiten und Tiergesundheit

15. Juni 2001

Broschüre „10 Jahre ökologischer Landbau in Thüringen“ erschienen

Themen: Archiv,Bildung — info @ 09:06

Erfurt (agrar.de) – Zehn Jahre ökologischer Landbau in Thüringen heißt stetiges Wachstum eines besonders umweltfreundlichen Bereiches in der Landwirtschaft.

Die jetzt vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt herausgegebene Broschüre soll einerseits zur Standortbestimmung für jene dienen, die den ökologischen Landbau in Thüringen vorangebracht haben. Die Analyse des bisher Erreichten zeigt, welche Leistungen der ökologische Landbau auf seinem Weg in den letzten zehn Jahren in Thüringen erbracht hat.

Im Freistaat Thüringen wirtschaften 183 Agrarbetriebe auf einer anerkannt umgestellten Ökofläche von 17.135 ha. Thüringen liegt mit seinem ökologisch bewirtschafteten Flächenanteil bereits nach zehn Jahren im bundesweiten Durchschnitt, noch vor alten Bundesländern, wie z.B. Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz, bei denen sich der ökologische Landbau schon seit dem Ende des .zweiten Weltkrieges entwickeln konnte.

Allein für die flächenbezogene Förderung des ökologischen Landbaus im Rahmen des Programms ‚Erhaltung der Kulturlandschaft, umweltgerechte Landwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege‘ (KULAP) hat der Freistaat Thüringen im vergangenen Jahr 4,5 Mio. DM ausgereicht.

Andererseits soll die Broschüre auch weitere Interessenten ansprechen, wie z.B. umstellungswillige landwirtschaftliche Unternehmen, Schulklassen oder Verbraucher. Jeder möchte eine Antwort auf ’seine‘ Frage bekommen. Diese Fragen sind so vielschichtig wie die Betriebe im Ökolandbau selbst. Deshalb gibt die Broschüre Auskünfte zu den wichtigsten und aktuellsten Themenkomplexen.

Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten ist stark angestiegen. Damit verbunden ist auch, dass immer mehr Menschen fragen: ‚Ist denn auch wirklich Öko drin, wo Öko draufsteht?‘. Deshalb zeigt die Broschüre auf, wie durch das vorhandene Kontroll- und Überwachungssystem sichergestellt werden soll, dass die strengen gesetzlichen Kriterien eingehalten werden, damit Ökoprodukte auch das halten, was sie mit ihrem Namen versprechen. Wie man diese Produkte beim Einkaufen schneller, aber auch sicherer fin-den kann – auch dazu gibt die Broschüre einige Erläuterungen.

Außerdem wird in der Broschüre dargestellt, wie breit der Freistaat Thüringen die Einführung und Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise unterstützt. Über die För-derung der Forschungs- und Versuchstätigkeit, der Beratung sowie der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Ökolandwirte, die Vermarktungsförderung für Thüringer Ökoprodukte und die verbesserte Flächenförderung für ökologisch wirtschaftende Betriebe ist es gelungen, dass diese Form der Landbewirtschaftung nach zehn Jahren einen festen Platz in der Thüringer Landwirtschaft einnimmt.

Die Broschüre hält außerdem eine Vielzahl von Kontaktadressen bereit. So sind die dort aufgeführten Behörden, der Förderverein für den ökologischen Landbau – das ‚Thüringer Ökoherz‘, die Fachschule Stadtroda oder die in Thüringen tätigen Anbauverbände Ansprechpartner für Fragen rund um den ökologischen Landbau in Thüringen und Informationsträger für alle angesprochenen Interessengruppen.

Die Broschüre ’10 Jahre ökologischer Landbau in Thüringen‘ kann kostenlos beim Ministerium bestellt werden.

Links zum Thema Bio-Landbau Links zum Bundesland Thüringen

13. Juni 2001

Byrne kündigt Richtlinie für genmanipulierte Nahrung an

Themen: Archiv — info @ 15:06

Berlin (agrar.de) – EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne möchte die gegenwärtige Kennzeichnung genetisch veränderter Nahrung verbessern. In einem Interview der ‚Berliner Morgenpost‘ kündigte er für Ende des Monats die Vorlage einer EU-Richtlinie über die Transparenz genmodifizierter Nahrungsmittel an.

Genmanipulierte Inhaltsstoffe müssten auch aufgeführt werden, so Byrne. Bei ungenügender Etikettierung solle Verbraucher künftig ein Klagerecht zustehen. Byrne will auch Gesetze für genetisch verändertes Tierfutter und Saatgut.

Links zum Thema Biotechnologie

Saarland: Mörsdorf begrüßt Ergebnisse der Agrar- und Umweltministerkonferenz

Themen: Archiv,Saarland — info @ 13:06

Potsdam/Saarbrücken (agrar.de) – Umweltminister Stefan Mörsdorf hat die Ergebnisse der gemeinsamen Konferenz der Agrar- und Umweltminister in Potsdam begrüßt. ‚Das, was beschlossen wurde, trägt in großen Teilen die Handschrift des Saarlandes‘, so der Minister. Mörsdorf hatte sich in den vergangenen Monaten mit einem eigenen agrarpolitischen Papier ‚Für eine neue Landwirtschaft – für Mensch und Natur‘ maßgeblich an der bundesweiten agrarpolitischen Debatte beteiligt.

Nach Auffassung von Mörsdorf sind auf der Konferenz vor allem zwei Signale hin zu einer umwelt- und naturgerechten Landwirtschaft gesetzt worden. So soll zum einen die Agrarförderung künftig nicht mehr produkt-, sondern flächenbezogen sein. ‚Das ist eine der Kernforderungen, ohne die eine andere, umweltverträgliche Landwirtschaft schlicht nicht denkbar ist.‘ Davon werden in erster Linie jene Agrarregionen profitieren, die auf vergleichsweise großen Flächen extensiv und naturverträglich wirtschaften. ‚Hier haben wir im Saarland gute Karten‘, erklärte der Minister.

Zum zweiten beschlossen die Agrar- und Umweltminister, dass durch die so genannte Modulation frei werdende Mittel (die für Agrarumweltmaßnahmen eingesetzt werden) nicht zwangsläufig in den jeweiligen Bundesländern verbleiben müssen. ‚Das eröffnet gerade Ländern wie dem Saarland, in denen schon jetzt eine weitgehend naturverträgliche, Flächen gebundene Landwirtschaft betrieben wird, die Chance, in Zukunft noch stärker von der Modulation zu profitieren‘, betont Mörsdorf.

Links zum Saarland.

AbL begrüßt Künast-Vorschlag zur Modulation

Themen: Archiv — info @ 11:06

‚Bauernverband will Ungerechtigkeit zementieren‘

Potsdam (agrar.de) – ‚Wer eine wirkliche soziale und ökologische Neuausrichtung der Agrarpolitik will, kommt um die Modulation der Prämien mit einem kürzungsfreien Freibetrag als soziale Komponente nicht herum‘, so die Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Maria Heubuch aus Leutkirch (Allgäu) und Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf aus Spenge (Westfalen) in einer Stellungnahme zur heutigen Konferenz der Agrar- und Umweltminister/innen von Bund und Ländern in Potsdam.

Die AbL stärkt damit Ministerin Künast den Rücken, die in der vorigen Woche (7.6.01) den Bundesländern ihren Vorschlag zur Modulation vorgelegt hat. Danach sollen die Flächenprämien an die Landwirte im Jahr 2002 oberhalb eines Freibetrages von zunächst 10.000 DM um 3 Prozent gekürzt werden. Bis 10.000 DM pro Betrieb sollen die Prämien kürzungsfrei bleiben. Dieser Vorschlag wird in Potsdam nun beraten.

‚Mit dem Modulationsvorschlag und dem Sockelbetrag hat Ministerin Künast ein wichtiges Signal gesetzt und deutlich gemacht, dass die Finanzierung einer ökologischen Umgestaltung der Landwirtschaft nur mit einer sozialen Neuorientierung der Agrarpolitik einhergehen kann‘; so die AbL. Die Modulation mit einem Freibetrag sei – so die AbL – ein wichtiger Baustein der Agrarwende. Damit werde die ungleiche Verteilung der Prämien verringert, denn bislang gehe der Großteil der Prämien an einen kleinen Teil der Betriebe. ‚Es ist an der Zeit, von dem Instrument der Modulation, das die Europäische Union ausdrücklich vorsieht, Gebrauch zu machen und diese soziale Schieflage abzubauen‘, so die AbL.

‚Wenn der Deutsche Bauernverband sich gegen die Modulation mit Freibetrag ausspricht, dann will er, dass es dabei bleibt, dass laut EU-Rechnungshof allein 4 Prozent der Betriebe 40 Prozent der gesamten Prämien ziehen.‘ Der Bauernverband gebe sich gerne als Vertreter der bäuerlichen Interessen, in Wahrheit betreibe er aber nur Politik für eine bestimmte Minderheit der Betriebe.

‚Der Bauernverband will die Agrarwende nicht; er will die Modulation nicht und er tritt damit dafür ein, die soziale Ungerechtigkeit der Prämienverteilung zu zementieren‘, so die AbL-Vorsitzenden. Die Kritik einzelner Bundesländer, dass dieser Vorschlag die größeren Betriebe in Existenzschwierigkeiten bringe, gehe an der Realität vorbei, so die AbL-Vorsitzenden. Denn erstens gelte der Freibetrag auch für diese Betriebe. Zweites sei eine Prämienkürzung gerechtfertigt, um die jahrelange Überkompensation durch die Prämien bei den ‚durchrationalisierten Großbetrieben mit wenig Arbeitskräften und geringeren Produktionskosten‘ zu beenden.

Die AbL fordert die Bundesländer – auch die CDU/CSU-regierten – auf, nun Farbe zu bekennen und nicht länger nur von der bäuerlichen Landwirtschaft zu reden, sondern auch in ihrem Sinne zu handeln. ‚Jetzt muss die Modulation mit Freibetrag kommen‘, so die AbL.

Information: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bundesgeschäftsstelle, Bahnhofstraße 14, 59065 Hamm/Westf., Tel.: 02381-9053171, Fax: 02381-492221, E-Mail

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