03. Mai 2001

Milch bleibt die wichtigste Geldquelle der Bauern

Themen: Archiv — info @ 14:05

Münster (agrar.de) – Das meiste Geld erzielen deutsche Bauern nicht mehr im Stall, sondern vom Acker. Wie der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) mitteilt, blieb jedoch die Milch mit einem Produktionswert von 16 Mrd. DM auch im Wirtschaftsjahr 1999/00 die wichtigste Geldquelle der Bauern. Es folgte Getreide mit 14,1 Mrd. DM und Futterpflanzen mit 11,8 Mrd. DM. Mit der Schweineerzeugung konnten die Landwirte einen Produktionswert von 9 Mrd. DM, mit der Produktion von Rind- und Kalbfleisch 7,1 Mrd. DM und der Erzeugung von Ölsaaten 3,2 Mrd. DM erzielen. Für Obst und Zuckerrüben konnten die Bauern jeweils 2,4 Mrd. DM realisieren, während mit Eiern ein Produktionswert von 1,7 Mrd. DM erwirtschaftet wurde.

Mit ihrer gesamten Erzeugung erzielten die Landwirte im Wirtschaftsjahr 1999/00 einen Produktionswert von 85,7 Mrd. DM, das waren 2 Prozent oder 1,3 Mrd. DM mehr als im Jahr zuvor. Dabei übertraf der Wert der tierischen Erzeugung mit 35,7 Mrd. DM den Vorjahreswert um rund 4 Prozent, die einzelnen Produktionszweige entwickelten sich jedoch sehr unterschiedlich. So führte die Preiserholung bei Schlachtschweinen zu einem Wiederanstieg des Produktionswertes um 1,7 Mrd. DM auf 9 Mrd. DM. Einen ähnlich starken Anstieg gab es auch bei der Eier- und Geflügelproduktion, während die Erzeugungswerte für Milch sowie Rind- und Kalbfleisch niedriger ausfielen. Der Produktionswert aller pflanzlichen Erzeugnisse lag mit 47,6 Mrd. DM geringfügig unter dem des Vorjahres. Dabei konnten im Wirtschaftsjahr 1999/00 mengenbedingt vor allem Zuckerrüben und Ölsaaten kräftig zulegen, während die Erzeugungswerte für Getreide und Gemüse nur etwas über denen des Vorjahres lagen. Die Erzeuger von Obst und Kartoffeln mussten sogar deutliche Preiseinbrüche hinnehmen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Ernährung der Weltbevölkerung wird zur Herausforderung

Themen: Archiv — info @ 13:05

Nahrungsmittelangebot muss in 20 Jahren um 40 Prozent steigen

Münster (agrar.de) – Die Zahl der Menschen auf der Erde nimmt jährlich um rund 78 Millionen zu – das entspricht fast der Einwohnerzahl Deutschlands. Schon 1999 überschritt sie die 6-Milliarden-Grenze und die Weltbevölkerung wächst weiter. In 25 Jahren rechnen Experten nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) mit bis zu 7,8 Milliarden Menschen. Angesichts dieser Zahl stehen Weltwirtschaft und das Ökosystem Erde vor einer gewaltigen Herausforderung.

Der Boden, auf dem die Nahrungsmittel wachsen sollen, kann nicht in dem Umfang vermehrt werden wie die Zahl der Menschen wächst. Im Gegenteil, in vielen Regionen der Erde gehen erhebliche Flächen durch Erosion, Versteppung oder Verwüstung verloren. Neben dem Bevölkerungswachstum wird die wachsende Kaufkraft – insbesondere in einer Reihe von Entwicklungsländern – die Nachfrage nach Nahrungsmitteln steigern. In den nächsten 20 Jahren wird die Weltbevölkerung ebensoviel Nahrungsmittel benötigen wie in den letzten 10.000 Jahren zusammen. Um die prognostizierte Lücke zu schließen, müssen die Bauern in den nächsten zwei Jahrzehnten weltweit 40 Prozent mehr Reis, Weizen und anderes Getreide erzeugen.

Schon in der Vergangenheit führten Innovationen zu großen Leistungssteigerungen. Allein durch die Entwicklung der verbesserten Dreifelderwirtschaft, durch die Bestellung der Brache mit einer Futterpflanze und den Übergang zur Fruchtfolge konnte die Nahrungsmittelproduktion je Hektar verdoppelt werden. Die gleiche Bedeutung kam der künstlichen Stickstoff-Gewinnung aus der Luft zu. Mit ihr war es möglich, Kulturpflanzen zielgerichtet mit mineralischem Stickstoff-Dünger zu versorgen.

Nach Ansicht der vom WLV zitierten Internationalen Vereinigung der Agrarökonomen (IAAE) lässt sich die explosionsartig zunehmende Weltbevölkerung nur ernähren, wenn auch in Zukunft Innovationen in der Landwirtschaft einschließlich der Bio- und Gentechnologie eingesetzt werden. Zur Bewältigung der Welternährungsprobleme sei eine ’nachhaltige landwirtschaftliche Intensivierung‘ im Sinne ‚guter fachlicher Praxis‘ notwendig und das ganz besonders in Gebieten mit landwirtschaftlichem Potenzial, empfindlichen Böden, begrenztem Niederschlag und weit verbreiteter Armut. Nutzpflanzen könnten mithilfe züchterischer Methoden, auch mithilfe gentechnischer Methoden, widerstandsfähiger gegen Schadinsekten oder Wassermangel gemacht werden. Weitere Zuchtziele seien eine bessere Lagerfähigkeit, kürzere Reifezeit oder hohe Gehalte an erwünschten Inhaltsstoffen. Die Pflanzenzüchtung einschließlich der grünen Gentechnik habe das Potenzial, ‚einen hohen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten und weltweit mehr Ernährungssicherheit zu erreichen‘.

Arbeitsämter decken illegale Beschäftigung in Schlachthöfen auf

Themen: Archiv — info @ 11:05

Nürnberg (agrar.de) – In der letzten Woche haben die Arbeitsämter und Hauptzollämter eine bundesweite Schwerpunktprüfung in Schlachthöfen und anderen Fleisch verarbeitenden Betrieben durchgeführt. Damit sollen in Betrieben, die vielfach von der BSE-Krise stark betroffen sind, legale Beschäftigungsverhältnisse stabilisiert und Arbeitsplätze gesichert werden. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen der Bundesanstalt für Arbeit haben die Ermittler bei dieser Aktion zahlreiche Verstöße gegen geltende Bestimmungen aufgedeckt.

Fast 1.200 Arbeitgeber und mehr als 19.000 Arbeitnehmer wurden überprüft, 16.000 Geschäftsunterlagen wurden eingesehen. Dabei ergaben sich in über 1.500 Fällen Anhaltspunkte für Gesetzesverstöße, weitere Ermittlungen zur endgültigen Klärung sind erforderlich.

Mehr als 200 Arbeitgeber werden verdächtigt, über 400 Arbeitnehmer ohne die erforderliche Arbeitsgenehmigung beschäftigt zu haben. Hier drohen Geldbußen bis zu 500.000 DM oder Strafanzeigen. Die ausländischen Arbeitnehmer müssen mit Geldbußen bis zu 10.000 DM rechnen. In einem gravierenden Einzelfall erhielten 62 osteuropäische Werkvertragsarbeitnehmer statt der vereinbarten 13,50 DM über ein Jahr hinweg lediglich 5,75 DM Stundenlohn ausbezahlt.

In fast 100 Fällen wird wegen des Verdachts des unerlaubten Ver- bzw. Entleihs von Arbeitnehmern ermittelt, in 500 Fällen wird überprüft, ob Sozialleistungen zu Unrecht bezogen wurden. Neben der Verpflichtung, dem Arbeitsamt etwaige zu Unrecht erhaltene Leistungen zurück zu zahlen, drohen auch hier empfindliche Geldbußen oder Strafverfahren wegen Betruges. Verstößen gegen die Meldepflichten zur Sozialversicherung und Mitführungspflichten muss in 340 Fällen noch weiter nachgegangen werden.

Als erfreulich bewertet die Bundesanstalt, dass eine große Zahl überprüfter Firmen die Kontrolltätigkeit der Arbeitsämter und Hauptzollämter ausdrücklich begrüßt, da sie ein wirksames Mittel zur Eindämmung rechtswidriger wettbewerbsverzerrender Verhaltensweisen darstellt.

Information: Bundesanstalt für Arbeit, Regensburger Straße 104, 90478 Nürnberg, Tel.: 0911-179-0, Fax: 0911-179-2123

Links zum Thema Arbeitsmarkt.

Deutscher Bauerntag in Münster unter dem Motto: „Wir packen´s“!

Themen: Archiv,MKS — info @ 09:05

Berlin/Münster (agrar.de) – Der Deutsche Bauerntag 2001 in Münster vom 3. bis 8. Juli 2001 wird ganz im Zeichen von Entschlossenheit, Selbstbewußtsein und unternehmerischer Leistungsbereitschaft der deutschen Bauern und ihrer Familien stehen. Das jetzt von den Gremien des Deutschen Bauernverbandes (DBV) beschlossene Motto ‚Wir packen´s‘ ist deshalb Programm. Trotz der Krisen sind die Bauern fest entschlossen, die Zukunft der deutschen und europäischen Landwirtschaft aktiv mitzugestalten und auf den Märkten ihre Chancen zu nutzen. Neben der DBV-Mitgliederversammlung, auf der die zukünftigen agrarpolitischen Leitlinien diskutiert werden, und der großen Kundgebung am Freitag, dem 6. Juli 2001, werden mehrere Forumsveranstaltungen am Mittwoch, dem 4. Juli 2001, die Themen ansprechen, die die Bauern bewegen. Namhafte Experten aus dem Agrarbereich, der Politik, der Wirtschaft und den Medien sind eingeladen, mit den rund 600 Delegierten der Landesbauernverbände zu diskutieren.

Effiziente Kommunikation steht im Mittelpunkt des Forums I ‚Landwirtschaft in der veröffentlichten Meinung‘. Anhand der aktuellen öffentlichen Diskussion werden Strategien über die Kommunikation von Agrarpolitik und Landwirtschaft in Politik und Medien diskutiert. Das zweite hochkarätig besetzte Forum beschäftigt sich mit der Bewältigung von BSE und der Maul- und Klauenseuche. Das dritte Forum fragt nach der ‚Gläsernen Produktion von Nahrungsmitteln – Wunsch oder Wirklichkeit?‘.

Fachleute aus Politik und Handel diskutieren im Forum IV die Stellung des Ökologischen Anbaus in Deutschland. Bietet er Perspektiven für Verbraucher und Landwirtschaft oder sind die Förderaktivitäten eher unter ‚Aktionismus‘ einzuordnen? Das Forum V beschäftigt sich mit den Direktzahlungen der Europäischen Union an die Bauern und fragt nach Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit. Forum VI untersucht die Marktchancen von erneuerbaren Energien. Sind sie ein neuer Markt oder eher ein Strohfeuer? Eine Frage, die die Delegierten des Deutschen Bauerntages mit Experten aus Politik, Wissenschaft und Unternehmen klären wollen.

Link zum Terminkalender.

Strom, Wärme und Kälte aus der Landwirtschaft

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 09:05

Düsseldorf (agrar.de) – Bio-Kraftwerke haben in Deutschland gute Marktchancen. Allein von 1998 bis 2000 hat sich die Anzahl der Biogasanlagen auf 1.200 verdoppelt. Und mit dem im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgeschriebenen Stromvergütungspreis von bis zu 20 Pfennig pro Kilowattstunde Strom (kWh) erhält die Biogas-Branche weiteren Schwung. Dabei arbeiten viele Biogas-Anlagen noch nicht optimal. Denn bei der Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken wird der größte Teil der Energie in Wärme umgewandelt. Auf der Internationalen Fachmesse für Ver- und Entsorgung Envitec in Düsseldorf (14.-17. Mai) stellen die Fraunhofer-Forscher ein neues integriertes Energieversorgungskonzept vor.

‚Die meisten Biogas-Anlagen nutzen diese Abwärme nur unzureichend‘, so die Erfahrung von Stephan Kabasci vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. Daher haben Forscher des Fraunhofer-Instituts in einem vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union geförderten Projekt ein neues, innovatives Konzept entwickelt. Hierbei wird die im Blockheizkraftwerk erzeugte Abwärme zum Heizen sowie zum Betrieb einer Kältemaschine genutzt. Ende Mai nimmt die für den Bauernhof Loick konzipierte Anlage ihren Betrieb auf.

Neben der hofeigenen Biomasse wie Gülle, Grünschnitt und Maissilage werden in der Anlage auch Lebensmittelabfälle eines Industriebetriebs zu Biogas vergärt. Insgesamt fallen im Jahr 4.000 Kubikmeter Gülle, 4.500 Tonnen Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie sowie 2.000 Tonnen Maissilage an. Mit dem daraus gewonnenen Biogas wird ein Blockheizkraftwerk betrieben, das etwa zwei Mio kWh Strom im Jahr produziert – das entspricht dem Stromverbrauch von 500 Haushalten. Diesen Strom speisen die Betreiber der Anlage in das öffentliche Netz ein.

Bei der Stromerzeugung fällt aber auch eine Wärmemenge von drei Mio kWh pro Jahr an. ‚Diese Abwärme nutzen wir zum Beheizen der Ställe, des Wohnhauses, der Büroräume und eines Industrieunternehmens‘, berichtet Kabasci. Zudem wird mit der Wärme eine thermische Kälteanlage betrieben, die ähnlich wie die Kühlschränke in Campingwagen aus Abwärme Kälte erzeugt. So können im Sommer die Wohn- und Büroräume sowie Stallungen klimatisiert werden. ‚Dank des ausgeklügelten Konzepts werden etwa drei Viertel der anfallenden Wärmeenergie genutzt‘, erläutert der Fraunhofer-Ingenieur.

Auch der Gärrückstand wird weiterverwendet. Er dient als flüssiger Dünger in der Landwirtschaft. So bringt die integrierte Energieversorgung sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile: Sie spart Heizkosten, erzeugt preisgünstige Kälte aus Abwärme, liefert Strom, verringert die Emission von Treibhausgasen, reduziert Nitratauswaschungen ins Grundwasser und schließt den Kreislauf von Nährstoffen aus organischen Abfällen.

Wie die innovative Biogasanlage funktioniert, zeigen Forscher an einem Modell auf dem Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Institute für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und Materialfluss und Logistik IML in Halle 11, D69. Dort können sich Besucher auch über Logistiksysteme für die Bereitstellung biogener Brennstoffe wie Holzreste, Bioabfälle oder landwirtschaftliche Reststoffe informieren sowie über Reinigungsverfahren für Grundwasser. Das IML unterstützt Interessenten bei der Standortplanung von Energieanlagen sowie der Gestaltung logistischer Prozesse. Das IGB stellt ein System zur Reinigung von Grundwasser vor. Mikroorganismen beseitigen chlorierte Kohlenwasserstoffe.

Information: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Osterfelder Straße 3, 46047 Oberhausen, Dr.-Ing. Stephan Kabasci, Tel.: 0208-8598-164, Fax: 0208-8598-290, E-Mail

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02. Mai 2001

Bierabsatz im ersten Quartal 2001 leicht rückläufig

Themen: Bier,Handel,Lebensmittel,Statistik — info @ 14:05

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im ersten Vierteljahr 2001 in Deutschland 23,0 Mill. Hektoliter (hl) Bier abgesetzt, das waren 0,5 Mill. hl oder 2,0 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nicht enthalten ist der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier.

Biermischungen (z.B. Radler) waren im Berichtszeitraum mit 0,3 Mill. hl beteiligt, ein Anstieg von 10,7 Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr 2000.

20,8 Mill. hl (- 2,7 Prozent) der abgesetzten Menge wurden versteuert, d.h. dienten dem Inlandsverbrauch. Steuerfrei wurden 2,3 Mill. hl Bier abgesetzt, 1,7 Mill. hl (+ 12,3 Prozent) gingen in EU-Länder, 0,6 Mill. hl (- 11,7 Prozent) in Drittländer und 53.700 hl (- 8,1 Prozent) wurden unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien abgegeben.

Links zum Thema Brenner und Brauer.

Niedersachsen reagiert auf Gen-Mais-Funde mit zusätzlichen Kontrollen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 13:05

Hannover (agrar.de) – Nach Bekanntwerden von Untersuchungsergebnissen aus Schleswig-Holstein, die in Mais-Saatgut gentechnisch veränderte Bestandteile belegen, hat Niedersachsen umgehend zusätzliche Kontrollen angeordnet. In einer gemeinsamen Aktion haben Umwelt- und Landwirtschaftsministerium außerdem die zuständigen Überwachungsbehörden angewiesen, eventuell auch in Niedersachsen vorhandenes Mais-Saatgut mit gentechnisch veränderten Bestandteilen sicherzustellen.

In Schleswig-Holstein wurde bei Saatgutkontrollen Maissaatgut mit einem geringen Anteil genetisch veränderter Mais-Samen festgestellt. Es handelt sich dabei um Saatgut der Sorten Arsenal aus Chile und Janna aus Kanada. Beide Sorten enthalten ein Genkonstrukt, das in Europa keine Genehmigung für ein Inverkehrbringen nach dem Gentechnikgesetz besitzt.

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace befürchtet, dass auch in anderen Bundesländern bislang unbemerkt genmanipuliertes Saatgut verkauft und ausgesät worden ist. Nach Recherchen von Greenpeace stammt das verunreinigte Saatgut von den US Firmen Monsanto und Pioneer HiBred. Greenpeace fordert einen europaweiten Rückruf des verunreinigten Saatguts beider Firmen, sowie eine Entschädigung für Bauern, die bereits ausgesäte Pflanzen vernichten müssen.

Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen – Verbraucherministerium fördert Kompetenzzentrum

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 09:05

Münster (agrar.de) – Den Startschuss für die Einrichtung eines Kompetenzzentrum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen gaben das Bundesverbraucherministerium und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Münster. Das Ministerium fördert die bei der Handwerkskammer Münster angesiedelte, bisher bundesweit einmalige Informationseinrichtung mit 3,1 Millionen Mark. Das Kompetenzzentrum soll alle am Bau Beteiligten, vom Bauplaner über Bauplaner über, Handwerker, Bauproduktehersteller, Händler bis hin zum Endverbraucher umfassend über Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen informieren. Durch Beratung und Schulung, Ausstellung und Demonstration, Publikation und multimediale Darstellungsformen soll die große Palette dieser Baustoffe stärker bekannt gemacht und ihre Akzeptanz verbessert werden.

Die Nachfrage der Industrie nach nachwachsenden Rohstoffen nimmt stetig zu, so das Bundesverbraucherministerium, vor allem weil Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen vielseitig einsetzbar seien. So gebe es mittlerweile neben dem klassischen nachwachsenden Baustoff Holz als Konstruktionswerkstoff u.a. Dämmstoffe, Fußbodenbeläge, Wand- und Deckenverkleidungen sowie Schalöle, Farben und Lacke aus nachwachsenden Rohstoffen. Ihre Vorteile lägen in den Bereichen Ressourcenschonung, CO2-Neutralität, Gesundheitsschutz und unproblematischer Entsorgung nach Gebrauch. Die Palette an nachwachsenden Rohstoffen, die hierzu genutzt werden könnteetn, sei sehr vielfältig. Sie reiche von den holz- und zelluloseliefernden Baumarten sowie Faserpflanzen (wie beispielsweise Flachs und Hanf) über Ölpflanzen (Raps, Lein, Sonnenblumen), zucker- und stärkeliefernde Pflanzen (Rüben, Getreide, Kartoffeln) bis hin zu Färberpflanzen.

In den vergangenen Jahren hat das Bundesverbraucherministerium im Bereich ‚Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen‘ 72 Projekte mit knapp 43 Millionen Mark gefördert.

01. Mai 2001

Neue Richtlinien für Umwelt/Öko-Audit

Themen: Archiv — info @ 11:05

Zertifizierung jetzt auch für Behörden und landwirtschaftliche Betriebe

Berlin (agrar.de) – In Deutschland haben sich bislang über 2.600 Unternehmen am freiwilligen Öko-Audit beteiligt. Das sind über zwei Drittel aller in Europa beteiligten Unternehmensstandorte (rund 3.700). Mit der neuen EG-Öko-Audit-Verordnung können sich nun – neben Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft – auch Betriebe der Bau- und Landwirtschaft sowie Bundes- und Landesbehörden zertifizieren lassen.

Die neue Verordnung fordert auch die Einbeziehung indirekter Umweltaspekte in Massnahmen des betrieblichen Umweltschutzes. Dazu gehören sowohl Produkteigenschaften im weiteren Sinne wie Verpackung sowie Wiederverwendung oder Entsorgung. Aber auch das Umweltverhalten von Auftragnehmern und Lieferanten sowie Fragen des Transports spielen beim Öko-Audit eine Rolle. Darüber hinaus soll mit der Einführung eines neuen Logos und der Auszeichnung ‚Geprüftes Umweltmanagement‘ der Bekanntheitsgrad des Öko-Audits verbessert werden.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat die am 27. April in Kraft getretene Neufassung der EG-Öko-Audit-Verordnung als einen grossen Schritt nach vorn für den betrieblichen Umweltschutz bezeichnet.

‚Mit dieser Verordnung wird die ökologische und ökonomische Wirksamkeit dieses bewährten Umweltmanagementsystems weiter verbessert. So können innerbetriebliche Verfahrensabläufe unter Umweltgesichtspunkten so optimiert werden, dass sie Standards erfüllen, die über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehen und sich in moderne Umweltstrategien einpassen. Dies trägt auch zu einer höheren Effizienz und zu verbesserter Wettbewerbsfähigkeit bei. Darüber hinaus bereiten wir eine Verordnung vor, die durch Erleichterungen bei der Umweltüberwachung eine Förderung von Betrieben ermöglicht, die sich einem Öko-Audit unterziehen,‘ sagte Trittin.

Ein Hintergrundpapier zum Öko-Audit ist auf der Seite de Umweltministeriums abrufbar.

Monsanto: Stellungnahme zu Mais-Rückrufaktion in Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 10:05

Düsseldorf (agrar.de) – Die Monsanto Agrar Deutschland bezweifelt die Ergebnisse der vom Schleswig-Holsteinischen Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten in Auftrag gegebenen Labortests, die in Proben von konventionellem Mais der Monsanto-Sorte Arsenal Spuren des gentechnischen Konstruktes GA 21 nachwiesen. Das Ministerium vertritt die Auffassung, dass die Verunreinigung einer Saatgutpartie nicht in Einklang mit dem in Deutschland geltenden Gentechnik-Gesetz steht und den Rückruf dieser Partie rechtfertigt.(unsere Meldung)

Das Vorgehen des Umweltministeriums in Schleswig-Holstein setze die Landwirte erheblichen geschäftlichen Unsicherheiten aus, so das Unternehmen in einer Pressemeldung. Monsanto sichert darin seinen Kunden bei der Klärung der Situation vollste Unterstützung zu.

Weiter heißt es in der Meldung: ‚In Zusammenhang mit der betreffenden Partie der Sorte Arsenal wurde in keiner der von uns untersuchten Proben eine Vermischung mit GA 21 festgestellt. Aus diesem Grunde sind wir unsererseits davon überzeugt, dass die Saatgutpartie den geltenden Standards entspricht.

GA21 verleiht der Pflanze eine Herbizidtoleranz. Nach umfangreichen Untersuchungen durch das deutsche Robert Koch-Institut, den Zulassungsbehörden in Deutschland und anderen EU-Ländern wurde dessen Sicherheit sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Umwelt bestätigt. Darüber hinaus hat GA21 sowohl in den USA als auch in Japan und Kanada die uneingeschränkte Zulassung für die Anwendung in Lebens- und Futtermitteln erhalten. Im Jahre 2000 wurde der herbizidtolerante Mais bereits auf über 1,1 Mio. Hektar angebaut.

Die Pflanzenzüchtung sowie die kommerzielle Saatgutproduktion sind natürliche Prozesse, die, will man höchste Saatgutqualität erreichen, in der freien Natur stattfinden müssen. Pflanzenzüchter und Landwirte tun dies seit hunderten von Jahren. Aus diesem Grunde war und ist eine absolute Reinheit in der Praxis nicht realisierbar – völlig unabhängig davon, ob die Eigenschaft auf traditionelle Züchtung oder gentechnische Methoden zurückzuführen ist.‘

Information: Monsanto Agrar Deutschland GmbH, Dr. Andreas Thierfelder, Tel.: 0211-3675-248

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